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K. H. der Großherzog haben
cd ä f c r zu Darmstadt d
Verdienstordens Philipps de
Ter Amtsrichter in Ulrichstein, Eck
teilen.
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Telephonischer Kursbericht
namentlich die Frage nach der Entstehung des Mythus
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kreuz 2. Klasse de mutigen verliehen.
4°/o Italien. Rente 41'2% Portugieser *°/ Portugiesen, .
1% C. Türken Türkenloso . . .
Be - ver-
8% Mexikaner . . 4V2% Chinesen . . Electric. Schuckert . Nordd. Lloyd . .
Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandii. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. StaaUbahn . Lombarden . . • Gotthardbahn . . . Laurahütte . . . . Bochum.....
Harpenor . . . Schatzscheino . . .
** Personalien, dem Schriftsteller Lehrer
Ritter- Groß-
104.30
64.30
62.85
""" Ter 8 Uhr-Ladenschluß für die Manufaktur-, Kurz- und Weißnmrengeschäfte wird jetzt angestrebt. Nach^ dem es nickt gelungen ist, für alle Geschäfte in Gießen )cn 8 Uhr-Ladenschluß durchzusiihren, wird jetzt der Ker- uch gemacht, bei den einzelnen Branchen dies zu erreichen. Ter Tetaillisten Verein will in den nächsten Tagen eine Umfrage halten bei den Manufnkftiristen und Knr^varen- händlern, ob sie mit einem 8 Uhr Ladenschluß, mit Ausnahme an den Samstagen vor Weihnachten re., sich einverstanden erklären.
•* 7 0. Geburtstag. Geheimrat Prof. Dr. 2 a 8 p e y r e s eierte gestern seinen 70. Geburtstag. Der Rektor der Ländcs- univcrsität sprach ihn: nennens der Universität seine Glückwünsche aus.
danken sie der Anregung unseres Oberbürgermeisters.
*• Ein fataler Druckfehler ist in unserer gestrigen Politischen Wochenschau enthalten. In der dritten Zeile der zweiten Spalte ist anstelle des Samens Brauer der Name Braun zu setzen.
§ Nieder-Bessingen, 28. Nov. Bei der heute hier stattgehabten Gemeinderatswahl wurden folgende Kandidaten gewählt: Heinrich Walter I. mit 54, Johannes Schröder II. mit 47, Ludwig Olemotz mit 44 Stimmen wiedergewählt. Von 82 Wahlberechtigten machten 75 von ihrem Rechte Gebrauch.
w. Binge n, 28. Nov. Bei der heute hier stattgesundenen Stadtratswahl siegte die Liste des Zentrums über die der vereinigten Liberalen und Sozialdemokraten.
Worms, 28. Nov. Heute nachmittag fand in würdiger Weise die Enthüllung des dem früheren Oberbürgermeister und späteren Finanzminister Küchler vor der Bürgerschaft der Stadt Worms gesetzten Denkmals statt. Der Groß-/ Herzog ließ sich durch den Kabinetsrat Römheld vertreten. Anwesend waren ferner Finanzminister Gnauth, Provinzial- direktor Geheimrat Dr. Breidert und andere zahlreiche Gäste, Vertreter des Corps Teutonia-Gießen (dem Küchler angehört hat) und Rhenania, die städtischen Behörden und Vereine. Von der Familie Küchlers war seine Gattin mit den Kindern und Verwandten erschienen. Die Festrede im Namen des Denkmalskomitees hielt der Stadtverordnete Rauch. Frhr. Heyl von Herrnsheim übergab das von dem Bildhauer Hirth meisterhaft ausgeführte Standbild an den Oberbürgermeister von Worms, der es in Erinnerung an den Mann, der das Gemeinwesen von Worms zur Blüte brachte, zu hüten versprach. Darauf rühmte Geh. Oberbaurat Hoffmann Küchlers künstlerisches Wirken für die Stadt. Mit weihevollen Gesängen und Vorträgen dec Militärkapelle schloß die Feier.
w. Wetzlar, 28. Nov. Die Stadtverordneten beschlossen die Anbringung einer Gedenktafel am Geburtshause des verstorbenen Ehrenbürgers der Stadt, des Leibarztes Kaiser Wilhelms I., v. Lauer, welcher das Brauneck'sche Haus unterhalb des Kornmarktcs als seine Geburtsstätte bezeichnet hatte.
Gießen, 29. Nov. Marktbericht. Auf heutigem Wockenmarkt kosteten: Butter vv. Pfd. 1.20—1.25 All.. Hühnereier 1 St. 8—10 Mg. 2 Stck. 15—00 Pfg.. Gänseeier 00—00 Pfg.. Enteneier 7—0 Pfg., Käse pv. Stck. 6—8 Pf.,' Käsematte 2 Stck. 5—6 Pfg. Erbsen pr.Liter 21 Pfg., Linsen pr. Liter 32 Pfg., Taubenpr.PaarOFO-0,90 Mk., Hühner pr.St. 1,00—1,60 Alk., Hähne pr. Stück 0,60—1,20 Mk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Mk., Gänse vr. Pid. 55—63 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 70—80 Pfg., Kuh-und Rindfleisch pr. Pfund 62—68 Pfg., Schweinefleisch pr. Psund 60—72 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Psund 76 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 70—74 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—74 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 6,00—6,50 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 8,00—10,00 Mk., "Milch per Liter 18 Pfg., Aepfel per Zentner 5 bis 8 "JJtf., in Körben 00—00 Big. Nüsse 100 St. 20-30 Pfg. rZivetschen per Zentner 0.00-0.00 Mk. Birnen per Zentner 6 bls 0.00 Mk. Markt^eit 8—2 Icke.
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vermischtes.
Luzern, 28. Nov. Heute begn a digte dec Luzerner^ Große Rat den zum Tode verurteilten Raubmörder Hofstetter, dec im April d§. Js. in Hochdorf den aus Oesterreich gebürtigten Braumeister Anthofer ermordet uud beraubt hatte, mit 93 gegen 36 Stimmen zu lebenslänglichem Zuchthaus. Damit dürfte die Bewegung zur Abschaffung der Todesstrafe nun auch im Kanton Luzern Erfolg haben.
* Auch-Poesie. Man schreibt der „Rh. W. 3t/ aus dem Oldenburgischen: Ein oldenburgischec Untertan hat am Geburtstag des Großherzogs seinen patriotischen Gefühlen in
. 33.40
. 90.95 . 121.00 . 107 30 . 213 60 . 193.25 . 144.30 . 156.90 . 16570 . 189 50 . 17.90 . 192.50 . 259.50 . 233.00 . 218.50
Aus Stadt und Land.
Gießen, 29. November 1904.
•* Se. K. Hoh. d er Groß herz og ist heute vormittag per Sonderzug von Darmstadt kurz nach 10 Uhr in Gießen eingetroffen und um 10.16 Uhr nach Lich weitergesahren, wo er zur Teilnahme an den fürstlichen Jagden cingetroffen ist. I. I. D. D. die Prinzessinnen Eleonore und Dorothea sowie Fürst Karl und Fürstin Emma sind gestern nachmittag um 1.40 Uhr im Bahnhof Gießen cingetroffen und um 2.05 Uhr nach Lich weitcrgcreist. Der Groß Herzog gedenkt, wie uns aus Darmstadt gemeldet wird, morgen nachmittag in Offenbach mehrere Fabriken zu besichtigen und beim Kreisrat v. Hom bergt das Mittagessen cinzunchmen.
z-Konzert hatte dec Pianist
Xoni-». Mr-Mer
Vollkommenster Kaffee-Ersatz.
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„Hymne an die Nacht" von Beethoven wirkten wunderbar mit einem ganz aparten Klangkolorit. Die Männerchöre mit Zitherbegleitung erwiesen, daß der Verein über leistungsfähige Männerstimmen verfügt. In Anerkennung seines Verdienstes ehrten die Aktiven des Vereins ihren Dirigenten durch Uebcrrcichlmg eines mächtigen LorbeerkranzeS nach dem Zithersolo „Grindclwalder-Ländlcr".
** G i s e l a S ch n e i b c r, die am Donnerstag im hiesigen Theater gastiert, veranstaltete bunte Theaterabende in„ der lebten Zeit in einer ganzen Reib' von Großstädten. Tie,.Köln. Zeitung" berichtete über ilr Austreten in Köln mit folgenden Worten: „Einen bunten Theaterabend veranstaltete in der Philharmonie die ausgezeichnete Diseuse Gisela Schneider. An. irgend eine Ueberbrettelei darf man dabei nicht denken, denn es fehlte alle die nicht überflüssige Pose, mit der das echte Ueberbrettel so belustigend Bedeutnng und Originalität markierte. Tas Schnei- dcrsche Gastspiel gab sich äußerlich- ganz schlicht, im übrigen mar der Abend selw tmterhallend und bot stellenweise wahre Kabinetts- Leistungen der Vortragskunst. Wird Gisela Schneider im Spreck- gcsang mit der Französin Anette Guilbcrt verglichen, so geschieht das in der Tat nicht zu Unrecht; demt, unterstützt von einem ausdnicksreichen Mienenspiel und fähig der fast unwiderstehlichen Uebcrtragung aller seelischen Vorgänge auf den ihr stets gespannt lauschenden Zuhörer, wirken ihre Vorträge mit der ungeschminkten Kraft des innerlich Erlebten und man empfängt, in den knapven Rahmen des Vortragsbilds zusammcngedrängt, 'elbst von ihr die Illusion eines momentanen Erlebnisses, mag 's sich um erschütternde nnd rührende Tinge handeln, Ivie in >cm schönen Gedickt von Arno Holz, oder um heitere Sächelchen. Zn einigen alt-östreickischcn Banentlicdern von Rosegger, die ie in entsprechendem Kostüm vortrug, gab sie wahrheitsgetreu >en köstlich ursprünglichen Geist ihrer Heimat wieder."
** Reuter-Abend. Aus Veranlassung des Kaufmännischen Vereins und des Ortsgewerbe- vereins findet morgen im Neuen Saalban ein Reuter- Abend statt. Ter dafür geworbene Rezitator August Junker mann hat wiederholt mit großem Erfolg hier gesprochen; auch diesmal wird eo wohl ein volles Haus geben. Bezüglich des Programms verweisen wir auf den Inseratenteil und fügen an, daß Eintrittskarten abends am Saaleingang verkauft lvcrden. Tie Mitglieder der genannten Vereine Haban für sich und eilte Tarne freien Eintritt, weitere Angehörige zahlen die Hälfte des Kassenpreises.
** D i e Eröffnung des Testaments des ermordeten Pfarrers T h ö b e s fand am vorigen Freitag statt. An Barvermögeir waren etwa 30 000 Mk. vorhanden. Ta die Gemeinde Heldenbergen schon bei Lebzeiten des Ermordeten größere Zuwendungen erhalten hat, so ist sie in dem Testament nur mit 500 Mk. bedacht; das übrige Vermögen erhalten die katholischen Gemeinden Bad- Nauheim und hier je zur Hälfte. Tas Mobiliar, welches einen Wert von annähernd 10 000 Mk. besitzt, — es besteht aus der vollständigen Einrichtung von 10 Zimmern ic., darunter wertvolle Gemälde — erhält die Haushälterin. Tie Bibliothek wurde dem Baromäusverein vermacht. Die 1000 Mk., die ein umbekanntec Wohltäter dem Ermordeten zu wohltätigen Zwecken zugestellt hatte und die man bisher als gestohlen angesehen hatte, haben sich übrigens in einem Geheimfach ' vorgefunden. — >Der wegen des Heldenberger Mordes steckbrieflich verfolgte 26 Jahre alte Metzgergeselle Oskar Hudde aus Schalke in Westsalen ist noch nicht ergriffen. Er hält sich vermutlich in Frankfurt aus und ist, wie ein Berichterstatter meldet, noch am Samstag von Personen, die ihn kennen, in Frankfurt gesehen worden.
** S chne e entsernnng. Zum ersten mal wurde am Samstag der Schnee von den Marktplätzen mit Hilfe der Kanalisation entfernt. Der Schneeschacht am Brandplatz erfüllte sehr zufriedenstellend seine Ausgabe. Mittels besonderer Schieberstellung war eine direkte Verbindung der unterirdischen Entwässerungsleitung mit dec Lahn hergestellt und das kräftig einfließende Lahnwassec riß in wenigen Minuten den Schnee mit fort, welcher den Schneeschacht füllte. Außer am Brand sind zwei weitere Schneeschächte am Kreuz und am Kirchenplatz vorhanden, mittels deren die Innenstadt schnell von Schnee befreit werden kann. Diese Einrichtung, welche erst in wenigen Städten in Deutschland besteht, war ursprünglich in unserem Kanalisationsprojekt nicht vorgesehen; wir ver
lange, nnd bte Müllen Ritten Tn uüerwarteter Weise ihre Position, gefährlich, in unhaltbar erschien, zu bessern verstanden. Int Grunde genommen sind die Chancen die al ei ck en wie < u Beai n n des Krieges. F ä l l t Port A rtHur, so ist auck damit für Japan nicht viel gewonnen. Ter Kampf mit der baltischen Flotte must ansgefockten werden, der Winterfeldzug sckaftt nach Eintreffen der russischen Verstärkungen ganz nette Situationen. So reiht tick eine Aufgabe an die andere, ohne das; ein Ende abzusehen ohne daß einem der Gegner der Preis dieses heftigen Ringens winkt: dem Unterlegenen die Bedingungen des Friedens diktieren zu können. Je länger der Krieg dauert, ttmso größer niri) die Neigung der Zuschauer England iutd A tu e r i k a einen Anteil ohne bcso ndere Kosten zu erlangen, in dem Augenblick sick einzumischen, wo beide Gegner aufs äußerste erschöpft von ihren Anstrengungen sind und nicht die Kraft buhen, Mächten, die mit aller Frische in den Kreis der Kämpfer hin ein treten, den Hinzutritt energisch zu wehren. Es ist die trostlose Aussicht eines Krieges „bis zum Weißbluten", die tick Rußland wie Japan eröffnet, eines Krieges, dessen Ettde keinem von beiden solchen Gewinn verspricht, daß auch nur entfernt der kolossale Einsatz eingeholt wird. Immerhin hat sich Rußland ttoch mehr als Japan von vornherein auf einen sich in die Länge ziehenden Krieg eingerichtet. Japan glanbte mit einem kühnen Elan seinen Gegner überrennen zu, können. In ganz Japan herrschte die Ueberzeugung, Sieg auf Sieg toerbc folgen und in kurzer Zeit die Russen zwingen, ihre Sache verloren zu geben. Wie immer in solchen Fällen, richtet sich turn in Japan die Enttäuschung gegen die Heerführer: sie verstünden die Erfolge nicht auszunutzen. Im Krieg gelten aber nur die durchgreifenden, die entscheidenden Erfolge. Ter Feind muß bis ins innerste Mark getroffen sein, nur das kann ibn zum Eingeständnis der Unterlegenheit zwingen. So steht es um Rußland twck lange nickt. Kuropatkiit rechnete mit einer jahrelangen Dauer des Krieges.^ Viele hielten diese Annahme für eine Uebertreidung. Indessen scheinen die Tatsachen Kuropatkin Reckt zu geben.
stein, wurde in den Ruhestand versetzt, uackdem das Oberlandesgericht aus Grund des Art. 64 des Gesetzes, di? Rechtsverhältnisse der Richter betreftend, vom 31. Mai 1879 durch Plenarbeschluss vom 11. November 1904 bestätigt hat, daß die Voraussetzungen des Art. 10 des Gesetzes, be treffend die Revision der Bestimmungen über Versetzung der Zivilbeamten in den Ruhestand, vom 27. November 1874 vorliegen. Der Rechnungsrat N e u s ch ä f f e r zu Darmstadt wurde auf sein Nach such en in den Ruhestand versetzt. Der Stcuerkontrolleur Ob wenn in Friedberg wurde vom Tage seines Dienstantritts an zum Revisionsinspektor bei dem Hauptsteueramt Mainz ernannt. Der Hauptsteueramtsassistent Dörr in Mainz und der Hauptsteuerarnisassistent Amelung in Darmstadt wurden zu Steuerkontrolleuren ernannt. In den Ruhestand versetzt wurde der Rangiermeister in der Hess.-Preuß. Eisenbahn- gemeinschaft B i e d e n b e n d e r zu Büdesheim. Ter Kreis- schulmspektor Karg in Bensheim ist vom 1. Tcz. d. I. an in den Ruhestand versetzt worden, in besonderer Anerkennung seiner Verdienste durch die Verleihung des Titels Schulrat.
*• Hessische Vereinigung für Volkskun de. Bei dem gestrigen zweiten Niitgliedecabend dec Ortsgruppe Gießen hatte Prof. Dr. Bet he die Genugtuung, seine Lln- sichten über Mythus, Sage und Märchen vor dicht besetztem Hause zu entwickeln. Tie Worte Achthns, Sage und Märchen, so etwa führte der Redner aus, bezeichnen im Grunde dieselbe Sache. Es sind alte Begriffe, die ihren Uvfprumi dem Bestreben verdanken, die Kausalität zu erklären. Die Worte sind erst durch die Romantiker geschaffen nwcden. Die Ansicht I. Grimms, daß das Märchen ein gesunkener Göttermythus sei, laßt sich nicht halten. Es gießt Fälle, die die Vermutung nahe legen, daß eher der Mythus das Märchen^notiv benutzt hat. Das Märchen ist frei von Zeit, Ort und Namen, es wandect durch alle Zeiten und alle Länder. Tas wird durch die Märchensammlungen in er- üaunlichem Maße festgestellt. Tas Märchen ist eine Geschichte beliebiger Art, die ein eng begrenzter Kreis sich in seiner Weise zurecht gemacht hat. Ein besonderer Grund liegt nicht vor, das Märchen dann als Sage zu bezeichnen, wenn es an einen bestimmten Ort, eine beftimmte Person angeknüpft wird. Tie Heldensage entsteht im Zeitalter der Novellen, der Zeit, wo die wirkliche Geschichte beginnt. Sie ist mündlich überlieferte Geschichte, also wirkliche Geschichte mit Märchen vermischt. Am leichtesten läßt sich dieser Sachverhalt an dec deutschen' Heldensage aufzeigen, weil ihr parallel die Geschichtschreibung geht. Der Mythus entsteht aus dem Bedürfnis, den vorhandenen Kult zu erklären. Er nimmt die Novelle, die Heldensage 311 Hilfe. — An den Vortrag schloß sich eine lebhafte Diskussion, bei der
2rugft du dock, wie einst die Väter, Würdig stets die Fürstenkron'. Was vor dir der alte Peter Zielbeivußt begonnen schon, Ward durch dich, 0 Mann der Pflicht, Ausgeführt zum klaren Lickt. Hast gebracht zur steilsten Höh' Land und Volk, und die Armee.
9!och schöner aber ist die folgende Strophe: Aecker, Wiesen, Schaf' und Rinder Blühn empor zu mächt'gem Ruhm, Durch dich, deine Landeskinder Blüht dein ganzes Herzogtum. Handel, Kunst und Wissenschaft Blühen durch Lust und Glaubenskrast Und das S ch ö n st e auf der E r d'
Beichsanleiho do.
Konsols . do. . .
Hessen
einem Hymnus Lust gemacht, aus welchem wir den für un* mit
freiwilligen Humor empfänglichen Lesern einige Perlen Sehr schön heißt es in der dritten Strophe:
Ist das Oldenburger Pferd.
Kleine Tageschronik. In München ist der r n fs f e u er w e h r m a n n Geith unter dem Verdacht, haftet worden, seit einer Reihe von Jahren verschiedene Eindrücke in Theatern begangen und Kassen beraubt zu haben. Die Verhaftung erfolgte auf die Anzeige seiner Frau. — In Passau erschoß sich der 18 jährige Oberprimaner Bauer, h“v Sohu des dortigen Juslizgerichtsdircktors; die Ursache des Selbstmordes ist unbekannt. — Die Memminger Staatsanwaltschaft erließ gegen den katholischen Pfarrer Kühle aus Jllereichen bei Altstadt torgen Unterschlagung und Sittlich keitsverbre ch en s einen Haftbefehl. — Aus V 0 ntivh sNapolöonville) wird berichtet: Während der ^Wesenheit der Eltern spielten die Kinder des Ehepaars Picot mit Feuer, und setllen das Haus in Brand. Nachbarn drangen in die Wohnung ein und fanden die verkohlten LeicknamcderKind e r. Durch die Feuersbrunst ist ein ganz-r Häuserkornplex ein Raub der Flainni"« geworden.
3'/? % Oborhosscn . . . —♦— 4% Oesterr. Goldrente . . 101.80 4‘/6% Oesterr. Silberrento 100.20 4% Uncrar. Goldrente . . 99.95
örtert wurde. — Für den dritten Mitgliederabend, dec am 19. Dezembec abgehalten werden soll, hat Professor Dr. Schwally einen Vortrag über die mohammedanische Gesellschaft in Aegypten in Aussicht gestellt.
•* Dec Weichensteller- und Bahnwärterverein in Gießen beging am Sonntag abend, wie er uns mitteilt, eine Feier dec Verlobung und des Geburtstages Sc. Königl. Hoheit des Großherzogs im Cauer'schen Lokale an Oswalds Garten. Ec sandte ein Glückwunsch-Telegrannn nach Darmstadt und erhielt folgende telegraphische Erwiderung:
Für die freundlichen Glückwünsche herzlichsten Tank.
E r n st Lndwi g.
•• Ter Evangel. Arbeiterverein hatte am Sonntag nachmittag eine Besichtigung der neuen Universitäts- Bibliothek veranstaltet. Tie in großer Zahl erschienenen Tell- rehmer wurden von Oberbibliothekar Dr. Heuser durch bic Räume getestet und mit allen Einrichtungen bekannt gemacht. W-rkfübrec Schufst sprach im Namen des Vereins dem freundlichen Führer seinen Dank aus.
Hr. Julius Hahn die Klavierbegleittrng übernommen, welche allgemeinen Beifall fand. Nach dem Konzert sand im Neuen Saalbau für die Mitglieder des Vereins ein Essen statt, welches viele Teilnehmer noch eine Zeitlang froh vereinigte.
*• Der Marinen erei n Gießen feierte am Samstag auch den Geburtstag Sc. Kgl. Hoheit des Groß Herzogs und erhielt auf ein nach Darmstadt gesandtes Glückirrnnsch- elegramm eine telegraphische Antwort.
*♦ Das Konzert des Gernhardt's chen Zithec- und Mand olinench ores verlief in den überfüllten Räumen de§ „Einhorn* in bester Weise. Von den Darbietungen eien an Ehorsätzen besonders das klangschöne und stimmungsvolle „Waldesrauschen" von Puph und die flotte Konzert- Ouvertüre von Swoboda erwähnt. Die Lieder mit Zitherbegleitung, gesungen vom Mitglied Lottis Belloff, fanben den größten Beifall. Die Lieder nannten sämtlich als Kottt- .mniften den Dirigenten des Vereins, Mttsiklehrer Gernhardt. Der Komponist scheint besondere Vorliebe für die Gedichte unserer Johannette Lein 51t haben, da wiederum ztvei Texte au§ dec Feder der verstorbenen Gießener Naturdichteriu ftannnten, während ein reizendes Kinderliedchen schon früher im Drucke erschienen und attch wiederholt gesttngen mürbe. Doch attch die Damen deL VereiitS, welche die „Herzenstöne" von Hattstein mit seltener Präzision vortrugen, verdienen volles Lob. Die von den jetzt so beliebt getvordenen Mandolinen gebrachten Stücke gefielen sehr. „Abendlied" unb
129.80
4°/o <1 riech. MonopoL-Anl. 48.10
47,% äussere Argentiner 00.00
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