Vom Kriege.
tMfijtirt der MürfftectttacN?b BH der rrrssifHlm gTottc r VE MrthUr, fc Cuverbille, zurzeit in PörtArthu
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8. Tag:
9. Tag:
Telephonischer Kursbericht.
29. September.
Tendenz: fest
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Hessen Oberhessen
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ht einer Ambulanz fr an f fcrrtuefcrfiegt — Aus Peters ^rrg wird gedrahtet, der Zar HE ertre Depesche au!S Port Arthur erhalten, ui ddr die un geheuere Kampfbegeisterung der japanischen Truppen damit erklärt werde, daß diese neue Verstärkurrgeiw erhalten hätten. Die russisch,? Besatzung, die bisher überall unter Deckung habe kämpfen können, sei nutrmehr an vielen Punkten dem feindlichen Geschützfeuer direkt ausgesetzt.
Paris, 29. Sept. Aus Tschifu wird Berichtet: Dort gingen Gerüchte, daß aus Po rt Arthur en Lko mme-po Russen sich nach den Tschifu benachbarten Inseln ge» flüchtet hatten. Mehrere ja panische Kreuzer überwachen den Hafeneingang von Tschifu. — Das ,,Petite Jvurnal" teilt mit, daß das MarinemiUWrium in Paris von dem franzüsischeu Mnrinw.tbachse bei der Gesandtschaft in Tokio einen Vrs?f erhalten habe, nach
Israelitische Neligionsgesellschast.
<5»ottcsditwl.
Freitag morgen 6.00.
Samstag den 1. und Sonntag den 2. Okto der 1904:
Schlurfest — Gesetzessreude.
1. Tag: Vorabend 5 30. morgens 8.00, nachmittags 4.00.
2. Tag: Vorabend 6.50.
Kinderfest.
Morgens 8.00., abends 4.00.
Festesausgang 6.50.
Wochengottesdienst: morgens 6.30, abends 5.30.
LaulchüttcnfestEnde.
Vorabend: 5.45 Uhr.
Morgens: 8.30 Uhr.
Nachmittags: 4.00 Uhr.
Vorabend 6.50 Uhr.
Jngendgottesdienst mit Predigt.
Morgens 8.30 Uhr. Nachnnttags 4 Uhr.
Festesausgang 6.50.
und Remagen entgleist. Der Verkehr wird durch Umsteigen aufrechterhalten. Die Aufräumungsarbeiten an der Unfallst^lle werden bald beendet sein. Verletzungen von Personen sind nicht vorgekommen. — Bei St. Louis (Nordamerika) entgleiste ein Eisenbahnzug; 31 Personen wurden verletzt, darunter mehrere tätlich.
* Unterschlagungen. Auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft beim Landgericht I zu Berlin wurde die Bankfirma Ehren berg & Co., G. m. b. H., deren Hauptinhaber ein Herr Ellerholz in Steglitz ist, geschlossen. Der Grund ist in einer Anzeige zu suchen, daß Depots unterschlagen seien. Die Firma ist vor 12 Jahren von dem Konsul Ehrenberg auf sehr solider Basis gegründet worden. Die Unterbilanz der Bankfirma wird auf 500 000 Mark beziffert. — Der Kanzlei-Offizial der Kunstgewerbeschule des Museums für Kunst und Industrie in Wien, Franz Draschtik, ist nach Unterschlagung von 26 400' Kronen Staatsgeldern flüchtig geworden.
* Prinzessin Luise von Koburg. Der Vertreter der ,Neuen Fr. Pr." berichtet, daß er von der Prinzessin Luise ermächtigt worden sei, die Nachricht zu dementieren, wonach sie mit der Abfassung ihrer Memoiren beschäftigt sei. Es sei auch unrichtig, daß die Prinzessin in Lindenhof ein Tagebuch geführt habe. Sie habe dort nicht einmal frei über Feder und Papier verfügen können, sondern erst jedesmal bitten müssen, solches zu erhalten. Sie bedauert die Ausführungen in der Presse, welche ihr mehr schaden als nützen können. (Die Preffe hat keineswegs den Beruf, dieser hohen Dame zu „nützen", an deren Lebensführung trotz aller Weißwaschungsversuche und trotz aller galanten Bemühungen des Herrn Dr. Südekum und ähnlicher Leute von zweifelhafter „Humanität" so viel Makel klebt. Die hohe Frau versteht es nebst ihren vielen Freunden ganz außerordentlich gut, für sich Stimmung zu machen. Auch dieses „Dementi" scheint uns der Ueberprüfung bedürftig. D. Red. d. Gieß. Anz.) Der Anwalt Dr. Stimmer ist aus Paris in Wien eingetroffen mit der Antwort der Prinzessin auf die Vorschläge des Prinzen Philipp. Man glaubt, daß nach der Rückkehr Dr. Stimmers nach Paris, die nächste Woche erfolgen soll, die Angelegenheit geregelt werden wird. Das Wiener Hofmarschallamt zeigt sich der Einsetzung einer ärztlichen Kommission zur Untersuchung des gegenwärtigen Geisteszustandes der Prinzessin geneigt. Es billigt auch, daß die Untersuchung in Paris stattfindet. Man glaubt, die Kommission werde aus 3 Aerzten bestehen. — Wie Brüsseler Blätter berichten, werde König Leopold unter keinen Umständen in dem Konflikt der Prinzessin Luise mit ihrem Gemahl intervenieren. Er gebe zwar zu, daß Prinz Philipp seine Gattin schlecht behandelt habe, dies könne aber nicht das Betragen der Prinzessin entschuldigen. (Sehr richtig! Man sieht also, daß der König der Belgier für die moralischen „Eigenheiten* anderer ein ganz richtiges Empfinden hat. D. R.)
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90.25 . 119.95 . 10510 . 212 00 . 193.10 . 142.20 . 156.06 . 161.5t . 140 50 . 18.3t . 189.06 . 251.80 . 209.76 . 217.10
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NB. Während der Wiutermvnate beginnt der Morgeu- gottesdienst am Sabbath um 9 Uhr.
Äcrtchlssaal.
fc. Wiesbaden , 29. Sept. (Trahtbericht.) Tie Natur- heilkuudrge ^Frl. Gertrud Schmidt, eine Mujorstochtcr, wurde heute vom Schwurgericht von der Anklage des Ktndesmvrdes freigesprochen, wegen Verbrechen wider das keimende Leben dagegen zu IV2 Jahre Gefängnis und drei Jahren Ehrverlust 'verurteilt. _ Wegen Beihilfe erhielten , der Kaufmann Wilsener 8, der Glaser Viemauu aus Köln 6 und die Verkäuferin Pelz aus Mainz 9 Monate Gefängnis.
— Bei der Obstverstcigeruug an der Kreisstraße Lollar—Sichertshausen hatte sich eine große Anzahl Kauflustiger eingefunden. Es sind für Wirtschaftsäpfel 3.50 Mk., für Tafeläpfel 6.50 Mk. pro Ztr. durchschnittlich am Baume bezahlt worden. Der Gesamterlös an dieser Straße betragt nahezu 650 Mk.
** Fechtverband Gießen-Lahr. Am Samstag abend feiert der Verein im Cafß Leib sein 20 jähriges Stiftungsfest. Die bis jetzt getroffenen Veranstaltungen versprechen einen recht genußreichen Abend. Der Maschinenbauer-Gesangverein hat seine Mitwirkung zugesagt, ferner hat dazu der Erste Gießener Stemm- und Ringklub lebende Bilder und Pyramidenstellungen neu eingeübt, um den Bewuchern seine Leistungsfähigkeit zu zeigen. Der Fechtverband will nach besten Kräften dem Feste einen würdigen Verlauf sichern. Es wird kein Eintrittsgeld erhoben werden, damit weitesten Kreffen die Teilnahme erleichtert wird. Am nächsten Sonntag soll ein gemeinschaftlicher Ausflug nach Textors 'Terrasse stattfinden.
-1- Treis a. d. Lumda, 28. Sept. Bei der Ge- meinderatSwah'l wurden neu gewählt: 1. Joh. Heinrich Nickel II. mit 81 Stimmen, 2. Wilh. Dappn mit 72 Stimmen, 3. PH. Amend III. mit 56 Stimmen.
X Gründ erg, 28. Sept. Heute fand hier die Neu- wahl von drei Gemeinderatsmitgliedern statt. Die Wahlbeteiligung war infolge der reichlich entfalteten Agitation eine sehr rege, machten doch von 382 Wahtberechtigttn 223 Wähler von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Von den 9 aufgestellten Kandidaten wurden folgende Herren gewählt: Kaspar Ranft mit 143 Stimmen, H. K. Zimmer mit 142 Stimmen und Forstmeister Schneider mit 98 Stimmen. Wie verlautet, hat jedoch der letztere die Annahme der Wahl abgelehnt, so daß eventuell noch eine Neuwahl erforderlich wird.
bf. Friedberg, 29. Sept. (Drahtbericht.) Die Obstausstellung wurde heute vormittag 11 Uhr durch KreiSrat F ey im Beisein des Provinzialdirektors Dr. B r e i d e rt aus Gießen und des Oekonomierats Dr. Müller aus Darmstadt eröffnet.
g. Büdingen, 28. Sept. Heute vormittag fand durch den Vorsitzenden Kreisamtmann Dr. Bernbeck die Eröffnung der Obstausstellung im Hotel Fürstenhof statt. Es waren u. «.anwesend Provinzialdirektor Dr. Breid ert- Gießen, Geh. Negierungsrat Schönfeld - Schotten und Dr. v. Peter-Friedberg. Der Vorsitzende des oberhessischen Obstbauoereins Gras Oriola war leider verhindert. Äe Ausstellung ist von über 100 Ausstellern aus den Kreisen Büdingen und Schotten beschickt. Man fft von der Vollkommenheit und Reichhaltigkeit der ausgestellten Früchte überrascht.
Darmstadt, 28. Sept. S. K. H. der Groß Herzog empfingen am 28. September u. a. den Forstaffistenten Gross von Ortenberg und den Proseffor Dr. Brauns, Rektor der Landes-Universität Gießen.
z. Armsheim, Rheinhessen, 28. Sept. Bei dem um drei Uhr fälligen Zuge Mainz—Alzey versah die Frau des Bahnwärters Maurer in Vertretung ihres Mannes dessen Dienst. Als sie die gegenüberliegende Barriere schließen wollte, kam der Zug in großer Geschwindigkeit heran. Die Frau wollte rasch auf ihren Posten zurückkehren. Die Lokomotive erfaßte sie aber und schnitt den Körper mitten durch. Die beiden Teile lagen ungefähr 20 Meter von einander. Die Verunglückte war Mutter von 5 Kindern, welche noch nicht erwachsen sind.
Homburg, 28. Sept. Die vor ein paar Tagen erfolgte Ankunft des Freiherrn v. Mirbach in Homburg gibt Anlaß zu der Hoffnung, daß die EbbinghauSsche Schenkungs- angelegenheit nunmehr zur befiiedigenden Erledigung komme. Der nach Düsseldorf versetzte vormalige Landrat Ebbinghaus hat vor mehreren Wochen auf eine Anfrage des ■ protestantischen Kirchenvorstandes die Mitteilung hierher ergehen lassen, daß er schon vor Jahresfrist die von ihm zum Bau unserer Erlöserkirche geschenkten 2 5 000 Mk. dem Freiherrn v. Mirbach zur Ablieferung behändigt j habe. Infolge dieser Mitteilung beauftragte der Kirchen- < vorstand seinen Vorsitzenden, eine briefliche Anfrage nach ! dem Verbleiben dieser Summe an Freiherrn v. Mirbach ' zu richten. Die Ablieferung dieses ansehnlichen Kapitals ist < zwar bis zur Stunde noch nicht erfolgt; doch wird » die Sache jetzt hoffentlich ins Reine kommen. (Frks. Z.)
(*) Herborn, 28. Sept. Namens des Hilfsausschusses teilt uns Bürgermeister Birkendahl mit, daß durch die bisher eingegangenen Gaben der dringendsten Not gesteuert^ werden kann. Infolgedessen hat der Hilfsausschuß beschlossen, ' die Sammlungen zu schließen. Allen Gebern sei herz- 1 lichster Dank gesagt. j
4°tf Untrar. Goldrento . Italien. Rente . .
4‘Portupios^r , . '‘ortu^ceen. . . .
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Türken lose ....
4"/q Urieoh. Monopol.-Anl.
41/, % ttnSBerti Arpontinor
. . Neueste Meldnuqeu.
Orrgrnaldrahtmeldnngen des Gießener Anzeiger.s
, „ 29- Sept. Von Frau Lilly Braun, die Tochter
des verstorbenen Generals v. Kretschmann, erhält das .Bert. Tagebl. nachstehende Zuschrift: „Aus Ihrem Bericht über den am 26. ds. m Mainz verhandelten Prozeß über die Knegsbrrefe menies Vaters ergibt sich, daß der Staatsanwalt sowohl gegen meinen Vater wegen seinen Darstellungen der Torgange in Sens, wie gegen mich wegen der Herausgabe. der Knegsbriefe Vorwürfe erhoben hat, die sich das
Sun' Teil in der Begründung seines Urteils zu eigen machte. Ich werde, um das Andenken meines Vaters' zu schützen, demnächst ausführlich darstkllen, welche Tatsachen, meinen Vater zu seinen Mitteilungen veranlaßt haben Es wird sich erweisen, daß alle Vorgänge sich mit geringfügigen Modifikationen so abgespielt haben, wie mein Vater sie erzählt, und daß in Sens und unter den diesen Ort später passierenden Truppenteilen die — allerdings irrige — Anschauung verbreitet wiwde, diese Handlungen fielen den Hessen zur Last, während sie in Wahrheit einem anderen Kontingent zuzurechnen sind. Gleichzeitig stelle ich fest, daß die Behauptung des Staatsanwalts, wonach ich im Widerspruch mit dem Willen meines Vater die Kriegsbriefe veröffentlicht haben soll, längst widerlegt ist. Die im Geheimfach meines Vaters befindlichen Papiere hat meine Mutter verbrannt. Die Kriegsbriefe haben sich nicht darin befunden, sondern sind von meiner Mutter, an die sie gerichtet waren, dem Willen meines Vaters gemäß aufbewahrt worden.
Kiel, 29. Sept. Gestern nacht wurde die bis dahin in der Nikolai-Kirche beigesetzte Leiche des jüngst verstorbenen Sohnes des Prinzen Heinrich nach Hemmelmark überführt und in dem nett erbauten Mausoleum beigesetzt^ Dresden, 29. Sept. Das Befinden des Königs von Sachsen hat sich weiter verschlimmert. Insbesondere hat der Krafteverfall zugenommen.
Schweinfurt, 29. Sept. In Eiselberg bei Ebern wurde der Gutsbesitzer Fr. Zier mit durchschnittenem Halse im Bett aufgefunden. Als der Tat dringend verdächtig wurde die Frau des Ermordeten in Haft genommen.
Metz, 29. Sept. Heute sprang der Hoboist Stahl vom 174. Infanterie-Regiment mit seiner Geliebten, einer verheirateten Kellnerin, von der Georgenbrücke in die Mosel. Der Hoboist wurde von einem Vorübergehenden, welcher nachsprang, gerettet. Die Kellnerin ist ertrunken.
Wien, 29. Sept. Die Prinzessin Luise von Koburg hat in die von dem Wiener Anwälte vorgeschlagenen Ausgleichsbedingungen eingewilligt.
Petersburg, 29. Sept. Nach einer amtlichen Meldung sind in Saratow vom 17.—27. September neun Personen an der Cholera erkrankt, von denen drei gestorben sind. Im Transkaspigebiet und Baku nahm die Cholera in der vorigen Woche zu. In Baku sind seit dem Auftreten der Cholera 67 Personen erkrankt und 38 gestorben.
Kandel und WerKeyr. Wolkswirt schäft.
150 Millionen Mark Verzinsliche Schatzan- weisnngen sind soeben von Deutschland und Preußen ausgegeben worden. Die Verzinfima ist eine 3^/,^ige mit vierteljähriger Lmfffilst; die letztere kann jedoch nach zwei Jahren gekündigt werden. Von dem ausaegebenen Betrag erhält das Reich 80 Mill. Mk. und Preußen 70 Mill. Mk. Der Gesamtbetrag wurde vom Preußenkonsortnnn inkl. der Seehandlrmg, zum §knrse von 997//0 lest übernommen, Eine Subrkription findet, wie wir hören, nicht statt und hat die Abnahme der Schatzanweisungen im Lause des Monats Oktober zu erfolgen. Die © tu cf e lauten aus 1000—50,000 Mk. Die Anmeldimgen zur Uebernahme der Schatzanweisungen waren überaus bedeutend, sodaß nicht allen Ansprüchen genügt werden konnte.
Minister Möller und das Kohlensyndikat. T«r Mrstand und Aurssichtsrat des Kohkensyndikats hat an den Mi-' nifter Maller einen Briei geschrieben, in dem der Wunsch ansl- gesprochen wird, mit llM in Nnterhcmd'limgSn wegen Beitritt des Fiskus zum Syndikat zu treten; er nröge Kit imt> Ott hierfür bestimmen. Bis jetzt ist darauf fehtfc Antwort erfolgt.
Märkte.
fc. Frankfurt a. M., 29< Sept. (Telegr. Orig.-Bericht -des „Gieß. Anz.".) Amtllche Notterimgen der heutigen V i e b m a r k t° preise. Zum Verkaufe standen: 29 Ochsen, 9 aus Oesterreich, 00 Dullen, 00 aus Oesterreich, 58 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 72—75 Mk., 2. Qual. 68—70 Mk., 3. Qual. 00—00 Mk.; Bullen 1. Qual. 00—00, 2. Qual. 00—00; Kühe 1. Qualität 69—71 Mk., 2. Qual. 66—68 Mk., 3. Qual. 56—58 Mk., 4. Qual. 47—49 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Geschäft bei Hornvieh gut, Ueberftanb unbedeutend.
Dre Tanzkunst Miß Isadora Duncan's vor Gericht.
II.
S. u. H. Nürnberg, 28. Sept.
Unter großem ^lndrange des Publikums fand heute vormittag vor dem hiesigen Schöffengericht die Verhandlung in der PrivElagssache der amerikanischen Tanzkünstlerin Miß Isadora Drmcan gegen den früheren Redakteur der „Fränk. Tagespost" Eberhardt und den Redakteur Gärtner aus' Nürnberg statt. Nacl!^ kurzer Verhandlung kam der Vergleich auf nachfolgender Grundlage , zustande: 1) Gärtner erllärt, daß er zwar sich an der Verbreitung des in allen Teilen unwahren Gerüchts, daß Miß Tuncan in einen Nürnberger Kuppeleiprozeß verwickelt gewesen sei, beteiligt hat, daß er aber hierzu nur durch vmr dritter Seite ihm gewordenen Mitteilungen veranlaßt worden ist. 2) Eberhardt erklärt, daß das von ihm weitergetragene Gerücht durch ein bedauerliches Hörversehen dadurch veranlaßt wurde, daß er in dem erwähnten Kuppeleiprozeß den englischen Namen einer darin verwickelten Barfußtänzerin irrtümlich als den der Miß Duncan verstanden hat. 3). Beide Beklagte bedauern lebhaft, an der Verbreitung jenes' unwahren Gerüchtes' sich beteiligt und hierdurch Miß Isadora Tuncan grundlos beleidigt zu haben. 4) Sie gestatten gleichzeitig, daß diese ihre Erklärung je einmal auf ihre Kosten veröffentlicht wird, desgleichen tragen sie gemeinsam alle der Miß Tuncan erwachsenen Anwalts- und Gerichtskosten. Darauf zog Rechtsanwalt Friedmann b*r tr*.* br*r M'ß zurück.
Wladiwostok, 29. Sept. Nach einem in den letztessk Tagen aus Port Arthur ein getroffenen Bericht sind zwei japanischse Torpedoboote und ein japa,- nischer Dampfer auf Minen aufgelaufen unH' gesunken. Ferner wurde ein Kreuzer schwer b'eis' ch ä d i g t. Zwei russischen Schiffen gelang es nach heftigem Kampfe, sich zweier japanischer Torpedoboote zu bemächckigen, welche bamit beschäftigt waren, am Eingänge deZ Hafens Minen zu legen. Die Torpedoboote' unternehmen täglich Ausfahrten aus' Port Arthur. In. Dalny und Talienwmn sind die Spitäler mit Verwundeten! angefüllt.
Paris, 29. Sept. Nach einer Meldung aus Petersburg' bestätigt ente Depesche Alexejews an den Zaren, daß die a u A Frankreich bezogenen schweren Geschütze in Port' Arthur unbrauchbar geworden sind. Die Besatzung, die besonders bei den Ausiällen am 24. und 25. September hart mttgenommen wurde, besteht nock» aus 12000 Mann kampffähigen Truppen. Tas Fort P ist im Besitz ttaner. Dagegen gilt das auf einem steilen Mhang errichtete wett tottbttirrc Kreuzfort aßr uneinnehmbar. — Otoferat Ku ro ki läßt wider Kuropatkins Ca'wart.en die zerstörte Daitseb'v- Brücke bei Liaujang nicht wieder lstrswllen, obschotr sie für den lapamscheu^ gruppen trän spott wichtig ist. Man sckftü'ßt daraus, daß Kuroki immer noch einen Offensivmarsch KurorAttkins gegeir Lrauiang erwartet, den brückenlosm Fluß als natürlichen Schutz, betrachtet und in Liaujang für alle Fälle eine sehr starke Garmson zurücklleß.
Ver*,nischte»4
* Eisenbahnunfälle,. In der Station Hochstadt- Ma rktzeu la (Bayern) stießen nachts ein Personenzug und ein Rangierzug zusanmien. Drei Wagen ivurden total zertrümmert. Sieben Reisende wurden leicht verletzt und ein Wagenwärter getütet. — Amtlich wird gemeldet: Der um 9 Uhr 30 Min. von Köln nach Frankfurt a. M. abgehende Schnellzug Nr. 108 ist zwischen Oberwinter
Giestetter lnndwirffchaftticher Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung in Heffen für Freitag, den 30. September: Zeitweise aufheitemd, nur noch stellenweise geringe Regenfälle, Temperattrr wenig verändert.
Näheres durch die Gießener Wetterkarte.
Kirchliche Nachrichten,
israelitische Rcligionsgemeinde.
Hotlesdienst in der Synagoge (Südankage).
Samstag den 1. und Sonntag den 2. O k t 0 b e r 1904.


