Ausgabe 
30.12.1904 Zweites Blatt
 
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Nr. 307 Zweites Blatt.

154. Jahrgang

Freitag Sv. Vezernvev lyve

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®te ^Gießener Familienblätter" werden dem viermal wöchentlich beigelegl. Der taeOeUF uscherm moruuluch einmal.

Gießener Anzeiger

Rotationsdruck imb Verlag d« Brühl 'ich« Unu>erfität5örudereL R. Lange. Greben.

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Tel. Nr. 61. Tel egr.-Adr. i Anzeiger Gietz«.

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eiehen.

geschwätzigen groben Urschet.

zur

Kunstmaler, wird auf der Alm durch einen Schuß schwer

Darauf

verwundet, verhaßten will, für sehr liebe; nennt sich auf sich,

seiner Gestalten und Konfliktes, trotz seines haften Schlusses, doch bayern auszeichnet.

Man spielte int

Lenis Vater, und die anderen Herren, sowie auch die Damett liefern zu diesem leuchtenden Trifolium eine wirkungsvolle Staffage. Nur will mir scheinen, daß Frau Anna Dengg, die immer noch eine mädchenhafte Schönheit ist, am wenigsten heute hält, was sie als hold erblühendes Alpenröschen im: einstigen schmucken Schlierseer Bühnenstrauße versprach. Sie war, aller ihrer Lieblichkeit zum Trotz, unter den Darstellern^ des gestrigen Abends die matteste und am wenigsten inner-' liche, wenn ihr auch immer noch das Verhaltene, in Hoch­mut, in Trotz, in der Reue und in der Liebe wohl ansteht« Ansprechende Vorträge von Streich-, Schlag- und Kontra-, zither in den Zwischenakten erhielten die Stimmung. P. WJ

besonders durch die echte Tragik des halb sentimental-trivialen, halb possen- etwas vor seinen Gefährten aus Ober-

um Leni

träte er in anderer Sphäre Der Kurmacher der Leni, ein

baut So lebhaft ab«"* die eigentliche Frühjahrs- und Sommersaison im Baugewerbe war, so brachte doch gegen­über dem Vorjahr, wo in vielen Großstädten von einen lebhaften Herbstsaison geredet werden konnte, die normale Abflannng der Bautätt'gkeit von Oktober ab eine un­günstige Einwirkung auf den Gesamtarbeitsmarkt..

Das Texti lgewerbe war trotz mancher Schwierig­keiten im Rohstoffeinkauf, die sich namentlich auch in der Bewegung der Rohstoffversorgung ausdrückte, in den meisten Branchen das ganze Jahr hindurch befriedigend beschäf­tigt. Sehr viel trug dazu bei, daß das Ausland, vor allem England und die Vereinigten Staaten, wieder mehr Ware bezogen als 1903. Eine deutliche Besserung trat aber vollends ein, als im Herbst der Beschäftigungsgrad an der Seidenindustrie sich ganz wesentlich erholte.

Unter dieser Gestaltung des Beschäftigungsgrades zeigte auch der A r b e i t s m >a r k t zwar im Anfang noch ein wesentlich freundlicheres Aussehen als im Jahre zuvor. Im ersten Halbjahre hatte es noch, den Anschein, als ob die Besserung, die seit Ende 1902 eingesetzt hatte, weitere Fortschritte machen wolle, da an den öffentlichen Arbeitsnachweisen weder die Lage des Arbeitsmarktes im Bergbau noch in der Eisenindustrie zum Ausdruck gelangt, so hielt sich bis KUM Juli, hauptsächlich unter dem starken Arbeiterb^gehr der Landwirtschaft, der Grad bei* Besserung gegen 1803 mit wenigen Schwankungen auf der Höhe des Januar. Vom August ab trat indes eine rapide Ab­nahme der Besserung ein, sodaß schon im November die Lage kaum noch etwas günstiger als im November des Vor­jahres war.

stolzen Leni einen

heldenhaft im Vordergründe steht, so sehr sie auch immer nach dem Hintergründe strebt, in dem allein sie sich wohl fühlt. Nicht die Leni ist's, um deren Heirat sich alles äußere Beiwerk dreht, sondern ein bei Seite geschobener und bei Seite sich haltender Bursch, der Alois, der Sohn der einstigen Liebe des wackeren Kräuterhans und der

haben nennen würde, in die Erscheinung.

Nach jahrelanger Zuchthausstrafe kehrt er zurück, gerade an dem Tage, an dem sie ihren wieder genesenen Maler heiraten will. 9ln diesem Tage aber kommt die Wahrheit an den Tag. Nicht der Vater, nicht der Alois, nein, der reiche Bauernbursch, den sie nicht hat heiraten mögen, entgegen dem Willen ihres Vaters, war der Täter. In einer stark drama­tischen Szene erkennt Lern das große Herz des armen Alois, ihr Vater aber, der mit dem wahren Uebeltäter ein fürchter­liches Strafgericht halten will, wird vom Schlage getroffen und sinkt tot nieder. Der letzte Akt bringt die glückliche Lösung.

Es giebt viele erschütternde und noch mehr recht Humor- volle Momente in dem Stücke, das sich durch die Lebensfülle

In ihm weckt die Liebe Edelsinn, den man er»

allgemeinen vortrefflich, wenn auch hier und da mit zu viel Routine. Ein ausgezeichneter Eharakterkomiker, ohne alle Aufdringlichkeit, von wundervoller Selbstverständlichkeit und Ungezwungenheit des Humors, ist Herr Georg Kundert, der Darsteller des Kräuterhans. Seine lebendige Wirklichkeitskunst könnte vorbildlich wirken. Die schwere Nolle der Entsagung und zagen, zurückhaltenden Scheu, der stillen, fast stumpfen unbewußten Charaktergröße hat Herr Greiner belvunderuswert vertieft. Sehr Tüchtiges, Respekt Erheischendes leistet natürlich auch*Herr Dengg als

Leni hält ihren Vater, der sie zu einer Heirat mit einem Bauernburschen überreden den Täter. Alois fragt, ob sie ihren Vater

sie antwortet natürlich bejahend.

Z>as Willschaftsjayr 1904.

Heber die allgemeine Signatur des Wirtschaftsjahres 1904 dürsten die Ansichten stark auseinander gehen. Es läßt sich zwar nichlt bestreiten, daß die Besserung der Kon­junktur, die seit Ende 1902 sich tbemerfbar macht, auch im nunmehr abgeschlossenen Jahre noch vorgehalten hat. Aber der Grad der Besserung gegenüber 1903, der in den ersten Monaten des Berichtsjahres noch zugenommen hatte, ging etwa von April ab langsam und stetig, fast von Monat zu Monat zurück, sodaß das Gepräge der wirtschaftlichen Lage am Jahresschluß ftrst das nämliche ist wie Ende 1903. Soll man in dieser Ermattung ein beängstigendes Anzeichen erblicken, das eine neue ungünstige Wendung der wirt­schaftlichen Lage signalisiert, oder hat die Rekonvaleszenz eine vorübergehende Unterbrechung erfahren, die zu Be- sürchtunge-n keinen Anlaß gibt?

Daß der Grad der Besserung auf dem Arbeitsmarkt gegenüber 1903 etwa von April ab nachgelassen hat, das ist, wie wir in derBerl. Ztg." lesen, hauptsächlich aus die zunehmende Verschlechterung im Kohlen­bergbau und im Eisengewerbe zurückznführen. Im Kohlenbergbau brachte schon der Monat März ein recht wenig günstiges Verhältnis zwischen Förderung und Llb- satz, ohne daß indessen die Förderung im April dadurch schon ungünstig beeinflußt worden wäre. Dies war erst von. Mai ab der Fall. Die Zunahme der Produktion von April auf Mai war tim laufenden Jahre um zirka das Zehnfache geringer als 1903. Aber auch diese geringe Zunahme der Förderung stand noch in argem Mißverhält­nis zu der Gestaltung des Absatzes. Der Abruf war so schwach, daß nicht nur auf der Mehrzahl der Zeichen in steigendem Maße Feierschichten eingelegt werden mußten, es sammelten sich auch .große Kohlenmengen auf Lager an. Das rheinisch-westfälische Kohlensyndikat war gezwungen, seine Erzeugungseinsck'ränkung in einer Weise zu erhöhen, wie dies in feinem Jahre zuvor der Fall gewesen war. Auch in den Herbstmonaten trat keine durchgreifende Besser­ung mehr ein, wenn auch dir übliche Belebung des Kohlen­absatzes nicht ausblieb.

Noch ungünstiger gestaltete sich die Lage der Eisenindustrie. Der Absatz im Inlands befriedigte das ganze Jahr hindurch ebensowenig wie das Export­geschäft, und die Tatsache, daß die Roheisengewinnung im Jahre 1904 gegenüber dem Vorjahre nicht gewachsen, son­dern etwas gesunken ist, beweist am deutlichsten, bafo die weiter ver ar bei ten den Industriezweige in einem Zustande der Stagnation sich befanden.

Am günstigsten stellte sich der Beschäftigungsgrad tn der E l e k tr i zii t ä t sin d u stri e,' in der sich gegen­über 1903 eine ganz wesentliche Besserung vollzogen hat. Ter offenbaren Verschlechterung gegenüber, die im Kohlen­bergbau und Eisengewerbe zu verzeichnen ist, mußten gleich­sam als Gegengewicht andere wichtige Gewerbe eine wesent­liche Zunahme des Beschäftigungsgrades gegen *903 zeigen, sollte nicht das Gesamtgepräge des Jahres 1904 weniger freundliche Züge aufweisen als das Vorjahr. Und in* der Tat bildete das Gegengewicht die lebhafte Bautätigkeit und der beftiedigende Geschäftsgang im Textilgewerbe.

Die Unternehmungslust im Baugewerbe fetzte bei dem günstigen Stande des <Z!eldmarktes ftüh^ zeitig und kräftig ein. Die Zahl der Beschäftigten nahm vor allem in den Großstädten zu, aber auch in den kleineren Provinzorten wurde den ganzen Sommer hinprrrch viel ge­

von schwerem Leid zu befreien.

Hessens zu irgendwelchen diesbezüglichen Maßnahmen im Bun­desrat entschieden zu verweigern.

Tie Kammer tritt darauf einer Reihe von Beschlüssen der zweiten Kammer über Vorstellungen um Pensionserhöhung, Ge-' Haltsaufbesserung usw. bei, genehmigt auch den von der meinde Butzbach gewünschten Beitrag für die dortige St. Mar­ku skirche. Tann wird ohne Debatte der Gesetzentwurf über die Schlachtviehversicherung genehmigt und den Be- schliisstn der zweiten Kammer über den Antrag Häusel, betr. der. Enteignung von Grundeigentum, den Antrag Erk und Brauer über dieSonntagsruheimMühlengewe rbe. Tie Vorstellung der Feld sch ätzen der Kreise Gießen, Tiebnrg, Darmstadt imb Bensheim, der Vorstellung Sauer, in. betreff der Fischereiberechtigung, der Anträge Köhler, Noack, Orb und der Vorstellung der freien christlichen Gemeinde in Mainz.

Dem Beschluß der zweiten Kammer bezüglich des Antrags Tr. David auf Beseitigung der V o r s chu l e n in den mitt­leren Lehranstalten (nach welchem die Regierung ersucht wird, in Zukunft für die Vorschulen keine Mittel mehr zu bewilligen): beschließt das Haus einstimmig nicht beizutreten. Ohne Debatte wird dann die von der zweiten Kammer beschlossene anderweitige Verwendung der Summe unter Kap. 38 des Etats! für naturwissenschaftliche Fortbildungskurse ge­nehmigt und den Regierungsvorlagen über die Verwahrung! von Verfügungen von Todes wegen, des Gesetzes über die Ge- richtskosten genehmigt.

Es folgt die Beratung des Gesetzentwurfs über die Ge­bührenordnung für die Großh. Notare, worüber Ober­landesgerichtspräsident Conradi schriftlichen Bericht erstattet" hat. Tie Annahme der Art. 136 erfolgt ohne Tebatte. 23ev Art. 37 bringt der Ausschußreferent eine Petition der Notare zur Erörterung, in welcher um die Erhöhung der Schreibgebühren von 10 aus 20 Pf. pro geschriebene Seite ersucht wird. Der ; Ausschuß der zweiten Kammer hatte gleichfalls die Erhöhung aus, 20 Pf. beantragt, toar aber im Plenum damit nicht durch­gedrungen.

Frhr. Hehl zu Herrnsheim führte hierzu aus, die Be­völkerung habe alles Interesse daran, daß diese Frage eine dtV seitig befriedigende Lösung finde. Tie Notariatsgebühren seien in Hessen geringer als in den anderen deutschen Staaten und würden auch durch die Vorlage teilweise noch erheblich er­mäßigt. Wenn man bedenke, daß die Stempelgebühren so gewaltig erhöht wurden, so könnten dagegen die Schreibgebühren für No­tare kaum ins Gewicht fallen. Es sei den Notaren mitunter schwer, geeignete Schreibkräfte bei der jetzigen geringen Bezahlung, zu erhalten. Sehr bedauerlich sei, daß die zweite Kammer auch dies­mal wieder erst so spät ihre Beschlüsse über so wichtige Vor­lagen gefaßt habe und somit der ersten Kammer Teilte. Zeit mehr übrig bleibe, diese mit der nötigen Sorgfalt zu prüfen. Das andere Haus sollte die Vorlagen doch so zeitig herstellen, daß auch der ersten Kammer Zeit zur Beratung übrig bleibe. Ter Redner stellt schließlich den Antrag, den Art. 37 in der Fassung, des Ausschusses der zweiten Kammer wieder herzustellen.

Justizminister Dr. T i t t ni a r ist erfreut, durch die An­regung des Frhr. v. Hehl Gelegenheit erhalten zu haben., ber ersten Kammer für ihr Entgegenkommen bezüglich der Erledigung der Vorlagen noch vor dem Jahresschluß zu danken. Er könne den meisten Ausführungen des Vorredners beistimmen und gebe auch vollkommen zu, daß der Betrag von 10 Pf. Schreibgebühr keine ausreichende Entschädigung sei. Andererseits aber könnte dieser Satz im Hinblick auf die Reichsbestimmungen für die Schreib­gebühren der Rechtsanwälte zur Zeit nicht aufgegeben werden. '9m Interesse des rechtzeitigen Zustandekommens des Gesetzes bitte er dringend, keine dem andern Hause entgegengesetzte Be-- Müsse zu fassen.

Frhr. v. Hehl betont, daß fein Antrag nur eine. Forder­ung der Gerechtigkeit 'sei. Tie erste Kammer sei auch ein gesetz­geberischer Faktor und ihre Entscheidungen und sie habe Teilte' Rücksichten auf etwaige Konseguenzen oder Beschlüsse des andern Hauses zu nehmen. Von den geringen Gebühren könnten die Gehilfen nicht ausreichend bezahlt werden. Man schreibe bie Arbeitsräume und Wohlfairtseinckchtnngen für den Fabrikarbeiter

Hberöaynsches ZZauervIöeatcr.

Sie Leni von Oberammerga«.

VolkSsiück mit Gesang in 4 Akten von Chr. Flüggen.

Wenn der Schnee schmilzt und der Auerhak>n balzt, dann druckts" auch in uns. Und wenn da? Iabr zur Neige geht und der Schnee eigentlich einen halben Meter hoch liegen sollte, statt dessen jedoch der winterliche Schmutz säst dieselbe Höhe' in unseren Straßen erreicht, dann kehren bei uns mit der Pünktlichkeit, die sonst die Höflichkeit der Könige ist, oberbayrische Baucrnspieler zu Gaste ein. Einmal sind's die Schlierseer ein andresmal die Tegernseer. Jetzt haben wir hier die wackeren bayrischen Truppen des Herrn Michl Dengg, den man von den Schlierseern her als einen prächtigen Charakterdarsteller längst kennt und schätzt. Leute aus dem oberbayrischen Seengebiet, vielleicht vom Walchensee oder Chiemsee oder Ammersce oder Kochelsee, kurz von den Seen her deren alpenumkränztc User man im Sommer so gern besucht Wenn der Prophet nicht zum Berge kommt, dann kommt der Berg zum Propheten, und wenn die Alpenfreunde nicht in die Alpen gehen, dann schicken die Alpen ihre Kinder zu uns, die uns die Poesie ihrer lieben, jetzt wohl tief vcr- schneiten Täler künden.

Für den ersten hiesigen Gastspielabend, der überaus zahl- reich besucht war, hatte Herr Dengg eine Novität gewählt, d h so weit man in dem begrenzten Rahmen des Bauern­schauspieles vou einer solchen sprechen kann. Jin Grunde sind es ja immer dieselben Figuren: der Großbauer und ferne v°M Hochmutsteufel besessene Tochter die em armer Bua mit einem goldtreuen Herzen liebt und der Hohn und Spott und Schlimineres geduldig trägt .n seiner starken Lieb ; das arine alte weibliche Schnellmaul und der profefftoneae biedere alte Anschlichversäumer, der jähzornige oder tückische oder jugendmutige Raufbold des Dorfes, der Herr Kunshnaler «. -c. Immer sind's die gleichen Typen imb d,e gleichen Leiden- sckafen und Charaktereigentümlichkeiten, die gleichen Inter­essen des Kleinlebens, im engen Bezirke der Berge. Heimat- nst im schlichtes en Sinne. Die .Leni von Oberammer- hat über vielleicht doch etwas vor den n>e,sten ober, bayrischen Bauernsllicken voraus. Der Autor hat h,er eme °ft' iao Persönlichkeit mit wenigen Strichen geradezu Ser3 charakterisiert, die in ihrer seltsamen Schlichtheit, chrer wortkargen Innerlichkeit, ihrer dulderischen Seelengröße

Are eiste Hessisch* Kammer.

R. B. Darmstadt, 29. Dez.

Tie erst? Kammer der Stände trat heute vormittag zu einer Sitzung zusammen. An stelle des behinderten ersten Präsidenten Grafen Görtz, gen. v. Schlitz, eröffnete Vizevräsident Graf Er­bach-Fürstenau die Sitzung imb gedachte zuerst der V e r - lobung S. K. H. unseres G r o ß h ei?z o g s: wir wün- [cfyen als treue Untertemen, daß dieses neue Band dem Großh. Hause und dem ganzen Lande zum Segen gereichen möge! Das Haus ehrt darauf das Andenken des verstorbenen Mitgliedes und Sekretärs der Kammer, Grafen Otto zu Solrns-Lau- b a ch durch Erheben von den Sitzen.

Es folgt mm die Entführung des Bischofs Tr. Kir stein von Mainz, der den verfassungsmäßigen Eid ablegt. Als Sekretär der Kammer wird mit 14 gegen 2 Stimmen Fürst S olrns- Hohensolms-Lich gewählt, als Mitglied des ersten Aus­schusses wählt die Kammer den Prinzen Friedrich zu Solms- Braunfels. v ,

Am Ministertische nehmen Matz: Staatsminister Rothe, Geh. Staatsrat Krug v. Nidda und die Ministerialräte Frhr.. vou Biegeleben und Best, später auch Justizminister Dr. Dittmar und Finanzminister Dr. Gnauth. *

Tas Haus tritt in die Beratung und ?fbTtimmimg der einzelnen Gegenstände der Tagesordnung ein und genehmigte ohne Debatte die Regierungsvorlage, betr. Nachweisungen über Einnahmen und Ausgaben an Tomanial- und Staatsvermogen usw. für 1897/1900, ebenso den Gesetzentwurf, betr. die Einführung be­stehender Gesetze in neue Gebietsteile und den Staatsvertrag zwischen Hessen und Preußen über Feststellung der Landesgrenze bei Altwiedermus und Hüttengesäß.

Bei Punkt 4, dringt. Antrag Reinhart und Gen. in betreff Einführung von Verkehrsabgaben auf schiffbaren Flüssen, legt Staatsminister Tr. Rothe kurz die Stellung der Regierung zu dieser Vorlage bar.

Geh. Kommerzienrat Michel- Mainz dankt ber Negierung für ihre klare feste Haltung. Er bitte die Regierima, die Zustimmung

Alois selber Mörder. Er nimmt die Schuld

Zur Frage des Neubaues eines Kieler Stabt-- th caterS. Nachdem das in »einer Ausführung auf etwa lw Millionen veranschlagte Projekt von den städtischen Kollegien generell genehmigt worben war, würbe vom Magistratstisch aus bie Erklärung abgegeben, baß der Theaterbaumeister Seellug in Berlin sich mit Bestimmtheit verpflichtet habe, die Spezial-' Pläne für enb in den Anlagen zu errichtenben Theaterbau bis zum Oktober dieses Jahres einzulieferu. Indessen sind nun-» mehr der November imb Dezember vergangen, ohne baß ber Erwartung bes Publikums, bie Frage auf ber Tagesorbnung einer Stadtkollegiensitzung zu sehen, entsprochen worben. Wie! verlautet, sinb zwar bie gewünschten Tetailpläne ein gegangen,; doch soll noch ein Haken babei )ein, über beffen Beschaffenheit bie näheren Angaben fehlen. Wenn schon baburch bie Theater- leitung, bie bemüht ist, ihre Leistungen auf einem berechtigten! Ansprüchen Neckmung tragenben Niveau zu halten, in eine miß­liche Lage versetzt wirb, so kommt hinzu, baß ber Ausfall bei schwach besetzten .Häusern selbst durch gute Wende schwer aus­zugleichen ist, well das Theater zu klein ist, um selbst bei vollen Häusern die für ein gesundes Bal anzieren erforderliche. Kasse erbringen zu können. Tie natürliche Folge davon ist in ben letzten Jahren ein zu häufiger Wechsel in ber Direktion gewesen: imb bi ei er Mangel an Kontinuität in ber Bühnenleitnng trägt selbstverständlich nicht zur Gleichmäßigkeit imb Einheitlichkeit der Leistungen bei.

Gustav KadelburgsFainilienta g" ist am ersten Weihnachtsfeiertag an etwa 40 Bühnen zur ersten Aufführung, gelangt. Ms Tantiemegarantie wurde dem Autor die Kleinig^ reit von 249 000 Mark geleistet.

Das Hof- und National-Tbeater zu Manuheim bringt, wie uns vvn dort gefdyrieben wirb, am 8. Januar die U r - A u f f ü b r u n g einer neuen großen breiartigen Oper. Tas Werk betitelt sich:Irrlicht", Text von Ludw. Fernand, Musik von Leo Fall

Ter in Freiburg-Wiehre verstorbene Privatier KiiigÄ hat ber Stabt Freiburg 100 000 M ark testamentarisch vermacht zum Zwecke der Unterstützung des städtischc» Or* chestecö.