Ausgabe 
1.9.1905 Erstes Blatt
 
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Mandschurei gering, die Flotte Ivnr untätig und eingeschloffen m den Häsen des fernen Ostens, so daß die täglichen Ausgaben na­türlich weniger als zwei Millionen 9hiM pro Tag betrugen. Dann kam dos zweite und dritte Geschwader, und die mandschu­rische Armee erreichte die Stärke von 400 000 Mann; dies alles erforderte eine tägliche Ausgabe von mehr als drei M i l l i o n e n N u b e l. Diese Ziffer ist keineswegs aufs Gerate- wohl, sondern aus Grund der genauen Berechnungen angegeben. Die ununterbrochene Truppensendung, die Schiffsverluste in Port Arthur und in der Koreastraße (insgesamt für mehr als 300 Millionen Rubel) haben in diesem Jahre die täglichen Ausgaben im Durchschnitt noch bedeutend erhöht, so daß selbst bei der bescheidensten Schätzung die Ausgaben in diesem Jahre nod) mindestens 1200 Million Rubel

Hierzu kommeii die bereits gemachten Ausgaben (621 Mill. Rubel) und die für die Zurückziehung der Truppen erforder- lichen Ausgaben (über 200 Mill. Rubel), und wir erhalten als Ausgabe für den Krieg den Gesamtbetrag von etwa 2000 000 000 Rubel. Da aber diese Summe beschosst werden mußte, und zwar durch Anleihen durchschnittlich nicht unter fünf Prozent, so muß das russische Volk inklusive Kürsverlust unb 20 jährige Tilgung der Anleihen ein Opfer für den Krieg innerhalb 20 Jahren mit ea. 220 Millionen Rubel pro Jahr (6 Proz. Provision und Kursverlust und 5 Proz. Tilgung) zahlen. Hierin sind die Unkosten für zerstörte Festungen, ver­nichtete Schiffe, beschädigte Eisenbahnen usw. nur zum M ein­begriffen.

Die Kosten der Kriegsrnstung.

Ein russisches Blatt veröffentlicht eine vergleichende Sta­tistik über die Ausgaben, die die russischen und japanischen Streit­kräfte verursacht haben. F-ür das russische Heer wurden m den Jahren 1894 bis 1903 3129 Millionen Rubel (etwa 6520 Mill. Markl ansgeaeben: das macht bei einer Bevölkerungszahl von 127 Millionen (1898) auf den Kopf 24 Rubel oder pro Jahr 2 Rubel 64 Kopeken. In derselben Zeit hat Japan 465 Millionen Wen (930 Millionen Mk.) ausgewandt, d. h. bei einer Bevölkerung von 43 700 000 Seelen 16 Rubel 64 Kopeken pro Kopf oder jährlich 1 Rubel 6 Kopeken. Für denselben Zeitraum betragen die Gesamtkosten für die Marine 896 100 000 Rubel (1 860 000 000 Mark! in Rußland und 382 400 000 (764 800 000 Mark) in Japan, über 7 Rubel 6 Kopeken unb 8 Rubel 75 Kopeken pro Kopf.

Eine Heine Episode,

die recht bezeichnend ist, sei hier wiedergegeben, da sie beweist, daß Witte selber nicht an die Annahme seines Ultimatums gedacht hat. Traurig kamen die Ru s s e n, die Japaner ruhig zur letzten Sitzung, in der Witte noch einmal die Ablehnung des Zaren als ein Ultimatum bezeichnete. Keine Miene ver­zogen die Japaner, als ihr Dolmetscher Adachi die Zustimmung des Mikado verlas, die dann der russi­sche Dolmetscher Nabakow erst übersetzen mußte. Mit Tränen hörte Witte diese Botschaft an, die Japaner sprachen auch nach dem Mschluß kein Wort mit ihnen, sie mögen den Mitunterhändlern diesen persönlichen Erfolg doch ein wenig geneidet haben.

Die Stimmung in Japan.

Tokio, 31. Aug. (Reuter.) Das Publikum kennt die Ein­zelheiten des Friedensvertrages noch nicht, aber vielfach ist man überzeugt, baß Japan wesentliche Zugeständnisse gemacht hat. Schon werden tadelnde Stimmen laut. Das Publikum empfindet natürlich Erleichterung, aber keine eigentliche Freube über ben Friedensschluß.

London, 31. Aug. Einer Drahtmeldung aus Shanghai zufolge traf die Nachricht von dem Friedensschluß in Tokio erst um 6 Uhr abends ein. Es ist wahrscheinlich, daß die Nach­richt von der Regierung zurückgehalten wurde.

Tokio, 31. Aug. Die japanische Reis ernte wird dieses Jahr wegen der Ungunst der Witterung nach bisheriger Schätz- img um 20 Proz., das sind 80 Millionen Den unter dem Durchschnitt ausfallen. Auch bei der Seidenpro- buftion wird eine wesentliche Einbuße erfolgen.

Eine sehr optimistische japanische Erklärung.

London, 31. Äug. Der japanische Finanzagent Taka- haschi erklärt in einer Unterredung mit einem Vertreter des Reuterschen Bureaus, Japan besitze nicht weniger als 35 Millionen Pfund Sterling zur völlig freien Ver­fügung in London, Deutschland und den Vereinigten Staaten. Er sähe deshalb keineNotwendigkeit zur Ausgabe einer neuen Anleihe, da die verfügbaren Hilfsquellen Japans reichlich die mit dem Kriege zusammenhängenden Kosten und dadurch veranlaßten Nebenausgaben deckten. Wenn die Regierung die Absicht haben sollte, eine Anleihe aufzunehmen, würde diese dazu bestimmt sein, die früheren höher verzinslichen Anleihen zu konvertieren. Er habe aber nicht gehört, daß die Regierung im gegen­wärtigen Augenblick solche Absichten habe.

Die Erneuerung des englisch-japanischen Bündnisses.

London, 31. Aug. Dem Reuterschen Bureau zufolge wurde hier am 12. August ein neuer Vertrag zwischen England und Japan durch den Minister des Auswärtigen, Lansdowne, und dem japanischen Gesandten in London, Hayaschi, unterzeichnet. Die Einzelheiten werden noch nicht veröffentlicht, aber es darf behauptet werden, daß das Ab­kommen von weitgehender Bedeutung ist. Es bietet gegenseitige Garantien für den Schutz der britischen und japanischen Interessen, selbst wenn beide Vertrags- mächte nur von einer einzelnen feindlichenMacht bedroht sind, und sichert die Aufrechterhaltung des Status quo im fernen Osten.

London, 31. Aug. Hier erhält sich das Gerücht, daß der Mikado die Einladung des englischen Königs, nach England zu kommen, angenommen hat.

Telegramme der Staatshäupter.

Der Kaiser von Rußland richtete an Roose- velt nachstehendes Telegramm:Empfangen Sie meinen Glückwunsch und aufrichtigen Dank dafür, daß Sie die Friedensverhandlungen infolge Ihrer persönlichen energi­schen Bemühungen zu einem glücklichen Abschlüsse brachten. Mein Land wird dankbar den großen Anteil, den Sie an der Friedenskonferenz in Portsmouth nahmen, anerkennen."

L o u b c t richtete an den Z a r e n folgendes Telegramm: Ich richte an Eure Majestät meine lebhaften Glückwünsche zu dem großen Ereignis, das Ihre hohe Weisheit hat vollziehen lassen. Das mit Rußland verbündete Frankreich ist glücklich, durch einen ehrenvollen Frieden den Krieg beendet zu sehen, der durch so viele heldenhafte Taten ausgezeichnet ist." AndenKaiservonJapan richtete Loubet nachstehendes Telegramm:Ich beglückwünsche Eure Majestät zu dem großen Akt der Weisheit und Mensch­lichkeit, den Sie soeben vollzogen haben."

Der Kaiser von Rußland sandte an Loubet folgendes Telegramm auf dessen Glückwunschtelegramm: Sehr angenehm berührt von den in Ihrem gestrigen Telegramm ausgesprochenen Gefühlen spreche ich Ihnen meinen besten Dank aus."

Auch der Kaiser von Japan sandte ein ähnliches Telegramm.

Dem Präsidenten Loubet ging ferner folgende Ant­wort des. Präsidenten Roosevelt zu:Ich danke Ihnen

herzlich für Ihr Telegramm und bin dankbar für die Haltung, welche Frankreich stets im Hinblick auf den Frieden eingenommen hat."

Roosevelts Depesche an Kaiser Wilhelm machte in Paris großen Eindruck. Selbst jene, Blätter, welche noch vor wenigen Tagen gehässige Darstellungen über die Unterredung des Kaisers mit dem Zaren brachten, veröffentlichten die Depesche an erster Stelle. Zweifellos habe in der entscheidenden Stunde neben Roosevelt und Kaiser Wilhelm sich auch Loubet unter die zum Frieden Ratenden gestellt. Das geht ja allerdings auch aus dem, im ganzen freilich im Verhältnis zu dem herzlichen Tele­gramm Roosevelts an Kaiser Wilhelm, recht lauen Dank des amerikanischen Präsidenten an Loubet hervor.

Kaiser Wilhelms Mithilfe.

Wie derLok.-Anz." mitteilt, war es Kaiser Wilhelm, dessen friedfertige Vorstellungen den Entschluß des Zaren hcrbeiführten, überhaupt Friedensdelegierte zu ernennen und weiterhin gerade Witte zum Führer der Mission machte.

Deutsches Reich.

Berlin, 31. August. Der Ka iser hat dem Prinz- regenten von Bayern aus Anlaß des HinscheidenS der Prinzessin Adalbert ein in den herzlichsten Worten gehaltenes Beileidstelegramm zugehen lassen und zugleich die Entsendung eines Prinzen aus dem königlich preußi­schen Hause zur Beisetzung in Aussicht gestellt. Prinz- r eg ent dankte hierauf dem Kaiser für seine Teilnahme, bat aber, von der Entsendung eines Prinzen abzu- sehen, da die Hinterbliebenen die Beteiligung der Fürst­lichkeiten auf die Mitglieder der Königl. bayrischen Familie und der nächsten Anverwandten beschränkt zu sehen wünschen, und auch anderweitige Vertretungen dankend abgelehnt wor­den wären.

Berlin, 31. Aug. TerReichsanz." veröffentlicht die kaiserl. Bergverordnung für Deutsch-Südwestasrika vom 8. August, ferner die Verleihung des Schwarzen Adler­ordens an den Prinzen Friedrich Leopold, den Sohn des Prinzen Friedrich Leopold von Preußen, sowie die kaiser­liche Verordnung vom 14. Juli, betreffend die Zwangs- und Strafbefugnisse der Verwaltungsbehörden in den Schutzgebieten Afrikas und der Südsee.

Potsdam, 31. Aug. Heute nachmittag sand im Katharinenholz das Adlerschießen des 1. Garde - regimentes statt. Anwesend waren der Kronprinz, Prinz Eitel Friedrich, Prinz August Wilhelm, der Fürst von Hohen- zollern, und die Generale von Kessel und von Plessen. Der Kronprinz war im Fünferzuge, den er selbst lenkte, die Prinzen Eitel Friedrich und August Wilhelm mit Viererzügen an­gekommen. Um 6 Uhr erschienen der Kaiser und die Kaiserin im Dogeart vom Neuen Palais kommend. Der Kaiser lenkte selbst. Oberst v. Berg, der Kommandeur des 1. Garderegiments zu Fuß, begrüßte die Majestäten. Um 6 i/z Uhr fiel der letzte Schuß. Den ersten Preis des Kaisers erhielt Leutnant v. Brunsich Edler von Brun, einen Gold­pokal, den zweiten Preis des Kaisers Hauptmann von Goltz, einen Silberpokal, den Preis der Kaiserin Leutnant v. Schuek- mann, eine Cannette. Die Kaiserin verteilte die Preise. Der Schützenkönig v. Brun brachte ein dreifaches Hurrah auf die Majestäten aus. Sodann begaben sich die Majestäten in das Neue Palais zurück.

Magdeburg, 31. Aug. Auf eine Interpellation in der heutigen Stadtverordnetenversammlung über die Fleisch­not, was die Stadt wegen der Fleischnot zu tun gedenke, erklärte Oberbürgermeister Schneider, nach der Frequenz des städtischen Viehhoses könne er eine Fleischnot nicht anerkennen, gebe aber die Steigerung des Preises für Schweines le isch zu, was aber auch schon in früheren Jahren der Fall war. Er müsse es daher ab lehn en, be- onbere Schritte vorzunehmen.

Mannheim, 31. Aug. Vom 5.7. September findet hier eine vom Reichsamt des Innern einberufene Konferenz statt, welche die Neuregelung der Linienschiffahrts- Statistik beraten soll. An der Konferenz werden Vertreter der beteiligten statistischen Aemter und der Schiffahrtsgesell- chaften aus verschiedenen Teilen Deutschlands und andere Interessenten teilnehmen.

Ausland.

Karlstad, 31. Aug. Die schwedischen und nor­wegischen Delegierten hatten heute eine Zusammen­kunft. Nach Schluß der Sitzung überreichte der schwedische Telegationssekretär der Preffe folgende Mitteilung: Nachdem die Delegationen Grüße gewechselt hatten, wurde bestimmt, daß jede Delegation für sich einen Vorsitzenden wählen solle. Die schwedische Delegation wählte Lundeberg, die norwegische Michelsen. Darauf wurde ein Uebcreintommen geschloffen, nach dem jeder Vorsitzende abwechselnd einen Tag als solcher tätig sein solle. Auf Vorschlag der norwegischen Delegation präsidierte in der heutigen Sitzung der schwedische Vor­sitzende. Ferner wurde beschloßen, zwei Sitzungen täglich ab­zuhalten, deren Abmachungen bis auf weitere Bestimmungen geheim gehalten werden sollen.

London, 31. Aug. Wie dieTimes" aus Tanger meldet, wird sich voraussichtlich die französische Regie­rung mit der Ent lass ling des verhafteten Algeriers Bu Mzian nicht zufrieden geben, sondern eine Ent­schädigung fordern. Vor der Hand ist man sich noch nicht darüber einig, auf wessen Verschulden die Ver­haftung zurückzuführen ist. (Also eine neue englische Auf­hetzung Frankreichs gegen Marokko! D. R.)

Paris, 31. Aug. Eine Note derAgence Havas" besagt, daß nach einem heute eingegangenen Telegramm bcS Gesandten Taillandier der Maghzen Bu Mzian in Frei­heit gesetzt und ihn dem französischen Vizekonsulate über­geben habe. Jedoch begleitete die marokkanische Re­gierung die Freilaffung Bu MzianS durch ein Schreiben, dessen Ausdrücke so wenig annehmbar seien, wie die in demselben enthaltenen Vorbehalte. Die Maßnahme gebe also Frankreich nur eine scheinbare Genugtuung und die An- gelegenheit könne mithin nicht als cndgiltig geregelt angesehen werden.

Paris, 31. Aug. In derPellte Republique" ver­öffentlicht Ernst v. Wild en b ru ch einen ArtikelFrankreich und Deutschland" und setzt auseinander, daß beide Länder auf das gegenseitige Verständnis lebhafter hinarbeiten

müßten; der Friede muffe in den Seelen geschloffen werden, und nicht bloß diplomatisch. Die Einführung neuer voll- tischer Begriffe, die sich nicht bloß an den Besitz von Land und Leuten knüpften, sei notwendig, um die beiden großen Nachbarvölker zu Freunden zu machen.

Budapest, 31. Aug. Die neugegründeteLiga für das allgemeine Wahlrecht", welche unter Leitung der bedeutendsten Persönlichkeiten des Landes steht, veranstaltet am 10. September ein großes Protestmeetinq und wird am Tage der Eröffnung des Parlaments dem Präsidenten eine Ad reffe überreichen, in welcher das allgemeine Wahlrecht ge­fordert wird.

Aerttlch-Siidwekafrika.

Berlin, 31. Aug. Ein Telegramm aus Windhuk meldet: Am 24. August im Gefecht bei Gorab in Pen Zarisbergen verwundet: Reiter Wilhelm Kriews und Friedrich llhlenhaker. Der Reiter Heinrich Steiner ist am Typhus gestorben.

Hamburg, 31. Aug. Mit den Woermann-Dampfern Eduard Woermann" undAlexandra Woermann" ' gingen ein Truppen- und Pferdetransport, bestehend aus 70 Offizieren, Sanitätsoffizieren und Beamten, 7 5 0 Mann und 500 Pferden nach Deutsch-Südwestafrika ab.

§11101 und Llwd.

Gießen, 1. September 1905.

Lehrerpersonalien. Ucbcrtragen wurden am 26. August d. Js.: dem Schullehrer Hofmann zu Münzen­berg eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Langen, den Schulamtsasviranten Daus aus Seligenstadt, Hechler au§ Lindenfels, Kuch aus Sprendlingen (Kr. Offenbach), Markert aus Martinsheim (Bayern), Sief er le aus Frankfurt a. M. und Trem p er aus Lindenfels Lehrerstellen, sowie den Schul­amtsaspirantinnen Biondino aus Mainz, Erdmann aus Essen a. d. Ruhr, Lang aus Mommenheim und Seriba aus Mainz Lehrerinnenstellen an der Volksschule zu Offen­bach; dem Schulamtsaspiranten Kayser aus Würzburg eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Biblis, bern Schul- amtsaspiranten Runkel aus Partenheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bechtolsheim.

** Die 65 c f cfi w n r c n e n. Zur Bildung der Spruchliste für die am 25. September bcainnenbe Sitzungsperiode des Schwur­gerichts wurden die Namen folgender Haiiptgeschworenen aus der Jahresliste gezogen: 1. Ludwig Schudt, Landwirt in Wetterfeld,

2. Karl Repp, Fabrikant in Grünberg. 3. Hermann Diehl, Bei­geordneter in Laubach. 4. Wilhelm Reichardt, Landwirt in Ra­bertshausen, 5. Adolf Beith, Landwirt in Heuchelheim bei Nidda, 6. Heinrich Strauch 3 . Rentner in Borsdorf, 7. Friedrich Habe- niebt, Kaufmann in Gießen, 8. Philipp Amend 3., Gemembe- einnehmer in Allenborf a. d. Lahn, 9. Jakob Heller, Rentner in Lich, 10. Konrad Koch 6., Rechner in Villingcn, 11. Theobald Meinigcr, Landwirt in Hcldenbergen, 12. Johannes Müller 2., Beigeordneter in Grebenhain, 13. Karl Ringshaufen, Müller m ^ißberg, 14. Ludwig Keßler 5., Land- und Gastwirt in Großen- Linden, 15. Louis Frey, Müller in Mendorf a. d. Lumda, 16. Max Hochstätter, Kaufmann in Gießen, 17. Max Friedberger, Kaufmann in Wefcit, 18. Philipp Kling 2., Rentner in Ober- Mörlen, 19. Bürgermeister Nos in Wolf, 20. Leonhard Arnold 3., Landwirt in Burkardsstlden, 21. Philipp Pfeffer 3., Pflasterer in Annerod. 22. Elias Hofmann, Kaufmann in Friedberg, 23. Ge­org Haas 2., Metzger in Affenheim, 24. Otto Schäfer, Fabrikant in Büdingen, 25. Bernhard Jamin, Landwirt in Vilbel, 26. Christ. Faust, Landwirt und Bürgermeister in Sandlofs, 27. Andreas Nies, Rechner in Bergheim, 28. Karl Schutz, Fabrikant an Lardenbach, 29. Karl Roth Bürgermeister in Kaichen, 30. Aug. Carl 1., Lmidwirt in Ranstadt.

** Eisenbahnverkehr bei der Kaiser Parade. Von der Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. wird uns Folgendes mitaeteift: Zur Bewältigung des aus Anlaß der Kaiserparade bei Homburg am 8. September zu erlvartcnben außergewöhn­lichen Verkehrs werden von der Eisenbahn-Verwaltung umfassende Vorbereitungen getroffen und besondere Einrichtungen in Aus­sicht genommen. Um den Besuchern das rechtzeitige Eintreffen zu der um 9 Uhr beginn enben Parade zu ermöglichen werdeir auf folgenden Strecken Sonberzüge gefahren, die zwischen 5* 2 3 * * * * 8/i bis 73/i Uhr vormittags auf den Babnhöf.u Homburg und Bon- ames ein treffen. Mainz-Homburg, Wiesbaden-Homburg, Fried- berg-Hombura, Usingen-Homburg, Limburg-Homburg, Hanau- Bonames, G i e ß e n - V i l b e l. Die von den Femstrecken Mamz- Wiesbaden, Limburg und Hanau herrührenden Sonderzüge werden direkt ohne Berührung des Hauvtbahnhofes Frankfurt a. M. nach Homburg und Donames geleitet werden. Zwischen Frank­furt und Bonames' verkehren neben den verstärkten fahrplan­mäßigen Zügen in der Zeit von 5,31 bis 7,25 Uhr eine Reihe von Ortssonderzügen in nahen Zeitabständen. Dem Publikum kann nicht dringend genug empfohlen werden, möglichst die früheren Züge -u benutzen, um nicht Gefahr zu laufen, zurnck- bleiben zu missen. Für den Sonderzug ans der Richtung Gießen und zurück muß die Station Vilbel als Endpunkt vorgesehen werden wegen der außerordentlichen Inanspruchnahme der Station Bonames für ben Verkehr von nach Frankfurt. Die aus der Richtung Gießen kommenden Besucher der Parade werden in ihrem eigenen Interesse die Station Vilbel auch für die fahrplanmäßigen Perfonenziige zum End­punkt auf der Heimreise und für den Antritt der Rückreise wählen: denn bei dem voraussichtlich ungemein starken Verkehr auf der Station Bonames in der Richtung nach 'Frankfiirt könnte es leicht Vorkommen, daß sie die Rückfahrt mit den auf der Station BonameS in der Richtung nach Gießen abgehenden fahr­planmäßigen Zügen nicht ermöglichen können. Zur Rückfahrt nach Schluß der Parade fahren Sonderzüge zwischen Bonames und Frankfurt von 12i/3 bis etwa 2y2 Uhr in kurzer Folge nach Bedarf: auch 'für die Rückfahrt von Homburg sind außer der Verstärkung der fahrplanmäßigen Züge namentlich für die sväteren Abendstunden Sonderzüge vorgesehen. Am 9. und 10. September werden für den Besuch der Festlichkeiten in Homburg die fahrplanmäßigen Züge durch Vor- unb Nachzüge nach Be­darf verstärkt. Die Sonderzüge führen die 2. und 3. Wagen- klasse; Fahrpreisermäßigung wird nicht gewährt. Im Interesse einer möglichst schnellen dlbsertigung her Reisenden an den Schal­tern in Frankfurt und zur Vermeidung von Stockungen in der Abwickelung des Verkehrs an den Sperren in Frankfurt und Bonames werden in Frankfurt für den 8. September be­sondere. Rückfahrkarten nach Bonames ausgegeben weiß mit grünem Querstrich für die 2., mit braunem Querstrich für die

3. Klasse, giftig für Hin- und Rückfahrt nur am 8. September.

Sie berechtigen gleich 'wie die gewöhnlichen Fahrkarten zur

Fahrt mit den fahrplanmäßigen und den Sonderzügen. Eine

Durchlochung dieser harten an ben Sperren findet nicht statt.

Die Ausgabe dieser Sondersahrkarten erfolgt schon zwei Tage vorher an den Schaltern des Hauptbahnhofes Frankfurt; am

8. September nur an den Reserveschaltern zwischen den Ein­gängen in die Haupthalle. Die Rückfahrkarten von Frankfurt Hauptbahnhof unb hinter gelegen en Stationen (Richtung Höchst, Mainz, Domberg, Gr. Gerau, Tarmstabt, Hanau pp.) nach 'Hom­burg erhalten für feien 8. September auch Giltigkeit zur Fahrt nach unb von Bonames. Das Nähere über ben Gang der Sonder zöge wird durch 'Aushang auf den Stationen und an den Anschlagsäulen bekannt gegeben werben.

** Die gestrige allgemeine Gastwirtever­sammlung imÄwen" war von etwa 60 Gastwirten