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Nr. 123
•rKDetnt täglich außer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Familien. Häher viermal in der Woche bergelegt.
Rotationsdruck u. Verlag der Brü h l'scheu Unwers.-Buch-u. Stein- bruderet. DL Lang«. Redaktion, Expedition und Druckerei:
Schul st raße 7.
Adresie für Depeschent Anzeiger Gießen.
Fernsprkchanschluß Nr. 51.
Erstes Blatt.
154. Jahrgang
Samstag 28. Mai 1904
Eichener Anzeiger
General-Anzeiger 19 **
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
vezngSpret-r monatliches Df., viertel- jährlich Mk. 2.20; durch Abhole» u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2.— viertel» jährL ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die TageSnummer bis vormittags 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal 12 PL, auswärts 20 Pfg.
Verantwortlich für den pollt und allgem. Teil: P. Wittko: für »Stadt und ßemb" und .Gerichtssaal": August Goetz; für den Anzeigenteil: HanS Beck.
Ier Krieg zwischen Japan und Iußland.
Die Erstürmung von Kintschou.
Tokio, 27. Mai. (Reuter.) Die Einnahme Kintschous durch die Japaner geschah gestern abend nach fünftägigem he ft i gen Kampfe. Danach wurde auchdierussische befestigte Stellung in Han schau nach scharfem Gefecht genommen. Das Feuer der beiderseitigen Artillerie ist noch nicht eingestellt.
Tokio, 27. Mai. (Amtlich.) Ein Teil unserer Armee, der auf der Liautung-Halbinsel ausgeschifft wurde, griff in früher Morgenstunde am 26. Mai die stark befestigten Positionen des Feindes nahe bei Kintschou an. Nach langem schwerem Kampf gelang es schließlich unseren Truppen, den F-eind zu vertreiben und seine Stellungen einzunehmen. Der Feind ist gezwungen, sich in der Richtung nach Port Arthur zurückzuziehen.
Tokio, 27. Mai. Ter kommandierende General der Truppen, die gestern Kintschou angriffen, meldet folgendes: Am 21. Mai wurde durch unsere Beobachtungen unb aus bent_ Schießen der Feinde festgestellt, daß dieser auf dem Naushau-Hügel, südlich von Kintschou, vier 15 Zentimeter- und zehn 9—15 Zentimeter-Geschütze (die 11.5 Zentimeter-Geschütze sollen eine Tragweite von 8500 Meter haben), zwei 12 Zentimeter-Schnell ade-G schütze, außerdem 10 Forts habe. Am Fuß des Hügels war ein Netzwerk aus Draht und Minen ausgelegt. Am 22. Mai begannen die angreifenden Streitkräfte vorzurücken. Am folgenden Tage wurde durch Rekognoszierung festgestellt, daß der rechte Flügel des Feindes bei Huashangtao stehe mit ungefähr acht schweren, nach der See gerichteten Geschützen. Teile von feindlichen Geschossen zeigten, daß die Russen 20 Zentimeter-Geschütze, kurze 15 Zentimeter-Geschütze und Schnellladekanonen hatten. Kleine Abteilungen von Infanterie und Artillerie wurden in Kintschou bemerkt. Am 25. Mai morgens griffen wir Kintschou an und verwickelten die feindliche Artillerie in Naushau in ein Gefecht. Am 25. Mai in der Dämmerung eröffneten wir die Beschießung, die wir fünf Stunden fortsetzten. Zu derselben Zeit feuerten drei japanische Kriegsschiffe von der Kintschou- bucht aus. Ein russisches Kanonenboot griff unfern linken Flügel von der Bucht von Talienwan aus an. Schließlich , stürmten wir Kintschou, nahmen es um halb sechs Uhr und besetzten nach hartem Kampfe Naushau. Zurzeit verfolgen wir den Feind.
Tokio, 27. Mai. (Amtlich.) Ein eingehender Bericht über den Angriff auf Kintschou stellt fest, daß der Feind um die Befestigungen von Naushau mehrere ver- i eckte Laufgräben aufgeführt hatte und hartnäckigen Wider- ilartb unter starken Verteidiaungswerken leistete. Dennoch gelang es den Japanern nach mehrfachen Versuchen schließlich, Die Stellung des Feindes zu stürmen und ihn nach Nankuenling zurÄck^utreiben. Das schwere Gefecht, das sich hier entspann, dauerte 16Stunden. Admiral Togo telegraphiert, daß der Kommandeur der aus vier Kanonenbooten und einer Torpedobootflottille bestehenden Flottenabteilung durch drahtlose Telegraphie gemeldet habe, daß die Flotte die Bucht von Kintschou erreichte, im Verein mit unserer Flotte am 26. Mai Naushau beschoß und vor den Augen unserer Armee Naushau besetzte. Die Besatzung der Forts zog sich zurück. Kapitän Chakaitot, neun weitere Verluste. Schaden an den Schiffen geringfügig.
Petersburg, 27. Mai. Kintschou, welches von 8000 Russen verteidigt wurde, wurde von 50000 Japanern angegriffen. Die Räumung erfolgte erst, nachdem sämtliche Befestigungen durch die japanischen Geschosse zerstört waren. Die Japaner verloren ,nach bisher unbestätigten Meldungen 2 5000 Mann, während sich die russischen Verluste mir, auf 3000 Mann beliefen.
Petersburg, 27. Mai. In Liauyang ist die Bestätig- img eines ernsten Kampfes bei Kintschou eingetroffen. Die Division des Generals Fock nahm die Japaner unter Kreuzfeuer. Tie japanischen Verluste betrugen über 10000 Mann, die der Russen 2000 Mann. Man hofft, nächster Tage die Verbindung mit Port Arthur wieder herzustellen.
Tie beiden letzten Meldungen aus Petersburg sind durchaus unverbürgt.
Weiteres von der Liautuua-Halbiosel.
Petersburg, 27. Mai. Ein Telegramm des Generals Kuropatkin^n den Kaiser besagt: Rekognoszierungen ergaben, daß in der Umgebung von Föng- tvangtschöng eine japanische Abteilung aus der großen Straße nach Liaujang Tschumandsepaß, 34 Werst von Föng- wangtschöng und das benachbarte Dorf Sziaodiand besetzt hält. In den an der Straße nach Liaujang gelegenen Dörfern sind zwischen Tschumandse und Sseljutschjan kleine Mteilungen untergebracht. Der Tschansalenpaß wurde befestigt.. X Bedeutende Streitkräfte wurden bei Sseljutschjan und T^liandianpusa gesehen.) won wo der Weg nach Hai- tfchei, abzweigt. Seit dem 16. Mai rückten die Japaner it 40 : .en Abteilungen von Daliandiapusa auf dem Wege Ff itschen vor. Der Simhalinpaß ist, wie gerücht- & bautet, wiederum von den Japanern besetzt. Ä Jlai hatte eine russische Streifwache auf dem Wege IhuuTLc aitscheng ein Scharmützel mit einer feindlichen Feldwache, wobei ein Kosak verwundet wurde. In dem südlichen Gebiete der Halbinsel Liautung waren am 25. Mai Abteilungen der japanischen Vorhut zwischen den Dörfern Tschenschafhilui und Sandiasy und der Eisenbahnlinie auf boem Djcge Pitzewo-Ssaniutschen aufgestellt. Nach Meld- imnge'., die noch der Bestätigung bedürfen, sind außer bei 2allutsch en insgesamt 18000 Japaner gelandet.
Gerüchtweise verlautet, daß sich unter den japanischen Truppen auch koreanische Soloaten befinden.
Niutschwang, 27. Mai. (Reuter.) Ein aus Mukden hier eingetroffener französischer Priester berichtet, daß dort 20 000 und in Liaujang 100 000 Russen stehen und täglich Verstärkungen eintreffen. Die Stärke der Russen in Port Arthur wird japanischerseits auf 20000 Mann geschätzt, während die Japaner 50 000 Mann stark sind.
Admiral Togo richtete eine vollkommene Blockierung des südlichen Teiles der Liautung-Halbinsel ein. Seine Streitkräfte umfassen Port Arthur. Dies ist augenscheinlich der Beginn der endgiltigen Einschließung. Die Japaner vertrieben die Russen von den Verteidigungswerken westlich von Talienwan. Es gilt für unwahrscheinlich, daß die Russen im stände sind, nördlich von Port Arthur weiteren Widerstand zu leisten.
Paris, 27. Mai. lieber das letzte Bombardement von Port Arthur weiß man nur, daß die Stadt während dreimal 24 Stunden zweimal bombardiert wurde upd daß die russischen Strandbatterien einige sehr gute Treffer hatten, wodurch sie insbesondere die Annäherung zweier Torpedoboote durch wohlgezielte Schüsse verhinderten.
Paris, 27. Mai. Im großen Generalstabe in Petersburg hält man trotz der momentanen Erfolge der Japaner deren 1. Armee für sehr gefährdet, weil die Division Kondratowitsch mit einem starken Kosaken-Aufgebot östlich von Siuyen zwischen die Spitze der 1. und 2. japanischen Armee sich einzuschieben im Begriffe ist, während General Rennenkamp die Basis Aiho-Jalu bedroht. Viel komme augenblicklich darauf an, ob Kuropatkin aus der die Straße von Haitscheng beherrschenden Situation für die Hauptmacht entsprechenden Nutzen werde ziehen können, um im Einvernehmen mit Kondratowitsch und Rennenkamp die Japaner dem Meere zuzutreiben.
London, 27. Mai. Einer Meldung des „Dailv Chro- nicle" aus Niutschwang zufolge wurden am 23. Mai 15000 Russen «auf einem Marsche von Liaujang nach Föngwangtschöng im Tatung-Passe von 230000 Japanern überrumpelt und besiegt. Ihre Verluste betrugen 4000Mann, wovon 1000 die Waffen streckten. Die japanischen Verluste sind nicht bedeutend. Die Russen hatten geglaubt, daß die Japaner Föngwangtschöng geräumt hätten. („Daily Chronicle" ist bekanntlich eine der unzuverlässigsten englischen Zeitungen.)
Der Gesundheitszustand des Zaren.
Neuerdings hört der Londoner „Morning Leader" aus Moskau, es werde aus Petersburg „glaubwürdig" berich-- tet, daß der Gesundheitszustand des Zaren in Hofkreisen die schwersten Besorgnisse errege. Seine Nerven seien vollständig zerrüttet und er unterliege fortgesetzt schrecklichen Weinkrämpfen. Seit vierzehn Tagen schlafe der Zar nur mit Hilfe opiumhaltiger Medizin. Er nähme sich zusammen, um die unvermeidlichen Zeremonien durchzumachen usw. Dazu schreibt der Petersburger Korrespondent der „Köln. Ztg.":
„Ich bin in der Lage und ermächtigt, diesen aus sogenannter „glaubwürdiger" Quelle stammenden Nachrichten auf das Allerentschiebenste entgegenzutreten. Persönlichkeiten, die Gelegenheit gehabt haben, den Zaren vor seiner Abreise zur Besichtigung der nach Ostasien abgehenden Truppenteile des 10. und 17. Armeekorps wiederholt zu sehen und zu sprechen, und die auch, nach seiner Rückkehr mit dem Zaren in nähere Berührung gekommen sind, sowie Herren aus seiner allernächsten Umgebüng während dieser Besichtigungsreise sind empört über diese immer wiederkehrenden unwahren und gehässigen Nachrichten. Der Zar erfreut sich eines durchaus regelmäßigen Gesundheitszustandes. Er nimmt täglich Vorträge entgegen und erledigt ununterbrochen die laufenden Geschäfte. Alle aus Ostasien eintreffenden amtlichen Nachrichten werden dem Kaiser ohne Rücksicht auf die Tageszeit unverzüglich zugestellt. Die beiden Telegraphischen Nachrichtenbureaus haben den Befehl, während des ganzen Tages bis Mitternacht bei ihnen einlaufende Telegramme des In- und Auslandes dem Kaiser sofort direkt zu übermitteln. Man darf gewiß auch in der soeben so erfolgreich abgeschlossenen Reise des Herrschers in die Bezirke des 10. und 17. Armeekorps eine erfreuliche Bestätigung der günstigen Nachrichten über seinen Gesundheitszustand erblicken, und wie diejenigen, die ihn hier im Winterpalais und bei Paraden zu sehen und sprechen zu hören Gelegenheit hatten,, so betonen auch diejenigen, die den Kaiser zu jenen Truppenbesichtigungen begleitet haben, des Kaisers ernstes, bestimmtes und sicheres Auftreten.
Was nun den Gesundheitszustand der Kaiserin Alexandra Feodorowna anbetrifft, so ist er während des ganzen Minters hindurch trotz der mannig fachen Aufregungen, die naturgemäß infolge des Krieges auch, an die Kaiserin herangetreten sind, sowie durch ihre rastlose Tätigkeit in der Fürsorge für die kranken und verwundeten Krieger, recht erfreulich gewesen. Nur in den letzten Tagen leidet die Kaiserin an einer leichten Erkältung und Abspannung, die sie sich, wie die Damen ihrer Umgebung erzählen, dadurch zugezogen hat, daß sie, selbst nach der Uebersiedlung hes kaiserlichen Hofes nach Zarskoje-Sselo, es sich nicht hat nehmen lassen, bei jedem Wetter — und wir haben in der letzten Zeit recht kalte, stürmische Tage, sogar mit Schneegestöber gehabt — von ihrer Sommer-Residenz nach Petersburg hereinzukommen, um den Arbeiten, die unter ihrem Vorsitz im Wmterpalast für die Verwundeten stattfinden, beizuwohnen. Da die auftretenden Erkältungserscheinungen nur leicht sind, ist mit Bestimmtheit zu hoffen, daß sie in wenigen Tagen behoben sein werden."
Politische Tagesschau.
König Eduard der Versöhner.
Man schreibt uns aus Berlin, 27. Mai: Graf Bülow wird, wie wir erfahren, der Begegnung unseres Kaisers und des König? Eduard während der Kieler Woche beiwohnen. Die Begegnung erhält dadurch einen ausgesprochen politischen Charakter. König Eduard kommt, so verlautet in gut unterrichteten Kreisen, mit einer wichtigen Friedensmission, die darauf abziele, den Rest von Verstimmung aus dem südafrikanischen Krieg zwischen England und Deutschland zu beseitigen. Das Mittel hierzu seien Abmachungen, zum Teil auch die Wiederaufnahme früherer Vereinbarungen, um Jnteresienkonflikte zu verhindern oder entstehende möglichst bald zum Ausgleich zu bringen. Also eine Art von Schiedsgerichtsabkommen, ähnlich dem englisch-französischen, allerdings mit dein Unterschiede, daß zwischen England und Deutschland zur Zeit nicht über bestimmte politische Fragen, wie Frankreich gegenüber in Bezug auf Aegypten und Marokko, die Herstellung eines grundlegenden Einverständnisses erforderlich ist. Es steht fest, daß König Eduard aus seiner Mißbilligung des von einem Teil der Londoner Presse angeschlagenen deutschfeindlichen Tones kein Hehl macht und sich wiederholt gegen das „unnütze Gezänk" wendete. Es steht ferner fest, daß der König, im Gegensatz zu den allzu idealen Zielen Nikolaus II., eine Friedenspolitik „im Rahmen des Erreichbaren" verfolgt und alles fördert, was diesem Bestreben entspricht. Die Aussöhnung mit Frankreich, trotz Faschoda und trotz einer die deutsche Parteinahme für die Buren noch überbietenden Haltung, darf als König Eduards eigenstes Werk gelten. Es läßt sich begreifen, daß die Herbeiführung eines freundschaftlichen und von Mißttauen freien Verhältnisses Deutschlands und Englands dem Kö'«üg gewissermaßen als die Krönung seiner Friedenspolitik erscheint, und daß er alle Hindernisse hinwegzucäumen bemüht ist, um diesen Plan, der in Berlin größtes Entgegenkommen findet, zur sicheren Durchführung zu bringen. Der russisch-japanische Krieg mit seinen zahlreichen Möglichkeiten der Hineinverwickelung neutraler Mächte wird den Entschluß König Eduard VII., neue Verbindungen zwischen den großen Nationen anzuknüpfen, zur Reife gebracht haben. Um den Nutzen eines solchen engeren Zusammenschlusses einzusehen, braucht man sich nur zu fragen, wie sich die politische Lage in den ersten Stadien des russisch-japanischen Krieges gestaltet haben würde, wenn damals nicht, gerade zu rechter Zeit, die englischfranzösische Verständigung sich vollzog. Ohne diese Annäherung, die zum Glück von langer Hand vorbereitet war, würden sehr wahrscheinlich Frankreich und England durch den ersten Zwischenfall, an denen e§ ja bekanntlich zu Anfang des Krieges nicht fehlte, in diesen hineingezogen worden sein. Vielleicht nicht die russische Regierung, aber doch die russische Bevölkerung hatte sich Hoffnung darauf gemacht, daß ein Zwischenfall den Verbündeten zu den russischen Waffen riefe. Daß ein solches, dem Weltfrieden verhängnisvolles Ereignis unterblieb, das ist, wie gesagt, wesentlich der Friedenspolitik König Eduards zu danken. Außerdem aber kam der Umstand zur Hilfe, daß der französische Minister des Auswärtigen, Deleassö, unbekümmert um Petersburger Verstimmungen, seinen englischen Neigungen folgte. — Jedenfalls wird die Kieler Woche in hohem Grade die Aufmerksamkeit der Politiker beanspruchen. König Eduard, der Versöhner, kann eines allseitigen sympathischen Empfanges gewiß sein.
Eine neue Maß- und GewichtLorduuug.
R. Berlin, 27. Mai.
Der im heutigen „Reichsanzeiger" veröffentlichte Entwurf einer neuen Maß- und Gewichtsordnung für das Reich ist außer für Gewerbetreibende auch für das große Publikum von Interesse, denn jeder Käufer wünscht natürlich die möglichste Garantie, daß ihm sein volles Maß zuteil werde. Wenig bekannt dürfte fein, daß bei dem jetzigen, hauptsächlich in Preußen eingeführten System unvermuteter polizeilicher Revisionen jährlich durchschnittlich etwa jeder vierte oder dritte Gewerbetreibende unter Einziehung der beanstandeten Gegenstände bestraft werden muß! Der Entwurf will nun das in Bayern und Elsaß-Lothringen bewährte System der periodischen Nachaichung allgemein zur Einführung bringen, wodurch die Bestrafungen in Fortfall kommen und die Richtigkeit der Meßgeräte wirksamer gewährleistet ist.
Der Freisinn in den Großstädten.
Der Anteil der auf die beiden freisinnigen Parteien abgegebenen Stimmen an der Gesamtzahl der gilttgen Stimmen zeigt nach der „Voss. Ztg." in den Großstädten bei der letzten Reichs- tagshauptlvahl von 1903 nach der amtlichen Wahlstatistik folgende Zahlen: Die freisinnige Volkspartei, die nur in der Minderzahl der Großstädte eigene Kandidaten aufgestellt hatte, erzielte verhältnismäßig die meisten Stimmen in Königsberg i. Pr. mit 37.1 v. H. aller abgegebenen Stimmen: dann folgen Halle mit 28.6, Nürnberg mit 26,8, Breslau mit 18,6, Berlin mit 16.9, Charlottenburg mit 16,1, Hamburg mit 12,0, Elberfeld mit 9,3, Barmen mit 8,4, Chemnitz mit 8,0, Altona mit 7,3, Dortmund mit 2,0, Hannover mit 1,6, Stettin mit 1,3, Dresden mit 0,7, Frankfurt a. M. mit 0,7 und Leipzig mit 0,3 v. H. In 17 Großstädten, also der Hälfte aller, wurden keine Stimmen


