Ausgabe 
30.6.1904 Erstes Blatt
 
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Donnerstag 3V. InniLS04

154. Jahrgang

Erstes Blatt.

Nr. 151

0r|d>eiet täglich au Ker Sonntag».

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesflschen Landwirt die Siebener Kamillen- Hättet viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brü h l'scheu Nnioers^-Buch-u. Stein» druckerei. R. Lang«. Redaktion, Erveditto» und Druckerei:

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General-Anzeiger w äs?..'?.

W den DoliL und allgem.

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MZZ

" U zeigenteil: Hans Beck.

König ßduards Abschied.

Honte abend fand auf derHohenzollern^ bei den Majestäten Abschiedstafel für den König Eduard statt, an der die Gefolge und Umgebungen der Majestäten, die Kabinetschefs, Gefolge und Ehrendienst des Königs teil- nahmen, ferner der Kronprinz, die Prinzen Eitel-Friedrich und Heinrich, Prinz Albert von Schleswig-Holstein, Reichs­kanzler Graf Bülow, Botschafter Lascelles, Graf Wolff- Metternich, Staatssekretär von Tirpitz, die Admirale von Köster, Büchse! und von Eisendecher. Der König saß rechts von der Kaiserin, weiter saßen rechts. zunächst Oberhof­meisterin Gräfin Brockdorff und Prinz Heinrich, links von der Kaiserin der Kronprinz und Fräulein von Gersdorff. Gegenüber saß der Kaiser zwischen dem Botschafter Lascelles und dem Grafen Bülow rechts und dem Earl of Selborne und Admiral von Köster links.

Kriegsschiffe hatten heute abend wieder illuminiert. König Eduard verließ um 11 Uhr 20 Minuten die Hohenzollcrn" und begab sich durch die spalierbildenden Boote, die durch Fackeln erleuchtet waren, auf seine Yacht. DaS deutsche Geschwader feuerte Salut.

Kiel, 30. Juni. Heute früh ging die PachtVictoria and Albert" mit dem englischen König an Bord und von dem englischen Geschwader begleitet, in See.

Hamburg, 29. Juni. Den Bürgermeistern von Hamburg ging gestern abend aus Kiel von Bord der PachtVictoria and Albert" folgendes Telegramm zu: ,Jm Auftrage Sr. M. des Königs, meines allergnädigsten Herrin, beehre ich mich, Ew. Magni­fizenzen allerhöchst seinen warmen Dank für den heutigen schönen Empfang auszusprechen, welchen Se. Majestät stets in Erinnerung behält. Lascelles, Botschafter." Bei der gestrigen Frühstücks- täfel im Rathause gefielen dem König Eduard ganz besonders zwei silberne Weinkannen mit Ansichten von Elbe imb Alster, welche die Senatoren von Melle und Holthuseu dem Silberschatz des Senats gestiftet hatten. Der Senat schenkte sie dem König.

Der Krreq zwischen Japan rmd Rußland.

Reue Erfolge vor Port Arthur.

Tokio, 29. Juni. (Reutermeldung.) Ein hier ein- gegangener nichtamtlicher Bericht besagte: Die dreiPort Arthur-Forts Chikwanshan, Chikanshan und Sochoshan nnrrden am Sonntag nach einem den ganzen Tag dauernden Gefecht eingenommen. Es begann mit einem Artillerie­gefecht. Sochoshan wurde zuerst genommen, dann die andern. Die Russen zogen sich westlich zurück und hinter­ließen 40 Tote. Die Zahl der Verwundeten ist uner- mtttelt. Die japanische Streitmacht bestand aus allen Waffengattungen. Die Japaner verloren 3 Offi­ziere und 100 Mann tot und verwundet. Zwei Geschütze der Russen nebst Munition wurden er­beutet.

Tschifu, 29. Juni. (Reuter.) Auf einer Dschunke eingetroffene Chinesen berichten, ein großes Schiff, wahrscheinlich ein russisches, liege-auf einem Felsen, zehn Meilen südöstlich von Liauteschan. Nach­dem sich die japanischen Schiffe am 24. Juni von Port Arthur zurückgezogen hätten, sei die russische Flotte wieder aus dem Hafen herausgekommen und sei kurze Zeit draußen geblieben. Bei Port Arthur werde zu Lande weiter gekämpft. Von der See aus wür­den häufig Angriffe unternommen.

Eine nette Niederlage der Nüssen bei Haitscheng.

Sh a n g h a i, 29. Jtmi. Die R u s s e n benutzten die Reparatur der japanisä^n Schlachtschiffe zu einem Ausflug nach Okishima, versenkten zwei bis drei Transportschiffe und be­schossen die Forts. Vor PortArthur sollen denJapanern keine großen Schiffe mehr zur Verfügung stehen. Mit dem TransportschiffScrdo Maru" sind wahrscheinlich große Belagerungsgeschütze der Japaner untergegan­gen Das Ausbleiben einer Erklärung für die Tatsache, daß die mpanischen Transportschiffe ohne Begleitung durch Kreuzer auf die See gehen, bestätigt die Annahme, daß viele große japa­nische Schiffe sich in R e p a ra t u r befinden.

Tientsin, 29. Juni. (Reuter.) Wie verlautet, er­litten die Russen gestern 25 Werst östlich von Haitscheng eine Niederlage. Wegen desraschenVorrückensderJa- paner ziehen sich die Russen bei Daschitschrab schnell nach Norden zurück, da sie befürchten, daß sie abgeschnitten wurden.

Noch ein russisches Unglück.

Petersburg, 29. Juni. Auf der baltischen Schiffs­werft erfolgte auf dem TorpedobootDelphine" wäh­rend eines Versuchs eine Explosion, wodurch das Schiff zum Sinken kam. Drei Offiziere und 23 Ma­trosen ertranken, zwei Offiziere und zehn Matrosen wurden gerettet.

Weiteres vom Kriegsschauplätze.

London, 29. Juni. Eine Tschifuer Drahtung besagt, die Russen seien am.Fentschulienpaß fast aufgerieben worden Die Japaner machten 2 7 0 Gefangene und e r b e u - teten neun Kanonen. Sie verfolgten i>te Runen neun ^^UrlTurg, 29. Juni. Die russische Telegrafchen- agentur meldet aus Liaujang vom 28. Junr: General Ku- ropatkin erließ einen Befehl an die Armee, dre ge­fallenen oder gefangenen Japaner nut der Achtung w behandeln, wie sie einem tapferen Gegner -ukommt den gefallenen Soldaten die militärischen Ehren ru erweisen und für die Verwundeten fo zu sorgen, wie wenn es sich um Russen handelte. Dieser Befehl sollte als Antwort dienen auf die ausgezeichnete Beh arid - lung, rvelche die verwunde ten Russen in den )a- panischen Hospitälern gestinden haben Leider treffen in jüngster Zeit Berichte ein über rohe Behand­lungen Torturen und Verstümmelungen,

Vormarsche auf O

finden.

Bruder Jonathan in Marokko.

Aus Berlin, 29. Juni, wird ums geschrieben:

Die Bewegungen des im Mittekmeer befindlichen amerikanischen Geschwaders fordern die Be­achtung heraus. Wenn Kriegsschiffe einer europäischen Großmacht in solcher Stärke an der amerikanischen Küste auftauchen würden, es wäre in der Jingopresse des Ge­schreies kein Ende. In der alten Welt ist man kaltblütiger, und es hat am Ende auch keine Macht Grund, sich darüber

Ausland.

Par-is, 29. Juni. In der Untersuchung gegen den Hauptmann d'Autriche, der der Fälschung der Kassenbücher ini GeNeralstab verdächtig ist, wurden heute drei weitere Offiziere vernommen, die während des Drep- fusprozesses in Rennes im Generalstab gedient haben, und zwar der Oberstleutnant Rollin, und die Hauptleute Francois mtb Marechal. Infolge des Verhöres ordnete der die Ver­handlung leitende Hauptmann Caffel die sofortige Verhaft­ung per drei genannten Offiziere, welche nach dem Militär- gefängnrs abgefi'ihrt wurden.

Die Untersuchungskommission bet Karxhäuserange- lege uh eit vernahm heute den Advokaten Ract, Vertreter des flüchtigen Bankdirektors Lepöre, Ract erklärte, daß Lep^re nicht mit den Kgrthäusern von Grenoble, sondern mit den Kart- Häusern 'von Freiburg (Schweiz) Geschäftsverbindungen unter­hielt. Die Freiburger .Karthäuser behaupten, Lepöre habe sie um 300 000 Frcs. geschädigt. Im weiteren Verlaufe lehnte der mit der Voruntersuchung gegen die Karthäuser.betraute Unter­suchungsrichter auf Grund des Berufsgeheimniffes es ab, Aus­sagen zu Mußen. Hieraus wurde Millerand über die bei Cha- bert beschlagnahmten Papiere vernommen, in denen von ihm wegen Dekorierung .zweier Industrieller die Rede sein sollte. Millerand 'tat dar, daß die Auszeichnungen völlig zu recht erteilt worden seien und verwahrte sich mit Entrüstung gegen die AnsthuLigung, die man gegen ihn erhebe. Bei seinem Austritt aus dem Ministerium sei er ärmer ge­wesen als zurzeit seine s Eintrittes. Er werde kein Vermögen hinterlassen und wünsche, daß sein Name ein ehrlicher bleibe. Mehrere Kommissaren erheben Einspruch gegen die Art, wie gewisse Behörden Jnformatumen sammelten. Die Kommission beschloß, die Erklärungen Mfllerands unverzüglich zu veröffent­lichen.

Sim la, 29. Juni. Ein neuer Zusa m m e nstoß zwischen der englischen Erpedi ti »» «nd Tibetanern wird hier-

Typhus gestorben.

Generalleutnant v. Trotha telegraphiert aus Okahandja unterm 27. Juni: Major v. Estorfs hat Ofumbu-Karupuka (Okawapuka) am Omuvarnba, von der Heyde Okosondusu ohne Kampf erreicht. Zwischen allen drei Abteilungen ist Funken­verbindung hergestcllt. Zu Major v. Glasenapp, der im ' "^tine ist,- geht morgen die neunte Kompagnie Maschinengewehrabteilung. Dürr ab. Auf Pa-

Deutsches Keich.

Berlin, 29. Juni. Anläßlich des Besuches des 5Knigs von England in Kiel hat der Kaiser nicht nur dem groß­britannischen Botschafter Sir Frank Lascelles, dem der Verdienst­orden der preußischen Krone verliehen ist, sondern sämtlichen Herren der großbritannischen Botschaft zu Berlin Auszeichnungen verliehen.

Dem Landtage ging zur Beschlußfaffung eine aller­höchste Verordnung vom 21. Juni zu, enthaltend die Ermächtigung, den Landtag bis zum 18. Oktober zu vertagen.

Dem Abgeordnetenhause ging ein Gesetzentwurf zu betr. Inkraftsetzung einer anderweitigen Klassen­einteilung für die Gewährung von Wohnungsgeldzu­schüssen an die unmittelbaren Staatsbeamten.

Im Abgeordnetenhause hat Abg. Graf Douglas (frt) folgenden Antrag eingebracht: Die Staatsregierung zu er­suchen, in Erweiterung der in Anregung gebrachten Landeskom- mission zur Bekämpfung des Alkobolrsmus eine Landeskommission für Volkswohlfahrt zu schaffen als ein die Staatsregierung beratendes Organ zur Erhaltung und Hebung des körperlichen, geistigen und wirtschaftlichen Wohls des Volkes.

DerStaatsanzeiger" veröffentlicht das Gesetz vom 25. Juni, betr. die Erweiterung und Vervollständigung des Staats­eisenbahnnetzes und die Beteiligung des Staates an zwei Privatuntcrnehmen sowie im Bau von Kleinbahnen.

Tas KanonenbootPanther" wird die deutschen Interessen in Haiti vertreten. An Bord befinden sich insgesamt 121 Mann, darunter 6 Seeoffiziere. Kommandant ist Korvetten­kapitän Jentzen.

und der Rest der Maschinengewehrabteilung Dürr ab. Auf Pa- troufllenritt von Epikiru erreichte Oberleutnant von Winkler Otjensondu, wo er angebalten und von der Heyde §u geteilt wurde. Vom Feinde und von Vieh ist West-, Nord-, Ostdistrikt Und Go- babis bis zum Eisebfluß vollkommen frei. Epikiru, Rietfontein S. O. (Mier) sind diesseits noch besetzt.

Der Staatssekretär des Reichspostam ts, in Ver­tretung Witt ko, macht bekannt: Zu Feld Po st karten ap die Truppen in Teutsch-Südwestaftika sind postseitig besondere Formulare hergestellt worden, die in kurzer Zeit bei den Post- anftalten und 'den amtlichen Verkaufstellen für Postwertzeichen zum Preise von 5 Pfg. für je 10 Stück werden zum Verkaufe gestellt werden. Neben diesen Formularen können die gewöbn- lichen ungestempelten Postkartenformulare unter Abänderung der BezeichnungPostkarte" inFeldpostkarte" weiter Verwendung

DolMschc Tagesschau.

Kommende Stenern.

Unser Berliner pari. Mitarbeiter schreibt unterm 29. Juni: Die Lage der Reichsfinanzen ist nichts weniger als glänzend, und für die nächste Zukunft darf nach der Meinung des Schatzsekretärs, der er in einer der letzten Reichs- tagssitzungnr Ausdruck gab, auf eine erhebliche Besser­ung nicht gerechnet werden Die aus dem Zolltarif zu er­wartenden Mehreinnahmen ließ Frhr. v. Stengel dabei keineswegs außer Acht; er warnte davor, von den finanziellen Wirkungen des Tarifs sich goldene Berge zu ver­sprechen. Wenn man bedenkt, daß eine Militär- und Marinevorlage in Aussicht stehen, deren Kosten auf viele Millionen sich belaufen dürften, daß,bte Ausgaben des Reichs für soziale Zwecke fortdauernd steigen und speziell ein be­stimmter Tefl der aus den erhöhten Getreidezöllen^ zu erwartenden Eirmahmen in diesem Sinne Witwen- und Waisen­versicherung der Arbeiter bereits festgelegt ist, wenn man dies alles sich vergegenwärtigt, dann wird auch ohne Kenntnis der Beschaffenheit der neuen Tarifverträge die Warnung des Schatz­sekretärs begreiflich. Noch eins kommt hinzu. Nach den Han­delsverträgen ist die wichtigste der von diesem Reichstag zu lösenden Aufgaben diegroße" Reichsfinanzreform. Auch sie kann erst in Angriff gemnnmen werden, wenn sich übersehen läßt, wie die Finmizlage auf Grurrd des neuen Zoll­tarifs sich gestaltet. Daß Frhr. v. Stengel diesegroße" Reform ins Werk setzen wird, darf als feststehend gelten. Me in der verflossenen Session zustarrde gebrachte kleine Finanzreform, die ,Lex .Stengel", ist shm nur der mrleitende Schritt zur durch­greifenden Neuregelung des finanziellen Ver­hältnisses zwischen Reick und Einzelstaaten. Auf die Mehreinnahmen aus dem Zolltarif ist, wie angedeutet, bereits in einem Maße Beschlag gelegt, daß zur.Durchführung der großen" Finanzreform dem Reiche neue Einnahmeauel- len erschlossen werden müssen. .Der frühere Sckatz- sekretär Frhr. v. Thiclmann, dem es bekanrrtlich. an schöpferischer Kraft ge'brach, erllärte im Frühjahr 1902 im Reichstage, die Reichsfinanzreform lasse sich nicht loslösen von ter Frage einer Erhöhung der Bier- und Tabaksteuer. .Frhr. von Stengel hat sich in dieser Angelegenheit nock) nicht geäußert, aber er ist Bayer und wird aller Wahrscheinlichkeit nach zur Äuffaffung der bayerffchen Regierung sich bekenneir, die einer stärkeren Be- lastilng der genannten beiden Steuerobsekte geneigt ist. Zumal des Tabaks, weil man mit den höheren Finanzerträgnffsen zu gunsten des Reiches eine Erhöhung der Unterstützung des heimischen Tabakbaues tierbinben möchte. Und bei der Biersteuer liegt die Sache so, daß in den Ländern der Brausteuergemeinschaft weit niedrigere Sätze erhoben werden, als in Bayern, das schon für eigene Rechnung das Bier mit einer hohen Abgabe belegt hat, sodaß für Reichsrechnung aus hem bayerischen Bier nicht mehr viel hcrauszirschlagen fern würde. Die Stenererhohung würde also wesentlich zu Lasten Mitt-el- und Norddeutschlands gehen. Tas als Beglefterscheinung der Finanzreformvorlage sich repräsentierende Stenerbouauett wird aber wohl noch weitere Blüten mffweisen, denn die Re­form muß dauernd auf sichere Grundlagen gestellt werden. Die Absicht, mit derPumpwirtschaft" und der ftnimzietten Jn- ansprucknahme der Emzelstaaten durch das Reich aüfzuränTnen, findet gewiß allgemein Billigung. .Die zur Erreichung dieses Zieles ins Auge gefaßten Mittel aber werden auf das lebhafteste umstritten werden.

denen verwundeteRussen ausgesetzt waren. Das Armeeblatt teilt mit, am 21. Juni seien bei Saimedsai die verstümmelten Leichen zweier Tiralleure auf- aefunden worden. Das Blatt führt dann mehrere ähnliche Tatsachen an, nach denen selbst Offiziere unter dieser Be­handlung litten, und fügt hitrzu, der Armeevertreter glaube, daß: die erwähnten Torturen von Chinesen, nickt von Japanern vorgenommen wurden. Nun aber stellte sich heraus, daß die japanischen Soldaten von chren Vor­gesetzten nicht daran gehindert werden und sich in keiner Weise von den alten barbarischen Völkerschaften Wens unterscheiden.

Tokio, 29. Juni. (Amtlich.) Die von russischen Preß- organen verbreiteten Gerüchte über die angebliche Miß­handlung von Verwundeten hat in hiesigen Militärkreisen große Indignation hervorgerufen. Mcqr betrachtet die Au^- sprengung "von erfundenen Tatsachen als einen Versuch zur systematischen Verhetzung der öffentlichen Meinung Europas und als eine überraschende Verleumdung^angesichts der den russischen Verwundeten japanischerseits stets er­wiesenen Fürsorge.

Kuropatkin verlieh dem Unteroffizier Wol- koff das Georgskreuz, weil es ihm, da er der chinesischen Sprache mächtig ist, gelang, als Chinese ver kleidet, nach Sanjutchen in das Lager der Japaner zu dringen und dasselbe auszukundschaften. Er er­stattete dann seinem Befehlshaber Bericht, gelangte an einen von den Japanern besetzten Ort und stieß aus eine japanische, 13 Mann starke Patrouille, welche über die Stellungen der russischen Streitkräfte Erkundigungen ein­zog. Man schöpfte alsdann Verdacht. Wolkoff wuroe einem Verhör unterworfen; er erschoß dann mit seinem Re­volvermehrere Mann und entkam auf einem japa­nischen Pferde. Es hat sich herausgestellt, daß die japa­nischen Geschütze eine kürzere Tragweite haben als die russischen. Die Japaner bedienen sich noch immer Granaten, die bei ihrer Explosion giftige Gase ausftrömen und die durch internationales Uebereinkommen verboten sind.

aufzureaen, wie die Amerikaner mit demkranken Mann" am Goldenen Horn umspringen. Anders steht die Sache aber in Marokko. Hier richtet sich ein Teil des amerikani­schen Geschwaders häuslich ein, und ang^ichts dessen er­scheint das in Tanger zirkulierende Gerücht, Amerika ver­lange eine Kohlenstation an der marokkanischen Küste, nicht unbegründet. Der Sultan ist nicht in der Lage, solches Verlangen zurüctzuweisen, und ob seitens Englands oder Frankreichs Einwendungen erhobien werden würden, ist immerhin fraglich. Ueber Spanien geht Amerika ohne wer­teres zur Tagesordnung über. Derblamierte Euro­päer/^ aber wäre Deutschland, das darüber kann auch die freundlichste Rede König Edrtards nicht hinweg­helfen in der Marokkofrage so vollkommen ausgeschaltet worden ist, daß es nicht einmal baS Recht auf Anlegung einer Kohlenstation sich ausbedingen konnte.

In Tarrger erhält sich das Gerücht, Amerika verlange eine Kohlenstation an der marokkanischen Küste._________

Der Aufstand in Aeutsch-SüdwestafriLa.

Das Hauptquartier telegraphiert aus Okahandja: Leut» nant Haas, früher im 2. schlesischen Infanterieregiment Nr. 47, ist durck einen Unglücksfall am 18. Juni in Outjo v er ftorbeu. Reiter Wunderlich, Transport Puder, ist am 25. Juni am