Ausgabe 
31.8.1904 Erstes Blatt
 
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154* Jahrgang

Nr. 204

Erstes Blatt

Mittwoch 81. August 1904

Orlchetul täglich außer Sonntag-.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Keffischen Landwirt die Gießener ZamUien» blätter viermal in der

Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Ver­lag der BrÜhl'schen Univeri«-Buch-u. Stein­druckerei. ÖL Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei:

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Anzeiger Gießen.

Kernsprechanschluß Nr. bl.

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger v

Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen

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veLNgSprei»: monatlich 76 PL, viertel- iäbrlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2. uiertel- jährL auSschL Bestellg. Annahme von Anzeiger für die TageSnummer vis vormittag- 10 Uhr. ZetlenpreiS: lokal 12 PL,

auSwärtS 20 Pfg. Verantwortlich für den poliL und allgem. Teil: P. Wtttko; für »Stadt und Land* und -GerichtSiaal*: August Goetz; mr den An­zeigenteil: HanS Beck.

Aie heutige Yummer umfaßt 10 Sciten-

Sultan HLurad f.

Der frühere Sultan Murad ist au der Zuckerkrankheit, an der er seit längerer Zeit litt, ant 29. d. Mts. gestorben.

Der ältere Politi^r wird burdj diese Nachricht in das blutbefleckte Frühjahr 1876 zirrückgeführt, in beut' die Türkei drei gewaltige Umwälzungen erlebte: die Ermordung des Sultans Abdul Asis; die Thronbesteigung und die Absetz­ung des Sultans Murad; die Thronbesteigung des Sultans Abdul Hamid.

Während Abdul Asis das gewesen tont, was man tu Europa einen fltlttiirTen nennt, d. h. ein beschränkter, fana­tischer Muselmann, wat sein Nachfolger Murad, der am 30. Mai 1876 im Miet von 36 Jahren den Thron bestieg, ein vielseitig gebildeter, interessanter, lebhafter, cmftze- klärter Jungtürke. Abdul Asis, der int Grunde ein gut­mütiger Mensch gewesen war, bis er durch Ausschweifungen aller Art in den halb wahnsinnigen .Zustand geriet, der schließlich seine Absetzung yerbeiführbe, hatte den kaiser­lichen Prinzen, die nach der herrschenden Sitte in enaem Gewahrsam (demKasseß", Prinzenkäfig) gehalten wurden, verhältnismäßig viel Freiheit gestattet. So hatte Murad Unterricht in Wissenschaften und Künsten genommen, mit vielen Europäern verkehrt und sich einen weiteren Wissens- Horizont angeeignet, als wohl irgend ein anderer Prinz des Hauses Osman vor kihm. Er hielt such! nur eine Frau, eine levcmtinische Französin, und soll Mitglied einer grie­chischen Freimaurerloge gewesen sein.

Mit unsäglichem Jubel wurde dem jungen schönen Sul­tan gehuldigt, von feiten der Armee auf dem weiten Platze vor dem Äiegsministerium, von feiten der Bevölkerung in den Straßen und auf den öffentlichen Plätzen, als er zum ersten Male nach der Agia Sophia ritt, um das große Selamlik abzuhalten. Der Jubel des Volkes nahm die Ge­stalt fast überschwänglicher Huldigungen an, als Sultan Murad die begeisterten Zurufe der Menge durch Kopfnicken erwiderte. Die Etikette erlaubt nämlich eigentlich nicht, daß der Sultan irgend ein Zeichen des Grußes oder Dankes mache. Abdul Asis hatte diese Ettkette stets befolgt. Vor ihm ritt ein Kammerherr, der einen Turban mit einer Brillantagraffe auf und nieder neigte; das war der Gruß des Sultans. Murad aber grüßte selbst, darin sah Man eine gute Vorbedeutung für die Zukunft, auch in politischer Beziehung. Der junge Sultan geriet bald in eine schwie­rige Lage. Er war bereit, dem Lande eine Verfassung zu geben und Reformen im weitesten Sinne zu verfügen, er wollte mit einem Worte aus der Türkei einen modernen europäischen Staat machen. Aber im Ministerium stand nur Midhat Pascha auf seiner Seite, alle übrigen verlangten die Aufrechterhaltung des Status quo.

Nun folgten ein paar Wochen, deren Geheimnis wohl niemals aufgedeckt werden wird. Offiziell wird behauptet, Sultan Murad habe übermäßig getrunken und schließlich das Delirium ttemens bekommen; andere behaupten, in­folge der Kämpfe um die Reformen mit dem Ministerium, welche unmittelbar der Auflegung folgten, in welche die Ermordung seines Oheims Abdick Asis den jungen Sultan versetzt hatte, sei Murad nervenschwach und schließlich ein Opfer des Verfolgungswahns geworden; noch andere be­haupten, die alttürkischen Großwürdenträger hätten dem Sultan ein schleichendes Gift beigebracht. Wo die Wahr­heit liegt, wird wohl niemals festgestellt werden. Prof. Leidesdorf aus Wien ward nach Konstantinopel entboten, weilte längere Zeit im Palast und peiste wieder ab, ohne daß jemand erfahren hätte, was er gefunden und angeord­net. In weiteren Kreisen verlautete nur von erbitterten Kämpfen im Palais, welche um die Person des Sultans geführt werden sollten. Seine Mutter und seine Frau er­klärten ihn für ganz gesund, die Minister für krank Als zu Anfang August der Scheich ul Islam häufig auf dem Wege von seinem Konak bis zum kaiserlichen Palast ge­sehen wurde, verbreitete sich auch allmählich das Gerücht, der Sultan solle abgeseht werden. Als am 31. August 1876 der Scheich ul Islam .Hasian Hairullah Mendiderim Mai desselben Jahres schon den Sultan Llbdul Asis abge- jetzt hatte, auch Murad des Thrones verlustig erklärte, da blieb alles ruhig. Mdul Hamid, Murads jtiugerer Bruder, bestieg den Thron, auf dem im Laufe von kaum vier Monaten drei Sultane gesessen hatten.

Wo Murad geblieben ist, läßt sich mit voller Bestimmt­heit nicht sagen. Die einen behaupteten schon vor Jahren, er fei längst tot; die anderen sagten, er sei völlig wahn­sinnig und werde im Palais Tscheraghan in Zellenhaft gehalten: wieder andere wollten ganz bestimmt wissen, er fei' gesund und lebe int Palais Tscheragban mit seiner Frau ein glückliches Familienleben. Er studiere, lese Zeit­ungen, sei gcrntz wohl und habe keine Wunsche nach einer Veränderung eines Zustandes. Welche Lesart wohl die richttge gewesen sein Mag?

Jetzt ist er eines natürlichen Todes verblichen, der Sultanohne Glück und Stern", der einst daS Osmanen- rcich reformieren und zu einem modernen Rechtsstaat um­gestalten wollte. Vierundsechzig Jahre ist er alt geworden, aber' die lebten achtuudzwanzig Jahre seines Daseins war er eigentlich bet lebendigem Leibe schon tot. Denn er war im vollsten Sinne des Wortes verschollen, und außer der Handvoll Wissender am SultanöHofe hatte kein leben­der Mensch cim fllhnnng davon, unter welchen Bedingungen der ehemalige Herrscher lebte oder vegetierte.

Ier Krieg zwischen Japan und Außland.

Die Schlacht bei Liaujang.

Petersburg, 30. Aug. Ein Telegramm des' Ge­neralleutnants Ssacharow an den Generalstab von heute meldet: In der Nacht auf den 30. August stellten die Japaner gegen alle unsere Stellungen zahlreiche Artillerie auf und begannen die vordersten Stellungen bei Liaujang anzugreifen. Seit fünf Uhr flüh ist ein ä u ß e r st h e f i g e r Artilleriekampf im Gange. Bis neun Uhr morgens war festgestellt, daß die Hauptanstrengungen der Japaner auf das Zenttum unserer Stellungen gerichtet sind. Die Verluste durch Shrapnellfeuer sind beieinigen Trup­penteilen recht bedeutend. Gegenwärtig, um neun Uhr morgens, befinden sich die Japaner in unmittelbarer Nähe unserer Vorhut.

Petersbur g, 30. Aug. Wie Generalleutnant Ssa­charow dem Generalstabe unter dem gestrigen Datum meldet, eröffnete der Gegner am Nachmittag des 29. August von den Höben im Süden von Wänbatai, 12 Werst süd­östlich von Liaujang, eine heftige Kanonade auf die russische Stellung. Das Feuer dauerte bis 7 Uhr abends. Auf dem rechten Flügel der Südabteilung der russischen Armee war eine russische Kavallerieabteilung tätig, die am 28. August den Vormarsch einer feindlichen Kolonne aufhielt, die den russischen rechten Flügel umgehen wollte. Die Kavallerieabteilung mußte in sehr schwierigem Gelände kämpfen. Am 29. August tourbett ausgedehnte Biwaks der Japaner im Tale des Tschaho bei Sidantta westlich von Der Eisenbahn bemerkt. Ferner wurde festgestellt, daß feindliche Kvlonnen aus dem Tal des Tschaho nordwärts nach Banmatum hin, westlich von der Eisenbahnlinie vor­rückten. In den letzten Tagen ^ftreute eine halbe Sotnie des Regiments Taghestan auf dem Wege zwischen Bensihe und den Gruben von Jantai eine 150 Mann- starke Bande gutbewaffneter Ehungusen. Der Banden- Ährer und 47 Mann sielen, vier Mann wurden gefangen genommen. Die Ruhe in diesem unruhigen Gebiet ist damit wieder hergestellt.

Petersburg, 30. Aug. DieRufs. Tel.-Ag." meldet aus Mnkden von heute: Nach Gerüchten wogte bei Liau­jang ein hartnäckiger Kampf seit frühem Morgen. Alle Angriffe des Feindes gegen unsere Flanke wurden abgeschlagen. Es heißt, die Japaner hätten mehr als zehn Kanonen verloren. Einzel­heiten flhlen.

Paris, 30. Aug. Die russischen Verluste in den Gefechten am Freitag, Samstag und Sonntag um Liaujang werden auf 3150 Mann angegeben.

Petersburg, 30. .Aug. Eine Depesche aus Liaujang von heute vormittag 10 Uhr lautet: Tie Japaner eröffneten beute früh das ÄrtiUeriefeuer, wobei die Avantposten auf der ganzen Frontlinie von Liaujang vorgeschoben wurden. Am heftigsten war das Feuer im Südosten. Um 9 Uhr dauerte das ununterbrochene freuet der springenden Chrapnels fort. Jetzt ist es etwas ruhiger. Feuer und Rauch der springenden Granaten sind deutlich von Liaujang aus zu sehen. Tie Japaner beschossen die russischen Positionen, .indem sie ihr Feuer auf eine bestimmte Fläche kon- zentrietten, dann die nächstliegende Fläche beschossen usw. .Zu­weilen sprangen 16 Shrapnelv gleichzeitig auf einen Ort. Tie russischen Verluste durch die Shrapnels such bis jetzt nur un­bedeutend.

Pott Atthur.

Liaujang, 30. Aug. Hier wird steif und fest versichert, daß Pott Atthur nur noch von den Japanern eingeschlossen, aber nicht mehr helagett werde. '

London, 30. Äug. TemStandard" wird aus Tientsin gemeldet: Tie Japaner haben einen 1200 Meter von 6er Neustadt v on Port Arthur gelegenen Punkt besetzt sie befinden sich nur noch eine Meile vom öst­lichen Hafenbassin entfernt.

Tschifu. 30. Aug. russischen Behörden in Port Arthur haben eine Anzahl Chinesen zum Transpott der Leichen engagiert. Dreißig erbeutete Wagen dienen zur Fortschaffung der im Kampfe bei Pahsilmang gefallenen Japaner. Aus Tokio wird gemeldet, daß der Fall Pott Arthurs in Japan für den 20. August er­mattet wurde. Vor Port Arthur stehen vier japanische Divisionen. Wie verlautet, haben die japanischen Verluste am 20. August 10 000 Mann betragen. Ter Augttff erfolgte von drei Seiten. Ter Fall der Festung ist vor Ende September un­wahrscheinlich.

Verluste.

Tokio, 30. Aug. Die iapanischen Verluste bei Anving toruoen imgcfitfa 2000 51? ann an Toten und Bor- wundeten. Die Verluste der Russen sind fl1 . ' n 1 sehr groß. Die Javaner erbeuteten bei .lnping und bei Anschantschan i e acht Kanonen. , .

Mukdcn, 30. Ang. Nack, riiMckm ^Mbrnmcn l'"b brat Kampfe vom 26. i>. M. 800 Mann getütet wordcm Dtefewen s-vörten »nmeist dem sibinsckxn JSgerirgtment, sowae der 9. und 35. Division an.

Desarmieruug und Reparierung.

Svangpai. 30. Ana. lM-mter.) Tie D^nmtiening in-r 'S & Ä*:.

ftiStSÄ « M *r- treffen täglich neue Trnpven em.

Dom baltischen Geschwader.

vn 30 Ang Auf eine Auflage, die die ~ sirLLfitr''' 'infolge im Auslande verbreiteter Oie-

Gerückte Üker eine 0 > plosion auf dem Panzerschiff sind vollständig erfunden.

Neutrale Dampfer.

err. -An 4 .30 Aua Wie berichtet wird, ist der eng- lisch?T-mps-r.Talgava" nebst seiner au8 MM und

Gold bestehenden Ladung von den Russen konfisziert. worden. Ter deutsche DampferThea" ist mit feiner Ladung in den Grund gebohrt worden, ohne daß seiitensi der Russen der Versuch gemacht worden wäre, ihm zu beschlag­nahmen.

Folgen des Krieges.

Moskau ,30. Aug. Tie allgemeine geschäftliche Krisis nt* folge des Krieges hält an. sämtliche großen Fabriken sind geschlossen. Während der letzten Woche haben allein 13 7 Firmen falliert.

Wiederaufleben der Boxerbewegung in China.

Schanghai, 30. Aug. (Reuter.) Das Wiederauf­leben der Boxerbewegung wird auf Taming-Fu in der Provinz Petschili gemeldet. Als einige amerikanische Missio­nare in Taming-Fu erfuhren, daß Boxer an einem Orte, namens Tsaiyun sie zu ermorden beabsichttgten, be­mühten sie sich, an den amerikanischen Gesandten in Peking zu telegraphieren. Die Lokalbehörden verweigerten es, das- Telegramm abzuschicken, aber ein befreundeter Engländer in Hon an übernahm die Beförderung der Meldung. Ter Vizekönig Fuanschikcri gab sofort die nötigen Befehle^ den Schuh der Missionare, aber in Anbettacht der Untätig- fett der Hauptbehörden und der Hoffnungslosigkeit, ihtt Werk fortzusehen, verließen die Missionare Taming-Fu und kamen auch alle sicher fort.

Ein Konzert zu Gunsten der russischen Verwundeten.

Baden-Baden, 30. Aug. Am Sonntag sand unter dem Protektorat der Prinzessin Wilhelm von Baden ein Konzert zum Besten verwundeter und frontet russischer Sol­daten unter gütiger Mitwirkung des bekannten russischen Hofopern- sängers Herrn Davydorff, ferner der Frau Baronin v. Heeckesten und des Herrn v. Hattong statt. Das durchgängig russpche Pro­gramm tvurbe von dem gefüllten Saale mit lebhaftem Beifall ausgenommen. .

Volitische Tagesschau.

Irr Kufstand in Peuisch-SüdWekasrika.

Die letzten Verluste in Sudwestasrika. \

Tie amtliche Verlustliste aus den mehrtägigen Kämpfen am Waterberg war bisher mir zum Teil ausgestellt und nach der Heimat übermittelt worden. ,Von den Abteilungen Estorfs und Heyde, hie in jenen Gefechten stark engagiert waren, standen die Verlustangaben noch aus. Jetzt sind sie endlich eingetroffen. Wir lassen sie nachstehend folgen:

Es fielen im Gefecht bei Waterberg am 11. August: Leut­nant Otto Seebeck aus Berlin vom 138. Regiment; Oberleul- uant v. Leckow; Feldwebel Robett Jendis aus Schweinitz i. Schief.;. Gefreiter Robert Wolf aüs Frankenberg i. Schl.; Reiter Karl Schlegel aus Gleiwitz: Reiter Gottlieb Waclawzvk Regt. 13 aus Bottrop; Gefleiter Eduard Rudolph aus^ Hagen.

Schwer verwundet: Leutnant Hermann Runkel aus Einbeck, fliegt 152, Knochenschuß in den linken Unterschenkel; Gefleiter Ludwig Grzegorz, Tragonerregt. 8, Unteroffizier Hrch. Reese aus Hannover Reiter Otto Piek aus Harbiirg, Unteroffi­zier flNax Kunzig aus Insterburg. , _

Leicht verwundet: Major Osterhaus, Unterommer Herrn. Schönemann aus Bitterfeld, Gefleiter Stanislaus Goulnik aus Kolmar i Br., Gefleiter Emil Velde aus Alt-Delz, Kreis Kos- lin), Reiter Robett Nowak aus Kalau, KreiZ Meserrtz, Retter Wilhelm Reddig aus Güldenboden, Reiter Adolf T'chmann aus Zabem im Elsaß Reiter Heinttck Wilke auS Consrade, Reiter Karl Grube aus Lützen. Gefreiter Artur Würtemberger auS Ca,iel. Regt. 31, Gefreiter Willv Klett aus Bromberg, Gctretter Max Messerschmidt aus Gottsck'dorf, Reiter Paul Würker aus Mma bei Altenberg, Gefleiter Karl Schröter aus Kothen-Anhalt, Ver­mißt: Gefleiter Kcirl Hummel aus Nobitz, Kr. Leipzig, Reiter Friedttch Köhler au« Goßlar a. H. . r _

Ferner sind einer amtlichen Mitteilung zmolge tut Gefecht bei Omcttuga am 15. August gefallen: Gett-'üer Emst An- sorae früher Regt. 47. Schwer verwundet Gefleiter ^mnnanb Weber,' früher 3. Husar., Hüstschuß; Miter Alois Komps, srüher 16 Dragoner Sckmß rechten Arm. Die Wunde des Hermann Meummamt/ früher Regt. 148. ist bereits geheilt; Scheun^ mann nm leicht verwundet. - Am Ty vhnS gestorben ist Unteroffitter Hermann Gustav Helrnnch, geboren in Goldberg, von der Signalabteilung, am 26. August. _ f

Die Leiche des Leutnants Grafen v. Arnim vom Regiment der Gardedukorps, der, wie wir meldeten, im Kampfe^ aeaen die Herero gefallen ist, wird von Deutsch-Südwcstaflik^ nach dem gräflichen Stammstlstoß Muskau, O.-L. gebracht, um in der dortigen Familiengruft*beigcsetzt zu werden.

H ambu rg, 30. Ang. .Mit dem DampferMxandra Wver- mann" ginn beute nachmittag ein Tttippenttmispott in stärke von 150 Mann nach Dentsch-Südweftafrika ab.

Die Betriebsgesellschaft Bad Orb hat dem Kriegsminister v. Einem angeboten, den aus Südwestafrika zurück-^ kehrenden Soldaten in Bad Orb freie Kur und Bäder zu gewähren. ____ .

Zur Pernerstorfer-Affaire.

Nebst den sozialdemokratischen Blättern war die demokratische Presse Frankfurts ganz ailßerm Häuschen, als ihr das Offen­bacher Verbot zu Ohren kam. Es wurde da reckt nnmderlichrs Zeiig zusammengefaselt und alle Tage wurde einem ailderen die Sckmld"' an dem Verbote nackgesagt. Die ,,Offtmb. Ztg." giesst folgenden Spotteiiner über die Frankfurter Blätter ans:

Erst sollte der Großherzog an dem Polizeiverbot säuttd sem, jetzt ist's dir Regierung mtb oie Polizei. Wir wvllen den un­schlüssigen Herrschaften ix'inen Wein cinscheukeu. an der

ganzen (^schichte iwr ein ri> ssiscker E miss ä r , der c i g en« vom Zaren n a di Hessen g e s ck i ck t werden nmr. r wundern uns, daß die sonst so findige Nachbart^rene bet ben nahen Beziehungen zwisstvii dem Darmstädter unb berrt Petere bürg er Hof nickt gleid) auf diesen Gedanken kam. ^I.wu eimge Tage vor den ttagisd^en Errignissen kam in einem am Wunen Lokallmhnhos ttrlrgcnfu Hotel via Königsberg, Berltu, tVr<mpurt ein Herr mit einem ftffakiscken Namen und fleind.andncke-n Al^eut an. Er wurde nachher in einem neben dem Lokalbalmhot st eben­den, allgemeinen Zacken dienenden Häuschen gleich zech g mit ciwm S.' i-iihinn in 3>vil bemerkt Am nackltru Morgen i*eiue her Fremdlin uack Darmstadt nreiter, und bet Wirt vermißte, zwei Stearins, rum, die der unerfahrene fliusse jedtmsalls für Talg- ckidster gebniten hatte. L« KerMl wurden auf Reklamation bH