Ausgabe 
29.8.1904 Erstes Blatt
 
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Nr. 202 Erstes Blatt. 154. Jahrgang

Montag 29. August 1904

rlttitti tLgttch

außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gubener Familien» Hättet viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brühl'schen Nnwech-Buch-u. Stein- druckerei. 8t Bange

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Aie heutige Wummer umfaßt 8 Seite«.

rthtr, nachts

hm sp rumttbHnt befinden sich Offtziere, Die durch.Wb, etoHnwnen fnw-it l'lnwsnerk'.'gesn verwundet waren. Nach einem hartnacttgen -rnmhf! ins du Dotbcrficn SteNung-eu gingen unsere Truppen uif bic ^auptsielluug zurück, die durch Artillerie verftärkt war. TaS Nogiment Tadow behauptete auf dem linken Flügel bei

steigen.

Petersburg. 28. Aug. General Sacharow meldet dem Generalstabe vom 2 7. August: Auf der Südftont zogen unsere "orhutabteilungen am 26. August sich langsam zurück zu der siefestigten Stellung Anscbontschan. Auf der ganzen Front sanden Scharmützel statt. Die japanische Artillerie beschoß an verschre- den.u Punkten unsere Stellungen. Unsere Geschütze feuerten auf die feindlichen Kolonnen und auf die von ihnen aufgeführten Be­festigungsarbeiten. Das erfolgreiche Feuer unserer ^illerie nötigte die Japaner, ein ausgedehntes Biwak bei Famain, 10 Werst südlich von Anschantschcm, aufzugeben und dasselbe nach dem Dorfe Uaisiasai, zwei Werst südöstlich von Famain, zu verlegen. Gegen 6 Uhr abends wurde das Feuer überall schwächer. Der Kampf war am heftigsten auf dem linken Flügel unserer Südfront. Der G e s a m t v e r l u st d e r T r u p p e n aufderSüdfrontve- t r u g g e g e n 2 0 0 M a n n. Zur Nacht zogen sich alle^ Avant­garden auf die Hauptstellung zurück. Gegen unsere südsront rückte b'r Feind in einer Stärke von etwa fünf Divisionen vor.

n südöstlicher Richtung wehrten unsere Truppen alle Angriffe der Japaner ab. Die Truppen deS rechten /lügels gingen gegen abend selbst zum Angriff über und warfen die Japaner nach Tunfinpu und Taftntun, 6 und 7 Werst südwestlich von Liandiansan, zurück. Der Gesamt- Verlust unserer Truppen auf der Südostfront be­trug ungefähr 400 Mann. Unsere Abteilung tm Osten hatte gestern einen hartnäckigen Kampf mit bedeutenden semd- licheu ssträften zu Weben. Aus dem rechten Flügel schlug - n n f e t e Infanterie aus den vordersten Stellungen bei Zegu, 11 Werst nordöstlich von Liandiansan, ohne von der WrtiHerie UnterstÜI'! zu werden, tapfer und standhaft die Angriffe zu­rück die der Feind, der auf allen Punkten an Zahl sehr stark unternahm. ES kam zum Banmettkampf. unter beten befinden sich Offiziere, die durch .Hieb, Stoßwaffen

Amtliche Nachrichten über Viehseuchen.

In einem Gehöfte zu Alsfeld ist die Schweinepest amtlich festgestellt worden. Sperre über dieses Gehöfte ist verhängt.

Der Krieg zwischen Japan und Jnßkand.

Der Vormarsch der Japaner gegen die Mandschurei-Annee.

Petersburg, 27. Aug. General Kuropatkin meldet dem Kaiser unterm 26. ds.: Am 25. 'August rückten die Japaner nur gegen die Truppen der früheren Ostabteilung vor. Die Streikkräfte der Japaner betrugen dort zwei Divisionen Infanterie mit Kahlreicher Artillerie. Die beiden Gegner verbrachten die Nacht auf Kampfstell­ungen, die drei bis fünf Werst von einanber entfernt waren. Unsere gestern erlittenen Verluste betragen etwa 100 Mann an Toten und Verwundeten. Die Nacht verlief, abgesehen von kleinen Scharmützeln, ruhig. Heute be­gannen die Japaner ntit Tagesanbruch auf der ganzen Front vorzurücken.

Petersburg, 27. Aug. General Ssacharo w mel­det dem GeneralsÜib untepm 26. August: Am 26. August rückte der Feind auf der ganzen Front der Mandschurei-Armee vor. Die Japaner besetzten am frühen Morgen auf ihrem linken Flügel Gentschjuanesv, westlich von der Eisenbahn, 15 Werst nördlich von Häi- tschöng, sowie Toluntschiai und Ganzuanpu, nachdem sie unsere Vorposten von dort verdrängt hatten. Gegen Mittag stellte der Feind auf dieser Linie den Vormarsch ein. Gegen die Abteilungen unserer Vorhut, die sich vor dem linken Flügel in Stellung bei Anschantschun besandem ver­einigte der Feind vor Tagesanbruch etwa I1/2 Divisionen und Artillerie. Vor dieser Streitmacht zogen sich unsere Vorhutabteilungen auf die Hauptstellung zurück. Der Vor­marsch des Gegnerjs war hier nicht besonders energisch Unsere Verluste bei der Südfront betragen etwa 1 5 0 M a n n. In südöstlicher Richtung begann um ö1/» Uhr früh die Kanonade, und gegen 6 Uhr begann auf der ganzen Südostfront das Gewehrfeuer. Die japanische Infanterie rückte gegen den rechten Flügel unserer Stellung vor. Hier­bei wurden gegen 7 Uhr zwei japanische Bataillone zurück­geworfen. Um 11 Uhr vormittags wurden 24 japanische Geschütze bei Dunsinpu, acht Werst südwestlich von Lian­diansan, durch das Feuer unserer Batterien zum Schweigen gebracht. Ein schwerer Kampf fand auf dem.russi­schen Ostflügel statt, wo die Russen nach einem Verlust von 1000 Mann auf die Haupt st ellung zurück ging en. Der Gesamtverlust der Russen beträgt 1450 Mann. Die Bedienungsmannschaft und die Reiter liefen auseinander. Die Versuche der Japaner, die Geschütze unter unserem Feuer wegzuschaffen, waren vergeblich. Um 1 Uhr mittags beschleunigte der Aeind den Vormarsch gegen Kofinzi, 6 Werst westlich von Liandiansan und man bemerkte bedeutende feindliche Streitkräfte in der Umgebung von Laodinton, 14 Werst südwestlich von Landiansan. Alle Angriffe der Japaner wurden zurückgeschlagen. Un­sere Truppen gingen zum Angriff über und drängten die Japaner nach dem Dale von Najgou zurück. Unsere Verluste betragen etwa 300 Mann. In öst­licher Richtung begannen die Japaner mit Tagesanbruch auf der ganzen Front vorzurücken. Auf unserem rechten Flügel zogen sich unsere Truppen von den vordersten Stell­ungen, auf denen wegen des Geländes die Aktion der Ar­tillerie behindert wurde, auf die Hauptstellung zurück. Der Kampf im Osten war schwer. Es kam zu Bajonettkämpfen. Unsere Verluste betragen gegen 10 00 Mann, eitere Berichte über den Verlauf und die Einzelheiten der Schlacht sind noch nicht eingegangen. Seit Mittag regnet es in Liaujang und der Umgebung recht stark. Die Flüsse

Pegu, 9 Werft nördlich von Zegu, die vorderste Stellung von 1 Uhr früh biS 4 Uhr nachmittags und schlug alle An­griffe des Gegners mit dem Bajo nett zurück. Es wurden vier Gegenangriffe unternommen. Der Regimentskomman­deur ttnitbe verwundet. Die Umgehung deS linken Flügels der Stellung bei Pegu und das Längsseuer der japanischen Batterien nötigten das Regiment Tambow aber zum Rückzüge, der in voller Ordnung vor sich ging. Hierbei wurden sechs unbrauchbar gewordene Geschütze zurückgelassen. DieJapanergingenmitwahremFanatismuszum Angriff vor und erlitten große Verluste. Unsere Truppen erbeuteten eine bedeutende Anzahl von Gewehren und Ausrüftungsgegenständen. Die Verluste auf Dieser Front sind noch nicht genau festgestellt. Sie übersteigen aber 15 00 an Toten und Verwundeten. Trotz deS langen hartnäckigen Kampfes waren alle Truppen in guter Stimmung und führten die notwendigen Marschbewegungen im Dunkel der Nacht bei heftigem Regen, der den Boden sehr er­weichte, in voller Ordnung unter Musik aus. Am 27. August unternahm der Gegner auf der ganzen Front feinen entschiedenen Vormarsch. Gegen 2 Uhr nachmittags wurde festgeftellt, daß die Japaner auf Tämpin, 13 Werft nördlich von Liandiansan, über Ludingu vorrückten.

Liaujang, 28. Aug. Trotz des günstigen Aus­ganges des vorgestrigen Gefechtes, in dem 24 Ge­schütze unbrauchbar gemacht wurden, scheiM auf russi­scher Seite die Absicht zu bestehen' das Heer aufLiaujana rückwärts zu konzentrieren. Die rückwärtige Verbindung des Heeres mit Charbin ist völlig frei und ungefährdet. Angeblich traf vor vier Tagen eine Nachricht von General Stössel ein, daß Port Arthur sich noch sechs Wochen halten könne. Vorgestern traf der amerikanische.Marineagent aus Port Arthur hier ein, .der die Widerstandskraft der Festung sogar noch auf drei Monate bemessen soll. Hier herrscht noch tiefe Ruhe. Infolge der jetzt eingetretenen Hitze trocknen die Wege rasch ab.

Port Arthur.

London, 28. Aua. Aus Tientsin meldet eine von gestern datierte Depesche desEvening Standard" aus privater Quelle, die Japaner wären am Donnerstag ftüh bei den I tz e s h a n - Forts ht den eigentlichen Festungsbezirk von Port Arthur eingedrungen und hatten den Peyuihan-P aradeplatz be- setzt, wobei sie schwere Verluste erlitten. Seitdem wären fortgesetzt japanische Truppen in den inneren Fest- ungsrahon eingedrungen. An hiesiger amtlicher japa­nischer Stelle liegt keinerlei Bestätigung dieser Mel­dung vor.

Liaujang, 27. Ang. Die Verluste der Japaner beim Sturm auf das Forts Jtsuschan bei Port Arthur belaufen sich auf 3 000 Mann.

Tokio, 28. Aug. Vom Belagerungskorps vor Port Arthur wird gemeldet: Die japanische Infanterie ist nach wieder­holten Angriffen in den endgiltig en Besitz des Forts Etsch an an der Nordwestecke von Port Arthur gelangt. Die Artillerie wird jetzt von dort aus das Feuer gegen die innere Fortslinie, die Sungtscban-Forts, eröffnen.

Petersburg, 27. Aug. In Bort Arthur beginnt die Munition zu mangeln. Man hofft hier, daß sie die Festung so lange halten wird, bis Kuropatkin Hilfe bringt.

Liaujang, 28. Aug. Nach hier umlaufenden Gerüchten steht wieder ein Sturm auf Port Arthur bevor, der in einer der nächsten mondhellen Nächte unternommen werden soll. Die Tschuntschusen sind so unruhig, daß einzelne Soldaten sich nicht mehr von der Truppe entfernen können. Die Chinesen weigern sich, den Russen Lebensmittel zu verkaufen und Arbeitsdienste zu leisten. Hier wurde ein japanischer Luftballon in nordöstlicher Richtung gesehen, der viellei'-bt in Inkan aufgeftiegen ist.

Die rusfische Ostseeflotte.

London, 27. Aug. In hiesigen Marinekreisen zirkulleren Gerüchte, daß die russisme Oftseeftotte sich bereits auf hoher See und zwar auf dem Wege nach dem Stillen Ozean befindet. Die Gerüchte von der Seeuntüchtigkeit sowie von an­geblich geplanten Attentaten aus die Flotte in Kron­stadt seien geschickt von der französischen Presse verbreitet worden, um die englische Wachsamkeit zu täuschen.

Die Japaner und die Ruffenschiffe.

Washington, 28. Aug. (Reuter.) Der japanische Gesandte überreichte gestern dem Staatssekretär eine Note Japans an die Mächte, ht welcher ausgesprochen wird, daß, falls Rußland nicht die in Schanghai liegenden Schiffe entwaffne, Japan sich gezwungen sehen würde, die not­wendigen Maßregeln zu ergreifen, um seine Interessen zu wahren.

Kohlen.

London, 27. Aug. DieTimes" meldet aus Car­diff: Der Bet Las Palmas gesehene deutsche Dampfer Valesia", der russische Kreuzer mit Kohlen ver­sah, hat am 10. August mit 2600 T. rauchloser Eardiff- kohlen Wales verlassen. Seit dieser Zeit kauften deutsche Kaufleute 6080 000 T. Kohlen auf, und eine Anzahl deut­scher Dampfer gingen mit Kohlen nach 'der Nordwestküste Afrikas. In Cardiff glcnrbt man, daß diese Kohlen für russische Kreuzer bestimmt sind, die auf Kriegskontrebaude Jagd machen.

Klofac ist futsch!

Wien, 28. Aug. Der tschechisch-radikale Abg. Klofac, der sich vor mehreren Wochen als Berichterstatter tschechischer Blätter auf den ostasiatischen Kriegsschauplatz begab, ist dort spurlos verschwunden. Die Peters­burger Tschechcnkolonie telegraphierte an Mexejew, er möge Recherchen nach Klofac an stellen. Die bisherigen Nach^ forschungen waren erfolglos. In Prag verlautet, Klofac sei in japanische Gefangenschaft geraten.

Alts KtnM uiiii Fand.

Gießen, den 29. August 1904.

T. Die theoretischen Prüfungen der Meister- Prüfung Standidaten beginnen, wie wir in Erfahrung gebracht haben, im Gewerbeschulgebäude, Asterweg 2f>. Die Herren Handwerksmeister, tvelche Interesse an der Dtrrch- sührung der Gewcrbeordnultg haben, tnachen wir daraus auf- merksalu, daß die Koutmission gestattet hat, den Prüfungen bcizllwohnen. Gleichzeitig tnachcn wir die Mitteilung, daß

die feierliche Ueberreichung der Meisterbriefe an diejenigen Kandidaten, welche die Prüftmg bestanden haben, am Sonn­tag, den 11. September d. Js., vormittags % 11 Uhr, int Saale des Cafö Ebel (Burggraben) erfolgt und daß hierzu Interessenten Zutritt erhalten.

** Engel-Apotheke. Die seit 1650 im Hause Kirchen­platz 12 betriebene Engel-Apotheke wird mit dem heutigen Tage (siehe Inserat) durch Herrn Apotheker Schmieder in das eigens zu diesem Zwecke erbaute Haus, Marktplatz, Ecke Schulstraße (früher Alexander Mayer) verlegt. Dieser Neubau ist einer der stattlichsten in unserer ganzen Altstadt. Das Wahrzeichen des Hauses, ein goldener Engel, der das Dach krönt, hat mit ausgestrecktem Arm etwa die ansehnliche Größe der Figur beS Kriegerdenkmals auf dem Marktplatze.

** Fahrraddiebstahl. Vor einigen Tagen wurde in der Mittagszeit aus einem Hausgarteu tm Astermeg em Wander-Fahrrad, Modell 15, mit Fabriknummer 70 760 ge­stohlen. Das Rad ist neu und hat Freilauf, Radlaufglocke, schwarzen Rahmenbau, schwarze Felgen und gerade Lenk­stange. Für die Ermittlung der Täter bezw. Herbeischafftmg des Rades hat der Eigentümer eine Belohnung von 3 0 Mk. ausgesetzt. Mitteilungen hierzu möge man an daß Polizeiamt richten.

(:) Wies eck, 29. Aug. Bei der am Samstag statt, gehabten Erganzungs -Gerneinderatsm ahl wurde das seitherige Mitglied Karl Kimmel wieder gewählt, neu ge­wählt wurden Karl Doch und Friedr. Deibel. Die Beteiligung an der Wahl war recht schwach. Nu. $89 Wahlberechtigte, d. h. 40 Proz., waren zur Wahl erschienen.

** Klein-Linden, 29. Aug. Am nächsten Donners­tag wird der Bevölkerung unserer Gemeinde in dem Saale zur Deutschen Eiche ein eigenartiger Kunstgenuß durch die Vorführung von Luthers Leben, Kämpfen unb Wicken in Poesie unb Prosa, illustriert burch 30 Lichtbilber nach Lukas Cranach in 6 1/4 Quadratmeter Größe geboten werden. Der Redner, Rezitator Hemp aus Wiesbaden, ist in evangelischen Kreisen ein gern gehörter Gast.

Gamb ach, 28. Aug. Der Landwirt und Frucht- Händler Gilbert Kretzmüller unb seine Ehefrau Elise geb. Mohr feierten heute in voller Rüstigkeit im Kreise von Kindern, Enkeln und Anvenvandten die goldene Hochzeit.

Bad-Nauheim, 28.Aug. Unterhaltungen. Diens­tag nachmittag unb abends auf der Terrasse Konzert der Kur­kapelle. Abends Theatervorstellung:£emmt/ Mittwoch nach­mittag und abends nuf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends Holländisches National-Konzert anläßlich des Geburtstages der Königin der Niederlande. Bei gutem Wetter Lampionsbeleuchtung der Terrasse. Donnerstag nachmittags unb abends aui bet Terrasse Konzert der Kapelle des o. Jnf.-RegtS. Nr. 168 aus Offenbach. Abends tm Saale Tanz. Freitag nachmittag und abends auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends Theater­vorstellung :Pension Schöller." Samstag nachrn. unb abenbS auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends im Saale Projektions-Vorstellung unb Vortrag von Emil GobberS auS Düsseldorf:Die Weltausstellung in St. Louis 1904/ Sonntag Konzert der Kurkapelle mit Einlagen des Großb. Heff. Hoftnustkers und Cornet-^-Piston-Virttlosen L. Kümmel aus Darmstadt. LlbendS im Saales Theatervorstellung:Charleys Tante/ DienStag den 6. Sept. Konzert der Kurkapelle Königstein. Abends tm Saale Symphonie-Konzert der Kurkapelle.

Friedberg, 28. Aug. Der nationalliberale Abg. Graf Wladimir Oriola auf Schloß Büdesheim vollendete gestern das 50. Lebensjahr. Er vertritt den Kreis Friedberg-Büdingen im Reichstage seit 11 Jahren.

R.-B. Darmstadt, 29. Aug. (Eigener Drahtbericht.) Se. Kgl. tzoh. der Großherzog traf heute in einem neuen prachtvollen Opel-Automobil hier ein und weilte längere Zeit im Neuen Palais. Es steht fest, daß er an der am 1. Sep­tember in Berlin stattfinbenden Seban-Parabe teilnchmen wirb. Von Berlin begibt er sich nach Hammelmark zum Prinzen Heinrich, und von bort aus wird er sich nach seinem oberhessischen Jagbschloß Rornrob begeben.

sd. Darmstabt, 28. Aug. Viel besprochen wird zur Zeit in hiesigen musiklicbenden Kreisen eine Geschichte, die mit der Nied er leg ung seiner sämtlichen Diri­gentenämter seitens eines hiesigen Gesanglehrerd, der fünf Gesang- unb Orchestervereine birigierte, in bic breitere Oeffentlichkeit gelangte. Als bte Ursache bieser Amtsmüdigkeit bezeichnet man die Beziehungen eines Vorstandsmitgliedes be§ einen Vereins zu ber Frau beß Dirigenten unb beren Zu- fianb. Ferner hat bieTatsache, baß bic hiesigen Krieger­vereine zum ersten Male seit 33 Jahren bei ber FriebhofS- feier zum Anbenken ber Gefallenen am Tage von Gcavelotte keine Musik zur Verfügung hatten, Staub aufgewirbelt. Die Vereine beschwerten sich bei bent Regimentskommando beß Jus.-Rgts. Nr. 115 über baß Verhalten deS Kapellmeisters, der eine Verwarnung erhielt, weil er sich nicht genau über feine Stellvertretung vergewissert hatte. Mit den Ursachen über daß Nichterscheinen ber zur Stellvertretung erbetenen Artilleriemusik beschäftigt sich zurzeit baß Divisionßgecicht.

ko. Mainz, 28. Aug. (Drahtbericht.) In der Sache ber Dame Frcttwurst sind neitevbühiß weitere Unter­schlagungen in Höhe von 10 000 M k. feftgdtent worben.

[] Marburg, 28. Aug. Auf dem ^üdbavtthof fuhr gestern mittag der Schnellzug Frankfurtvi eine Schafherde. Acht Sctmse wurdeit g c t 0 1 e 1. ,tl al^tr akademischen Ebren wurde gestern naclmnttag "in d Hur die sterblicke Hiilll i > <-hh ^rof. Dr. Jul'.Bcrg- ma n n ah h 1 c1 $ gcbiadit in oie ciubcjucn

- Md, waren nur bxr Chargierten fast sämllnu VeU'ütdungc^ rrnd Korporatumcu