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29.3.1904 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

Dienstag 29. März 1904

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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

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Ausland.

London, 28. März. Nach einer Reuter-Meldung aus Peshawar ist der Bruder des Emirs von Afghanistan, Nasrallah Chan, bei einem Streit von seinem Halb­bruder Mohammed Umarchan durch einen Pistolenschuß ziemlich schwer verwundet worden. Der Emir befindet sich wohlauf in Baghbala.

London, 28. März. Unterhaus. Der Staats­sekretär für Indien, Brodrick, berichtet, daß die tibetanische Expedition im Begriffe sei, nach Kakutso, 200 Meilen von Lhaffa, vorzurücken. Oberst PounghuSband werde erst dann mit Waffengewalt vorgehen, wenn er auf dem Vormarsch- Widerstand finde oder die Verbindungen bedroht würden.

Rom, 28. März. In einem ersichtlich inspirierten Leit- artikel zieht der ,Popolo Romano* einen Vergleich zwischen dem Kaiserbesuch in Neapel und der Romreise deS Präsidenten Loubet und führt auS, wie beide Ereig- niffe sich keineswegs widersprechen, vielmehr durchaus er­gänzen. Bedeute die Monarchenbegegnung in Neapel eine neue Bürgschaft des Weltfriedens, so bedeute die Rom­reise Loubets eine neue Besiegelung der herzlichen Freund­schaft zwischen Italien und Frankreich.

Der König fuhr heute mittels Automobil in Be­gleitung deS Marineministers und mehrerer Generäle auf den Schießplatz von Nettuno. Dort sollen Schieß­übungen abgehalten werden, denen wahrscheinlich auch Kaiser Wilhelm beiwohnen wird. Wie verlautet, wird der Kaiser mft der Königin-Mutter morgen in Gaeta zusammentreffen.

Ne wyork, 28. März. Der Justiz-Ausschuß des Senats beschloß eine Gesetzes-Vorlage, welche fürAttentate gegen den Präsidenten, gegen höchste Bundesbeamte und fremde Diplomaten die Todes strafe festsetzt.

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Jicof Tr Eickhofs, Mitglied des Reichstags, sprach sic sy 'b'ier die Aussichten, den Reformschulen tueGleich, icizung mit den übrigen Äieser Frage ständen . .

^Mich gegenüber; dre Justiz Minister aber zeien

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wird gemeldet, daß der Kaiser auch Malta, Catania, Messina, Brindisi und Bari besuchen und dann nach Abbazia reisen werde, wo ein zweitägiger Aufenthalt vorgesehen ist und wo er mit Kaiser Franz Josef Zusammen­treffen werde.

Tie Prinzen Eitel Friedrich, August Wil­helm und Oskar sind inkognito nach Neapel abge­reist, um die Osterfeiertage an Bord der Hohenzollern zu verleben.

Ter Kaiser richtete aus Neapel nach Lübeck folgendes Telegramm an den Bürgermeister Klug:

Ich habe mit besonderer Genugtuung aus Ihrem Telegramm ersehen, daß der Stapellauf des neuen Kreuzers, der den Namen der alten Hansastadt trägt, glücklich von statten gegangen ist. Ich habe die feste Zuversicht, daß dieLübeck" getreu den glänzenden Ueberlieferungen, die sich in der Geschichte der See­fahrt an den Namen Lübeck knüpfen, ihrem Namen allzeit Ehre macht.

Unter den jetzt nach Deutsch-Südwest- Afrika mit den Verstärkungstransporten austeisenden Aerzten befindet sich eine größere Anzahl C hi r u r a e n. Geheimrat Prof. Tr. von Bergmann hat die Heraussenoung eines seiner besten Assistenten, des Stabsarztes Tr. Frank von der Kaiser Wilhelm-Akademie, veranlaßt, welcher mit dem Transport vom 7. April die Ausreise m das Schutz­gebiet antreten wird.

In Bromberg hat sich ein Komitee gebildet zur Vorbereitung der Gründung eines deutschenNatio- nalschatzes für die Ost mar len behufs Förderung des TeutschtumZ.

TieNordd. Allg. Ztg" schreibt: Die deutschen delegierten für die deut sch-belgischen Handels- vertrags-Berhandlungen sind nach Brüssel ab­gereist.

TerReicksanz." veröffentlicht das Gesetz Setr. den Schutz von Erfindungen, Mustern und Warenzeichen auf Ausstellungen vvm 18. Mürz 1904 solvie cme Bekannt­machung des Reichskanzlers vom 23. März, nach welcher der durch obiges Gesetz vorgesehene Schutz auf die Welt­ausstellung v o n S t. L o u i s im Jahre 1904 Anwend­ung findet.

TieNordd." wendet sich in einem längeren Ar­tikel gegen mehrere Bemängelungen des dem preußischen Landtage vorliegenden Ausführungsgesetzes zum Reichs-

Aus Stadt und Kanö.

Gießen, 29. März 1904.

** Bon der Universität. Wie wir hören, hgt Professor Dr. Max L. Strack in Bonn einen Ruf als außerordentlicher Professor für Geschichte an die Landesuniversität erhalten. Er wird dem Stufe Folge leisten.

** 3um Gesangswettstreit des Maschinenbauer- GesangveremS hat, wie wir hören, Se. Königs. Hoheit der Großherzog einen Ehrenpreis gestiftet.

** Feiertagsdiät. Tas Osterfest naht und mit ihm eine Steifje von Rrcsten für Groß und Klein. Fest- b-rateu, föidgtnt und Ostereier in allen Grösten aus Marzi­pan, Schokolade und sonstigen Süßigkeiten verstrrteu gar zu leicht zu wiederholtem Naschen und Probieren, bis schließlich die bösen Folgen in Gestalt einer Magen-und

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28. März. Ter Kaiser hielt gestern in Bord derHohenzollern" Gottesdienst ab.

der Kaiser die Vorträge des Chefs des Generalleutnants von Hülsen-Häseler und des Gesandten von Tschirscbky und Bögenoorff und verblieb tagsüber an Bord derHohenzollern". Zur Mittags- und Abendtasel waren geladen Botschafter Graf von Monts, Generalkonsul von Rekowski und Marineattachee Fregatten­kapitän Koch. Zur Begleitung des Kaisers auf seiner wei­teren Reise schiffte sich aus derHohenzollern" bis auf weiteres Professor Kehr ein. Ter Kaiser begab sich heute vormittag an Bord des italienischen Flaggschiffes des Vizeadmirals MorinSieilia" und hierauf auf den Panzer­kreuzerVarese" und aus das PanzerschiffCmanuele". Er besichtigte diese drei Schiffe und bedachte deren Kom­mandeure und die ersten Offiziere mit Ordensauszeich­nungen. Ter Kaiser ging heute nachmittag an Land und begab sich zu Wägen über den Höyenzug von Posilippo nach der Villa des deutschen Generalkonsuls v. Rekowski auf Vomero, wo er den Tee nahm. Tie Fahrt war vom besten Wetter begünstigt. Vielfach wurden dem Kaiser Blu­men gereicht. Gegen Albend kehrte der Kaiser durch die Stadt nach dem Hafen und an Bord zurück.

TieNordd. Allg. Ztg." schreibt zu den Neapeler D o a st e n: Auch in Deutschland begrüßen die weiten Kreise, die Italien hochschähcn und im Dreibund ein Bollwerk des Friedens erblicken, die zwischen dem König Viktor

Gmanuel und dem Kaiser ausgetauschten Kundgebungen engster Freundschaft und Bundestreue in wärmsten Sym- pathieen. Ter von der italienischen Tepntiertenkammer einmütig gefaßte Beschluß, die herzlich gehaltenen Aus­lassungen hervorragender italienischer Blätter und die be­geisterte Begrüßung des Kaisers durch die Bevölkerung klingen zu einem harmonischen Akkord zusammen, der diesseits der Alpen lauten Widerhall weckt.

UeVer den weiteren Verlauf der Kaiserreise

ckx^nd so schön bestellt, als in Preußen; was vondraußen" chrüngetragen werde, wirke weniger fördernd als ver- totncenb. Das Verdienst, einer anderen Auffassung den Weg iel>c fjnt zu haben, gebührt wohl KaiserWilhelm. Der Monarch, selbst ein häufiger Besucher des Auslandes, er- bn.te jederzeit die besseren Fortschritte und VorMge an, die ihm in fremden Landen auffielen, und Kaiser Wil­helm hat auch die Notwendigkeit betont, daß gerade die N i ner aus den höheren Verwaltungskreisen auf Grund vrc bischer Anschau masunterrichte mit den einschlägigen

.ältnissen im Auslande sich vertraut machen. An der kckenntnis dieser Notwendigkeit ließ sich der Monarchs aber nich: genügen; er trug Sorge, daß bei den von den deutschen fr-» reedereien veranstalteten überseeischen Exkursions- ichr'en je sechs Schiffskarten dem Hofmarschallamt reser- dter bleiben, die dann an Herren vom diplomatischen und M arischen Dienst oder an hervorragende Verwaltungs- hr.üte zur Verteilung gelangen. Vor der Abreise pflegt der aiser die also Ausgezeichneten zu empfangen, um ihnen nod) seinen Rat, zuweilen aucb direkte Weisung für das zu grben, worauf er das Augenmerk gerichtet wünscht. Ebenso last er sich nach der Rückkehr über die gewonnenen Eiw- briide Bericht erstatten. Ob der ersteAmerikafahrer" unter In preußischen Ministern, der Chef der Finanzverwaltung, Für v. Rheinboben, auf ein solches Kaiserbillet ge- rdfr ist, kann mit Bestimmtheit nicht gesagt werden. Fest Ht jedenfalls, daß seine vorjährige Studienfahrt, auf der A 'seine Gemahlttr begleitete, privaten Charakter trug, unt daß von allen preußischen Verwaltungsressorts wohl itive das der Finanz die wenigsten Handhaben bietet, :o eine Reform nach amerikanischem Müster etwa einsetzen lliiiue. Ander- ließt die Sache bei der Handels- und Ge- ibcverwaltuna, deren Chef, Möller, im Sommer in

1 .Mtung mehrerer Vortragender Räte die Bereinigten !?.oa>en besuchen wird, vor allem natürlich St. Louis und 1h Weltausstellung. Im Verwaltungsbereich Möllers spielt i£tn das praktische, das technische Element, eine bedeutende Ä, und zu dessen Durchbildung und Kräftigung kann (Ainu beitragen, wenn etwas von dem freien amerikanischen OCxift in die Verwaltung einzieht. Bei Excellenz Möller toi ei' am Ende weniger not; er ist aus dem praktischen Lckr hervorgegangen und hat nicht zuletzt durch mehr- W-rixen Aufenthalt in England sich sozusagen immunisiert bureaukratische Verzopftheit. Man erzählt sich aber, utper Minister mit seinen Geheimräten nicht immer einer ; Wir.ang sei. Vielleicht hat dieser Umstand Herrn Möller 1 Eriimmt, aus der geplanten Amerikafahrt von einigen s.'mr Räte sich begleiten zu lassen. Er will wohl die Herren . ttML>l in Berührung bringen mit dem praktischen Leben, : irob ^ivar da, wo dessen Pulsschlag am lästigsten schlägt. < Df bei Entschluß des preußischen Handelsministers zur Lwikafahrt gefaßt ist im Einverständnis mit dem Mvn- t ntimi, ergibt sich aus dem eingangs Gesagten. Und hieraus ( j;. : livieder hervor, wie verfehlt es wäre, die Reise mit j Mrchen Momenten zu verquicken, was man durch Hin- i auf einen deutsch-amerikanischen Handelsvertrag be- i ati? versucht hat. Die Informationsreise des Ministers' ÜRIloc wird allerdings im Gegensatz zu der des Frhrn. i )..?»einbaben amtlichen Charakter tragen, aber nur, soweit e iS ich um Nutzanwendung im Rahmen des Ressorts ii yr!e-t. Das dürfte nirgends die Kritik herausfordern, viel- titjüt zu dem Wünsch Veranlassung geben, die Herren vom p w, scheu Handelsministerium möchten nicht die letzten '.13k citungsbeamten sein, die derart ihren Gesichtskreis K ra-t ?rti und das praktische Leben unmittelbar aus sich e iirtt'ken lassen.

Fragen der Schulreform.

£urt Sonntag fand in Berlin die Hauptversammlung d A'reins für Schulreform statt. Aus dem Material, -V die Versarnmlung beschäftigte, verdienen einzelne Wte hervorgehoben zu werden, da sie zeigen, wie weit d- ;at im dem "Verein anaestrebte Schulreform an Boden a< -irrten hat. So wurde z. B. über die Beteiligung o: r''ealgymnasiasten usw. an den ihnen ftüher ü( r fioffenen Studienfächern das folgende mitgeteilt:

in der juristischen Fakultät waren bereits 195 ^Xlmmnasiasten und 40 Oberrealschüler immatrikuliert, ft bet medizinischen 108 Realgymnasiasten; klas- iiickle Vbilologie und Deutsch studierten 50 Real- aeiimtasiasten und 15 Oberrealschüler. Von den Nach- Msumaen bei den Provinzialkollegien wurde wenig Ge- Diu h gemacht: So haben nur 1 Oberrealschüler, der Do.shaie studieren wollte, und 4 Realgymnasiasten die otzumsialreife erlangt. Die Zahl der Reformgym- r -en bat sich in den letzen sechs Jahren von 71 sriiO? gehoben, also um 50 Prozent. Die Gleichberech-- tn-n-n ist infofem weiter gefördert, als Württemberg i- '»ealaymnasiasken dc^ i«ftW Studium cinge- Mt hat, und Anhalt, Waldeck, Lchwa^burg-Sonders- (tc-iem Lippe den Abiturienten aller höheren Lehr-An- llküert den Zutritt zur ersten jurtsttschen Prüfung fret-

Volitiscke Tagesschau.

Minister als Amerikafahrer.

Man schreibt uns aus Berlin, 28. März:

Es entspricht eigentlich nicht den preußischen Tradi- ttwen, daß preußische Minister über das große Wasser ziehen, um in den Vereinigten Staaten ihr Wissen zu

seuckengesetze durch die Presse, und betont schließlich, daß bie Üeberzeugung von der Notwendigkeit des neuen Seuchengesetzes für Preußen immer weitere Kreise ergreife, und daß über die Beoürfnisfrage wie auch über die Zweckdienlichkeit und Angemessenheit der vorgeschlagenen sanitätspolizeilichen Bckämpfungsmaßnahmen auch bei den Beratungen in der Kommission der Abgeordneten keine Meinungsverschiedenheit hervorttat. Differenzen beständen nur in der Kostenfraae. Aber auch diese wurden durch das Entgegenkommen Der Regierung erhehlich ab geschwächt, und bei allen, die es mit der Gesundheit des Volkes wohl­meinen, besteht der Wunsch und die begründete Hoffnung, daß es im weiteren Verlaufe der Verhandlungen gelingen möge, auch über die wenigen zur Zeit noch bestehenden Meinungsverschiedenheiten eine Verständigung zu erzielen.

Braunschweig, 28. März. Gegenüber der Beruf­ung derBraunschw. Landesztg." auf den kommandierenden General v. Stünzner als Gewährsmann für ihre be­kannten Mitteilungen erklärte der Genannte dem Vertreter derBraunschw. Reuest. Nachr.", daß er es ablehnen müsse, sich über die fragliche Angelegenheit irgendwie pro oder contta zu äußern, zumal es sich um eine Mitteilung über ein Privatgespräch mit dem Kaiser handeln würde, die immer nur durcki grobe Indiskretion in die Presse gelangen könnte. Absolut unwahr sei die Be­hauptung der Landesztg., daß der Kaiser seine Zusttmmung zur Verbreitung seiner angeblichen Aeußerungen gegeben, sowie daß er, der General von Stünzner, selbst die Er­laubnis erteilt habe, sich auf ihn als Gewährsmann zu berufen.

Magdeburg, 26. März. Hier droht ein neuer Aerztekonflikt auszubrechen. Tie Aerzte verlangen im Verttage die Aufnahme eines Passus, welcher befugt der Vorstand der Kasse habe seine Beamten anzuweifen, daß dieselben den Aerzten dienstlicb und außerdienstlich gegen­über ein angemessenes Verhalten zu beobachten haben, hiergegen sttäubt sich die Kassenverwaltung, worauf die Verhandlungen abgebrochen wurden. Ein Einschreiten der Behörde dürfte erforderlich werden.

Wiesbaden, 28. März. Ter Kaiser soll Ende April zu mehrtägigem Desucy hier eintreffen und alsdann auch der Eröffnung der direkten Bahnlinie Mainz-Wiesbaden und der Eröffnung der neuen Brücke über den Rhein beiwohnen.

Karlsruhe, 28. März. Es heißt, das Befinden des Großherzogs sei besorgniserregend.

München, 28. März. Subdirektor Kettner, von 18981903 nationalliberaler Reichstagsabgeordneter für den 10. württembergischen Wahlkreis, ist im Alter von 71 Jahren hier gestorben.

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vezngSpret»: monatlich 75 PI., viertel­jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Ps.; durch diePost Mk.2.viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen jür bie Tagesnummer bis vormittag- 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal 12Pto auSwärtS 20 Pfg.

Verantwortlich füt den poltt und allgem, Teil: P. Witt ko: für »Stadt und ßanb* und .Gerichtssaal": August Goetz; für den Am zeigenteil: HanS Beck

aus rein takttschen Gründen Gegner: wegen der UeBerfülle der Juristen. Es seien in Preußen von 19001903 gestiegen: die Zahl der Gymnasien von 287 auf 299 (mehr 12), die der Progymnasien von 57 auf 59 (mehr 2), die der Realgvmnasien von 78 auf 82 (mehr 4); zurückgegangen sind die Realgymnasien von 28 auf 26 (weniger 2); vermehrt haben sich die Oberrealschnlen von 31 auf 42 (mehr 11), die Realschulen von 140 auf 152 (mehr 12). Im ganzen sind die höheren Lehranstalten von 640 auf 679 an gewachsen, und die Gesamtzahl der Schüler stieg von 153 685 auf 174 603. Tavon entfielen: auf die humanistischen Anstalten 1900: 58 Prozent, 1903 : 56 Prozent, also weniger 2 Prozent; auf die Latein treibenden Realanstalten 15 Prozent in beiden Vergleichsjahren- auf die lateinlosen Real-An­stalten 1900 : 27 Prozent, 1903 : 29 Prozent, also mehr 2 Prozent.

Tie Versammlung beschloß schließlich in einer Reso­lutton, den Reichskanzler zu ersuchen, er möge seinen Ein­fluß dahin geltend machen, daß unter entsprechender Ab­änderung des § 6 der Prüfungsordnung für Aerzte vom 28. Mai 1901 auch die Abiturienten derdeutschenOber- realschulen zu den ärztlichen Prüfungen zu- g elassen werden.

Deutsches Deich.

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