154, Jahrgang
Donnerstag 3L. März 1904
Zweites Blatt
M. 77
Giehener Anzeiger
Sr-fcheinl tSgNch mit Ausnahme deS Sonntag«.
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General-Anzeiger. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
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Me ..Giehener §amllienbl8tte^ werden dem /Inzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der -hesstiche Landwtrtt' erscheint monatlich einmal.
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Die yeuiige Mmmer umfaßt 14 Seiten
RotationSdrnck und Verlag der Brühl'schar UntoerfttütSdruckeret. R. Lange, Gießen.
Redaktion, ExpedUion u. Druckerei: EchulsK.?.
Tel. Nr. 6L Telegr.-Adr.: Anzeiger Gießen.
nur eine sehr beschrankte Tängkeit zuweist, da die Jahre doch schon an ihm zu bröckeln anfangen, und Herr Sam dors, der stattliche erste Held und Liebhaber, dessen Tomäne das klassische, getragene Drama ist, während er im Salon feine besonders günstige, entweder unbeholfene oder apathische Figur zu machen pflegt und sich auch nicht sonderlich behaglich darin zu suhlen scheint, und der sein gar so dunkles, hohlklingendes Organ nicht recht zu behandeln versteht.
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Naturburschen hinausspielte — usw. Es bleiben uns im wesentlichen die Damen Frl. Hellberg, eine liebliche
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vier Reiter verlor. Rittmeister Kurukawa und elf Retter wurden verwundet. Nach dem Gefechte wurden zwei Russen tot auf dem Felde gefunden. Außerdem sollten noch sieben oder acht gefallene Russen sich in der Stadt befinden. Während des Gefechtes wurde beobachtet, wie die Russen mit großer Geschicklichkeit die Verwundeten und Toten auf Pferden oder in Ambulanzen
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Sentimentale, die freilich anfangs mehr versprach, als sie später hielt, aber nach ihrer bofsentlich recht baldiges Genesung mit neuen Äräftcn an oem Ausbau ihres schönen Talentes arbeiten wird; die sehr sympathische, zurück haltende, immer in ihrer schlichten und zarten, wohl« tuenden Art angenehme Frau Kellermann, der würdige Herr Linzsn, dessen großen Fleiß und tüchtige Qte* (Innung wir hochschuhen, dessen Alter ihm aber eigentlich
2 .'. ^.ndschju beseht hatten. Es gelang, die russisch TDuPpeu aus ihren Stellungen zu Wersen u t m. j i a b t zu besetzen. Auf Seiten der Japaner sind g tju. £en ein Offizier und vier Gemeine, ver- u )u;:et zwei Offiziere und zehn Gemeine. Man schätzt
megführten. Awei Russen, anscheinend Offiziere, wurden vom Schlachtselde getragen.
General K'uropatkin telegraphierte an den Kaiser folgende Meldung des Generals Mischtschenko vom 29. März: Nach Erzählungen von Einwohnern der Stadt Tschoengdschu hatten die Japaner in dem Gefecht, das am 28. Marz sich bei dieser Stadt ereignete, über 100 lichen Station. Tote; 100 Verwundete seien durch 500 koreanische Träger nach Andschu gebracht. Auch an Pferden hatten die Japaner große Verluste. Ter bei Tschoengdschu verwundete russische Stabskapitän Stephanow ist seinen Wunden erlegen.
Ter Kapitän, ein Mann der Besatzung und ein Passagier des japanischen Küstendampfers „H a n y e t", die in Tschoengdschu angekommen sind, berichten, daß die russische Flotte am Morgen des 27. März nahe den Miautan- Jnfeln die ,Hanyei" zum Sinken brachte. Ter Rest der Besatzung und der Passagiere, teils Chinesen, teils Japaner, im ganzen 17, wurde zu Gefangenen gemacht.
ßin Wealer-MckblM. i.
P. W. Gießen, 31. März 1904.
D<*r Theaterverein hat an dieser Stelle bereits Bericht - f :d über seine Tätigkeit in der verflossenen Spielzeit. EL'S .ienbt noch übrig, einen Rückblick zu werfen auf die Gi faUleifhtngen unseres Theaters unter dem neuen Regime.
trr neue Direktor Hermann Steingötter ist ein Tl Iciter, wie man ihn sich nur wünschen kann. Was ihn'.-..:; i'. hervorragend geeignet macht, das ist, außer seiner ri x.c)en praktischen Theaterkenntnis, eine weitgreifende all Igu? ne Bildung, die er sich in einem Leben voll scharfer Ze M ißlungen und kühler Gedanken angeeignet hat, sein nie itl.ten betätigtes Gefühl auch für feinere Eigentümlich- leitisUetr Dichtung, seine cheoalereSke, gesellschaftlich zurück- -hallte, dabei offenbar nie deS praktischen Zieles entbehrende Ar! Verkehrs mit jedem, mit dem er zu tun hat. Als Bühnen- i mli zeigte sich Herr Steingötter nur selten. Der Grundzug son'^ercirstellerischen Charakters ift eine von Takt, Geschmack uni:: ij);xcrn Spielinstinkt getragene Natürlichkeit, die allen s.im.,rLGestalten gleichmäßig eigen war. Auf dem glatten a.Jin iöcS eleganten Salonhelden strömt die Haupt- und b-M°dter seiner Kunst. Für liebenswürdiges Schwerenöter- lüii I, fern es sich in den Grenzen des guten LustspieltoneS 1 i :t, icxn es East und Kraft besitzt und kernige Gesundheit, sofe'Lis; sich frei hält von allem Possenhaften oder Maliziösen, bc(. J öeurr Steingoetter in seiner Individualität einen Aus- druiHder: voller Wirkung zumeist sicher sein darf. Obwohl Hcr littinngoetier noch gar sehr weit von dem Alter entfernt ih, n .arm man verzichtet, hat er sich doch, wie er uns vnf iulftt, entschlossen, fortan darstellerisch sich nicht mehr zu Ili i.gen. Er mag die Empfindung haben, daß sein i .-; «nincht die Kraft besitzt, sich in weiteren Sphären zu höh.AA: Flügen zu erheben. Er beabsichtigt das Fach der BonMimtS, für das bereits in dieser Spielzeit Herr Pichler
der strengen Beaufsichtigung der Japaner im Küstengebiete und in der Mandschurei einige Koreaner dorthin als Spione und Kundschafter absandte. Tie Aufsicht über die Koreaner ist daher verschärft worden.
Tie Russen ließen berder japanischen Regierung durch den französisck)jen Gesandten Ein sprach gegen die während des vierten Angriffes auf Port Arthur erfolgte Zerstörung der Quarantänestation auf der Insel Sanschantau erheben. Ter Einspruch stützt sich auf den Artikel 25 der Haager Konvention. Ter Minister des Auswärtigen, Baron Komura, sagte in Beantwortung der Protestnote zum französischen Gesandten, er hätte keine Nachricht vom Admiral Togo Uber die Aerstörung der ftag- lleberdies komme der angezogene Artikel der Konvention einzig für Landschkachten in Betracht, denn die Konvention lasse die Frage der Beschießung von Seeseite
Tokio, 99. Mürz. Um 9 Uhr abends schloff der außerordentliche Landtag seine Beratung mit der end- ailtigen Annahme der von der Regierung vorgelegten Kriegssteuer und anderen Finanrmaßnahmen. Die formelle Vertagung des Landtages wird morgen erfolgen. Tie Resolution, welche wimt Schlüsse angenommen wurde, lautet: Tie kaiserliche Kriegserklärung gegen Rußland ist gerecht und ehrenhaft und entspricht dem Wunsche seiner Majestät, den Frieden in O(tasien auf sicherer Unterlage zu begründen. Kein Unter- than wird es unterlassen, sich bis zum Aeußersten anzu- strengen und seine Pflicht zu tun. In Erfüllung des kaiserlichen Millens und in Uebereinstimmung mit des Volkes patriotischen Gefühlen beschloß das Haus, die von der Regierung gewünschten Mittel zu bewilligen, sodaß der Bedarf für den Krieg gesichert ist. Wenn auch große Erfolge durch unsere Marine bereits e tt tun gen sind, so darf nickt außer Acht gelassen werden, daß der Krieg kaum an gefangen hat, und die Zeil
Allen KV kannten
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Aus Frankfurt a. M. wird geschrieben: In den ver- gangenen Jahren hatten die SDtitglieoer der Franksurler Theater schon einige male durch Veranstaltungen mit Ball, Tombola, Blumenvcrkaui re. materiell große Erfolge für Vie PenstonSanstalt erzielt, und auch die Teilnehmer haben sich in der Regel gut amüsiert. Diesmal ivollle man einmal etwa- neues dielen und veranstaltete einen Herrenabend. Ein .Herrenabend", da- stellte eme Stimmung in Aussicht, wie sie im Rauchzimmer nach einem reichlichen Tiner im intimen Kreise entsteht, wo die gewagte Anekdote, die gepfefferte und geivürzte Schnurre und auch die Zote, im Flüstertöne vorgelragen, verständnisinnigem Lächeln begegnen. Für den großen Saal des .SaalvaucS" und die zahlreiche 53er- sainmtung war niiseres Erachtens das Programm nicht ganz geeignet. Man laßt ja einmal eine Viertelstunde lang auch Zoten über sich ergehen, aber stundenlang, das ist ein bischen viel. Dabei wollen wir gern die ieils huniorvollen, teile derbkomischen Vorträge der Bühnemnilglieder, die izengchen Darbietungen (,Jn einem ischauspielhauje" von 'Adolf Holtze, ivober besonders Herr Tiegelmann als Franlsurter imo Herr Schivarz m der Maske deS Jntendanien Elaae viel Enolg halten, sowie der Scher-„Beim Zahnarzt", dargestcUt von den Herren Hauck und Fricke, und Herr Reimann als Bauernmädchen) nach Verdienst würdigen. Auch die
nicht abzusehen ist, wo derJriede in Ost asien wieder hergestellt ift Tas HauS ist daher fest entschlossen, auch alle weiteren Mittel zuck Fortführung des Krieges zu bewilligen. Indem das Haus die Resolution als Träger des Volkswillens beschließt, wünsckt es, den Staatsministern ans Herz zu legen, daß sie die kaiserliche Politik hockhalten und der Wiederherstellung des Friedens dadurch Vorschub leisten, daß sie auf alle Möglichkeiten gefaßt sind und bei Zeiten Maßregeln treffen, die geeignet erscheinen, die borgeftred^ ten Ziele baldigst zu erreichen.
Tie vom Landtage angenommenen finanziellen! Gesetzentwürfe umfassen fast das ganze vom Kabinett borgelegte Programm, obwohl mehrere Aenderungen borge«* nontmen wurden. Ter jähr lick mittels besonderer Steuern zu erhebende Betrag wurde von 68 auf 62 Millionen Yen herabgesetzt Tie Regierung schlägt vor, das hierdurch gegenüber dem Voranschlag entstehende Tefizit durch Herabsetzung der Verwaltungsausgaben zu decken. Eine weitere Programmänderung ist die Lveigerung, ein Salzmonopol zu schaffen. Ein die Finanzgesetzgebung angebendev Punkt ift die Annahme eines Gesetzes, das die Banken ermächtigt, eine Art Losobligationen im Gesamte betrage von 30 Millionen Pen zu emittieren, und zwar wäbrend eines Jahres. Tie Zolltarisänderungen sollen nach sechs Monaten in Kraft treten. Tas Tabak- mo n o p o l wird angenommen. Ten Fabrikanten wird eine Entschädigungssumme gezahlt, die dem Ertrage aus dem Verkaufe dreier Jahre entspricht.
verpflichtet war, der sich indes nur für eine ganz besondere Art von Salonfiguren, die der eikzapfigen, frostigen jungen Streber von trockenem Ton und trockenen Gedanken, eignete, an einen neu zu engagierenden Künstler abzugeben und sich im wesentlichen der Regietätigkeit zu widmen. Diese hat Herr St. bereits im verflossenen Winter mit großer Hingabe und außerordentlichem Geschick außgeübt.
Für ein Theater kann es nun freilich zur Sicherung des Erfolges nichts Rationelleres geben, als ein gut eingespieltes Ensemble beisammen zu halten. Tie Arbeit des Ein studierens neuer Stücke wird mit den an einander gewöhnten Schauspielern viel leichter vor sich gehen, es wird dadurch viel Zeit und Aerger erspart. Tas Publikum, das mit der Eigenart der einzelnen Künstler vertraut ist, wird viel eher geneigt fein, dem einen oder dem andern ein Fehlgreifen in der Rolle, eine minder gute Leistung nachzuscyen. Auf jeden Fall hat das ganze Institut von der Eryaltung erprobter Kräfte nur Vorteil. Ten Theater-Bund von Gießen, Atarburg und Nauheim haben wir seit vier Jahren an dieser Stelle immer wieder empfohlen, auch aus der Erwägung heraus, daß uns dann ein möglickst ständiges Künstlerensemble be- schieden sein könnte. Nun treiben aber die unglückseligen Bühnen- und Garderobenverhältnisse, bas Fehlen jeden Schnürbodens und andere, im wesentlichen rein äußere Umstände die meisten gerade der von unS geschätzten Künstler wieder von dannen. ES scheiden, um nur die bemerkenswerteren zu nennen, Irl. Hohl, eine Künstlerin von Intelligenz und Grazie, von geläutertem Geschmacksurteil und Zartgefühl, dazu eine Tarne von feiner Lebensart und eleganter Haltung und Erscheinung; die prächtige fesche Soubrette Frl. Lembach; Herr Haag, ein umsichtiger Regisseur und famoser, sehr vielseitig verwendbarer Chargenspieler; Herr Tamke, ein jugendlicher niederdeutscher Spezialkomiker; Herr Telekh, ein diskreter Eharakterdariieller, der wohl nie eine Rolle ganz verfehlte; der im Salon-Lustspiel freilich unmögliche, tüchtige Komiker Herr Conradi; Her Achterberg, ein jugendlicher Sprudelkopf, der leider nur alles auf den
Die Sperrversuche vor Port Arthur.
Ter Bericht des japanischen Generals Togo erwähnt zunächst die Art und Weise, in der die am 27. ds. entsandten Tampser zur Sperrung Port Arthurs dem Eingang des HafenS sich näherten, wie sie von den Russen versenkt wurden oder von der Besatzung zum Sinken gebracht wurden. Sodann heißt es in dem Berichte, es sei indessen bedauerlich, daß infolge eines gewissen Zwischenraumes, der zwischen den beiden Tampfern „Äahikomaru" und ,,^)oueyama- maru" geblieben sei, die S p e r r u n g n i ch t v o l l st ä n d i g sei. Tie Verluste sind folgenoe: Kommandant Hirose und drei Unteroffiziere tot, ein Leutnant tätlich verletzt, ein Leutnant, ein Ingenieur und 6 Unteroffiziere und Seeleute leicht verwundet. Alle Verwundeten und die Besatzungen wurden von unseren Booten aufgenommen. Hirose und der zweite Maschinist (Bugine, die bei der Aktion getötet wurden, gaben einen Beweis bewunderungswürdigen Heldenmutes. Unsere Tor- pedobootsslottille tat ihr bestes, um die Sperrdampser zu schützen und ihren Besatzungen unter heftigem feindlichen Feuer Hilfe zu bringen. Tie Torpedobootsjäger „Lusaka" und „Teubame" gingen u. cl bis ungefähr auf eine Seemeile an die Hafeneinfahrt heran, trasen dort aus einen feindlichen Lorpedobootsjäger und griffen ihn an. Sie fügten demselben beträchtlichen Schaden zu. ES scheint, als ob seine Maschine havariert ist. Er zog sich infolgedessen zurück. Unsere Leute sahen, als sie den Hafen verließen, unterhalb des goldenen Berges ein feindliches Fahrzeug liegen, das vollkommen gefechts- un fähig schien. Ungeachtet sehr heftigen feindlichen Feuers erlitt die Flottille keine einzige Havarie.
Weiteres vom Kriegsschauplätze.
Admiral Matarow, der Kommandant des russischen Geschwaders in Port Arthur, gab betannt, daß alle Knegs- und Handelsschiffe, die in der Operalionszone bei Nacht ohne Licht und am Tage ohne Flagge einlaufen, als feindlich angesehen würden, wenn sie nicht auf einen blinden Schuß halten.
Tie japanische Avantgarde beseüte am 27. März Haidschu, einen Seehafen südwestlich von And- schu.
Ter in Wladiwostok erscheinende „WostotschnY Westnik" meldet unterm 29. März: Aus Tschifu eingegangenen Nachrichten zufolge ist es der koreanische Prinz Pak, der mit den Japanern sympathisiert und wegen
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, ludjt eni|prcd)tnn lentuell würden Slic rbeuen Qiigenonrntt fi. mit. 01613 o. d.
b iit ..i f | e n d e r l u ft e auf dieselbe Höhe.
maßgebender Seite werden von Tokio aus noch fol- g esx Einzelheiten berichtet: Ter Angriff der jabanifdjen M ÄclL’iie* und Jnfanlerieabteilung erfolgte in oer Nähe d. eH »südlichen Tores von Tschöngdschu. Ten Japanern gi <!.ct g es, wie bereits gemeldet, die R us s en z ur ü ck- 5 m . sen. Tiefe Logen sich in der Richtung auf WidsckM , il . Tie japanischen Truppen besetzten hier- die Stadt. Ihre Infanterie hatte feine Verluste, n> die Kavallerie den Oberleutnant Kano und
offen.
Aus Petersburg wird gemeldet: General Ma, BesihlS- haber der chinesischen Truppen an der mcmdschiurischen Grenze, hat eine Zusammenkunft mit Kuropatkin! abgelehnt. — Fünf neue Unterseeboote sind fertiggestellt und sollen baldigst nach Ostasien abgehen.
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Karfreitag.
„.Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der»Welt Sünde h' gt", mit diesem Worte hat nach dem Bericht deS vierten (t vgelüims einst Johannes der Täufer den Beruf be- stchmet, den Jesus hatte. Tiefes Karfreitagswort drückt ui l- er Tat das aus, was in der Hauptsache die Lebens- «rbe.it Jesu war. Wir haben andere Bezeichnungen der h.tutung, die das Leben und Sterben Jesu t)atte. Gr tor die Zuflucht der Mühseligen und Beladenen, der König in sDahrheitsuchenden, das Licht der Welt, das geistliche irol der Hungernden. Alles das ist zutreffend. Ader inne dieser Bezeichnungen trifft so sehr das Herz deö bdenStocrfeS Jesu als diese: „Gottes Lamm, toel- tzks der Welt Sünde trägt." Tas ift das beste m ! er Liebe, darin zeigt sich ihre innerste Natur, daß der Siclumbe an die Stelle des Geliebten tritt und kjien Angelegenheiten betreibt, als wenn es seine eigenen r: dl Vater uno Mutter fühlen ihres Sohnes Schuld und ti mbe als ihre eigene Schuld und Schande, und tragen !-ü<s, als käme ihnen das von Rechts wegen zu. Ter tzreund führt feines Freundes Sache, wie wenn es seine < jcr:e Sache wäre, und er meint damit nichts besonderes ■ tun. Er tut auch nichts besonderes, er tut nur, waö Li Jiiebe natürlich und ewig eigen ist, er übt die Ste l l - re tun g der Liebe, die im Himmel hohen Kurs ,nd den höchsten Adel verleiht. So hat Christus d i e ij u j?! c Lage seines Geschlechtes, der Menschheit, i.itr König er war, mit menschhcitumsassender wunder- i.irei Liebe als seine Sache behandelt, und sein Vater I l hm nach dem Rechte des Himmels, das ewig gilt, liifle Slellvertretung gestattet. Er trug die menschliche ',.s nilschuld wie seine eigene Last, und erwarb eben hier- lüiJj die Befreiung der ©einigen, er trat in die tiefen Skch tlcn der Schuld und des Todes^ die ihm von ii'cuj aus fremd waren, damit die ©einigen in de n Ä-iunenschein der vergebenden Lllebe Gottes Ui! i Tas Lamm Gottes trug der Welt Sünde. Als jftlufl rief: „Es ist vollbracht!" Ta war die Schlacht ge- Ljlintm, u nd „Sieg!" schallte eS durch alle Räume, ©eit» lim ließt vergebende Liebe von dem Kreuze auf Golgatha ii o:’ Christenheit. — Ein berühmter Prediger lag im Llttbün. „Aieine Theologie", sagte er, „ift sehr einfack , Wouben, aber sie genügt mir vollkommen; sie läßt sich i u.n ba vier kleinen Worte zusammenfassen: Jesus starb s iür mich." W . . .
Au'k Krieg zwifche» Japan und Zrutzlaud.
Da» Gefecht bei Tschoagdsch«.
Tnr amtliche japanische Bericht über den Zusammenstoß z Miin japanischen und ruffifdjeit Truppen auf Korea l xtet Am 28. März, vormittags 11 Uhr, kam eine Ab- 1 Wil japanischer Kavallerie und Infanterie in Berühr- ) .;i] :iit etwa 600 Rtann russischer Kavallerie, welche


