Ausgabe 
29.1.1904 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

von KeetmannShop nichts bekannt. Dieenglischen Nachrichten werden für unglaubwürdige gehalten Ruch einem in Kapstadt vorliegenden Telegramm des Führers der 3. Feldkompagnie, Hauptmann Koppy dauert der Waffen- stillstand mit den Bondelzwartß fort. ES joden Verhandlungen beginnen. Gefechte haben nicht statt- gefunden. Die deutsche Truppenmacht von Oranje ist dem Feinde überlegen.

DieNordd. Adg. Ztgrt schreibt bezüglich der Aus- laff ungen in der Tagespresse gegen den Pferdebezug aus Argentinien: Das Gouvernement hatte sich bereits vor Monaten mit dem Generalkonsulat in Buenos Aires wegen der Beschaffung argentinischer Pferde und Maultiere in Ver­bindung gesetzt. Die Verhandlungen waren bereits vor dem Ausbruch des Aufstandes abgeschlossen und es bedurfte mir noch der endgültigen Bestedung. D»e ungünstigen Grsahr- .ungen, die vor euugen Jahren nut argentinischen Pferden in Südafrika gemacht wurden, blieben keineswegs unbe- rücksichtigt. Nach einer eingehenden Prüfung sind die un­günstigen Erfahrungen nicht auf die Beschaffenheit der Pferde, sondern auf unrichtige Auswahl beim Ankauf zurückzuführen. DaS argentinische Pferd namentlich aus den Gebirgsland­schaften, wird von dem Gouvernement für Südafrika als sehr geeignet betrachtet.

Der Kommandant des Kanonenboots .Habichrt meldet: Wie am 27. Januar Lage unverändert.

Kaisers Geburtstag.

Aus Berlin schreibt ein Freund oesGieß. Anz." vom 27. d. M. folgendes:

Heute morgen gab es zu Kaisers Geburtstag eine groß­artige Auffahrt. Die Straßen um das Schloß waren ge­sperrt und nur für das Publicum, weiches mit Starten ver­sehen war, zugänglich. Um 10 Uhr hatten die Berriner die freien Straßen um das Schloß sämtlich belagert, daß kaum durchzulommen war, und standen 3 Stunden, wie Mauern, die große Stillte nicht achtend. Gegen halb 12 Uhr wurden von der Artillerie vor dem Schloß 101 Sttinoneiischüsse ab­gegeben. Gegen halb 1 Uhr erschien die Ehrentourpagrlle, holte mit fchwelleruder Musil die Fahnen im Schloß ab und nahm am Zeughause Aufstellung. Kurz vor 1 Uhr erschien der Kaiser mit Prinz Eitel Friß zu Fuß, nahm die Parade ab und gab im Hofe der Zeughaus las erne Parole aus, worauf die Eyrenkvlnp^gnie nochmals vorbei­defilierte. Ter Kaiser begab sich daraus in das Schloß zurück, gefolgt von der Ehrenkompagnie und dem Musik- torps, dahinter die Artillerie, ebenfalls mit Musiktorps. Am Abend war pompöse Beleuchtung. Es war ein Gedränge, besonders in bpc Leipzigersumße, daß, trotzdem alles rechts gehen und fahren mußte, nicht durchzakommen war. Wagen durften nur in beschränkter Zahl die Leipzigersti. aste passieren. Es schien, als sei ganz Berlin auf den Be.nen. Tie Illumination war teUweise sehr prächtig, besonders erregte die des Palastbotels mit wundervoller Farbemoirk- ung Aufsehen; ebenso das Kaufhaus Tietz in der Wel^iger- strafte, wo der über der Büste des Kaisers aufgebaute Bal­dachin über die ganze Leipzigerstraße leuchtete. Auch das Kaufhaus Wertheim verdiente Beachtung. DaS Mruschen- gewühl verlor sich erst gegen 11 Uhu

DieNordd. Allg. Ztg." berichtet: Zur Feier des Ge- Mrtstages des Kaisers farid bei dem Reichskanzler Grasen Bülow und Gemahlin ein Diner zu etwa 100 Gedecken statt. Einladungen waren ergangen an die Mitglieder des diplornatisci-en Korps, die höheren Beamten des Auswärtigen Amtes u. a. Ter Doyen des diplomatischen Korps, der Bot­schafter von Italien, Gras Lanza, beachte das Hoch auf Kaiser Wilhelm aus. Gras Bülow erwiderte mit einem Hoch aus die Souveräne und Oberhäupter- der Staaten, deren Vertreter zu dem Festmahl geladen waren.

Ferner liegen uns zahlreiche Berichte von nah und .fern vor, so aus Langgöns, Holz heim, Burk­hard s s e l d e n, Hattenrod rc. re., die wir unmöglich 'alle veröffentlichen können. Auch aus dem Aus lande kamen uns noch mehrere längere Berichte zn.. Wir er­wähnen davon nur folgendes:

Dem Bankette bet deutschen Kolonie in Paris wohnte die Prinzessin von Sachsen-Meiningen bei. Fürst Radolin brachte auf den Kaiser einen Trintfpruch ans. Er hob hervor, daß unsere Beziehungen zu Frank­reich in kommerzieller und politischer Hinsicht die aller­besten sind.

König Christian von Dänemark überbrachte feine Glückwünsche zum Geburtstage Kaiser Wilhelms persönlich dem deutschen Gesandten zu Kopenhagen. Auch König Oskar besuchte persönlich die deutsche Ge­sandtschaft in Stockholm und beauftragte den Gesand­ten, dem Kaiser zu melden, daß es dem König eine besondere Freude bereite, den neugegründeten Orden vom Nor­wegischen Löwen dem deutschen Kaiser zu dessen Ge­burtstage zu verleihen. Kaiser Wilhelm sei der erste aus­wärtige Inhaber dieses Ordens.

Zu Ehren des Geburtstages des Kaisers hatte das Zarenpaar, wie aus Petersburg gemeldet wird, den deutschen Botschafter und die Gräfin v. Alvensleben, sowie die Herren und Damen der Botschaft zum Galafrühstück im Winterpalais geladen. Während des Mahles brachte der Zar einen Trink sprach auf den Kaiser aus, worauf die deutsche Nationalhymne gespielt wurde. Der Kaiser sah sehr frisch und gesund aus, auch der Kaiserin Alexandra, die vollständig wiederher gestellt ist, merkte man die glücklich überstandene Krankheit nicht mehr an. Nachdem das Zarenpaar sich zurück­gezogen hatte, empfing Kaiser Nikolaus bald darauf den deutschen Marineattachö Korvettenkapitän Hmtzc in Sonder­audienz, welck>er auf Befehl des Kaisers Wilhelm einen Nachtrag zu den Schiffstabellen über­reichte. Der Zar, welck>er sehr großes Interesse bekundete, besprach die einzelnen Tabellen eingeheno mit dem Marine- attachö.

Aus Stadl uni) Kaud.

Gießen, den 29. Januar 1904.

AuS dem Militär-Wochenblatt. Dihle, Hauptm. im Generalstab des 18. Armeekorps, als Kornp.- Ehef in das 3. Lothring. Inf-Regt. 91c. 135 versetzt. van den Bergh (Hugo), Cberlt, aggreg. dem Generalstabe der Armee, zum Hauptmann befördert und zum Generalstabe deS 18. Armeekorps übergetreten. Frhc. v. Preuschcn, Hauptm. und Adjutant der 29. Jnf.-Bng^ m daS 1. Großh. Hess. Jnf.-(Leibgarde-) Regt. Nr.115, als Kompagnicchef ver- setzt. v. Hake, Oberlt. und Adjutant der 25. Feldart.. Brigade (Großh. Hess.), zum Hauptmann befördert. Die Hauptleute und Kompagniechefs v. G o e r n e, Freiherr

v. Ungern-Sternberg im 1. Großh. Hess. Jnf.-(Leibg.-) Regiment Nr. 115, Stubenrauch im Jns.-Leib-Regt. Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117, dieser unter Ber- jetzung zum schletzw.-holst. Jnf.-Regt. Nr. 163, v. Rode im Jnf.-Leib-Regü Großherzogin Nr. 117, zu überzähl. Majoren befördert. Frhr. o. Dalwlg, Hauptmann und Kompagmechef im Jnf.-Regt. Graf Tauentzien von Witten­berg (3. Brandenb.) 91 r. 20, in das 10. Rhein. Jnf.-Regt. Rr. 161, Kundt, Hauptmann und Kompagniechef ün Jnf.- Regt. o. Boigls-Rhetz (3. Hann.) Nr. 79, als aggregiert zum 4. Großh. Hess. Jnf.-Regt. (Prinz Karl) 9lr. 118 ver­letzt. Tie Oberleutnants Giese im Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, Schneider, Kortegarn im Jns.-Leib-Regt. Großherzogin (3. Großh. Hesi.) Nr. 117, Pennrich mi 4. Großh. Hesi. Jnf.-Regt. (Prinz Karl), Nr. 118, dieser unter Versetzung in das Infanterie-Regiment v. Voigts-Rhetz (3. Hannov.) 9lr. 79, Wagner im 4. Großh. Hesi. Jnf.-Regt. 9lr. 118, v. Eickttedt tm 8. Württemb. Jnf.-Regt. 9lr. 126 unter Enthebung vom Kommando nach Württemberg und Versetzung in das 1. Großh. Hess. Jnf.- (Leibgarde-)Regt. Nr. 115, zu überzähligen Hauptleuten, Frhr. v. Beust, Leutnant im 1. Großh. Hesi. Jnf.-Regt.- (Leibgarde-)Regiment Nr. 115, zum Oberleutnant, Mackensen v. Astfeld, Rittm. und Eskadr.-Ehef. im 2. Großh. Hesi. Drag.-Regt. 9ir. 24, zum überzähligen Major, v. Kerser, Fähnrich ;m 4. Großh. Hess. Jnf.-Regimenl 9kr. 118, zum Leutnant befördert. Die Assistenzärzte Dr. Flath beim Großh. Hess. Train-Bataidon Nr. 18, Dr. Winckelmann beim 1. Großh. Hesi. Feldart.-Regt. 9lr. 25 zu Oberärzten, Dr. May, Unterarzt der Landwehr 1. Aufg. (Worms), zum Assistenzarzt befördert.

** Enteignungsverfahren. Seit Montag ver­handelte die Lokalkommisiion wegen der Enteignung von Gelände für die Wetterführung des Sieles, entlang der Lahn, und zur Erbauung der Klärbecken, welche Verhandlungen erst gestern zum vorläusigen Abschluß kamen. ES dreht sich um 60 verschiedene Parzellen, welche etwa 40 Besitzern gehören. In Frage kommt ein Streifen Gelände vom Güterschuppen bis an Throms Fabrik entlang des Wassers gelegen und das Terrain zwischen Margaretenhütte und der Lahn am Heßler, zusammen eine Fläche von 91,266 Quadratmeter. Die Stadt hat dahier je nach Lage 30 Pfg. bis 3 Mk. pro Quadrat­meter angeboten, während die Eigentümer bei der mündlichen Verhandlung 2 Mk. bis 15 Mk. forderten. Die anfänglich gemachten Einwendungen der zu enteignenden Besitzer gegen die Linienführung des Sieles ließen diese zum Schluß der Verhandlungen faden.

** Bei dem Kellerbrande in Neuenbäue 5 mußte lobend anerkannt werden, daß das Publikum der Aufforderung, nicht .Feuer" zu rufen, tadellos nachkam und aus diese Weise den Bürgern eine Aufregung ersparte und die Soldaten m ihrer KaiserSgeburtsagsfeier nicht störte. Der Polizei war Meldung erstattet worden mit der Bitte, nicht anschlagen zu (affen, dagegen den Spritzenwart zu benachrichtigen.

8 Volt ar ts ha in, 27. Jan. Heute fand im hiesigen Gemeindewald eine Brenn- undNutzholzoersteigerung statt. Die Preise waren ungemein hoch. Das Fichtenstamm­holz wurde im Durchschnitt mit 1724 Mk. pro Festmeter bezahlt. Der größte Teil des Nutzholzes wurde von Händlern aufgekauft.

(I) Ilbeshausen, 28. Jan. Der hier errichtete Luft- für ort Hochwaldhaufen wird im Sommer feine erste Saison beginnen. Das im Bau befindliche Hotel dürfte bis 3)lat ober Juni vollendet sein. Es sod außerdem erbaut werden ein Kurhaus, ein Erholungsheim für Aerzte und eins für Kaufleute. Das noch vorhandene Gelände ist vorgesehen für Spielplätze, ein Postgebäude, eine Schule u. a. m. Die Pläne sind von Architekt Hofmann-Herborn entworfen. Hoch­waldhausen liegt 500 Meter Über dem Meer, 1/i Stunde von der Statton Ilbeshausen entfernt.______

Vermischte».

* Vom Brande zu Aalesund wird vom 28. Jan. gemeldet: Ter dänische HilfsdampferCimbria" kam hier heute früh 4 Uhr an, das schwedische Kanonenboot Svensksund" heute vormtttag 9 Uhr. In der Nacht tobte ein heftiger Sturm. Jetzt regnet es stark. Man begann kleine Hütten auszuführen. Als die Lebensmittel­verteilung von den deutschen Schiffen begann, hielt der Flügeladjutant des deutschen Kaisers, Fregattenkapitän von Gramme, eine Ansprache, in der er die auf­richtige Teilnahme des Kaisers an dem Brandunglück zum Ausdruck brachte. Tie Hilfsexpedition der tzamburg- Amerikalinie meldet: An Bord wird gearbeitet wie gestern. Ter Zuzug an Bord steigerte sich fortwährend. Wir haben Unterstützung durch Marinemannschaften und beginnen jetzt, die Bevölkerung zur Bautätigkeit aufzumun­tern, indem wir den Ban einer Bolksrüche an Land begannen. Tas Landkomitee versendet Proviant und Tecken an die geflüchteten Einwohner in die Umgegeni). Aus Tänemark und Schweden treffen Hilfsmittel ein, deren Art und Menge uns bisher unbelannt ist. Tie Hilfsexpe­dition derP h o e n i c i a" berichtet werter, daß sie den Leiter des Lazaretts am Lande durch Ausnahme weiterer Kranken entlastete. Tie Zusendung der Baracken ist dringend erwünscht, ebenso bie von Scyuh- und Handwerks­zeug. Tie Bergenste und Nordenfjeldesche Dampfs chiffahrts- gesetlschaften fteLten der Hamburg - Amerika - Lutte den Dampfer Hector" zur Beförderung wetteren Hilfsmaterials und von Liebesgaben nach Aales und zur Verfügung. Ter Tampfer geht von Hamburg am nächsten Mittwoch ab und wird einige große Baraaen mitnehmen, die das Ham­burger Hilfskomitee erwarb. Von Fregattenkcwitän von Gramme ist ein Telegramm an den deutschen Konsul in Bergen eingegangen, in dem es heißt, dag der Kaiser weitere luoo Kronen für Schuhzeug und 1000 St. für Werkzeug spendete. Tie9kordd. Allg. Ztg." mel­det: Tie deutschen Hllssdampfer wurden von Hll,Sbedürf- tigen aller Krusten in Anspruch genommen. Tie Vorräte derPyoenicm LCia)en zur täglichen Vcrpslcgung von 4000 Menschen auf 20 Tage. Ter Kren-erPrinz Hein- r i ch" beherbergte nacksts 70 Obdachlose. Nirgends ist durnpfe Verzweigung bemerkbar, sondern bereits hofs- nungsvolle Stimmung. TaS Kais ertelegramm trug Diel zur Aufrechierhartung deS MuteS bei. Ter Bürger­meister verlas eS wahrend deS Brande- vor der obdach­losen Menge, die unter rauchenden Trümmern ein Kaiferhoch ausbrachte. Am Geburtslage Kaiser Wilhelms ließen die Stadteinwohner durch den Bürger- meme«' dem Kommandanten desPrinz Hemrtth" Hell

und Glück für den Kaiser aussprechen. Leute ganz ohne Obdach sind nicht mehr vorhanden. Von 13 000 Ein­wohnern sind 7000 in die benachbarten Orte gegangen. Ter Schaden an Nationalvermögen wird auf 17 Mill. Kronen berechnet. Fregattenkapitän v. Gramme über­wies für Handwerkszeug zum Larackenbau und für Schuh- zeug Vorläufig mehrere tau,end Kronen. KönigOskar iaiU>te an Kaiser Wilhelm nachstehendes Tele­gramm:Es ist mir eine große Fretide, als Ausdruck meiner aufrichtigen Freundschaft und Tuntbarleit Tich am heutigen Tage zum Inhaber des von mir an meinem Ge­burtstag neugestifieren norwegischen Löwenordens zu er­nennen. Ich behalte mir vor, die erst auzuferligcnden Insignien ^ir sobald als möglich überreichen $u lassen." Kaiser Wilhelm antwortete: ,^erzrtchen Tank Tir Ulid der Königin für Euer treues Gedenieu zu meinem Geburtstage. Tir noch Dank besonders für Die gütige Verleihung des neu gestiftet en Löwi.nordeiis, die mich hoch erbeut hat. Möge es unseren vereinten B.muhungen ge­lingen, Die g.oße Not in Aalesund zu lindem."

Lissa (Posen), 28. Jan. Gestern vormittag 11 Uhr 16 Minuten über fuhr der gemischte Zug 536 in Kolometer 3,5 der Strecke Posen - Kosten-Grätz em Fuhrwerk. Erne Person wurde schwer verletzt.

* Hamburg, 28. Jan. Der Schnelldampfer .Deutschland" ist auf seiner ersten Reise zivischen 9lero» Port und Italien heute früh 8 Uhr in Slcapel angefommen. Er legte die 4 300 Seemeilen betragende Distanz in 7 Tagen und 19 Stunden zurück und erzielte eine Durch- chnittsgeschwindigkeit von fast 23 Meilen. Die Reife war etwa um zwei Tage kürzer als die bis­herige schnellste Reife auf dieser Route. Gestern abend fand an Bord die Feier des Geburtstages des Kaisers statt, bei welcher der frühere Gouverneur von 9lew-Port Seth Low die Rede auf den Kaiser hielt, die begeistert aufge­nommen wurde. Dem Kapitän wurde eine Adresse über­reicht, in der die Passagiere ihren Dank und ihre Bewunder­ung ausdrückten über die großartigen Leistungen des Schiffes auf dieser epochemachenden Reise.

* Aus den Pyrenäen wird starker Schneefall gemeldet. Viele Ortschaften sind vodständig emgefchneit. 5 Damen, welche in einer Schutzhütte eingeschnett waren, konnten sich nur dadurch retten, daß sie den Weg über das Dach nahmen.

* Familiengeschichtliche Forschungen werden zur Zeit mehr wie bisher in ihrem Werte anerkannt. Es ist daher freudig zu begrüßen, daß eine Anzahl namhafter Genealogen, Geschichtsforscher und Freunde familiengeschicht­licher Forschung einen Aufruf zur Begründung einer Zentralstelle für deutsche Personen- und Fa- milien-Geschichte" erläßt und zum Bettritt zu einem zu diesem Zweck gegründeten Verein einladet (Rlindesibettrag jährlich Mk. 5.). Hauptaufgabe sod fein, die in Urkunden­büchern, Unioersttätsmatrikeln, Bürgerlisten, Kirchenbüchern und anderen gedruckten und ungedruckten Queden zerstteuten Angaben planmäßig zu sammeln und in Gestalt eines alpha- bethisch geordneten Zettelkatalogs nutzbar zu machen. Ferner sollen familiengefchichlliche Veröffentlichmigen, die wohl meist nicht im Buchl)andel zu beziehen sind, gesammelt werden. Die erste Generalversammlung des Vereins ist am 16. Februar 1904 in Leipzig. Anfragen und Sendungen gelangen an Rechtsanwalt Dr. Dreymann, Leipzig, Neumarkt 29.

GertlytSsttttl.

E. B. Darmstadl, 28. Jan. Von dem hiesigen Schöifen­ger rcht wurde heute der Zettungsreporter Ch. Schuchmann wegen einer Ende Oktober verschiedenen Blättern mitgeteilten falsthen Nachricht, der Vertrag des Hoitheaters mtt der Groß­herzogi. Kammersängerin Frau K a s ch o w s t a sei von S. K. H. dem Großherzog nicht wieder erneuert worden, auf die Be­leidigungsklage der Sängerin zu 100 Alt. Geldstraie, roent. entsprechende GesängniSstrasc, und zu den Kosten verurteitt^^

Schiffsuachrlchlen.

Norddeutscher Lloyd.

In Gießen vertreten durch Carl Loos, Kirchenplatz.

Bremen, 28. Jan. 1904. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben - Postdamvfer ,Neckart, Kapitän A. Harrasso- witz, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 10 Uhr vormittags wohlbehalten in Newyork angekommen.

Meteorologische Beovachruugeu der Station Gießen.

Höchste Niedrigste

Temperatur am 27. bis 28. Januar 1,4v C.

, 27. 28. 9,7u C,

2

anuar 1904.

Barometer auf 0° reduziert

Temperatur der Luft

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

1

*6

C JQ

K

Windstärke

Wetter

28.

2

751,7

- 24

3,7

73

&

2

Sonnenschein

28.

9"

750,7

- 2,2

3,7

76

s.

2

Bed. Hünmel

29.

7*

750,6

0,6

4,0

90

8.

2

Regen

Wetterbericht vom 28. Januar 1904.

Verlaut der Witterung von Alittwoch bis Donnerstag.

Ein krättiges Hoch lagert über Ungarn, sich südwestwärts nach Cberitalien erstreckend. Ein Ties unter 730 mm zieht im Nordmesten vorüber. Bei dieser Luftdruckverteilung ivehen megt südöstliche Winde, unter deren Einfluß vielfach in unferm (SJcbict heitres, kaltes Wetter herrscht. Bei dem zu erwartenden Vor­dringen des Tiefs würde der Wind nach Süden, später Südwesten drehen. Erwärmung und Trübung bedingen

Daher voraussichtliche Witterung für Freitag" Meist trüb, zeitweise wmdig, etwas milder, aber noch Frostwetter; etwas Schnee. Samstag: SchneeiäUe, Tauwetter.

Wetterdienst in Gießen: A. Pepp l er.

tmäbertreffene Scbfiobeits- and Gesundheits-Seife, viel ttDsendfflcIi Aerzttich empfohlene Kinder-Stife. eitttbt h, ihrer Art. Stuck 50 Pf. Eriioli- Uch io Apotheken, Dro»erieo und Partfimerien wie auch das nn.bt leitende Myrrholin-Olycerin. Erfurt Weisse, zartT Hände, reiner, schöner Teint.

Beste Haut- Pflege - ßfLtteL

KteÄZT* Um dem am Samstag den 30. Januar statt- findenden MaLkenfeste des Sängertranzes iHird)rocil)frft) ein einheitliches Bild zu geben, bitten wir unsere passiven und aktiven Mitglieder, in entsprechendem Kostüm zu erscheinen. Ade auf Kirchweihfesten vertretenen Kostüme sind erwünscht. Saalöffnung 8 Uhr. Adgemeine Maskerade bis 9»/, Uhr, fodcmn Beginn der Kirchweih. 1020