Fvau Lrbprinzcssin folgten der Erbqroßlier^og von Buden, Pröchesstn Brnrtrice, Großfürst titrrill, der Fürst zu Leitungen, Fürst ub a[ d) c n> und GencraUeutnmlt Linde. Gegenüber dem Kaiser saß die Groscherzogin von Baben: rechts von dieser saß der Herzog von Koburg, die ges chie- bene Großherzogin Brktoria Melitta, Prinz Gustav Aböls von «schweben rc.
Der Kaiser ist uin 3 Uhr 20 Min. nad) Wildpark abgereist
Volitische Tagesschau.
Vom bayerischen Bauernbund.
Vor zwei Jahren hatte sich der Bayrische Bauernbund unter der Führung MemmingerS in Würzburg wieder geeint; sowohl die Oberbayern wie auch die Niederbayern und die Schwaben hatten sich seiner Führung unterstellt; dafür hatte Memminger die fränkischen Konservativen u A die Landbündler, die unter Führung Diedrich Hahns ersctzs»uen waren, derart brüskiert, daß diese den Saal demonstrativ verließen. Jetzt hat sich Memminger unterdesien wieder einmal verändert. Auf der letzten Generalversammlung deS Bauernbundes in Würzburg waren nämlich die Landbündler Lutz, Beck, Nißler usw. als Teilnehmer und die hessischen Bündlcr um Hirschel, welche ihren Bauernbund in einen Bund bei Landwirte umgewandelt haben, als Gäste erschienen. Dafür waren aber die oberpfälzischen Bündler sernge- blieben. Der Bauernbund ist also wieder einmal gespalten. DaS niederbayrische Bauernbundsblatt macht entschieden Front gegen Memminger; den Konservativen Beck erinnert es an seine Aussage gegen Memminger, die er unter Verpfändung seiner Offiziersehre getan habe. Es bringt einen langen Leitartikel, worin dem Bund alle Sünden vorgehalten und seine finsteren Pläne aufgedeckt werden. Der neue Redakteur des niederbayrischen Bauernbundsblattes war bis vor kurzem an einem bauernbündlerischen Blatte in Kulmbach und vorher ant Memminger Blatt in Würzburg tatig^ —
Kirche und schule.
w. Im Kreise Wetzlar nahm in sämtlichen Landschulen bisher unmittelbar nach den Festtagen der Unterricht wieder seinen Ansang. Tie Komgl. Regierung zu Loblenz hat nun eine Verfügung erlassen, wonach ohne Verkürzung der Hauptserien (Ernte- serien) and) an den 3 kirchlichen HaupNesten in den Landschulen entsprechende Ferien gewährt werden. Weihnachtsferien umfassen die Zett vom 24. Dezember bis zum 1. Januar.
Aas Htaöt und La»S.
Gießen, den 28. Dezember 1904.
— Tut Geld aus Eurem Beutel! Mit dem Schluffe dieses Jahres sind für die Handwerker eine Reihe von Verpflichtungen fällig, 511 denen er baren Geldes dringend bedarf. Die Tatsache, daß der Handwerker^ oft über seine Verhältniffe und ost ungewöhnlich lange Kredit gewähren muß, bedeutet für ihn eine schwere Schädigung. Im Inter- effe des Handwerkerstandes kann deshalb nicht oft genug da- rauf hingewiesen werden, daß der Handwerker nur dann konkurrenzfähig und wirtschaftlich selbstständlg bleiben kann, wenn er Löhne und Einkäufe pünktlich zu bezahlen imstande ist. Deswegen muß immer wieder daran erinnert werden: .Bezahlt den Handwerkern die fälligen Rechnungen!^ Es darf hierbei aber nicht verkannt werden, daß auch von den Handwerkern selbst auf pünktlichen Eingang ihrer Außenstände dadurch hingewirkt werden kann, daß sie die Buchführung nicht als Nebensache ansehen und ihre Rechnungen nicht erst dann ausschreiben, wenn die Kaffe leer ist, oder nach so langer Zeit, daß die Kunden die Lieferung beinahe schon vergessen haben. Darum ergeht auch ebenso dringend das Mahnwort: ,Handwerker, seid nicht nachlässig im Ausstellen der Rechnungen!" Jeder für seinen Teil, Publikum und Handwerker möge beitragen, einen Uebelstand zu beseitigen, der schwer empfunden wird und doch verhältnißmäßig leicht bei gutem Willen abgestellt werden kann. Man wird nicht fehl gehen in der Annahme, daß kein Kunde etwas darin finden wird, wenn mit Ablieferung der Arbeit für Reparaturen vielleicht monatlich Rechnung ausgestellt wird, sofern dieses allgemein zur Einführung gelangt, liegt es doch im Interesse beider Teile schon um Streitigkeiten zu vermeiden. Zum Jahresschluß richten wir deshalb die Mahnung an alle Beteiligten: »Zeitig die Rechnungen aus stellen und pünktlich dieselben bezahlen!
*• Auch eine Diagnose. In dec vergangenen Woche, ivo Nebel die Atmungsorgane stark inkommodierte, saßen in der Herrcnstube des Gasthofes eines oberhessischcn Land- -städtchens' der Doktor, der Apotheker, einige Gerichtsherren und mehrere Lehrer beisammen, um bei Wein, Grog und Gerstensaft die Abendstunden zu verplaudern. Während des Doktors Darlegungen über die Uebertragung von Krankheiten
mäßiger Musiker, tote Strauß Weingartner, Siegfried Wagner. Ja, felbst ein beliebiger italienischer Komponist zweiten Ranges wäre in Deutschland hochwillkommen. Seitdem Leoncavallos Oper „Medici" in Berlin gegeben wurde, habe Deutschland keine einzige ordentliche Oper produziert. Der Kaiser, der diese nationale Armut (!) erkannt habe, habe sich gesagt: Leoncavallo ist der Mann, zu vollbringen, was keiner meiner Deutschen vermag", und jo berief er denn mich, um die imperialistische Idee in Deutschland zu popularisieren" (!-. Ter Kaiser sei von dem „Roland" dermaßen entzückt, daß er die Oper „shake- spearesche Musik" (?) nannte. Von den Angriffen der deutschen Nationalisten (?) aus Leoncavallo war der Kaiser nach Leoncavallos Versicherung „überaus schmerzlich be» rührt". Er habe zu leoncavallo mit traurigem Läck>eln gesagt: „Maestro, Sie haben in Berlin Feinde, aber wissen Sie, daß dies weniger Feinde von Ihnen als Feinde von mir jinb?" Als Beweis für die Gehässigkeit der deutschen „Nationalisten" führt Leoncavallo den Umstand cm, daß am Vorabend vor der „Roland"-Premiere im Berliner Opernhause eine Sinfonie von Strauß („eines der üblichen programmatischen Schlchmittel", gegeben wurde. „Man wollte damit", so orakelt der „Rolando-Komponist, „den deutschen Patriotismus in Ekstase bringen und gegen mich als Vertreter der italienischen Musik ein feindliches Milieu schaffen, aber der Mißerfolg der Strauß- sck-en Dissonanzen war vollständig. (?) — Herr Leoncavallo hat Aber alle diese Angaben des Interviewers dementiert.
_ Ter 87. Vereinsabend deS Richard Wagner-Vereins in Darmstadt findet am 29. d. M. im Kaisersaal statt. >,,m Aesten der Richard Wagner-StipendienuiftuiW gibt eS einen Arrwld Mendelssohn 'Äbend mit Fräulein Agires Leydhecter auS Berlin als Gast.
in feuchter Luft tritt der Oberförster ein, hustet und bestellt ich einen recht steifen Grog, ,97a, Doktor", wendet sich der pustende Grünrock an den Erzählenden, »waS halten Sie von diesem nichtsnutzigen Wetter?" Der Angeredete sieht den Fragenden, der etwas erkältet zu sein scheint, an und meint mit philosophischer Ruhe: .Wer bei dem Wetter nicht krank ist, der ist überhaupt nicht gesund!"
x Krofdorf, 24. Dez. Ganz in der Stille wurde hier ein fast zweimonatlicher HaushaltungskursuS für angehende Hausfrauen abgehalten. Es war der Wunsch laut geworden, bic Schlußprüsung mit einer kleinen Festlichkeit zu verbinden. Dabei fungierten die künftigen Hausfrauen selbsi- tändig als Köchinnen und Aufwärterinnen. Die Speisen und Erfrischungen ließen nichts 31t wünschen übrig und mundeten vortrefflich. Aber auch Ordnung, Reinlichkeit, Pünktlichkeit, Wohlanständigkeit, zuvorkommendes, freundliches, gefälliges Wesen, alle Eigenschaften hat man den Schülerinnen beigebracht. Tank und Anerkennung wurde der Kursusleiterin Fräulein Müller und Dr. Seipp gespendet, welcher letztere die Unterweisung in der Krankenpflege übernommen hatte.
r. Königsberg, 25. Dez. Zum Weihnachtsfeste traf )ier die traurige Kunde ein, daß in diesen Tagen zu Wiesbaden unser früherer Pfarrer Adrian van Andel gestorben ist. Er hat vom 15. Oktober 1879 bis 31. März 1903 segensreich an unserer Kirchengemeinde gewirkt und sich allseitiger Liebe und Achtung 511 erfreuen gehabt. Als Pensionär ist er jetzt im Alter von 81 Jahren verdorben.
t. Burkhardsfelden, 25. Dez. Die Frau eines hiesigen Landwirts stürzte beim Füttern der Schweine derart die Treppe herunter, daß sie sich schwere innere Verletzungen zuzog. Der rasch herbeigerufene Arzt stellte unter anderem den Bruch mehrerer Rippen fest.
k- Romrod, 26. Dez. Eine Wasserleitung wird nächstes Frühjahr für unsere Stadt erbaut, an welche auch das Großh. Jagdschloß angejchloffen wird. Die Kosten betragen ca. 65 000 Mk.; die Stadt hat ca. 45 000 Mk., der Staat 20 000 Mk. übernommen.
R. B. Darmstadt, 27. Dez. Der Finanzausschuß der zweiten Kämmer unternimmt morgen vormittag mit mehreren Vertretern der Regierung eine Fahrt nach Mainz, um eine Besichtigung deS Großh. Schlosses oorzunehmen und ich davon zu überzeugen, ob die im neuen Staatöhaushalts- i-tat geforderten Beträge für die Einrichtung einer elektrischen Beleuchtungsanlage, sowie verschiedene neuere Renooierungs- arbeiten daselbst sich als notwendig erweisen.
Frankfurt, 26. Dez. Unlängst kam cs, wie wir gemeldet haben, in der Bar des Fraulfnrtev Hofes zu einer Prügelei -wischen dem Fiirsten Lieven aus jturlanb, dem Frhrn. v. Osten-Sacken, Vetter Lievens und Sohn des russischen Botschafters, und dem Franzosen J an n idr e einerseits, und zwei Frankfurter Herren andererseits. Wein- Händler Zorbach aus Frankfurt, der am Kopfe verletzt wurde, hatte gegen die drei Ausländer Strafantrag gestellt. Es konnte ihnen jedock) keine Zustellung mehr gemacht werden, da fie von hier verduftet sind. Der zweite Frank- urter, Herzog, wurde bei dem Renkontre in die Hand gebissen. Lieven soll der Kommandant des in Saigon abgerüsteten russischen Kreuzers „Diana" sein. Die Affäre wird auf gütlia;em Wege beigelegt. Der junge Fürst — er hat (j einen Wohnsitz in Wiesbaden — der einen tätlichen Angriff auf Z. iubte, hat diesem eine schriftliche Ehrenerklärung abgegeben und sich außerdem zur Zahlung einer Buße für WohlsahrtszwecLe verpflichtet. Es soll sich auch ein in letzter Zeit vielgenannter russischer Groß- ürst in Begleitung der Drei befunden haben, der aber, als die Zwistigkeiten begannen, sofort das Lokal verließ.
Fulda, 27. Dez. lieber die Einführung der städtischen Kanalisation ist cs zwischen Bürgerschaft und Magistrat zu einer Einigung gekommen. Die Kosten der Kanalisation werden auf 1 10 0 0 00 Mk. veranschlagt, die jährlichen Betriebskosten auf 35 000 Mk. geschätzt. Ein Viertel der Gc- samtkosten wird von den Hausbesitzern als einmaliger Beitrag sofort erhoben, die Hausanschlüffe werden für Rechnung der Stadt (75 000 Mk.) hergestellt. Der Anschluß der Klosets zur Schwemmspülung ist obligatorisch; Minderbemittelte erhalten zur Deckung solcher Aufwendungen einen entsprechenden Vorschuß aus der städtischen Sparkasse und eine Ausführungsfrist von sechs Jahren. Die Kanalbenutzungsgebühr wird nach dem Miets- oder Nutzungswert der Grundstücke erhoben und li/2—2V2 Prozent je nach der Größe der Wohnung.
ft l c 111 e 'ja U t c i l h n fl e n aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Vilbel würde sich für einen jungen Ti erckrzt zur Erlangung einer einträglichen dauernden Stellung Gelegenheit bieten. Die Fleischbeschaustelle ist dort frei, sie trägt jährlich 1300—1400 Mk. ein. ' Auch die Revisionsstelle für fünf umliegende Orte, die eben provisorisch verwaltet wird, aber sonst dem dort domizilierten Tierarzt zusteht, würde sicher auch noch 500 Mk. ergeben. — Die goldene Hochzeit feierten in Dorheim bei Friedberg der 76jährige Zimmermann Isslland und seine Frau. — lieber den Tod ihres am 1. Weihnachtsfeiertage beerdigten Mannes, des Zimmermeisters Witze in Frankfurt regte sich die hinterlassene Witwe so auf, daß sie am Nachmittag des Beerdigungstages an einem Schlaganfalle starb. — Der Pfarrer von St. Stefan in Mainz, Geistlicher Rat Körner, wurde vom Papste zum Hausprälaten ernannt. — Durch Vermittelung des Direktors Pascoe in Gießen sind, wie in früheren Jahren, auch zu diesem Weihnachtsfeste mehreren gemeinnützigen Anstalten und bedürftigen Leuten in Gießen und Umgebung namhafte Beträge zugeführt worden, so dem Allgememen Verein für Armen- und Krankenpflege zu Gießen 100 Mk., dem Oberh. Verein für Innere Mission 50 Mk., der Gemeindepflege der Matthäusgemcmde 100 Mk., der Kleinkinderschule in Klein-Linden 100 Mk., einer armen Witwe in Klein-Linden 40 Mk. rc. rc.
vermischte».
* Köln, 26. Dez. Unsere Stadt war am Weihnachlts-- abend die Stätte einer blutigen Mordtat, verübt durch, den Vi-eseldwebel Bernhard vom Infanterieregiment Nr. 19 in Görlitz, der int April bereits deut früheren Geliebten der heurigen verehelichten Frau Boettcher nachgestellt und durch die Kriminalpolizei ent der Ausübung eines Verbrechens verhindert worden war. Bernhard erfuhr, daß Frau Boettcher in Mülheim bei den Großeltern weilte. Er suchte seine frühere Geliebte auf und begleitete dieselbe über die Schiffbrücke bis an eine einsame Stelle in der Mülheimer Heinde. Dort ermordeto er sie. AllSdann besuchte er beit Ehegatten der Ermordeten und ließ sich von diesem an den Berliner Nachtzug begleiten.
Bisher ist die Spur des Atörders, der auch die Kinder der Ermordeten zu toten drohte, unentdeckt.
* Die Verlobung des Großfürsten Cyrill. $3u? der Berliner „Täal. Nundschail" aus München gemeldet wird, ist Großfürst Cyrill von Rußland dort in Rom eingetroffen, und nach kurzem Aufenthalt nach Koburg weitergereNt Tort wllte zu Weihirachtcn die Veröffentlichung seiner Verlobung nut der geschiedenen Groß Herzog in Viktoria M e \ i 11 a entx lief) erfolgen, nachdem der Kaiser von Rußland seine Zustimmung gegeben hat. Wad) dem Ableben der Herzogin-Witwe Ale^andrrne von Sachsen-Kobittg dürfte von dieser Absicht Abstand genommen worden sein. Die Tatsache der Verlobung steht jedoch fest.
* Die Gräfin M0 ntign0 s0 hat ihren Eltern telegra- phisck) ihre Ankunft in Florenz mitgetcilt und erbat den Besuch ihrer Mutter. Tie Großherzogin von Toscamr nxir auch geneigt, der Bitte zu willfahren, dock, wurde der Besuch mtt Ruckfrä)t auf ihren leidenden Zustand, der siä) infolge der Aufregung der letzten Tage verschlimmert bat, verschoben. Entgegen den Meldungen, da» die Gräfin zu ihren Eltern nach Salzburg reisen wolle, wird erklärt, daß dersechen von ihren ^Eltern aufs dringendste abgeraten worden sei. einen derartigen -schritt zu tun, der wegen des kaiserlichen Verbotes, östreichisd>en Boden zu betreten, lveit uuangenelMere Folgen gehabt Hütte, als der Dresdener Aufenthalt. Tie Grenzstationen wurden durch Geheimagenten scharf überlvacht, ebenso das großh. Palais in Salzburg, um ein Eindringen der Gräfin zu verhindern. — Hinsichtlich des von Wien aus vcibreitetcii Gerüchtes, bie Gräfin habe Selbstmord verübt, gab Rechtsanwatt Tr. Zehme in Leipzig die Auskunft, daß das Gerücht faffch sei. Tie Gräfin habe die Zusicherung erhalten, daß ihr eventuell im nächsten ^ornmereinZu- iammentreffen mit ihren Kindern gestattet werden soll. Ihre Gemüts-Verfassung habe sich ersichtlich gebessert und sei zuversichtlicher gewesen, als bei ihrer Ankunft 111 Leipzig. — Wie dagegen der „N. Fr. Pr." gemeldet wird, glaubt man in der Villa in Papiniauo zu Florenz, wo die Gräfin jetzt mit ihrer Begleitung lebt daß der Dresdener Hof eine )trengere Bewachung und Isolierung der Gräfin beabsichtigt, um eine Wiederholung der letzten Vorgänge zu verhüten. Es heißt, nur in einer Heilanstalt könnte die zerrüttete Gesundhett der Gräfin wieder hergesbellt werden und nur dort konnte sie die Ruhe finden, deren ihre Nerven dringend bedurften.
* Ein Unglücksfall im Theater trug sich in Magdeburg zu. 10 Minuten vor Beginn der Vorftellung des neuen ftatelburg'schen Schwankes „Ein Familien tag" im Stabt- tbeater stürzte vom dritten Rang ein Logenschließer ins Parkett. Er war auf der Stelle t 0 t. (Uedrigens ist- der „Familientag" am ersten Weihnachtstage in Frankfurt zur Erstaufführung gekommen und hat, namentlich im feften Alle, vielen Beifall gefunden. Tie beiden letzten Akte fielen allerdings ftark ab, wurden aber doch noch freundlich ausgenommen. T. Red.)
* Kleine Tages chronik. Beim Eisläufen in den Tongruben bei Speicher ^unweit Trier) ertranken sieben Mnaben im Alter von 6 bis 15 Jahren. — In Grangers llWestvirginien) tanzte nach der tiru-lichen Weihnachtsfeier ein Buriche mit einem Mädchen, dessen Begleiter er nicht zuvor um E-rlaubnis ersucht hatte. Es kam zu einem Revolver- gefccht, bei welck-em vier Personen getötet und eine Anzahl verwundet wurden. — Nach enter Meldung aus Newyork brannte in Oldtown (Maryland) infolge einer Explosion von Erdöl ein Sclfuppen nieder, in deut 50 Bahnarbeiter untergebracht waren. Einer, der Slavonier Nimarich, ist dabei mit seiner F-rau, seinem Kind und zwei Schwägerinnen umgekommen. Es wird ein iBerbucfcn vermutet. — Ter T r e i m a st s ch 0 0 n er Hebron, lvelcher fett dem 20. November vermißt wurde, fft auf der Fahrt von Norwegen nach der Osttsee mit der ganzen Besatzung untergegangen. Wrackstucke wurden an die Hüfte getrieben. ___________
Auivelsttäts-Aachrichterr.
— Akademische Nachrichten. Die 0. Professur für deutsche Literatur, Aeschettk und Rede-Versübungen au der Tech- Nischen Hockstämle in Stuttgart wurde dem 0. Professor Tr Otto Harnack an der Technischen Hochschule mDarmstadt übertragen. — Aus Marbura wird geschrieben: Der Direktor der chirurgischen Klinik, Geh. Aded.-Rat Professor Dr. Küster, beging am 24. Dezember sein 25 jähriges Jublläum als Unv versitätsprofessor. An Stelle des verstorbenen Profeyors der Mathematik Dr. Heß ist der a. 0. Professor Dr. I. Neumann aus Breslau zum 1. April an die hiesige Univerfttat versetzt worden.
Braunschweig, 27. Dez. Professor Dr. Bodländer, Dozent für physikalisch Chemie und Elektrochemie an der hrefigen Hochschule ist plötzlich an einem Lmigenabzeß geftorben.
— Gegen die Studentenmensuren erläßt bie akademische Tisziplinarkammer der Universität Tübingen, veranlaßt brird) mehrere analoge Vorkmmniffe, mittels Anschlags am „Schwarzerr Brett" folgende Warnung: „Wer einen anderen durch Beleidigungen oder durch Handlungen, welche allgemein als Provokation angesehen werden, oder durch direkte oder durch verfchleierte Bezcigung oder Androhilirg von Verachtung zu einem Zweikampfe zu bestimmen sucht, hat die stren g ft en Dis z ip lv- n ar straf en zu gewärtigen." __ _________
Kerichtsjaal.
Brüssel, 27. Dez. Im Pr0 z eß um den N a chla ß der Königin Henriette wurden beute die Plaidoyers beendet. In einigen Tagen wird der Königlid?e Prokurator feine Ansicht äußern und in etwa vier Wochen ist das Urteil zu erwarten.
Htsenvayn-Zettung.
Eine Kabinettsordre vom 24. Dezember genehmigt die Aen- derungen der Dienstkleidung der Staatsersen- babnbeamten, die eine wesentliche Vereinfachung und Verbilligung der Kleidmrg bezwecken. Tse Galakleidung der StationsvorftLher 1. Klasse fällt lueg; dasur wrrd den Stationsvorstehern 1. Klasse, den Güterexpeditionsvorstehern und den Stationskassenrendartten gestattet, bei feierlichen Gelegenheiten den Galahut zur Tienstkleidimg zu tragen. Bei den mittleren Beamten fallen die Goldstickereien am Kragen und die Samtauffchlage an den Aermeln fort, letztere werden durch 'Rollauffchläge ersetzt. Tie Zugbegleittmgsbeamten dürfen an Stelle der einreihigen ine zweireihige Joppe tragen.
Kandel und WerKel-r. ^olkswUlschafl.
Berlin, 27. Dez. (W. B.) In der heutigen Sitzung des Zentralausschusses der Reichsbank erklärte Präsident Tr. Koch, daß die bereits in der zweiten Dezemberwoche um 43 Mill. Mk. gewachsene Anlage sich iveiter um 51 Mill. Mk. auf 1011 Mill. Mk. gesteigert habe, darunter 140 Mill. Mk. Effekten, daß sie aber nod) um 81 bezw. 100 und 44 Mill. Mk. kleiner sei als in den letzten drei Jahren. Der Metallbestand habe sich leit Oktober d. I. befonberö durch Zuflüsse aus dem Auslande in Verbindung mit günstigen Wechselkursen ansehnlich vermehrt und betrage jetzt 1013 Mill. Mk. d. l 136, 144 bezw. 75 Mül. Mark mehr als in den letzten drei Jahren. Der in der letztem Woche freilich um 10 Mill. Mk. gefallene Goldvorrat sei um diese Zeit noch niemals so groß gemeßen. Tie gesamten fremden Gelder beliefen auf 569 Mill. Mk.. also auf 6 Mill. Mk. mehr als in 1903, 24 Mill. Mk. bezw. 85 Mill. Mk. weniger als in 1902 und 1901. Die Privatguthaben aber seien fast ebenso hoch wie in 1903, dagegen 8 bezw. 10 Mill. Mk. höher als in den treiben vorausgegangen en Jahren. Tie Deckuitgsverbältt nisse seien ebenfalls besser, »venigstens gegenüber 1903 und 1902, in weichet: Jahren weit mehr ungedeckte Noten im Umlaut gewesen seien. Tie ften er freie Notenreferve von 187 Mill. Mk. übersteige die dieser beiden Jahre um 108 bezw. 88 Mill. Mk und sei nur 17 Mill. Mk. kleiner ffld in 1901; sie werde freilich in der letzten Tezemberwoche einem steuerpflichtigen Notenumlauf Platz machen, iucmi auch vielleiat nicht in dem Maße wie tm Vorjahre. Ter Präsident erklärte, wie schon gemeldet, daß im nächsten Januar indes auf kräftigen Rückstrom zu lwffen sei. der bann die Herabsetzung des 1 Prozent über Berliner


