Rotationsdruck und Verlag der Brühl »sch« UniversitätSdruckerei. R. Lange, Gieße«.
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Tel, Nr. 5L relegr.-Mr.r Anzeiger Gieß«.
Nr. Ä2S Zweites ME. L84. Jahrgang Donnerstag 2K. September 1904
Erscheint IMch mit Ausnahme de« Sonntags. n
Die ..Siebener KamiNendlütter" werden dem DI WW X W
^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der MW M MM W, gj M. , M M 8 M kftr W W H ^tzejstjche Lündwirl" erscheint monatüch einmal. v W NH M G' v* W V W V*' v''
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
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er.
rche selten oder nie
Politische Tagesschau.
Klagen eines ParteMatt.NedaktenrS.
Kürzlich veröffentlichte die „Franks. Ztg." bewegliche Magen eines gequälten p-keußischen KreiSblatt-Re- dakteurs, der gezwungen sei. alle möglichen Rücksichten zn nehmen und seine eigene Meinung diesen Rücksichten anzupassen. Die sozialdemokratische Pre"e gab diese Magen wieder und fügte ihrerseits einen mehr oder minder scharfen Ausdruck des Mscheus über eine derartige „geistige Knebelung" eines Redakteurs hinzu. Die sozialdemokratische Presse Hessens insbesondere machte sich den törichten Spaß, ihren Lesern vorznlügen, daß die AmtsblattverhMiisse bei uns zu Lande von ähnlicher Art seien. Mir haben bisher hiervon keine Notiz genvinmen, denn jeder politisch reife Deutsche weiß e§; daß hessische und preußische Regie-nlngsgepflogen- heiten himmelweit von einander verschieden sind. Wie es bei der preußischen .Kreisblattpresse zugeht, kann uns gleichgültig sein, und eine ernsthafte Erwiderung auf jene sozialdeinokvatischen Mb'gesclMacktheiten hätte ihnen unangemessene Bedeutung gegeben. Jetzt bringt die „Reckarztg." als hübsches Gegenstück folgenden niM minder beweglichen Klageruf des Redakteurs eines demokratischen Partei- blattes:
Taler, Taler, du mußt wandern.
^Nuf die durch das Reichsschatzamt veranlaßte Umfrage der Einzelregierungen bei den Handelskammern bezüglich der Frage der Ausprägung von Dreimarkstücken haben sich bisher folgende Handels- und ^werbekammern, zum größten Teil auch ulnter Verneinung der Bedürfnis frage, durchjweg aber mit dem Hinweis darauf, daß das Dreimarkstück nicht in das Dezimalsystem unserer Münz^esetzgebung passe, gegen die Ausprägung von Dreimarkstücken erklärt: Augsburg, Baireuth, Berlin. Meleseld, Bonn,Bingen, Frankfurt a. M., Gießen, Heidelberg, Heilbronn, Karlsruhe, Lahr, Leipzig, Oldenburg, Osnabrück, Rottweil und Morins. Die meisten dieser Kammern sind der Ansicht, daß einem etwa vorhandenen Mangel an geeigneten Münzsorten namentlich bet Lohnzahlungen in größeren Geschäften und Fabriken am besten durch die vermehrte Ausprägung von Ein- und Zw eirn arkstü cklen aSgeholfen werden könne. Namentlich die Zweimarkstücke hätten sich als eine recht praktische Münze bewährt, und ihre Ausprägung sollte in möglichst großem Umfange gefördert werden. Die Handels- und GewerbekamMer zu ^Augsburg hebt hierbei noch hervor, daß die bisher mitunter als Nebel- stand empfundene Verwechslung des Zweimarkstücks mit den ^alerstücken fortfallen würde, wenn, den Vorschriften unseres Münz^esetzes entsprechend, der Taler gänzlich aus dem Vermehr gezogen sein wird. Auch der vermehrten Ausprägung der Zehnmarkstücke wird bei diesem Anlaß vielfach das Wort geredet, während das Fünfmarkstück in seiner bisherigen großen und unhandlichen Form allseitig verworfen wird. Dagegen meint man, daß, wenn es gelingen würde, das Fünfmarkstück in seiner bisherigen großen und unhandlichen Form allseitig verworfen wird. Dagegen meint man, daß, wenn es gelingen würde, das Fünfnrarkstück mit geringerem Durchmesser, aber so, daß es nicht leicht mit dem Fünf- rankstiick verwechselt werden könne, herzustellen, dem praktischen Bedürfnis nach Reichssilbermünzen mit den Ein-, Zwei- und Fünfmarkstücken vollkommen entsprochen werden würde. Für die Ausprägung von Dreimarkstücken, als Ersatz der nach rmd nach ans unserem Verkehr verschwindenden Talerstücke, haben sich bisher aber die beiden rheini- ch-en Handelskammern zu Essen und zu Mülheim a. Rh. ausgesprochen. Beide betonen, daß der Taler in ihren Kreisen, namentlich für Lohnauszahlnngen, eine überaus beliebte Münze sei und daß man dort lieber auf die Zwei- und Fünfmarkstücke als auf ihn verzichten würde.
,,Nern, nicht aus diesem Grunde, obgleich ick natürlich jeden Manschen beklage, der sich des Trostes des göttlichen Wortes begibt. Ich habe einen anderen Grund." . . .
„Können Sie ihn nicht nennen?"
„Jett, wo das Mädcten Ihr Haus verlassen hat, wo Ihr armer Bruder tot ist, kann ich eS sagen . . . ich hege seit längerer Zeit den Verdarbt, daß Fräulein Wüllbrandt mit Ihrem arnten Bruder in Beziehungen stand." . . .
„W! — Wie kommen Sie mif den Gedanken?"
"Weil ich Fräulein Wiillbrandt mit Ihrem Bruder einige Male auf einsamen Waldwegen gesehen habe. Sie gingen Arm m Arm und sprachen sehr- eifrig mit einander, daß sie mich gar mcht bemerkten."
„Sie haben davon nichts ausgesagt" . . .
, wurde nicht danach gefragt. Diese Bekundung schien uur auch gegenstandslos, da ja Fräulein Wüllbrandt selbst auö-
' Ä 'T£ mit Ihrem Bruder spazieren gegangen sei. Wozu durch baS Aussprechen einer Ansicht ein Mädchen in ilirer Ehre verdäcksti-gen. Mer der Umstand, daß ich Fräulein Wüllbrandt jein mehrere Male tit trauernd zusaiXmengesunkener am Grabe Ihres armen Bruders gesehen habe, auf chrem Gesiebte deutsiche Spuren deS Schmerzes, der B'-rvueifluna haben meinen Verdacht fast bis zur Gewißheit gesteigert."
recht haben", entgegnete Groller nach einer "^ct“ war in Bezug auf das werblrche Geschlecht von recht lockeren Grundsätzen T^as Leben m der großeir Welt hatte ihn beeinflußt."
,,Sie sehen nun, weshalb Fräulein Wüllbrandt wünsckiien musste, Ihr HauS zu verlassen, an daS sich für sie so schmerz-
ferner Mitmenschen so sorgsam wachse, daß er die ehemalige Kronprinzessin vonSachs en gegen den nur in seiner eigenen Einbildung bestehenden Verdacht schützen zu müssen glaubte, seine Geliebte gewesen zu sein, die „Leipz,. Bolksztg." anremple, so sei es ihr gutes Rechst gewesen^ zu antworten. Eine andere Frage sei es, ob es richtig war, dies Recht zu benutzen. Die Mehrzahl der Redaktion habe sich gesagt: „Es ist ‘nett von Südekum, daß er — nachdem er eben durch ein wissenschaftliches Grttachten über das Seelenleben der Prinzessin Luise von Koburg den Weltruhm ernes Krafst-Ebing in den Schatten gestellt hat (Der ver-' storbene berühmte Wiener Psychiater Prof. v. Krafft-Ebing hatte die Prinzessin für geisteskrank erklärt und man wird diesem großen Gelehrten wohl mehr Glauben schenken als dem Herrn Dr. Südekltm. D. Red. d. Gieß. Anz.), nun die Kraft und Kunst seines so glänzend bewährten Scharfblicks auch psychologischen Rätseln aus minder erhabenen Regionen des Menschengeschlechts spendet." Ein Mitglied ab^r sei durch den Versitch Südekums, die Dresdener Skandale wieder aus^uwärmen, in Percy Heiß sporn stimmung versetzt, worden und habe die Notiz gegen SiidekuM in Druck gegeben, die er sell-st inzwischen zurückgezogen habe. Die „Leipz. Volksztg." hält ferner den 116 Entrüsteten vor, daß sie erfreut fei, zwei darunter zu begrüßen, von denen der eine in der Berichterstattung i'lber Dresden, der andere unter dem Sozialistengesetz in einem bürgerlichen Blatt den Genossen Bebel in einer Weise herumgeholt hätten, gegen die die Notiz gegen Bürger Südekum das reine Zephyr- säuseln war. Das Organ Mehrings droht zum Schluß, daß, wenn noch weiter gegen die „Leipz. Wolksztg." geschossen werden sollte, sie wieder schießen werde „durch Zitate, die der Entrüstungskundgebung der 116 im Handumdrehen einen hervorragenden Platz unter den Unerfreulichsten Erscheinungen der Parteigefchichte sichern werden."
"Weshalb nickst? Sie besorgte die Wirtschaft musterhaft unb lhte Auslage hat mich gerettet."
"T'aß sie die Wahrheit sagte, kann ihr nicht als Verdienst mrgerechnet^ werden. Mer, mein lieber Groller, des Mädchens Eharakter scheint mir dennoch nicht einwandfrei."
„Aus welchem Grunde? Weil sie die Kirche selten ober nie besuchte?"
Der Mng.
Kriminal-Roman von O. Elster.
(Nachdruck verboten.)
„ ( Fortsetzung.)
"W/rs haben Ihnen die Menschen getan?"
m- fasert noch, Herr Pfarrer?" fuhr Ferdinand auf. „lalcht allem, daß sie mich eines sirrchtbaren Verbrechens an- g^lagt haben, nicht allein, daß sie mich monatelang gequält und gepeinigt haben. Daß sie in meinem Leben gewilhlt haben, dre. verborg en sten Dinge an das grelle Tageslicht gezerrt haben, memen Rus, meine Ehre, meine Selbstachtung vernichtet haben, um nr.ch mit bedauerndem Achselzucken dem Leben, der Freiheit wkederzugebcn, nur weil sie mir die furchtbare Tat nicht bis aufs Kleinste nnmmeifen konnten, verfolgen sie mich auch jetzt noch mrt ihrct Verachtung, ihrem entehrenden Verdacht." . . .
"X1? ^lin öen Menschen unrecht, lieber Groller."
„Ich. glaube nicht."
„Diejenigen, welche Sie kennen, werden stets an Sie glauben, tlnv um die anderen Menschen haben Sie sich nicht zu kümmern."
„diejenigen, die mich kirnen?? — Nun, Herr Pfarrer, fragen Sw dach ti: eine Leute! Ich bin ihnen wabvlich stets ein Freund aevnfen, sie hgbcn das auch anerkannt. Und jetzt? — Mehrere Knen te haben schon gekündigt, aUe anderen betrachten mich mit UtirUrniien; mein Verwalter tut verdrossen seinen Dienst, spi'icht mit mir nur daS Mernotwendigste: bleibt nur, tveil er sonst nicht v>eiß, wovon leben, und Fräulein Wüllbrandt, die seit er, i Fabren. meine Wirtschaft führte, hat mich heute verlassen. -fnib hie Leute, die mich doch am Vesten kennen sollten!"
r'r fnrr-rtr nervös auf, und warf sich in den alten Lehnstuhl, änster vor sich hinstarrend.
„Wenn 7>nhUein Wüllbrandt Ihren Dienst verlassen hat", t'iTfc der Pfarrer ernst, „dann sehe ich darin kein Unglück. Fräulein Wüllbrandt war keine sympatbifche Person."
8. ßhristlich-sozialer UarieUag.
Lp. Frankfurt a. M., 28. Sept.
Auf Antrag der Ortsgruppe Köln wurde folgend« Er- klärung zunr
Schulkompromiß angenontmen:
„ l. An Erwägung, bm to einer bem SwatÄooW dienenden ^°D"r^bnnss Familw.-v-bule nttb Kin5>e Hand in Land geben mMen: 2. in fernerer Erwammg. bafj nur in diesem Falle die Pädagogik zu threm vollen Rechte kommen kann, und 3 in schließlicher Erwägung, daß die bis'b:rige Entwickelung deS Volks- schitln^sens den tatsächlichen Beweis für die Richtigkeit der vorstehenden Sätze geliefert hat, erklärt sich der 8. Ebristlichsoziale Parteitag unter Aufrechterhaltung der im christlich-sozialen Parteiprogramm festgelegten bezüglichen Forderungen m i t d e m S ch u l - antrag Hackenberg-Hey debrandt-Zedlttz einher* standen.
Auch folgende Anträge derselben Ortsgruppe wurden angeno7ntnen:
1. Ter Parteitag beauftragt den Vorstand der christlich-sozialen Partei mit der Ausarbeitung eines Entwurfes für ein christlich- soziales
Kam munal Programm.
2. Ter Parteitag beauftragt ferner den Vorstand, cm geeigneter stelle daraus hinzuwirken, daß folgende
Reformen im Eisenbahnwesen
emgeführt werden mögen: a) Schaffung und Einstellung einer nenügenbcH Zahl von Wagen 4. Klasse zur Vermeidung von Ueberfüllimgen. 6) Nichtraucher-Abteile aucb für die vierte Klasse, ebenso Morte und Vorhänge, c) Einstellung bet vierten Wagenkla'sse auch in Schnellzüge.
Die zweite De le gi er L e n v e r sawm lun g nahm folgenden Antrag an:
Die chriUftb-smialen Reichstagsabgeordneten werden ersucht, bauernd ihren Einfluß im Reichstage und gegenüber den Zivi^ und Militärbehörden geltend zu machen, daß bei der Vergebung von Lieferungen
‘ <tn üröglichst ausgiebiger Weise Handwerker- bezw. Landwirte (namentlich klein e Grundbesitzer) mit Lieferungen beauftragt werden Damit auch auf diese Weife die vor- Wbenen Erkannt großen Notstände gemildert werden. Zu diesem Zwecke wolle mau den Staatsregierungen die systematische ?yörberunfl der Ziele der Handwerker- und Land-
1 X1^-?am^Ier^ angftegentlichst empfehlen. Mit Hilfe der christlichchozialen und der gesinnunosperwandten Presse und in öffentliwen Versammlungen sind über diese Bestrebungen die be- teuigtcn Kreise dauernd aufzuklären.
Endlich werden hie Regierungen ersucht, dafür zu sorgen, daß bei allen öffentlichen Bauten (Fluß-, Kanal-, Bahn>, Bergwerks- usw. Bauten)
deutscheArheiter stets zu bevorzugen sind.
Die erste Hauptversammlung schloß sich hieran. Abg. Stöcker hielt eine längere Eröffnungsrede :
, „Jahrelang habe icb Varteiblätter redigiert, aber /lirgendwo habe ich meinen Gefühlen freien Lauf lassen können, liebte ich än irgend etwas, namentlich auf lokalem Gebiete, eine durchaus berechtigte, ja vom Standpuult des Blatts unbedingt notweudige Kritik, so ist es mir ostmclls passiert, daß dres pou Parteiarößen ernstlich getadelt wurde mit der Motivierung, ich bäfte diese oder jene Rücksicht auf diesen oder zerren Parteigenossen nehmen müssen. Wenn irgenbmo m und um Posemuckel ein kl ein ?s^ Skanbälchen ijorfcmt. dann durfte, mußte ich mit allem Nachdruck und in den schäicksten Wen- dimgen in Veiuirteilung machen, war aber b"i einer viel bedeutenderen Affäre eine P art eigr ö ß e beteiligt, dann kam von „maß- gebender stelle" sofort der Wink, wie der Fall behandelt werden i^llte. Tas „Behandeln" mußte dann ein Vertuschen darstellen. Sv,etwas kam durchaus nicht selten vor. Ten Gegenparteien durfte natürlich nichts' durchgehen und alles, was Bei ihnen nicht war, wie es sollte, wurde unbarmherzig mitgenommen und je mehr dabei im Unterstellen und Herabwürdigen geleistet wurde, desto besser war eS. Mes, was die Partei, deren Richtung das^ Blatt vertrat, tat, war eo ipso wohlgetan. Bei anderen Parteien aBer immer das Gegenteil der Fall, ober wenn es ir^enb nickt möglich war, daran herumzunörgeln, dann mußte uach den Beweggründen für die Hmidlung gesucht werden, die lelostredenb m'emals lautere sein „konnten". Nach meinen Erfahr- inrgen muß ein Part ei Blattredakteur, der nickt alles daS, was die Parteileitung tut. Blindlings Mtdeißen, oftmals
ÄIkine Bessere Ueberzeugung schreiBen. Natürlich ist cs nicht nur Bet unserer Partei so, sondern auch Bei anderen Parteien."
OB die nichtrnnMchse imd die Pcrrteipresse cmch diesen Schme^ensschrei weidergeben fvird?
Mehring als Kritiker seiner Partei.
Den „rüden Ton" gegen „Bürger Südekum" hat die von Frvnz Mehriwg geleitete „Leip^!. Volksztg." zwar zunückgenommen. Unter der Ueberfcbirift „Die 116" widmet sie aber d>em Entrüstungsantrag der 116 Delegier* ten auf dem Parteitag einen Leitartikel. Därrn spricht das Leipziger sozialrwmokratisch'e Blatt zunächst deftr Parteitag das Recht ab', sich überhaupt mit der Angelegenheit zu befassen. Der Parteivorstand habe für die seiner Verwaltung untersteMen Blätter, also „Vorwärts", „Gleichheit", „Neue Zei^ in.nd „Wahrer Jakob", zwar disziplinarische Befugnisse, fiir die übrige Parteipvesse aber nur das Recht der prinzipiellen Ueberwuchung. Daran ändere auch nichä die „Souveränität" des Parteitags Mehring erklärt: Der Parteitag ist souverän als demokratische Behörde, aber nicht als absoluter Despotismus oder gar als orientalisches Sultanat. Nur orientalische Sultane stellten grundsätzlich ihre souveräne Laune über das bestehende Gesetz. Gegenüber dem Delegierten Hug, der in Bremen erklärt hatte, die „LeiM. Volksztg." habe die Redefreiheit des Parteitags ^auss schlimmste verhöhnt, schreibt die „Leipz. Volksztg.", noch keine bürgerliche Volksvertretung habe ften ,^parlamen tarischen Kretinis- mu s" besessen, zu beanspruchen, däß ihre Beschlüsse und Verhandlungen der öffentlichen Kritik nicht preisgegebeni würden. Menn Südekum, der sonst über den guten Ruf
Wer die Zeichen der Zeit Wohl Boachtet, schaut zuerst ftgch O st a s i e n,
wo daS blutige Schauspiel eines Kampfes anfgeführl wird zwischen emcin großen Heiden Volke und einem noch größeren und mächtigeren Cynstenvolk. Aber wunderbarer Weise, das Heidenvolk siegt zur Verwunderung her ganzen Welt. Man könnte fragen, waS geht uns' das an? Es geht uns sehr viel an. Das Ringen des fernen Zndnftikmö mit dem ckristlzcken Volke wirft feine Schatten voraus. ®tn Miisionar aus Ostasien sagte: Durch diese 500 Millionen bet gelben Rasse geht jetzt em einziger Gedanke vom Norden EhinaS mrd Japans bis zum letzten Siamesen in Hinterindien: wir wollen unS von europäischer Uebermacht und Einfluß eman- den Ostasiaten! Mit vollem Bewußt* sein hat sich Japan an die Spitze der gelben Rasse aesteNt und nNft seine Bedeutung zu erhöhen und wird, wenn der'Krieg sieg-
^5?sgeht, als Erzieher in Krieg und Frieden auftretm E. ^^.u^Pärschen Welt ein Gegengewicht bieten.
m,r weltgeschichtliche, sondern auch kirchen* EEiche Fragen: welche Folgen werden diese Ereianifse für das ^rlstentum haben? Man wird ia dem riissischen Volke eine gönnen müssen. Rußland hat in den letzten Jahrzehnten die Geduld der eilwpäischen Völker sehr mißbraucht Dökket, die baltischen Deutschen, die Finlände^ imerhört behandelt, ohne iede . Rücksicht auf Treu und Glauben Cf) rVCt rv$v^.n S, rtS O^Ü^en getreten.
25^-^ Bat den Grundsatz aufgestellt, daß ein großes Volk dieselbe Rclnnm haben muft. Bei solchen nieffiemh«™ AnWauiingen ist es nicht zu berrtmnbem, wenn Rußland unterliegt. Wenn das dann ein Jena wird in feinen AAtn, lv wird Rußland bei sich einkehren und die .Kräfte der outtalten. Man mgt: man solle nur schnell dem Volke oVIlclL über bei der bunten Gesellschaft
txry<xx. • ■#.9?p. erkemic ich gern an,
braoinTOit bcrt^Urarnnbt imb fitf’ flcl? korrekt
entgegnete Groller zerstreut, „ba? wirb der ia ba ^"Cr tfee Bewegung beim Mschied . . .
bcn Benvu^er und IM anderen Angestellten an.
bald überzeugen, daß sie mit ihrem ?ln — es wird bald bas alte Verhältnis ^LEA»crft und des Vertrauens wieder zwischen Ihnen
’S. ferner Macht steht, soll gvfMm, um die zu bringen. Seien Sie guten Mut's, lieber alles wieder.gilt werden, nur nickt den Kopf ^Eereu.Rerleben ete den lniitigen Mend mit uns — meine rrrem und Käthe erwarten Sie", setzte er mit einem kleinen schel- rmidvn Lächeln hinzu.
J^dtnands Wangen färbten sick in tiefer Glut. Er sprang auf und schritt einige Male int Zimmer auf und ab, dann blieb ct ^u Fenster stehen, unb blickte trübe sinnend in daS verglim- mende Mendwt lftnaus.
Wie fröhlich mit* beglückt würde er vor einigen kurzen Monaten der Eiiiladung des Vf.nrers acfolqt sein! Er s.ck daS friedliche Pfarrlwus, von Wein mtb Kletterrosen umrankt, hör sich liegen: er sah den Garten mit den blühenden Rosen, den Resedaeinsassungcn der sauber ne pfleg hm Beete, den duftenden Nelken nnd den lenkenden Elstern — er fafr das tmtmilHg lächelnde Mtlitz der Frau Pfarrerin im Kranz der gr«uen v'mre, auf dem das nn'iße Häukden ruhte, er fah — und das Blut nrnttte ihm zum .Herzen! — die liebliche, schlanke, blondlockigi' Kätln ihm die kleine Hand entgegenstrccktzn, wälnend eme veffckiämte Röte Über ihre Wangen bnschte — er fah all den Frieden, die einfache Sck>önl"'it dieses ländsicken ^ferrbaufeS. imb eine lycifte Sehnsnä^t erfahre ihn sick mit all seinem Gram und feilten schwarzen Ok'banh’n in diesen Frieden zu flüchten mtb selbst wieder ein ftiedlwllcr, glücklicher, harmlos Weiterer Mensch zu werden.


