Ausgabe 
31.12.1904 Zweites Blatt
 
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rot» in Japan. yirwit .EriegSsclxmpiatz" und zlvar als Postkarte mit Rückantwort

Mit großem Interesse und wahrer Vcgcistenmg haben totr Ew Ex-eNem K^riegsfichrung I>ewunden und wünschen dem bisher unbejiexjtcu ^elblicrni der ersten Armee weitere nhlcflidu: Erfolge Jur steten ^Tiiutcniitg an die großartigen ^iege bitten wir, <ruf ami ehe steter Karte um Ew. Exzellenz Unterschrift, Dem grosmi Feldderni Heil! Die Mitglieder des Stammti,chö Sttickmaim.

Rach drei Monaten lief folgendes An two r ts chrer-

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Auf dem Schlachtselde in der Mandschurei, dm 5 Nov.^1904. Wie freue ich niich, von so großer Ferne zu unseren Sregen beglückwünscht z,l iverden! Wie Sie wissen, sind wir ia Schüler der deutschen TaktiI. Und so ist meine rZ-rcude umsomehr oerdoppelc, von den deutsck,en Herren hierzu gnitnlicrt zu werden Mit besonderer Hock>achtnng Ihr gehorsamer ^L. Kuron, General und Oberbefehlshaber der ccstrn Armee."

Zam Lohn für seine Tapferkeit vor Port Arthur hat der Mikado dem Ma,or S'avafha, dem Helden des 203 Meterhügels, ein Geschenk in Gestalt einer jungen Amerikanerin als Braut gemacht. Eine romcuitische Liebesgeschichte ist nrit dieser merkwürdigen Gabe verknüpft. Major Sayasha, der zum Smdium der amerikanischen Heeresleitung in Manila weilte, lernte dort eine reizende Schauspieleim Miß Viola Gilerte kennen Mid lieben. Ta die junge Dame durch einen Kontrakt mit ihrem Direktor auf fünf Jahre fiir eine Tournee nach Australien gebunden lvar, mußten die Liebenden _ sich trennen. Als der Mikado aber dem Major für seine Tapferkeit eine Herzensbitte gewahren wollte und von feiner so jäh zerstörten Liebe erfuhr, gab er sogleich dem Prinzen Sandanura Fushimi, der jetzt in Anrerika weilt, den Auftrag, den Kontrakt der Schauspielerin zu Io)en, und gewährte dadurch dem Tapferen die Ptöglichkdit, die Geliebte heimzuführen.

Russische Lieseruugsart.

Nach einer Meldung aus Perersvurg sah sich General Mewes, der vom Zaren nach Moskau ent[anöt worden ist, nm die für die Armee beftimutlen Uniform sen dun- qen auf ihre Qualität zu prüfen, veranlaßt, ganze Waggonladungen als unbrauchbar zurückzu- weisen.

Ter Emisstonskurs der neuen Anleihe beträgt z5 Prozent; die russische Regierung überläßt sie den Bankhäusern mit 9iy2 Prozent.

Sturm und Unwetter.

Ter gestrige Nachmittag und die letzte Nacht haben fast beul ^ganzen Westen Europas starke Stürme gebracht. Sie rissen und rüttelten auch in unserer Stadt und m der Um­gebung an allem was sich ihnen in den Weg stellte, und ließen dabei ein jämmerliches Klagegeheul ertönen zum Ab­schied vom alten Jahr. Gegen morgen stellte sich dann ziemlich starker S chneefa ll em und die heutigen Vormittags­stunden brachten blauen Himmel und sanfte Sylvesterruhc.

Manchen Schaden hat der Sturm angerichtct. Eine Telegraphenstange schleuderte er auf das Geleise der Main-Weserbahn zwischen Butzbach und Osthenn.

Kurz darauf brauste ein Zug von Gießen heran. Der Bahnwärter hatte aber das Hindernis rechtzeitig bemerkt, eilte dem Zuge entgegen und veranlaßte ihn zum Stehen. Der Zug mußte wieder nach Butzbach zurückfahren und bis Bad- Nauheim das andere Geleise benutzen. Alle Züge erlitten dadurch etwa */, Stunde Verspätung.

In Friedberg hat es gestern sogar g ehagelt. Ziegel, Schiefer und Dachfenster flogen aus die Straßen, Dächer wurden zum Teil abgedeclt. Der Wagen eines auswärtigen Händlers wurde in der Sandgasse, vom Sturm umgestürzt. In Obstgärten und Anlagen hat der Sturm beträchtlichen Schaden angerichtet.

Besonders hesttg hat der Sturm dann noch, nach wei­teren uns vorliegenden Nachrichten, in der Gegend von Mainz sowie um Haniburg gehaust. Auch in Belgien hat er manchen erheblichen Schaden angerichtet; in der Nähe von Boom stürzte ein HanS ein, wobei eine Person ge­tötet und vier schwer verletzt wurden.

In Algier ist nach anhaltender Trockenheit starker Regen eingetreten. Im ganzen Departement sind lieber- schwemmungen zu verzeichnen, wodurch großer Schaden angerichtet wurde. Viele Eisenbahnzüge mußten aufgehalten werden. Eine Anzahl Brücken sind weggeschwenimt worden, zahlreiche Eingeborene ertrunken.

lüödirulliäicllfbrtlidit brr LobrsliiUr in brr Stabt Kirßro

47. Woche. Vom 13. dis 19. November 1904. (Einwohnerzahl: angenommen zu 27 öOO (infL 1600 Mann Militär) Sterblichkeitsziffer: 26,46

nach Abzug von 3 OrtSfrenxben: 11,34"/«.

Kinder

Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im com

1. Lebensiahr: 2.15, Jahr

Krebs o (4) 6 (4)

Lungenentzündung 2 2

Blinddarm-

emzündunq 1 (1) 1U)

Nierenentzündung 1 (1) 1 (1)

Leberschrumpfung 1 1

Lebeiisschwäche 1 |

Nhachüis 1' *

Verunglückung 2 (2) 2 (2) ~,

Summe 14 i8) 12(8; 2 ~~ .

Anm.: Tic ui Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie mti der Todesfälle in der betreffenden Krankheit aui von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

Markte.

Gießen, 31. Dez. Marktbericht. Auf heutigem Dockenmarkt kosteten: Butter pr. Pid. 0.101.00 Mk., Hühnereier 1 Sl 810 Via. 2 Stck. 1500 Psg., Gänseeier 0000 Psg., Enteneier 70 Pfg., Käse pr. Stck. 68 Pf., Kasematte 2 Stck. 56 Pfg. Erbsen pr.Liter 21 PfZ., Linjeii pr. Liter32 Pfg., Taubenpr.Paar0,80 - 0,90Alk., Hühner pr.^St. 1 001,60 Alt., Hähne pr. Stück 0,801,80 Alk., Enten pr. Stück l'802,20Mk., Gänse or. Pid. 5560 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 7080 Pfg., Kuh- uni> Nindfleiich pr. Piund 6268 Pfg., Schiveme- fleisch pr. Pfund 6072 Psg., Schweitiefleisch, gesalzen, pr. P und 76 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 7074 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 50-74 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 6,006,50 Mk., Zwiebelnpr. Zt t,

8,00-10,00 Mk., Milch per Liter 18 Psg., Aepfel per Zentner n bis 8 Atk^ in Körben 00-00 Pfg. Nüsse 100 St. 25- 30 Pfg. Kwctschen per Zentner 0.00-0.00 Akk. Birnen per Zentner 6 bti 0.00 Mk. Weißkraut 0.10-.0.15. Marktzeit 8-2 Uhr.

Sywesterglocken.

Hört Ihr? Zwölf Uhr: Der letzte Schlag!

Hört Ihr vom Turm Geläute?

Weit klmgts durch kalte Winternacht, WünschtProsit Neujahr!" heute.

Aus jedem Mund der Nus jetzt dringt, Wohl bald an jedem Orte Ein Glöcklein läutet schön unb singt, Wer aber faßt die Worte?

Man zecht fidel und scherzt und lacht, Wozu auch traurig sinnen?

Froh enden soll das alte Jahr, Das neue froh beginnen.

Und doch! wenn Du Sylvesternacht Lauschst einsam auf die Glocken, Wird Dich von ihrem Zauberernst Kein Festesjubel locken.

Der Lieder allyewalt'ge Macht Verwirrt Gemüt und Seele. Aus jedem Ton willst lösen Du, Was Dir sein Spiel verhehle.

In jedem Schall, der niederschwingt, Haucht es wie Märchenreime.

Es wiegt das hoffnungsbange Herz Der Zukimft schwanke Träume.

Andächtig schweift Dein Äug' hinaus Auf silberweiß Gefilde.

Du lenkst den Blick zum Himmelszelt, Umschwebt von höh'rem Bilde.

Noch einmal gleitet blaß vorbei Ein Glanz verfloss'ner Zeiten.

Dann schaut Dich stumm und fragend an Neujahr mit Leid und Freuden.

Die Glocken aber hallen fort

In hehren Harmonieen.

Tie künden Freuden nicht und Leid, Sie woll'n zu Gott uns ziehen.

Adolf Metz.

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