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Erstes Blatt.
Freitag 1. September 1905
155. Jahrgang
Nr. 205
Srscheirrt täglich außer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Sietzencr Familien- Wörter viermal in der Woche beigelegt.
Notationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Unwers.-Buch-u.Stein- druckerei. ÖL Lange. Redaktion. Expedition und Twuckerei:
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Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen WW
** seigenteil: Hans Beck.
ALe heutige Dummer nmfaßt 10 Ketten.
Iriedensnachtese.
Aus Portsmouth meldet vom 31. Aug. W. B.:
Professor v. Martens entwarf heute den ganzen Frie- densvertrag nach der russischen Erklärung des Abkommen? zwischen den Delegierten. Seine Erörterungen mit Dcnnison bezogen sich hauptsächlich auf die Auslegung gewißer Worte in dem in französischer Sprache zu gebenden Texte.
Die Arbeiten in Portsmouth, die den Friedens- belegierten nun noch obliegen, sind wohl nur noch formeller Art. Die einzige Frage von Gewicht ist der japanische Anteil an Sachalin, und da genügt ein Blick auf die Karte, daß von einer „Halbierung^ der Insel nicht die Rede sein kann. Ein englisches Blatt berichtet denn auch, daß die Japaner nur die schmale Südspitze in Beschlag nehmen, welche strategisch der wichtigste maritime Punkt de§ nördlichen Pacifik ist. Er beherrscht die Straße von Peruse, und deshalb die Verbindungen Wladiwostoks. Deshalb sind die Japaner bei diesem Handel nicht schlechter weggekommen, die Fischerei ist ihnen um die ganze Insel zugestanden, und das war der springende Punkt. Sollten die Rußen tatsächlich die Insel industriell ausbeuten, so würden japanische Arbeiter und japanische Kaufleute dabei reichen Verdienst finden.
Eine vervollständigte Wiedergabe der Bedingungen gibt das englische Seeamt: 1. Keine Kriegskosten seitens Rußlands. 2. Der ganze Norden von Sachalin wird dem Zaren zurückgegeben. 3. (neu) Ruß land behält seine internierten Schiffe und braucht 4. seine Seemacht im Osten nicht zu beschränken. 5. Es erkennt das japanische Protektorat über Korea an, 6. räumt die Mandschurei, 7. liefert den Japanern Liaotung aus und 8. die Mandschurei den Chinesen. 9. (neu) Die militärischen Ma- rine-Etablisiements und Anstalten in Port Arthur gehen auf Japan über. 10. Die ostchinesische Eisenbahn von Chardin bis Port Arthur und Dalny übernimmt China, Japan übernimmt den Betrieb. 11. Rußland zahlt die Kosten der Unterhaltung und Rücksendung der russischen Gefangenen.
Punkt 11 ist eine Falle, wenn man einem briti- fchen Korrespondenten glauben kann, dessen Meldung in fetter Schrift wiedergegeben wird: Ich bin durch höchste Stelle informiert, daß das „Geheimnis" der japanischen Großherzigkeit in der Gefangenen-Klauscl liegt. Die von Rußland zu zahlende Summe wird vermutlich nicht veröffentlicht werden, übersteigt aber praktisch (wie bereits gestern kurz gemeldet wurde) die von Japan als Kriegsentschädigung geforderte Summe.
Zu dieser Anffaffnng ist zunächst zu bemerken, daß bei den 100 000 russischen Gefangenen auf jeden Kopf bei 21/, Milliarden Kriegsentschädigung 2 5 000 Mark fallen würden, was nur ein spleeniger Engländer als möglich annehmen kann. Sodann aber haben die Ruffen Gegenforderungen, und sie können nachweisen, daß die Beförderung über Land fünfmal so teuer ist, als die kostspielige Reise zur See. Die ganze Bahn frißt nichts als Zinsen. Somit würden sich die Japaner bei dieser Ueberschlauheit in ihr eigenes Fleisch schneiden.
Eine Reuter-Meldung aus Portsmouth lautet folgendermaßen:
Der Rechtsbeirat der japanischen Friedenskonrmission Tennison, und Professor v. Martens stellten den Wortlaut der Einleitung und dreier Artikel des FricdcnZvertrages fest: sie arbeiten jetzt an feiern Artikel über die Cession der ostchinesischen Bahn. Es ist möglich, daß der Llbschluß des W a f f en- still ft a n d e s noch 'um einen oder zwei Tage verzögert iuirb, da zuvor die Generäle in der Mandschurei zu instruieren sind. Die Bedingungen, unter denen Japan als Besitzer der vstchinesi- schen Bahn anerkannt wird, besagen daß Rußland an China «5 Millionen Dollars für Chinas Interesse an der Bahn zahlt, und daß die Frage, wer schließlich Besitzer der Bahn sein soll, zwischen Japan und China geregelt werden soll. Dem Vernehmen nach sollen, wenn China die Bahnlinie behalten will, die 75 Millionen an Javan gezahlt werden, neben der Rückzahlung der von den japanischen Eisenbahnbehörden für den Wiederaufbau der Linie aufgewandten Summe. Die Eisenbahn zwischen Charbin und der sib irisckenGrenze imfe von Charbin südlich bis zur Station Kuen- schentse bleibt in Händen der Russen. Rußland wie Japan erhalten die Erlaubnis, Wachmannschaften längs der in ihren Händen befindlichen Eisenbahnlinien zu unterhalten und Truppen im Falle ernster Unruhen zu entsenden. Die Zahl der Truppen soll aber nickt größer sein, als zur Wiederherstellung der Ordnung notwendig ist, und die Truppen müssen zurückgezogen werden, wenn ihre Aufgabe erfüllt ist. Die Uebertrag- img der Pachtverträge in Port Arthur und dem übrigen .Leu der Halbinsel Liau tung wird von der Einwilligung Chinas abhängig gemacht. „
Die Petersb. Telegr.-Ag. erfährt aus sicherer Quelle, baß die russische und die japanische Regierung baldmöglichst nach dem Austausche der Gefangenen gegenseitig die Rech- uungenüberihre Ausgaben für dieBerpfleg- ung'der Gefangenen von dem Tage der Gefangennahme bis zu deren Tode oder Austausch vorlegen werden. Rußland zahlt an Japan den Unterschied zwischen den tatsächlich von Rußland und von Japan für Den gedachten Zweck verausgabten Summen.
Die Beurteilungen des Friedensschlusses sind natürlich ku England äußerlst bombastisch, Japan wird in den Fimmel erhoben. Demgegenüber ist nicht uninteressant, dvas in dem Pariser „Temvs", gewissermaßen als ofsi- giö se französische Aujfassung, vorgetragen wird. Da wird unter anderem gesagt: 1
N^mand ist froher als Frankreich. Schon aus Menschlich- lrchkeits gründen wünschen wir, daß den Fleischbank-Orgien von Port Arthur und Tschuschima und anderen Schlachten ein Ziel gesetzt werde: das menschliche Mitgefühl litt hemmtet. Jeder Mann findet jetzt seine Rechnung; wenn ent Haus brennt, find die Nachbargebäude mit bedroht. Es war ein großes Zeichen politischer Weisheit, daß "ein solcher Riesenkampf „lokalisiert" werden konnte, denn alle litten darunter mit: Man denke an die Beschränkung des neutralen Handels, die gekaperten Schiffe, die Hull-Komödie, die schwülen Befürchtungen wegen einer allgemeinen Friedensstörung. Der Friedensschluß scheint, so weit bis jetzt bekannt, den Interessen Javans und dem russischen Ehrgefühl gleichmäßig gerecht zu werden.
Das Kriegsergebnis ist im allgemeinen das, daß die Japaner in Schlachten stets gewonnen Huben und dabei doch weit entfernt davon sind, den Gegner am Lebensnerv getroffen zu haben. Das gestern mitgeteilte Telegramm Wittes an den Zaren ist beinahe so abgefaßt, als ob Rußland ^yapan den Frieden diktiert Hube. Wenn gar Graf Lambsdorff depeschiert: „Die Japaner sind bereit, sich dem Willen Eurer Majestät zu unterwerfen", so nracht dieser Stil beinahe freilich einen komischen Eindruck. Derart werden die Gegner schwerlich, tote die N. A. Ztg." wünscht, „gute Nachbarn" werden.
Scharf beobachtende Deutsche aber, die kurz vor Beginn des Krieges in Japan weilten, haben — was bisher kaum bekannt geworden ist — zu jener Zeit in die Heimat berichtet, daß der verzweifelte Stand der japanischen Finanzen cS den leitenden Kreisen in Tokio allem Anschein nach als Notwendigkeit erscheinen laste, einen Krieg als Vorwand für die Erhebung kolossaler Anleihen zu benutzen und durch japanischen Kriegsruhm den japanischen Kredit zu heben! So berichtete man zu einer Zeit, als man es noch nicht einmal für ausgemacht hielt, auf wen Japan sich in seiner Bedrängnis stürzen werde, wenn auch Rußland von vornherein der wahrscheinlichste Gegner war. — Der Koup ist geglückt, aber die Finanzen Japans befinden sich trotz des durch den KriegSruhm so wesentlich gesteigerten Kredits in einem Zustande, der jetzt den Friedensschluß dringend erwünscht erscheinen lassen mußte. Die japanischen Staatsmänner sind überzeugt, daß ein Vergleich der augenblicklichen Finanzlage Rußlands undJapanS (ganz im Gegensatz zu der Auffastung gewißer deutscher Kritiker) für Rußland derartig vorteilhaft auSfälltdaß Japan, in Anbetracht seiner eigenen, viel ungünstigeren Finanzlage ein längeres Hinziehen des Krieges nicht riskieren konnte. AnS 'diesem Grunde erklärt sich ihr weitgehendes Nachgeben trotz der im Siegestaumel auf Fortsetzung des Krieges drängenden Stimmung in Japans Volk und Heer.
Japan muß nun versuchen, sich ein Nationalvermögen durch Arbeit zu schaffen. Rußland, durch die Unruhen in den Grundfesten erschüttert, wird als nächste Aufgabe weniger das politische, als da§ wirtschaftliche Gebiet in Angriff nehmen muffen. Noch immer birgt eS in seinem jungfräulichen Schoß mehr Hilfsmittel, als wohl selbst das britische Weltreich. Es müßte mit der bureaukratischen Sorglosigkeit, der gouvernementalen Faulheit, die ihm dieses „Abenteuer" eingebrockt haben, grundsätzlich brechen.
Zur wirtschaftlichen Lage Rußlands.
Der Krieg hat die wirtschaftliche Lage Rußlands durchaus nicht derart ungünstig beeinflußt, wie man wohl vielfach annehmen zu sollen geglaubt hat. Im Gegenteil erfuhr diese auffallenderweise in mancher Beziehung noch eine Besserung. So sind z. B. nach statistischen Ausweisen — deren sich eine große Anzahl in dem von uns schon erwähnten Rene'schen Schriftchen über „Rußland und die Ostasiatische Frage" findet — die Sparkasseneinlagen, die 1903 die bis dahin nie gekannte Höhe von 192,3 Millionen Rubel erreichten, in den ersten 10 Monaten des Jahres 1904, also während de§ Krieges, noch um weitere 35,7 Millionen Rubel gestiegen. Ferner fiel im vergangenen Jahre die Getreideernte ganz vorzüglich aus, denn sie ergab 725 Pud mehr als durchschnittlich in den Jahren 1899—1903, sogar noch mehr als 1902, dem ertragreichsten Jahre des letzten Jahrzehntes. Auch der Handel wurde durch den Krieg nicht beeinträchtigt. DaS beweisen am besten die Umsätze im internationalen Verkehr, deren Betrag sich Ende 1904 auf 1538,5 Millionen Rubel belief, wovon 955,0 Mill. Rubel auf die Warenausfuhr und 583,5 Millionen Rubel auf die Wareneinfuhr entfielen (gegenüber 949,7 bezw. 601,5 Mill. Rubel im Vorjahre). Hieratts ergiebt sich, daß der Außenhandel Rußlands weiter blüht, die Ausfuhr sich um 5,3 Millionen Rubel erhöht hat und die Handelsbilanz unverändert günstig geblieben ist, trotz einer geringen Abnahme der Einfuhr, und zwar um 18,0 Millionen Rubel. Wenn man dagegen Vergleiche mit England z. Zt. des südafrikanischen Krieges zieht, wo dem englischen Handel und der Börse die schwersten Wunden geschlagen wurden, mtlß man die wirtschaftliche Lage Rußlands als geradezu glänzend bezeichnen. Von den Staaten, wohin Rußland seine Waren absetzt, nimmt die erste Stelle Deutschland ein. 1904 wurde nach Deutschland für 234,1 Mill. R. exportiert, nach England für 230,8, Holland 99, Frankreich 61,6, Italien 53, Belgien 44,1, Oesterreich-Ungarn 40,4, Dänemark 30, Türkei 24,8, Schweden 11,2, Rumänien 9, Spanien 8,5, Norwegen 8,3, Ostindien 5,9, Vereinigte Staaten 4,3 und Egypten ebenfalls 4,3 Mill. R. Auch in Bezug auf 'die Einfuhr sieht Deutschland an erster Stelle. 1904 importierte Deutschland nach Rußland für 225,2 Mill.,
England für 102,5, Vereinigte Staaten 62,5, Frankreich 26,1 Oesterreich-Ungarn 21,4, China 19,1, Egypten 15,6, Holland 11,2, Italien 9,9, Ostindien 8,7, Norwegen 7,7, Belgien 6,7, Dänemark 6,6, Türkei 6,1 und Schweden 5,2 Mill R.
Die Stimmung in Ruhland.
Petersburg, 31. Ang. Entgegen anders lautenden Meldungen kann konstatiert werden, daß der Friedensschluß in allen Gesellschaftskreisen große Genugtuung hervor- gerufen hat. Auch der größte Teil der Blätter erkennt an, daß Witte durch seine Geschicklichkeit dem Lande einen großen Dienst erwiesen hat und daß es nur zum Wohle Rußlands sei, wenn dieses in Zukunft Hand in Hand mit Japan im fernen Osten geht. Die Gerüchte, daß Rußland mit Japan irgend welchen Geheim vertrag finanzieller oder anderer Natur abgeschlossen hat, werden kompetenterseits als erfunden bezeichnet.
Odessa, 31. Aug. Die Nachricht über den Friedensschluß hat hier große Befriedigung hervorgerufen, da Handel und Industrie sehr unter den Folgen des Krieges zu leiden haben. Mau hofft, daß die Handelsbeziehungen zwischen Odessa und Japan bald wieder hergestellt werden können.
Rußlands Absichten.
AuS Portsmouth wird gemeldet: Baron Rosen machte eine bedeutsame Erklärung. Er sagte: Wir werden jetzt engste Beziehungen mit Japan kultivieren in der Hoffnung, späterhin England aus der Allianz mit Japan zu drängen. Wie verlautet, ist der Paragraph betreffend die Handelsbeziehungen beider Länder in dem Friedensvertrag nur provisorisch. Beide Länder beabsichtigen später einen besonderen Spezial-Handelsvertrag abzuschließen.
London, 31. Aug. Hiesige Blätter geben den Ar-> tikel der Newyorker „Sun" wieder, in dem gesagt wird, England habe von Rußland nun nichts mehr zu befürchten. Das Blatt fragt, warum England nicht Konstantinopel durch Rußland besetzen lasse, um durch diesen Besitz Deutschland zu verhindern, in Anatolien und Mesopotamien zu dominieren, wo der deutsche Einfluß England gefährlich zu werden drohe.
Russische Anleihe in Amerika.
New-Port, 31. Aug. Hiesige Bankiers sagten Wüte eine Anleihe von 200 bis 400 Millionen Dollar zu.
Gesamtiibersicht der russischen Verluste.
Beim Ausgange des Krieges ift es die erste Aufgabe der Presse, über die Verluste, welche derselbe gebracht hat, soweit irgendwie zuverlässiges Material vorlicgt, abschließend zu berichten. Wir beginnen mit den Russen. An Menschenleben haben diese eingebüßt: Am Jalu, 1.—2. Mai 1904 Über 2500 Mann unter General Sassulisch. Bei Kintschu, 25.—26. Mai verloren sie 2000 und einige Tage später bei Wafanku 4000; es handelte sich um den famosen Zug Stakelbergs zur Befreiung Port Arthurs. Auf dem Rückzug nach Siauiang verlor Kürv- patkin 8000 Mann, und bei Liaujang selbst in der großen Schlacht vom 28. Aug. bis 3. Sept, weitere 20 000 Menschen. In der Schlacht am Schaho, die für beide Teile die verlustreichste biÄ dahin gewesen ift, büßte er nur 50 000 Mann, bei Hunho 10 000 ein. Und bei Mulden, 24. Febr. bis 10. März, wurden den Russen 150 000 Mann entrissen, wovon 35 000 Tote, 60 000 Verwundete und 55000 Gefangene. Bei Port Arthmr wurden, 1. Januar 1905, 23 000 Mann gefangen.
Das ergibt einen Gesamtverluft von 250 000 Mann, der größte Verlust an Menscheweben, den irgend ein Krieg bisher ergeben hat.
Die russische nVerlustezurSe e ergeben: 200 Mann bei Tschemulpo, beim „ersten Schlag" des Krieges, 9. Febr. 1904, wobei „Warjag" und „Körend" scheiterten. Am 13. April ging „Petropawlowsk" mit 800 Mann unter, bei dem Ausfall aus Port Arthur am 10. August sogar 1000! — Bei der ersten >L>eeschlacht in der Kvreaftraße, die am 14. August stattfand, gab es wieder 600 Tote, und in der nunmehr zu nennenden zweiten Seeschlacht in der Kvreaftraße gegen Roschdjeftwenski fielen 14 000 Mann zum Opfer, wovon 4600 Gefangene. Macht somit der gesamte Seeverlust an Menschenleben über 20 000!
Rechnet man dazu noch die an Krankheiten Gestorbenen, so ergibt sich ‘eine Summe von rund 300 000, deren 125 000 tot, 75 000 verwundet und 100 000 gefangen sind. Bemerkt muß werden, daß auch ärztliche Stimmen sich haben vernehmen lassen, die die .Krankheitsverluste auf wertere 75 000 veranschlagen wollen. Ein uns bekannter deutscher Tropen- Osfizier taxiert: Außer Gefeckt fiub gesetzt 500000 Mann, davon die Hälfte ohne Zweifel gefallen ist m erlorene Schiffe sind: 12 Panzer (versenkt), Poltawa, Pochada, Retwlian, Sewastopol, Pereswjet, Petropawlowsk, Mex- ander III., Borodino Suworow, Oslijablia, Ssissoi Weliki und Rawarlw Ferner sind an Panzerkreuzern eingebltßt: Zehn Ein- herten, Warjag, Baian, Pallada, Nowik, Rurik, Nachinww, Dmitri Donskoi, Swjätlano, Jsumrud und Mmaz.
, . Dazu kommen noch zwei gefangene Panzer Orel und Nicolai, sodaß im Ganzen nicht weniger als 24 Kampfeinheiten verloren sind, abgesehen von ungezählten kleineren Fahrzeugen.
Rußlands Kriegskosten.
Nach den in Rußland bestehende»^,Regeln" wurden die durch den Krieg mit Japan hervorgerufenen Ausgaben nicht in das allgemeine Budget eingeschlossen, sondern sie wurden auf brnnd der vom Zaren bestätigten Verfügung durch einen beorderen Beschluß der höchsten Mitglieder des Reichsrats und der zuständigen Minister bewilligt. Die Gesamtsumme solcher hn Jahre 1904 bewilligten Kredite belief sich auf 62 Mill. Rubel. In dem letzten Jahresbericht des russischen Finanzministers war zwar hervorgehoben, daß ein Teil dieser Kredite noch sticht benutzt wurde, da aber die Höhe der nicht benutzten Kredite nicht angegeben war, so kann man sicher annehmen, daß diese nicht allzugroß waren und die wirklichen Ausgaben für den Krieg mindestens die angegebene Summe betragen. Das wären im Durchschnitt etwa zwei Millionen Rubel pro Tag Aber diese Norm war für die ferneren täglichen Ausgaben keineswegs zu- tressend. Von Begmn der Kriegsoperationen bis zur Mitte hfr; Sommers 1904 war die Anzahl der russischen Truppen ch der


