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30.1.1904 Erstes Blatt
 
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Nr. 25

Brl*et*t tagft* ou&er Sonntags.

Dern G'etzenrr Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Vefflschev Landwirt die Kiehener Zamilien- Hättet viermal in bei Woche beiqekflt

RowtwnSoruü u. ver tag de, B r tt h l'scheu tln «vers.-Buch- u. 61 ein- bmd*c<i ^Pietsch Erden)

Redaktion., tepeöttlo* und Druckerei:

Lchalftratze 7«

Mbrefit für Depeschen, «nzetger «tetze«.

Aernipr^chanichluhNr 51.

Samstag 80. Januar 1004

Erstes Matt

154. Jahrgang

moiumict 7b til., viertel fährt»ch ML. 1.20 durch Abdole- u. Zweigstellen monatlich 6o8L; durch die Post TU. 2. viertel« fährt. auSschl. Bestellg. Annahme von Lnzeigea fri Pit Tage»munmer jfcB twcmtüog* 10 Uhr.

eilenpeer»! Iota, 111%, **Mxä W W lOeieeiwoctltA Ift»

Gietzener AMger

General-Anzeiger

Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MM

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erhalten.

Charge mit

Eine neue

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 30. Januar 1904.

Das Geheimerat Dr. Reatz'sche Anwesen an der Ecke der Neuenbäue und des Neuenwegs ging, wie wir hören, für 75 000 Mk. in den Besitz der Stadt Gießen über.

(a) G e l ä n d e v e r k a u f. Heute verkaufte Weißbinder- rneister Karl Nicolaus an Schreinermeister Emil Schön einen an der Ebelstraße gelegenen Bauplatz zum Preise von 6090 Mark. Ta .«Herr Nicolaus daneben noch zwei Bauplätze besitzt, so dürfte es wahrscheinlich sein, daß nurrmehr die Ebelstraße durch die bellen genannten H-erren demnächst eine Vervollständigung erfährt, tzie sehr wün­schenswert ist.

-Gegenüber unbekannten DarlehnS - Ver­mittlern, die durch anscheinend vorteilhafte Zeitungsinserate ihre Dienste anbieten, wird in der ,Darmst. 3tg.' gewarnt, da eS sich hier häufig um bestrafte, übel beleumundete und oertrmtensunwürdige Personen handelt, denen eS nicht um die Beschaffung eines DarlehnS, sondern um die Erlangung der AuSkunftsgebühr zu tun ist. Wir sehen unS veranlaßt, diese Warnung zu wiederholen, da erst neuerdings wieder ein Darlehnsvermittler in vielen auswärtigen Zeitungen inseriert hat, welcher im Jahre 1902 wegen gewerbs- und wechsel- mäßigen Wuchers mit 6 Monaten Gefängnis, 500 Mk. Geld­strafe und 2 Jahren Ehrverlust bestraft worden ist. ,

** Zivil- und Militäranwärter. Dieser in verschiedenen Kreisen unseres Beamtentums hervortretende Gegensatz beginnt wieder einmal die Oeffentlichkeit zu interessieren. Vor einigen Tagen kam die Mitteilung, daß die Militäranwärter an den Reichstag und das preußische Abgeordnetenhaus mehrere Petitionen gerichtet haben, die angebliche Ungleichheiten zwischen den beiden Beamten- kateaorien beseitigen sollen. Tiefe Petitionen haben, wie setzt" bekannt wird, eine Gegenvorstellung des Verbandes Ser Zivilanwärter des Teutschen Reiches hervorgerufen, Ser zur Abwehr der Ansprüche der Militar- anWärter gegründet ist. Darin wird ausgeführt, daß die Militäranwärter heute schon so viele Vergünstigungen genießen, daß ein Mehr nur nachteilig für das Beamten­tum und den Staat wirken könne. Die Darstellung der wirklichen Verhältnisse in den Eingaben der Militäranwar- ter wird als unzutreffend bezeichnet imd vor der Em- sühruna der von jenen erbetenen AnsgleichnngsmMel dringend gewarnt. Nur für die Abschaffung der Arrest- straf'e der Unterbeamten treten auch die Zivilanwärter em. In positiver Hinsicht verlangen sie ferner für das mittlere Beamtentum die Einführung bezw Verschärfung von Nachprüfungen, die eine allgemeine Erhöhung des Bildungsniveaus aller Anwärter zur Folge haben mußte. Ein Mangel an Unteroffizieren würde durch eine solche Maßregel nicht herbeigefuhrt Tenn abgesehen da­von, daß die Beamtenstellen von ^ahr zu ^ahr. vermehrt würden, sei es Tatsache, daß eine große Zahl von stetten, die den Militäranwärtern nach den^geltenden ungen Vorbehalten seien, mit Zivilanwartern besetzt werden müßten, weil die Militäranwärter sie verschmähten.

Keer und Ilotte.

Aus dem Militärwochenblatt. Woato'rfn^C' eungen im Beurlaubtenstande: B t oÄb t « ^s. des

5. Großh. Hoff. Jns.-Regts. Nr. 168 (Hagenau), zu d Res.-Offizie^n des Tbert-

Hes.) Nr. 117 versetzt. - Zu S». bet Res befö^e t. Die Vizefeldwebel bezw. Vizewachtmeister Lohe (II.Bertis Muhle (I Altona) des Jnf.-Leib-Regts. Großhergog

Deutsches Keich.

Berlin, 29. Jan. Der Kaiser machte heute seinen gewohnten Spaziergang im Tiergarten und empfing später die nach Afrika gehenden Offiziere und Kranken­schwestern, die heute abend Berlin verlassen, um morgen in .Hamburg die Fahrt anzntreten. Die Offiziere sind die Hauptleute v. Bajenski und Puder vom 16. Infanterieregi­ment und die Leutnants v. Rosenberg vom Kaiser Franz Regiment, Findels vom 57. und Grünewald vom 34. In­fanterieregiment. Die Schwestern sind Lilly Hartog, Mary Ionas, Else Gilbert, Helene Boll und Lisette Heintze.

Wie diePreuß. Korrcsp." mitteilt, haben die in Berlin studierenden Griechen dem Kaiser aus Anlaß seines Geburtstages das nachstehende Telegramm übermittelt:Tie in Berlin studierenden Griechen teilen die Freude des deutschen Volkes aus Anlaß des heutigen Geburtstages Ew. Majestät. Sie bitten Ew. Ma­jestät zu geruhen, ihre ehrerbietigen Glückwünsche huldvollst entgegenzunehmen. Möge Gott die kaiserliche Familie segnen. Im Auftrage ihrer griechischen Kommi­litonen alleruntertünigst Dr. Aristoteles Siniosoglu, Dr. Trasvbulos Bedmesa, Euripides Loepho."

Im preuß. Abgeordnetenhause ist ew konier- dativer Antrag eingegangen, in welchem die Regierung um Vorlegung eines Gesetzentwurfs ersucht wird, durch den dre Fürsorge ftir arbeitsuchende mittellose Ar­beiter mittels Einrichtung von Wan d erarb eitsstat- tcn in Verbindung mit Arbeitsnachweis, geregelt wird.

Wegen Teilnahme an einer politischen Demon­stration gelegentlich des Ringreiterfestes in Feld wig) wurden fünf d'anischc Untertanen tm Kreise Hadersleben des Landes verwiesen.

Essen, 29. Jan. Die Vereinigung von .Handelskam­mern für den niederrheinisch-westfälischen A^ustriebezrrk HEn seinerzeit beim Staatssekretär des Reich^ostani^ den Antrag gestellt, daß der H andelskammer gestat.et werde ihre dienstlichen Briefe mit der ckufschrtft .Portopflichtige Dienstsache" verfthen zu dürfen. Dieser Antrag ist nun für sämtliche Handelskanimerrt ge- Nebmiat worden, sodaß die mit der genannten ^rf^rstt feeScteTi und mit dem Siegel der Kammern versehenen Sendungen von dem Zuschlagsporto beftett sind-

Köln 30. Jan. Ueber die im Ministerium pur handel und Gewerbe abgehaltene Besprechung w der lassen beit des Streikes der Aer zte und Kr an t ent an en fer'äftrt die Köln Ztg.", daß nach eingehender Erörterung des Standpunktes är beiden Parteien der Imster gegen bat Borgern der kgl. Seflimmfl in KolnnMs ^wenden hatte, wonach die «L Regwrnnq auf

Mitgliedern geschlossen bat. -----

(3. Gr. Heff.) Nr. 117, Vogeley (WormS) deS Füs.-RgtS. General-Feldmarschall Graf Blumenthal (Magdeb.) Nr. 36, Becker (IDarmstadt) beS 3. Thür. Jnf.-RgtS. Nr. 71, Rahn (Gießen) be§ 2. Nasi. Inf. - RgtS. Nr. 86, Glückert (II Darmstadt) des Jnf.-Leib-RgtS. Großherzogin (3. Großh. Heff. Nr. 117), Falck (Gießen) beS Jnf.-RgtS. Heffen-Homburg Nr. 166, Leißler (I Darmstadt) deS 5. Großh. Heff. Kif.-NgtS. Nr. 168, Weitert (I Darmstadt) des 3. Ober-Elsäsi. Jnf.-Rgts. Nr. 172, LotichiuS (Frank­furt a. M.), Oehlert (I Darmstadt) des 1. Großh. Hess. Drag.-Rgts. Nr. 23, Meyer (I Darmstadt) deS 2. Leib- Hus.'-Rgt. Königin Viktoria von Preußen Nr. 2, Schmieder Gießen) deS 1. Großh. Heff. Feld-Ari.-RgtS. Nr. 25, Dörffer (I Darmstadt) des Eisenbahn-RgtS. Nr. 3, Otto (I Darmstadt) zum Lt. der Landw.-Jnf. 1. Aufgebots.

Berlin, 29.Jan. TieHerstellung undVerwen- dung von Ehra pnells und Füll kugeln aus hartem und Wolframstahl ist infolge der heute vom Patentamt er­folgten endgiltigen Ablehnung eines von der Firnna Fried­rich Krupp beantragten Patentes allgemein frei­gegeben worden. ,, r, __

Eine neue Fabrik der Reichs Militär-Ver­waltung soll in Spandau errichtet werden. Tie Fa­brik ist dazu bestimmt, den Armeebedarf an Artillerie­munition zum größten Teil zu decken. Sw wird den Namen Geschoßfabrik

fc. Butzbach, 29. Jan. Die Kaiserin von Ruß- land spendete für die Wiederherstellung der hie- igen Stadtkirche die Summe von 5 00 Mk.

R. B 56 arm ft ab t, 30. Jan. (Eigener Drahtbericht.) Bei der Untersuchung über die Ursache der Bildung des Bohn en gift es ist jetzt festgesteNt worden, daß diese verhängnisvolle Büchse aus Weißblech bestand und mit einem Gummiverschluß versehen, also nicht ver­lötet war Damit fällt die frühere Vermutung fort, daß beim Verlöten der Büchse Fehler gemacht worden seien. Wahrscheinlich hat sich das Gift durch das Hinzutteten von Luft entwickelt. Man hält es in unterrichteten Kreisen für unbegreiflich, daß die Kochlehrerin die Bohnen für genießbar erachten konnte und selbst davon, denn es wird von verschiedenen Zeugen bestätigt, daß die Bohnen gleich beim Oeffnen der Büchse einen penetranten Geruch von sich gaben, der nach einiger Zeit nicht abnahm, sondern eher noch stärker wurde. Auch die leereBüchse hatte noch nach mehreren Tagen einen höchst widerlichen, unerträglichen Ge­ruch. Als achtes Opfer ist, wie schon gemeldet wurde, gestern abend t/28 Uhr im städt. Krankenhause auch das Kind der Witwe Hüfner gestorben. Tie kleine Elise Julianne Hüfner, deren Mutter bereits vor kurzem dem Kind im Tode vorangegangen ist, ist am 24. Mui 1890 geboren.

fc. Frankfurt a. M., 29. Jan. Im Laden deS Antiquitätenhändlers Hey mann, Bockenheimer Landstraße 7, wurde in der vergangenen Nacht eingebrochen. Für 9000 Mk. Juwelen und Goldwaren fielen den Dieben in die Hände.

Homburg, 28. Jan. Zum Gordon-Benne11* Rennen haben bereits folgende Fürstlichkeiten hier Wohnung bestellt: die Prinzen FriedrichLeopold und Joachim Albrecht von Preußen, Herzog von Ratt- bor, Prinz und Prinzessin Salm, Fürst Hohenlohe, Fürst Fürstenberg, Prinz und Prinzesftn Pleß, Graf Voß, Gras Sierstorpf u. a. Heute ging an das Landeskomitee eine Bestellung von 150 Betten für den Teutschen Automobil- llub ein.

Unter bet Ueberschrift

einer neuen Uniform schreibt dieBert. VolkSztg.": Der Generalleutnant v. Scholl ist unter Belastung in seinem Verhältnis als Generaladjutant des Kaisers und Kommandeur der Leibgendarmerie auf feinen Wunsch zur Disposition ge- tellt worden. Da der Kaiser seinen langjährigen Begleiter

Kekmmtmachung.

Ans Grund des § 42 bet Verordnung vom 13. Januar 1900, die Anlegung des Grundbuchs und die Ausführung her Gmndbuchordnung betreffend, hat das Großh. Ministe- ruim der Justiz bestimmt, daß das Grundbuch und Berg- grundbuch für die Gemarkung Reiskirchen vom 20. Februar 1904 an als angelegt anzusehen ist. Von der Anlegung des Grundbuchsausgefcblofsen sind die Grrmd- stücke 1/170 1/219 V/51 VH/490 VII/492 X/238.

Tie Vorschriften darüber, was seitens der Beteiligten Hoch bis zu dem gegebenen Zeitpunkt zu geschehen hat, können auf der Amtssttrbe des Großh. Ortsgerichtsvor- stehers zu Reiskirchen und aus dem Anschlag an der dortigen Ortstafel chffehen werden.

Gießen, den 26. Januar 1901.

Großherzogliches Amtsgericht.

Bekanntmachung.

Auf Grund des § 59 der Verordnung vom 13. Januar 1900, die Anlegung des Grundbuchs und die Ausführung der Grundbuchvrdnung betreffend, wird der 1. März 1904 als bet Zeitpunkt bestimmt, mit welchem das Grundbuch für die Gemarkung Burkhardsfelden in Ansehung des von der Anlegung seither ausgeschlossenen Grund­stücks 1/81 als angelegt anzusehen ist.

Vor diesem Zeitpunkt sind alle nach dem Ablaufe der Anmeldungsftist erworbenen Rechte und Einwend­ungen, die zur Erhaltung der Wirksam kett gegenüber dem ösfentlicbeu Glauben des Grundbuchs der Eirttragung be­dürfen, bei dem unterzoichneten Amtsgerichte anzumelden, widrigenfalls ein Vorrang gegenüber den in das Grund­buch einzutragenden Rechten, in Ansehung deren die An­meldung nicht versäumt worden ist, verloren geht. Ter Anmeldung bedarf es nicht, wenn die Rechte in ben^ bis­herigen Büchern eingetragen oder von dem Eigentümer angezeigt worden sind, es sei denn, daß deren Aufnahme in das Grundbuch von einem Antrag des Berechtigten abhängt.

Gießen, den 26. Jarmar 1904.

Großherzoglickes Amtsgericht.

a. Marburg, 29. Jan. Unter ungemein zahlreicher Beteiligung fand yeure nachmittag das Leichenbegäng­nis des Geheimrats Prof. Lehmann statt. Die Ge­dächtnisrede hielt der derzeittge Dekan der iuristischen Fa­kultät Prof. Leonhard. Seitens der juristischen Fakultät >er Nachbaruniversität Gießen widmete Prof. Leist dem Verstorbenen einen warmen Nachruf, während im Namen der Universttät Gießen der Rektor Prof. Brauns einen Kranz niederlegte. Im Aufttage des Vorstandes des national» liberalen Vereins legte Bürgermeister Siebert einen Kranz nieder. Die Marburger Studentenschaft ließ eine präch­tige Blumenspende niederlegen.

Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Fischbach im Taunus traf die verwitwete Landgräfin von Hesten aus Frankfutt auf der Besitzung ihres Schwiegersohnes, des Frhrn. v. Vincke, zmn Besuche ein.__

Ker rote Schlips des Kymnastaloöerlehrers.

Aus Plauen wird geschrieben: Eine im Vogtlande Aufsehen erregende Angelegenhett fand am Freitag chren ge richtlichen Abschluß. Der Angelegenheit liegt fol­gendes zu gründe. Ter Oberlehrer am königlichen Gym­nasium Weidauer (Theologie) trug bei der letzten Sedanfeier des Gymnasiums, welche in einem öffent­lichen Gartenlokal von dem Lehrerkollegium, Cötus intb Angehörigen begangen wurde, einen roten Binde­schlips. Ter Oberlehrer hatte sich früh ht dem ©arten eingefunden imb ließ die Schüler an sich vorbeim ar schieren. Ter bluttote Schlips des Oberlehrers erregte an dem natio­nalen Festtage Aufsehen. In einem Artikel desVogtl. Anz." wurde das Tragen des roten Schlipses seitens emes Gymnasialoberlehrers an einem nationalen Festtage und ber einer Schulfeier kritisiert. Ter Oberlehrer fühlte sich dadurch! beleidigt und stellte gegen den Redakteur desVogtl. Anz. Leisner Sttafanttag. Die heuttge Verhandlung zeitigte interessante Bilder. Außer dem Rektor des Gymnasiums waren zahlreiche Lehrer als Zeugen erschienen. ZunaMt bekundete der Oberlehrer, daß er den Schlips ohne Absicht getragen und daß er Gefallen an Hellen Farben habe, ebenso sei er stteng national und ein scharfer Gegner der So­zialdemokratie. Turch die Zeugen wirrde jedoch festgestellt, daß der rote Schlips des Oberlehrers bei den Schulern und Kollegen sowie Bewohnern das Ge^präckschema gebildet habe, daß in der Bewohnerschaft das Verhalten des Ober- lebrers scharf verurteilt worden sei. daß aber,Pie,?'v?er des Gymnasiums einschließlich des Rektors der «ache teure Bedeutung beigelegt hätten, zudem sei der ^derlehrer genug­sam als nationaler Mann bekannt. Der Redakteur des Vogtl. Anz." behauptete, daß er nicht die Absicht gehabt habe, den Oberlehrer zu beleidigen, er habe aber die Pflicht gehabt, das Gebühren des Oberlehrers ccks unwürdig zu bezeichnen und ein solches G'bahren der Oeffentlichkett nicht vorzuentbalten, damit dies dem Oberlehrer^ als Warnung diene. Während der Vertteter des Privatklagers für volle Bestrafung des Redakttu-s wegen Beleidigung plaidierte, war ber Vertteter des Beklagten energisch für Freisprechung, da man dem betreffenden Redakteur großen Dank schuldig sei, daß er ein solches Geb ähren eines Religionsgvmnasial- lehrers öffentlich an den Pranger gestellt habe. Tas Ge­richt sprach bann auch den Red akteur nach etwa sechsstündiger Vor Handlung kostenlosfrei und legte dem Oberlehrer sämtliche K o st e n des Versa hren s auf. Tas Gericht war der Ansicht, daß ein im politischen Leben stehender Manu sich> aud) Anzapfungen gefallen lassen

auch ferner in seiner Umgebung behalten wollte, wurde für General v. Scholl die Stellung einesGeneralkapitäns der Haus truppen^ geschaffen, mit deren Uebernahme er zum königlichen Hofstaat übertritt. DieHausiruppen" setzen sich zusammen auS ber ßeibgenbarmerie, ber Leibgarde ber Kaiserin und ber Schloßgardekompagnie. Der neue General­kapitän hat eine neue Uniform erhallen; ihre Haupt- bestandtcfte find nach dem Berichte eines.'gen Lokalblattes ein grüner goldbetreßter Waffenrock von der Farbe der Leib­gendarmerie, ein goldbetreßter und feder besetzter Dreispitz, gelbe Stulphandschuhe und ein Stock.