Ausgabe 
27.10.1904 Erstes Blatt
 
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schiften aller Krrlse gefunden batte, die in den sächsischen Landen gesammelt worden waren. Die Angelegenheit dürste deshalb nunmehr als endgültig erledigt zu betrachten sein.

5>er Krieg zwisSen Japan und Aukland

Nach einer Meldung der Petersburger Telegravhen- Agentur dauert der Stillstand in den Kriegs-Aktionen an. Beide Armeen stehen in unmittelbarer Nahe einander gegenüber und befestigen ihre Positionen, welche zeitweise durch vereinzelte Artilleriefeuer beschossen werden, das von Seiten der Japaner gewöhnlich gegen Abend stärker wird, da alsdann die untergehende Sonne die Positionen der Nüssen am besten anzeigt. Die rnssischerseitS von Jägern und Kavallerie vorgenammencn NekognoSzierungen rufen gewöhn­lich Gewehrfeuer des Feindes hervor, das die Stille der Nacht unterbricht. AuS Mukd en liegt beute folgende Privat­meldung vor: Beide Armeen stehen sich in geringer Ent­fernung gegenüber, die teilweise nur 500 Schritt beträgt. Boni Dorfe Cchahofu, daS in russischen Händen ist, zieht sich die Schlachtlinie bis an den unteren Hunho östlich bis zum Kantuling-Past, der 30 Werst von Schahosu entfernt iit. Die letzte Schlacht brachte keine Entscheidung. Die Verluste der Nuflen sind wahrscheinlich größer als die der Japaner.

Die Ruff. Tel.-Ag. meldet aus Mukden: In der letzten Zeit gehen die Japaner mit den Artilleriegeschossen sehr spar­sam um. Durch Erkundigungen wurden befestigte Positionen des Feindes auf dem Dcrgmassiv einen Kilometer südlich von dem Dorfe Findjapu sestgestellt. Auf den Hügeln südöstlich von dem Dorfe Kutjosa befinden sich japanische Stellungen etwa 8 km lang, durch Schanzen, Schützengräben, Draht­hindernisse und Wolfsgruben befestigt.

Die ^Agence HavaS" meldet aus Mukden vom 25. Oktober: Die Truppen leiden sehr unter der Kälte. Die ganze Gegend bis auf 30 Werst südlich von Mukden ist verwüstet. Die Wege bieten einen bejammerswerten An­blick. Lange Reiben von Verwundeten und Sterbenden liegen längs derselben und daneben wandern die Bevölkerungen ganzer Ortschaften auf der Flucht vom Kriegsschauplatz auf Karren ihre Frauen, Kinder und Habseligkeiten mit sich führend. Zahllose Hütten sind vom Erdboden verschwunden. Mukden ist überfüllt mit Flüchtlingen. Hunderte von Familien liegen von allem entblößt, mitten auf den Straßen. Die Feind­seligkeiten sind noch nicht wieder ausgenommen. Die Haltung der Japaner ist absolut verwirrend und in den letzten Tagen war die Lage ganz dunkel. Die Japaner, die entschlossen schienen, auf Mukden zu marschieren, stellten ohne sichtbaren Grund ihren Vormarsch wieder ein.

Ein Telegramm des Generals Kuropatkin meldet dem Kaiser: Am 25. ds. hatte die erste mandschurischeArmee keine Kämpfe zu bestehen. In: Laufe des ganzen Tages unterhielten sowohl wir wie der Feind ein schwaches Artillerie­feuer auf unserem rechten Flügel. In der Nacht zum 25. ds. wurden Freiwilligenabteilungen zweier Regimenter südwärts von Erdagau auSgesandt, um den Feind zu beunruhigen: eine dieser Abteilungen legte sich in den Hinterhalt, feuerte bei Tagesanbruch auf einen feindlichen Posten und zwang ihn, sich nach Süden zurückzuziehen. Eine andere Abteilung führte aus dem Bereich der feindlichen Stellung einen von von unseren Protzkasten weg.

General Sacharow meldet dem Generalstab: In der Nacht zum 26. ds. gingen keine Berichte über Kämpfe ein. Unsere Freiwilligen beunruhigten den Feind in der Nacht aus der ganzen Front.

Von russischen Kriegsgefangenen in Japan gemachte Fluchtversuche, Angriffe auf ihre Wächter und andere Insubordinationen veranlaßten, nach Reuterschen Meldungen aus Tokio, die Einführung einer Reihe von Ver­ordnungen. Dieselben bestimmen: Gefangene, welche sich den Wächtern widersetzen, werden cingejperrt, die Rädelsführer von Fluchtkomplotten unter Anwendung von Gewalt gehängt oder verbannt. Die Teilnehmer an solchen Verschwörungen werden eingesperrt, die Rädelsführer organisierter Angriffe auf ihre Wächter werden gehängt und die Teilnehmer an denselben eingesperrt. Gefangene, welche unter ihrem Eide, nicht wieder am Kriege teilzunehmen, freigelassen wurden, iedoch abermals gefangen werden, werden gehängt.

Der Korrespondent des Reuterschen BureauS bei Kurok's Armee meldet aus den Minen bei Ientai vom 25. Oktober' daß Prinz Karl von Hohenzollern in Liaujang angekommen sei und alsbald zur Front abgehe.

Vigo, 26. £ft Die zur russischen Osffeeflotte gehörigen SchiffeImperator",Alexander II.",Borodino",Orel" und ,.Knjaes Ssuworoff" sind mit idem TransportschiffAna- doul" hier eingetroffen.

Vigo, 26. Okt. Tie spanische Regierung hat den Behörden Befehl gegeben, den russischen Schiffesn zu gestatten, sich in Vigo zu verproviantieren, aver nur unter der Bedingung, das; sie einzeln, nicht im Geschwader kommen. Der russische Konsul begibt sich deshalb nach den Eies-Jnseln, um diese Bedingungen dem Geschwader mitzuteiten, damit es außerhalb der Drei­meilengrenze Proviant einnehme.

B i g o, 26. Okt. lAgence Havas.) Der Hafen komm cm den t begab sich heute an Bord des Admiralsschiffes der musischen Ostseeflotte, um dem Admiral mitzuteilen, daß die spa­nische Regierung nicht gestatte, daß die russi­schen Kriegsschiffe sich im hiesigen Hafen verpro? viantieren. Der russ. Admiral erwiderte, die Schiffe hätten Beschädigungen erlitten und deshalb habe er sich 'von den übrigen Schiffen der Flotte getrennt. Der Hafenkornrnandant erklärte dem russischen Mrniral hieraus, er werde seiner Regierung hiervon Mitteilung machen und dem Admiral die Entscheidung der spanischen Regierung sofort nach Eingang bekanntgeben. Als trotzdem Ko h ten- schiffe sich längsseits der russischen Schiffe legten, sandte der Hafenkommandant einen Adjutanten zu dem russischen Admiral und ließ diesen ersuchen, die Neutralität Spaniensnichtzu verletzen. Dem spanischen Kreuzer Estremadura" wurde Befehl erteilt, die K o h le n l e i ch - ter von den russischen Kriegsschiffen fernzuhalten und die Kapitäne der Kohlenschisfe aufzufordern, sich den Anordnungen der Hafenbehörden zu fügen. Um! 2 Uhr nach­mittags stattete Admiral Roschdjestwenski, begleitet von den Konnnandanten der russischen Schiffe, dem Militärgouver­neur und darauf dem französischen Konsul und dem Hafen- komrnandanten Besuche ab.

London, 26. Okt. DerDaily Telegraph" meldet aus Garbiff vom 25. Oktober: In den letzter: Monaten wurden durchschnittlich 100 0 00 Tonnen Kohlen für russi­

sche Rechnung verschifft. Die Kohlcndampfcr sind im Mittclmeer, im Roten Meer, an der Westküste Afrikas und um das Kap der Guter: Hofsnuug herum verteilt. einigen Fällen wrlrden englische Schiffe gechartert, um Kohlen nach Wladiwostok zu bringen. Das gestern leck ge­laufene SchiffEsperance" ist ausgelaufen.

Madrid, 26. Okt. (Agence HavaS.) Der Marine- minister wird in Mn: ein schäft mit dem Minister des Aenßern zrvei von den in Vigo eingetrofsenen russischen Schiffen, die B e s ch ä d i g n n g e n erlitten haben, denen es deshalb nicht Möglich ist, den Hafen nach der vorschrifts­mäßigen Frist von 21 Stunden zu verlassen, einer Unter­such nng unterziehen lassen und dann die entsprechenden Aun>eisungen erlassen. Der Minister bestätigt, daß er der: russische:: Schiffen keine Erlaubnis erteilt habe, sich zu verproviantieren.

Vigo, 26. Okt. Auf erueutes Ersuchen des Hafenkom­mandanten gab Admiral Roschdjestwenski sein Wort, daß er in den spanischen .Gewässern keine Kohlen ciunehme, bat aber um die Erlaubnis, daß jedes Schiff 400 Tonnen Kohlen nehmen dürfe, unt Tanger zu erreichen. Zwe: Kohlendampfer liegen neben der: russischen Panzerschiffen, drei gingen nach Tanger ab. Es geht das 65erürT)t, das Geschwader sei angewiesen worden, sich möglichst kurze Zeit in Vigo aufzuhalten, um einen An­schlag japanischer Agenten zu verhüten, deren An- lvesenheit in Vigo befürchtet wird.

Korea.

Paris, 26. Okl. Ans Söul wird gemeldet, daß die Zahl der in Korea eitiquartierten, zur Ueberwinterung bestimmten japanischen Truppen 30 000 Mann betrage.

Ans 5tni)t 'n:d Land.

Gießen, 26. Oktober 1904.

** Empfang. S. K. H. der Großherzog empfingen am 26. Oktober u. a. Prof. Dr. Vossiuß, Rektor der LandeS-Universität Gießen.

**Von der Universität. Es wird uns mitgeteilt, daß Professor Dr. Hansen von seiner Reise zurück- gekehrt ist und seine Vorlesungen rechtzeitig beginnen wird.

** Konzert-Verein. Für das Konzert am Sonntag ist, für eine plötzliche Absage, ein ausgezeichneter Ersatz in Frau Hensel-Schweitzer gefunden worden, die, wie be­kannt, in Frankfurt als hochgeschätztes Mitglied des dortigen Opernhauses wirkt.

** Aus dem Bureau des Stadttheaters. An: morgigen Freitag gehen als dritte FreitagS-AbonnementS- Vorstellnng Lanbe'S .KarlSschüler* in Szene. Das Werk wird augenblicklich überall wieder aufgenommen, da es, der Verherrlichung Schillers gewidmet, zur Einleitung zu einer Saison, die mit der hundertjährigen TodeSgedenkfeier des Dichters abschließen wird, wohl am Platze ist. Die Haupt­rollen des Herzogs und Schillers befinden sich in den Händen der Herren Linz en und Lüttj ohann.

* Eine Wählerversammlung zur bevor­stehenden StadtratSwahl tagte am 25. ds. MtS. bei Herbert in der MäuSburg; sie war einberufen worden vorn Wahlverein Eentrum", der das Interesse der Bewohner der inneren Stadt vertreten und zugleich einer großen Zersplitterung der Stimmen vorbeugen wist, welche beiden an sich guten Vorsätze doch augenscheinlich einander widersprechen und sich nur dann miteinander vereinbaren lassen, wenn die übrigen Stadtteile auf das Recht verzichten, ebenfalls derartig ihre Interessen zu vertreten. Es stehen aber gewiß noch andere Versammlungen bevor, von denen anzunehmen ist, daß in ihnen noch eine Reihe anderer Vorschläge gemacht werden wird. Es wurden in dieser Versammlung außer den gesetzlich ausscheidenden Herren die Herren Zahntechniker Frutig, Kreiskasserechner Kauß, Fabrikant W. Hom berg er und Fabrikant Aug. Gabriel als Kandidaten aufgestellt. Aus dieser Kandidatenliste geht schon hervor, daß auch dieser Ver­ein in Wahrheit nicht beabsichtigt, nur die Interessen der inneren Stadt wahrzunehmen. Vornehmlich hat Herr Gabriel eine Reihe positiver Vorschläge für den Fall bc§ Erfolges seiner Kandidatur gemacht. Er hat einen Vortrag des Berg- ratS Cheliu8 in Sachen der Lahnkanalisation an­geregt, der eine genaue Rentabilitätsberechnung der Strecke GießenDutenhofen aufzustellen gewillt ist, aus der, wie er meinte, hervorgehen wird, daß die Lahnkanalisation allen Teilen der Bevölkerung Gießens zun: größten Vorteil ge­reichen werde. Es wurde in der Versammlung auch die ViehhosSfrage gestreift, die Verbindung der Vor­orte Gießens durch elektrische Bahnen, eine Ver­besserung des Tolmenabfuhr-SystemS gewünscht u. a. m. Beschlossen wurde u. a sämtliche in dieser und in der früheren Versammlung nommirten Kandidaten aufzufordern, ihre Programms in öffentlicher Versammlung darzulegen.

* Schuh Händlerverein für Gießen und Um­gegend. Der vor Kurzem ins Leben gerufene Schuhhändler­verein für Gießen, Wetzlar und Umgend hielt am gestrigen abend seine erste gutbesuchte Monatsversammlung ab. Der Verein hat sich die Aufgabe gestellt, die Interessen seiner Mitglieder in geschäftlicher Beziehung sowie gegen unlauteren Wettbewerb zu vertreten und ist zugleich Mitglied des Deutschen Schuhhändler-Verbandes.

C. Verhaftungen. Der Betrüger, welcher unter den: Namen eines Kaufmanns Schwarz vor einiger Zeit hier sich eingemietet und es verstanden hatte, in einem Geschäft eine Schreibmaschine zu erschwindeln, ist in der Person eines Reisenden namens Pfeiffer in Bonn verhaftet worden. Die Schreibmaschine hatte er in Jülich bei einem Spediteur nieder­gelegt. Sie ist beschlagnahmt worden, so daß den: Verkäufer fein großer Schaden erwächst. Ferner konnte der Betrüger ermittelt werden, der kürzlich in einem hiesigen Geschäft einige Knabenanzüge sich erschwindelte. Es ist dieD nicht etwa ein Bahnbediensteter, weil er den Betrug in der Uniform eines solchen ausführte, sondern ein gewerbsmäßiger Betrüger, der wegen gleicher Betrügereien vorbestraft ist und sich bei seinem Gewerbe in die Uniform eines Bahnbeamten steckte, um so leichterarbeiten" zu können.

8 Wieseck, 26. Okt. Unsere, voriges Jahr begonnene Wasserleitung ist jetzt nahezu vollendet. Die Quellen liegen im Hangelstein und liefern sehr gutes Trinkwasser in großer Menge. Der Hochbehälter oberhalb deS Dorfes faßt 200 Kubikmeter Wasser. Auch die kleine Nachbargemeindc Trohe plant den Bau einer Wasserleitung.

Windhausen, 24. Okt. Am Samstag abend ver­

sammelten sich zahlreiche Einwohner der Nachbarorte und die Bürger unseres Ortes fast vollzählig im Gasthaus von Bräuning, uni dem Referat unseres ReichstagSabgeord- neten, Kreisrat Dr. Wallau, zu lauschen. Gutsbesitzer Haberkorn begrüßte den Referenten im Namen der Versamm­lung und erteilte ihm das Wort zu seinen Ausführungen. In 1 V/tünbigem, sehr interessantem Vortrag, der häufig durch humoristische Bemerkungen und Episoden gewürzt war, referierte Herr Kreisrat Dr. Wallau über die letzte Ne ich S- tagSsesfion und seine Tätigkeit während derselben und schloß mit der Versicherung, stets wie seither unsere Inter­essen, die der Landwirtschaft und der kleinen Industriellen im Reichstag vertreten zu wollen. Herr Haberkorn dankte hierauf im Namen der Versammlung unserem NeichStags- abgeordneten für seine Ausführungen und ließ den Dank der Versammlung in einem dreifachen Hoch auf Herrn Kreisrat Dr. Wallau, welcher seinerseits mit einem Hoch auf seinen Wahlkreis erwiderte, ausklingen.

SH e i e i 11 c l u r p >i aus Hessen imb den Nachbarstaaten. DaS Kirchweihfest in Klein-Linden findet erst Sonntag statt. (Es war gemeldet worden, 8 Tage früher sei die Kirchweih).

* 25 i en , 26. Okt. P r i u z cs sin Lu i s e von Koburq wi e S durch ihren Anwalt Stimmer die ihr, für die letzten drei Monate angebotenen 18 000 Kronen zurück, da die Summe für den jetzigen Lebensunterhalt, und "Deckung der Kosten der Flucht nicht ausreicht. Der Redakteur Huret hatte mit der Prüizessin Luise eine Unterredung über ihre Jugend und die Vermählung. Ihre Jugend habe sie im Brüsseler Palast verlebt, als sie 14 Jahre alt gewesen, sei der Prinz Koburg am Brüsseler Hofe erschienen, sie habe ihn da zum ersten Male gesehen. Kaum 15 jährig, habe der Prinz um ihre Hand angehalten, ihre Eltern hätten dem Prinzen aber bedeutet, er möge sich erst die Welt ansehen. Ter Prinz sei darauf nochmals erschienen, und auf Drängen ihrer Eltern habe sie in die Vermählung eingewilligt. Sie habe mit dem Prinzen ein abgeschlossenes Zimmer aussuchen müssen, dort habe er ihr seinen Antrag gemacht, sie habe aber nichts davon verstanden und sei fort gelaufen. Mit 17 Jahren sei sie an den Prinzen vermählt worden. Sie habe den Prinzen vom ersten Tage ihrer Ehe gehaßt. Sie habe ihrer Mutter gegenüber wiederholt von Ehescheidung gesprochen, aber diese habe ihr erklärt, daß sie als Christin ihre Ehe nicht scheiden lassen dürst. Ma11achich reiste von Paris nach Agram, um die Revision seines Prozesses einzuleiten. Er erklärte, nach Wieder­aufnahme desselben werde die Prinzessin von Koburg persönlich vor Gericht erscheinen und mitteilcn, wer die Wechselfälschamgen in: Namen der Kronprinzessin Stephanie begangen habe.

* Kleine Tageschr onik. Eine sehr starke Erder- schü tterun g wurde am Mittwoch im südlichen Teile des nor­wegischen Amtes Smaalenene verspürt. Es wurde auch am Dienstag abend beim Leuchtturm von Stroemtangen eine Erd­erschütterung wahr^enommen. Tas Wasser in den Quellen ist an verschiedenen Stellen ungenießbar geworden. Unter dem dringenden Verdacht, die Prostituierte Frau W a s ch e r in Berlin ermorbet zu haben, wurde der frühere Bäcker August Mühle- thaler in seiner Heimat Vern verhaftet. Von dem am Vor­mittag 9,18 Uhr von Köln nach Frankfurt a. M. abgegangenen Schnellzug e n t g l e i st e bei K a l k der Packwagen und schlug um. Ter Packmeister wurde getötet und der Zugführer leicht verletzt. TieFranks. Oderztg." meldet aus Spremberg: Zwei Zimmerleute stürzten dort beim Einsenken eines Brunnenrohres in den Vrunnenkessel und fanden infolge Einatmens von Brunnen­gasen den Tod. In Hengstbach (Pfalz) hat siih der 11 jährige Schüler A. Eberschl, w e i l er in der Schule Schläge erhalten sollte ,e r s ch o s se n. Ter Bergmann Konetzki in Sangen* oree r gestand, daß er den Bergmann Maliska gemeinschaftlich mit dessen Frau, mit der er ein Liebesverhältnis unterhielt, im August e r m o r d e t habe. Tas Mördervaar wurde verhaftet.

Kunst nnd Wissenschaft.

Berlin, 27. Okt. In der Berliner Medizinischen Gesell­schaft hielt gestern abend Professor Tr. Robert Koch, Ehrenmit­glied dieser Gesellschaft, einen Vortrag über seine wisse n- schaftliche Ausbeute in Afrika. Er gab ein Bild von der Verbreitung und dem Wesen der sogenannten Trypanosomen­krankheiten. besonders der unter den Negerstämmen grassierenden Schlafkrankheit. Tie Bekämpfung müsse nach den gleichen Grund­sätzen, wie bei den übrigen Infektionskrankheiten erfolgen. Der Vortrag, dem die ganze Aerztewelt Berlins beiwohnte, fand stürmischen Beifall.

In der archäologischen Abteilung der Weltausstellung in St. Louis wurde dem deutschen Kaiser für die Saal­burg-Aus stellung der Große Preis zuerkannt.

Wien, 26. Okt. Ter Sekretär des Tiroler Landesausschusses Go11ardi machte eine neue wichtige Entdeckung, die die Leistungsfähigkeit des Jnfanteriegewehrs b e d e u t e nd erhöht. _______

Wniversttäts-Uachrichterr.

Innsbruck, 26. Okt. Heute wurde hier eine große Ver- fammiung gegen die neu er richtete italienische Fa­kultät abgehalten. Es waren 3000 Personen aller Parterrlch- tuugen erschienen. Abg. Erler hielt eine zündende Rede, roorin er die Beleidigung des deutschen Volkes betonte und der Regierung den Krieg erklärte. Sodann zog man vor die Wohnung des Statthalters, wo P f uiru s e ct u f b t c R e g t e- rung und schrille Pfiffe erschollen. Vor dem Rathaus wurde Die Wacht am Rhein" und das Bismarcklied gesungen. Dann wurde der Zug offiziell aufgelöst. Die Garnison ist konsigniert. Ein italie n i scher Student, der trotz des Verbots mit der Trikolore in der Nniversiität erschien, wurde von einem deutschen Studenten zur Rede gestellt. Er zog einen Revolver und be­drohte die d e n t s ch e u Studenten. Der Rektor hat sofort eine Untersuchung eingeleitet.

Stockholm, 28. Okt. Wie dasAitonbladet meldet, ist Professor Arrhenius geneigt, eine ihm angebotene Berliner P r o f e s s n r a n z u n e h m e n. Infolgedessen sind Schritte ein- geleitet, um ihm hier eine gleich vorteilhafte Stellung zu bieten.

Sport.

(ch.) Lollar, 26. Okt. In der hiesigen WirtschaftZur Linde" traten am vergangenen Sonntage mehrere Radfahrer­vereine der Umgegend zur Gründung eines gemeinsamen Bundes zusammen. In den Vorstand dieses Bimdes, dem der NameLahntal-Radlerbund" beigelegt wurde, wurden gewählt: Schmidt-Lollar, 1. Vorsitzender, Reinecke-Wieseck, 2. Vors., Hein- bach-Lollar, 1. Schriftführer, Jung-Klein-Linden, 2. Schriftführer, Runzheimcr-Nordeck, Kassierer, Pirr-Großen-Linden, 1. Fahrwart, Adam-Wismar, 2. Fahrwart. Zu Beisitzern wurden Seel-Wieseck, Stem-Nordeck und Tern-Großen-Linden, zu Schiedsrichtern Som­mer-Klein-Linden, Faber-Großen-Linden und Seipp-Wismar ge- wählt.

Kerichlssaal.

Offenbach, 26. Okt. Tas hiesige Schöffengerick^t verurteilte den Redakteur des sozialdemokratischen Abende b l a 11 e s Scheidemann wegen Beleidigung des Redakteurs derOffeub. Ztg." Beer zu 25 Mark Geldstrafe event. fünf Tage Haft. Tie Kosten hat Scheidemann zu tragen.

Stuttgart, 26. Okt. Wege:: des Zweikampfes mir tödlichen Waffen wurden gestern der 21 jährige Studierende der Technischen Hochsckmle hier Friedr. Breuhaus von Solingen, jetzt in Tüsseldorf wohnhaft, vom Korps Staufia und Erich Bayer Don Eßlingen vom Korps Teutonia, welche am 1. Juli d. I. ut einen: Gasthause zu Untertürkheim mit Schlägern eine sog. Be*