Ausgabe 
28.12.1904 Erstes Blatt
 
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Telephonischer Kursbericht

Tendenz: stark.

Warnung!!!

Kdnvesierpitftn

zu ersetzen.

Apotheker Friedrich Merckling.

. 127.60 47.80

9% Mexikaner 4V?"/n Chinesen . Electric. 8ohuckert Nordd. Lloyd . . Kraditaktien Diskonto-Kommandil Darmstädter Bank Dresdener Bank . Beniner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn Lombarden . Gotthardbahn . . Laurahütte . . . Bochum . . . . Hnrpener . . . Schatzscheine . .

. 32 40 . 91.95 . 124.95 . 102 70 . 21250 . 193.40 . 142.70 . 158.10 . 164 40 . 138.60 . 17.60 . 192 50 . 259.30 . 233.50 . 214.90

hatte, hervor, und erschossen zusammen.

8%

*lW)

Reichsanleiho do.

Konsole , do. . .

Hessen

B7t% 8"/,

deutschen User liegende Farm 6 Männer niedermachten mordeten, von denen das An einem anderen Ort zerrten riges Kind, das sich hinter

3*/} % Oberhesson . . . 4% Oesterr. Ooldronto 4/6 % Oesterr. Bilberrcnte 4% Uncrar. Goldrente . .

40/ Italien. Rente , . ,

41/,% Portugieser . . .

*o/ Portugiesen. . . .

19o C. Türken ... I'ürkenlose......

4% Griech. Monopol.-Anl. 4/i% äussere Argentiner

es mit dem Vater

Kirche und Schule.

Auf das Huldigungstelegramm, welches bei Gelegen­heit seines 40' Stiftungsfestes der Deut s ch e katho­lische Gesellenverein in Rom an den Kaiser gesandt hatte, traf aus Berlin folgende Antwort ein:

Berlin, 14. Dezember 1904. Den Teilnehmern der Feier des vierzigsten Stiftungsfestes des Deutschen Ge­sellenvereins in Rom spreche ich für ihren telegraphischen Huldigungsgrüß meinen kaiserlichen Dank aus. Ich be­gleite die Bestrebungen der Gesellenvereine mit fteteni Interesse und wünsche ihrer Tätigkeit reichen Segen. Wil­helm."

und dann 5 Kinder er- jüngste 8 Monate alt war. die Hottentotten ein 5 j ä h - den Geschwistern verborgen

Ta in der letzten Zeit verschiedene Nachahmungen meiner seit 25 Jahren im Verkehr befindlichen, allein achten

Kpostftker Ltttßard Arandt's

Hottentottischc Grausamkeiten.

Die Londoner .Daily Mail" veröffentlicht einen Brief auS Kapstadt, in welchem es heißt, daß die Hottentotten von Deutsch-Südwestafrika, wenn sie überhaupt Sympathien

Großfeuer in Mainz.

fc. Mainz, 28. Dez. (Tel. des Gieß. Anz.) Heute nacht brach in dem Hause Bonifaciusstraße 82, einem Holzbau, Feuer aus. Es befinden sich unten in diesem Hause Stallungen, oben Wohnungen. Der Brand nahm wegen des in jener noch ziemlich wenig bebauten Gegend herrschenden Waffermangels großen Umfang an und wurde um so gefähr­licher, als dicht dabei die Stallungen des Menageriebesitzers Dichter sich befinden, die indes vom Feuer verschont blieben. Bei denAnfräumungsarbeiten fand man den Leichnam des achtjährigen Knaben August Eschenfelder vor. Das Kind war verbrannt, es war der Stiefsohn der Besitzerin des Hauses namens Dreßler. Der kürzlich von ihr entlaßene Dienstknecht G ra dusch wurde unter dem Verdachte der Brand­stiftung verhaftet.

Apotheker Richard Brandts wachs. Schaffhausen (Schweiz). b28/n

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Neue russische Eisenbahn-Obligationen.

russische snnanzmmister hat die Ausgabe der von der Regierung p^rnmicrteit 11293 000 Rubel 4 vroz. Obligationen der Eis«rn- l..chngeseNich-ait Moskau-Woronesch genehm-at. Desgleichen 10 814 600 Rubel 4 vroz. Obligationen der Eisenbahngcsellschast Moskau-Wnidau-Rhbinsk. Beide Anteile unterliegen der 5 Proz. Rentensteuer.

Märkte.

fc. Frankfurt a. M., -8. Tez. Orig.-Telegr. desGieß. Anz.") S ch w e i n e m a r k t. Zum Verkauf standen 366 Schweine. Schweine: 1. Qualität 58-59 Big., Lebendgewicht 4600 Pfg., 2. Qual. 5700 Big., Lebendgewicht 45-00 Pfg., 3. Qualität 5052 Vfg., Lebendgewicht 0000 Pfg. Geschäft gut, Uebev- stand unbedeutend.

. 101.70 . 89.85 . 101.65 . 89.85 . 100.10 . 98.50 . 101.60

100 25 . 99.60 . 104.70 . 64.00 . 63.25

besaßen, diese durch ihre Grausamkeiten eingebüßt hätten. Eme Frau Bothma, die sich in das Polizeilager am Oranje­fluß flüchtete, erzählte, daß 70 Hottentotten eine auf dein heimsuchten und zunächst

nuidyte der verstorbene Bäckermeister Schabbel der Stadt 125 000 Mark zn wohltätigen Zwecken. Ter Bahnadjunkt Roth an- W i ck l e s g r e n t h lb>ei Ansbach in Bayern) wurde vom Schnell­zug erfaßt und gräßlich verstümmelt, indem ihm Kopf und Beine vom Rumpfe getremtt wurden. Der Verunglückte hatte den Chinafeldzng mitgemacht. In Essen a R. erdolchten! zwei kroatische Bergleute einen zugareisttn Landsmann und raubten, ibu vollständig ans. Die Mörder wurden verhaftet. enter Schlägerei in Holsterhausen (Rhld.) bei Wanne wurden zwei junge Vurscljen tödlich verletzt und einer getötet. <3n Petersburg erschoß sich der Leutnant Lrkatschew vom Preobraschenskischen Garderegiment: er war durch eine Pe­tersburger professionelle Schönheit Katarina Reschetnuowa vol^ ständig ruiniert worden. In München v er g i f t e t e st ch Frau Professor Gmel in, eine Dame, die durch ifre Seti- nähme an der Frauenbewegung auch weiteren streifen bekannt geworden ist, infolge Nervenzerrüttung. In Dresden wurde am Heiligabend von einem jungen, nobel auftretenden Menschen, der sich 'als Berliner Kriminalkommissar ausgab, ein kecker Er­press u n g s v e r s u ch gegenüber den Inhabern der königlichen Hofmühle der Dresdener Vorstadt Plauen, Kommerzienrat Die­nert und dessen Bruder, gemacht. Ter Gauner wies einen Ver­haftungsbefehl vor, weil die Brüder wegen Verrats milttärtscher Geheimnisse vor dem Reichsgericht angcklagt seien, wollte der Spitzbube die beiden Herren gegen eine Kaution von 500 000 Mark auf freiem Fuße belassen. Ter freche Bursche, der in einem eleganten ^lpee vorgesahren war, wurde der Polizei über­geben, die in ihm einen alten Bekannten, einen öfter schwer b-chrasien fmndlnnaskammis. feststellt".

Neueste Meldungen.

Danzig, 28. Dez. Dem Studenten der Technischem Hochschule und Nescrveleutnant Anton v. Hol leb en war bei einer Fe cht Übung die Klinge seines Komparenten durch die Drahtmaske gedrungen und hatte das Gehirn verletzt. Nach schwerem Krankenlager und erfolgloser Ope­ration starb der Student.

Dresden, 28. Dez. Die alte Augustusbrücke hat plötzlich einen etwa 10 Meter langen Riß erhalten. Die Situation gilt als nicht unbedenklich. Vermutlich wird man den alten Bau durch einen neuen ersetzen müssen.

München, 28. Dez. Wie dieMünch. Post" an* scheinend au§ dem Verkehrsministerium selbst erfährt, kann die nächste Konferenz über die Betriebsmittel-Gemein­schaft immer noch nur vorbereitender Natur fein, da sich ein Widerstand Preußens gegen die vom Verkehrs­minister gewünschte Taris-Reform geltend gemacht haben soll,

Paris, 28. Dez.Petit Parisien" berichtet aus Pe­tersburg: Ein Telegramm aus Sewastopol an dieNo- woje Wremja" versichert, daß die in den Arsenalen von Sewastopol herrschende Tätigkeit die Frage der Entsendung der Schwarz-en Meerfstotle wieder auf die Tages­ordnung gebracht habe. Der Korrespondent erklärt jedoch auf Grund guter Informationen, der Zar habe auf die Entsendung dieses Geschwaders verzichtet aus Besorgnis, daß dies eine Komplikation mit England herbei­führen könnte. Der Zar reist ant 29. d. M. nach Littaucn sowie nach dem Don und Kaukasus, um die Truppen zu inspizieren, die nach dem Kriegsschauplätze abgehcn fölten.

Heer und Alotte.

Ein militärisches Avancement eines Staatssekretärs hat der Kaiser vorgenommen. Bei der Jubiläumsfeier des Grenadier-Regiments zu Pferde in Bromberg ist dem Staatssekretär von Elsaß-Lothrrngen v. Köller der Charakter als Rittm>eistcr verliehen worden. Diese Ernennung erinnert daran, daß der Kaiser bald nach seinem Regierungsantritt den Finanzminister v. Scholz, der es in seiner militärischen Laufbahn nur bis zum Vizefeldwebel gebracht hatte, zum Leutnant be­förderte. Auch der Reichskanzler ist bekanntlich vor einigen Jahren zum Oberst ä la suite der Bonner Husaren be­fördert worden, fcerc v. Köller steht im Alter von 63 3 7 reu.

vermachte».

* Der Chefredakteur und der Theaterrezen­sent desH e i d e l b. T aab L" haben die schweren Säbel- 'orderungen des Eorvs Suevia abgelehnt. Tas Blatt erzählt jetzt folgendes über den Vorfall im Theater: Zwei der jungen Herren fjatten es verstanden, sich als Damen maskiert ins Theater einzuführen. Ihre Mätzchen wurden von den Begleitern durch BeifallStäne belohnt, wie sie unter gesitteten Menschen nid# gang und gäbe sind. Tas Publikum war entrüstet und äußerte diese Entrüstung in Worten, die un­gleich schärfer waren, als sie die Rüge unseres Referenten ent­hielt, der das Gebühren als roh und unanständig bezeichnete. Eine scharfe Charakterisierung war aber fdyon deshalb am Platze und erforderlich, da sich das Benehmen der Herren dieses Mal wie schon früher bei der Tellaufführung (auch hier waren cs Mitglieder der Suevia» Damen veranlaßt sahen, aus der Nahe der sich so wenig galant und ritterlich benehmenden Herren zu flüchten. Ter Unfug nahm weiter seinen Fortgang. So wurden während der Erstaufführung derLustigen Weiber von Windsor" fortgesetzt Zehnpfennigstücke auf die Bühne und in den Orchesterraum geworfen. Ter Höhepunkt wurde aber am vorigen Smmtag erreicht, so daß das Einschreiten der Polizei nötig war, durch die die jungen.Herren aus dem Thea­ter gewiesen wurden. Es erfolgte eine Polizeistrafe wegen groben Unfugs von je 100 Mark an die beiden Maskierteil. Unser Kritiker urteilte ebenfalls, und sein Urteil gab Veranlagung zu einer Erklärung alter Herren de r Suevia, die jedoch nicht vermochte, die Redaktion zur Mschwächnng derRüge zu veranlassen. Wenn jemand ein öffentliches Ten km al zerstört, wird dies als Rvheitsdelikt aufgefaßt und strenge bestraft. Wir meinen nun: was der bildenden Kunst recht ist, ist der dra- matffckfen nur billig und überlassen, den logstchen Schluß der Oeffentlichkeit. Tie Sache hat noch eine andere ^eitc. Tre Thea­terloge wird den Schwaben nur gegen Unterzeichnung eines Re­verses überlassen, in dem sie sich kontrattlich verpflichten, im Falle einer Störung ihrerseits auf die Loge ohne weiteres zu verzichten. Dieser Revers legte den Herren aber auch die m o r a - lische Verpflichtung auf, von vornherein regliche Störung zu vermeiden Sie haben sich jedoch daran nicht gehalteii, wie sie auch das Vertrauen mißbraucht haben, das man durch Ueberlassung der Loge ifyitcn entgegengebrackst hat. Wir überlassen auch hierin das Urteil dem Publikum. Solche Vorkommnisse dürfen Nickt geduldet werden. Heidelberg ist nicht mel/r das frühereUni- verlitütSdorf", sondern eine aufblühende Stadt, in der sich auch Fremde niederlassen und sich behaglich fühlen sollen. Tie Ve- tooTyner dieses neuen Heidelberg habeii durchaus nicht Lust, sich den Besuch des Theaters durch junge Leute verekeln zu lassen, die in völliger Verkennung der modernen Anschauungen und Verhältnisse für sich das Privilegium beanspruchen, sich ohne Rücksicht aus ihre Umgebung so zu benehmen, wie es ihnen gerade beliebt Schon im Interesse unserer Stadt muß die Presse der­artigen Ansschreittlngen entgegentreten. Tas ist nicht nur ihr Recht, sondern auch ihre Pflicht, und in der Ausübung dieses Rechtes unb in der Erfüllung dieser nicht eben angenehmen Pflicht lassen wir uns durch Niemand hindern."

* Eine entsetzliche Familientragödie, ähnlich der in Maulbach, hat sich am zweiten Weihnachtstage in Nord­hausen zugetragen. Wie dieNordh. Ztg.^ berichtet, hat der Kaufuiann Otto Hertel seine Frau und seine beiden Kinder im Alter von 1.3 und 11 Jahren ermordet, indem er ihnen die Kehle durchschnitt, und sich dann selbst das Leben genommen indem er sich die Pulsader öffnete und gleichfalls die Gurgel durckuchnitt. Alle vier sind tot. Das Motiv der Tat ist unbekannt.

* Gleich und gleich gesellt sich gern! Zu dem Weihnachtsfeste hat sich Prof. Tr. Wilhelm Stoeltzner, der Vertreter bc3 Fache« der Kinderheilkunde in der medizinischen Fakultät der Universität Halle, mit Fräulein Tr. med. Helene Z i e g e 1 r o ck vermählt.

* Kleine TageSchconik. Zugführer Hirsch aus Erfurt, auf dessen Verschulden das V a hn u n g l ü ck be i W u t ha zurlickgefühtt wird, wurde verhaftet. In Lübeck ver-

wSre wobl nur aus ben dortigen Kolonialhäfen Englands zu be­ziehen. Tiefe aber gelten dann völkerrechtlich, wenigsbms soweit die vornelag<-rte Hohe See in Betracht koinmt, als Kriegssckwu- vla^, da ia durck» die jamrnische Flotte der Krieg dorthin getragen rrhrb Im Hinblick -auf das englisch-japanische Bündnis ist es unter diesen Umständen sebr zweifelhaft, ob England butben nstrd, daß auf dem Kriegsschauplatz dem Gegner snues Ver­bündeten durch Kvlstenlieferung seitens englischer tTtrmcn Die -lktionsfähigkeit verschafft wird.

Das 3. russische Geschwader.

Petersburg, 27. Dez. Tas dritte Geschwader wird in zwei Wochen die Ausreise iiach Oftasicn antretcn. Die erste Gnippi- wird aus den Panzerschiffen Aprarim, Seuiawin, Usckm- kow und Nicolai L, 4 Kreuzern und mehreren Torpedobooten^ be­steben. Die zweite Gruppe wird Jidj aus zwei Panzerschiffen, zwei Kreuzern, einigen Koblemchiffen uird 7 Torpedobooten zu- 'ammensetzen. Ter erste Teil des Geschwaders wird noch im Lauft des Jarmars, der zweite int Februar auslaufen.

Russische Nnterschleife.

Petersburg, 27. Dez. Infolge zahlreicher Unterschleffe die bei der Verwaltung des Roten Kreuzes sowohl an Oxlb als an Material begangen worden sind, ist das Publikum veranlaßt worden, alle Beiträge einz u stellen.

Russische Steuern.

Um die Familien der einberufenen Reservisten unterstützen zu können, muffen, wie von der rtlssisckt-schlesiscben Grenze gemeldet mitt», von nun an dft Hausbesitzer 10 Prozent der eingenommenen Miete mit Hinzureckmung des Wertes der eigenen Wohw-ng an die Oftmeinden abfilhren. Tie Grundbesitzer haben zu den bisher gezahlten Steuern vom Grundbesitz einen Zuschlag von 25 vEt zu zahlen. Vom 1. Januar ab soll auch eine Steuer auf Salz eingeführt werden.

Spionageriecherei.

Petersburg, 27. Tez. Tie englische Bonne fr'r Großfürstin Olga, der ältesten Tochter des Zarenvaares tpirrfc» weo-n Sv-"N 10b'r di" ' 0'r^nre nehmet

feftoefknt unb von mir zur Anzeige gebracht wurden, roofie 1 mau stets genau daraus achten,

daß jede Schachtel als Etikette bas nebenstehende, in Dcutsch- land gesetzlich geschützteWaren»

*?\ Zeichen

-weißes Kreuz im roten

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.

Voraussichtliche 2tzittcrnug in Heffen für Donnerstag, den 29. Dezember 1904: Trüb, vielfach auch nebelig, etwas kälter.

______Näheres durch die Osießener Wetterkarte.

tzmnilicn-llfldiriditni.

Gcstorbcu: Herr Heinrich Helfrich, Darmstadt. Frau Wil­helmine Scheid, geb. Glöckner, Darmstadt. Frl. Wilhelmine Zinunermann, Tarmstadt.

Aus Stadl und Land.

Gießen, 28. Dezcnlber 1904.

** Vom Vorslande des Großh. Kabinets ist bem Konditor A. Geißner hier ein Dankschreiben zugegangen für aus Anlaß der Verlobung Sr. Kgl. Hoh. des Großherzogs nach Darmstadt gesandte Backwaren.

** Personalien. S. K. h. der Großherzog haben Allergnädigst geruht, dem Reichsbevllmächtigten für Zölle und Steuern, KÜnigl. Württembergischen Regierungsdirektor von Hegelmaier aus Anlaß seines mit Ablauf ds. Js. erfolgenden Uebertritts in den Ruhestand die Krone zuin Komturkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen zu verleihen. Ferner ist einer Reihe von Eisen- bahnbeamten die unkündbare Anstellung verliehen worden.

Der Landtagsabg. und Bürgermeister Schmalbach zu Erainseld ist bedenklich erkrankt. Er steht hoch in den sechziger Jahren.

* Konzertverein. Das bereits veröffentlichte Pro­gramm zum zweiten Künstlerabend am 8. Januar ist von den Künstlern so schön zusammengestellt, wie man es sich nur wünschen kann. Seit über drei Jahren konzertiert O n d r i c e mit bem jugendlichen Pianisten Josef FamLra und überall rühmt man das künstlerische Zusammenspiel. So werden diese Künstler diesem selbstgewählten Programm gewiß in höchstem Grade gerecht werden. Höchste, edelste Kunst und vornehme Virtuosität spricht auS der Wahl der Stücke, wir dürfen erwarten, daß sie jedem vieles bringen werde. Die O-ckar-Sonate von Brahms und das I)-most-Konzert von R. Strauß sind zudem für Gießen, so viel wir wissen, Neu- h«lten- erstere em abgeklärtes Werk des reisen Meisters, der

unter den Nachklassikern Über alle emporragt, und daS letztere Konzert ein Jugendwerk deS inzwischen für ntanchen doch vielleicht etwas zu modern gewordenen Komponisten. Mit Franz Schuberts unsterblicher Wanderer-Fantasie wird sich dann Herr Famära als Solist einführen, um nach zwei kleineren Sachen des Virtuosen und Komponisten Ondrieek elbst die berühmte Don Juan-Fantasie von Franz Liszt das gewaltige Repertoirestück eines Moritz Rosenthal zu spielen. Mit den höchst feinsinnig zusammengestellten charakteristischen ungarischen Weisen von Ernst schließt der, wie wir erwarten dürfen, genußreiche Abend.

** Aus dem Bureau des S t a d t t h e a t e r s. ES sei darauf hingewiesen, daß am heutigen (Mittwoch) Abend als 7. VolkSvorsteNung ein Werk allerheitersten Genres zur Aufführung gelangt: Brandon Thomas übermütiger Schwank EharlepS Tantes Wer herzlich lachen will, findet l)cute abend bei Herrn Lipperts Tante dazu Gelegenheit.

Zur Maulbacher Familientragödie erfahren wir heute, daß nun auch das eine der Mädchen gestern nachmittag um 4 Uhr von seinen schrecklichen Leiden durch den Tod erlöst worden ist. Der Zustand der allein noch am Leben befindlichen Schwester ist indes erfreulicherweise derartig, daß ihre Wiederaenesung z»l erwarten ist.

Lich, 27. Dez. Die seit etwa 20 Jahren bestehende Pfennigsparkasse der Licher Spar- und Eredit-)ltien- gesellschast erfreut sich ebenso wie das Hauptinstitut einer immer steigenden Entwickelung. Im Jahre 1904 wlirden von 346 Einlegern Mk. 9924,50 gegen Mk. 9752,50 im Jahre 1903 eingelegt. Gewiß ein schönes Zeichen für den Sparsinn der Bewohner der Stadt Lich.

Laubach, 27. Dez. Am 2. Weihnachtsfeiertage machten Se. Kgl. Hoheit der Groß Herzog und deffen Hohe Braut im hiesigen Gräflichen Schlosse einen Besuch. Das Hohe Bralttpaar fuhr mit Begleitung in einem Automobilwagen, der Fürst von Lich und Gemahlin benutzten einen Vier- spännerzng. Die Hohen Herrschaften verweilten in Lau dach von 12 bis 4 Uhr nachmittags. Beim Wegsahren wurden sie durch vielstunmigeS Hurra des sich ansammelnden Publiklnns begrüßt.

g. Büdingen, 24. Dez. Gestern sand hier die Wahl von zwei Kreistagsabgeordneten durch die Höchstbe­steuerten statt. Es wurden wiedergewählt OberamtSnchter Rabenau hier und Bürgermeister MöbS auS Gettenau. Unsere Stadt steht zur Zeit mit zwei Bankhäusern in Unterhandlung wegen Aufnahme eines Alllehens von Va Millionen Mark. Die Aufnahme ist durch den Schul­hausneubau, die Kanalisation und Errichtung eines Elektrizitätswerkes notwendig geworden.

Kleine Mitteilungen ans Hessen und den Nachbarstaaten. In einer Besprechung der Stadt­verordnetenwahlen in Frankfurt a. M., wo die Sozialdemokraten gegen Freisinn und Demokraten unterlagen, aber dafür durch Stimmenthaltung zu ©unften derMittel­standspartei" den freisinnigen Führer, Justizrat Geiger, zli Fall brachten, schreibt der sozialdemokratisch-anti­semitischeVorwärts", eS sei große Trauerim Hause Israel". Auf Frankfurter Verhältniffe hatte schon früher der Vorwärts" das WortMansche oben" angewandt.

mit bem Namenszug Richard Brandt's trage.

Ich bitte, mir alle Fälle be» famit zu geben, wo versucht wirb, meine ächten Apotheker Richard Brandt'S Schweizcrpillen bureb nachgeahntte, billigere, minberroertige u. s. w. Fabrikate