Ausgabe 
31.10.1904 Erstes Blatt
 
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KE

I. A.: RGVZT

OberlandesgErichtsrafs Max Scril

Tendenz: fest.

128.40

47.80

3Va% 30/n SV.o/o 3°/o SVaö/n

. 101.20

. 89.25

. 101.10

. 89.15

. 99.90

'. 101*90

3% Mexikaner . . 41/2o/o Chinesen . . Electric. Sohuckert . Nordd. Lloyd . .

Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn . Lombarden . . . Gotthardbahn . . . Lanrahfltte . . . . Bochum . « . . Harpener . .. . Schatzscheine . . .

Reichsanleihe do.

Konsols . do. . .

Hessen

103.80

63.00

62.25

3Ve % Oberhessen .

4% Oesterr. Goldrente

. 29.90

. 89.80 . 120.00 . 107 45 . 212.00 . 192.00 . 142.70 . 154.20 . 161.60 . 141.60 . 18.50 . 188.50 . 250.00 . 216.75 . 216.70

pferbige Mercedes-Boot Mister W. K. Vanberbilt die 186 Seemeilen lange Rennstrecke in 5 Stbn., 10 Min. 16 Sek. zurück und überschritt mit einer Sekunden-Geschwindigkeit vor 26,9 Knoten den bisherigen Welt-Rekord erheblich'

Paris, 31. Oft. Das Echo de Paris meldet aus Mailand: Der deutsche Konsul sei informiert worden, daß eine Zusammenkunft zwischen dem deutschen Kaiser und dem Könige von Italien demnächst bei Genua stattfinden werde. Der Kaiser trifft an Bord der Hohenzollern ein, auf welcher dann auch die Zusammenkunft auf der Höhe von Genua stattfinden werde.

Die Zwischenfälle in der Nordsee.

L 0 rient, 30. Oft. (Privat-Telegramm.) Dem Pariser Petit Journal" wird mitgeteilt: I. Hansen, der Kapitän' der dänischen MiggAnny M'oyen", die von der Ostsee hier ein getroffen ist, hat erklärt, er sei genötigt gewesen,, an der englischen Küste anzulaufen, und habe dort eng­lische Dampfschaluppen gesehen, welche Japaner transportierten und für diese Spreng mate­rial verluden. Die Engländer hätten keinerlei Vor­sichtsmaßregeln getroffen, um ihr Tun zu verheim­lichen. und viele Fremde hätten das'mitangesehew

Gibraltar, 31. Oft. Ein englischer .Kreuzer und zwer Torpedoboote sind gestern nach der Bai von Arosa abgegangen. Die M 0 bilm a ch un g s ar beit en wurden eingestellt, woraus man den Schluß zieht, daß jede Gefahr eines Konfliktes geschwunden ist.

Petersburg,^. Oft. Bezüglich der Kommission erfährt die offiziöse Delegr.-Ag., daß die Grenze der Kom­petenz der Kommission auf Grund der Hadger Konvention festgestellt werde. Was die Datails der Kommissionstätig- keit anlangt- so wird dies' in weiteren Unterhandlungen beider Regierungen entschieden. Wahrscheinlich 'wird H a a g zum Sitz der Kommission gewählt. Als Vertreter des Ma- rine-Ministeriums wird Generaladfutant Kosnakow in der Kommifiion fungieren, wovon der Zar den englischen Botschafter in einer Audienz persönlich in Kenntnis' setzte. Gerüchtweise verlautet, Roschdjestwensky sei in Vigo an Land gegangen und werbe dort krankheitshalber verbleiben.

London, 31. Oft. Das .Handels-Departement hat den Admiral Bridge und den königlichen Rat A s p i n d I. beauf­tragt, eine Untersuchung über den Zwischenfall in der Nord­see zu eröffnen und den Bericht über den entstandenen Schaden auszuarbeiten. __

Vigo, 31. Oft. Admiral R 0 s chd 1 estw en s ky erklärt in einer Unterredung, er wisse noch nicht, wann er den Hafen ver­lassen werde, da er von Petersburg noch Instruktionen erwarte. Ueber den Hüller Zwischenfall äußerte er:Jcb versichere nochmals, daß wir von japanischen Torpedobootes angegriffen worden sind: ich weiß nicht, von wie vielen, glaube aber, daß es zwei waren. Alle gegenteiligen Nachrichten sinderfunden. Was ich gesagt habe, entspricht genau der Wahr- $ Paris, 31i Oft. Mehrere Korrespondenten französischer Blätter deuten an, daß bei Hüll das rufsis che Geschwad er vielleicht seine eigenen Torpedoboote für japa- nische gehalten und beschossen habe.

Telephonischer Kursbericht.

Frankfurt a. M., 31. Oktober.

4l/6% Oesterr. Silberrente 100.25 4% Ungar. Goldrente . . 100.10 40/c Italien. Rente , . 41/9 % Portugieser . . R0/r Portugiesen. . . .

1% C. Türken . . .

Türkenlose.....

4% Grieoh. Monopol.-Anl, 41/1% äussere Argentiner

die Diskussion über die Verstaatlichung der preuHMeri Bergwerke geht los. Man sieht, die Angelegenheit bleibt ün Fluß und wir glauben fast, daß sie noch' nicht erledigt ist, wenn die Schwalben wfeber kommen. _

Neue Russische Anleihe. Daß eine neue russische An­leihe in Sicht ist, lassen sich die großen Zeitungen nicht abstreiten und wenn die Dementis auch noch so amtlich lauten. So meldet jetzt derDailv Telegraph", daß der Erlös für eine neue russische Anleihe in Deutschland bleibt, und der Deutschen Industrie zu gute kommen wird. Erst wollen wir den russischen Anleiheprospekt ehen, dann wird man sehen was aus der Anleihe wird.

Märkte.

fc. Frankfurt a. M., 31. Oft. lOrig.-Telegr. desGießen. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Nrilchtmarktvreis e. Weizen Mk. 18.0000.00, Kurhessischer Mk. 18.0000.00, La Mata Mk. 18.5019.50, Kansas Mk. 18.5019.50, Roggen (hiesiger) Mark 13.7514.00, Gerste iWetterauer) Mk. 17.2517.75, Franken- selderMk. 18,00-18.75,HaferMk.14.5015.50,MaisMk.12.2512.50, Weizenmehl 0 Mk. ' 26.7527.25. 2. Qualität Mk. 24.75

bis Mk. 25.25, 3. Qualität Mk. 22.7523.25, Roaqenmehl 0 Mk. 22.0022.50,1. Qualität Mk. 19.2520.00, Weizenkleie Mk. 9.50 bis Mk. 9.75, Roggenkleie Mk. 10.00-00.00, Maiskeime Mk. 10.50 bis Mk. 10.75, Franken, Pfälzer, Ried Mk.00.OO0O.0O. Alles per 100 Kg. ab hier.

fc. Frankfurt a. M.. 31. Oft. (Telegr. Orig.-Bericht des Gieß. Anz."). Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarkt- preise. Zum Verkaufe standen: 489 Ochsen, 191 aus Oest­reich, 63 Bullen, 11 aus Oestreich, 783 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Oestreich, 254 Kälber, 416 Schafe und Hämmel, 1677 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht Ochsen 1. Qualität 7173 Mk., 2. Qual. 6769 Mk., 3. Qual. 6064Mk.; Bullen l.Qual. 62 bis 64 Mk., 2. Qual. 5860 Mk.: Kühe 1. Qual. 6668 Mk., 2. Qual. 6365 Mk., 3. Qual. 5355 Mk, 4. Qual. 4446 Mk., 5. Qual. 00-OOMk. Kälber: l.Qual. 8185Psg., Lebendgewicht 4347 Pf., 2. Qual. 7478 Pfg., Lebendgewicht 4347 Pfg., 3. Qual. 00-00 Pfg., Schlachtgewicht 5761 Pfg., Schafe: 1. Qual. 67-68 2. Qual. 58-60 Pfg., 3. Qual. 0000 Pfg.: Schweine 1. Qual. 6061 Pfg., Lebendgew. 48 Pfg., 2. Qual. 58-59 Pfg., Lebendgewicht 4700 Pfg., 3. Qual. 5356 Pfg., Lebendgewicht 0000 Pfg. Geschäft bei Hornvieh mittelmäßig, Ueberstand bedeutend, bei Kleinvieh gut, kein Ueberstand.

fc. Frankfurt a. M., 30. Okt. Kartoffelmarkt. Man notierte: Mk. 66.50 ver 100 Kilo.

mw-xx QfMmen kennen ,bei dem ct Reparaturen zu machen W «RtiÄe, schrieb eine Rechnung aus über

ein» Betrag Bon etwas über 32 Mk. und

der gefälschten Unterschrift.des Lapp, worin Mtgeteckt wurde, er, Lapp chrauche notwendig Geld; wenn er es gleich seinem Gesellen (bem Angeklagten^ mitgebe ,woMe -w 'hm den 30 Mk. Übersteigenden Betrag nachlassen. Fey aab rhm^a^-0 Mk., die der Angeklagte in eigenem Nutzen, verrauchte. Endlich Uetz er ich noch von einer Witwe Baller em Darlehen von 10 Mr. geben, der er vorspiegelte, sein Meister Lapp werde es ^hr zurück- Een Die Revision des Angeklagten, dre sich nur auf An- arisfe gegen die tatsächliche Beweiswürdrgung des erstm Richters beschränkte, wrrrde nach bem ersten Antrag des Rerchsanwalt^ vom ersten Strafsenat kostenpflichtig ^erworfem

aebört die Retourmarke? Bei Offerten kommt es bekanntlich sehr oft vor, datz der Absender für die Frankierung des"^ erforderlichen Antivortschreibens eine Retourmar e /mlegt.

pxr Frage, wem nun diese Retourniarke gehört, ist letzt ein interessantes Urteil ergangen. In der Klagesacke war .emaud, per eine 20 Pfennigmarke, die einem Bewerbungsschreiben an- gefuat war, nicht für diesen Zweck benutzt, sondern für sich ver­wandt batte, wegen Unterschlagung tu drei agen Ge- fäugnis verurtksilt worden. Die Berufungsinstanz war aber anderer Ansicht, indem sie den Augellaaten kostenlos des ihm zur Last gelegten Vergebens freisprach und dem Klager an­heimstellte, auf dem Wege der Schadenersatzklage sem Recht zu erstreiten. ,

Ein Toast auf den lieben Gott. Well sie Pin drei­faches Hoch auf den Herrgott ausgebracht, wurde in Blanken­burg eine Frau aus Holzerode zu 1.0 M k Geldstrafe ver­urteilt Sie hatte beim Grastanzfest die Ansprache zu halten und glaubte nun, die Rede, in der sie Gott für den Erntesegen dankte, nicht wirksamer schließen zu können als durch em kräf­tigesDrum stimmt ein mit mir in dett Ruf: unser Herrgotti er lebe hoch, und abermals hoch, und zum drittenmale hoch! Das Schöffengericht nahm an, die Frau habe mcht deabfich.igt, die Religion zu verspotten, und es sei ihr mit dem Ruf völlig ernst aewesen, aber die unpassende Wendung habe doch aill nmnctyen Zuhörer verstimmend gewirkt, und darum sei auf eme Strafe von 10 Mk. zu erkennen. r K .

Der Oberiäger Persecke von- Fagerbataillln Nr 5 tn <birschberg fSckÄ.) stand wegen Totschlags vor dem Kneas- aerscht der 9. Divifion. Am Abend des 27. September befand sich Perecke von Schulz ae ohrfeigt worden war, zag Nersecke den von einer Mschiedsfeier, die die Einjährigen des Bataillons ver­anstaltet hattm. Beide gerieten in einen Wortwechsel, und da Nerseke von Scbulz geohrfeigt worden war, zog Perseke den Hirschfänger und versetzte dem Kameraden zwei Strebe rn den Unterleib, an deren Folaen Schulz starb. Das Urteil lautete auf drei Fabre Gesänanis und Deerradatron.

Sport.

R. B. Darmstadt, 30. Okt. Der Hessische Reiter- Verein hielt heute unter zahlreicher Beteiligung des Publikums auf dem Meiterstädter Exerzierplatz fein Herbstrennen ab. Das ^allas-Wiesen-Fagdrennen für vierjährige und äll«"re Pstrde, Distanz 3500 Meter, gewann St. v. Steub en vom 6. Ul.-Regt. mit br. W.Rektor". Im Hunter-Jagdrennen, Distanz 3000 Mtr., trug Lt Buck vom 6. Ul.-Regt. mit dem sechsjährigen F.-W. Semperidern" leicht den Preis davon. Im Weiterstädter Jagd­rennen wurde ebenfalls Lt. Buck mit der br. St.Lanze" erster, St Frhr. von Gienantha vom 23. Draq.-Negt. mitTausend- künstl-'r" zweiter. Das Schenck-Memorial-Rennen, Distanz 4000 Meter, wurde von Oberltn. v. Schmilzing und Wernstein vom 23. Drag.-Regt. W.Wodan" gegen Frhrn. v. LessingsFlott gewonnen.

Sandel und Hierkegr. Bolkswirisiiiaft.

Die Börse und der englisch-russische Ko-nflikt. Während es noch am Donnerstag vergangener Woche in London sehr kriegerisch aussah, und die Börse zum Tode betrWt war, ist sie am Samstag geradezu himmelhoch jauchzend gestimmt ge­wesen. da eine friedliche Beilegung des Konstiktes, der allerdings sehr bedenklich war, außer Zweifel stebt. Auf einzelnen Gebieten erfuhren die Kurse eine stürmische Steigerung. Bei fester Grund­tendenz glaubt man an eine weitere Aufwärts^ 'gung aller ton­angebenden Werte. , _.

Der Hiberniastreit vor dem Landtag, »gen Uebernahme der Hiberniaaktien, die von der Dresdener. Bank fommissionsweise gekauft worden sind, wird Wohl schon m der nächsten Zeit der Handelsminister im preußischen Landtag Aus­kunft geben müssen. Es wird eine diesbezügliche Vorlage an dm Loudtag gelangen, diese Vorlage muß begrimdet werden und

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.

BoranSsichtliche Witterung in Hessen für Dienstag, den 1. November 1904: Nur zeitweise wolkig, Temperatur wenig ver­ändert.

Näheres durch die Gießener Wetterkarte.

Neueste Meldmigen.

Originaldrahtmeldnngen des Gießener Anzeigers.

Berlin, 31. Okt. DasReue Montagsblait", das Organ Bernsteins, protestiert heute gegen den Urteil sspruch des so zialistischen Parteivorstandes in dem Konflikt Bernstein-Mehring und spricht die Erwartung aus nach einer neuen gründlichen Untersuchung und Anhörung der Beteiligten, worauf der Parteivorstand hoffent­lich ein anderes Urteil fällen werde.

Gnesen, 31. Okt. Aufsehen erregt hier der Doppel- Selbstmord des Getreidehändlers Ro g oeinski und feiner Frau, die sich beide vergiftet haben. Das Paar hinterläßt zwei Kinder. Das Motiv der Tat dürste in zerrütteten Ver- mögens-Verhältniffen zu suchen sein.

Paris, 31. Okt. Nachdem die Prinzessin Luise die ihr von dem Kurator Dr. Feistmantel für die drei letzten Monate zur Verfügung gestellten 15 000 Mk. abgelehnt, ver­langt sie nunmehr eine monatliche Unterhaltungs" summe von 10000 Mk., da sie mit den ihr bisher monatlich zugebilligten 5000 Mk. ihren Lebensunterhalt in Paris nicht bestreiten, geschweige denn ihre medizinischen und juristischen Berater bezahlen könne. Da die Prinzessin seit August überhaupt kein Geld erhalten hat, so mußte sie in­zwischen recht bedeutende Schulden machen.

Paris, 31. Oft. Bei der Motorboot-Wettfahrt Rew-PorkPoughkeepsie und zurück, legte das neue 75-

Seine Heben E. M. E. M., A. H. A. H. und i. a. C. B. i. a. C. B. erlaubt sich, unterfertigter C. 0. von dem u. d. 27. d. M. zu Darmstadt erfolgten Ableben seines lieben A. H.

Perkeo

Morgen, Dienstag:

hippe

06535

A. B. 6.

Prim Lmsckrtchln, auserlesene und gut kochende Ware, empfiehlt billiger als jede

Konkun'enz 8107

Die Kartoffelhandlnng

J. Weisel

Telephon 235. Sonnenstraße < Großer Posten gelbe MäuscheM

Restaurant Feidel.

Dienstag 06618aA. / den 1. Novbr. va

W Metzelsuppe -W

Pilsner

Dor C. C. der Starkenburgia.

Hrtsgewelleverein.

Mittwoch den 2. Novbr., abends 8'/? Uhr, Restaurant Feidel ( Monats - Versammlung, l v'V10] Zu zahlreicher Beteiligung ladet ein Der Borstanh.

Giessen, den 31. Oktober 1904.

geziemend in Kenntnis zu setzen.