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30.8.1904 Erstes Blatt
 
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Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesfischen Landwirt die Gießener Kamillen, hlütter viermal in der Woche beigelegt.

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Erstes Blatt.

154. Jahrgang

Dienstag 30 AngnstlS04

Siehener Anzeiger

** General-Anzeiger ** **

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

jährlich Mk. 2JO; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2. viertel»

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Are heutige Mmmer umfaßt 8 Keilen.

Z>er Krieg zwischen Japan und Iiußtand.

Die Schlacht von Liaujang.

Die russischen Kriegsberichte kennt man nachher ade: ein endloses Gerede von der Kriegsbegeistrerung und der Siegeszuversicht der Truppen, von gloriosen Taten der Ar­tillerie, von den ehernen Mauern der Bataillone, an denen sich die Wogen des feindlichen Anpralls wie an einem Felsen brechen ein Gerede, das nur gemacht wird, um die Tatsache zu verschleiern, daß die Japaner Schritt für Schritt Vordringen, und daß sich Schritt für Schritt das Schicksal des Kuropatkinscken Heeres erfüllt, wie das Schick­sal in der antiken Tragödie.

In den gestrigen Berichten des Generals Ssacharow über die Kampfe um Liaujang mußte man zwischen den Zeilen lesen, um sich ein Bud von dem Stande der Dinge zu machen. Jetzt steht es außer Zweifel, die große Schlacht von Liaujang war für die Japaner siegreich. Es liegen heute noch folgende Meldungen vor:

Liaujang, 29. Aug. (Reuter.) Die russische Armee steht vor Liaujang, too die Züge der Artillerie in guter Ordnung ein getroffen sind. Die Schlacht dauerte vier Tage. Das japanische Heer rückte mit der größten Ent­schlossenheit vor, ohne Opfer zu scheuen. So ver­lor ein Bataillon am 28. August abends bei einem Angriff auf Siaolingtse sämtliche Offiziere. Der Troß der vier Armeekorps zog sich über die Ebene unter dem Schutze der Truppen zurück, die in ihren Stellungen blieben, bis der letzte Gepäck­wagen verschouichen war. Die russische Artillerie schoß andauernd mit sämtlichen Geschützen. DaS Schauspiel machte einen tiefen Eindruck. Trotz des regelmäßigen Vorrückens der Japaner, die mit g oßer Präzision vorgingen, feuerten die Russen aus ihren Geschützen mit vollkommener Kalt­blütigkeit. Die Verbindungen sind nicht unterbrochen.

Pe tersburg, 29. Aug. Eine Mitteilung des General­stabes besagt: Am 28. August besetzten die Japaner den Vormarsch auf der Front zwischen AnschantschaN und Lian- diansan fort. In den Nachhutgefechten beim Rückzüge unserer Truppen wurden Generalmajor Rutkowski und Oberst­leutnant v. Raaben getötet. Die Zahl der aus der Front Ausgeschiedenen ist noch nicht festgestE. Den Verband­platz passierten gegen 400 Verwundete. Die Verluste des Gegners sind bedeutend. Auf den übrigen Punkten herrscht Ruhe.

Petersburg, 29. Aug. Am 27. August nahmen die I a- paner an der O stfront den weiteren Angriff auf, nachdem in der Nacht vorher dem Korps Iwanow der Be­fehl zugegangen war langsam auf Liaujang zurückzu­gehen, weil das 10. Armeekorps Hörschelmann auf dem äußersten linken Flügel sich nur unter großen Ver­lusten halten konnte. Ter Süd-Armee ging ebenfalls der Befehl zum Rückzug zu. General Kuropatkin soll ausgezeichneter Stimmung sein. Er hat für jeden ver- rvundeten Offizier und Soldaten ein tröstendes Scherzwort.

Tschifu, 29. Aug. .In Voraussicht der Entscheidungsschlacht, welche in der Gegend von Liaujang stattfinden soll, haben dir Japaner 10 006 Särge bestellt, sowie 800 Säcke Chlorkalk.

Petersburg, 29. Aug. Aus Liaujang wird von dem letzten schweren Artilleriekampf noch berichtet, das 10. Armee­korps, besonders die Division Hörschelmann, hatte be­deutenden Verlust an Offizieren erlitten. Die Wege sind durch andauernden Regen saß unpassierbar gemacht, alle Transporte aufs äußerste erschwert. Der Rückzug der Ostabteilung gestaltete sich besonders schwierig, da ein Bergfluß sowie Engpässe zu überwinden waren. Der Feind nutzte diese Situation aber nicht aus, da er selbst vollkommen erschöpft war. In den Kämpfen am 24. und 25. d. M. haben die Japan er über 2000 Mann verloren. Ruffischerseits zeichneten sich be­sonders das TamboNische, das OAowsche und das Brijanski-Regi- ment aus. Der Rückzug wurde durch die kaukasische Brigade ge­deckt, wobei Ober stEharamow durch vier Kugeln ver­wundet wurde. Die russische Armee konzentriert sich jetzt auf engem Raum: die Japaner rücken aus der ganzen Front vor. Aus Liaujang bringen die Chinesen ihre Frauen und Kinder fort.

Port Arthur.

Rom, 29. Aug. Hiesige maßgebende Militärkreise haben aus Tokio die vertrmrsiche Nachricht erhalten, daß alle An griffe der Japaner auf Port ylrthur unter s chwerem Verluste für diese zurückgeschlagen worden seien. Die Japaner? hätten nicht ein einziges wichtiges Fort erobert. Die Verluste der Japaner feien foJ chwer, daß die japanische Heerjesleitung zögere, sie bekannt zu geben.

London, 29. Aug. Die großen Erfolge der Japaner in Liaujang sollen in Tokio, wo aller Augen auf Port Arthur gerichtet sind, bisher nur geringen Eindruck gemacht haben. Depeschen von dort zufolge ist man sehr en tt auscht über Marschall Oh ama trotz der Aufopferung von etwa 18000 Mann mißlungenen Sturm auf Port Arthur und be­trachtet seine Versetzung in die Mandschurische Armee als Ausdruck kaiserlicher Unzufriedenheit. Andererseits steht man in Tokio ein, daß man in Bezug auf die Einnahme der Festung allzu vertrauensselig ge­wesen ist. Die allerorts inszenierten Fe ftv orb ereit- ungen zur Feier des Falles von Port Arthur sind abgebrochen worden.

Petersburg, 29. Aug. Der in der Festung mtt ein* geschossene Gen« r al Fock hat an seine Mutter die Meld­ung gelangen lassen, Port Arthur ergebe sich nicht und besitze noch große Vorräte.

Petersburg, 29. Aug. Die Artillerbe von Port Ar- chur hat jetzt mit Erfolg alle Belagern ngSgeschütze der Japaner, die sie en eichen, zum Schweigen ge­bracht Aus offizieller Quelle wird berichtet, daß die japanischen Truppen der erfolglosen Angriffe auf Por! Arthur nt übe, augenblicklich darauf ver- zechten, s i ch der Festung zu bemächtigen. Die Japaner haben ihren Kriegsplan geändert und werden den

größten Ttzil der Streitkräfte vor Port Arthur nunmehr gegen Kuropatkin dirigieren. General Stössel, Kom­mandant von Port Mhur. hat beschlossen;, (?) sich mit seiner Garnison in zwei uneinnehmbare Forts von Pont Arthur zurückAutziehen.

London, 29. Aua. Mrs dem Hauptquartier Ku­rokis drahtet der (sehr unzuverlässige!) Kriegsbericht­erstatter desDaily Ehronicle" vom 24. August: Der Fall von Port Arth ur ist bevorstehend. Die Japaner sind nunmehr innerhalb der Hauptwerke und ihre Kanonen beherrschen die Stadt. Verzweifelte Kämpfe finden Tag und Nacht statt. Die beiderseitigen Verluste sind riesig. Die Russen machen ungestüme Gegenangriffe, aber die Japaner behaupten die gewonnenen Stellungen.

Korvettenkapitän Hopman.

Berlin, 29. Aug. Der letzthin auf Befehl des Kaisers aus Port Arthur abberufene Korvetten-Kapitän Hopman kehrt nach Ber lin zurück, um wieder beim Admiral stabe Dienst zu tun.

Russische Opferwilligkeit.

Petersburg, 29. Aug. Auf Wunsch der Regierung haben alle Beamten 5 Proz. ihres Jahres-Ein­kommens für bie Truppen gegeben.

Die zwingenden Japaner.

Mukden, 29. Aua. Nach chinesischen Aussagen wer­den Koreaner und Chinesen von den Japanern gezwungen, in die Armee einzutreten.

DoS baltische Geschwader.

London, 29. Aug.Daily Telegraph" meldet aus Kopenhagen, daß trotz des Dementis das baltische Geschwa­der a b g e h e n wird. Die Behörden sind benachrichtigt wor­den, daß das Geschwader die dänischen Gewässer in 8 bis 10 Tagen passieren werde. Admiral Roschdcstiwenski hat Kronstadt angeblich verlassen. Weiter wird berichtet, daß das Baltische Geschwader in zwei Mteilungen in See stechen wird. Die erste Abteilung wird bestehen aus 19 Schiffen, die zweite aus einer Torpedoflotille.

Japanischer Heroismus.

Petersburg, 29. Aug. Als ein Beispiel des Fana­tismus der Japaner wird berichtet, daß ein japanischer Offizier, der in Gefangenschaft geraten war, Selbstmord verübte, indem er sich den Kopf auf einem Stein zerschmetterte. Es wird behauptet, die japanische Heeresleitung habe den Soldaten mitgeteilt, niemand, der sich gefangen nehmen lasse, dürfe nach Japan zurückkehren.___________________________________________________

Deutsches Deich.

Berlin, 29. Aug. Anläßlich des Aufenthalts des Kaiserpaares in Altona findet im Schloß der Frau Etatsrättn Donner, der Schwiegermutter des Kriegsministers Bronsart v. Schellendorf, zu Neumühlen ein Mahl statt, an welchem der Kaiser und die Kaiserin sowie der Großherzog und die Großherzogin von Mecklenburg-Schwerin teilnehmen.

Die Prinzessin Ludwig Ferdinand von Bayern, eine geborene spanische Prinzessin de la Paz, hat bekanntlich an einer öffentlichen Versammlung des Regens­burger Katholikentages teilgenommen, was namentlich in Bayern großes Aufsehen erregt hat. DerFränk. Kur." will bestimmt wißen, daß die Sache dem Prinzregenten Luitpold, der absolut keine Ahnung von dem Vorhaben der Prinzessin gehabt hatte,sehr spanisch vorgekommen" sei. ES seien sofort Anordnungen getroffen worden, um eine Wiederholung derartiger Vorkommnisse zu vermeiden.

DieNationallib. Korresp/ schreibt:Unlängst wurde angedeutet, daß eine Aenderung des Fleischbeschau­gesetzes in Aussicht genommen sei. Zurzeit ist davon durch­aus keineRede. Möglicherweise liegt eine Verwechslung mit dem Viehseuchengesetz vor. Eine Abänderung einiger Bestimmungen desselben ist bereits seit einiger Zeit in Erwägung gezogen worden.

DieNat.-Ztg." schließt einen Artikel über die Ab­lehnung der Hibernia-Verstaatlichung wie folgt: Eine etwaige Vorlage der Regierung, diejenigen Hibernia- Aktien, die sich im Besitz der Dresdner Bank befinden, für den Staat zu erwerben, dürfte für derartige Anträge und Debatten die beste Gelegenheit bieten. Daß die Regierung bei ihrem Vorgehen die Mehrheit des preußischen Landtages hinter sich hat, wird auch den Gegnern der Verstaatlichung klar sein. Die Rechte und das Zentrum werden zweifellos für die Vorlage stimmen und wir sind in der Lage, festzu­stellen, daß angesehene nationalliberale Politiker einen anderen Standpunkt haben, als derjenige ist, den die Herren Schmieding und von Gynern in der Oeffentlichkeit zum Ausdruck ge­bracht haben. Es unterliegt nach Ansicht unserer Gewährs­männer gar keinem Zweifel, daß die überwiegende Mehrheit der nationalliberalen Partei ebenfalls der Vorlage des Handelsministeriums zustimmen wird.

Norderney, 29. Aug. Der Reichskanzler ist heute nach Berlin abgeroist.

Breslau, 29. Aug. Die Sozialdemokraten feierten bereits am Sonntag den auf Mittwoch fallenden 40. Todestag von Lassa lle durch Niederlegunq von Kränzen an seinem Grabe aus dem Kleinbürger jüdischen Friedhose und einem großen Gartenfest. Die Polizei beschlag­nahmte eine große rote Kranzschleife wegen der Aufschrift: Dem erstell kühnen Rebellen von den Breslauer Vaterlands- losen Gesellen*.

5er Aufstand in Aeutsch-Südwestafrika.

An bem Herero Heinrich ober Egbert, Schul- ntetfter und Evangelist, der wegen Teilnahme an der Ermordung des Farmers Kvßarski und Spionage feldgerichtlich zum Tode verurteilt worden war, ist am 2. Aug. das Urteil in Swakopmund durch den Strang voll­zogen worden.

Die Nachricht, daß Gen eralstabschief Oberstleutnant von Beaulieu krankheitshalber aus Südwestafrika nach Deutschland zurückkehre, war zuerst vomBerl. Lokalanz." gebracht worden. Dazu bemerkt dieNationalztg.":Es muß als geradezu skandalös bezeichnet werden, daß nicht einmal solche Nachrichten durch amtliche Meldung, son-, dern auf dem Wege einesPrivattelegramms" in die Oeffentlichkeit gelangen! Der Fall Beaulieu erinnert an den Fall Dürr. Oberst Dürr, der frühere Kommandeur des! Marme-Expeditionskorips, war bekanntlich bereits wieder auf deutschem Boden an gelangt da erfuhr man allmählich, daß er ebenfalls wegen ,Herzleidens" in die Heimat zurückkehren müsse. Wie lange soll sich das deutsche Volk! eine derartige un glaubliche Behandlung bezüg-^ lich des südwestafrikanischen Nachrichten- dienstes noch gefallen lassen?!"

Keer und Alotte.

Berlin, 29. Aug. Vor einiger Zeit war gemeldet Word , daß das Offizierkorps des Garde-Füsilier-4 Regiments gegen den Grafen Baudissin Klage erhoben habe, weil es sich durch dessen RomanE rst - klassige Menschen" beleidigt fühle. Wie das Ge­neralkommando des Gardekorps denBerl. N. N." mitteilt, beruht diese Nachricht durchweg nicht auf Wahrheit. Das Regiment hat weder gegen G-ärf Baudissin Klage erhoben, noch beabsichtigt es, dies zu tun, da es keine Veranlassung hat, sich durch die Schilderungen des genannten RomanS in irgend einer Weise getroffen zu fühlen.

Wie derN. Fy. Presse" aus Pest gemeldet wird, ist die Beteiligung an derAntiduelliga" auch den nicht- aktiven Landwehroffizieren und den nichtaktiven Lan dwehrkad etten seitens der befoen Landesvertei­digung sministerien gestattet worden.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 30. August 1904.

LU Die Direktion der medizinischen Klinik wurde dem' Privatdozenten Dr. Volhard vertretungsweise' übertragen.

** D as AmtsblattdesGroßh. Ministeriums der Justiz Nr. 16 vom 22. August enthält ein Mls- schreiben an sämtliche Justizbehörden, insbesondere an die Vorsteher der Strafanstalten und die Untersuchungsrichter, betreffend das Verfahren bei Aufnahme krimineller Irren in das Großh. Landes-Hospital Hofheim oder die Grvßh. Landes-Irrenanstalt bei Heppenheim.

** Der Vorsitzende deSOberHess. Viehhändler^ Vereins schreibt uns kurz und bündig:

Der Beschluß der am 18. Juli d. I. zu Gießen stattgehabien Viehhändlerverfammlung, denGießenerViehmarkt weder zum Ankauf noch zum Verkauf zu besuchen, solange Die Polizeiverordnung betr. das Ausmelken der Kühe vor dem Austrieb in Geltung ist, tritt am 1. September d. I. in Kratt."

)' Unsittliche Attentate sind in der vergangenen Woche mehrfach in WiSmar auSgeübt und zwar gegen vier Gießener Fra uen, welche dort im Walde Brom­beeren suchten, ferner gegen ein Kind und eine Frau aus WiSmar. Die Gendarmerie hat den Täter in Haft genommen.

** DaS Kirchweihfest in Klein-Linden erfreute sich eines so starken Besuches durch Gießener, wie kaum in einem Vorjahre. Die Frankfutter- und Wetzlarerstraße glichen einem einzigen Menschenstrom. Mit Sack und Pack, Kind und Kegel zogen ganze Familien nach Klein-Linden, wie nach einem gelobten Lande. Andere Eltern schloffen ihre Kinder in ihrer Wohnung ein und pilgerten zur Kirmes, selbst solche) die erst vor Kurzem Familienzuwachs oder durch Krankheiten nächster Angehöriger re. schwere Heimsuchungen erfahren hatten: Die KirmeLwirtschasten, die die größten Vorbereitungen zur? Unterkunft ihrer Gäste getroffen hatten, waren überfüllt, Witte und Geschäftsleute dürften voll auf ihre Rechnung gekommen sein. Der Verlauf der KirmeS war trotz der sehr gemischten Gesellschaft, unter der sich auch in Gießen und Großen-Lindcn beschäftigte Italiener und Kroaten befanden, sehr ruhig. Aus­schreitungen, Schlägereien u. dergl. sind nicht vorgekommen.

[] Gladenbach, 29. Aug. Nachdem gestern bereits hier in der Vallbrachtschen Wirtschaft ein landwirtschaftliches Fest abgehalten worden ivar, fand heute daselbst auf der! direkt hinter dem Restaurant befindlichen Wiese eine von der Herdbuchgesellschaft deS KreiseS Biedenkopf zur Züchtung, des Vogelsberger Schlages veranstaltete Tierscha u statt. Etwa 20 Gemeinden, deren Mittelpunkt Gladenbach bildet, batten ihre besten Vogelsberger Kühe, Rinder und Bullen auS^ gestellt und konnte man sehen, daß auch im sog. vS3bei* aericht* die Viehzucht immer beste re Fortschritte macht. An Prämien gelangten 1000 Mk. zur Verteilung.

Frankfurt a M., 29. Aug. Gestern fand vier eine sein- Wirrung- - und bin mn?«wkle Feier von (knetbrfl? Geburt 51 n -i Ml Am Vormittage versammelten sich im reich geschmückten Goethehanjc Xommerktenixit Andrea übergab in einer wohlgeUuigciiM Wbe, die Marianne-