Nr. 204 Zweites
Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntags.
Die „Gießener KamttienblStter" werden dem „Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der »hessische Landwirt*' erscheint monatlich einmal.
Sgrtft- ’54- Jahrgang Mittwoch 31. August 1»V4
jfQfT A A AA A AA AA a a a. jA AA Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sch«,
[b|gs|>|v W| ||4|z|gi&^a Untoerftt5tgöruc?er&t *«"«•»
1B 3 B W Ä- 3 Sr ä |L TR T Redaktion, Expedition «.Druckerei: Schulstr.7.
WF ^^egr.-Adr.r Anzeiger Gießen.
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblalt für den Kreis Gießen.
Zur Wrästdentenrvahl in Nordamerika.
Vor uns liegt ein in Denvep, der Hauptstadt von Colorado, erscheinendes Matt mit einer boshaften) aber recht lustigen K'arikaturzeichnung. Roosevelt steht vor einer mächtigen Bücherkiste ^gemldmet von Onkel Sam", aus der er mit der Miene eines betrübten Lohgerbers eine Reihe von Büchern entnintmt, mit den Aufschriften „würdige Beschäftigung für Expräsidenten", „Mas sollen Mir nnt unserem Expräsidenten anfangen" „Frühere 'Expräiidenten^, „Für Expräsidenten", „Expräsioenten wie sie sind" usw>.
Nun, diese freundliche Prognose stellt ein demokratisches, also gegnerisches Blatt. Biel bedenklicher für die Aussichten oes Herrn Roosevelt ist es schon, daß ihm große, bisher republikanische Blätter in den Rücken fallen, sowie große Zeitungen, die Mar keiner von beiden Parteien angehören, die aber bei den vorigen Wahlen für Mac Kinley ent getreten sind. Endlich nimmt auch ein Teil der deutschen Presse gegen ihn Stellung, währssno vor vier Jahren die Deutschen fast einmütig sich für Mac Kinley erklärt haben.
Die veränderte Haltung vieler ftüherer Freunde ist vor allem darauf zuMötzuführen, daß tntcfj Roosevelts Gegenkandidat, Parker, ein Anhänger der Goldwährung ist, während Bryan, der 1896 und 1900 kandidiert hatte, leidenschaftlich für die freie Silberwährung ein getreten war. Diese Auffassung Bryans war es vor allem, die die Deutschen der republikanischen Partei wieder Augeführt hatte, von der sie sich 1884 getrennt hatten, weil unter der 24jährigen ununterbrochenen Herrschaft der republikanischen Partei von 1860—1884 die schlimmste Korruptton in der Staatsverwaltung eingeriffen war. Nachdem nun der Hinderungsgründ für das weitete Verbleiben bei den Demokraten in Fortfall gekommen ist, können die Deutschen wieder zu dieser Partei zurückkehren, was sie um so lieber tun, als auch unter Roosevelt die Korruption mit der republikanischen Partei sich identifiziert, trotzdem der Präsident selbst eine durchaus unantastbare Persönlichkeit ist.
Auch Roosevelts vielgerühmte Deutschfreundlichskeit kann für sie kein Grund sein, bei ihm zu verharren. Es kommt nicht auf die Gesinnung des Präsidenten an, sondern darauf, wie der ganze Staatsmechanismus ab gestimmt ist. Und da darf man wohl sagen, daß sich noch nie eine solche Abneigung gegen das Deutschtum fimdgetan hat, wie seit der Wiedererlangung der Herrschaft durch, die republikanische Partei im Jahre 1896. Trotzdem die Deutschen zusammen mit den Skandinaviern weitaus das beste Einwanderungselement gewesen find und trotzdem sie sich fast durchweg eine angesehene Lebensstellung M erringen gewußt haben, werden sie doch von den republikanischen Jttrgos über die Achseln angesehen.
Und dies ist ein weiterer Grund, weshalb die einsich- ttgeren Elemente des Deutschtums und auch 'viele Vollblut- YankeeS von einer neuen Präsidentschaft Roosevelts nichts wissen wollen: unter Roosevelt ist das Jingotum zu einer Vollendung gediehen, die man noch vor einem Jahrzehnt nicht für möglich gehalten hätte. Der Präsident selbst ist trotz persönlichen Wohlwollens gegen' die Angehörigen anderer Nationen Jingo durch und durch und wenn man nach seinen innersten Herzensregungen forschen wollte, so würde man finden, daß er dem Dickenschen Mr. Pobsnap sehr ähnlich sieht, für den außer England nichts existiert und der, wie der große Humorist sich ausdrückt, mit einer gewissen Armbewegung das übrige bischen Europa und alle anderen Erdteile beiseite schiebt. Roosevelt erscheint vielen amerikanischen Politikern wie das Pulverfaß, das durch den kleinsten Funken zur Explosion gebracht werden kann, und gar viele ernsthafte und ruhige Geschäftsleute haben kein Vergnügen an dieser ewigen Explosionsgefahr.
Trotz dieser stärken Opposition im eigenen Lager ist aber noch lange nicht gesagt, daß Roosevelt unterliegen wird, denn auch durch 'die demokratische Partei geht ein starker Riß, der nur eben für die Wahlzeit äußerlich verkleistert ist. Dazu kommt, daß Parker zwar ein vollendeter Ehrenmann, aber keine faszinierende Persönlichkeit ist.
Keineswegs gleichgiltig wird die Haltung der Arbeiterschaft sein. Die Sozialdemokratie zwar ist schlecht organisiert und dürfte nur wenige Hunderttausend Stimmen aufbringen, aber die Arbeiterföderätionen können, wenn sie wollen, einen gewaltigen Stein in die Wagschale werfen. Bisher fteilich haben sie sich so ausschließlich um ihre wirtschaftlichen Interessen gekümmert, oaß sie für die Parteipolitik nicht viel übrig hatten. Es heißt aber, daß eine gewisse Stimmung gegen Roosevelt vorhanden ist, weil in der letzten Zeit viele große Streiks vorgekomMen sind, an denen Roosevelt persönlich fteilich vollkommen unschuldig ist; die
Macht des Trusts würde Parker ebensowenig zu brechen vermögen, wie es Roosevelt trotz mancher Anläufe zu tun im stände gewesen ist.
Volitische Tagesschau.
An alle Verehrer Bismarcks
richtet sich ein Aufruf der Bismarck-Gesellschaft in Stendal, in dem es u. a. heißt:
„Gelegentlich einer Bismarckfeier am 21. Juni ist in Stendal eine Msmarck-Gesellschaft begründet worden. Die Ziele der Gesellschaft erstrecken sich auf die Vermehrung der Besitzstände des seit 1899 in Stendal begonnenen und jetzt eröffneten Bismarck-Archivs, für das itt Verbindung mit einer Bismarck-Bibliothek und Bismarck-Museum auch seinerzeit der Kaiser sein Interesse hat aus- een lassen. Damit diese Sammlungen nun sicher und nd der Nachwelt überliefert werden, wurde von der Msmarck-Gesellschaft außerdem die Erbauung eines würdigen monumentalen Bismarck-Hauses für das deutsche Volk beschlossen. In dieser Erinnerungsstätte an den Einiger der Nation will man alles bereinigen, was Bismarck gesprochen, gedacht und getan, was Kunst, Wissenschaft und Publizistik Über ihn und sein Werk geschaffen und geschrieben, um auf der Grundlage eines einwandfreien Materials die richtige Erkenntnis, Würdigung und Wertschätzung Msmärcks den Nachgeborenen einer großen Zeitepoche sicher zu stellen. Gemälde,, Statuen, Bücher, Archiv-Publikationen, Zeitungen, Humoristika, Denk- rnünzen u. dgL werden in diesem Denkmal deutscher Treue, Liebe und Verehrung gesicherten Platz finden für alle Zeiten, bevor etwa Der eine oder andere in historischer, kultureller, wie politischer Beziehung wertvolle Gegenstand den Weg ins Ausland nimmt. Da man gewiß allseitig lebhaften Anteil nehmen wird an der Errichtung eines bleibenden Ehren-Denkmals für den Schöpfer des Deut-f scheu Reiches, so ergeht hiermit an alle Freunde und Anhänger des Altreichskanzlers die Bitte, der Bismarck- Gesellschaft, bei welcher jedermann gegen einen jährlichen Beittag von mindestens 50 Pfennig Mitglied werden kann, mit Rat und Tat bei der Verwirklichung dieses Projektes zur Seite zu stehen, vor allem aber durch eine beliebig hohe Spende zur Lösung der gestellten Aufgabe beizuttagen. Mitgliedesanmeldungen und Zuschriften werden au den Schriftführer der Bismarck-Gesellschaft in Stendal, Dr. Segelhen erbeten, von dem auch die Satzmrgen der Bis- Marck-Gesellschaft zu beziehen sind.
*
Prinz Friedrich Leopold geht nicht «ach Ostafien!
DaS Bureau Herold meldet aus Berlin:
Tie projektierte Reise doS Prinzen Friedrich Leopold von Preußen nach dem ostasiatischen Kriegsschauplatz ins russische Hauptquartier dürfte nicht stattsindcn. Seit einigen Tagen fühlte sich der Prinz unpäßlich, und seit gestern hat er sich genötigt gesehen, krankheitshalber das Bett zu hüten. Durch mehrfache Vorkommnisse in. der 'letzten Zeit, namentlich aber durch das Fahrstuhlunglück in der PotSdcnnerstraße, dessen Zeuge er war, wurde er nervös überreizt.
Just vor Monatsfrist, am 1. o. M., hatte das offiziöse Wolfsche Telegraphenbureau die Nachricht von der Reise nach dem Kriegsschauplätze gebracht. Nun kann fteilich auch ein Offiziosus Erkrankungen nicht voraussehen, aber diese Meldung spricht von ,'nervöser Ueberreizung" des Prinzen, und solche pflegt sich nicht in wenigen Tagen zu entwickeln. Gerade vom Prinzen Friedrich Leopold Griffen überdies weitere Kreise, daß er an Neurasthenie leidet. Die beschwerliche Reise nach Ostasien und daß strapazenreiche Umherziehen auf dem Kriegsschauplatz hätten also die Gesundheit des Prinzen zweifellos gefährdet. Bei dieser Gelegenheit sei daran erinnert, daß im vorigen Jahr Prinz Friedrich Leopold zum Nachfolger deS Erbprinzen von Sachsen-Meiningen im Kommando des 6. (schlesischen'» Armeekorps ausersehen war, daß aber ebenso plötzlich und in letzter Stunde eine andere Wahl getroffen wurde. Auch damals waren die Vorbereitungen für die Uebersiedelung bereits im Gange. Es wird 'nun abzuwarten sein, ob die neue Meldung sich bestätigt.
♦
Ein Gesetz über die Kinderarbeit in der Landwirtschaft ist dem Vernehmen nach für die kommende Reichstagssession schwerlich zu erwarten, bestenfalls gegen Ende der Tagung Die Vorarbeiten sind besonders umständlich, und schon die grundlegenden Erhebungen in den einzelnen Bundesstaaten nehmen viel Zeit in Anspruch. Schwierig wird es auch sein, beim Entwurf des Olesetzes die JUter-
effert der Landwirtschaft in Einklang zu bringen' mit der Notwendigkeit der Einschränkung der ländlichen Kindtt- arbrett;r??te Arbeitsverhältnisse in der Landwirtschaft liegen wesentlich anders als in gewerblichen Betrieben, aber auf, eine Einschränkung der Kinderarbeit wird das Gesetz dort' wie h ier hinauslaufen müssen, soll es eine soziale Reform bedeuten. Die westpreußische Landwirtschaftskammer empfiehlt nicht Verminderung, sondern Vermehrung der ländlichen Kinderarbeit, um die Leuten ot weniger fühlbar zu machen. Ob noch andere Landwirtschasts- kammern diese Forderung erheben werden, bleibt abzuwarten. Wertvoll ist diese Offenheit der westpreußischen Kammer auf jeden Fall, denn sie läßt den entschiedenen Widerstand voraussehen, den die ostelvischen Agrarier gegen das Kinderschutzgesetz aufbieten werden, wenngleich änzu- nehmen ist, daß dieses Gesetz nicht so einschneidende Bestimmungen enthalten wird, wie das über die gewerbliche Kinderarbeit. Die Regierungen nehmen ja stets jede nur mögliche Rücksicht auf die ländlichen Arbeitgeber, und tot Berlin hofft man vielleicht, daß die letzteren mit dem Kinderschutzgesetz sich abfinden werden, nachdem ihnen die „Liebesgabe" der erhöhten Getreidezölle zugewendet ifh, Doch die agrarische Presse deutet bereits an, daß die Frage der Leutenot auf einem anderen Blatt steht, als die der Getteidezölle. Die Seltsamkeit dieses sozialen Empfindens muß aber beizeiten gekennzeichnet toerben, daH die billigen Arbeitskräfte der Kinder in noch weiterem Umfange zu der schweren landwirtschaftlichen Arbeit htzr' anziehen will.
♦
Zur nationalen Wirtschaftspolitik.
Aus beteiligten Kreisen wird uns ge» sch rieben:
Am kommenden 1. September ist das auf Grund det Brüsseler Konvention zur Beseitigung der Zucker- Ausfuhrprämien erlassene Reichsgefttz ein Jahr inj Kraft, und schon jetzt läßt sich seine Wirksamkeit als ersprießlich bezeichnen. Ein unbefangener Rückblick ergibt, daß die vor Jahresfrist vielfach geäußerten Besorgnisse über schädliche Folgen der neuen Bestimmungen für die Interessen der heimischen Zucker - Industrie unbegründet waren, wie dies damals von den Vertretern der Regierungsvorlage vor ausgesagt wurde. Der Verbrauch <nv Zucker und dementsprechend die Verwertbarkeit der Erzeugnisse unseres deutschen Rübenbaues ist nicht zurückgegangen; im Gegenteil nach Herabsetzung der Steuer ist eine erhebliche Zunahme des Bedarfs an Zucker in mittleren und besonders auch in den kleineren deutschen Haushaltungen zu verzeichnen. Mehr als je hat unter der veränderten Gesetzgebung der Zucker in Deutschland den Charakter eines Volks-Nahrungsmittels angenommen. Der Zuwachs ist so stark, daß der inländische Verbrauch die Ausfuhr übersteigt, und dieses Verhältnis verspricht dauernd zu werden.
Der heimische Rübenbau hat damit dank der Brüsseler Konvention für seine Produkte günstigere Ab- satzbedingungen gewonnen. Der sichere Jnlands- markt, dessen Aufnahmefähigkeit noch weiterer Steigerung fähig ist, ersetzt reichlich den Rückgang in der Ausfuhr. Nach den statistischen Ziffern der Steuerverwaltung und der Würdigung dieses amtlichen Materials von fachkundr-- ger Seite hat die Beteiligung des Reiches an der Brüsseler Zucker-Konvention für die innere Erstarkung eines wichtigen Zweiges der heimischen Volkswirtschaft gilbe Früchte getragen und wird dies auch fernerhin tun.
Aus Stad! und Land.
Gießen, den 31. August 1904.
** Personal nachrichten. S. K. H. der Groß« Herzog haben Alleranädigst geruht, am 27. August den Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Reinheim Geh. Justizrat Albrecht Braun auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste mit Wirkung vom 15. Oktober in den Ruhestand zu versetzen und ihm die Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps deS Großmütigen zu verleihen. S. K. H. der Großherzog haben Mergnadigst geruht, am 27. August dem Pfarrer Emil Mahr zu Offenheim die erledigte evangelische Pfarrstelle zu Eppelsheim im Dekanat Alzey mit Wirkung vom 15. November 1904 zu überttageu. Die Entlassung vom Dienste wurde erteilt am 24. August b. I. dem Rabbiner des Rabbinats Alzey Dr. Joseph Levi auf fein Nachsuchen mit Wirkung vom 15. Oktober. Er-
Feuilleton.
R. B. Darmstadt, 30. Aug. Dias alte Interims- Theater, in welchem während des Umbaues unseres H o f- theaters die Vorstellungen der ganzen kommenden ^aison flattfinbcn müssen, ist jetzt mit einem Kostenauf- "ccheH" 70000 Mark für die Benutzung fertig geftefft und wurde heut natfmtitiag von einem besonders geladenen Publikum, meist Stadtverodnete und Vertreter der Presse, einer eingehenden Besichtigung unterzogen. Der Bautelter Regierüngsbanmeister Neuling, und General- biretior Werner hatten die Führung durch den vielgliedri- gen Bau übernommen. Das alte Haus, das seit 25 Jahren nur noch teilwesse als Ausbewalwungsort, Wohnraum und Malersaal benutzt worden war, ist in wenig Monaten wieder zu einem recht respektablen Theater umgewandelt worden, das einen freundlichen Eindruck macht. Man hat in weitgehendein Maße für bequeme Eingänge, Nottitten und sonstige Sichcrheit-einrick);timgen Sorge getragen. Bon den ca. 800 Sitzplätzen - auch die kleine Galerie ist mit numerierten Platzen ausgestattet — entfallen auf Sperrsitze 280, auf das Parterre rund 100 Sitze, auf dem einen breiten Rang deS Hauses find Logen und 1. und 2. Rang unlmqebrachl. Der Hauptvorzug des alten Tpeater? ift, daß man von allen Plätzen aus die ganze Bühne überschauen ftmn. Zur Sicherung deS Publikums ist ein neuer
icbtr- ^tntzkit
M ersieht n, iit.
gegebene ÄuSschmtte so ivcnig eutdcl/ixii, n
zweiteiliger eiserner Vorhang eingebaut, auch wurden auf ber Bühne eine Anzahl großer Rauchfange e^lgeri.chtet, sodaß bei einem etwaigen Bühn en brand daS Eiiidrurgen deS Manches in den Znschauerraum verhindert vird^ H-erner ist das ganze .HauS unter AuSsehluß >eder L,okalherznng mit einer neuen Zentralheizung mit gemauerten Kanülen versehen worden, und auch sonst durch tue Neuanlage von zahlreichen Hydranten, Notausgongen, eifemen Leitern itfw alles getan worden, um jede Feuersgefahr nach Müa- bekeitiaen. Das so in feinem Innern aufs Neste hergerichtete Theater^ das bekanntlich die Stadt als Eigentum erworben hat, wird aller Boraussscht iwch auch nach Fertigstellung des großen HoftheaWrs in feiner iefet- aen Gestalt erhalten bleiben und zur Abhaltung von Kon- zerten und Sommer-Theateraufsührungen benutzt werden.
— ßftm« Laaerlöf, Christuslesenden. Autori- lierte 11 bers'tzuna von Kraneis Maro. Geheftet 8.50 Mk. Versag wn Albert LEen in Mnn<l»en. Glew>ze>ttg mit dn schwedischen N^nalauSa^erfckieiNt Selma LagerW S neues Werk auch tit MÄTWW Dichterin wandelt Hirn wieder Kielelben Wege, die sie scdon im Muten Teü flirre großen Jrrnsalemrmnanes ehuicfdjlngeit bat. ES sind Legenden, die ste hei ihrem Ausenihalt int Allheit und NN Orient aesantinelt Hal u d die schon stossW »°"t reinsten und dichtrristbsten .Wer sind; und daß eine Meisterin der a.twbcncit wie Selma
Laaerlös, sie wiederer»ählt, erhebt diese schlichte, unsagbar uungi Bolkspoesie w daS Gebiet der hohen Kunst. Dieses Buch, das
land einen so guten Klang hat, sicher.
— Gustav Meyrink, Orchideen, Sonderbare Ge- schicliten. Umschlag und Vignetten von Prof. I. Taschner.. Geheftet 2 Mk. .Verlag von Albert Langen in München. Dieser Band bringt neunzelm Skizzen, Dinge, die man zähneklapvernb sagen könnte oder erstickt von Gelächter, erzählt Meyrink mit einer schönen Gediegenheit. Und die pbantostiscbe Originalität dieser Geschichten ist von untfo stärkerem kimstlerischen Reiz, als Stil und Darstellung selbst Aeußernngen eines echten künstlerischen Temperaments sind. Im Genre bc8 Amüsanten hvben iwr ihm leider wenig zur Seite zn fteUen, was auf eine lifcrnrifcdc Wertung Anspruch machen könnte.
— Freiherr von Schlicht, Die .FaVnen-Kom* pagnie, Militarhumoreökeu. llmschlag iwn E. ^bönv. Geheftet 2 Mk. Verlag von M>ert Langen in München. Ler Name des Grafen D a n b i s s i n (Pseudonym: Freiherr vM Sänrcht) ist in letzter Zeit viel nvnaunt morden, und zwar rndWt weniger als rühmlich. ,Jn diesem neuen Buche zeigt sich tvrtiWcrr nm Schlicht indes wieder auf dem GeSiett. dem er mit Recht seine Erfolge verdankt. Er gibt in diesen MilitärhumoreSken. die. sich Wer daS Genre erbeben, das man sonst unter dieseru Q^ttuu.i^ namen -usammensaül gut beobachtete, lebendig und ütstig
unbedenklich jedem Kinde in die Hand gegeben werden kann, ist von einer so starken Stimmung erfüllt, daß es auch den, der seinen Kinderglauben längst verloren hat, in seinen Bann zielten muß. .Ein großer, begeisterter Erfolg ist diesem schönen Werke der berühmten Dichterin, deren Name gerade auch in Deutsch-


