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Erstes Blatt.
154. Jahrgang
Mittwoch 30. März lS04
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Riesenschlangen, welche ,
und ein gehen, nn Freien unser Klima vertragen können.
0. K. Klein-Linden, 29. März. Die hiesige Ortsgruppe des deutschen Flottenvereins sammelte für die „Hesienglocke" sowie zu einer Stiftung zugunsten hilfsbedürftiger Familien unserer in der deutschen Kriegsflotte dienenden Landsleute die Summe von 8,30 Mk. — Der
Der Krieg zrvisGen Japan und Außlaud.
Das erste Landgefecht in Korea.
Amtlich wird russischerseits gemeldet: General tu:opatkin hat am 29. März an den Kaiser folgen-
Aus Stadt uni) Künd.
Gießen, 30. März 1904.
|i Idirini täglich cuher Sonntag*.
frim Gießener Anzeiger :-i®en un Wechsel mit Itm hesfiichen Landwirt : Hirßtner Kamillen- ilntr viermal in bet
Woche deigelcgt.
famatlonflbrud il Der- lcq der Brüh l'schen liWeft.-Bucd-u.Dlem- i^ikeret. 9t Lange.
M'aftlon, Erpebttion und Tmaerei:
Schul st ratze 7.
fibvefle ffii Deveichen: rlwzetger Gtctzea.
l-rmlvrrchanlchlußNr 51
kalc'ssen............ ....... , - y , . .
qslh^nen auf der Straße nach Ka-san 4 Kompagnien, die jun 'lngriff eilten. Ich gab Befehl zum Aufsitzen und alle lciviagnien unter Bedeckung einer Kompagnie zogen in ttller Ordnung im Schritt vorbei und stellten sich hinter hr ?3crge in Feldkolonne auf. Tie Verwundeten hatten ; t Vordertreffen bei sich. Tie in Unordnung gebrachten V'r/idronen konnten augenscheinlich die von uns soeben :: u’ ।erteil Höhen nicht rasch besetzen und die Infanterie
noch zurück. Tie die Nachhut schützende Abteilung n der Nacht in Ka-san an und machte dort zwei Stun- cdalt, um die Verwundeten zu verbinden. Um 9 Uhr < n i ,te sie Noossan. Vermutlich haben die Japaner ..e Verluste an Leuten und Pferden erlitten. Von :ri- reu Leuten sind leider dreiOffiziere schwer iti tntitbet, einer leicht verwundet. Von den Ko- |i:le:n sind drei gefallen und 12 verwundet, dar- n-!n fünf schwer. General Mischtschenko betont die aus- o: mete Haltung der Führer, Offiziere und Kosaken. Na- mMlich habe sich die dritte Kompagnie des Ärgunschen rients unter Krasnoskanowsks Befehl ausgezeichnet.
S.tc Russische Telegraphen-Agentur meldet aus Mukden: hier eingegangenen Meldungen haben gegen 10000 iner den Tschintsckangfluß in Nordkorea L : schritten. Patrouillen des Feindes wurden in der 1-" von Ttschoengdschu auf dem Wege nach Ka-San an- ■/ ifen. Gerüchten zufolge sind gegen 5000 Mann aus Ä » ngdschu nach Noroen ausgerückt. Ka-San ist von scher Infanterie besetzt. Tie japanische Kavallerie . c wie bisher einem Zusammenstoß mit den Ko-
Vor *
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Sterne und Streifen.
Wenn Th. Roosevelt demnächst in den Wahlkampf um die Präsidentschaft eintritt, dann kann er darauf Hinweisen, >aß er das hauptsächliche Versprechen gehalten hat, welches er als Nachfolger Mac Kinlevs gab: für die Sicherung und Stärkung der Seemachtstellung der Union Sorge zu tragen. Immer neue Millionenkredite verlangten die Staatsleiter im Weißen Hause auf des Präsidenten Betreiben von den gesetzgebenden Körperschaften für den Ausbau der Kriegsflotte. Ter letzteren wurden im vergangenen Etatsjahr nicht weniger als 25 neue Schiffe eingerciht, und da diese Entwicklung dem Anschein nach Fortgang nincmt, so Darf man sagen, daß in nicht ferner Zeit die Seewehr der Vereinigten Staaten deren wirtschaftlichen Seeinteressen an Bedeutung überragen wird. Tenn mit der Entwickelung der amerikanischen Kauffahrteiflotte, namentlich soweit die Schiffahrt auf dem Großen Ozean in Betracht kommt, geht es ungleich langsamer von statten. Es dürfte fraglich sein, ob das Gesetz, demzufolge vom Juli d. I. ab die Küstenschiffahrt der Sandwichsinseln und der Philippinen auf amerikanische Fahrzeuge beschränkt sein soll, zu diesem Termin in Kraft treten kann, aus dem einfachen Grunde, weil solche Fahrzeuge nicht in ausreichender Zahl vorhanden sind. Ter Hauptausfuhrartikel, Hanf, ist bisher vorwiegend auf englischen, deutschen und spanischen. Schiffen nach den Vereinigten Staaten transportiert worden, und wenn das vom Juli ab nicht mehr erlaubt sein soll, dann ist vorauszusehen, daß der Hanfexport wieder nach England abgelenkt werden wird. Auch Pier- pont Morgan, diese überraschend schnell gefallene Größe, konnte nicht eine Armada von Handelsschiffen aus dem Boden stampfen. Ter mit echt Rooseveltscher Energie betriebene Ausbau der Kriegsflotte stützt sich also in erster Linie auf politische Motive. Auf solche deutet auch^hin, daß sich die Union unabhängig machen will von den Tvcks in Japan und Hongkong, die nur in Friedenszeiten zur Verfügung stehen. Ter Bau eines Trockendocks für die Philippinen bei Manila ist in Angriff genommen und soll mit Beschleunigung zu Ende geführt werden. Alles in allem gibt die Union jetzt für die Kriegsflotte jähr- lich annähernd 100 Millionen Dollars aus. Ta an der Wiederwahl Roosevelts zum Präsidenten nicht zu zweifeln ist, ihm also eine weitere vierjährige Wirksamkeit als Staatsoberhaupt in Aussicht steht, darf angenommen werden, daß mit dem Jahre 1908, dem Termin für die Fertigstellung des Panamakanals, die amerikanische Kriegsflotte eine Stärke erreicht haben wird, die sie allen für den Großen Ozean in Frage kommenden Eventualitäten gewachsen sein läßt. Auf die Sicherung der Vorherrschaft im Pacific läuft die gan^e amerikanische Flottenpolitik hinaus.
des Telegramm gerichtet:
Ich habe die Ehre, Ew. Majestät alleruntertänigst über Hock folgende Meldung des Generals Mischitschenko vom refUgen Tage zu benachrichtigen: Drei Tage hinterein- (r? r haben kleine Patrouillen die japanische Kava! lerie zu veranlassen versucht, sich mit uns in ein echt einrulassen, aber ihre Patrouillen machten beim .Hemmentreffen mit uns Kehrt und zogen sich nach dckoengdschu zurück. Nachdem ich erfahren hatte, daß sich Pi-1 feindliche Schwadronen fünf Werst jenseits Tschoeng- dfchri befanden, marschierten wir am 27. ds. auf Ka-san zu unb trafen mit sechs Kompagnien am 28. um 10i/2 Uhr frf:l vor Tschoengd'chu ein. Sobald unsere Vorposten sich
Stadt näherten, eröffnete der Feind unter dem Schuhe der Mauer das Feuer. Zwei Schwadronen saßen sofort ai unb besetzten eine an die Stadt angrenzende Höhe, von Ivo mus sie den Kampf in einer Entfernung von 600 Schritt lnin, ahmen. In der Stadt befand sich in einem Hinterhalt kiwr eine Kompagnie Infanterie und eine Schwadron Ka- vn'l nie. Unsere noch um drei Kompagnien verstärkte Mann- liir.: eröffnete ein Kreuzfeuer auf die Japaner. i\' dieses Umstandes und der von uns eingenommenen Ä lliing leisteten die Japaner tapferen Widerstand und siell n erst nach einer halben Stunde erschüt- imnben Kampfes das Feuer ein, um sich in bie Häuser -lnückzu ziehen. An zwei SteNen wurde die Fahne des Roten gehißt. Bald rückten auf der Straße von Kasan :v i Schwadronen Japaner in voller Karriere heran, denen g?lang, in die Stadt hinein^ukommen. Eine dritte hog Illh .unter d"n Salven unserer Leute in Unordnung zurück.
r sah Mannschaften und Pferde stürzen. Während einer Stint he feuerten unsere Truppen noch auf die in der Stadt !k!:r Sichen Japaner und verhinderten sie, die Häuser zu
zeitige Kämpfe auf der ganzen Linie. Tie Japaner wollen Kuropatkin nicht Zeit lassen, sich genauer zu orientieren.
Von Petersburg aus wird ferner amtlicherseits versichert, daß alle Nachrichten über russische Anleihe- Versuche im Auslande aus Erfindung beruhen. Rußland sind mehrere Anträge größerer Dankgruppen zugegangen, die jedoch sämtlich abgelehnt wurden, da ausreichende Mittel vorhanden seien.
Tas russische Marineorgan teilt mit, daß englische Werften in der letzten Zeit zusammen zehn Geschwader-Torpedos an Japan verkaufte, welche bereits unterwegs sind.
Tie „Nowoje Wremja" stellt fest, daß zwischen Moskau und Samara viele Engländer, die nicht Korrespondenten sind, die Eisenbahnstationen besuchen, die Zahl der russischen Truppentransporte notieren und dem japanischen Äe- neralstabe Mitteilung darüber machen.
Völkische Tagesschau.
Die Kanalkostrn in Preußen.
Man schreibt uns aus Berlin, 29. März:
Wie wir erfahren, betragen die Gesamtkosten der wasserwirtschaftlichen Vorlage für Preußen rund sechshundert Millionen Mark. lÄ ist möglich, daß sich diese Summe noch erhöht, falls der eine und der andere Landesteil Berücksichtigung verlangt und in den Mehrheitsparteien einflußreiche Vertreter seiner Forderungen findet. Schon jetzt ollen solck)« Spe^ialwünsche bei der preußischen Regierung angemeldet sein, die jedoch keine Gegenliebe gefunden haben.
** Be sitz wechs e l. Tas dem Brauereibesitzer A.Den- n i n g h o f f gehörige Anwesen Bleichstraße 5 ging für 41500 Mark an Hrn. Schildhäuser aus Witten a. Ruhr über. — Tas Heinrich Damm IT. in Gießen gehörige, in Reiskirchen in der Gartenstraße gelegene Anwesen ging für 13 500 Mk. in den Besitz des Karl Pepp le r in Gießen über. Dieser beabsichtigt, in dem Hause eine Gastwirtschaft mit Saal zu errichten. — Tas Anwesen der Wwe. Scheel hier, Seltersweg 87, ging für 96 000 Mk. an den Kaufmann Friedrich Heyd aus Butzbach über.
**TieRiesenschlange von Schlitz. Aus Laibach war dieser Tage gemeldet worden, daß sich in der Trau eine Riesenschlange aufhalte, die aus einer Menagerie entschlüpft sei. Mit Bezug darauf erzählt der Schlangenkenner Harald Othmar Lenz in der „Neuen Freien Presse" ein Schlangenabenteuer, das seinerzeit das größte Aufsehen gemacht und dieStadtSchlitz in Ob erh e ss en jahrelang in Furcht versetzt habe. Eine wandernde Tierbude, deren Hauptstück, eine mittelgroße Riesenschlange, krank war, kam in diesen Ort. Als ber Wärter eines Abends Me Schlange regungslos unb scheinbar tot im Käfig fand, warf er sie in das Flüßchen Schlitz und gab vor, daß sie entwichen sei. Tiese Schlange richtete sich in Hessen behaglich ein. Sie lebte im Flusse, wurde in warmen Nächten von vielen Personen gesehen und hinterließ Spuren von nächtlichen Exkursionen auf den Sandwegen des gräflichen Parkes. Alle Versuche, die Ausländerin zu fangen, waren vergeblich, und so kam der Winter. Ter Flüchtling war einige Monate nicht zu sehen unb galt für tot. Im nächsten Frühjahr erschien er wieder bei Fulda im Flusse und zeigte sich öfters bei den Bade- plätzen der Soldaten. Mit dem nächsten Winter verlor “iefe beglaubigte Geschichte lehrt, daß lche in ber Gefangenschaft oft erkranken
Bahnbeamte Karl Hof wurde zum Ehrenwart des deutschen Flottenvereins ernannt. — In Kürze gedenkt man Eisenbahnsekretär Blum zu einem Vortrag mit Lichtbildern zu gewinnen. Bei dieser Gelegenheit soll die endgiltige Konstituierung der Ortsgruppe vorgenommen werden. Die Zahl der Mitglieder beträgt bereits 50.
g. Lollar, 29. März. Von hier weilen zwei Leute in Teutsch-Südwestafrika und nehmen an dem Feldzuge gegen die Hereros teil. Der eine war nach seiner Dienstzeit bei der Schutztruppe dort Farmer geworden und wurde gleich bei Beginn des Aufstandes von seiner Farm, die in der Nähe von Windhoek liegt, eingezogen. Ter andere, Seipp mit Namen, war als Schreiner vor Jahresfrist ausgewandert, um in Afrika sein Glück zu machen. Aber bis jetzt hatte er nur Pech Auf der Hinfahrt scheiterte das Schiss, er verlor sein ganzes Vermögen, das er mit sich führte, und rettete kaum das Leben. Seither weilte er bei einem Landsmann auf dessen Farm, und
4 Vä aus.
^mLandtaae zuTokio verlas Admiral Jamamoto e tfnt Berich t des Admirals Togo über den 6. < E- iss auf Port Arthur unter großem Beifall Ni luses. Nach Erwähnung des Heldentodes, den Kapitän $ hierbei erlitt, betonte Jamamoto, daß es sehr fi’ crig sei, Port Arthur zu sperren, und daß r Plan noch weit von der Durchführung ent- f:: sei. Seit der Ankunft des Vizeadmirals M aka-
i i::!i lebte offenbar der kriegerische Geist t -j -. :)Tt Arthur auf. Er hoffe, daß die Russen den
verlassen und die japanische Flotte angreifen wür- t.Tie Kammer nahm alsdann einstimmig einen Be- s it: • mtrag an, welcher die Regierung zum Fortgang auf b>etretenen Wege ermutigt, der Flotte Anerkennung a ein nicht und den Entschluß kundgibt, keine Koste nzu s i||:i 'n, um den Krieg fort zu führ en. Ter Mini Präsident dankte den Abgeordneten. Im Laufe der S i: r\ versuchten mehrere Abgeordnete, die Ausstoßung b si .' .itgliedes des Hauses Ogawa durchzusetzen, welch h ’s; c r selbst kürzlich Die Ausstoßung des Deputierten - T1(t verlangte. Freunde Okiyama's erklärten, es be- mehr Grund zu dem Verdachte, daß Ogawa eine I ; hun g von den Russen angenommen habe, als b Ä ikiiiyama. Nach kurzer stürmischer Debatte wurde der g Ä Ogawa gerichtete Antrag mit großer Mehrheit ver- w imiittn. t
iire russische Stellung am Jalu wird nach ei :i:; Telegramm aus Niutschwang täglich stärker; anPiort Arthur ist jetzt stärker als bei Beginn d« uuieges. ©iner Meldung des „Taily Telegraph" aus I i: v zufolge wurde auch über diesen Platz das Kriegs- re l> erhängt. m
c ch einer Privatmeldung aus Petersburg erwartet mr -im russischen Generalstab den Vorstoß der 70 000 vir ; und 180 Kanonen starten Pingjang-Armee des ;apa- ni i Generals Kuroki für Ende dieser Woche. Kuropatkm w - iou Liaojong aus sowohl mit dem Jalu-Korps als ar rrnit Niutschwang verkehren. Man erwartet gleich-
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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW
v W 1 zeigenteil: Han« Beck.
— (Kammer.) Chaumet macht abfäNige Aeußerunaen bezüglich der Herabsetzung des Effektivbestandes der Marine. Er wirft dem Marineminister Pelletan vor, daß er nichts tue, um für einen etwaigen Krieg vorbereitet zu fein. (Beifall rechts.) Tie Sozialisten rufen: Nieder mit dem Krieg! Bignon, fortschrittlicher Republikaner, der Bizerta besucht hat, äußert sich abfällig über den Zustand des dortigen Arsenals. Baron Reille (Rallüerter) wirft Pelletan vor, daß er dieMarine demoralisiert habe und tadelt die Haltung desselben gegenüber den Admiralen unb seine Schwäche gegenüber den Arbeiter- Berufsvereinen. (Beifall rechts.) Lockroy (radikal) erklärt, niemals habe eine solche Anarchie im Marinemini- t e r i u nt geherrscht, wie gegenwärtig. Er wolle keine sensationellen Enthüllungen machen, weil er glaube, daß damit die Gefahr verbunden sei, die Schwäche Frankreichs im Falle eines europäischen Krieges darzulegen.
Rom, 29. März. Unter Bezugnahme auf die Meldung eines englischen Blattes über eine Verschwörung gegen das Leben des Papstes teilt „Giornale d'Jtalia" mit: Vor ungefähr 14 Tagen wurde ein Kardinal benachrichtigt, daß in Süd amer ika. eine Verschwörung angezettelt worden sei, um den Papst zu töten. Ter Kardinal setzte den Papst und die italienische Polizeibehörde davon in Kenntnis. Tas Blatt fügt hinzu, daß die Regierung die lebhafteste Wachsamkeit in ber Umgebung des Vatikans entfalte unb der Polizei in Genua befohlen habe, die mit transatlantischen Dampfern ankommenden Reisenden in schärfster Weise zu überwachen. Tie italienische Polizeibehörde stelle indes das Gerücht von einer Verschwörung in Abrede.
— Hiesigen Blättern zufolge ist eine telegraphische Zirkularnote an sämtliche Polizeibehörden Italiens ergangen, mit ber Weisung, einen gefährlichen Anarchisten Namens Arthur Pettel zu verhaften. Tie Re- gierung habe angeblich in Erfahrung gebracht, baß derselbe in ein anarchistisches Komplott verwickelt sei, welches bezweckt, ein gekröntes Haupt zu ermorden.
Konstantinopel, 29. März. Aus Macedonien, K aus dem Sandschak Serres, werden erneute >fe mit Armeniern gemeldet, wobei brei Bulgaren und 14 Türken getötet wurden. Auch in anderen Distrikten schlugen türkische Truppen £Ynfurgenten in die Flucht.
Dculsches Reich.
Berlin, 29. März. Ter Kaiser bestimmte die Indienststellung des neuen Linienschiffes „Schwaben" zum 13. April.
— Tie Handelsvertrags-Beziehungen mit Rußland sindüber den t o t e n P u n k t noch nicht hinausgekommen. Tie Meldung, daß eine Einigung über den Getreide zoll Zwischen der deutschen und russischen Regierung erzielt sei, bestätigt sich nicht.
G l e i w i tz, 29. März. Nack)dem vor Wochen der Neichs- tagsprüsident Graf Ballestrem und Bergrat Pieler aus dem Rudaer Krieger verein wegen großpolnischer Agitati bn ausgetreten, waren, wurde die Au f- l ö s u n g dieses Vereins beschlossen.
Ausland.
Paris, 29. März. Ter Ministerrat nahm in seiner heutigen Sitzung die Grundlagen des Vertrages mit Italien über den Arbeiters Lutz an und bewilligte sodann eine Million Francs für die Insel Reunion zur Besserung ber burch den Zyklon vom 2. März dort angerichteten Schäden


