werden kann.
Die \
Ma- Graf Arnim (Rp.):
falsche Sparsamkeit hat uns m Afrika schwere Lektion erteilt. Der ganze beklagen».
mi die Firma Lenz u. Cie. verpachtet, vorbehaltlich der Zustimmung des Bundesrats rind dieses hohen Hauses. Und das Ergebnis der Vetricbsführung dieser Firma ist: daß der Betrieb für April bis September 70 000 Rupien Einnahme geliefert und 46 000 Rupien gekostet hat. Wir tvcrden also, wenn der Betrieb sich in dieser Weise weiter steigert, Einnahmen aus der Bahn ziehen.
Nun zu den angeblichen U n t e r s ch l e i f e n! Ms der Kolonialverwaltung im Mai dieses Jahres die Nachricht zu- ging, daß ein argennnischcö Blatt die Mitteilung gebracht habe, es würden Uniformstücke und Waffen in Menge in Argentinien verkauft, die aus Südwestafrika stammen, wurde alsbald das Kommando der Schutztruppe zur Aeutzcrung veranlagt. Inzwischen hatte die deutsche Gesandtschaft in Buenos-Aires die Sache auf; genommen und Erhebungen veranstaltet. Es hat sich herauSgestcllt, daß die ganze Angabe auf einen einzigen Mann zurückzuführcn ist, es konnte nicht fcstgcstellt werden, daß irgend ein anderer derartige Tinge verkauft batte. Von großen Unterschleifen kann nicht die Rede sein. Nun ist cs ein merkwürdiges Zusammentreffen, daß ein paar Monate vorher die „Gertrud Woermann" gescheitert war, sic hatte eine Menge AusrüstungSgcgcnständc für die Schutz- truppc, war aber vollständig versichert, unb bic Sachen sind ersetzt worden. Man darf sich doch wirklich nicht wundern, wenn bei dieser Gelegenlxit, wo alle möglichen Leute an die Küste kommen, der alte Brauch, gestrandetes Gut zu nehmen, angewandt wurde. Das geschieht an der ganzen Westküste. Wenn da ein Dampfer strandcl, sind sofort die Neger bei der Hand und plündern ihn aus. Darauf, ob die Anschuldigungen begründet sind, oder nicht, will ich hier nickt cingehen. Sind sie, begründet — cli bien, dann nehme man die Beamten und stelle ne vor den DiSziplinarrichtcr oder den Strafrichter; aber man darf wegen
dieser angeblichen Sünden nicht unsere Truppen in Südwestafpika leiden lassen. (Beifall.)
Oberst Deimling:
Die Ausführungen des Mg. Ledebour werden von ärmerer Seite beantwortet werden. Ich möchte nur zwei Krregserlebnrnc erzählen. Einige Tage vor dem Gefecht am Watcrberg wurde eine Patrouille von einer großen Ueberzahl H^ero angegriffen und nach zäher, verzweifelter Gegenwehr bis auf den letzten Mann niedergeschossen. Wir fanden die Leicken nackt, ausgczogcn, nebeneinander, sämtlichen die Hände und Füße abgehackt (Hort, hort.), einigen die Nasen aus dem Kopf gedrückt (Lebhaftes Hort, hort einem Mann nach Urteil des Arztes der lebendigem Leibe das (Semd abgedreht. (Hört, hört!) Ich erinnere ferner daran, tote Hauptmann von Burgsdorf den Kapitan Lamucl Jiaacohne Waffen begleitete und plötzlich von sechs Hottentotten, die sich bereit gehalten hatten, niedergeschosien wurde. (Hort, hort!) Und gegen solche bestialischen Feinde hätten wir, wie bic ^'aldcmokratcn wünschen, mit Glacehandschuhen Krieg fuhren sollen ' Dann verlangen Sic Uebcrmcnsckl'ches von uns. aber wir ,ind München .tt Herz und Seele. Wenn man hier in Berlin an /"nem Biertisch iipt,3 mag manches anders erscheinen. (Sehr wahrl) Milde gegen die Eingeborenen ist Grausamkeit gegen die eigenen Leute. (Leb
hafter Beifall.)
Mg. von Böhlendorff-Kölpin sions.):
Die Notlage in Südwestcrftika zwingt uns, die, Vorlage baldigst: zu verabschieden. Wir wünschen, daß die Kommission^dcr dw ^orlagc zu überweisen ist, ihre Arbeiten so befchleunigt, daß Wir den Entwurf noch vor Weihnachten erledigen können. Die -ran-por - losten betragen jetzt Millionen pro Monat. M ^eme, auch angesichts dieser Tatsache dürfen wir den Bau der Bahn nicht tajigcr verzögern. Eine vernünftige Kolonisation istohne Awn^hnen uiidenkbar. Ich beantrage die Ueberweifung der Vorlage an die
Abg. Erzberger (Ztr.):
Meine Freunde hatten keine Veranlassung, die llcbetlveilu^ der Vorlage an eine Kommission zu beantragen. Nachdem^ aber von anderer Seite geickehcn ist, werden wir keinen Wlderspn- erheben. Tie Vorlage ist nicht, wie Herr Dr. Semttr metnt«: Kriegsvorlage. Wäre sie es, danii bedeutete es einen schweren Vortvur gegen die Regierung, daß sie sie nickt früher cingebrad)t hat. * trachtet man die Vorlage als Kriegövorlage, dann fetzt man m Regierung auf die Anklagebank vor dem ge,amten deut,m Volk. Uebcrraschend ist eö, daß in demselben Augenblick, »w wir uns mit der Vorlage beschäftigen, die Nachricht komm^datz^ Widerstand der Herero gebrocke.i 'st- Der Vorwurf, daß ick> Bezug auf die Bahn Swakopmund-Windhuk falsche Zahlen mi- geteilt habe, ist unbegründet, ick stütze mich auf amtliche 3 * Die Frage der Unter,ckleife wird in der Komnn„lon genau gqm- werden. Ich frage nochmals, ob nicht dem Auöwartigeii Amt au» die Anzeige zugegangen ist.
Staatssekretär Frhr. v. Richthofen:
Daß die Bahn Swakopmund-Windhuk gebaut ist, rechne mir zum Verdienst an. Es ist das das glänzendste. W jemals die Regierung in den Kolonien gemacht bot.^Läred nicht gebaut, ,o hätten wir unsere Autorität in Afrika nickt ausr erhalten und den Transport nickt bewältigen tonnen. Gegen vic merkuna des Vorredners über den Kolonialdirektor ^r. er in seiner ersten Rede gemacht hat, mutz ich energisch^ einlegen. Wir erwarte,i die Beweise deS Vorredners mit der Ruhe wie wir die Beweise für die Anschuldigungen erwarten, Herr Erzberger in der Presse und in Versammlungen gegen Kolonialverwaltung erhoben hat. (Beifall).
Nach weiteren Bemerkungen der Abgg. Ledebonr «Or Böhlcndorff (lons.) und Erzberger (Ztr.), der für d,e Etatsbeiati g der nächsten Woche die Vorlegung deS BeweiSmaterialS für lcu Bchauptnngen in Aussicht stellt, erklärt
Staatssekretär Frbr. v. Richthofen daß der Reichskanzler sich niemals in die Verhandlungen dem General Trotha und Morenga eingemsicht hat.
tun. (Beifall.)
Mg. Lattmanil (Antts.):
Die große Mehrzahl der Mitglieder der Wirtschaftlichen einigung begrüßt den Plan dieses Bahnbaus mit großer Jack und wird der Vorlage mit Vergnügen zuftimmcn. Im war: Verfolg seiner Ailsführungcn verbreitet sich Redner nan« über die Terrainspekulationen und schließt sich dem Wunsche » Mg. Scmlcr nach Vorkehrungen dagegen an. Bedauerlich ,ei * auch, daß die Regierung noch immer nicht an die Losung Der w sellschaftsfrage getreten fei. Erwägenswert sei übrigens auch vic Bedeutung der Bahn bei internationalen Verwicklungen, w erliste Hinweis in der Thronrede sollte das deutsche Volk mabntr. in diesem Punkt seine Pflicht und Schuldigkeit zu tun.
Geheimrat Scitz:
Das für den Bahnbau erforderliche Land ist natürlich von br Gesellschaftcn unentgeltlich zur Verfügung gestellt worden. Dic Kolonialverwaltung hat aber auch zweitens von vornherein daran fcstgehalten, daß unter allen Umständen Landspekulattonen bei dem Bahnbau verhindert werden müssen. Sie hat ferner Bedacht gt« nommcn, auch diejenigen Plantagenbesitzer usw., die von d« Dahnbau Vorteile haben, zu entsprechenden ^Ü^tn broanp ziehen. Selbstverständlich ist sie zunächst mit den Gesellscha^ in Verhandlungen getreten, um zu sehen, wie weit sie fre« Leistungen auf sich nehmen wollen. Aber das ist sicher, daß die«' waltuug unter allen Umständen die Gesellschaften zu enffpvM den Leistungen heranziehen wird, sei cS auch durch eine Jjw- rnng der Wertsteigerung von Grund und Boden durch Den W bau. (Lebhafte Zustimmung.)
Budgetkommission. .
Mg. Dr. Semlec (natl.).
Ich stehe im wesentlichen auf dem Standpunkt des Vorredners. Wenn wir dem Wunsche,. btc Vorlage Budgetkommission zu überweisen, nicht widersprechen, soiolldies ni i bedeuten, daß wir nickt der Meinung sind, daß d« Vorlage auch schon jetzt ohne Kommisiionsberatung begossen werden konnte. Vir halten sic für eine Kriegsvorlage Daraus ergibt sich Dann auch der berechtigte Wunsch, daß btc Budgetkommission die Vor läge so behandelt, wie es eine Kricgsvorlage verlangen kann daß sie dieselbe schleunigst erledigt. Von dem, was der Abg. Erz- bcrgcr vortrug, kann man vieles an sich für berechtigt halten, m muß cs doch im gegenwärtigen Augenblick bekämpfen Hier Hande
sich nicht me6t um di- grase. sind die Wasi-rv-rhaltms . wie sind die wirtschaftlichen Verhältnisse, da-- kann man alles m anderem Zusammenhang fragen. In diesem 3u,ainmcnhang aber kommt es nur auf die Frage an: Können und dürfen unsere Truppen verlangen, daß sie ordentlich verpflegt wer^n. Können sic das bedangen, auch in Zukunft, wenn Frieden geschMen ist. Ist cs notwendig, daß auch nach Bcendigung des Krieges ein bestimmter Truppenbestand dort bleibt? Und wenn da_> alles b alst wird: Ist die Vorlage für diese Tinge ein zweckmäßige^ Mittel? Ob man Kolonial,chwarmcr ist oder Nicht, das istfür diese Frage ganz gleichgültig. Es ist doch klar, daß wir 1000 Mann und 1000 Pferde im Süden der Sioloruc auch nach Beendigung des Krieges erhalten müssen. Sonst bekommen Ww den Krieg noch einmal. (Sehr richt,gl) Wenn Herr Erzberger sich den südwcstafrikanischen Etat ansieht, welche Unsummen Tur Transporte bisher ausgegeben sind, dann mutz er zugeben, dasz die Millionen für den Bahnbau dagegen gar nicht in tracht kommen (Zustimmung.) Nun glaube ich, genau zu wißen, daß der Kollege Erzberger in biefer Sache noch nicht das lichte Wort gesprochen hat. (Heiterkeit, Wiberspruch im Ztr.) Nein, eine Ablehnung der Vorlage würben Sie garnicht verantworten können, denn die Begeisterung, mit der hier der Oberst b. Deunlnig fwaj, «u überzeugend. (Zuruf bei den Soz.) Für Sie natürlich nicht! Ick teile aber die Entrüstung darüber, daß man uns die Erlüge nicht schon früher vorgclegt, sondern un» Hals uberKopf nach Hause geschickt hat. Dadurch, daß die Schice in Swakopmund nicht gelöscht werden konnten, sind für viele Millionen Waren
Geh. Rat Gollinelli: .
Es lag uns nicht daran, an den Reichstag nut einer ^rtschastlichcn Begründung der Vorlage heranzutreten, da ww cbcnso wic der Mg. Scmlcr klar und deutlich und patrwtisch ausgcftihrt har, auf dem Standpunkt stehen, daß ohne die Bahn eine gedeihliche Beendigung dcS Aufstandes nicht erzielt werden kann, und die ^.rup- pen ohne sie ein menschenwürdiges Dasein nicht fuhren können, ohi e di- Bahn auch nicht die notwendige Sicherheit ^r die Ordnung ,n der Kolonie gegeben ist. Ich möckste mit cm,gen Worten^daslaa c Schutzgebiet Südwcftafrika gegenüber den hier geäußerten fejr abfälligen Urteilen in Sckutz nehmen. Ich spreck-e hier nicht als Schriftgelchrter, auch nicht als übertriebener Kolonialphantast, sondern als Beamter, der fünf Jahre ununterbrochen m Südafrika tätig gewesen ist, auf britischem Gebiet und auf unserem Schutzgebiet, und ich stimme in meinem Urteil burebau» uberem nut den Anschauungen von Professor Rchbock; Professor Tove, Ma,or von Francois und andern Schriftstellern, die Überein,t'mme,id erklären: das Schutzgebiet ist nicht schleckst. Höher als dw Urteile der Gelehrten stehen mir aber die Musterungen der Mi glieder der An- sicdlerdcpiitation. Diese Leute waren vom Unglück gebeugt, sic hatten alles verloren, aber den Mut unb bas Vertrauen zu bem Lande hatten sie nickst verloren. Einer sagte ch'r: Ich habe zweimal mein Vieh verloren durch die Rinderpest, ich habe dcmn alle- verloren durch den Krieg, aber gebt mir nur das Notwendigste an die Hand, so will ich gern zum vierten Male meinen Wirtsckaft-.- betricb dort einrichtcn. Auch in der Südwestafrikanisckien Zeitung finden Sie fast in jeder Nummer das vollste Vertrauen auf die Entwicklungsfähigkeit des Landes zum Ausdruck gebracht und die Zuversicht ausgesprochen, daß dieses Schutzgebiet wohl geeignet ici, das Vaterland noch mit dem Gefühl der Freude zu erfüllen, ^n der Kavkolonie hat man feit 1886 nickst weniger als 26» -ig- lisckc Meilen Bahnen gebaut. Unser Land aber ist nicht schlechler. 'I^ic der fetzige Gouvcrnciir bon Liiidequist urteilt, wird unser Sck'.ltzgebici nur von dem besten Teile der Kapkolome geschlagen.
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Abg. Lebcbour (Soz.) beantragt Vertagung bet S tzung, um bem Abg. Erzberge legenheit zu geben, am Montag seine Beweise zu bringen.
Präsibeiit Bcillestrem
bemerkt, der Mg. Erzberger könne bei Beratung der Estcno Vorlage nur über baS reben, was damit in Verbindung
Abg. Erzberger (Ztr.) erwidert, datz er bei dec ersten Uh ., beit, wo er ununijchränkt zu Worte komme, seine Beweise werde. Bei Beratung des NachttagsctatS dürfe er nur reben, was mit der Bahn im Zusammenhänge stehe.
Die Debatte ist geschlossen.
Die Vorlage geht an die B u d g e t k o m m i s s i o n.
Das HauS b e r t a g t sich. ^.fotitf*
Nächste Sitzung: Mittwoch 1 Uhr. (1. Etat, - ,XKll., Vorlage, 3. Gesetz bett. Schuldentilgung des Reichs nn c„c Vorlagen unter Reservierung der Bier- und s.cnat|tcucr i besondere Debatte.)
Schluß 6} Uhr.
fQortfor lacken Sie? .Haben wir keine borussischen Zustande. Allerdings könnte ich auch sagen: rusiische Zustände! Denn dutth das „Tua res agiturl" des preußischen Ministers haben die deutsch, und die rusiische Regierung ihre Jntercsiensol'daritat bekundet.
Geheimrat Seitz:
Ich will mich auf eine rein sachliche Beantwortung der Frage beschränken, die hier gestellt worden sind. Mer e’!'8^0 t $ ich doch einen Vorwurf zunickweifen, der hier gegen die Beam en und den bisherigen hochverdienten Chef der /°lonialve^ltung Rubel erhoben Lorden ist: den, als ob .bet seine Beamten es an der Anerkennung für die -e'stungenu Tapferkeit unserer Truppen in Afrika hatten fehlen lasien Im Gegenteil, sie ist von niemand so warm Erkannt gerade von Stübel. In der Sitzung „vom 25. Mm btefrf war es Stübel, der hier den Angriffen gegen den General von Trotha entgegengetreten ist.
Pu {)Cr Frage, weshalb dieser Nackstragsetai erst fetzt ein.
SS b6err8«TÄ.C"|
Bfcr'ane» '«ctan. «°s überhaupt mfaß« *«. beä R-ich-s in Anspruch zu um !°wrt dcm B-ru »er
Bahn beginnen zu lonncn, s-dald der Reichstag die -Wittel oe
^^^Tatz das Telegramm von der Rinderpest bestellte Arbeit ge- tveseu sein soll, mutz ick entschie^n SU^ckwersen. In Bezug auf die militärische Bedeuttlng der Eisenbahn kann ich mich aus ine Ausführungen des Herrn Obersten Deimling berufen, der fa in dieser Frage kompetent ist. Es ist gefragt, wer garanhett denn, daß die Bahn wirklich in 8 Monaten fertig ,ein wird? Wir haben wwcit baa möglich ist, Garantien verschafft. Zunächst liegt eine Garantie darin, daß die Eisenbahn gebaut wird von einer Firma, bic seit lange im Bau tropischer Eisenbahnen Erfahrungen hat der ein geschultes Personal zur Verfügung steht und die die Leitung des Baues demjenigen Ingenieur übertragen wird, der erfolgreich die Fortsetzung der Usambara-Bahn gebaut hat. Wir haben aber auch versucht, uns durch den Bauverttag möglichste Garantien zu verschaffen. Allerdings waren wir nicht in bet Lage, dem Unternehmer eine Marimalzeit zu setzen, die er mch überschreiten darf, allein wir hohen den gleichen Zwe°- dadurch erreicht daß wir, wenn die 8 Monate überschritten werden, für jeden Tag eine Konventionalstrafe von 3000 Mk. für ben Uüjter* neßmer vereinbart haben. Wir haben neuerdings Telegramme von Lüdcritzbucht erhalten, daß der Vertreter der Firma, nachdem er bic Trace bereist hat, zu der festen Ueberzeuguug gekommen ist, daß er spätestens in 8 Monaten die Bahn betriebsfähig l)er- stellci, kann. Ter Abg. Erzberger bemängelte das gehlen einer Rentabilitätsberechnung. Ja, wie oft soll denn noch ll^?g werden, daß Rcntabilitätsbcrccknungeii bei Kolonialbahnen nicht möglich sind. (Hört! Hört! links.) Wenn aber für eine Kolonialbahn die Rentabilität für -etzt und lange feststeht, so ist cs eben die Bahn Ludcrihbucht—Kubub. Gegen die in der Denkschrift gegebene Gegenüberstellung der xtz'geu Osten des Transports und der Kosten nach dem Bau der Bahn laßt sich nichts einwenden. Es wird auch nicht möglich fern, spater die Truppen unter 1000 Mann herabzusetzen. General von ^vttha hat dw Ansicht ausgesprochen, daß auch iiack Niederwerfung des Aufstande-. für die nächsten Jahre mindestens 6000 Mann im Schutzgebiet gehalten werden müssen, davon mindestens 1000 Mann tm Süden.
Das ist eine sehr vorsichtige Berechnung. Es ergibt sichi barau daß wir, wenn wir die Bahn bauen, fahrelang allfahrlich eine Million sparen, während des Aufstandes naturM) noch viel mehr. Der Abg. Erzberger hat durchblicken lasien, als verhülle die Denkschrift oft die Tatsachen. Er hat auch auf Widerspruche in ber ^nkschrift hingewiesen. Mer gerade diese Widerspruche zeigen doch, wie peinlich und gewissenhaft die Zentralverw^ttmg die Berichte der Lokalbehörden prüft. (Lachen links.) Gewiß konnten alljährlich Denkschriften ausgearbcitet werden, die konsequentsind, aber ob Sie dann auch die Wahrheit Horen werden, /st ftaglich. Ucber die Mole von Swakopmund ist schon unendlich Mel ge^r'ebeii worden. Es ist seinerzeit, bevor mit dem Bau dieser Mole begonnen wurde, in gewissenhafter Weise geprüft worden, wo man am besten die Landungsstelle anlegcn solle^ Man war 'w Anfang zweifelhaft, ob nickst die Gefahr einer Versandung bestehe, aber lie Beobachtungen haben ergeben, daß.^ese Gefahr nickst behänden ist. Tas tonnte niemand wissen, daß die Ablagerungen des Stvakop- flusies die Versandung herbciführen würden
Bei dem Bahnprojckt Lüderitzbuch-Kubnb hat sich gegeigt,.daß die Ueberwindung der Bodenschwierigkeiten dort erheblich leichter ist als bei früheren Bahnen, die Wasserftage allerdings wird schwere Arbeit erfordern. Es ist aber vorgesehen worden, daß solche Be- ttiebsmittcl angewandt werden, daß ohne weiteres das durch die Kondensatoren gewonnene Wasier auch mit der Bahn sofort nach Kubub hingefahren werden kann. Die älteren-Mitglieder werden sich erinnern, daß seinerzeit der Bau der Bahn Swakopmund-Windhuk provisorisch vorgenommen ist. Es mußte Darauf losgebaut werden. Erst später wurde der Kostenanschlag geändert und gegenüber einem zweiten Kostenanschläge ist eine Ueberschreitung von höchstens einer Million erfolgt. Das ist für eine afrikanische Bahn von solcher Länge nicht allzuviel. Also braucht der Abg. Erzberger diese Balm nickt aI5 abschreckendes Beispiel anzuführen. Ware die Bahn Swakopmund-Windhuk nicht vorhanden gewesen, so Ware es nicht möglich gewesen, den Herero-Aufstand in der Zeit niedcrzu- toerfen, in der es geschehen ist. Wir wären nicht in der Lage gewesen, Die Menge von Truppen hinunterzuschicken und zu verpflegen. Wenn immer betont wird: „Ach was, die Kolonialbahnen l Tie werden ja doch nie und nie Betriebsergebnisie liefern, sondern immer Zuschüße erfordern, so ist auch das nicht richttg. Wir haben zwar bisher immer Zuschüsse gebraucht. ' Das lag aber an Verhältnissen, die ick jetzt im einzelnen nicht auseinandersetzen kann. Wir haben indessen die Usambarabahn seit April dieses Jahres
Run'ist UNS, wenn di- Stalin gebaut ist, die Möglichl-st g°. boten, im Noffalle in der Lüderchbucht im Süden .die Schiffe löschen zu können. Mw ist von einem Kapitän erklärt worden, der .Hafen sei brauchbar und wir sollten Gott danken daß ww ibn hoben Die Nottvendigkeit für bic Bahn ergibt sich aus den militärischen Verhältnissen. Solange nicht befttitten werden kann, daß im Süden soundsoviele Soldaten stehen und stehen müßen, nützen alle Erörterungen darüber nichts Die Mittel müßen bewilligt werden. Dem Friebensbettieb der Bahn lege ich keine große Bedeutung bei. Ich.mochte aber an ben Je:ctrct<:r ber Kolonialverwaltung doch wenigstens bw Frage richte«.. Ist daftir gesorgt, daß in Lüdcritzort, dem Endpunkt ber Grundstücksspekulation einsetzen kann, wie wir e8 anderwärts erlebt haben? Wir wissen ja, wie unangenehm e-.war al- my an anderer Stelle einmal ein Platz, den wir unbedrn^ brwlchten durck englische private Händler entzogen wurde. Im ubrigmi hoffe ick daß wir Ursache haben, in der Budgetkommifsion die Vorlage leicht erledigen zu können, denn es handelt sich be. ,hi: um eme Ersparnis des Reiches. Bewilligen Sie die Bahn, damit ^n Worten der Aiicrkennung im Weiten Saale auch bald die ^.at fo.gt. (~cb- Hafter Beifall.)
Abg. Kopsch ffreif. Vag.): V(TOib<ir,
Das dcuffche • Volk ist koLmalmude (Wider
spruch rechts.) Beim Anblick der neuen Steuervorlagen verliert sich das Kolonialficber. Wir werden m Der Kommission auch dic Bedenken, die von sachkundiger Seite gegen die.^u?luhrbaikeit ber Bahn geäußert sind, sorgsam prüfen müßen. Unseren braven Truppen sind wir herzlich dankbar für die Aufopferung, lmt der sie in Südwestafrika kämpfen; cs fragt fich aber, ob die Kolome überhaupt dieser großen Opfer wert ist. Gegen die Kommiffion^- beratung haben meine Freunde nichts einzuwenden.
schon eine schwere Lektion erteilt. Wer ganze ö«iy werte Krieg wäre nickt entitanben, wenn 2eutttcin nur 500 3Janr mehr gehabt hätte. Die Opfer an Gut unb Blut haben baS.otj jetzt bem beut’«ben Volke teuer gemacht Es w'rb daraus d'e Kcn sequenz zu ziehen wißen. Ick mochte Sie nur bitten, die qung reckt bald aus-usvrechen, damit bic Bahn noä.| Por &rtrm der nächsten heißen Jahreszeit fertig wirb.
bann schon wegen ihres Weltruhmes ihre Verpflichtung wnr, halten.
Abg. Schrader (freif. Vgg.):
Ich muß es ausdrücklich hier aussprechen, daß der bi-hm-e Kolonialdirektor in Verbindung mit dem Kolonialrat alles geb» hat ivas in seinen Kräften itanb, um eine Gesundung der hältnisie herbeizuführen. Wir treten jetzt in ein neu ei etabnnr ber Kolonialverwaltung ein, unb wir hoffen, daß btc neue 2^ nun definitiv Ordnung schaffen wird. Daß die Bahn. Lichen? bucht—Kubub gebaut werden kann, unterliegt für mich ttinar Qtrcifcl Mit Dem Sand wird man schon ferttg werden. Uni wenn bic Firma Lenz cs unternimmt, tn ber angegebenen Fm die Bahn zil bauen, so wird Ne ihr Vcrtprechen mich schon,ernlchn Heber Dic Rentabilität einer Bahn lastt sich natürlich niemals etwa, mit Sicherheit sagen. Aber man kann doch annebmen. ein WtJ» von dieser Größe wird auch schon brauchbar«-Stell«' entha-ür Wir haben es nun einmal und müßen zetzt zunächst das Notwcndigc
und das englische fiarugebiet reicht an Wert nicht an unsere Kolonie heran. Tie Grundbedingung für 'hre Entwicklung aber ist die Bahn. In den Mitteilungen Der Denkschriften dürfen keine Widersprüche suchen. In Südwestaftika ist cs ähnlich wie in einer Tabelle, welche Dic Fieberkurve eines Kranken anzcigt. Tie Verhältnisse ändern sich fortwährend. Denn also auch die Denkschrif. unvollkommen ist, wie jedes Gcbild der Menschenhand, Untoabt. heilen enthält sie nicht. , . . ,
Wir haben Anlaß zur Annahme, baß, trenn Imr m gemäßer Weise vorgehen, wir bic Wasserftage in ebenso befriebi, genber Weise lösen, wie dies in Britisck-Sübaftlka geschehen ist Auch in Transvaal ist diese Frage erst nach unb nach Der Lösung näher gebracht unb Heute noch nickst ganz gelost worben. Ich treibt keine Schönfärberei. Der geologische Wert des Schutzgebietes stehl für mich positiv fest Sonst Hätte sich ein Bankgcfckaft, tote die Diskontogcsillfchast, schwerlich mit großen Summen Dort engagiert. Man muß überhaupt die Dinge dort afrikanifck beurteilen. Auch bic Notwendigkeit des BaHnbaues Lüderchbucht—Kubub. Di:
Wanderdünen machen ihn keineswegs unmöglich. Man kann sie auch wohl durck Anpflanzungen fest macken-, das ist au* auf ber sibirischen Bahn burch Kuropatkm geschehen. Die anfrage des Herrn Dr. Scmlcr na* V- Ehrungen gegen wüste Landspekulationen bei dem Anfangspunkt ber Bahn kann ick bahin beantworten: Die Deutsche Kolonialgcsellsckaft besitzt allerdings noch baS Eigen, tumsreckst an jenen Lanbllrecken. Aber cs ist seitens des Gouvernements Vorsorge getroffen worden, daß bas Entcgnungc-rcchl :r allen Fällen zur Vorbeugung der Spekulationsgefahr angetoan.i
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r* ""wibt«»«« > - zu-eryal I -( jo iwit gköt' UN Ä ’gt ftotibm zu lasst c ic i;n!> ein M aut * ivcrn aua b-r fnnen V tttsck^ I rrckie", un2 W* ■ Ta, w e auch fr-emt würbe, bet D y .hbtn ist'kbeiiSpol' it tine Gegnerschaft e.mrm« ® bs-lüchvmcftndni rd litte Ä'ütz-te übrig, •y n. von diesen -3, dem t-riben übe 5 an, die bandelSy' .-nxrs °ls durch fti1 <n bifc in Dahrheit r
;bnt, und Englaiu rt.-nrebe auch in st- au« der Jsolierui unb aus dem ernste ! p bren, jetzt die ei c Itnüb« die fond i. nbeln linnen.
I robben effchei sich dieser Grkenntni -mag, so trfre bi i r nrntn fttott । T-fratit afalffw, t .7 Vertin aii&ufM b" ?:n ber n-r'i dem Velksenffi $.-rf'br vnb Land:! sc bi: für den rascheren r ^inanzresvrm va fünfte Teil enwi bim i!io von Leuten, bi- put nicht das Sieb! ins unserer Grvßagrc «nd so bteibt es ttx airlctt mit ihrer Ona |v erlangen, die
„Tier imbT fc -nbe’. und Verkehr d dj' mit ihrer Crfirbintc pit Steuern sind “ d r d em zunM, D CJ; "*n, ober bi b ^rmbe, feie f" ^(feuern f. JJJWJng mehr Mrd ■ 6 b*m ssnorivischm
J^wn. sind diese *''iu rammt, dof> be MS w m dam bie st
^^uführm, e S'^n^ooiler Q11 i’SÄS fein,
v’ ^ntÜ^krung
E':ef s ^demst, h^er#
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