einen früher rtaia Goroda
Weiteres vom Kriegsschauplätze.
Aus Stadt und Saud.
Gießen, 28. März 1904.
" Personalien. S. K. H. der Großherzog haben den Besirkskassier der Bezirkskasie Wald - Michelbach Heinrich Schlehenbecker zu Wald-Michelbach mit Wirkung vom Tage seines Dienstantritts an in gleicher Diensteigenschaft an die Bezirkskasse Rieder-Ingelheim versetzt.
•* Die Landpostfahrt ©rüningen-fSicßtn wird vom 1. April ab wie folgt verkehren: 6« ab ©rünmgen, an 1020, 695 aß Steinberg, an 9", 735 an Gießen, ab h .
• Gemälde-Ausstellung am Brand. Voraus- sichtlich bleiben die Kollektionen des bekannten Landfchastz. malers R. Kaiser-München, sowie die übrigen Gemälde nur noch einige Tage ausgestellt, da für die ange.nelde.e Kollektiv-Ausstellung des Prof. Ernst Zlmmermann- i München verschiedene Umänderungen im AuSstellungSsta» oorgenommen werden sollen. ,
* * Schießplatz für das 18. Armeekorps, de Gelegenheit der Erörterung über die Anlage eines neuen Weges im südwestlichen Teile des Kreises ^arbu 3 der Sitzung des Marburger Kreistages vom R. Marz auch das Schießplatz-Projekt sür das hessisch-preußischen Ärenzgelande zwischen und dem Lumdatal in der Gegend von Homberg zur Sprache. Kreistagsmitglied Forstmeister Wolfs gab an, d b die Verwirklichung des Pwjekts an t
scheitern könne, die von ihm m Gemnnschast Mit^n hessen-darmstädtischen Beamten ausgefuhrten Ko> nun9en lägen jetzt Zur Entscheidung rium. Cs sei wohl möglich, daß vielleicht zur alln - Uebetteituna ein
der nächsten Zeit ser ein Entsch^zuenvar • £rt, sei, daß bei der Anlage des Schießplatzes du deck n ichasten Wermertshauieii aus der preußischen Rüddingshausen auf oer Tarmsradi-er Seite 1°)
seine Absicht, die sibirische Bahn in einem tzoszuge w befahren, durchaus nicht ausgegeben, doch ist bis auf weiteres seine Anwesenheit in der Hauptstadt erforderlich. Ter Zar begibt sich demnächst nach Moskau, um sich vom 17. Korps, welches bereits Marschbefehl erhielt, zu verabschieden. .
In der am Kanal gelegenen Hafenstadt Dartmouth! beaaben sich am 27. d. M. britische Marineoffiziere an Bord des Tampsers „Princesse Marie", der unter dänischer Flagge von Port Arthur dort eingetrosfen ist, da man den Verdacht hegte, daß der Tanipfer ein russisches Schifs sei, das die Neutralitätsgesetze übertrete. Bei einem späteren zweiten Besuche wurden die gesamten Schifss- papiere sorgsültig durchgesehen. Schließlich wurde dem Dampfer erlaubt, oOO Tonnen Kohlen einzunehmen, die ausreichend sind, um die Ostsee zu erreichen. Tas Schiss reiste nach wenigen Stunden weiter. Tern Vernehmen nach wurde das Schiss von japanischen Kreuzern ver-
Ein Bericht des Generals Smirnow von Port Arthur meldet am 24. März: Unsere Franktireurs-Kompagnie hat bei Witsino eine 50 Mann starte Tschuntschu- senbande geschlagen und fast vollzählig aufgerieben. Auf unserer Seite keine Verluste.
Ein Telegramm des Statthalters Alexejew an den Kaiser aus Mukden vom 26. März meldet: Ein Bericht Generals Nischtschenko vom 23. März, 11 Uhr Dor»
folgt. -
«Hessisches Himemdesieucrgesetz.
Gießen, 28. März.
Am Freitag abend fand im unteren Saale des „Cafe Ebel" eine Verjammlung statt, die von der hiesigen Ortsgruppe des Lundes deutscher Bodenre^sor- mer einberufen war. Prof. Tr. Staudinger aus nabt sprach über den GcmeiNdesteuergesetzentwurs der hesp Regierung. Er gab zunäa-st ein Bild über die allgemeinenI Giundtagen des Entwurss und schilderte dann, aus welchen! Prinzipien Lei) die Steuerberechnung früher aujbaute. Bei! dem neuen Gesetzentwurf der Regierung dürste jedenfalls der Gesichtspunkt der Leistung und Gegenleistung m Be-I kracht kommen. Tiefer Gesichkspunit fei jedoch n^cht bei allen Steuerarten zu rechtfertigen, es müsse vielmehr die Leiftuilgsfähigkeii. uai ÄRagstab abgeoen, sie allein beruhe auf dem Gedanken oer soziakeri Gerechtigkeit und führe auch zur Progression. Tie vottswirtjchaftliche Wirkung sei eben- salls eiu Gesichtspuuki, uyii der c^tjeoex. b^aujivii müsse. So könne z. B. me KaPckaUverl^eiie»., uie nach dem Enk-! ivnrs eine wejentliche Erhöhung erfahre, beivirken, dnß öle Kapikakisien (Rentner) an Orre zogen m.t geringeren ^ienorabgaven. Ferner müsse die technische :!)rbgkuylett övl C. Hebung Beruusichbigung finden.
.c grögre Ap.,me^sium»eit des Entlvur,s verdiene jedeni..us die Grun^wertsteuer. Tie Besieuermig der Bau
plätze (Spekulations gründ stücke) wird allgemein als gerecht gebilligt uiid hat in unser Tenken Eingang gefunden. Weniger will man sich in den Gedanken finden, daß bei der Bemessung der Grundwertsteuer nicht die Schulden in Abzug gebracht werden sollen. Es sei aber doch Tatsache, daß der Spekulant mit fremdem Geld arbeite, und wäre dies nicht der Fall, so wäre es die Folge, wenn die Schulden in Abzug gebracht werden dürften. Verdiene er mit fremden, Geld, so solle er auch nach dem Entwurf Steuer davon
zahlen. t
Tie Grundwertsteuer wird nach dem gemeinen Wert und nicht nach dem Ertrag des Grundstücks gefordert. Ter gemeine Wert ist der Schätzungswert und auf diesen Werl wird die Steuer auf das Tausend berechnet, so daß ein Grundstück (Bauplatz) von 100000 Mark Wert bei einem Mindestsatz von 2 Promille 200 Mark Steuer einbrachte, während bei der Steuer nach dem Ertrag vielleicht noch nicht 20 Mark Steuer zu entrichten wären.
Volkswirtschaftliche unterscheide man zweierlei Werte: Nutz- oder Arbeitswert und Kurswert.
Lege man Steuern auf Nutzwerte lGebrauchsgegen- stände), jo bleiben sie auf diesen hasten und der Konsument muß sie tragen. Anders verhalte es sich bei den Kurs, werten. Eine Steuer auf Grund und Boden würde, weil es sich um Knrswerte handelt, aus den Bodenspekulant ab, gewälzt. Die Steuer auf Grundstücke müsse zu einer Werd Verminderung führen und diese liege im Interesse aller, die i den Boden als Werk- und Wohnstätte benötigen. Eine weitere Folge der Grundsteuer nach dem gemeinen Wert würde sein, daß die Gewerbesteuer eine Ermäßigung erführe; es würde diese Ermäßigung in Gießen rund 3/ Proz. betragen, ebenso führe sie zur Entlastung der Hausbesitzer; diese Tat- fache sei von einer ganzen Anzahl preußischer Städte zu berichten, die die genannte Steuer haben. Zu red)tfertigen sei diese Steuer damit, daß es sich bei Grundstücken bucht von dem zufälligen Besitzer oder Spekulanten geschaffene Werte handle, sondern diese Werte seien durch die All. gemeinheit geschaffen worden und müßten daher auchdieser wieder zurückgegeben werden, wenigstens zum Teü.
Bei der Gewerbesteuer würde es Prof. Staudinger gerne sehen, wenn die Schulden in Abzug gebracht würden. Oder man solle die Gewerbe, außer Ringe, Kartelle usw., überhaupt nicht besteuern. . m.
Zum Schlüsse seiner Ausführungen wies der Referent noch daraus hin, daß sich; die hessische Regierung müder Ausarbeitung des Entwurss ein Verdienst erworben habe, das allseitige Anerkennung und Dank verdiene.
Die hieraus folgende Diskussion brachte noch interessante Ergänzungen zu dem Referat, insbesondere war es Oberbürgermeister Mecum, der sich eingehend mit dem En> wurf beschäftigte und für eine Umsatzsteuer eintrat Erst in später Stunde schloß der Vorsitzende, Pros, dolhn, mit Dcmkesworten an den Referenten und an alle ÄWe- neuen die Versammlung.
"^»"Kongreß für experimente 1 lePsychvl in Gießen vom 18., bis 21. April. Tn ang eto träge und Temonstrationell haben plgenbe geben: I. Individua 1 psYch 010 9 $na
Zürich: Grundlagen der ^ndwckualpshcholog^ und V. Henri-Paris, und Larguier des.
Heber die Methoden der ^ndwidimlPU II. Psychophysiologie der Sinne.
Tas Gesetz der ,pezisischen Smnesen^e. -
Ein neuer Beweis der ipezifiichen Helligkeit (v z ^uLlc; heit) der Farben. Mit Temolsittationen. • »flrbe:: ! Göttingen: Die Theorie der Gegenfarben blindheit. 6. Schumanii-Berlin: .t^nin^*lin; ilnterjuc von Farbenblindyeit. 7. A Guttmanli irbbinghau - ungeu an jogenannten Farbenschwachen
Breslau: lieber die geometrisch-oPtiM ^.^rLiest» u. Lfchermak-Halle a. S.: Neue H"^r,uchu ß n angeborc - 1 Wahrnehmung mit besonderer Rücksicht a bUir{eunuH0 vn Grundlage. 10. Schnmann-Terlin. uchmng.
Buchfraberi und Worten bei lnomentanei s,w
Marnus-Kiel: Demonstration des App«^aibenharmo-^- Unterbrechung. 12. E. Tetlessen-Wis - ^ßenjetl®. begründet auf eine neue Methode mesien^^^. A^iirnr uug. Mit Temonstrakwnen. 1^- ,^-^^tern. U- ^sst» ung der Gehvrschärse in Miirvm ^eT Die sog^ Berlin: Cxperimenrelle llnter,u^ung ^cuc UntosiU-- Gemeinempsindungen. lo. AUuv-llpI • paradoxe Mfl ungen über Hani, uluebernpluu)^' S'^^isie, der Mtte^ empfindnng, o.e ^b^iinoui^n 1^ des Iuaens). 13. ^hmanus-Er?mr^e
und Psychkjche ^ummung. ^Ersuchungen an einem >, Göttingen: Beeicyt uu^r \£* lcrn)l)n{1rGtioneii). luuljiilidjen Geö^knw . 1 erpCrunenteUen
maun-Sirich: (8Ue tiweUeruug der exp
und später an den Hof zu verkaufen, abgelehnt. Die Verfassung verbiete einen derartigen Handel als der Krone unwürdig.
I m (Siegener Kun st verein sind zwei Gemälde Am Bodensee" und .Motiv am Psefsersee" des Laudschastsmalers R. Kaiser- München angetauft worden und gingen in (Siebener ' Prioakbesitz über. *
UundcsNed der Prager deutsche» Studenten.
(Melodie: .Der Gott, der Eisen wachsen liefjl')
Wir halten treu die deutsche Wacht, Geeint durch Bruderbande, Ein starker Fels im wilden Meer, Ein Hort im Feindeslande 1 Und reizt ihr auch den Pöbel auf, Treibt Polttik der Gasse, Der deutsche Bursche sürcht't sich nickt Vor aller Tschechen Hasse!
ES hat die Prager hohe Schul' Gelrotzet allen Stürmen, Drum tapfer vorwärts Mann für Mann, Der Väter Erb' zu schirmen! Daß nimmermehr zu rütteln sich Ein Frecher je erdreiste Am Bollwerk deutscher Wlsienschaft Und an dem deutschen Geiste I
Die Farben, die mit frohem Mut Wir stolz die unfern nennen, Wir wollen sie als Heiligtum Auch bis zum Tod bekennen l Nie kann sie der Hussiten Wut Vom Leib uns tückisch reißen: Denn unsre Herzen sind aus Stahl Und unser Volk aus Eisen!
(.Münchener Jugeick/)
i würdige Behausungen haben, darfes unter leinen Umstunden und gt ng e b en fall s u n t e ^a0mp!e®
»enV'Ä »mmTÄ Ä Ä « ^^r I
eg tauscht. ------ nonabj verstummte. Der kommandierende Admiral Maka-
Rebellische Schulmädchen. row begab sich sofort in einem Dampfkutter auf die Reede,
DnZ Bureau Reuter" erfährt aus der russischen Stadt um die gesunkenen feindlichen Schiffe in Augenschein zu
iuaendlicher Politiker auf dem Festplatz erschienen und Geschwader ging ihm entgegen. Die Bakteriensibrofsneten leamn bort au rührerische ßr ° klu m utio n en zu um 6i/2 Uhr duZ ^uer. Dte Kanonade der Schts, und verteilen während emer der Seminaristen mit lauter Batterien wurde bald eingeftellt, da das japantsche Ge Stimme 'eine derartige Proklamation vorlas. Tie Buuern schwader sich südosllvarts zu enkserpen begann, offenbar reiaten aber keineswegs Verständnis für die Sache, sondern 0 em Kampfe ausweichend. Gegen 10 Uhr ver waren empört darüber. Sie ergriffen, was sich chnen schwand das feindliche Geschwader am Horizont.
waren empört darüber. Sie ergriffen, was sich chpen als Muffe bot, und hieben aus die Agitatoren ein. Wahrend dieses Vorganges lief plötzlich eine junge Töchker- schülerin über den Jestplaü und schwenkte dabei eme japanische Flagg e. Ein Polizist arretierte Jie und sie wurde dem Gouverneur der Provinz vorgefnhrt. Ter Gouverneur hörte die Anklage an und sagte dann lächelnd zu dem jungen Tämchen: „Wenn Sie so große Sympathie für Japan besitzen, so hätten Sie mich das wissen lassen sollen. Ich würde Mittel gefunden haben, Ihnen die Reise nach Japan zu ermöglichen, und ich bezweifle nicht, daß! besagt': Ter General sandte zwei Sotnien aus,I
man Sie dort mit Enthusiasmus einpfangen haben wurde. ^ich einen Erkundungsritt festzustellen, welche Streit-
Ta Sie aber Ihrer Sympathie in so Plumper Weise Aus- ^es Feindes den Fluß Tschingtschangan überschritten druck gaben, sehe ich mich genötigt nie für einige Z^l ' ^otnie bemerkte IV2 Werst vom Paktschoengan
kalt zu stellen." Er ließ das Mädchen darauf aus einige e;ntcernt c^ne 30 Mann starke berittene feindliche Abteil- Tage ins Gefängnis bringen. Bald darauf traten die bie beim Herannahen der Sotnie Verstärkung erhielt, Fabrikarbeiter in der ©tobt, die gamz aniere Po- , Infanterie anschloß. Zwei Züge Kosaken
litische Ansichten haben als die Landbevölkerung, m den bröifneten auf 400 Schritte das Feuer gegen die Streit ein, und es kam zum Blutvergießen. Ter .Wickle Patrouille. Aus japanischer Seite sielen Tumult wurde schließlich so groß, daß der Gouverneurr unb ein Soldat; auch ein Pferd den Minister des Innern bitten mußte, ihm zur Herstellung getütet Nachdem einige Salven abgegeben worden
der Ordnung Infanterie und Kavallerie zugehen zu lassen. erhielt unsere Patrouille die Mitteilung, daß die
, ' "------ . f feindliche Infanterie vorrücke, und entfernte sich. Die
Der Krieg zwischen Japan und Zrußiano. Knndschafter fanden Paktschoen vom Feinde be-
Km neues Bombardement vor Port Arthur. setzt. Aus dem reckten Ufer des Paktschoengan stehen
Der «HW Vizeadmiral Makar o « telegraphierte an Ä“ e'
rechtzettig im Scheinwerferlicht temertt uud von den W 0Wt ftn ^aiLptqualtier in Muk-
93 alterten und den Wachschiffen ,, Bohr' u ben am 27 b. M.^ ein getroffen. Am Bahnhof wurde er
beschpssen. Um dem Durchbruch! der feucklul^n >^chiffe zu einer Eh^nwache mit Fahne und Musik empfangen.
,begegnen, trat der Kommandant des Wochttorpedobootes «nhnhnf fuhr er rum Statthalter Alexejew.
„Ssilny", Leutnant Kr in itzki, dem Feinde entgegen aus Mukden vom 26. März telegraphiert wird, ist
Ä iapLnischei“®amff«?Ärskr^E- di- Blatt-rmeldung don der Explosion des „Bajan"
bei ®ro6fiirft
lichen Torpedobooten auf, wo^i ern ^ngenteur und 9 rnfiiictie üiegierung notifizierte der Regierung der
zweite Versuch der Japaner, den Eingang von Port Kriegsrechte fteyeno.
Arthur zu sperren, ist dank der energischen Alnvehr der See-1 am 2*-_ Don Soeul abgereist. Sein
und Landsttettkraste, ebenso wie der erste uiiß- den Erfolg die Koreaner zu beruhigen
glückt. Der Hafeneingang ist vollkommen frei japanisch en Ein-
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Port Arthur, Generalleutnant Smirnow an den Kaiser ' nickt vermehrt werden sollte. Er riet zu ausführlicher: In der N^t machten die Japaner, ""Abem . ^^^usichen Turchsührung von Reformmaßregeln, der Mond auf gegangen war, den d^ Hasenausstang Ratschlugr werden zweifellos angenommen, da Korea
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eröffneten. Vor den Brandern fuhren die Torpedoboote, in bedeutender Entfernung folgten größere Schiffe, welche auf die Festung zu feuern begannen, um dadurch die Aktion der ^Brander und der Torpeooboote zu unterstützen. Infolge des starken Artilleriefeuers unb des kühnen Vorgehens unserer Torpedoboote erreichten die Brander den Hasen- eingang nicht. Zwei Brander gerieten am Goldenen Berge aus ein Riss : einer ging, von einem Torpedo unserer Torpedoboote getroffen, hinter den beiden ersten


