Ausgabe 
30.9.1904 Erstes Blatt
 
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- Auch eine patriotische Webe. In einem ober* hessischen Dörfchen versammelten sich jüngst am letzten Tage kor Einquartierung im Henenstübchen deS DorfwlriS- bauseS ber Hauptmann, bret Leutnants, einige Einjährig- Freiwillige Unteroffiziere, bad Dorfoberhaupt unb andere Würdenträger. Beim AbschiebSschoppen hielt man Neben ans Kaiser unb Reich, bad eigene Vaterland unb auch auf bie Gemeinbeangehörigen, benen man eine gute Versorgung ber Einquartierten nachrühmte. Zu später Stunde sah sich ber Bürgermeister veranlaßt, ebenfalls eine Rebe zu schwingen, unb erkor sich dazu bie Tätigkeit beS Heeres. Mit erhobener Stimme rief er: Unsere Heere haben 1870/71 bewiesen, waS sie können. Sie werben auch weiter imstande sein, große Schlachten zu schlagen, denn vor un§ Deutschen fürchtet sich Gott, sonst niemand in ber Welt!

r. Da ub ringen, 30. Sept. Unter sehr reger Be­teiligung fanb gestern bie hiesige Gemeinderatswahl statt. Wiebergewählt würbe Zigarrenfabrikant Wilh. Schäse r mit 89 Stimmen. Neu gewählt würben Wilh. Erb, Straßenwart, mit 52, unb Karl Rudolf mit 49 Stimmen.

)( Gonterskirchen, 29. Sept. Das Opfer eines schweren Unfalles wurde hier ber Maurer K. Pari aus Ruppertsburg. Er war mit noch zwei Gesellen mit ber Anlage einer Pfuhlgrube beschäftigt, als sich plötzlich eine Lehmwanb löste. Während bie beiden Nebengesellen de? Parr auf den WarnungSruf eines obenstehenden Arbeiters rechtzeitig zur Seite springen konnten, wurde der 18 jährige Parr von den 2 Meter herabfallenben großen Lehmmassen auf die in der Grube liegenden Steine geschleudert. Der gänzlich Verschüttete wurde sofort ausgegraben unb ärztliche Hilfe herbeigerufen. Sanitätsrat Dr. Vogel aus Laubach konstatierte einen schweren Schädelbruch, einen doppelten Bruch der Kinnlade und verschiedene andere Verletzungen. Nach Anlegen eines Notverbandes wurde der Bedauernswerte in das Johann-Friedrich-Stist zu Laubach überführt, wo er derart schwer darniederliegt, baß an seinem Auskommen ge­zweifelt wirb.

x. Büdingen, 29. Sept. Ein Niesenschwamm, der die Größe eines ausgewachsenen MenschenkopsS hat, wurde in der Nähe unserer Stadt am Walde gefunden. Ein Durchreisender, der auf hiesigem Kreisamt nach seinem Losungsschein fragte, wurde bei dieser Gelegenheir als un­sicherer Heere8pflichtiger erkannt und sofort festge­nommen.

Mainz, 29. Sept. Laut Mitteilung in der heutigen Stadtverordnetensitzung hat der jüngst verstorbene Ehren­bürger ber Stadt Mainz, Geh. Rat Dr. H o ch g e s a n d, der Stadt Mainz 200 000 Mark zum Belten des Kranken- bauSwesenS und zur Errichtung eines neuen Krankenhauses testamentarisch vermacht.

e. Mainz, 30. Sept. (Eigener Drahtbericht.) Die Mainzer Volksztg.^ hat gegen das Urteil in Sachen der Kretschmann-Briefe, wonach der Redakteur Döller zu 100 Mk. Geldstrafe verurteilt wurde, Revision beim Reichs gericht angemeldet.

Fran kfurt a. M., 29. Sept. Die Raubmörder Groß und Stafforst werden im Gefängnis zu Preungesheim immer noch mit großer Vorsicht bewacht; sie stecken in einer Art Zwangsjacke und machen ihre Spaziergänge stets am Arme eines Beamten. Groß ist ganz ^usammengebrochen, er nimmt seit Wochen fast keine Nahrung mehr zu sich und sein körperliches Befinden ist wenig günstig. Stafforst geht es dagegen etwas besser, auch er leidet zwar ab unb zu unter Anfällen von heftiger seelischer Depression, doch ist fm allgemeinen seine Daltung eher leichtsinnig. In: übrigen sind alle Vorbereitungen zu der .Hinrichtung in Preungesheim bereits getroffen. Die 12 Preungesheimer Bürger, die laut Gesetz der Hinrichtrmg beiwohnen müssen, 1'inb schon bestimmt. Die Entscheidung über die eventuelle Begnadigung liegt noch nicht vor. Der Justizminister hat sich die ganzen Prozeßakten vorlegen lassen, und daraus ist auch die Verzögerung zu erklären, welche die Hinrichtung erfährt. An dem Tage, an dem die Staatsanwaltschaft die Berliner Nachricht erhält, gibt sie abends der Polizei davon Kenntnis, und am nächsten Morgen um 5 oder 6 Uhr geht die Hinrichtung vor sich. 9)tan hält alles sehr geheim, um eine Ansammlung von Publikum usw. zu vermeiden. Wenige Stunden nach der Hinruhtnng wird ihr Vollzug durch öffent- lichen Anschlag von der Staatsanwaltschaft bekannt gegeben.

Schwurgericht.

1. Gießen, 30. Sept.

In der Sache Kehr ein wegen Totschlags verhandelt das Schwurgericht seit heute vormittag 9 Uhr. Ter Schwur­gericht ssaal ist von Zuhörern überfüllt, selbst ber Korridor ist von Menschen dicht besetzt. Ter Vorsitzende mußte anordnen, daß die Türen des Saales geschlossen wurden. Auf der oberen Ga lerie sind zahlreiche Tomen, loelche mit Interesse dem Gang der Verhandlung folgen. Tie Anklage vertritt Staatsanwalt Reuß, Verteidiger ist Rechtsamvalt Katz. Es handelt sich bekanntlich bei der Affäre um die Bluttat vor dem Bahnhofs- Portal in Gietzen, der in der Nacht vom 2. August der ver­heiratete ^Monteur Luckt aus Köln, der mit zwei Kollegen sich auf ^r^Lurchreise in Gießen befand, zum Opfer gefallen ijt _ Kehrern hat den Mann mit einem Revolver nieder- geschossen, er erklärt heute, in Notwehr gehandelt zu haben. Tre Verhandlung, in der über 30 Zeugen gehört werden müssen, wird erst spat abends zu Ende gehen. Tic Plaidoyers toeriren nach dem Gange der Verhandlung heute mittag vor abends 7 Uhr nicht ihren Anfang nehmen können.

Verdingung.

Die Lieferung von 201000 Stück Klinker für den Neu­bau der höheren Mädchenschule bis Unterfante Kellerfußboden soll

Donnerstag d. 6.Lkt. d. I., vormittags 11 Uhr, nochmals öffentlich verdungen werden.

Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf-Vordruck, der daselbst er­hältlich, sind bis zum genannten Zeitpunkt an uns einzureichen. Zuschlagssrist 14 Tage.

Gießen, den 29. Sept. 1904.

Städtisches .Hochbauamt.

Gerbet. b*%

Iagdverpachümg.

Mittwoch den 5. Oktober d I , nachmittags 2 Uhr, soll die den Waldintereffenten zu Haffenhausen zustehcnde Jagd- gerechtsame, bestehend aus 160 Hektar Wald, auf weitere 6 Jahre unter den im Termin bekannt zu machenden Be­dingungen in der Wohnung des Waldvorstandes öffentlich meistbietend verpachtet werden.

Bemerkt wird, daß das Jagd­gebiet von der Bahnstation Fronhausen innerhalb 45 Mm. zu erreichen ist. 7607

Hassenhausen, 28. Sevt. 1904. Kal etsch, Waldvorstand.

vermischte».

* Kiel, 29. Sept. Ter Vorsteher b'ß1 Geheimbureaus der Germaniawerst, Barkemeyer, wurde auf Veranlassung der Direktion ber Germania wer st wegen Unregelmäßig­keiten in der Geschäftsführung verhaftet. Tie in Umlauf bestndlichen Gerüchte von einem Verrat militärischer Ge­heimnisse und Auslieferung der Konstrukt'Auszeichnungen von Kriegsschiffen an eine fremde Macht von Seiten des Verhafteten sind nach Mitteilung der Tirektion der Germaniawerst völlig erfunden.

* Braunschweig, 29. Sept. Bei .Harzburg wurde auf den Hauptmann von Matthiesen vom Infanterie-Regiment Nr. 135 ein Mordanfall verübt. Drr Ueberfallene wurde durch einen Schuß int Rücken und an der Schulter verletzt. Ter Täter ist unbekannt.

* S t. Louis, 29. Sevt. (Reuter.), Mehrere wert­volle O e l g e m ä l d e der. Kaisers Nikolaus in der mssi- feben Mteiluiig der Ausstellung wurden von den Wänden her­abgerissen u nd beschädigt. Eine Untersuchung wurde eingeleitet. _ .

* Die Affäre der Prinzessin Luise von Ko- bürg. Ein Budapester Blatt veröffentlicht eine ehrenrät- liche Anzeige an das tzonvedMinisterium gegen den Prinzen Philipp von Koburg in dessen Eigenschaft als Feldrnarschall-Leutttant und Inhaber des Jnfaüterie-Regi- mentö Nr. wegen seines seiner Genial lin und Mattachich gegenüber bekundeten Verhaltens. Tie Anzeige ist von zehn angesehenen Budapester Bürgern, darunter Professoren, unter­zeichnet. Tie Gräfin Lonyay reiste nach den oberitalieni- schen Seen, ohne während ihres Wiener Aufenthalts vom Kaiser Franz Josef in Audienz empfangen oder besucht wor­den zu sein. . .

* Unfälle. Am Donnerstag ist ein von Dresden nach Leipzig verkehrender Zug mit einer Rangier-Loko­motive z u s a mm en g e sto ß e n. Ein Maschinist und ein Heizer sind leicht verletzt. Tcr Materialschaden ist gering. Eine Pulvermine ist in Oberandritz (Steiermark) in die Luft geflogen. In dem Werke befanden sich 224 Kilo Pulver. Das Gebäude wurde v^lständig zerstört, die umliegenden Gebäude stark besclxidigt. Menschenverluste kamen nicht vor, da die Arbeiter kurz vorher dav Werk verlaffen hatten. Auf einem im Abläufen befindlick-en Schacht der Zeche General Blu­menthal in Recklinghausen stürzte eine Mauerbühne zu­sammen und riß 10 Marrn mit sich in di? Tiefe. 8 Mann waren tot, 2 tödlich verletzt. Auf einem Neubau in Essen an der Ruhr brach ein Gerüst zusammen, wobei zwei Arbeiter schwer verletzt wurden.

Kcnchtssaal.

Görlitz, 29. Sept. Tie hiesige Strafkammer verurteilte den Eisenbahnsekretär Mo brach und den Techniker Beyer wegen gemeinschaftlich verübter Urkundenfälschung zu fünf Monaten beziehungsweise zwei Monaten Gefängnis. Modrach hat Beyer bei einer Ausschreibung die niedrigste Sub­mission s o f f e rt e verraten, nwrauf Beyers Offerte ge* ändert und ihm der Zuschlag erteilt wurde.

Knivcrsttäts-Kachrichten.

Tr. Kaiser, Bezirksgeologe au ber geologischen Landes- anstatt zu Berlin, ist alv Professor unb Tirektor des mine- ralogischen Instituts an tüe Universität Gießen berufen worden.

Kisenoastn-Zeitung.

Heidelberg, 29. Sept. Der preußische Eisenbahnminister v. Budde, der badische Minister v. Brauer, der bayerische 93er» kehrsminister v. Frauendorffer, ber württembergische Staats­minister v. Soden, Staatssekretär Fleck, Ministerialdirektor Kirch- hoftBeriin, Regierungsdirektvr Dr. Bollmann-München,^ sind gestern abend hier ringe troffen. Heute vormittag fand im Schloß­hotel eine Konferenz über einen engeren Zusammen­schluß der süddeutschen Staatsbahnen und der preußisch-hessi­schen Gsenbahngemeinschast in der Richtung einer Betriebs­mitte i-Gemeinschaft statt.

Wie berWetzl. Anz." aus unbedingt zuverlässiger Quelle hört, hat bas preußische Eisenbahnministriüum den Bau ber projektierten Bahnlinie Butzbach-Wetzlar auf Kosten des Staates endgiltig abgelebnt.

Märkte.

fc. Frankfurt a. M., 80. Sept. «Orig.-Telegr. des ^Gieß. Anz.".) Kälber-, Schaf - und Sch weine markt. Zum Verkaufe standen: 672 Kälber, 238 Schafe und Hämniel, 581 Schweine. Bezahlt rourbe für 100 Pfd. Schlachtgewicht: Kalber: ]. Qualität 8185 Pfa., Lebendgewicht 4851 Pfg., 2. Qualität 7176 Pfg., Lebendgewicht 4246 Pfg., Schlachtgew. 5560 Pfg.; Schafe: 1. Qual. Schlachtgew. 6870 Pig., 2. Qual. 6062 Pfg.; Schiveine: 1. Qualität 6000 Pfa., Lebendgewicht 4700 Pfg., 2 Qual. 5859 Pfg., Lebendgewicht 4600 Pfg., 3. Qualität 5255 Pfg., Lebendgewicht 0000. Geschäft bei Kälbern lebhaft, bei Schweineit gut: kein Ueberstand.

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung in Hessen für SamStag, den 1. Oktober: Meist trüb, vielerorts auch Nebel, Jleniperntur wenig verändert, neuerdings Regenkälle, besonders in Staifcitburg.

Näheres durch die Gießener Wetterkarte.

Acnestt Meldttuntn.

Qriginaldrahtmeldnngetr des Osießener -lnzeiger.s

Kiel, 30. Sept. Gegenüber dem Dementi des W. T.B. halten dieKieker N. Nachr/' ihre Meldung aufrecht, daß der Verwalter der Germaniawerft sich des Verrats militärischer Geheimnisse schuldig gemacht hat. Sie teilen ergänzend mit, daß es sich um Zeichnungen von Unterseeboten handle, die verschwunden seien.

Trier, 30. Sept. Sergeant Kreyen unb Feld­webel Stoltze vom 29. Regiment wurden nach zwei- tägiger öffentlicher Kriegsgerichtssitzung, zu der 160 Zeugen geladen waren, wegen SoldatenmißHandlung ersterer zu vier Monaten Gefängnis, letzterer zn 14 Tagen gelinden Arrest verurteilt.

Dresden, 30. Sept. Die gestrige Ausfahrt im Jhranfen- stuhl ist dem König gut bekommen und er fühlte sich am Abend frischer. Trotzdem ist die Nacht ungünstig verlaufen, und der Patient fühlt sich Henle schwacher, die Atmungs« beschwer den und der Hustenreiz nehmen zu.

Paris, 30. Sept. Prinzessin Luise von Kobnrg erklärte, ihren Geisteszustand nur von Autoritäten ihrer eigenen Wahl prüfen zu lassen. Mattachich gab folgende Versicherung ab:Meine Person und meine Rehabilitiernng soll für die Prinzessin kein Hindernis be­deuten. Ich existiere augenblicklich gar nicht für bie zwischen Paris und Wien schwebenden Angelegenheiten. Die Prin­zessin soll vor atl.'m ihren Kurator los werden. Mein In­teresse daran ist groß, denn nur bie Aussage einer als zu­rechnungsfähig anerkannten Zeugin kaim mir meinen ehrlichen Namen wieder geben."

Bn da pest, 30. Sept. Die hiesige sowie die Wiener Polizei verfolgt den pensionierten Hnsaren-Rittmeister Meyer von Izkrodz sowie dessen Ehefrau wegen Ein­gehens betrügerischer Schulden und Einbruch- DiebstahlS. Wie der Pesler Lloyd von maßgebender Seite erfährt, sei der Gräfin Lonyay von höchste Stelle nahe gelegt worden, sich nicht mehr in die Angelegenheit der Prinzessin Luise von Koburg zu in i sch en. Die Gräsin werde dies and) nicht mehr tun, nach­dem sie sich überzeugt habe, wie falsch sie informiert luorbcn sei.

Odessa, 30. Sept. Die Vertreter aller größeren j ü b i» scheu Gemeinden in Süb-RnßlanL» ha.ben an den neuen Minister des Innern, J-ürsten Swiatopolsk Mirski Glü ckw un s cha dre ss c n ßericTutet, die von diesem in jedem einzelnen Falle in höflichen Morten beantwortet? sind. Da es als sicher betrachtet wurde, daß der Zar bei, seiner militärischen Besichtigungsreise im Süden auch nach Kischinew kommen würde, bemühten sich bie Juden, den Fürsten Mirski AU veranlassen, den Zaren nach Kischßnew zu begleiten. Es wirb jedoch als ausgeschlossen betrachtet, baß ber Minister im Gefolge des Zaren, der für nächste Woche erwartet wirb, nach Kischinew kommt.

Bom Kriege.

Petersburg, 30. Sept. Tie Demission Avellanes als M a r in e m i n i ft c r soll urm unmittelbar bevorftehen. R o sch- bieswenZki soll sein Nachfolger werden. Jn^ hiesigen Militärkreisen zirkulieren G e r ü ch t e, baß biegroßeSchlacht bei Mukben ihren Anfang genommen habe. Kurvpatsin verfüge über 250 000 Mann mit ca. 500 Gesützen, bie angreifende japanische Armee üb?r 230 000 Mann mit ca. 1000 Geschützen. Eharbin wirb berichtet, baß General Stössel in einem vom 23. b3. baHerten Briefe mitteilte, die Japaner vergössen ihr Blut vergebens und verschwendeten ihre Munition nutzlos. Er würbe, selbst wenn er ictiic Unterstützung bekomme, minbestens noch 6 Monate aushalten können.

Paris, 30. Sept. Aus Petersburg wirb gerüchtweise ge- melbet, baß der KreuzerOleg" infolge einer Explosion, welche zwei Zilinber ber Dampfmaschine vernichtete, an ber Aus­reise ber Ostseeflotte nicht teilnehmen konnte.

L o n b o n , 30. Sepk. Aus Petersburg wirb berichtet, baß bie Japaner sich nunmehr nahe genug bei Port Arthur befinben, um bie rusfiscnen Kriegsschiffe wirksam beschießen zu können. Jnfolgebessen wird bie russische Flotte nunmehr versuchen, auszulaufen. NaA einem Telegramm aus Rom soll sie einen Ausbruch bereits versucht haben.

Paris, 30. Sept. T-er Korresponbcnt besEcho be Paris" in Petersburg telegraphiert: Ick» erfahre, baß am.Dienstag abenb vor ber Abfalut bc» Zaren nach Odessa ein Kriegsrat im Schlosse Petcrhof siattgefund^.r hat, an dem bie Großfürsten Wladimir unb Nikolajewitsch^ der .^egSminister und mehrere andere Minister teirnafrmen. Tie Ernennung des Großfürsten Nikolaus Nikolajewitsch zum Oberbefehlshaber in Ostasien soll babei in Erwägung gezogen, eboch k tu enbgittiger Beschluß gefaßt worden sein. Ein Ratgeber des Zaren, der jedoch nicht ber Kriegsminister sei, habe erklärt, es ließe sich nickt bestreiten, baß tturopatkiu Fehler gemacht habe. Anbererseits habe er aber auch große Energie gezeigt. Ter Ratgeber erklärte, daß die Augen ber ganzen Welt augenblick­lich auf Kuropatlin gerichtet sinb unb baß es notwendig sei, bat", dieser ben Oberbefehl beibehalte, weil zur Zeit der ganze Felbzug vmc ihm abhänge. Es ist baher nicht unmöglich, baß Kurovatkin zum Oberbefehlshaber beider russi­scher Armeen ernannt wirb. Tie erste Armee würbe bann von General Bilderling und die zweite von General Gripenberg kommandiert werden.

Tientsin, 30. Sept. Tie Japaner haben ein Fort besetzt, welches von den Russen unterminiert war unb von biefen in bie Luft gesprengt wnvbe. Bei bieser Gelegenheit sollen 6000 Mann getötet worden sein. Der Ring um Port Arthur loirb immer enger, die Angriffe dauern fort, der Pro­viant der Rufsen sott zur Neige gehen.

Teiephonischer Kursbericht.

F nnkturi u. tt., 30. September.

3l/t°/o Reicheanleiho . .

31/) do. . . .

3l/t% Konsole . . . .

3'7n do.....

9'/?n/o Heesen . . . . 3'},% Ob«rhvRfien . . .

4 % Oostorr. Goldre^to

4l/B% OetUorr. diwe,>Uv 4".'» l'ngar. (jnldrente . 4n/) JfaLen. iLmte .

4 a% Port».

3°/ Porto gieBen.....

1 % C. ............

fürkonloeo ......

4% Griech. Monopol.-Anl.

4l/, % äuflsere Argentiuer

101.50 3U/U Mexikaner

89.80 4V27i Chinesen . .

101.35 Plochie. behuckert .

89.90 j Nordd LloyJ . .

99.90

98.70

101.70

100 40

101.70

103.90

62.60

61.80

13L00

48.00

43.80

h rpditaktien Efiskonto-Kommandit, Darmetädter Bank . Dresdener Ba^k . Ber iner Hnndö eges. Ocs^err. Sfoatsbahn . Lom bardA). , , , GoHharfbahn . . . Laurabrtttc . . . . Bochum.....

Harpener

Tendenz : fest.

. 28 80 . 90.25 . 121.50 . 105 90 . 211.10 . 193.10 . 141.90 . 156.20 . 161.10 . 139.90 . 18.20 . 189.00 . 251.00 . 209.50 . 217.50

Versteigerung.

Samstag kül.Wr.l.J., nachmittags 3 Uhr, sollen im städt. Pfaudlokal Seltersweg 11 dahier aus den Rückständen vom 1. Ziel Gem.- Steuer eine Anzahl Klcider- schränke, Bertikow, Kommoden, Sofas, Spiegel, Tische, Uhren, 2 Kassenschränke, 1 Ladeuthctc, 1 Hobelbnnk, 2 Nähmaschinen, 1 Wage, 3 Koffer, 1 Klavier, 1 Pferd, 1 Rind, 1 Schwein unb 1 Partie Schuhe versteigert wrideu. 7499

Wem mecker,

I Pfandmrister.

Samstag den 1. Ottbr., öou vormittags 9 Uhr ab: Fortsetzung des Verkaufs ber zum Nachlaß Kuhn c, Astenveg 2, gehörigen Waren: Kinderwagen, Koffer, Lederwaren n. f. w. [7642

Der Nachlaß - Verwalter:

I. Löb ermann.

Vom 1. Oktober b. I. ab kann nur noch jeden Donners­tag aus der Wiesecker Ge­meinde-Sandgrube (Uifuhnn) Sand abgefahren werden.

Wieseck, den 29. Sept. 1904. Großh. Bürgermeisterei Wieseck.

S o m m e r l a d. d8%

Arbeitsvergeliung

Die nachstehenden Arbeiten zur Herstellung eines Geräte- unb Arbeiterraumes für den Stadtgärtner sollen Mittwoch den 5. Okt. d. F., vormittags 10 Nhr, öffentlich vergeben werben.

I) Erd- und Mailrerarbeiten 2) Zimmerarbeiten

3) Spenglerarbeiten

4) Dachdeckerarbeiten

5) Glaserarbeiten

6) Schreinerarbeiten

7) Weißbinder-u. Anstreicher­arbeiten

8) Schlosserarbciten.

Zeichnungen, Arbeitsbeschrei.

bung unb Bedingungen liegen während der Amtsstiinden bei uns zur Einsicht offen. An­gebote auf Vordruck, der da­selbst erhältlich, sind spätestens zuin genannten Zeitpunkt an uns einzureichen. Zuschlags­frist 14 Tage. b?8/9

Gießen, 27. Septbr. 1904. Städtisches Hochbauamt.

Ge rbel.

Cafe llieL

Vorzüglicher 7609 Traubenmost aus Dürkheim a. H.