Leer und flotte
Major a. T-. vonWinsloe. An Darmstadt ist nach firner schwerer Krankheit b-er Fürstlich-Lippesche Kammerherr uni> Masor (i. D. von Winsloe gestorben. Englischen Ursprungs hatte sein Name in der preußischen Armee einen guten Klang. Er und vier seiner Brüder waren früh in deutsche Heeresdienste getreten, und einer von ihnen, der badisck>e Tragonerlcutnant Winsloe, war der erste derttsche Offizier, der int Kriege gegen Frankreich, bei dem bekannten Rekognoszierungsritt deS Grafen Zeppelin den Heldentod fand. Es war wohl eine Folge der durch die Vermählung des damaligen preußischen Kronprinzen mit der Prinzessin Viktoria, von England gescesossenen, engeren Au * Näherung der Höfe uou Berlin und London, das; während der Regierungszeit Wilhelms I. eine ganze Reihe junger Engländer ans vornehmen Familien sich der prenßiswen Qssizicrslaufbahn widmeten. Nebelt den Brüdern Winsloe. die alle sehr gltte Karriere gemacht haben und sich des Rufes hervorragender Kavalleristnr erfreuten, feint hier u. a. twch der Leutnant T a 1 b o t, der ins zweite Garde-Tragvnerregiutent eintrat, nnb, ein Mtglied ber Familie Shand o s Pole, genannt, der eine Zeit lang bem;
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Mittwoch 1. März 1905
155. Jahrgang
Erstes Blatt.
VezngSprei-:
GletzenerAmeiae
General-Anzeiger
monatlich
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
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Nr. 51
erfeelet tfigfi* außer Sonntags.
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RotattonSbrucf u. Verlag der Brühlffchen Unwers.-Buch-u. Stein- binderet 9t Lange. Redaktion, Trvedition und Druckerei:
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FkrnsprechanlchlußNr 51.
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BerantwortL^ch für den polit und U;&-u Teil-. P. Wittto; für »Stadt und Land" und .Gertchtssaal": August Goetz; für den Anzeigenteil: Hans Beck.
monatlich^ *BL, viertel- jährlich Mk. 2.20; durch Aohole- u. Zweigstellen 65 Pf.; durch
Ire hcutrge Kummer umfaßt 12 Seiten.
Nuliüsche Tagesschau.
Die italienischen Eisenbahner hüben mit ihrer „Obstruktion", von der wir kur^ berichteten, durch die sie nicht nur eine Reihe wirtschaftlicher Forderungen durchdrücken, sondern auch das in der neuen italienischen EisenbahnvorlaAe enthaltene Streikverbot für Eisenbahnangestetlte zu Fall bringen woktlen, außer der Störung des Verkehrs nur noch das eine emeicht, daß sich Presse und Publikum in der schärfsten Weise gegen sie wenden. Einige charakteristische Preßstimmen mögen hier Matz finden.
Der „Mesfagero" schreibt: Beim die traurige Posse noch einige Tage andauern sollte, ginge man einer wahren Insurrektion der öffentlichen Meinung entgegen. — Der „Popolo Romano" führt aus, daß die Eisenbahner, die erst 1902 vierundzwanzig Millionen Aufbesserung erhalten haben, nunmehr plötzlich weitere hundert Millionen verlangen, und weil das Land von dieser U n - <_ ersättlichkeit nichts wissen wolle, richteten die Eisenbahner ihren Zorn gegen die Regierung. Diesmal feien aber weder die Regierung, noch das Parlament, noch auch das Land geneigt, diese Vergewaltigung ruhig hinzunehmem Sie hätten keine Lust, die Frechheit und Gewalttätigkeit der Eisenbahner länger mitanzusehen.
Das Publikum aber mmf)t kurzen Prozeß; es prügelt die Zugbeamten durch, wenn sie gar zu sehr obstruieren. Als der Zug von Varese nach Mailand plötzlich ohne Grund auf freiem Felde hielt imb das Personal durch gütliches Zureden nicht zum Weiterfahren zu bewegen war, verabfolgte das Reisepublikum den Zugbeamten eine Tracht Prügel. Der Zug fuhr darauf sofort weiter. Ein ähnliches Intermezzo ereignete sich auf der Linie Rom—Terracina. Auch beim Kurierzug Bologna—Rom ^un es zp sehr erregten Szenen.
In R o in ist die Abfahrt von 31 Personen- und Schnellzügen eingestellt. Die abgehenden Züge werden nur tomt wenigen Reisenden benutzt. Die Beförderung von Frachtgut wurde eingestellt. Da der Eisenbahnverkehr mit den Orten der Campagna aufgehört hat, wird der Verkehr durch Postkutschen aufrecht erhalten.
Am Dienstag nachmittag konferierte Ministerpräsident Giolitti mit den .Ministern Luzzatti, Ronchetti, Tedesco und Tittoni. Den römischen Mendblättern zufolge forderte die Regierung kategorisch die Ei^"nbahngei>'llschaften aus, für die Herstelluna d-s -nonm^len Dienktes Sarge zu tragen.
Ftußland in Stmm und Drang.
Zur Verfasiungsfrage.
Die Presse der Welt behandelt in langen Leitern die gestrige kurze Petersburger Meldung von der Denkschrift des russischen Landwirtschaftstninisters. Die Enthusiasten und Optimisten in der Journalistik jubeln. Wir nahmen die Meldung mit kühler Zurückhaltung auf und finden auch heute noch keinen Anlaß, in den Jubelruf miteinzustimmen. Denkschriften mit den vollständigsten Programmen, um Rußland die Glückseligkeit zu verschaffen, nimmt Nikolaus II. seit Jahren huldvoll entgegen. Aus allen möglichen Kreisen hat der Zar unverantwortliche Ratgeber gewählt. Wer gerade an der Reihe war, das augenblickliche Interesse des Herrschers zu erregen, ob Lehrer, Zeitungsredakteur oder Meteorologe, ob Techniker oder Musikgelehrter, der erhielt den Auftrag, in schriftlicher Darlegung das russische Problem zu lösen. Der Zar wird eine ganze Bibliothek von „Denkschriften" besitzen. Das Besondere ist diesmal nur, daß ein Minister mit dem allerhöchsten Vertrauen beehrt worden ist. Aber gerade aus diesem Grunde glauben wir nicht daran, daß die Vorschläge eine praktische Folge haben, d. h. zu dauernden Einrichtungen führen. Wollte der Zar wirklich einen so großen und so entscheidenden Schritt tun, so würde er ihn vermutlich mit aller Feierlichkeit und mindestens der Oeffentlichkeit gegenüber durchaus „aus freier Entschließung" vollziehen, nicht aber auf Anraren seines Landwirtschaftsministers, von dem die Welt bisher keine Notiz genommen hat. Uns scheint die Verfassungs-Ankündigung — woblgemerkt: die Reform befindet sich noch im Stadium der Erw ä gu n gen, — hauptsächlich den Zweck zu haben, zur Beruhigung der Gemüter zu dienen, dem Auflösungsprozeß wenigstens für kurze Zeit Halt zu gebieten: um Zeit zu gewinnen. Wochen und Monate können mit den „vorbereitenden Besprechungen" vergehen. Die Russen, die mit Vorliebe sich in Reflexionen verlieren, erhalten ausgiebigste Gelegenheit zu solchen Erörterungen über die Zukunft ihres Vaterlandes, und schließlich, nachdem Jedermann sich ausgesprochen hat und Jedermann „gehört" worden ist, kann der Zar, der seinen Entschluß jetzt in keiner Weise bindet, seine Entscheidung im durchaus illiberalen Sinne treffen. In Rußland selbst schein! die Verfaffnngsankündigung weder Freude noch Hoffnungen wachgerufcn zu haben. Das russische Telegraphenbureau würde sich gewiß beeilen, von solchen Eindrücken Mitteilung zu machen. Zuviel Versprechungen sind erfolgt, als daß eine gute Botschaft Glauben finden könnte.
• Die Nesonnberatungen des Ministeeiums nehmen inzivffchcn ihren Fortgang. Das Ministerkomitce machte, itach neuester offiziöser Petersburger Meldung, bei dem Schluß der Besprechungen über das Sekten wesen zu den früheren Bestimmungen über die Rechte der Altgläubigen einige Zusätze, die die Errichtung besonderer Kirchhöfe, die Befreiung der Altgläubigen und ihrer 5vinder von der Verpflichtung, dem Dülitär- und Schulgottesdienst beizuwohnen, u. s. m. betreffen. Ferner beschloß das Ministerkomitee, den
Justizminister zu beauftragen, ein neues Strafgesetzbuch auszuarbeiten entsprechend den Beschlüssen des Ministerkomitees über die religiösen Verbrechen. Außerdem wurde die Frage der Aufhebung der Beschränkung befürwortet, denen die kleinrussischen Bibelübersetzungen unterworfen sind.
Die Lage int Lande.
Moskau, 28. Febr. Der Mörder des Großfürsten Sergei soll ein seinerzeit von Paris nach Moskau gekommener Techniker sein, sein Familienname ist unbekannt.
Moskau, 28. Febr. (W. B.) In dem Marijna Slobodka, einer Vorstadt Moskaus, wurde eine geheime Niederlage von Revolvern, Bomben und Dyn am i t entdeckt.
Warschau, 28. Febr. In Betreff der zahlreichen Angriffe, die von bewaffneten Personen auf Polizeiagenten ausgeführt werden, ist angeordnet worden, daß alle, die sich gegen die Sondervorschriften, betreffend den verstärkten Schutz, vergehen, durch die Kriegsgerichte nach Kriegsgesetz abgeurteilt werden sollen.
Warschau, 28. Febr. Beunruhigende Nachrichten kommen aus den Landbezirken. Die Streikbewegung unter den Landarbeitern hat begonnen. In der Umgebung von Sindlcz tritt die Bewegung besonders heftig auf. Die Landarbeiter verlangen höheren Lohn. An verschiedenen Orten sanden Ruhestörungen statt. In 40 Dörfern haben die Bauern die Magazine in Brand gesteckt. Die allgemeine Lage verursacht große Beunruhigung. — In Lodz und Lomza wurden die Gymnasien wieder eröffnet. Die polnischen jüdischen Schüler sind aber größtenteils nicht erschienen.
Minsk, 28. Febr. Die Zöglinge des Priesterseminars veranstalteten aus Unzufriedenheit mit der gegenwärtigen Vertvaltung Unruhen, verwüsteten die Wo h- nun gdes Direktors und warfen alle Schriften und Dokumente ins Freie. Der Unterricht hörte auf und die Seminaristen verließen die Stadt.
London, 28. Febr. Heber Baku kommen fortwährend alarmierende Nachrichten. Die Revolution ist im ganzen Gebiet der kaukasischen Provinzen im vollen Gange. Die russischen Truppen sind den Aufständischen gegenüber vollständig machtlos und können nicht viel mehr machen, als den Exzessen tatenlos zusckauen. In Baku selbst haben die Aufständischen fast alle öffentlichen Gebäude in die Luft gesprengt, darunter das Post- und Telegraphen- Gebäude, die Schc^kammer für die Provinzialregierung, das Steueramt und das Gebäude der Schnaps-Monopol-Ver- waltung. Alle wohlhabenden Einwohner fliehen nach einem sicheren Aufenthalt.
Gorki aus der Haft entlaffen.
Endlich ist der schwer kranke Dichter Maxim Gorki aus dem Kerker der Peter Pauls-Festung entlassen worden. Unser gestriges Telegramm findet heute offiziöse Bestätigung. Die Meldung der „Petersb. Telegr.-Ag." lautet:
Vwrim Gorki ist gestern gegen eine Kaution von 10 000 Rubel in Freibeit gesetzt worden. Die Kaution bat der Dloskauer Fabrikant Sawma Atorossow hinterlegt. Gorki ist Riga als Aufenthaltsort angewiesen worden.
Die Entlassung Gorkis vollzog sich aber nicht glatt, sondern in einer Art und Weise, die nur als absichtliche Schikanierung des kranken Dichters betrachtet werden kann. Als er den Hof der Festung verlassen wollte, um sich zu feiner Familie zu begeben, wttrde er neuerdings von Beamten des Sicherheitsbureaus verhaftet. Man ließ ihn mehrere Stunden toarten und teilte ihnt sodann mit, daß er nicht zu seiner Familie zurückkehren dürfe und daß er deportiert werden solle. Die Beamten weigerten sich, darüber Auskunft zu geben, wohin er gebracht werden würde und ob er wenigstens vorher von seiner Familie Abschied nehmen dürfe. Seine^ Frau, die von seiner Freilassung gehört hatte, war mittlerweile eingetroffen. Im Gefängnis erfuhr sie von seiner neuerlichen Verhaftung. Die Beamten gaben auch ihr den Grund dieser neuen Maßregel nicht an. Endlich ließen sie sich durch die Thränen der armen Frau wenigstens so tocit erweichen, daß sie ihr den Moskauer Bahnhof als Abfahrtsstelle ihres Mannes bezeichneten. Dortbin eilte sie nun mit ihren beiden Söhnen und kam gerade in dem Augenblick an, als Gorki in Begleitung zweier Polizeibeamten in geschlossenem Wagen vorfuhr. Es wurde Gorki gestattet, seine Fratt und seine Kinder zu umarmen und einige Augenblicke mit ihnen zu sprechen. Dann wurde ec in den Zug gebracht, der nach Riga abfuhr.
Eine Auswahl von Gorkis Erzählungen ist übrigens soeben in vorzüglicher deutscher Uebersetzung von August Scholz in den „Büchern der Weisheit und Schönheit" erschienen (Preis Mk. 2.50. Stuttgart, Greiner und Pfeiffer). Der hübsch ausgestattete Band enthält zugleich einen Abriß des überaus seltsamen und bewegten Lebens des Dichters.
Ii'r Kneg.
Die Schlacht bei Tsmgcheuchen.
Tokio 28. Febr. Marschalt Oyama berichtet, daß eine japanische Mteilrmg den Feind am 23. Februar bei Tsinghochena, 30 Meilen östlich von Penstho, angrtff. Starker Schneesturm, Unebenheiten des GMtides und das Schmelzen des Eises des Taitseho hinderten unsere Vewegilng in hohem Grade, aber um die Mittagsstunde gelang es unserer ersten Linie, nahe an die feindliche SteNung heran-
z-ukommen und einen heftigen Angriff zu machen. Die russischen Streitkräfte, bestehend aus 16 Bataillonen und 20 Kanonen, die durch mehrere Reihen von Verteidigirngs^ werken und Geschütz eine starke Stellmrg innehatten, leisteteti starken Widerstand. Atm 2-1. Februar erneuerten wir mit Tagesanbruch den Angriff mit darauf folgendem Granap' feuer. Wends fiel Tsin hoch eng in unsere Hiänd^ Ter Feind wandte sich in voller Flucht nach Norden mit) steckte Tsing'hocheng in Brand; er ließ auf dem Kampfplätze 150 Tote. Wir eroberten drei Maschinengeschütze, zahlreiche Gewehre und'dRunition. Die seind- lichen Verluste sollen bedeutend sein.
L o n d o n, 28. Febr. Der Korrespondurt des Reirterschen Burecurs im .HauptguarLier des Generals Kuroki meldet unter dem 26. Februar2 Die Japaner errangen gestern einen bemerkenswerten Sieg über «General Nennenkam Pf, wichtig besonders wegen des gewm> neuen strategischen Vorteils. Der Kampf sand in einer gebirgigen Gegend 30 bis 45 Meilen östlich von I e n t a i statt. Die Infanterie Kurokis entfaltete wiederum! bemerkenswerte Eigenschaften in dem Kampfe in dem gebirgigen Terrain und zeigte ihre Ueberlegenheit über die russische Kavallerie. Die Geltungen des japanischen rechtens Flügels für den Winter befinden sich bei Pensiho unds dehiren sich südlich den Schaho entlang und westlich am Taitseho entlang aus. Der der gestrigen Bewegung schwenkte; die Truppenabteilung, die von Pensiho vorgeschoben wurde,; nach Nordosten herum und trieb die Russen vor sich her. Darm hielt sie starke Linien.besetzt, eilte nach Südwesten und Nordosten, bedrohte den russischen linken Flügel uiiS). nahm teilweise Stellungen im Osten vom Taitseho ein. General Rennenkampf befehligte IV2 Divisionen Kavallerie^ eine Division Infanterie und eine Abteilung.Scharfschützen. Tas .Haupttreffen fand nordöstlich von Tsingh^ocheng statt, wo die Russen sich hartnäckig in ihren verschanzten Stellungen verteidigten. — Derselbe Korrespondent meldet unter dem heutigen Tage: In dein Kampfe am Tsing- hocheng ließen die Russen 208 Tote auf. denk Schlachtfelde zurück. Ihr G e s a m t v e r l u ft wird auf mehr als 2000 Tote und Verwundete geschätzt. Auch verloren sie mehrere Maschinengeschütze. — .'Mn Freitag Abend nahmen die Japaner Tekitkihill. südlich vom Schaho, nicht weit südwestlich von Witosmi.
Petersburg, 28. Febr. (W. B.1 Ein Telegramm des Generals Kuropatkin an den Kaiser von gestern meldet: Zwei Bataillone Infanterie und Kavallerie der Japaner rückten im Westen des Dorfes Vansintong vor. Alle Angriffe, die zehnmal wiederholt wurden, wurden abgeschlagen. Auch am 27. Februar wurde der Angriff erneuert und zurückgeschlagen, hundert japanische Leichen lagen in der'Nähe unserer Stellungen. Wir verloren sechs Mann.
Rußlands Entschädigung und Rußland.
London, 28. Febr. Wie das Reuterscke Bureau erfahrt, fanden zwiscl)en dem Staatssekretär des Auswärtigen Lansdowne und dem russischen Botschafter Benaendorff Vorbesprechungen zur Festsetzung der Höhe der Entschädigungssumme statt, roelche die russische Regierung^ wegen des ZwischenfallesinderNord- s e e zahlen wird. Schwierigkeiten werden nicht befürchtet. Man glaubt, daß sich der Gesamtbetrag auf 75 bis 100 000 Pfund Strel. belaufen wird.
General Stössel und Gemahlm wohnten nm Dienstag im Tschudowkloster zn Moskau einer Seelenmesse für den Großfürsten Sergius bei. Auch die Großfürstin Elisabeth war zugegen. Einer Delegation der Stadt mit dem Bürgermeister an der Spitze, welche Brot und Salz darbrachte, erklärte Stöffel nach einer Ansprache des Bürgermeisters: Es war u i (fr t u n s e r c Schuld, daß Port Arthur fallen mußte. Wir widerstanden so lange wie möglich S ch 0n seit O rt0ber hatterc uns die Japaner in der Gewalt; nachdem sie die aller- wichtigsten Forts auf einer Strecke von vier Kilometern genommen hatten, konnten sie jeden Augenblick in Port Arthur eindringen. Mit schmerzerfüsltent Herzen sah ich mich gezwungett, Port Arthur zu übergeben, weil ich es für meine Pflicht hielt, das sonst unvermeidliche Blutbad zu vermeiden. Tie Japaner eroberten Port Archur Vicht ohne große Opfer, ,une mir General Nogi selbst zugestanden hat. Wir hatten nur 680 O f fr -> ziere 317 Tote, alle waren verwundet, mehrere pis achtmal. Von 17 000 Mann Truppen waren uns 4000, em-> schließlich der Verwundeten, geblieben.. Von der Flotte hatteit wir keine Hilfe: sie wurde durch das feindliche Feuer vernicntet. Tie letzte Tepesche, die wir Von Gerreral Kuropatkin am 3(1 Ort. erhalten haben, versprach uns Hilfe. , Chinesische Kundschafter kündigten uns das Herannahen der Russen an. Aber die Japaner zerstörten unsere Illusionen durch die Nachricht, bau die Flotte Roschdiestwcnskis noch bei MadagaSear war und die Truppen Ktt- ropatkins bei Mukden, wo sie noch jetzt sind. So konnten wir uns bei dem Mmrgel an Munition und Lebensmitteln nicht länger hakten. — General Stöffel reifte gestern abend nach Pe ters- b u r g ab.


