Ausgabe 
28.9.1904 Zweites Blatt
 
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1 Änbe. BaooLnerr ein Mmm. Miele ö ML? 1 Stube. Mita: teStfnt nnb 2 Kinder. Miete 50 ML 1 Stube unb VewoVnec: 1 Mutter mit 2 erwachselrcn Kindern,

1 Tochter davon ffltift in de^ Küche. Miete 80 Mk. 1 nnb Küche. Bcn»>dru-r: Eltern nut 2 Kurdcru. Miete 80 Mr. 1 Sttllv mit AWHÜaK 1 Beine Küche. Eltern mit 3 Kindern, wotnm dnti 16 Julwe alt Miete 72 Mr. 1 Stab« nebst Kummer und Kurve .Inhaber ist der Besitzer deS Hanse-), Lllcrri, 4 Kinder, in einem besonderen, genügend grvßiM Raum smo S Schiäser nrttergebnaäst. Für d^ ganze Haus ist ein yiDon tu; dieser liegt etwa in Tackcköhc am Berge, für dre im Unter­haus wöhnendien Leute ist der Mort natürlich schwor zu crreia>on, Lv sie erst einen nickt unwesentliche Aufstieg macken must em Eine wrckllck gute $k>tynung, bestehend aus Stube, Kammer und Küche, ist in Hirichkorn nicht unter 100 bis 160 Mk. zu l-aben; 3 <nrty Räume nebst Küche kosten bis 230 Mk.

Oppenheim (3701 Einwohner): Ein Tcll der Hauistr »st an den Borg angelernt, sodaß legerer gewissermaßen dre Himerwand hübet und Fensteröffnungen in der Hinterwatch nmst werden können. 1 Wohnung im Tachstock: 2 Räume nbne Lüchc, teilt- baten fctaügt Vante von 1 Meter Höbe ab. Bewohneri Eltern und 5 Kinder. Miete 132 Mk. Wohitmtg, bestehend ans 1 Raum, sonst nichts. Bewohner: Eltern und 5 Kinder. Miete 90 Mk.

Aus Stadl und Sand.

Gieße», 28. September.

An die

Auftraggeber kleiner Anzeigen,

Vermietungen und dergl.

Zur Erleichterung der GesihäftSführung bringen nur mH dem 30. September alle kl er ne n Anzeigen, welche auf Abruf bestellt sind und bereits eine große Anzahl von Auf­nahmen gefunden haben, zur Abrechnung. Wir bitten unsere verehrten Geschäftsfreunde um gest. Erneuerung der Auf- fräge, falls deren Wetterführung gewünscht wird.

Kießrrur Anzeiger.

Schulpersonalien. Dem Schulverwalter Wilhelm Belte, seither in Herchenhain, wurde die Schulstelle zu Atzenhain, Kreis Alsfeld, definitiv übertragen; der Schul­verwalter Karl Gaul zu Bechtheun erhielt die Lehrerstelle in der Gemeindeschule zu Sichenhausen.

§ Ober-Ohmen, 27. Sept. Am Schluffe der Ma­növer des 18. ArmeckorpS ereignete sich bei unserem Orte noch ein ernster Unfall. Wahrend die Infanterie m Reih' und Glred stand, schlug das Pferd emes Offiziers aus imb straf einen Musketier mit aller Wucht auf den Unterleib. Der Mann brach zusammen. Da der Lazarett­wagen bereits weggefahren war, wurde der anscheinend schwer Verletzte durch ein hiesiges Fuhrwerk zur Bahn befördert. Auch in Rieder-Ohmen trug sich ein Unfall mit einem Pferde zu, der unseres WiffenS nicht bekcmnt geworden ist. Ein Pferd erhielt durch ein anderes einen solch wuchtigen Schlag, daß es das Bein brach und geschlachtet werden mußte.

g. Büdingen, 27. Sept. Die baulichen Herstellungen und Veränderungen an der Ronneburg sollen, wenn die Witterung es erlaubt, noch diesen Herbst, andernfalls im Frühjahr in Angriff genommen worden. Von dem inneren Teil der Burg soll nach der Instandsetzung nur der Ritter­saal, Turm und Brunnen den Besuchern gegen ein Eintritts­geld gezeigt werden. Der äußere Teil dagegen bleibt für jedermann frei. Es ist ferner die Einrichtung einer Burg- wirtschast geplant; es ist dafür der alte Uerdestall sowie em Zimmer m dem südöstlichen Ecktürmchen dazu ausersehen. Die Wirtschaft soll im Sommer täglich, im Winter nur Sonn­tags geöffnet sein.

Marburg, 27. Sept. Die ,H. L.-Ztg.^ berichtet: Dem Ersuchen weitaus über 2/, der Inhaber hiesiger Ge­schäfte der Bekleidungs - und Schreibmaterialien- branche wegen Erlaß einer Verordnung bezüglich eines früheren Ladenschlusses, ist an höherer Stelle ent­sprochen worden. Von Montag, den 3. Oktober d. I. an tritt die Verordnung m Kraft. Alle Geschäfte genannter Branchen haben an allen Wochentagen, mit Ausnahme des Samstags, um 8 Uhr ihre Geschäfte zu schließen.

Homburg v. d. Höhe, 27. Sept. Der italienische Minislerpräsident G i o l i 11 i ist heute hier eingetroffen und am Bahnhof von dem Gesandten Rücker-Ienisch empfangen worden.

Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Der 24 Jahre alte Bahnarbeiter Kraus­kopf aus Amöneburg wurde auf der Strecke Frankfurt- Bockenheim von der Maschine eines von Gießen kommenden Zuges erfaßt und aus die Seite geschleudert. Er erlitt schwere, aber nicht lebensgesährliche Verletzungen. Am 25. d. Mts. begannen in der Freibibliothek zu Frankfurt a. M. folgende Vorlesungen des Stenographielehrer - Seminars: Dr. Ganttert-Frankfurt: Wissenschaftliche Darstellung des Gabelsbergerschen Systems; Dr. Kranz-Busch-Wiesbaden: Geschichte der Stenographie; Jng. Horstmann-Darmstadt: Uebertragung der Gabelsbergerschen Stenographie auf die ftanzösijche Sprache von Raußer. Eine Steuer auf die Luft ist nun wirklich eingeführt worden. Ju Biebrich haben die Stadtverordneten beschlossen, eine Gebühr zu er­heben für Benutzung der Luftsäule über städtischen Straßen zur Anlage von geschlossenen Balkons. Es soll diese eine einmalige sein, welche für geschloffene Erker im 1. Stock pro Quadratmeter 30 Mk., im 2. Stock 20 Mk. und für jeden weiteren Stock 10 Mk. beträgt. Die Ein­nahmen hieraus sollen zur Verschönerung der Straßen und Anlagen verwandt werden.

Vermißtes*

' Tanzig, 27. Sept. Hier wurde der Apotheker Paul Ulrich wegen Verbrechens gegen das keimende Leben in mindestens 75 Fällen und wegen gesundheitsschädigender Kurpfuscherei m etwa 600 Fällen verhaftet.

Breslau, 27. Sept. Wie aus Hoyerswerda ge­meldet wird, brennt seit drei Tagen die 200 Morgen große, zum SUofter Marienstern gehörige Torffläche zwischen der Stadl Wittichenau und dem Industrieort Bernsdors. Ein Kommando des 179. Infanterieregiments^sowie zahlreiche Arbeiter find Unaufhörlich bemüht, das Feuer aus seinen umfangreichen Herd zu beschränken, damit es nicht aus die cmgrerrzenüen, sehr ausgedehnten und wcAoollen Ki^fernhoch^

bestände, die dem preußischen FiSkuS «nd dem Kloster Marien­stern gehören überspringt.

Dünkirchen, 27. Sept. Nach einem Tanzver­gnügen kam eS zwischen einigen Teilnehmern zu heftigen Krarvallen. Ein Vorübergehender bemerTte, daß 4 Personen aus einen fünften einschlugen, er schoß auf die Angreifer «nd tötete einen und verwundete einen anderen schwer.

* Paris, 27. Sept. Ein Herr Deutsch hat einen Preis von 50000 Fr. für denjenigen ausgesetzt, der eine Flugmaschine konstruiert, mit welcher man ohne Ballon- Vorrichtung die Strecke von einem Kilometer durchfahren kann.

* Die bekannte Braunschweiger Kindes-Miß- handlungSasfäre wird demnächst ein kriegsgerichtliches Nachspiel erfahren. Gegen den Major v. Sydow ist wegen Mißhandlung seiner Tochter Termin auf den 1. Oktober vor dem Kriegsgericht in Hannover anberaumt worden. Die Gattin des Majors wurde vor einiger Zeit wegen des gleichen Deliktes von der Strafkammer in Braun­schweig zu vier Monaten Gefängnis verurteilt, gegen welches Urteil sie die Revision eingelegt hat, die noch beim Reichs­gericht schwebt. In dem Prozeffe gegen die Frau Major v. Sydow wurde durch Zeugenaussagen auch die Schuld ihres Gatten, wenigstens in einem Falle ausgedeckt. Frau v. Sydow befindet sich gegen Hinterlegung einer Kaution von 15 000 Mk. aus freiem Fuße.

In Sachen der Prinzessin Luise. Wie von koburgischer Seite verlautet, hat sich Prinzessin Luise von Ko bürg mit dem vorgcschlagenen Modus betreffend Aus­hebung der Kuratel einverstanden erklärt. Dieser Modus besteht darin, daß das kaiserliche Oberhoftnarschall- amt eine Kommission hervorragender Fach­männer, welche bisher in der ganzen Angelegenheit noch nicht engagiert waren, einberufen wird. Diese Kommission ttni£> über die Geisteskräfte der Prinzessin end gütige Ent­scheidung treffen. Das Pariser Journal" veröffentlicht verschiedene Insonnationen, worür bestätigt wird, daß in­folge einer Unterredung, welche Kaiser Franz Josef mit dem Prinzen Philipp von Koburg hatte, letz­terer vom Generalstabe schriftlich aufgefordert wurde, sich innerhalb 8 Tagen den Wünschen des Kai­sers zu fügen und dem Skandal mit der Prinzessin Luise ein Eirde zu bereiten, widrigenfalls er seiner Würde als Feldmarschall der österreichischen Armee verlustig gehen würde. Prinzessin Luise erhielt von der Prinzessin Alice von Alouaco euren Brief, worin diese ihre Freude darüber ausdrückt, daß Prinzessin Luise ihrem Ge­fängnis entronnen sei. Die Prinzessin von Monaco beklagt sich in dem Briefe, daß sie auf die vielen an die ^inzessin Luise gerichteten Briese rriemals Antwort erhalten habe.

Opfer eines Wilderers. Der Förster Strem­pel, der bei dem Grafen Arnim in Blumberg in Diensten stand, ist, wie wir schon kurz meldeten, von einem Ber­liner Wilderer erschossen worden. Strempel ging um 8 Uhr mit seinen beiden zwölf und dreizehn Jahre alten Söhnen ins Revier und hörte einen Schuß fallen. Dem Schall nachgehend, stieß Strempel auf einen Wilderer, der sein Zweirad hingestellt und das Gewehr abgelegt hatte und gerade dabei war, ein Reh zu zerlegen. Der Förster ergriff daS Gewehr des Wilderers und forderte ihn auf, sich ihm gefangen zu geben. Der Wilderer jedoch widersetzte sich seiner Festnahme und griff den Förster tätlich an. Während die beiden miteinander rangen, gelang es dem Wilderer, sein Gewehr wieder an sich zu reißen. Strempel rief seinen Söhnen zu, den Mann am Schießen zu verhindern, aber bevor die Knaben dazu kamen, sprang der Wilderer plötzlich einen Schritt zurück, legte an und schoß auf den Förster, der schwer verwundet zusammenbrach. Die Ladung Rehposten hatte ihm daß linke Bein unmittelbar am Unterleib zer­schmettert und auch den Leib verletzt. Während die Sühne des Verwundeten nach Blumberg eilten und die Einwohner­schaft alarmierten, entfloh der Wilderer auf seinem Rad in der Richtung nach Berlin. Graf Arnim ließ mit dem Auto­mobil aus Malchow einen Arzt holen, der den unglücklichen Förster verband und nach Berlin in das Krankenhaus am Friedrichshain brachte. Hier erkannte man aber bald, daß keine Rettung mehr möglich war. Der Verletzte starb schon kurze Zeit nach der Aufnahme unter den Händen der Aerzte. Unterdeffen wurde von den Einwohnern und den Polizei­organen von Blumberg und den benachbarten Ortschaften die Verfolgung des Wilderers ausgenommen. Auch die Berliner Kriminalpolizei wurde benachrichtigt. Die Radspur wurde bis Friedrichsberg verfolgt, verlor sich aber dort und konnte nicht wiedergefunden werden. Die weiteren Ermittelungen hatten bis gestern spät abends noch keinen Erfolg.

Unfälle ic. Im Soolbad Aschers leben fand eine Kesselexplofion statt. Der Besitzer des Badest Bode, erlitt so schwere Wanden, daß er auf dem Transport nach dem Krankenhause verstarb. Der Heizer erlitt gleich' falls schwere Verletzungen. Herzog Heinrich Bor- win von Mecklenburg-Schwerin wurde auf der Hühnerjagd bei dem Fürsten Schönburg-Waldenburg durch einen Schrotschuß in beide Kniee und die rechte Hand verletzt. Der Herzog begcch sich nach Dresden in das Zohannstädter Krankenhaus. Sech Befinden ist zu­friedenstellend, wenn auch der Patient eurige Tage das Bett hüten must Der englische Torpedobootszerstörer Ehamois ist bei Kaphalliuia gesunken, als er Dampf­versuche aus führte. Alle Ma.nnschfl.sten wurden gerettet. !Aus Reyyavik (Island) wird geschrieben, daß am 5. September im Patrekssjord auf Island ein Boot mit 13 Maun vom Fiscl^rschoonerDergthorn" gekentert ist 'Alle im Boot befindlichen Leute, darunter der Kapitän und der Steuermann des Schooners sind ertrunken.

Miß Isadora Duncans Tanzkunst vor Gericht.

(Unberechtigter Nachdruck verboten.)

S. u. H. Nürnbe rg, 28. Sept.

Vor dem hiesigen Schöffengericht gelangte heute ein inter­essanter Beleidigungsprozeß zur Verhandlung, den die bekannte amerikanische Tanz kün stier in Miß Isadora Duncan gegen den früheren Nedatteur der sozialdemokratischenFränk. Tages- Doft" in Nürnberg, Konrad Eber Hardt und den Journalisten ttzeorg Gärtner-Nürnberg angestrengt hat und der zugleich oas Vorspiel zu einer Reihe weiterer Prestprozesse der be­leidigten Künstlerin gegen verschiedene deutsche und ausländische Leitungen bildet ,die seinerzeit von den Erzahlrmgen des Nürn- berg-er soziald.molralischen Organs Notiz genommen haben. Diese Erzählungen waren sehr pikanter Natur. Danach sollte nämlich Miß Duncan die antiken Kunstleistungen ihrer nackten Beine, öic sie gern als in höchstem Maße keusch und nachahmenswert rühmen hort, in den Dienst einer nichts weniger als sittlichen Verauitaliung gestellt haben und zwar in einem Lokale der alten Reichsstadt Nürnberg, das einen beliebten Sammelpunkt der

dortigen Lebewelt bildet. In dem Artikel des DlatteS wurde unter Anführung bestimmter Taten behauptet, Isadora Tuncml habe sich, jedenfalls im Rausch, von dem Theater auS, wo sie damals onftrttt, in jenes Lokal verschleppen lassen und dort rhr Tänze in einem Kostüm zum besten gegeben, das keines gewesen sei. Sie sollle dafür von zwei namenllich genannten reichen Nürn­berger Hopfenhändlern ein fürstliches Honorar erhalten haben. Ter Unrstand, daß Isadora Duncan sich wiederholt hatte bereit finden lassen, gegim hohe Gage in Privat-Soireen aufzutreteri und die mancherlei rvmanhasten Erzählungen und Andeutungen über ihr immerhin gewagtes Kostüm in Verbindung mit der Tatsache, daß sie wiederholt mit ihren Gläubigem trotz ihrer immensen Einnahmen in Konflikte geraten war, die einmal sogar zur Pfändung führten, veranlaßte eine ganze Reihe von Zeit­ungen zu der AmmlMe, daß die keusche Miß tatsächlich an der von derFränk. Tagespost" geschilderten Orgie beteiligt gewesen sei, und allgemein wurde gefordert, daß Isadora Duncan eine Aufklärung dazu gebe, daß sie andernfalls das Recht bernnrtt habe, noch fernerhin ihre Tanzkunst 'in der von ihr beliebten eigenartigen Form als eine künstlerische Nachahmung antiker Vor- bi&r öffentlich zu zeigen.

Diese Aufklärung ließ denn auch nicht lange auf sich warten. Von Paris aus, wo sie sich damals mit ihrem Bruder Raymond Duncan aufljielt, richtete die Miß einen Protest an die Presse, in dem sie die von derFränk. Tagespost' aufgestellten Behaup­tungen alsInfamien" bezeichnete und gesagt wurde, daß sie niemals an irgend einem Theater in Nürnberg aufgetreten sei, daß sie sich überhailpt nie in ihrem Leben in Nürnberg aufgehallen Ijabe.Ich bezrveifle nicht, daß Sie, geehrte Redaktion, diese Angriffe gegen eine junge Dame, der die Ausübung ihrer Kunst nur durch ihr Vertrauen in die Ritterlichkeit des deutschen Pu­blikums möglich ist, nicht billigen können und ihr durch die Ver­öffentlichung dieses Schreibens zu Hufe kommen werden."

Inzwischen hatte auch die sozialdemokratischeMünchener Post" des <21 bg. v. Bollmar sich der Sache bemächtigt und im An­schluß an die 'Notiz derFränk. Tagespost" einige allgemeine Betrackstungen Über das eigentümliche Tanzkostüm der Miß- wie auch über die ganze Att ihres Auftretens angestelll, die im wesentlichen darauf hinausliefen, daß auch die öffentliche Danz- weise Isadora Duncans nicht cinwandsftei erscheine. Daraufhin ftrengte die Miß zunächst gegen den Redakteur Graber der Münckiener Post" einen Beleidigungsprozeß an, in dessen Ver­laus die Barfußtänzerin die Münchener Akabemieprofesso- ren Cornelius und Furtwängler als Zeugen dafür vorführte, daß ihre Tänze k ü n st l e r i s ch und nicht anstößig seien. Ter Prozeß endete mit der Verurteilung des angeklagten Redakteurs zu 400 Mart Geldstrafe. Bei dieser Gelegenheit erfuhr die Miß, daß der Urheber der Nackwicht von ihrem angeblichen Gastspiel in jenem Nürnberger Lokal tne eingangs erwähnten beiden Journallsten seien. Wie es heißt, sollen diese die Miß mit einer anderen Barfußkünstlerin, die die Kunst der Amerikanerin nachahmt und in Lokalen ztvellen Ranges aufzutreten Pflegt, verwechselt haben. Diese soll tatsächlich in der geschilderten Weise verschleppt und in dem erwähnten Lokale zu einem ordinären Tanze ver- anlaßl worden sein.

Kenchtssaal.

(ix) Mainz, 27. e*etf. Ter 26 jährige Taglöhner Johann Mäher aus Rosenheim wurde von dem Schwurgericht wegen mehrfacher mutwilliger Brandstiftungen in Rosenheim zu 5 Jahre Gefängnis verurteilt. . c ., _.

(ix) Mainz, 27. Sept. Ter Sergeant Friedrich Sie gel vom 21. Pionier-Bat. 3. Komp, ist der fahrlässigen Töt­ung angellagt. In der Nackt des 13. Juli sand auf dem Fest ungswall in Kastel eine Belagerung-Übung statt. Ter V~ nagte hatte die Weisung, mll Leuchtkugeln zu schieß-" stand bei dieser Beschäftigung hinter der Schützenlinie, Musketiere auf der Erde lagen. Beim dritten Schuß Pistole ging die Leuchtkugel dem Musketier Koppay aus tzcim bei Höchst m den rechten Oberschenkel. Ter Gett walzte sich vor Schmerzen auf dem Boden, am 28. Jull starb er im Militärlazarett. Ter Angeklagte wurde zu 2 Mon Gefängnis verurteilt. , , c

Wilhelmshaven, 26. Sept. DaS Oberkrregsgemcht d Nordseestation oerurteiete bie Matrosen Kaspar und ßl et mann zu 31/* bezw. 5 Jahren Zuchthaus and Ausstoßung ans dem Heere wegen zahlreiche rFahrraddieb st ahle.

Märkte.

Gießen, 28. Sept. Ter gestrige Viehmarkt hatte nur einen Auftrieb von 600 Stück Großvieh und 100 Kälbern. Es fehlten diesmal die Einkäufer vom Rhein und Main gänz­lich, welche bei dem Markt vor 14 Tagen noch vereinzelt ge­kommen waren. Diese Kundschaft ist es, ohne welche unsere Märkte nicht denkbar sind. Ter Handel zeigte gestern das Mld eines gewöhnlichen Prvvinzmarktes. Kühe über 400 Mark im Preise waren überhaupt nickt an den Mann zu bringen, uri) auch für Mittelware mangelte es an Abnehmer, fobaß der Vorrat in Milchkühen erheblich unverkauft den Markt verließ.' Fett­vieh war nur wenig vorhanden und wurde zu Preisen des letzten Marktes an Gießener Metzger abaesetzt. Tie Preise für Kälber zogen etwas an, weil Frankfurt Bedarf hatte. In Gast- nnrtdTreifcu soll man sich mit der Frage beschäftigen, ob man nicht eine öffentliche Versammlung enwerufen solle, in welcher sich die geschädigten und in ihrem Einkommen gefährdeten Ge­werbetreibenden gegenfeitig aussprechen und komtuell eine Ein­gabe an das Ministerium beschließen könnten.

Arrs Temesvar in Ungarn schreibt man uns: Auf dem mt August stattgehabten St. Jakobi-Jahrmarkte war der Austrrev an Hornvieh, Magerschweinen und Pferden, zufolge beä aUgemem herrschenden Futtermangels sehr bedeutend, doch war der Schatz zufolge der niedrigen Presie nicht entsprechend und vrele Landwirte, namenllich die besser fituirten, wollten bessere ^>'^"^9^9enhett abwarten. Auf dem am 29. Sept, beginnenden öL 1 c i ch a e l r- Jahrmärkte wird der Auftrieb aller Voraussicht nach iwch bedeutender sein, weil nun all ,encS Material aufgetneben wird, welches vorn Besitzer nicht überwintert werten kann. Staufer dürfen fonach ihren Bedarf am Ternesvarer Jahrmärkte vorteilhaft decken können. Am Augustmarkt wurde bezahtt: Jungvieh (Kneipech 44-46 Heller Großes Schlachtvieh L2-54 Heller Zuchochfen 54-^ Heller, alles per Stilogranun Lebendgewicht. Pferde; I. Arberts- pferbe 320340 Kronen per Paar. Remonten 440560 Kronen per Stück. _.

Mjeskastei^de^Redaktion.

(Anonyme Anfrage« bleiben «nberücksichtigt.l

W. R. Da das von 102 Personen vorgefchlagene und preis­gekrönte WortK n u s p e r ch e n" fürEake s" mancherlei Aii- fed)tungen erfuhr, entschloß sich die Bielefelder Cakesfabrik von Stralmann und Meyer, noch einmal 1000 Mk. als Preis auszu­setzen. Diesmal trug das Worteschling" den Preis davon. Resch oder rösch ist ein gutes, altes, wenn auch heute nur noch in einzelnen Gegenden gebrauchtes deiitsches Wort zur Bezeichnung von etivas Kiiusprigem uni) mag daher einigermaßen am Platze fein. Daß es aber tatsächlich an Stelle des WortesEakes" treten wird, scheinen die Preisrichter selbst nicht zu glauben und auch nicht zu wünschen. Denn wenn es auch ihre Pflicht mar, dieses mal einem neuen Morte den Preis zuzuerkennen, so bleiben sie doch ihrer alten Liebe treu und empfehlen nochmalsKnusperchen" ein­st unmig zur endgültigen Annahme. Aber auch dasKniisperchen" hat bisher noch fernen Eingang in weitere Kreise gefunden

Wette im Postketter. Der am 30. Diärz 1903 verstorbene Reallehrer Rudolf R ü cf e r t war von Ostern 1890 an der L« schule des Realgymnasiums tätig.

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