Ausgabe 
31.3.1904 Zweites Blatt
 
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Leer und Alatte.

Krämermarkt.

etc.

Störung

I Telephon

Die Kinder gedeihen vorzüglich dabei & leiden nicht

Politische Tagesschau

Der verurteilte Justizminister.

in ihren Aussagen nernuS, das, Der <Ser,cyrsyos Diesmal den fttnbunqen der Olschewski nicht die unbedingte ®laubroürbiqteit beimeffen koimte, um zu einer Verurteilung des Angeklagten führen. Das Urteil sprach den Angeklagten frei, weil ernicht überführt" sei. Es wird abzuwarten sein, ob bei dieser Begründung der weitergehende Antrag des Verteidigers, dem Freigesprochenen nach Maßgabe des Gesetzes eine angemessene Entsch digung zuzusprechen, von Erfolg gekrönt sein wird.

dem Zusatze:

der Abgeordnete sofort um Rrniga..

Verweigerung kein i 11Verlag.

Beim Glase Bier.

Der Bürgermeister Sch. hatte zu Stadtratsmitgliedern geäußert, daß er die Absicht habe, sich pensionieren zu laßen. Als der Stadtverordnetenvorsteher N. hiervon Kenntnis erhielt, lud er etwa zwölf Stadtverordnete zu einem Glase Bier nach seiner Wohnung ein. Bei dieser Gelegenheit wurde auch über die Pensionierung deS Bürgermeisters gesprochen; die Anwesenden unterschrieben dabei ein Schriftstück, wonach sie für die Pensionierung deS Bürgermeisters in der Stadt- verordneten-Versammlung eintreten wollten. Auf Grund deS VereinSgeseheS wurde R. angeklagt, weil er ohne polizeiliche Anzeige eine Versammlung einberufen habe, in der öffent­liche Angelegenheiten erörtert werden sollten. Sowohl das Schöffengericht als auch das Landgericht verurteilten R. zu einer Geldstrafe. Gegen diese Entscheidung legte R. Revision beim Kammergericht ein und betonte, es handle sich vorliegend um eine Privatversammlung, in der gelegentlich auch die Pensionierung deS Bürgermeisters besprochen worden

Hervorragend bewahrt bei

neu Ware Die VorenfsHeiDung zutreffend, dann müßten auch Abgeordnete und Stadtverordnete der Polizeibehörde stets rechtzeitig Anzeige erstatten, sofern sie eine Fraktions­sitzung abhalten wollten. Das Kammergericht, so lesen wir in der .Köln. Ztq." hob diese Vorentscheidung auf und wies die Sache an die Vorinstanz zur anderweiten Verhandlung und Entscheidung zurück. Das Kammergericht nahm an, daß der Vorderrichter den Begriff der Versammlung nicht verkannt habe. Rach Ansicht des Kammergerichts ist eine Versammlung eine Vereinigung einer nicht zu kleinen Zahl von Personen an einem bestimmten Orte. Es bleibe aber noch zu prüfen, ob § 21 des Vereinsgesetzes dem Angeklagten zur Seite stehe; hiernach finden die Vorschriften des Vereinsgesetzes auf die durch das Gesetz oder die gesetzlichen Autoritäten angeordneten Versammlungen keine Anwendinuu______ _

Herichtssaat.

Unschuldig im Zuchthaus. Zwei Jahre Zuchthaus unschuldig verbüßte der Gastwirt Emil M end ozitzki, früher tn Osterode i. Ostpr., jetzt in Berlin, der vor der 3. Strafkaimner ni Allenstein stand. Es handelte sich um erfolgreiches Wieder­aufnahmeverfahren. Der Angeklagte heiratete 1896 feine letzt von ihm gefchiedene Ehefrau, die ihm zwei Kinder mit in die Ehe ge­bracht hatte. Der Angeklagte ist durch Urteil des Landgerichte Allenstein 1898 wegen eines an seiner 13jahrigen Stieftochter bc- qaiigenen Sittlichkeitsverbrechens zu zwei Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust verurteilt worden. 4.ie Strafanzeige war nach voraufqegangenem Streit von der Ehefrau des Angeklagten erfolgt, feine Verurteilung auf Grund der Aussagen der Ehefrau, einer Schiviegermutter, ferner der angeblich mißbrauchten _^tie'» kochter und eines Dienstmädchens. Schon im -termm im Jahre 1898 hatte der Angeklagte immer wieder geltend gemacht, daß das Dienstmädchen und die Stieftochter von der Ehefrau des Verur­teilten uiid deren Mutter beeinflußt worden sind, weil der Ehefrau Daran lag, von ihrem Ehemanne wieder gefchieden zu werden und ein obsiegendes Urteil zu erstreiken. Der Gerichtshof war damals zur Ueberzengiing von der Schuld des Angeklagten gekommen und so wurde der Angeklagte zu zwei Jahren Znchlhans verurteilt, Die er auch verbüßt hat. Der Angeklagte hatte seinerzeit gegen das Urteil Revision eingelegt, die Rechtfertigung konnte ,edoch nicht rechtzeitig erfolgen. Der Angeklagte hat dann das Wiederaufnahme­verfahren betrieben und eine Reihe von Beweisen znsammen- qebracht. Der Wiederausnahmeantrag wurde von der Strafkammer abqelehnt. Hiergegen legte Rechtsanwalt Dr. Lchwmdt Beschwerde bei dem Oberlandesgericht in Königsberg t. Pr. ein, dieses befand den Wiederaufnahmeantrag für zulässig und ordnete die Ver­nehmung der darin benannten Zeugen an. -tiefe Zeugenvernehmung -og sich von Juni bis November 1903 hm und führte dazu, daß die 1. Strafkammer zu Allenstein die Wiederanfnahme des Ver­fahrens und die Ernenernng der Hauvtverhandlung verfugte. Diese fand nun statt und endete mit der Freisprechung des An­geklagten. Die neuen Zengen gaben von der sittlichen Qualität der Stieftochter des Angeklagteii und des Dienstmädchens em so wenig meichelhaftes Bild und es stellten sich doch so viele Widerspruche

<Vn dem Privatbeleidigungsprozeß ßes Redakteur? Bie'rrnann in Oldenburg wider den Großh. Oldenburgs

Justizminister Ruhstrat wurde der letztere unter Dflshebung des ersten Urteils zu 100 Mk. Geldstrafe ev. 10 Ta gen Saft verurteilt. _

DerTägl. Rdsch." wird geschrieben, daß der Kellner La t u r n u s, der sich zur Zeugenaussage gegen den Mi­nister erboten hat, im Jahre 1892 wegen Einbruchs, Dreb- ftahls einer okldkassette im Eilesschen Restaurant rn Olden­burg mit 2 Jahren Zucktbaus und außerdem 1900 in Bremen wegen betriigerischen Bankrotts ebenfalls mit 2 Jahren Zuchthaus bestraft worden sem soll. D-as Blatt schreibt:Wir halten es für eine Pflicht der Loyalität, von diesen Mitteilungen Notiz zu nehmen, bte das Zeugnis des Kellners allerdings erheblich entwerten wurden. Um so weniger verständlich ist es uns, warum aus diese Dinge vor Gericht nicht cingegangen worden ist. Es konnte doch nur im Interesse des Ministers liegen, wenn auf der

2 a" mm ni cht lu f* der Stelle Klarheit geschaffen werden konnte, hat der Minister erst recht die Verpflichtung, dafür zu sorgen, daß eine Klarstellung nicht ans- bleibe. Von der Einleitung eines Verfahrens gegen La- turnus hat man indessen bis jetzt nichts gehört. Die Olden­burger Nachrichten geben dem Unmut, der über die letzten Skandale im Lande herrscht, bitteren Ausdruck. Lie schreiben u. a.:Wir fragen: Muß denn Oldenburg sich ein ums andere Mal vor der ganzen Welt bloßstellen! lassen? Brauchen es sich die Oldenburger gefallen zu 'assen daß man außerhalb der blauroten Grenzpfahle förmlich mit Fingern auf sie zeigt? Und den letzten Fall betrachtet war es nötig, diese abscheulichen Kundgebungen hervorzu­rufen? Müssen wir denn nicht glauben, jedes Klublokal sei ein Spiele rnest? Wer bürgt uns dafür, daß nicht noch a l l e T a g e d e m e n t n e r v e n d e n u u d r u r n i e - renden Spiele gefrönt wird ? Es.ist alles er­logen, heißt es bei der schwachen Minderheit. Gut, warum wußte man denn diese Schänd geschichte nicht abzuschneiden? Die öffentliche Meinung halt diese Dinge für wahr und empört sich darüber in solcher Weise wie wir selten Gelegenheit hatten, zu beobachten. Warum schasst der öffentliche Ankläger diesen Widerspruch nicht aus der Welt, indem er die angreifenden Zeugen vereidigen laßt und sie zwingt, unter dem Truck schwerer Meincidsstrasen Wahrheit und Lügen in ihren Aussagen scharf zu scheiden? Endlich die soziale Seite der Sache was schafft größere Gegensätze zwischen den verschiedenen Bevölkerunasschichten, was schürt schlimmer den Rassenhaß und die Verhetzung der Berufsstände, als wenn hier der Anschein erweckt wird, daß unberufene bände boshaft nur einen Zipfel von der Wahr­heit gelüftet, und das meiste und schlimmste sich noch in der Verborgenheit versteckt halte! Die gegebenen Andeut­ungen wachsen sich in der Phantasie des Volkes zu unge­heuren Vermutungen aus und beunruhigen tausendmal mehr, als einige agitatorische Wendungen, wie sie z. B. den Sozialdemokraten in ihren Landtagsreden mit unter­laufen." Soeben ist der Gr o ß h er z o g zurückgekehrt, viel­leicht spricht er ein Machtwort, das die Luft reinigt.

Der neue Ruhstrat-Prozeß vor der Strafkammer des Landgerichts, der mit der Veriirteilung des Ministers (siehe oben) zu 100 Mk. Geldstrafe endete, betraf die Beleidigung der Frau des Redakteurs Diermann durch den Justizminister, welcher bekanntlich zu der Klägerin geäußert hatte:Ihr Mann ist ein Lump !" Das Schöffengericht verurteilte seinerzeit wegen dieser Aeußerung den Minister zu 20 Mk. Geldstrafe, gegen welches Urteil Frau Biermann wegen zu niedrigen Strafmaßes die Berufung einlegte.

Häuser fürchteten.

* Budapest, 30. März. Die Ortschaft Sasteni steht in Flammen. Infolge starken,Sturmes gestalteten sich die Lösungsarbeiten äußerst schwierig.

* Laibach, 30. März. Unter den beim Bau des WocheinerTunnels beschäftigten Arbeitern sind die schwar­zen Blattern ausgebrochen.

* Wie muß man die Brücke nehmen,? ^as Freie Wort" erzählt die nachstehende lustige Geschichte alsbuchstäblich wahr": In A einer kleinen fürstlichen Residenz, liegt ein detachiertes Bataillon. Emes Tages ist Besichtigung durch den Brigadekommandeur Bei der Felddienstübung erhält ein älterer .Hauptmann den Befehl, eine Brücke zu nehmen. Bei der Kritik ergibt sich, daß die Sacketotal verkehrt angefaßt ist und in durchaus an­derer Weise hätte ausgeführt werden müssen". Wie,o? wurde nicht gesagt. Nachmittags beim Liebesmahle im Kasino erlaubt sich der Hauptmann, der sehr gut ange­schrieben war, auf die Kritik zurückzukommen.Verzeihen Herr General", sagte er,daß ich mir eine Frage gestatte. Seitdem ich hier bin, habe ich nun schon an die zwanzig­mal die Aufgabe gehabt, jene Brücke zu nehmen. Ich habe ihr von vorn, von hinten, von rechts, von links, aus allen Himmelsrichtungen, von unten und oben mit Sturm und mit List beizukommen getrachtet, aber ledesmal habe ich es fal ch gemacht. Ich würde mich sehr freuen, zu erfahren, wie denn nun eigentlich die Brücke genommen werden muß!" Tie Frage erregte natürlich allgemem und auch bei dem Herrn General große Heiterkeit xa ber Hauptmann an dem kleinen Hose als gewandter Fest­ordner eine gesicherte Stellung hatte, konnte er sich so etwas erlauben.

w. Gieße«, 30. Marx. Auf dem dieswöchigen D i e h m orf: standen zirka 1000 Stück Milck- und Fettvieh, darunter 10 tw.t Fahrvchsen, 180 Kälber und 300 Schweine zum Verkauf. Am markt war wie immer sehr lebhafter Handel in guten Der Handel in Milchware war am Hauptmarkt Vlblt, trotjotm zahlreich die Kundschaft für Kühe aekommen watz bur* bit rin bevorstehenden Feiertage für die Verkäufer doch etroaS unemw beeinflußt worden. Da der Osterbedarf an fDhld)fuhen betens ge­deckt ist, fehlte es an der rechten Kauflust, umsomehr, als tue Handelsleute an den hohen Preisen sesthielten und, wenn es 'imen auch schwer fiel, doch lieber aus ein Geschäft verzichteleit, eh«sv bei dem teuren Einkauf mit Schaden verkauften. sieltvikd wenig am Markt; zwar war die Nachfrage nicht sehr stark dana, trotzdem zogen für gute Ware die Preise gegen den letzten 1 lom etwas an. ' Im Kälbergeschäft machten sich die kommenden ff e tage geltend. Frankfurt und Wiesbaden waren M «X? gekommen und es deckte der kleine Vorrat lange nicht den £« so daß die Kälberpreise rapid in die Höhe gingen und un - heimischen Metzger, welche gern kaufen wollten, nur lch am Handel fic6 beteiligten. - Der Ochsenmarkt **«b* keine große Bedeutung mehr hat, zeigte,, trotz de« seh g fl Vorrates einen recht flotten Handel. Käufer auS der umgefl uiid aus dem Westerwald nahmen was vorrätig war z> fl Preisen ab. Auf dem Schweinemarkt waren nur meistens^ vorhanden bei starker Nachfrage nach mittleren un I Tieren. Das Geschäft in Ferkeln ging schleppend und bw käufer mußten, um ihren Vorrat los zu werden, otuige als bei den letzten Märkten. Trotzdem erklären die Kau r- magere Schweine und Ferkel immer noch zu teuer I . hältnis dazu, wie fette Schweine bezahlt werden, müd" Handelsleute klagen, daß bet dem hohen Einkauf der van lohnend sei. - Es wurden bezahlt für das Stück tragende Kühe 1. Qualität 425500 SDlf-, 2. D-ual.l . . & fnifite? 3. Qual. 260-325 Mk., ?lbmelkkühe 200-240 Mk. ,

der Zentner Schlachtgewicht: Fette Rüider 1. Qua. (über: 2. Quak. 63-65 Mk., fette Kühe 49-53 Mk., Kalber

50 Pfund wiegend) 74-78 Mk., ganz schwere Ware c * gorla 2. Sorte (zwischen 40 und 50 Pfund schwer)

(leichtere Tiere) 62-66 Mk. Gangvieh wurde daS paar bifi ; 1. Sorte 850-925 Mk., 2. Sorte 750-820 Mk., 8. fi|n. , 725 Alk., zweieinhalb- bis dreijährige Fahrstrere wa en , Markt. Junge Ferkel, bis 10 Wochen alt, Men __ . 30-40 Aik., bis 20 Wochen alte zu 45-60 Mk. av- aui- t Markttage am 19. und 20. April, am zweiten ^«anu 9

Frisch eingetroffen:

Alle Sorten Wild und zahmes Gefl g

Carl Schwaab, HofdeUkatessenb^j

T.lanliAH 265. o24

Handel und Verkehr. Nallibwütschast.

NeichHschatzfckcine. Es wird gemeldet, daß von den 40 Millioiien 4 Prozent. Reichsschatzscheinen, die am 1. April, refp 1. Juki fällig flnd, und bei denen die Konvertierung um 3M angeboten wurde, ein verhältnismäßig großer Betrag nicht kon- vertiert worden ist. - Einer späteren Meldung zufolge sind etwa 27 Mill. Mk. konvertiert und der Rett von ca. 13 Mill. Mk. ge­langt zu den Verfallterminen 1. Avril bezw. 1. Juli d. I. }ur Heimzahlung.

Rentenwerte und Diskont. Für die rrissischen Renten herrscht schoii seit einiger Zeit ausgezeichnete Stimmung. Für alle anderen aber, mit Ausnahme der Argentinier ist Abschwächmia eingetreten. Die letztgenannten stiegen auf sehr günstige En,tc° berichte. Im allgemeinen aber wirb, da Geld schon wieder leichter zu haben ist, im Monat April aus eine erneute Besserung der Tendenz gerechnet. In informierten Kreisen hüll man es nicht für möglich, daß die Reichsbank im kommenden Monat mit einer Diskontermäßigunq vorangeht, wenn dies auch wohl nicht In der ersten Hälfte des April der Fall sein dürfte.

Kleine Finanzchrouik. DieSpinnereiVorwärttz i n B i e l e f e l d hat für 1903 wieder einen Verlust von 10.828 Mk der aus dem Spezialfonds zu decken sein wird. 1902 war ein Ver­lust von 37.453 Mk. entstanden, der ebenfalls auS der Spezial- reserve gedeckt wurde; dadurch ist diese vollständig aufgezebn. - Für die preußisch-hessischenStaatsbahnen sind 622 Lokomotiven in Bestellung gegeben worden und zwar 572 für hie bestehenden Bahnen und 50 für neu zu bauende Linien. - Tie Deutsche Effekten- und Wechfeldank in Frank- f urt a. M. har eine große Liegenschaft an der Ecke der Kaiser, straße für 975 000 Mk. gekauft, um darauf einen großen Bank, neubau für ihren Betrieb zu errichten. Tas Siegerländer Eifen st einfyndikat erhöhte die Förderungseinschränkung ab 1. April d. I. von 15 auf 30 pEt.

Dresden, 30. März. Die Generalversammlung der Fabrik photographischer Apparate auf Aktien vormals R. Huettig und Sohn setzte die Genehmigung der Jahresrechnunq für 1903 bis zur nächsten auf-erordeni- lichen Generalversammlung aus, um den Bericht der Pe- Visionskommission abzuwarten. Der bisherige Ausiichts. rat legte sein Amt nieder. In den hierauf neu gebildeten Aussichtsrat wurden Bankdirektor Oswald (Dresdener M- liale der Deutschen Bank), Bankdirektor von Roy (Mge- meine Deutsche Kreditanstalt,, Wteilung Dresdens Kauf, mann Ahlbelm. Rechtsanwalt Roehl, Rittmeister a.T.Aroß- Dresden, Bankier Ephraim und C.-roeder-Berlin ge. wählt. Dieser Aufsichtsrat soll zugleich die Funktionen der Revisionskommission übernehr.-en und einer später ein. zuberufenden Generalversammlung greifbare Sanier* ungsvorschläge machen. Vorläufig gibt die TreSde* . per Filiale der Deutschen Bank sowie die Mgemeine Deutsche Kreditanstalt, Abteilung Dresden, auf Grund der von der Treuhandgesellschaft Berlin vorgenommenen Sie, t Vision der Huettiggesellschast die nötigen Barmittel.

Märkte.

gesanglichen Leistungen waren sehr hübsch, zündend wirkte be­sonders Herr Forchhammer, der erst im Opernhause den etegmunb in derWalküre" gesungen hatte, mit dem Vortrage vonNur für Natur", auch die Herren Hensel, Adler, Schramm, Reich und Brinkmann hatten dröhnenden Beisall. Im Ganzen aber war es uns des Kecken und Dentlichen zu viel. Freilich haben nur bte Tänze des Herrn Arthur Meyer als Miß Duncan nnb eine Parodie der .Madame Sans ©enefl nicht mehr abgewartet. Das wunder­volle GoethescheTagebuch", das eine so moralische Tendenz »mt so unverhlillt freier Darstellung vereinigt, wurde von Herrn Ontncke sehr schön rezitiert, fügte sich aber in die Stimmung des Abends nicht recht ein. Sehr Hübsches bot der Letter des Abends, Herr Oskar Klein (Berlin) mit seinen improvisier^ t gereimten Kritiken feder einzelnen Nummer. Aber, bitte, lasten oie doch das nächste mal lieber wieder die Damen zu!

Prag, 30. März. Die hiesige Staatsanwaltschaft hat die ketzte Nummer des Simplizifsimus konfisziert wegen des Bildes:Die wilden Tschechen".

Dresden, 80. März. Hier konstituierte sich heute der Bund Heimatschutz" im Beisein vieler Vertreter deutscher Staaten, Städte, akademischer Hochschulen und Vereine. Zum Vor­sitzenden wurde Profestor Schultze-Naumburg gewählt. Die Geschäfts­stelle ist Eharlottenburg.

_Aus Frankfurt a. M. schreibt man uns: Die April- Ausstellung im Kunstsalon HermeS weist eine Sonder-AnssteNnng von 20 Gemälden des Norwegers Ph.Holmboe auf. Eine An­zahl neuer Einzelwerke von F. A. v. Kaulbach, Hans Thoma, F v Lenbach, Franz Stuck, Ed. Grützner, Ad. Hengeler, Defregger u. anderen vervollständigt die reichhaltige Ausstellung. Besonders zu erwähnen ist noch das bekannte Gemälde von G. Segantin, Das Mädchen auf dem Balkon" (1892).

München, 30. März. Ter Dichter Profestor K a r l Z e 11 e 1 ist hier q e ft o r b e n. Zettel, ein geborener Münchener, ist 73 Jahre alt geworden. Er ist als Essayist und Lyriker hervorgeireten. Sehr verbreitet sind die von ihm heraiisgegebenen AnthologienEdel" weiß" undHeideröslein". Von fernen eigenen Werken sind die Dichtungen", die kleine epische DichtungGela" und die Samm­lungIn zarte Frauenhand" zu erwähne»:.

* Berlin, 30. Marz. Tret in einer hiesigen Weiß­gerberei beschäftigte Arbeiter sind unter dem Verdacht der Erlankung an Milzbrand in das Krankenhaus ge­schafft worden. Sie haben fick die Ansteckung wahrschemlrch bei der Gerbung von Schaffellen zugezogen.

* Breslau, 30. März. Der bei der Neguliemmg des Biele-Flusses beschäftigte Arbeiter 5Mek ist zwischen Zle- aenhals und Niälasdorf ermordet aufgefunden worden Seine Taschenuhr fehlte. Zwei verdächtige Arberter sind verhaftet worden. , . .

* Metz, 30. März. Leutnant Bilse wird am 2. April aus dem Garnison-Gefängnis entlassen werden. Er begibt sich mit seinem Rechtsbeistand nach Nancy, um dort gegen den unberechtigten Uebersetzer seines Ro­mansAus einer kleinen Garnison" klagbar zu werden. Bilse verlangt 15 000 Francs Schadenersatz. .

* Zürich, 30. März. In der französischen Schwerz wurden gestern wieder heftige Erdstöße verspürt, so­daß in zahlreichen Ortschaften die Bewohner für ihre

M'ün chen, 30. Mäm. Die , Korrespondenz Hoffmann" schreibt: Nach einem Berickt der Münchener Mlg. Ztg. über die Ber nfungs der Handlung gegen den ehe­maligen Ciniähriqfreiwilligen Eras nahm der 2lbg. Dr. P i ch l e r auf einen ähnlichen Fall Bezug, tu welchem ihm ein Brief hurückgegeben wurde, unt dem Bemerken, daß eventuett für den Betreffenden eine Straf­verfolgung eintreten würde. Hierzu ist festzustelten daß der Fall insofern völlig verschieden war, als es sich um den Brief eines preußischen Soldaten mit Klagen über seine p reußi scheu Vorgesetzter» lmudelte, also nicht, um Untergebene des bayerischen Kriegsministers .m Sinne des 8 147 des Militärstrafgesetzbuches. Pichler wurde da­mals mitgeteilt, das bayerische Kriegsministerium könne in der Sacke nichts anderes tun, als den Brief an das p- eußische Kriegsministerium weiter zu geben. Als darauf die von Dr. Pichler gestellte Frage, ob der Betreffende even­tuell eine Strafe zu gewärtigen habe, bejaht wurde, mit - .Sicher, wenn die Angaben unwahr sind , bat e sofort um Rückgabe des Briefes, zu deren

1914

A. Grünebaum

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