länder nach dem Kriegsschauplatz geschickt werde. DaS Blatt fügt hinzu, daß der Zar diesen Vorschlag an* genommen habe (??)
Ans und Lantz.
Gießen, den 1. April 1905.
** Die Mitglieder unseres Stadttheaters werden zum Teil, wie auS einem Inserat in der heutigen Nummer unseres Blattes hervorgebt, nächsten Dienstag abend im Tbeatersaal noch einen besonderen Abschiedsabend veranstalten. Unter der Leitung des Herrn de Giorgi haben flrau Gärtner, Frl. Nuf, Herr Lüttjohann, Herr Andreas und Herr Conradi vereinbart, dem Theater- publikum zum Abschied ernste und humoristische Dichtungen darzubieten. In bunter Abwechslung wird ein geschmackvolles und dezentes Programm abgespielt werden, wobei jedes der genannten Mitglieder mehr als sonst in seiner individuellen Eigenart sich zu zeigen Gelegenheit hat. Die Theaterbesucher werden in dieser Abschiedsvorstellung sicher sich gut unterhalten und von den in ihrer Mehrheit dauernd scheidenden Mitgliedern unseres Stadttheaters eine schöne Erinnerung behalten. Näheres geht aus den Tageszetteln und der Ankündigung im Inseratenteil hervor.
•• Vom Rotwild int Vogelsberge. Man schreibt tms: Vor kurzem hatten wir schon einmal über die in der Schottener Gegend auf Notwild abgehaltenen Polizeijagden berichtet und dabei, unter dem Hinweis, daß z. Zt. die Tiere hochträchtig seien oder Kälber säugten, der Befürchtung Ausdruck gegeben, daß in kurzem die Hirsche ganz ausgerottet sein dürften. Dies scheint eher wahr zu werden, als man dachte, denn die Vernichtung wird neuerdings ganz systematisch betrieben. Auf eine Anfrage hat sich die bekannte flallen- sabrik von Nich. Westphal in Haynau (Schlesien) bereit erklärt, eine Anzahl ihrer großen flallen zur Verfügung zu stellen, in welchen das Notwild lebend gefangen wird und glich leicht transportiert werden kann. Innerhalb 8 Tagen ist es gelungen, zwei starke Hirsche, die leider schon abgeworfen haben, einen Spießer und vier Tiere zu fangen. Die Tiere sind Eigentum der flirma Westphal, die vertragsmäßig den Wert des Wildprets mit 35 Pfg. pro Pfund dafür bezahlt. Die Firma verkauft das Notwild lebend und wird sicherem Vernehmen nach Herr Direktor Dr. Heck vom Berliner Zoologischen Garten, welcher Kreuzungsversiiche mit Renntieren vornehmen will, einen Teil der Tiere käuflich erwerben. Den etwa bleibenden Nest beabsichtigt der Verein ,HirschgerechterTaunusjäger^ zurBlutauffrischung des Taunuswildes anzukaufen, so daß also die Firma Westphal ein ganz gutes Geschäft machen dürfte. Das Wild wird zunächst nach Kassel transportiert, wo Direktor Heck seine Auswahl treffen wird. Vier Wärter des Berliner zoologischen Gartens sind in Schotten eingetroffen, um den Transport zu leiten. Die ersten Tiere kommen heute zum Versandt und treffen nachmittags 3 Uhr 2 ED"?in. in Gießen ein und werden um 5 Uhr 5 Min. weiter nach Kasiel verladen. Es sieht ungemein drollig aus, wenn man die starken Tiere in ganz leichten Bambuskasigen, die offenbar sehr fest sind, eingepfercht sieht, aber jedenfalls ist diese 2lrt der Beseitigung des Rotwildes weit weniger grausam, als der unbarmherzige Abschuß, bei welchem auch norm „Kindesmord" nicht zurückgeschreckt wird. Hoffentlich werden durch die Fortsetzung deS Fanges die Polizeijagden unnötig.
** Hudde in Koblenz. Am Donnerstag morgen iraf, wie man uns aus Koblenz schreibt, Hudde mit dem Schnellzuge 10.55 Uhr am Hauptbahnhof Koblenz, von Gießen kommend, ein. Zwei hessische Gendarmen begleiteten den Verbrecher. Am Bahnhof gesellten sich zu den Gendarmen ein Kriminalschutzmann sowie ein hiesiger Polizeiwachtmeister. In einem einspännigen Wagen fuhren die fünf Personen nach dem Gerichtsgebäude. Vier Landwirten und einem Mädch en aus Mittelstrimmig, sowie einem Landwirt aus Lisenich wurde Hudde vor dem Untersuchungsrichter gegenübergestellt. — Die Leiche, die bei Mittelstrimmig in einem verfallenen Schieferbruch am 6. März d. I. mit einem Kugelschuß im Schädel cmfgefimden wurde, ist als die des Fabrikarbeiters August Wolfs erkannt worden. Wolfs ging am 19. November des vorigen Jahres von Oberhausen weg und wurde seit dieser Zeit vermißt. Durch die sechs Personen sollte befindet werden, ob Hudde zu der fraglichen Zeit, als der Mord an dem Wolfs begangen wurde, in der Gegend von Mittelstrimniiq gesehen worden sei. Die sechs Personen, denen Hudde gegenübergestellt wurde, konnten in ihm aber nicht die fremde Person erkennen, die sie in der Zeit gesehen haben, als der Mord geschehen sein muß. Kurz nach dem Morde in Heldenbergen weilte Hudde in der hiesigen Gegend. Er hat dies anfangs zu leugnen versucht; er wurde aber überführt, daß er im November in einem Gasthause in der Weißerstraße in Koblenz gewohnt hat. In der Wirtschaft von Teusch hat er zu mittag gespeist. Hudde gibt nun an, er sei von Winninger in einem Tage, an der Mosel vorbei, nach Trier gewandert. Er hat aber nicht berechnet, daß die Entfernung von hier nach Koblenz den Strom entlang mehr als 105 Kilometer beträgt. Diese Angabe Huddes ist unwahr; wahrscheinlicher vielmehr ist es, daß Hudde den viel näheren Weg über den Hunsrücken gewählt hat und so wäre sein Aufenthalt in Mittelstrimmig erwiesen. Uebrigens hat einer der vor dem Untersuchungsrichter hier (in Koblenz) vernommenen Zeugen bekiindet, die Gestalt und auch das Gesicht Huddes stimmten überein mit dem Manne, der in Begleitung des bei Mittelstrimmig ermordet aufgefundenen Mannes Namens Wolfs gesehen wurde, jedoch glaubt der Zeuge, dieser Begleiter habe „andere Haare" gehabt, wie der vorgeführte Hudde. Beim Auffinden der Leiche des Wolfs am 6. März nahm man zunächst einen Unfall an, erst bei der Obduktion sand sich der Schuß im Kopfe. Ein weiterer Belastungszeuge gegen Hudde in dieser Sache ist ein gegenwärtig in Köln in Untersuchungshaft befindlicher Arbeiter Fiucke, der demnächst auch dem Hudde gegenübergestellt werden wird. Der Verbrecher wurde Donnerstag um 3 Uhr 25 Min. wieder nach Gießen zilrückgebracht.
** Eine neue Lokomotive für den Schnellverkehr (200 Kilometer in der Stunde) wird heute nachmittag 5.21 vom hiesigen Bahnhof aus nach Lich abg.lassen. Die 15 3 Kilometer lange Strecke soll die Maschine in knapp k Minuten durchlaufen und sofort die Nncrtehr antreten, sodaff sie 5 32 wieder in Gießen eintrifft. Die Schnell- sahrt kann am besten am Bahnwärterhaus, wo die Watzen-
borner Chaussee die Bahnlinie kreuzt, beobachtet werden. An bezeichneter Stelle ist eine Tribüne zu unentgeltlicher Benutzung der Zuschauer errichtet. Der Oberbau der Maschine nebst Kessel und Schornstein kann innerhalb einer Minute vom Führerstande aip gedreht werden: die zeitraubende Benutzung der Drehscheibe ist also nicht mehr nötig.
•• Dienstjnb ila um. Herr N. Levi feiert heute, am 1. April, fein 25jähriges Jubiläum als Lehrer der Vorschule am hiesigen Gymnasium.
** Unter der Standarteninschrift „Deutsch- u a t i o u a l e S e e h ote l a es e l l sch a f t" ist, wie aus H a m b u rg gemeldet wird, dort ein Aktieuunternebmen gegründet worden, das sich die Errichtung von Seehotels zur Aufgabe stellt. Diese Hotels stellen eine Art von Schiffskolossen dar, ans deren Rümpfen sich riesige Hotels ersten Ranges, mit allem Comfort der Neuzeit ausgestattet, erheben werden. Selbstverständlich werden die Gäste dieser Hotels vorzüglichste Gelegenheit zu kalten und warmen Seebädern, Sonnenbädern (in Kabinen am dem platten Hoteldache), Luftstrombädern (im Fesselballon), zum Ärmel-, Segel-, flisch- und Jagdsport (auf Seehunde, Robben ?c.) haben. Daß diese Unternehmunaen im größten Stil unseren Seebädern mit ihren ja zum Teil recht primitiven Einrichtungen sehr erheblichen Abbruch tun werden, unterliegt keinem Zweifel, zumal die technischen Betriebskosten für diese Sonderart von Hotels, wie Heizuna. Kühlung, Erzeugung von elektrischer Energie re., verhältnismäßig außerordentlich gering sein werden. Dazu kommt noch, daß durch besondere patentirte Verfahren und durch eine Menge äußerst sinnreicher automatischer Vorrichtungen das Bedienungspersonal auf das äußerste eingeschränkt wird. Nur eine von den vielen automatischen Einrichtungen wollen wir kurz schildern. Man wechselt den gewöhnlichen Anzug mit einem Badeanzug, legt sich in eine Hängematte und drückt auf einen Knopf, worauf sich die Balkontür öffnet. Man schwebt zur Tür hinaus, wird Hinuntergelaffen bis ins Wasser, nimmt das erfrischende Seebad, legt sich wieder in das Netz, zieht an einer Leine und schwebt wieder in sein Zimmer zurück. Häufiger als zehnmal an einem Tage darf diese Vorrichtung von einem Gaste nicht benutzt werden, das ist strengste Vorschrift. — Ans dem hier fürs erste nur skizzenhaft Angeführten geht hervor, daß die Rentabilität der Aktien ganz enorm sein wird. Die Nachfrage danach wird natürlich ungewöhnlich lebhaft fein. Deshalb können die Listen zum Einzeichnen in den hiesigen ersten Bankgeschäften nur heute aufliegen. Die Einzeichnung geschieht von 1/34 bis 6 Uhr nachm. Alle, die ihre Gelder gewinnbringend anzulegen wünschen, seien auf diese nicht alltägliche Gelegenheit aufmerksam gemacht.
** Straßen Nivellierung. Wie wir hören, geht man hier zurzeit mit dem Plane um, durch in regelmäßigen Zeitabschnitten erfolgenden Aufbruch des Straßen- pslasters das Bild unserer Straßen möglichst zu beleben. Cs ist eine Kommission gebildet worden, die die Pflasterung der Straßen zu überwachen hat. Bei der sich regelmäßig wiederholenden Nenpflasternng der Straßen soll mit peinlichster Sorgfalt darauf geachtet werden, daß die seitherige unbequeme glatte Form des Straßenpflasters völlig vermieden wird so, daß vielmehr ein ständiges „Auf und Nieder" eintritt. Den Omnibusverkehr beabsichtigt man in einen fünfminutigen Berg- und Talbahnverkehr umzuwandeln. Von dem Publikum, in dessen Interesse die langsame Beförderung von einem Stadtteile nach dem andern liegt, wird dies besonders begrüßt werden, weil sich jetzt der Verkehr zu schnell und zn häufig abspielt.
R. B. Darmstadt, 31. März. Heute hat sich in der zweiten Kammer der Sonderausschuß für die Verwaltungsgesetzgebung konstituiert. Abg. Präs. Haas wurde zum Vorsitzenden, Abg. Dr. Gut fleisch zu deffen Stellvertreter gewählt. Die Verteilung der Referate erfolgte gleichfalls. Für Verwaltungsrechtspflege die Abgg. Dr. Gutfleisch und v. Brentano, für die Kreis- und Provinzialord- nung Abgg. Haas und Ulrich, für die Städteordnung Abgg. Dr. Frenay und Müller, für die Landgemeindeordnung die Abgg. Köhler und Dr. Windecker, für das Armenunterstütz- ungsgesetz die Abgg. Erk und Seelinger und für Gemeindenutzungen Abg. Leun. Der Ausschuß erachtet es bei der Umfänglichkeit der Vorlagen für ausgeschlossen, daß die sämtlichen darin enthaltenen Gesetzentwürfe noch auf dem gegenwärtigen Landtag zur definitiven Erledigung im Plemun der zweiten Kammer gelangen. Dagegen glaubt er, daß die wichtigsten, darin enthaltenen Prinzipienfragen zur Erörterung in einer Generaldebatte zu bringen und damit dem nächsten Landtag hinsichtlich dieser wichtigen Materie vorgearbeitet werde. In diesem Sinne wird der Sonderausschuß in die Beratung der Vorlage eintreten und der Kammer Bericht erstatten.
rv. Darmstadt, 1. April. Prinzessin Ludwig von Battenberg, die Schwester des Großherzoas, ist mit ihren Kindern am Freitag nachmittag aus England hier ein- getroffen.
Mainz, 31.März. Sämtliche Bahn- und Kassenärzte des Dircktionsbezirks Mainz hatten ihre Verträge wegen zu geringen Honorars gekündigt. Wie nunmehr bekannt geworden ist, sind mit den bisherigen Bahn- und Kassenärzten neue, ab 1. April laufende Verträge abgeschlossen worden, in denen etwa um 30 Prozent höhere Beträge gegen früher für die Behandlung der Beamten und Arbeiter vereinbart sind. — In dem Hobelwerk der Firma Dülken, Kaus- hold u. Co. stürzte ein Holzstoß zusammen, wodurch ein Arbeiter des Werkes totgeschlagen wurde.
Hanau, 31. März. lieber das Vermögen des Vieh- Großhändlers Daniel Heilmann in Gelnhausen wurde, nachdem er auf Requisition der Hanauer Staatsanwaltschaft dieser Tage wegen We ch se l f ä l s ch u n g verhaftet worden ist, das Konkursverfahren eröffnet. Bei den letzten Wechsel- fäl'chungen Heilmanns handelte es sich um hohe Beträge. Auch Frankfurter Firmen sind dabei in Mitleidenschaft gezogen. (fl. Ztg.)
Gcnchwsrml.
fc. Fr ankfurt er. M., 31. März. Heute hatten sich vor dem (üciiqen S ch murgericht die beiden Falsch m ü >r z e r Graveur Hecker und Mechaniker Himer zu veraiuworten, die in Sachsen
hausen eine " llschmünzerwerksta'tle errichtet hatten. Sie befaßten sich ausschließlich mit der Herstellung von Geldstücken, die das Bildnis des Königs Otto von Bauern mit der Jahreszahl 1903 trugen. Das Urteil lautete gegen jeden der beiden Angeklagten auf 2 Jahre Gefängnis.
Fardcl virb Aerkesr. Ko-2swirlscffast.
Berggefetznovelle und Kohlenvreife. Für beit FgO, dast die Beraaetebnavelle vom Abaeordnetenhanfe anaenonnnett wird, plant das rheinisch-westfälische Kohlenfpndikat eine (Erhöhung der Kohlenvreife, da durch Onnehalten der neuen Gefehesvorschristen die Selbstkosten erhöht werden. Um diese g-r- höhung der Selbstkosten zu varnfufreren, wird eine Fördermigstei- aeruug notweiidia fein, die wiederum nur durckwebalten werden kann, trenn der Astfaft veraröstert wird. Eine Abfahvergrosterung wird sich aber nur durch Eroberung von Gebie'en erwöalichen lasten, die setzt von ausländischer Kohle beherrscht merhen und diele Crohertwa bat erhebliche Breiskonrefstonen zur Borausfetzung. Um nun boa G'eichaewicht wieder herntstellen wird man im «b- fostilen Absatwebiet Hue BreiserbÖhuna vornehmen, die nach dem ..B. G. A." voraussichtlich zunächst "0 Pfg. pro Tonne betragen dürfte.
(fr ri (i in n f-T)r (i (V m Tbit tw rn.
w. Berlin, 1. Aprll. ^aS Abgeordneten hau? be^ Wofc, da die heische Negierung mit der der
Lahnkanalisation ans hessischem Gebiete noch immer 'öge-f, den Laus der Lahn so ni f orri atren, daß der Flutz anni jenseits der hessischen Gren,e ansfchl'eßlich ans vrenhi- schem Gebiete bleibt. Mit den Vorarbeiten zu diesem Projekt soll baldigst begonnen werden.
London, 31. Mörz. Nach einem Telearamm ans Gibraltar ging dusche Kaiser um 7% Uhr ar Land. Das Din"r nahm der firmer beim Gouv"rneur ein. Der Kreuzer „Prinz Friedrich Karl" ging an der dldmiralitätsmole vor Anker.
Varis, 1. Avril. Wie aus Tanger gemeldet wird, sagte der Kaiser auf die Ansprache des Vorstandes der deutschen Kolonie: „Ich freue mich, in ihnen die treuen Pioniere deutscher Industrie und deutschen Handels begrüßen zu können, die mich in trr Ausgabe unter stuft en. in einem fremden Lande die Interessen des Mutt^'^cmdes hoch zn halten.
Paris, 1. Avril, 12.05 früh. (Vrivatte^egramm.) Dld „Aqencia <nova8" br>nat soeben die Meldung, daß die japanischen Siegesdepeschen von der Schlacht bei Mukden gefälscht waren nnd in Wirklichkeit die Aussen die gesamte japanische Armee vollständig aufgerieben haben. Auch bat eine bedeutende Seeschlacht zwischen dem baltischen Geschwader und der javanischen Flotte stattgefunden, die ebenfalls mit einem glänzenden Siege der Aussen geendet haben soll. Nähere Nachrichten fehlen noch. Der Zar ist auf dem Wege nach dem Kriegsschauplätze und hat die Abächt, persönlich den Mikado nach dieser unerwartet günstigen Wendung zum Friedensschlüsse zu zwingen. Tie Verhandlungen sollen in Tokio ftattfinden, wo der Zar al8 Sieger einzuziehen gewillt ist.
Petersburg, 31. Mörz. Am 22. März sollte im Minister-- komitee eine B»sprechuug der Reform der orthodo.rew fi'irdjc ftattfin^n. Auf Wunsch des Präsidenten des Minister- kamitees stellte Metr'^'olit Antonius ein Resormbrrnell nach den Wünschen d"r Geistlichkeit auf. Darnach sollte die Kirche die Verwaltungsreform des 16. und 17. Jahrh. wieder annehmen., Der ^rofurator d"*s hl. Svnod-s Pobiedonoszew war mit diesem Entwürfe nicht einverstanden und bat den Kaiser, die Beratung W Nesormsraae im Ministerkomitee zu untersagen, da diese Frage ausschließlich zur Kvmvetenz der Sunode aehäre. Die Bitte wurde ausgesu-wchen und die Fraa» dem Svnod überwiesen. Pobie- danoszew erklärte darauf alle Reformen für unnütz. Der Shuod teilte diese Ansicht nicht. Er erllärte es für unerläßlich, zu der Verwaltung der Kirche durch eine Person zu- r’Vfrufehren bes^loß, den Kaiser um die Genehmigung zur
Cinberuf"ug eines Sobor zu ersuchen, in welchem die Wahl eines Patriarchen hrraenommen werden soll.
Petersburg, 1. April. In biesiaen Regierunaskreisen verlautet, daß unabhanaig von dem Ministerium d°s Aeußeren eine genaue Untersuchung des ganzen Vorspiels zum Krieg vorgenommen werden soll, welche allerdings eine ganze Reibe höherer Beamten für immer kompromittiert, dafür aber voraussichtlich die öff-mtliche .Meinung w-seutlich beruhigen wird, die. immer nachdrücklicher die volle Wahrheit u^er die m^riörn diplomatischen Verhandlungen mit Javan verlangt. Sollte sich dies bewahrheiten, so w"'rd hierdurch Alerejew am stärksten bloß gestellt werden, gegen den bflr Zar in der letzten Zeit eine völlig veränderte Haltung beobachtet.
New York, 31. März. Die Anmeldungen des amer ika« ni schen Anteiles auf die japanische Anleihe werden auf beinahe 500 Millionen Dollars geschäht.
Tanger, 1. Avril. Als Geschenk des Sultans wur» den dem Kaiser 6 Berberhengste dargebracht. Das Geschenk der Stadt bestand aus 30 Stieren und 50 ausgesucht schönen Hammeln.
Telephonischer Kursbericht.
Fennkliir* n
3*^2% Reicltianleihe . . 101 .PO 3 do. ... 90.95
3»',o/ Kontols .... 101 RO ,0'i do ..... 90.90 V/.,0/ H-'Pson . . . . 100.10 31', % ObnrhoflflAn . . . 99.00 4% Opsterr. GoMrente . 102.50 f1 r> % Oentorr. Rilberrenie 101.05 4% Untrar. no],]rPnt0 . 100.15
4'1/ Uni on Rente . . . 105.70 3 % Porhi£>eH«-r j . , 68.00 1Q/ ,terhi«rieapn. UI . 67.60 4% Unif. Türken . . . 89. — Türken lose .....135.80
4% Gr.ech. Monopol-Anl.' 52^00 4lV/q äussere Argentiner 45.70
**.. 1. April, l1/, Uhr mittags.
P.o/,. Mexikaner . . 35.85
UW Chinesen .... 96.50 Eirctre. 8<*v uckort . . . 139 9f) Nord-1 Lloyd . . . . 122.60
roditekHen • . * • 214 80
niskonfo-Kommandit. , 189 30
Darmstädter Ba^k . 142.25 Dresdener Bank .... 15820 Ber'iner Handelseres . . 169 40 Oesterr. Staatebahn . . . 14'2 80 Lombarden.....16 90
Gottbardbahn ..... 189.00 Lanra’i litte..... 268.00
Bochnni ..... 246 20
Harpnnor . . . . 211 00
Staatschatzscheine . . . 100.45
Tendenz : fest.
Bekanntmachung.
Mittwoch den 5. April, nachmittags 5 Uhr, werden 8 Tricbviertel
für die Jahre 1905 und 1906 meistbietend an Ort und Stelle verpachtet.
Die Zusammenkunft ist aus der Licher Straße am Vahn- wärterhans.
Gießeil, den 1. April 1905. Bl/<
Großhcr.waliche ' r• r ' .aet ÖießciL Mecum-
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