Grundstücke der amerikanischen Bergwerls-Gcsellschaft in Unsan nördlich von Söul bemächtigt.
Nach dem in Söul zwischen Japan und Korea abgeschlossenen Protektoratsvertrag garantiert Japan die Sicherheit der kaiserlichen Dynastie von Korea, sowie die Unabhängigkeit und die Integrität des koreanischen Gebietes.
filier deu 'goD des klein»n Prinzen Heinrich von Kreutzen
wird der „Köln. Ztg." aus Kiel vom 26. d. M. geschrieben:
Der Zustand des erkrankten Prinzen Heinrich verschlimmerte sich gestern sehr. Die Aerzte stellten eine erheb- liche Steigerung des Fiebers und das Nustreten schwerer allgemeiner Krämpfe feit. Heute (26. Febr.) nachmittag trat dann der Tod ein. Der junge Prinz verschied sanft nach fast dreiwöchigem Schmerzenslager. Die Kieler Bürgerschaft teilt aufs aufrichtigste die Trauer des so sehr beliebten Prinzenpaares. Der Prinz war 1900 geboren, als sein Vater in Ostasien weilte. Prinz Heinrich hatte kurz vorher, am 4. Januar 1900, den Oberbefehl über das ostasiatische Krcuzer- geschwader abgegeben und bereitete sich in Singapore auf die Heimreise vor. Dort erhielt er die Botschaft von der Geburt des dritten Sohnes. Nach der Heimkehr sand am 15. März im Schlosse die Taufe mit großer Feierlichkeit statt. Der Kaiser war dazu eingetroffen. Als Paten waren außerdem die Großherzöge von Hessen und Oldenburg, der präsidierende Bürgermeister Dr. Lehmann für die Freie und Hansestadt Hamburg, Kapitän z. S. v. Müller für das Offtzierskorps des kurz vorher heimgekehrtcn prinzlichen Flaggschiffs Deutschland erschienen. Auch der Reichskanzler Graf Bülow und der Staatssekretär v. Tirpitz wohnten der Feier bei. Der Kaiser hielt den Täufling während des Aktes und gab ihn dann an die Prinzessin Heinrich zurück. Ter Kleine wuchs und gedieh und war die Freude der Eltern. Fast täglich sah man den blühenden, pausbackigen Prinzen durch die Kieler Straßen fahren. Am 10. Februar ereilte ihn im Schlosse (beim Spiel) der Unfall, von dem er sich nicht wieder erholen sollte. Auf dem Schlosse weht jetzt die Flagge Halbstocks. Tiefe Trauer herrscht in den Räumen, die bisher das glücklichste, ungetrübteste Familienleben bargen.
W. T.-B. meldet vom 28. Februar:
Der Kaiser reist heute abend um ll1/, Uhr nach Kiel ab, um an der morgen vormittag 11 Uhr dort stattsindenden Trauerfeier für den verstorbenen jungen Prinzen Heinrich in der Rikolaikirche teilzunehmen. Im Gefolge des Kaisers befinden sich Generaladjutant v. Plessen, die Flügeladjutanten Fregattenkapitän Grumme und Hauptmann Graf Lamsdorff, Hausmarschall Frhr. v. Lyncker, Admiral Frhr. v. Senden- Bibran und Stabsarzt Dr. Riedner.
Politische Tagesschau.
Der „Bund der Handwerker- erläßt „in elfter Stunde^ einen Aufruf an die deutschen Handwerker, in dem es heißt:
In immer weiteren Schichten der Derufsgenosscn bricht fi ch die Ueberzeugung Bahn, daß das Handwerk verloren ist, wenn es nicht jetzt noch die letzte Kraft zusammenfaßt und den letzten Kamps um seine Existenz ausnimmt. Tie schrankenlose Gewerbesreiheit, die Schund- und Schwindelfabrikation, das Treiben der Warenhäuser und Rabatt-Sparvereine, große und kleine Schädlinge aller Art richten Jahr für Jahr Tausende von uns zu Grunde. Ueber ein Kleines, und das deutsche Handwerk ist gewesen. . . . .
Aerufsgenossen in Stadt und Land, schart Euch zusammen! So geeint sind wir eine Macht. So geeint können wir erreichen, was wir zunächst erreichen müssen: Nieder- ringung des Schwindels, des unlauteren Wettbewerbes in jeder Form; die grundlegende Verbesserung der Handwerkergesetze, des Submissionslvefens, die Einbeziehung der selb- tändigen Handwerker in die Alters- und Jnvaliditätsver- icherung. Tie Frage des Befähigungsnachweises muß ernst- ich geprüft und zu einem dem Handwerk günstigen Ab- chluß gebracht werden.
Darum vorwärts zum Siege! Jeder deutsche Handwerker und jeder Freund des Handwerks, Innungen und alle sonstigen Handwerkerverbäirde mögen unverzüglich ihren Deirrttt anmelden !Jn jeder Stadt, jedem Torf bilde sich eine Ortsgruppe! Ter Anfang ist gemacht! Folgt dem Beispiele der Niederschlesier, die bereits in zahlreichen Ortsgruppen über 2000 Mitglieder zufammengebracht haben.
Sendet uns Mittel für den Kriegsfonds! Zum Kriege gehört Geld, Geld und nochmals Geld! Jeder nehme fioj an unseren Gegnern ein Beispiel und steuere nach feinen Kräften bei!
Vorwärts! Schmach jedem, der in dieser entscheidenden Stunde feig und faul zurüableibt! Und wenn uns auch niemand sonst'»zur Seite steht — der alte Gott, der sein deutsches Volk noch immer in schwerem Kampfe geleitet hat, wird uns auch in diesem schwersten Kampfe helfen!
KaUunuutalljches.
Berlin, 27. Febr. Im preuß. Abgeordnetenhause erbat heute zunächst Präsident v. Kröcher die Er- laubnis, dem Kaiser aus Anlaß des Ablebens des jüngsten Sohnes des Prinzen Heinrich da- Beileid des Hauses über diesen schveren Verlust auszusprechen. Die Nachträge zu den Staatsverrragen mit den thüringischen Staaten zwecks Errichtung eines gemeinsamen Landgerichtes in Memingen und emes Lberlandgerichts werben genehmigt. Dann wird der Justizecat weiter beraten. Eine Reihe von Titeln wird bewilligt und das Ordinarinm und Extraordinarium erledigt. P»> 1-------------J.1.»1 .....
Ier Aurpluscherproz.ß zu H Istt
förderte auch weiterhin allerhand Wunderlichkeiten zu Tage. Es wurde ein von dem Angeklagten erfundenes und bei seiner „Augendiagnose- in Anivendung gebrachtes „AugenglaS" vorgezeigt Durch dieses Glas will der Angeklagte Schröter erkannt haben, an welchen Krankheiten seine Patienten litten und für welche Leiden sie außerdem veranlagt waren. Auch Unglücks fälle seiner Kranken will er durch dieses Glas vorauLgesehen und ebenso die medizinischen Gifte erkannt haben, mit denen die Palienten vordem vergeblich kuriert worden waren.
In der weiteren Vernehmung richtet der Vorsitzende an oen Angeklagten die Frage: Was halten Sie vom Ges und beten? —Angekl.: Ich erkenne ihm insofern eine heilsame Wirkung zu, als es eine Autosuggestion darilellt und der Heilglaube erfahrungsgemäß viele Erfolge aufzuweisen
hat. Ich habe eS nicht im Sinne der Gesundbeter verordnet, sondern im Sinne der ostpreußischen Prediger, nämlich, indem ich es hoffnungslosen Patienten zu ihrer geistigen Kräftigung verordne. Einen anderen Zweck kann ich dem Gesundbeten kaum zuerkennen. — Vors.: Herr Sachverständiger Scheibler, Sie halten nichts von dem Gesundbeten? — Sachverständiger: Rem. — Vors.: Sie haben sogar in Ihrer Zeitsehrist dagegen Stellung genommen, indem Sie auf dem Standpunkte stehen, daß Ihre Oscillationstherapie vollkommen genügt? — Sacho.: Jnwohl. — Vors.: Sie haben auch einmal einen Ihrer Mitarbeiter, Dr. med. Steinieke, zu einer solchen Gesundbeterin geschickt, die mit einem „zwölfjährigen" Mädchen Braun „arbeitete". Der Herr hat sich augenscheinlich über den Betrieb lustig gemacht, denn er schreibt da, daß das Mädchen für die glückliche Entbindung einer Frau und dafür gebetet habe, daß ein Kutscher, der ein Thalerstück verschluckt hatte, dies zu seiner Erleichterung in gewechseltem Zustande in Form von 30 Silbergroschen wieder von sich gebe. (Stürmische Heiterkeit.)
Hierauf stellte Dr. Lcngnick einen der drei Patienten der Tilsiter Heilanstalt vor, an denen der Angeklagte seine Fähigkeit in Bezug auf Perkussion und Auskultation darthun soll. Der Kranke muß sich bis auf die Hüften vollständig entkleiden und auf einen Stuhl setzen, worauf dem Angeklagten Perkussionshammer und Horchrohr gereicht werden. Er benutzt die Sachen mit der SDiicne eines sachverständigen Arztes und klopft die linke Bruilseite längere Zeit ab. Auch sieht er dem Kranken mehrfach scharf in die Augen. Als ihm darauf Kreisarzt Dr. Behrendt lächelnd das auf dem Gerichls- tisch liegende, in einen runden silbernen Rahmen eingefaßte „Augenglas" reichen will, wehrt der Angeklagte ihn mit den Worten ab: „Das brauche ich gar nichtl" Die Geschichte endet aber mit einer Blamage des Angeklagten, da er die Lunge des lungenkranken Patienten für gesund erklärt und auch nicht erkennen kann, daß der Mann an einem Unter- schentelgeschwür leidet.
Sachverständiger Professor Höstmann bezweifelt, daß Geheimrat Prof. v. Nußbaum-München sich in dem vom Angeklagten behaupteten Sinne über den Magnetismus geäußert habe. Jedenfalls könne der Ausspruch nur in den letzten Lebensjahren Nußbaums gefallen sein, und da sei der Gelehrte schwer krank gewesen, so daß er, Sachverständiger, sogar nicht einmal sagen könne, ob Nußbaum in den letzten Jahren nicht geistig defekt gewesen sei. — Der Vorsitzende Itellt fest, daß das betreffende Sachoerständigen-Gutachten des Geheimen Rats v. Nußbaum vom 12. Mai 1890 datiert sei. In diesem kämen folgende Sätze vor: Niemand könne sich selbst zu Tode kitzeln (Heiterkeit), und kein Mensch sei dem andren gleichgeartet. Es gebe Menschen, die sympathisch, und solche, die sich antipathisch gegenüberständen. Das zeige sich bei allen möglichen Gelegenheiten. So habe es schon junge blonde Damen gegeben, die sich von keiner brünetten Zofe bürsten lassen konnten (Heiterkeit), während eine blonde Zofe ohne weiteres dazu im stände gewesen sei. Das liege an dem tierischen Magnetismus, der jedem Menschen mehr oder weniger innewohne.________________
Hermischte».
♦ Konstantinopel, 27. Febr. Einem großen O r d en s s chw ind e l ist man auf die Spur gekommen. Eine Schwiirdlerbairde lieferte gegen hohe Bezahlung gefälschte Orden und das dazu gehörige Diplom. Zweihundert folcfye Fälle von Verleihungen meist an europäische Angehörige der Finanzwelt, Kaufleute, Offiziere und Beamte, wurden sestgestellt. Bisher sind als Hauptschuldige verhaftet worden der Adjutant des Großvezirs Aöehmed Bey, zwei Beamte des Ministers des Aeußern, und der Herausgeber der Zeitungen „Serwet" und „Malumat", Tahir Bey, der den Titel „Exzellenz" hat, mit seinen Redakteuren. Tahir Bey, der eine der höchsten Würden in der türkischen Hierarchie besitzt, wurde zum Agha degradiert, eine Bezeichnung, welche Diener führen. Ter Redakteur der französischen Ausgabe des „Serwet" wurde zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Die Ordensdiplome wurden im Großlvesirat gestohlen, dann ausgefüllt und mit ge- älschten Unterschriften versehen. Tie Fälscher sollen im Vorjahre über zehntausend Pfund vereinnahmt haben. Handel und ycikrljr. yolliswalschnst.
- Buderuö'sche Eisenwerke Wetzlar. In der Sitzung des AufsichtSrals gelangte der Rechnungsabschluß für das Jahr 1903 iiir Vorlage. Tie Abschreibungen wurden auf All. 750 000 (im Vorjahre ebenfalls Mk. 750 0001 und die Zuweisung zur Erneuerungs-Rücklage aus Alk. 250 000 (im Vorjahre Alk. 500 000) festgesetzt. Tie Gesamt-Zurückstellungen bezifjern sich demnach aus Alk. 1 000 000 (im Vorjahre Alt. 1 250 000). Es verbleibt hiernach ein Reingewinn von Alk 499 133.13 (im Vorjahre Alk. 497 251.4-1). Ter am 22. Alärz in Frankfurt a. Al. slatlfindenden ordentlichen Hauptversammlung soll eine Dividende von 5 Proz. (im Vorjahre ebenfalls 5Proz.) oorgeschlageu werden. Außerdem stndDlk. 24 956.66 (im Vorjahre Alk. 24 862.57) für die gesetzliche Rücklage, Ack. 47 924.94 (im Vorjahre Alk. 42 711.77) Gewinnbeteiligung für Aussichtsrat und Vorstand und Alk. 20 000 (im Vorjahre ebenfalls Alk. 20 000) Belohnungen an Beamte und für gemeinnützige Zwecke vorgesehen. An Gewmnvortrag verbleiben Alk. 52 616.94 (im Vorjahre Alk. 21365.41«.
— Materialabschlüffe der Preußischen StaatSbahneu. Minister Budde hat jüngst tn der Budgelkonumssion folgende für die Alontanindustrie wichtigen Erklärungen abgegeben: Tie Haltung des Kohlcnsyndikats war bei den Abschlüssen, die für die nächsten zwei Jahre gemacht wurden, gemäßigt und wohlwollend, sodaß sie die Anerkemumg der Regierung verdiene. Die Lieferung von Schienen und Schwellen ist für 1904 gedeckt, darüber hinaus konnten Verträge nicht abgeschlossen werden, weil mit dem 1. Alärz 1904 die bestehenden Verbände zu Ende £el)cn und es möglich jein, daß die bisherigen Preise für Eisen und -Ltahl «richt halten, sondern heruntergehen. Tie Verwendung von hölzernen Schwellen sei gestiegen. Tas Vcrhältms der Verwendurig von Holzschwellen zu Eiseuschwellen betrage 56,7 zrr 43,3 pEt. Ter Alimsler erklärte, bis 1908 seien alle bevorzugter» Strecken mit schweren» Oberbau versehe»».
Dresdner Bank. Tie Abschlußziffern der Dresdner Bank, die j(ur Verteilung einer Dividende von 7 Proz. gegen 6 Proz. in» Vorjahr geführt haben, »verder» im allgemeinen günstig beurteilt. Tas Geschält Hai sich nicht nur den» Umfang, sondern auch den» Ertrag nach gehoben. Ob die Abschre»b»mgei» in angemessener Höhe üorgeuommen worden sind, wird einigern»aßcn bezweiselt, andererseits aber doch bezweifelt, daß das Institut den Gebote»» der Vorsicht Genüge getan hat. Alle Kontos, mit Ausnahme des Effekteu- kontoS, haben höhere Erträge gebracht. Daß auf den» letztere»» und de»»» Komortialtonto ein beträchtlicher Ausfall zu verzeichnen ist, kauii, ,v»e die „iZeipj. 91 Rachr." meinen, nicht befonderr Wunder nehmen. Ter Eharaltcr dieses Komos, das fortgefetzten Wechselfällen untermorseii ist, erweist sich aus Öen bedeutenden Abschreibungen, welche jedes Jahr er'orderlich sind.
Hcjsifch-Rheint,chcr Bcrgbauverciu Akt.-Ges. In der jüngst siu».gehabten au^eiordenttichen Gci»craloerfaniUlt»mg wurde
über den Verkauf der Grube Friedrich fcvie über verfchiedene Bramikohlenmutungen verhaiidelt. Es wr ein Kapital von Alk. 2 024 000 vertreten. Ter Verkauf der 6-ube Friedrich an die Firma Stein u. Co., Kohlen-Großhaudlun in Cassel, wurde akzeptiert. Tie Versammlung nahm von der Verwaltung Kenntnis, gemäß § 240 des H.-G.-B., daß über die Häle des Aktienkapitals verloren ist. ______________________
ZLnivctsttäts-Nuchrtchkn.
— Der Professor und Direrlor des ArKologischen Mu» seums an der Universität Jena, Dr. phil. Ferdinand N o a ck hat einen Ruf als ordentlicher Prcessor nach Kiel erhalten an Stelle des verstorbenen Profckors Dr. Milche hoefer. Noack steht im 39. Lebensjahre. En O b e r h e s s e (geb. 1865 zu Holzhausen), studierte Nack in Berlin, Göttingen und Gießen (1885—89) klass.schePhilologie und Archäologie, war im pädagogischen Semtna in Ta.mstadt und Lehraintsakzessisi am Darmstädter neue» Gymnasium. 1893 bis 1894 weilte er als Stipendiat des § deutschen archäologischen Instituts in Griechenland utb Kleinasien. Bon Herbst 1894 an war er Leyramtsassessorin Darmstadt. Nachdem er in Gießen den Doktorgrai erlangt hatte, habilitierte er sich 1896 mit einer Schrift: ,Studien über das Homerische Haus und antike Staütanlagn an der Technischen Hochschule zu Ta.mftadt für klassisch Kunstarchäo- lvgie. Herbst 1898 bis Ostern 1899 war er Inter größerer Ausgrabungen in Alexandrien. 1899 folgte r einem Rufe als Professor für Archäologie und Kuniig jchiete nach Jena.
Gerichlssaal.
— Das Schwurgericht in Landsberg a.W. verurteilte den Knecht Pose wegen Mordes, begangen an der T i e n st- magd Scherbart in Dorlitz a. O. zum Tode. Pose, der mit der Scherbart em Liebesverhältnis unterhielt, hattedie Leiche der Ermordeten auf freien» Felde verscharrt.
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt a^. i.um v»cser Rubik stehende»» Artikel übernimmt die Nedattlon dem Publikuit gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Klein-Linden, bei» 25.Februar.
Zur Herstellung der Schulstraße wurde»» v. I. m Herbst die Steine angefahren und die Straße ausgeschachtet. Sit dieser Zeit ruht jegliche Arbeit. Hierdurch sind Zustande eingerelen, welche den Verkehr auf der Straße vollständig ausfchließenund den An- »vohnern z»»r unerträglichen Last werden. Be» »nandtn Anwohner»» ist die Zufahrt zum Hof unmöglich; wenn nur weuijstens em Fußweg für die Passanten hergestellt »oäre.
Vielleicht tragen diese Zeilen zur Herstellung ier Straße bet Mehrere Steuezahler.
Krofdorf, den 24. Feb uar 1904.
Wem» es in Rodheim a. d. B. Leute gibt, wiche nicht verschmerze»» können, daß Krofdorf anstatt Rodhein Sitz einer Apotheke geworden ist, und jetzt bet der Erichtung einer Filialapotheke in Hohensollns ihrer Wehmut ruieöenm Ausdruck gebet», so braucht das nicht gerade Wiinder zu nehme». Weiß denn aber der Einsender nicht, daß Rodheim vo»» Krosdor nur — sage und schreibe — '/, Stunde, Bieber Stunden entfeint liegt, daß die einzig »mb allein weiterhin noch in Betracht tonmenben Ortschaften Fellingshausen und Crumbach annähernd geiau so weit »rach Krofdorf haben wie nach Rodheim?
Wo in aller Welt besteht da eine Notlage?, etna weil die Rodheimer l/t Stunde nach Krofdorf gehen muffen ?, cder weil sie die Medikamente per Bahn von Gießen beziehe»» »nüffa» ?
In angenehmerer Lage zu einer Apotheke als Rodheim und die Beivohner des Btebertales dürfte es im ganzen benschen Vater- (anbe nur wenige Ortschaften geben.
Man gebe den Leuten die Rezepte in die Hand inb lasse sie ihre Arzneien selbst besorgen, bann wirb man cinfajen, in wie überaus günstiger Lage das Biebertal zu ber Apotheke in Krofdorf sich befindet. Nur ber Druck, welcher bie Emwohner häufig gegen ihren Willen zwingt, ihren Arzneibedarf anbersivo z.» beeten unb bis zu bem Eintreffen ber Arzneien viele Stander zu »varten, haben Unzufriedenheit erregt. Laßt doch den Kranken ihre Freiheit! Alsda»»»» »vird alles vorzüglich gehen und die Unzusiiedenhett sich legen.
Auszug Kus den ^tkudesamlsretzchem der Slnit Gießen.
Aufgebote.
Am 19. Febr. Karl Ewald Theis, Heizer dahier, mit Ida Becker in Aiürgendorf. — 20. Friedrich Korbacher, Schneidermeister in Allertshausen, mit Emma Klara Seifert dahier. — 21. Gustav Hermann Mosig, Fittanz-Aipirant dahier, mit Marie Christina Katharina Aufdermauer in Butzbach. — 23. Peter Margots, Fuhrmann öaliier, mit Margarete Wirth Hierselbst. — Gustav Kull- mann, Bankbeamter in München, mit Clotllde von Kreß, dahier. — 24. Adam Rohn, Postbote dahter, mit Katharine Gertrude Wolff Hierselbst. — August Gottschalk, Gefangeuaufjeher in Butzbach, mit Johanna Bellofs, dahier. — 25. Gustav Franz Hennig, Schriftsetzer dahier, mit Elisabethe Eich in Frankfurt a. Al. — Hermann Deuster, Schreiner dahier, mit Marie Honig in Appenrod. — Friedrich Wilhelm Christian Kurz, Damenichlieider dahier, mit Katharina Chrlstina Jäger Hierselbst. — Friedrich Gustav Witf mann, Gärtner dahier, mit Anna Röhrig, tjierjelbft.
Eheschließungen.
Am 20. Febr. Heinrich Euler, Zttfchneider dahier, mit Wil- mine Kunz hierselbst. — Siaal Lang, Wärter dahier, mit Anna Christine Henß in Beuern.
Geborene.
Am 16. Febr. Dem Sanitäts-Feldwebel Karl Bender eine Tochter Elisabeth. — Dem Weichensteller Angelm Keller eine Tochter Anna Maria. — 17. Dem Feldwebel Heinrich Mor» em Sohn. — 20. Den» Schlosser Heinrich Storck cm Sohn Heinrich. — Tem Fabrikanten Karl Georgi ein Sohn. — Dem Kutfcher Josef Emil Georg em Sohn Wilhelm Emil. — 21. Tem Kaufmann Hefekiel Rothfchild eine Tochter Flora. — Tem Postboten pemrtch Schock ein Sohn Heinrich Karl. — stad. phil. Theodor Marsch em Sohn Wadim. — 22. Tem Fabrikarbeiter Karl Schäfer em Sohn Willy Fritz Konrad. — 24. Tem Metzgermeister Philipp Braun ein Sohn.
Gestorbene.
Am 20 Febr. Walter Riehl, 11 Alte, alt, Sohn des Kellners Ludwig Riehl dahier. — 21. Mathilde Gros, ged. Silbereisen, 66 Jahre alt, Ehefrau des Großh Ortsgerichtsvorstehers Franz Adam Gros dahier. — 23. Anna Katbarme Simon, geb. Elfebach, 69 Jahre alt, Wittwe des Försters Cäfar Simon dahier. — 24. Ludwig Schnabel, 62 Jahre alt, Hausmeister dahier. — 25. Ludivig Wilhelm Plank, 65 Jahre alt, Rentner dahter. — 26. Eltjabethe Pfeil, geb. Enders, 68 Jahre alt, Wittwe des Schreiners Alichael Pfell dahier.
Kirüiliche xiiutirichlrt».
Evangelische Gemeinde.
Montag, den 29. Februar, abends 8 Uhr : Bibel st und» im Kouftrmandenfaal ber Johaniicsktrche. (Galaterbrief Kap. 5.
Pfarrer Tr. 91 a u n» a n n.
Mittwoch, ben 2. März, abends 6 Uhr: 3. Pafjions- a n b a d) t in ber Johanneskirche.
Pfarrer Tr. Naumann.
$frifi!ia|lrn ün llroukih-n.
(Anonyme Anfragen bleiben nnberüikstchrigt.)
Reichstag. Es gibt nur den Retchstagsabg. Rich. Eickhoff, fr. Vp., Vroiehor am Realgymnasium zu Remfcheid, Berit»» W., Lmkstr. 33 34.


