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Vei unterer Abreise von Wieseä sagen wir allen Zreunden und vetannten ei» herzliches Lebewohl! WchchMm. miiHMIHW
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Nr. 101
Zweites
154. Jahrgang
Samstag 30. April 1004
Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntags.
Die „Glehener ZamilienblStter" werden dem r91noeiqet viermal wöchentlich betgelegt. Der ^esstsche tanOroirf erf,chernt monatlich einmal.
Gießener Anzeiger
Rotationsdruck und Berlag der Brühlfchen Untverfttürsdruckerei. R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition u.Druckerei: Echulstr.^
Tel. Nr. 5L Telegr,-Adr. $ Anzeiger Dietzen.
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sietzen.
^ie Heutige Plummer umfaßt 18 Seiten.
Deutsches Deich.
Berlin, 29. April. Nach einer Meldung des „New- -)ork .Gerald" wurdtr dem Kaiser Wilhelm ein an historischen Schätzen reicher VenetianerPalaz-ozum Kauf angeboten. Die Bevölkerung Venedigs hofft, daß des Kaisers Wunsch, alljährlich einige Wochen in Venedig znzubrftrgen, sich so erfüllen werde.
— Der „Börsencour." meldet: IN einer heute hier stattgehabten vertraulichen Besprechung zwischen Vertretern des Getreidehandels von Berlin, Mannheim und den bedeutendsten südrussischen Exporteuren wurden die bezüglich des deutsch-niederländischen Vertrags von den Exporteuren erhobenen Einwendungen eingehend beraten.und es gelang, eine Verständigung herbeizuführen. Einhge Punkte des Vertrages sollen nach Einholung der Zustimmung der deutschen Getreidebörsen sofort provisorisch abgeändert, andere der Entscheidung einer internationalen Konferenz Vorbehalten werden, die für den 17. Mai in Berlin in Aussicht genommen ist. Die anwesenden Exporteure erklärten sich unter diesen Voraussetzungen bereit, bis zur endgiltigen Entscheidung durch die Konferenz auf der, Grundlage des deutsch-niederländischen Vertrages Geschäfte abzuschließen.
Königsberg i. Pr., 29. April. Der „Königsb. Volks- Ztg." zufolge wurde heute der Sozialdemokrat Klein-Memel ebenfalls aus der Untersuchungshaft gegen eine Kaution von 1000 Mk. entlassen. In Untersuchungshaft wegen Geheimbündelei befindet sich jetzt nur noch Kugel. Der Antrag, ihn aus der Haft zu entlassen, wurde vom Gericht abgelehnt.
Altenburg, 29. April Bei der heutigen Reichs- zagsersahwahl erhielt bisher Dr. Porzig (kons.) 13 612, Buchwald (Soz.) 16 954 Stimmen. Es fehlen noch 116 Landbezirke. Die Wahl Porzigs erscheint gesichert.
Dortmund, 29. April. Jin Sitzungssaale des Stadthauses begann heute unter dem Vorsitz des Oberberghauptmanns v. Velsen-Berlin unter Zuziehung der zuständigen Verwaltungsbehörden und den beteiligten Interessenten die Verhandlung über die Untersuchung der durch den Verkauf verschißener Ze ch en im Ruhrgebiet geschaffenen Verhältnisse,
Karlsruhe, 29. April. Der Kaiser und die Kaiserin unternahmen heute vormittag vor dem Frühstück einen Spaziergang in dem J-asan en garten. Nach dem im engsten Familienkreis eingenommenen Frühstück promenierte der Kaiser mit dem Reichskanzler Grafen Bülow im Schloß- parke, später mit dem Großherzog im Fasanengarten. Die Kaisern machte um 12 Uhr eine Spazierfahrt durch die Stadt, woran sich mehrere Besuche anschlossen. Um 1 Uhr fand im Schloß Hoftafel statt, wobei die Leibgrenadier- Kapelle konzertierte. Heute abend fand ein großes Diner statt, an dem u. a. der Prinzregent von Koburg-Gotha, Prinz Albrecht von Preußen und Prinz Reuß 33. teilnahmen. Auch der Chef des Geheimen Civilkabinetts, Geheimrat v. Lu- camis ist hier eingetrofsen. Im Hoftheater wurde heute abend auf allerhöchsten Befehl „Samson und Delila" ge- geben.
Kirche und Schule.
— Ein Gymnasialdirektor aus dem preußischen Westen schreibt in einem Privatbriefe: „Betreffend die Marianis ch en Kongregationen habe ich meinem Kollegium amtlich erklärt, daß ich sie bei uns nie zulassen würde, und habe darin mein ganzes Kollegium hinter nrir. So sollten's alle Direktoren, ohne viel Lärm und Geschrei nach außen, machen. Hoffentlich kriege ich im Minter noch eine Anzahl Kollegen zu gleichem 93or- gehen."
Ausland.
London, 29. April. Der Schatzkanzler Mr. Austen Chamberlain empfing eine Deputation, deren Zweck es war, eine Modifikation der von der Regierung geplanten Mehrbesteuerung des Tabaks herbeizuführen. Die Fabrikanten und Zwischenhändler in der Deputation erreichten jedoch ihr Ziel nicht.
Rom, 29. April. Der abreisende Präsident Loubet schenkte den Armen RomS 40 000, denen Neapels 20 000 Francs, außerdem spendete er für das Dienerpersonal deS HofeS in Rom und Neapel je 20 000 FrcS.
Neapel, 29. April. Der Abschied deS Königs oom Präsidenten Loubet an Bord brr „Marseillaise* war überaus herzlich. Der König drückte Loubet die Hand, umarmte und küßte ihn dann.
Wien, 29. April. Herrenhaus. Der Präsident des Reichsgerichts, Unger, begründet seinen Antrag aus Erweiterung des Gesetzes, betreffend staatliche Entschädigung unschuldig Verurteilter, indem er auf die Billigkeit des UmstandeS hinweist, nicht nur die materiellen, sondern auch die moralischen Schäden unschuldig Verurteilter von ZtaatSwegen zu vergüten. Ministerpräsident v. Koerber be- grüßt mit großer Genugtuung den Antrag und erklärt, die Regierung sei gern bereit, in einer Kommission an der Durchführung einer bezüglichen Erweiterung des Gesetzes unter Rücksichtnahme auf die von der Regierung geplante Entschädigung für unschuldig verbüßte Untersuchungshaft mitzuwirken. Er spricht die Ueberzeugnng aus, daß Regierung und Kommission zu einer gedeihlichen Lösung der Frage gelangen würden.
— Die Regierung strebt bei der Erneuerung des öandelsvertrages mit Deutschland lediglich eine Ermäßigung des Zolles für Gerste und Malz an, dagegen stellt Oesterreich keine Forderung auf Ermäßigung deS Weizenzolles.
Petersburg, 29. April. Von verschiedenen Seiten kommen Falschmeldungen über Vorgänge im Innern Rußlands, welche nachträglich von der Regierung dementiert werden. Die Meldungen richten alle ersichtlich von revolutionären Elementen her, welche Tendenzmacherei treiben. So ist die Meldung von einem blutigen Zusammenstoß in Riga ans Anlaß der Verhaftung eines der revolutionären Bewegung angehörenden Arbeiters sehr aufgebauscht worden. ES handelt sich dabei nur um einen lokalen Vorgang anläßlich eines jüdischen Begräbnisses, wobei ein Polizeikommissar und drei Polizisten leicht durch Steinwürfe verletzt wurden. Ebenso sind die Meldungen über Entdeckungen von Verschw örungen in Polen und die Hinrichtung von 18 Verschwörern völlig auS der Luft gegriffen. Auch die Meldung, wonach in Petersburg bei einem Trauergottesdienst fürAdmiral Makarow eine Bombe geschleudert wurde, ist erfunden.
Aus Stadt und Kaud.
Gießen, 30. April 1904.
** Wo hnungs re vision. Der städtische Wohnungsinspektor wird demnächst mit der Revision der Mietwohnungen, Schlafräumen und Schlafstellen beginnen. Wir machen die Vermieter derartiger Räume darauf aufmerksam, daß, soweit es noch nicht geschehen ist, die alsbaldige Anmeldung bei dem Polizeiamt hier zu geschehen hat, wo auch die notwendigen Formulare zu erhalten sind. Wird durch den Wohnungsinspektor die Unterlassung der vorgeschriebenen Anzeige festgestellt, so ist Bestrafung zu befürchten. Im übrigen verweisen wir auf die Bekanntmachung des Polizeiamts im amtlichen Teil.
— .Promenadenkonzert findet Sonntag den 1. Mai, mittags 12 Uhr, in der Südanlage nach folgendem Spielplan statt: 1. Ouvertüre „Frau 2una* von Lincke. 2. Mai- blümchen! Gavotte von Krauße. 8. Valse bleue I von MargiS. 4. Der Ball a. Struensee von Meyerbeer. — Nachmittags spielt unsere RegimentSmufik im Philosophenwald: bei günstiger Witterung Militärmusik im Freien, bei ungünstiger Witterung im Saale. Abends findet Konzert im Neuen Saalbau statt, Streichmusik.
— Gießen wird Seestadt! Heute, am SamStag, traf auf dem Güterbahnhof ein Motorboot, für 18 Personen bequem Sitze gewährend, ein. Dasselbe wird in den nächsten Tage Probefahrten auf der Lahn zwischen dem Güterbahnhof nach Dutenhofen unternehmen, um bann zur Pasiagierbeförberung zwischen Gießen unb bem Etablissement Jagdschlößchen Freunden einer Wasserpartie zur Verfügung zu stehen.
•* Selb st Mordversuch. Gestern früh wurde ein Wirt der Krofborferstraße schwer verletzt von seinen Angehörigen in seinem Zimmer vorgefunden. Er hatte sich ein Messerstich in die Brust beigebracht. Er mußte in die Klinik gebracht werden. DaS Motiv zur Tat ist unbekannt.
— Verunglückt. Gestern abend gegen 8 Uhr ist der Bergmann Jakob Schmidt aus Günterod verunglückt. Er war auf dem Gießener Braunsteinbergwerk damit beschäftigt, im Stollen geladene Grubenwagen zu einem Zuge zusammen zu kuppeln. Auf seinen Zuruf hin mußte der Führer der Benzinlokomotive nach vollzogener Verbindung je einen der Wagen ein kleines Stück vorfahren. Dies war ordnungsmäß mehrere Male geschehen. Dann blieben die Zurufe aus. Als der Lokomotivführer, um nach der Ursache der Verzögerung zu forschen, nach dem Ende be§ Zuges ging, fand er Schmidt aufrecht stehend zwischen einem Türstock unb einem Wagen eingeklemmt, er hatte zweifellos bem Lokomotivführer baS Zeichen zum Anziehen zu früh, bevor er sich zurückgezogen hatte, gegeben. Der Tob war sofort ein* getreten. Schmibt hinterläßt eine Frau unb sechs Kinber im Alter von 13 bis 2 Jahren.
** Besitzwechsel. Uhrmacher Otto Schmidt kaufte das am Marktplatz gelegene Haus des Dr. Cäsar (alte Hirschapotheke) für 50 000 Mk. Wie wir hören, soll der untere Stock für zwei Läden umgebaut werden.
** Feuerwehr. Die sett Jahren in den Sommermonaten eingeführten Sonntagswachen im Turmhaus am Brand werden nunmehr wieder jeden Soirntag nachmittag von 3—8 Uhr abends mit je 1 Obmann und 5 Feuerwehrleuten bezogen. Somit kann unsere Einwohnerschaft wieder beruhigt ihre Ausflüge unternehmen, denn im Falle eines ausbrechenden Brandes an einem Sonntagnachmittag in unserer um diese Zeit fast menschenleeren Stadt wird durch sofortige Bereitschaft und Eingreifen dieser Mannschaften einer größeren Ausdehnung eines Feuers vorgebeugt. Die erste diesjährige Hebung der Gießener Freiw. Feuerwehr wird am kommenden Montag abend 8y2 Uhr abgehalten.
** Alle Vögel sind schon da". Das Vogelheer vermehrt sich von Dag zu Tag. Jetzt ist auch die S ch w a l b e zurückgekehrt. Im Walde ruft wieder der Kuckuck und girrt die Turteltaube, Zeisig, Grasmücke, Lerche, Wiedehopf und Blaukehlchen haben sich eingestellt. Das Nestbauen beginnt allgemein, die meisten Sänger legen schon Eier. Amsel, Drossel, Star, Lerche und Buchfink fangen schon an zu brüten. Man warne die Jugend vor dem Zerstören der Nester!
** Ein niedlicher SÄ ul Witz passierte bei einer Fortbildungsschulprüfung in Oberhessen. Auf die Frage, ob der Bürgermeister unbeschränkt Anordnungen treffen könne, antwortet ein Schüler: „Nein, der Bürgermeister ist sehr beschränkt."
(•) Klein-Linden, 29. April. Das Gasthaus „Zur Linde" nebst Spezereigeschäft ging dieser Tage durch Kauf in den Besitz eines Herrn aus Duisburg über zum Preise von 25 000 Mk.
-r.- Lollar, 29. April. S. K. H. der Großherzog hat an zehn Arbeiter, welche in diesem Jahre eine
vierzigjährige Tättgkeit in den Betrieben der hiesige« Eisenwerke vollendet haben, das „Allgemeine Ehren- ze i ch e n für treue Arbeit" verliehen. Die UeberreichunA oer Dekorationen durch Provinzialdirektor Dr. Breidert soll am 7. Mai, nachmittags 4 Uhr, in den Fabriträumen stattfinden und ansÄließend daran eine allgemeine Feier beS1 gesamten Arbeits-Personals.
—i— Münzenberg, 29. April. Seit der Eröffnung der Bahn st recke Butzbach-Lich hat der Besuch unserer alten Burg zugenommen, kann man sie doch in wenigen Minuten vom Bahnhof erreichen. Sehr bedauert wird es, baß das berühmte KlosterArnsburgkeineHalte- stelle erhalten hat.
k— Ettingshausen bei Lich, 28. April. Ein Mädchen von vier und ein Knabe von drei Jahren spielten in der Scheune und gelangten auch an die Häcksel-Maschine. Während das Mädchen an den Messern herum- taftete, drehte der Knabe das Rad herum, und daS Messer schnitt dem Mädchen die Hand halb durch.
(*) Wetterselb, 29. April. ES sind nunmehr zehn Jahre, seit bie Bahn von Hungen nach Laubach führt unb seit wir eine Haltestelle haben. Leider befindet sich aber an derselben nur eine leichte Brett er Hütte, bie bie Reisenden kaum vor Regen, geschweige denn vor Wind und Kälte schützt, unb nach einer Seite offen ist. Ein so mangelhaftes Stationsgebäude bürste weit unb breit nicht zu finden sein und ein Anonymus hat feinen Unmut in folgenden Versen auf der Bretterwand Luft gemacht:
Der Bahnbebörbe fefiltS an Gelb, Sonst hätte sie in Wetterielb Einen andern Bahnhof hingestellt; Das ist doch in aller Welt Ka Station für Wetterselb.
Offenbach, 29. April. Die Entscheidungsgründe der Wahlprüfungs-Kommission des Reichstages, weshalb die Wahl des Abgeordneten Dr. Becker beanstandet unb Beweiserhebung beschlossen wurde, sind: In Dieburg soll Stimmen kauf fiattgefunben haben. In Sprendlingen, weil bie Kanbibatur bes Abg. Dr. Becker unter Hinweis darauf, baß er ein Bruder beS Ministerialrats Becker in Darmstabt fei, als ein ausgesprochener Beamtenkanbidat de- hanbelt worben sei.
Mainz, 24. April. Der erste Zug, welcher den Verkehr über bie Rheinbrücke eröffnen wirb, wirb in bet Nacht von Sonntag auf Montag, 2. Mai, 12 Uhr 3 Min. von Mainz nach Wiesbaben abgelassen. Der erste Zug von Wiesbaden nach Mainz geht 12 Uhr 45 Min. ab.
Beratung des städtischen Aoravschtags 1904/05.
Sitzung der Stadtverordneten.
Gießen, 80. April 1904.
Anwesend: Oberbam. Mecum, Beig. Georgi und die Stadtv. Brück, Emmelius, Euler, Dr. Gutfleisch, Hau- bach, Heichelheim, Helfrich, Huhn. Jann, Jughardt, Keller, Kirch, Krumm, Leib, 25ber, Loos, Petri, Schaffstaedt, Schiele, Schmall und Wallenfals. — Entschuldigt haben sich: Beig. Heyligenstaedt, Curschmann, Faber, Dr. Gaffky, Pirr und Dr. Schäfer. — Unbestimmt hatte sein Erscheinen gelassen Stadtv. Orbig.
Zur Tagesordnung steht in erster Linie der Voranschlag für die Staot für das Rechnungsjahr: 1904.
Oberbgm. Mecum führt in allgemeinen Bemerkungen aus, daß es diesmal nicht ohne Schwierigkeiten gewesen sei, ohne Steuererhöhung den Etat zu balancieren. Nur vurch das Mehr des Ueberschusses des Gaswerks von 16 000, des Zuschusses der Brandversicherungskämmet von 10 000 und des Staatszuschusses zur Polizei von 5536 Mk. sei dies möglich Aewordeir. Er habe früher gehofft, den Betrag aus der Brandversicherungskammer für die Zwecke der! I-euerwehr, speziell für eine elektrische Feuermelde stelle^ nach der Kanalisation, aufzuwenden, es sei aber diesrnal nicht angegangen, und er habe den Betrag in die Betriebs- rechnung einstellen müssen.
Er habe nun Vergleiche an gepellt, ob Gießen im Vergleich zu anderen hessischen Städten finanziell günstiger ober Ungünstiger abschließe, und es habe sich daraus ergeben, daß wir zufrieden sein können. Aus Oktroi unb indirekten Gebühren haben wir viel weniger Einnahmen als die anderen Städte, und hier muß eine Reform einsetzen. Hätten wir dieselben Oktroisähe wie Darmstadt, so hätten wir statt 114 Proz. Steuerzuschlag nur 96 Proz., nach denen von Mainz hätten wir nur 102 Proz., nach Offenbach 101 Proz. und nach Worms 103 Proz. Es soll in diesem Sommer noch untersucht werden, welche weiteren Einnahmen wir uns noch aus indirekten Gebühren schaffen können. Die Ausgaben für die Kanalisation müssen wir wieder zurückbrinaen, aber dann kommen neue Ausgaben für Pflasterung, elektrische Straßenbahn, welch letztere dann wahrscheinlich im ersten Jahre sogar noch einen Zuschuß nötig haben wird. Wir müssen also nach neuen lÄn- nahmequellen suchen. Durch das neue Gemeindesteuergesetz ist einiges zu erhoffen, aber wir dürfen darauf nicht warten.
Bei den Vergleichen der Zuschüsse und Ueberschüsse einzelner Verwaltungszweige in Gießen mit denen von Mainz, Darmstaot, Offenbach und Worms ergaben sich folgende Zahlen: (Die Einwohnerzahl ist nach der Zahl vom 1. Dezember 1895 und 1. Dezember 1900 für 1. Dezember 1903 bezw. für Gießen für 1. Dezember 1904 berechnet.)
In „Grundstücke und Gebäude" hatten einen lieber schuß auf den Kopf der Bevölkerung: Mainz von 42Pfg., Darmstadt von 36 Pfg., Offenbach von 66 Pfg., Worms von 130 Pfg. unb Gießen von 144 Pfg. — In ,.W a 1 d" ergaben sich Ueberschüsse auf den Kops der Bevölkerung in Mainz 0,_ in Darmstadt 37, in Offenbach. 25, in Worms 0, in Gießen 130. Ebenso sind derselben Reihenfolge nach in Gaswerk die Zahlen: 218, 247, 257, 468 und 266, in Wasserwerk 132, 201, 0, 236 und 6& Auch für die Vergleichung derZuschüsse der Städte zu


