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Seneral-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eiehen
Die heutige Yummer umfaßt 10 Seiten
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Mkontag 30. Mat 1904
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fch« Universitätsdruckerei. ÖL Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr.?.
Tel. Nr. 6L Telegr.-Adr. i Anzeiger Gießen.
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Erscheint tSgNch mit Ausnahme des Sonntags.
Die „Gießener KamilienblStter- weiten dem „Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der hessische Landwirt' erscheint monatlich einmal.
Keer und Motte.
— Die Kretschmanschen Kriegsbriefe. „Wir haben schon in einem früheren Artikel nachgewiesen" — schreibt der „Hessische Kamerad" —, „daß trotz aller gegnerischen Behauptungen die obengenannten Kriegsbriefe als Quellen der Geschichtskenntnis keinen Wert haben können, da der Verfasser vielfach sich auf Mitteilungen stützte, deren Glaubwürdigkeit er nicht geprüft hat. Daß dies der Fall in den Briefen über die Plünderung von Sens durch die Hessen, gibt nun auch die Herausgeberin, Frau Lily Braun, selbst zu, wenn auch nur bedingt, denn sie behält sich ihre persönliche Ueberzeugung von der Wahrheit auch jener Vor- gänge vor, insofern als sie nur einige Verwechselung der genannten Truppenteile als Möglichkeit unterlegt. Ja warum veröffentlicht denn die Dame die Briefe auch noch in 2. und 3. Auflage, wenn sie selbst zugeben muß, daß Verwechselungen oorgekommen sein können? Sie sagt, gegen die anderen, ost ebenso ungeheuerlichen Behauptungen seien keine Proteste erhoben worden; sie seien also wahr. Wir bestreiten das entschieden. Denn einerseits mögen den betreffenden Herren die Beschuldigungen des Herrn v. Kretschman gar nicht zu Gesicht gekommen sein, andererseits mögen sie selbst längst unter dec Erde ruhen, oder es sind die Zeugen, mit deren Hilfe
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deutlich geworden. Die antiklerikalen Elemente werden sich einstweilen mit dem Erreichten begnügen. Das ist eine Bescheidenheit nicht prinzipieller Art, sondern aus Oppor- tunitätSgrunden. Das jetzige Parlament ist für die Trennung von Staat und Kirchss noch nicht reis. Man verlangt daher vom Ministerium nicht, eine Forderung zu stellen, über die es notwendig zu Falle kommen müßte.
Auf dem ostasiatischen Kriegsschauplatz regt es sich wieder eüvas mehr. Ist die Japaner ist wieder Leben gekommen. Durch die Einnahme Kintschous sind die Russen gezwungen, sich nach Port Arthur zurückzuziehen. Zu Wasser und zu Lande dringen die Japaner aus Port Arthur hartnäckig vor. Der militärische Mitarbeiter der „Südd. Reichskorresp." saßt die Nachrichten über den japanischen Vormarsch und die Absichten der obersten Heeresleitung zurzeit dahin zusammen, daß drei getrennt marschierende Armeen sich konzentrisch gegen das bei Liaojang vereinte russische Heer vorbewegen. Hierbei ist der ersten Armee, die sich mit Auszeichnung am 2)alu geschlagen hat, der rechte Flügel, der zweiten Armee, die bei Takuschan und Pitzewo gelandet wurde, das Zentrum und der dritten Armee, deren Ausschiffung bei Jnkou und Kaitchou beab- ichtigt zu sein scheint, der linke Flügel zugedacht. Ist eine Offensive in solchem Maßstabe und bei derartigen Raumverhältnissen schon an sich ein außerordentlich gewagtes Unternehmen, so werden in diesem Fall die Schwierigkeiten noch dadurch erhöht, daß das japanische Operationsheer die starke Festung Port Arthur im Rücken hat, und daß der rechte Flügel der drei Angriffskolonnen, der mit dem Feinde bereits in naher Fühlung ist, jedes ernste Gefecht vermeiden muß, um dem linken Flügel, dec an- cheinend den entscheidenden Stoß führen soll, Zeit zur Ausführung seiner umgehenden Bewegungen zu lassen. Ob den Japanern ihr großes Vorhaben gelingen wird und die aus mehr als 200 Kilometer durch zum Teil sehr schwer gangbares Gelände getrennten Heeres teile zu einheitlichem Kamps rechtzeitig eingesetzt werden können, läßt sich natürlich nicht Voraussagen. Nur auf Grund der Tatsache, daß alle Maßnahmen, die die japanische Kriegsleitung bisher getroffen hat, mit Vorbedacht eingeleitet und durchgeführt worden sind, kann man zu der Folgerung kommen, daß auch der Eiitschluß, die Russen bLi Liaujang in der vorangegebenen Weise anzugreifen, wohl vorbereitet und durchdacht sein wird.
das Gegenteil zu beweisen war, nicht mehr zu finden oder gestorben. Daß wir gerade im Falle Sens in der Lage sind, die beiden allein in betracht kommenden Offiziere noch als lebende Zeugen gegen Herrn v. Kretschman aufzurufen, ist ein glücklicher Zufall — nach 34 Jahren. Viele mag auch das Gefühl der „Wurschtigkeit" gegen solche Anschuldigungen zum Schweigen bestimmt haben. Doch mag dem sein, wie rhm wolle, wir haben in einem ganz bestimmten, noch dazu recht häßlich dargestellten Falle di? Unglaubwürdigkeit des Herrn v. Kretschman dargetan, gezeigt, wie dieser Herr schwere Anschuldigungen nach Hause geschrieben, lediglich auf unglaubwürdige Erzählungen hin, von deren Wahrheit er sich an Ort und Stelle zu überzeugen in der Lage gewesen, denn er war unmittelbar darauf 2 Tage in Sens. Aber auch eine Verwechselung ist völlig ausgeschlossen. Denn wir haben ja kürzlich durch den Aufsatz des französischen Leutnant Welter erfahren, daß die folgenden Lauenburger Jäger nur Heeres- bedürfnisfe requiriert haben, im Werte von 56 000 Frs., worüber Requisitionsscheine über ca. 48000 Frs. abgegeben wurden, und wovon nur ca. 8000 Frs. durch solche nicht gedeckt waren. Ob die ca. 8000 Frs. aber, die nach Friedenschluß angefordert worden, auch nachgewiesen worden sind, agt uns auch Herr Leutnant Welter nicht, die Rechnungen dafür weisen aber nur Heeresbedürfnisse auf. Was ist das aber nun, selbst die volle Summe für richtig angenommen, für eine wohlhabende Stadt von ca. 12 000 Einwohnern I Ist das totale Ausplünderung? Und das Niedcrschießen des Quartierwirts, die Wegnahme des Pferdes sind ja ganz erfunden! Ein preußischer Generalstabsoffizier macht doch so keine Weltgeschichte? Wir behaupten deshalb, daß Herr von Kretschman auch gar nicht ivollte, daß seine Kr'.egsbriese dafür angesehen werden sollten, er hat eben Klatsch nach Hause geschrieben in dem Fall Sens und so auch in anderen Fällen."
Allgemeiner deutscher Kealschulmänner-Verein.
R. B. Darmstadt, 29. Mai.
Der allgemeine deutsche Realschulmänner-Verein hielt seine diesjährige Delegiertenversammlung hier irn Kaisersaal ab; es nahmen über 100 Vertreter aus den verfchie- densten Teilen des Reiches daran teil. Mr bemerkten na. die Reichstagsabgg. Dr. Beumer-Düsseldorf, Pros. Dr. Eickhofs-Remscheid, den Vizepräsidenten der basischen zweiten Kammer, Pros. Dr. Heimburger-Karlsruhe, Direktor Dr. Treutlein-Karlsruhe, Schulrat Pros. Dr. Meyer-Kob- lenz, Direktor Dr. Hiuzmann-Elberfeld und Delegierte aus Aachen, Barmen, Berlin, Gera, Haneburg, Halberstadt, Leipzig, Schwerin, Tilsit rc. Aus Hessen waren Alsfeld, Alzey, Groß-Umstadt, Mainz, Offenbach- Oppenheim und Darmstadt vertreten. In dec ersten Sitzung am Samstag abend, die unter dem Vorsitz des Direktors Dr. Steinbarl-Duisburg stattfand, begrüßte Geh. Baurat Pros. Landsberg -Darmstadt die Versammlung mit herzlichssn Worten, wobei er sein Bedauern darüber aussprach, daß sich so viele Bundesstaaten, auch Hessen, noch nicht dem Vorgehen Preußens hinsichtlich dec Gleickcherechtigunas- srage angeschlossen hätten. Als erster Präsident für die Verhandlungen wurde Direktor Dr. Neuß-Aach^n, als zweiter Dr. Steinbart gewählt. Letzterer erstattete auch den Jahresbericht und legte dar, daß auch im verflossenen Jahre die meisten Erfolge in Preußen erzielt wurden, auch Württemberg habe gute Resultate aufzuweisen. Nach dem dann von Pros. Becker-Duisburg erstatteten Kassenbericht beläust sich das Vermögen aus 2852 Mk., die Mitgliederzahl der gesamten Vereine ist von 2541 aus 2467 zurückgegangen, trotzdem sich die Zahl der Vereine vermehrt hat. Es folgten
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Weißen und einiger Farbigen auf der Neu Guinea Compagnie- Station in Peterhafen, ferner auf der French-Knselgruppe, wozu Mißhandlung uno Weiberverkehr eines dritten Weißen, der lewer entkam, den direkten Anlaß gegeben haben soll. Im allgemnnen machen die Eingeborenen keinen feindseligen Eindruck und Uebersälle, wie die obigen, sollen meist du rch unrichtige oder ungerechte Behandlung provoziert worden sein, wie z. B. auch die neuliche Ermordung auf den St. Matthias-Inseln eines n o r d d e u t s ch e n Millionärs, der diese Gruppen auf einer Vergnügungs- und Erforschungsreise besuchte: Um Platz für sein Zeltlager zu machen, soll er gleich nach der Landung mitFällen einer Anzahl Kokosnußbäume begonnen haben! Daß der Eingeborene das Abhauen seines nützlichsten Baumes, dessen Frucht sein einzigster Erwerbs- und Exportartikel ist, nicht als einen freundlichen Akt betrachtet und dafür mit der Ernwrdung und Verzehrung des Eindringlings und mehrerer feiner Umgebung erwiderte, ist nicht überraschend. Das deutsche Reich hat dann die K o st e n solcher Unkenntnis oder Nichtbeachtung der Eingeborenen-Gebräuche und Lokalverhältnisse in Form einer Strafexpedition zu tragen, wodurch dem Insulaner, die Stranddörfer zerstört und viele seiner besten Krieger getötet werden und wonach es Jahre lang dauern muß, um das Verhältnis des Eingeborenen zum Weißen wieder freundlich zu gestalten und ihn zu überzeugen, daß letzterer als Träger der Zivilifation, nicht aber als Räuber und Mörder tommt!
(Fortsetzung folgt.)
— M ü n ch e n e r F e st s p i e l e 1 9 0 4. Für die diesjährigen Richard Wagner-Festspiele im Prinzregenten-Theater (12. August bis 11 September) und die M o z a r t - F e st s p l e l e 1.1. bis 11. August) in den beiden königlichen Theatern sind u. a. folgende Künstler und Künstlerinnen bis jetzt verpflichtet worden: Tie Damen: Sofie David (Köln), Olive Frem- stad (London), Emilie Herzog (Berlin-, Charlotte Huhn, Fritzi Schesf (Londoir). Milka Ternia (Rem-York). Die Herren: Fritz Feinhals, Anion Fuchs München), Hermann Gura (Schwerin), Edgar Oberslölter (Wiesbaden), Julius Pntlitz (Rostock), Albert Reiß 'London), R. umi Rooy iRem-York), Dr. Raoul Walter (München , Tesider Zador (Prag). Als Dirigenten werden, General- Musikdireklor Felix Ai o t l l, Hofkapellmeister Franz Fischer (München), Professor Arthur Niki sch (Leipzig , Hofkapellmeister Felix Wei li gärtner (Berlin), Hoftapellineijler Hugo Röhr und Hofkapellmeister Hugo Reichenberger fungieren.
und Arbeitstier des Mannes in diesen Tropenaewässern ist. Die Männer flanieren beschmückt und bemalt, rauchend oder Betel kauend durchs Dorf und betrachten nur das gelegentlühe Bekriegen eines Nachbarstammes als eine, ihrer würdige Beschäftigung. Ein Lendentuch („laiva lawa" genannt) oder em einfacher Schamgurt aus Baumrinde bildet ihre Bekleidung, während die Frauen teils bunte Katunröcke und Jäckchen tragen, teils nur einen, aus Kokosfasern geflochtenen kurzen Rock.
Besonders schöne kräftige Gestalten auf eu-Pommern sind die, mit einem roten Lawa hawa bekleideten Eingeborenen, Polizeisoldaten, die eine Kakischirmmütze mit schwarzweißroter Kokarde tragen und mit einem Levergurt, dessen stoppel die Worte „Gott mit uns" trügt, das Seitengewehr um die Hüfte geschnallt haben. Wir hatten Gelegenheit, eine für die von M. S. „Eondor" vorzunehmende Strafexpeditton angeworbene Polizeitruppe von 60 Eingeborenen einrücken zu sehen, die das zkriegsschiff nach den Admiralitätsinseln begleiten sollte.
Da die Eingeborenen auf ihrer eigenen Insel nicht arbeiten wollen, so müssen von den anderen Inselgruppen, speziell den Salomons-Jnseln, Arbeiter angeworben werden, zu welchem Zwecke jede größere Plantagenfirma ein Rekrutierungsschiff unterhält, das nach Ablauf der meist dreijährigen Anwerbefrist die Leute in ihre Heimat zuruckbefordert und gleichzettig neue mitbrmgt. Der Monatslohn für einen solchen Insulaner beträgt ca. 10 Mark und wird ihnen meist in Lauschgegenständen ausgezahlt.
Hochinteressant war eine Rundfahrt durch die Plantage der Firma Kolbe-Forsayth, und noch mehr ein Eingeborenen» Tanz, den diese Firma den Passagieren des „Prinz Sigismund" abends vor dem „Hotel Bismarck" durch ihre zahlreichen Plantagenarbetter vorführen ließ.
Etwa 200—250 schwarzbraune Landsleute trugen unter Fackelbeleuchtung die Belustigungs- und Kriegstänze ihrer verschiedenen Stämme vor, begleitet von dem eintönigen Schlage der, aus Baumstämmen ausgeschnisten Trommeln. Nach dem Tanz der Insulaner erfolgte im geräumigen Saale des Hotels noch em Walzer für Europäer, der unseren Damen ttotz der schwulen Nacht nicht unwillkommen, schien. , ,.
Zahlreich sind die verschiedenen -stamme des Bismarck-Archipels, die in Sprachen, Gewohnheiten und Aussehen nicht unwesentlich variieren und sich häufig befehden. Sie sind fast alle Kannibalen und vergreifen sich noch gar zu ost an Europäern, ihre neuesten Schandtaten wurden uns brühwarm berichtet, so der Ueberfall einer weißen Frau aus Herbertshöhe; die Ermordung und Verzehrung zweier
Politische Wochenschau.
Gießen, 30. Mai 1904.
Kirche und Schule stehen in dieser Woche im Vorder- Kb des Interesses. Haden in Königsberg die 6000 chen Lehrer in der Schulaussichtsfrage in großer Majorität unumwunden sich fiir die Loslösung von der geistlichen Schulaufsicht und dagegen für die fachmännische lleberwachung des Schuldienstes ausgesprochen, so werden jetzt in der deutschen Presse, merkwürdigerweise saft ganz ohne Bezugnahme auf diese doch gewiß weittragenden Kundgebungen eifrige Erörterungen angestellt über den Abänderungsantrag betreffend die Schulunter Haltungspflicht. Der Hauptsatz, um den es sich hierbei bandelt — der im Abgeordnetenhause angenommen woroen ist, und zwar unter der Mitwirkung der Nationalliberalen und der Freisinnigen Vereinigung — ist
Sidney-Singapore via Aeutsch-Ueu-Huiiiea.
Reise-Notizen von E. T. (1904).
(Fortsetzung.)
Herbertshöhe, mitten in prachtvollen Kokosbaum-Pflanzungen gelegen macht den Eindruck einer vielverjprechenden Kolonie W?iw) die blühendsten Küstenstriche meist Monopolbesitz einiaer weniger Großfirmen, tote Neu Guinea Compagnie^, Kolbe-Forsayth, Hernsheim u. So., E. Mouton u. a während das Innere teilweise noch unerforscht oder für Weißte unbewohnbar ist. Die Kokospalme, wohl die wertvollste aller Palmen, blldet den Haupterwerbszweig von Herbertshöhe' sie ist am erträglichsten zwischen dem 10. und 20. Sre trägt das ganze Jahr hindurch und liefert oft zwanzig ärSe ner Monat. Aus letzteren wird die Kopra gewonnen,
"qr°b-n Erp°rt-Artik-l der Süd,---Inseln bildet und deren Del Sie' verbreitetste Verwendung in den Seifen- und Par- «linerie-Fabriken findet. Für den Eingeborenen ist die Kokov- &me insofem unschätzbar, als er deren Blätter zur Bedeckung feiner aus Bambusstäben erbauten Hütte benutzt, ferner zm Herstellung von Körben, Matten usw. Die. unreife Kokosfrucht Enthält l-U/2 Liter Kokosmilch die dem Eingeborenen em er- fiischends Getränk ist, das Fleisch dient zum Essen und die leere Nuß als Wasserbehälter, wahrend die Fasern.her Schale, welche die Nuß umschließt, zu Flechtarbeiten, Stricken, Msch- uetzen usw verwandt werden. Neben der Kokospalme wachst auf Herbertshöhe der Kapokbaum, dessen kapselartige Frucht eine leidige aber nicht verspinnbare Wolle enthalt, die daher nur Ium Füllen der Polster, Kissen usw exportiert wird. Ist kleinem ^Naße wird auch Kaffee Mhoiert Die Eingeborenen nähren sich oon Taro Dams, Bananen und Kokosnüssen. Aaro ist eine Stärkemehl haltige Knollenfrucht, die als Kartoffel verweist wird, ober zur Bereitung von Mehl zum Brotbacken und Kochen dient. Auch 8bie Yamswurzel enthält nahrhaftes Stärkemehl und besteht aus einem 50 bis 80 Zentimeter langen Stengel mit Wurzel- ^E§i'e Anzahl der Weißen im Bismarck-Archipel wurde nur mit 100—120 angegeben, sie wohnen in offenen, luftigen, AnM^lieg?^ gastlichen Gouverneurs,Trrn
Dr. Hahl, eines verdienstvollen, sehr tüchtigen und beliebten Berwaltungsbeainten, dessen Liebenswürdigkeit ich manche mtcr- effante Information über unfern Kolonialbesitz zu verdanken habe. Die Eingeborenen-Manner in Neu Pommern arbeiten aur ihrer Insel selbst nicht, wie denn überhaupt die Frau das Last-
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ungefähr der, daß in der Regel die Schüler einer Schule derselben Konfession awgehören und von Lehrern ihrer Konfession unterrichtet werden sollen. Ausnahmen sollen aus besonderen Gründen zulässig sein. Da man in vielen nationalliberalen Kreisen diesem Schulkompromiß recht un- günsttg gesinnt ist, unternahm es im Nationalliberalen Verein in Berlin der Abg. Pros. Dr. Friedberg, in einer langen Rede den Entwurf, den er selbst für eine leidige Notwendigkeit hält, zu verteidigen. Wer die Proteste dagegen, in Versammlungen sowohl wie in einem Teil der Presse, sind nicht verstummt. Dre Verfechter des Kompromisses meinen, die Schulunterhaltungspflicht harre der Regelung; sie sei eine dringende Notwendigkeit der inneren Politik. Diese Unterhaitungspflicht stelle sich dar als ein Kompromiß zwischen Staat und Gemeinde; also habe auch die letztere mitzureden. Nun sei aber klar, daß man den Gemeinden nicht ohne weiteres Lasten für die Schulen aufbürden könne und ihnen dabei einfach ein Schulprinzip dogmatisch aufoktroiere. Aus dieser Berücksichtigung der tatsächlichen Verhältnisse sei die Vorlage entftanden. Diese Polittk der praktischen Schachzüge findet aber auf der anderen Seite keine Gegenliebe, und unseres Erachtens mit Recht. Man wünscht in der Schulpolitik so oder so reine Verhältnisse und klare Bahn. Und so ist es im Grunde doch recht bedauerlich, daß der so volkstümliche Gedanke eines Zusammengehens aller liberalen Gruppen gerade in Schulfragen einen so herben Stoß empfangen mußte. Das Zentrum ist natürlich über das chm gewordene Zugeständnis erfreut, und die „Köln. Volksztg." behauptet inj »hrer letzten Nummer frisch drauf los, es handle sich in der Schulfrage nur um den Kamps zweier Weltanschauungen, um den Kampf zwischen Christentum und Atheismus. Wie befreiend wehen uns dagegen die Kundgebungen der Schulsachwränner, unserer deutschen Lehrer, entgegen, die auf ihrem Lehpertag so mannhaft für die innere nationale Einheit unseres Volkes,, für einheitliche, wahre Volksbildung, eingetreten sind!
In Frankreich ist zwischen Staat und Kirche ebenfalls ein Gefecht entschieden worden, wobei die päpstliche Politik eine gründliche Niederlage erhalten hat. Die französische Kammer hat der Regierung zu der, wie Delcasse ausführte, im Interesse der Würde des Landes erfolgten Mbernfung des Botschafters in Rom ihr volles Ernver- ständnis ausgesprochen. Von besonderer Bedeutung sind die Worte, die Ministerpräsident Combes gesprochen hat, daß er „endlich mit den Ansprüchen der überlebten weltlichen Herrschaft des Papstes habe „auf. räumen7' wollen. Wenn auch Anträge, betr. die Trenn- una von Staat und Kirche einstweilen noch vertagt worden sind so sind doch durch die weiteren Worte des dNinifter- präsidenten die Msichten der französischen Regierung sehr
Zweites Blatt. 154. Jahrgang
Gießener Anzeiger
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