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Nationalliberaler Verein.
Einladung zur
General Versammlung
Donnerstag, den 2 November 1905, abends 81/., Uhr in das obere Sälchen des Cafs Ebel (Neubau) Tagesordnung:
1. Bericht und Rechnungsablage.
2. Vorstandswahl.
3. Referat über den Dresdener Parteitag.
4. Verschiedenes.
Allseitiges ^scheinen sehr erwünscht.
Der Borstand.
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In wenigen Wochen finden die Landtagswahlen statt. An unsere nationalliberalen Parteigenossen in Stadt und Land ergeht daher die dringende Mahnung, mit allen Kräften in den Wahlkampf einzutreten.
Unserem stets festgehaltenen obersten Grundsatz, das allgemeine Wohl zu fördern und in dem Kampfe der widcr- Kreitenden Interessen einen billigen Ausgleich zu finden, bleiben wir getreu.
Auch in Zukunst erachten wir uns verpflichtet, für die Interessen der Landwirtschaft, dieses so wichtigen Zweiges der Volkswirtschaft, einzutreten und die hierzu erforderlichen Mittel zu bewilligen.
Ebenso werden wir auf die Förderung von Handel, Gewerbe und Industrie hinwirken und erachten die Kräftigung und Erhaltung unseres Handwerker- und gewerblichen Mittelstandes im Interesse des Staates für dringend geboten.
Wie von jeher werden wir auch künftighin für die berechtigten Interessen des Arbeiterstandes eintreten.
Getreu den Überlieferungen unserer Partei halten wir fest an den unveräußerlichen Rechten des Staates tn Kirchen- und Schulangelegcnhciten.
WaZ die Kosten der Volksschule anlangt, so streben wir tunlichste Entlastung dec Gemeinden an und wünschen eine weiter gehende Unterstützung unserer bedürftigen Gemeinden bei Schulhausbauten. Die Uebexnahme der persönlichen Kosten dec Fortbildungsschulen auf den Staat ist und bleibt eine Forderung unserer Partei.
Dem weiteren Ausbau der Verkehrswege unter Heranziehung staatlicher Mittel werden wir unsere besondere Aufmerksamkeit zuwenden.
Zu den bedeutsamen Aufgaben des kommenden Landtag? gehört insbesondere die Revision der Bcrwaltungsgesetze. Wir werden auf möglichste Selbständigkeit der Kommunalverbände hinwirken, aber eine weitere Belastung der Gemeinden durch dem Staate obliegende Aufgaben zu verhüten suchen. Die Kreis- und Provinzialverbände sind vom Staate derart zu dotieren, daß sie ein selbständiges Leben führen können.
Die Revision der Gemeindcstcuergesctzgebung bleibt nach wie vor eine dringende Notwendigkeit. Wir werden oabei im Sinne einer gerechteren Verteilung der Steuerlast innerhalb der Gemeinden, einer angemessenen Heranziehung der leistungsfähigeren Steuerzahler und Entlastung der wirtschaftlich Schwachen mitwirken. Die Revision des Gesetzes über den Urkundcnstcmpel darf nicht länger verschoben werden.
Eine hochwichtige Aufgabe bleibt uns nach wie vor die Reform unseres Wahlgesetzes im Sinne des direkten Wahlrechts.
Unsere Partei, die auf Grund der bestehenden staatlichen, Gemeinde- und gesellschaftlichen Verhältnisse die freiheitliche Entwickelung unseres Staats- und Gemeindewesens erstrebt, sucht gegenüber den internationalen zerstörenden Tendenzen der Sozialdemokratie alle nationalgesinnten Bürger zu vereinigen. Angesichts der gegenwärtigen politischen Lage in Land und Reich und der von jener Seite drohenden Gefahren ist dies gerade jetzt von ganz besonderer Wichtigkeit. Mögen daher alle bürgerlichen Elemente zur Bekämpfung dieser Gefahr sich mit uns vereinigen! Mögen unsere Parteigenossen ihre volle Schuldigkeit tun! Möge keiner von ihnen an der Wahlurne fehlen und möge jeder in unserem Sinne auf- klärend und anregend tätig sein! Dann wird es nicht fehlen, daß in dem schweren von dec Sozialdemokratie mit gewaltigem Einsatz ihrer Kräfte und ihrer rücksichtslosen Energie geführten Kampfe der Sieg der bürgerlichen Ordnung bei diesen Wahlen errungen wird.
Darmstadt, den 30. Oktober 1906.
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Vorsitzender.
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