brcktes Blatt.
DienStag 87. September 1»O^
154. Jahrgang
Nr. ÄZ7
tLgNch außer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siebener Kamillen« Hättet viermal in der
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Rotationsdruck il Verlag der Brü h l'schen Nmvers.-Bnch-u. Stein- bruderei. Ä. Lange.
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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW
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Dir heutige Kummer umfaßt 8 Seiten.
Volttische Tagesschau.
Der dritte Band der Bismarck-Memoiren.
R. Berlin, 26. Sept.
Von den Denkwürdig ketten Bismarcks sind, entgegen der ursprünglichen Msickft, nur zwei Bände veröffentlicht worden. Der d ritte Band, der, wie angeblich Eingeweihte wissen wollen, Stellung ninirnt zu den Ereignissen nach der Verabschiedung des Altreichiskanzlers im März 1890, blieb zur großen Ueberraschung der Oeffentlichkeit aus. Es erfolgte eine als authentisch bezeichnete Mitteilung cm die Blätter, ein dritter Band sei überhaupt nicht vorhanden.
Nun bringt heute abend die „Tagesztg." folgende Meldung, die nicht verfehlen dürfte, Aufsehen zu erregen, zumal da sie sich <auf den Fürsten Herbert Bismarck als Gewährsmann bezieht:
„Wir wissen bestimmt, daß Fürst Herbert Bismarck Anordnungen bezüglich der eventuellen Veröffentlichung (des 3. Bandes) getroffen hat. Nach Andeutungen, die er uns gegenüber gelegentlich gemacht hat, soll sie erst erfolgen, wenn die Grün de vollkommen unwirksam geworden sind, die es seinerzeit veranlaßten, daß der 3. Band nicht gleichzeitig mit den beiden ersten Bänden erschien."
Welcher Art diese Gründe sind, darüber äußert sich! die „Tagesztg." nicht. Sind es Rücksichten auf Staatsgeheimnisse, die etwa der Altreichskanzler in dem Schlußband der ,Medanken und Erinnerungen" berührt hat? Das ist wohl kaum anzunehmen, denn ein Meister der Diplomatie wie Bismarck wird gewiß nicht Dinge haben preisgeben wollen, deren Geheimhaltung im Interesse der Sicherheit des Reiches geboten ist Eher läßt sich daran denken, daß Rücksichten auf Personen entscheidend in Betracht gekommen sind. Der alte Fürst Bismarck hat als „guter Hasser" den Groll treu bewahrt, insbesondere gegen diejenigen Ratgeber, deren Einfluß, mit Recht oder Unrecht, er seine Entlassung zuschrieb. Vermutlich soll bei Lebzeiten dieser Personen die ^Veröffentlichung des 3. Memoirenbandes nicht erfolgen. Aber, so darf man fragen, hat Fürst Bismarck in seiner: Unterredungen mit Vertretern der Presse gerade in Bezug auf diesen Punkt aus seinem Herder: eine Mördergrube gewacht? Hat er nicht sehr scharfe Worte gegen 'seine Gegner gebraucht, unter ausdrücklicher Nam- haftnracbung der Betreffenden? Staatssekretär v. Bötticher, der gegenwärtige Oberprüsident der Provinz Sachsen, der ganz besonders vom Fürsten Bistnarck aufs Korn genommen wurde, trat den damaligen Darstellungen, ebenfalls in Form einer Zeitungsunterredung, entgegen und betonte namentlich auf das entschiedenste, daß für ihn selbst die Verabschiedung Bismarcks eine Ueberraschung gewesen fei. Was kann Fürst Bismarck in seinen Denkwürdigkeiten geschrieben haben, was er nicht bereits in pointierter Form! gesagt hat? Auch das ist zu bedenken, daß bei einer etwaigen Veröffentlichung des dritten Bandes der Memoiren nach dem Ableben der Angegriffenen diesen oder deren Rechtsnachfolgern die Möglichkeit der Erwiderung iu» n d Rechtfertigung fehlen würde.
Mir warten zunächst ab, welche Erklärung von kompetenter Seite auf die Mitteilung der „Tagesztg." erfolgt. Jedenfalls ist nicht daran zu zweifeln, daß noch ein Band Msmarck-Memoiren vorhanden ist. Es' sind die seltsamsten Behauptungen über den Verbleib des Manuskripts aufgetaucht. So sind wir u. a. der Vermutung begegnet, das Manuskript sei von Fürst Herbert Bismarck an das preußische Staatsarchiv abgeliefert worden. Diese und ähnliche Mutmaßungen fallen zu Boden, wenn es zutrifft, daß Fürst Herbert letztwillig Anordnungen über die Veröffentlichung des Schlußbandes getroffen hat.
*
Nochmals vertagt?
Uns wird geschrieben:
Die Geduld der am M i l i t ä r p e n s i o n s w e s e n interessierten Kreise wird wohl in Verbitterung itm^ schlagen angesichts der sich bemerkbar machenden Neigung, die Einbringung der Novelle zum Militärpensionsgesetz nochmals zu vertagen. Die Heeresverwaltung trifft keine Schuld; der preußische Kriegsminister hat im Reichstag kein Hehl daraus gemacht, daß die Verzögerung dieser Angelegenheit ihn schmerzlich berührt. Der Schatzsekretär spricht' eben das entscheidende Wort, und da er die Millionen nicht aus der Erde stampfen kann, ist es am Ende begreiflich wenn er die aus der Erhöhung der Militärpensionen folgende Konsequenz der Mehrbelastung des Etats um jährlich mindestens zwanzig Millionen Mark so spät wie möglich in sein Exempel einzustellen trachtet. In einer diese Angelegenheit betreffenden offiziösen Notiz der letzten Tage hieß es zwar, ohne gleichzeitige Neuregelung des Militär- Pensionswesens sei auf eine Annahme der neuen Militärvorlage kaum zu rechnen. Doch das ist wohl nur der Zucker, durch den den Militärpensionären die Pille der erneuten Vertagung der Novelle versüßt werden soll. Die Negierung weiß sehr wohl, daß Konservative und National- liberale ihre Zustimmung mr Heere svorlage nicht von der gleichzeitigen Erhöhung der Militärpensionen abhängig machen werden, und sie weiß, daß das erst recht vom aus- schlaggebenden Zentrum gilt. Die leitenden Männer dieser Partei sind der Meinung, die Militärpensionäre hätten keinen Anspruch auf unverhältnismäßig schnellere Erledigung ifire1 Forderungen, als die K r i e g s v e t e r a u e n. Es müsst fiJ) eben jeder an öffentlichen Geldern Interessierte, soviel an ihm sei, nach der Rcichsfinanzdecke strecken; die unbestri^tcn gecing besoldeten Unterbeamten warteten auch seit Jahr unb Lag auf Erhöhung ihrer Bezüge. Mil anderer:
Worten: das aktive Militär geht vor. Erst muffen die Kvsten für die Erhöhung der Friedensprasenz und für die Niederwerfung ifret Herero aufgebracht sein, danr: kommen die „gewesenen^ Militärs an die Reihe. So ist anscheinend die Ansicht des Zentrums und die Absicht der in einer Zwangslage sich befindenden Regierung.
Die Regentschaft in Lippe.
Der gestern verstorbene Regent des Fürstentums Lippe, Ernst Graf und Edler Herr zu Lippe-Biesterfeld war 1884 durch den Tod seines Vaters, des Grafen Julius, Besitzer von dessen Gittern im Posenschen geworden und lebte bis zum Eintritt der Regentschaft auf Schloß Neuhof bei Bentschcn. Die in Lippe regierende fürstliche Linie ist im Aussterben; der jetzige Träger des Fürstentitels, Fürst Alexander, ist geisteskrank. Sein Vorgänger, der im März 1895 verstorbene Fürst Woldemar, der keine Leibeserben hinterließ, hatte im Jahre 1890 für den Fall seines Todes den Prinzen Adolf von Schatlmburg-Lippe, den Schwager des Kaisers, zum Regenten des Fürstentums ernannt. Dieser tra: unmittelbar nach dem Tode des Fürsten Woldemar in Lippe ein und übernahm die Regentschaft. Die Rechtsgiltigkeit jener fürstlichen Verordnung wurde jedoch ebenso vom lippischen Landtage, tute von den Agnaten des Fürstenhauses bestritten. Die Thronfolgefrage sollte auf reichsgesetzlichem Wege geregelt werden, der Bundesrat wollte die Streitfrage dagegen durch ein Schiedsgericht entscheiden lassen, womit nach langen Verhandlungen sich alle Beteiligten einverstanden erklärtem Das Schiedsgericht, bestehend aus sechs Reichsgerichtsräten unter dem Vorsitz des Königs Albert von Sachsen, erklärte am 22. Juni 1897 einstimmig den Grafen Ernst als nächsten Agnaten für erbfolgeberechtigt. Prinz Adolf von Schaumburg-Lippe legte darauf sofort die Regentschaft nieder und Graf Ernst zu Lippe-Biesterfeld hielt seinen Einzttg in Detmold als Regent. Jetzt werden durch seinen Tod wohl neue Schwierigkeiten hervorgerufen, denn der lippische Landtag hat zwar bereits im Jahre 1898 für den Fall des Ablebens des Grasrcgenten desien ältesten Sohn, den Grafen Leopold, zur Uebernahme der Regentschaft ermächtigt, seine Erbfolgeberechtigung aber wird vielfach angefochten, weil die Ehe feines Vaters, des Grafen Ernst, mit Karoline, geb. Gräfin v. Wartensleben, nicht ebenbürtig gewesen sei. Laut eines vom Minister gegengezeichneten Er- lafles hat Graf Leopold bereits die Regentschaft übernommen.
Der verstorbene Graf-Regent hinterläßt übrigens außer drei Töchtern und dem ältesten Sohne, dem jetzigen Regenten Grafen Leopold, der Oberleutnant ä la suite der preußischen Armee ist. noch zwei Söhne: den Grafen Bernhard, der als Oberleutnant und Adjutant im Husarenregiment Nr. 8 steht, und den Grafen Julitis Ernst, der Dr. jur., Leutnant im Husarenregiment Nr. 8 und zur Botschaft in St. Petersburg kommandiert ist.
Die Persönlichkeit des Heimgegangenen Graf-Regenten trug das Gepräge ernster und schlichter Vornehmheit und tiefer innerlicher Religiosität. Das Leiden, das lange Jahre schwer auf ihm lastete, mochte dazu beitragen, daß er vielfach verkannt und für verschloßen und unnahbar gehalten wurde. Der agrarischen Bewegung war Graf Ernst zur Lippe ein wohlwollender Förderer, ehe die Uebernahme der Regentschaft ihn veranlaßte, den politischen Tageskämpfen fernzubleiben.
Die Beisetzung des verstorbenen Regenten erfolgt am Donnerstag irrt Mausoleum zu Detmold.
Deutsches Reich.
Berlin, 26. Sept. Man schreibt aus Rominten: Das Kaiserpaar nahm gestern an dem Gottesdienst in der Hubertuskapelle teil. 9(m Nachmittag begaben sich die Majestäten mit Prinzessin Viktoria Luise sowie dem Oberpräsidenten von Moltke, dem kommandierenden General Freiherrn von der Goltz, dem Fürsten zu Dohna-Schlobittcn und dem Flügeladjutanten Kapitän z. D. v. G r u m m e nach Königshöhe und kehrten gegen Abend hierher zurück.
— Die Vermählung des deutschen Kronprinzen mit der Herzogin Cecilie zu Mecklenburg-Schwerin wird voraussichtlich im Mai nächsten Jahres stattfinden. Nach der Hochzeit wird das neuvermählte Paar im Marmorpalais bei Potsdant Wohnung nehmen, während das Stadtschloß in Potsdam für den Winteraufenthalt vorgesehen ist.
— In der Stellung des vortragenden Rats beim Reichskanzler vollzieht sich ein Wechsel. Der bisherige Chef der Reichskanzlei, Geheimrat von Conrad, ist berufen, den aus dem Dienst scheidenden Unterstaatssekretär im landwirtschaftlichen Ministerin in Exellenz Sterneberg zu ersetzen. Nachfolger des Geheimrats Conrad wird Geh. Neg.- Nat v. L oebell, der früher dem Reichstag angehörte und bis jetzt im Abgeordnetenhaus den Kreis Zanch-Belzig vertritt. Für die Ernennung des Geheimrats von Conrad war auch die Erwägung maßgebend, daß der Reichskanzler entschloßen ist, die O st m a r k e n p o l i t i k m i t E n t s ch i e d e n h e i t dnrch- zuführen. Herr von Conrad war früher Regierungs- Präsident von Bromberg.
— Die heute ausgegebene Gesetzsammlung veröffentlich! daS Gesetz betr. das Spiel in außer preußische n Lotterien vom 29. August.
— DaS in der letzten Session des preußischen Landtages
beschloßene Ergänzungsgesetz zum Ausführungsgesetz für bad Reichsfleischbeschaugesetz hat nunmehr, wie die'^Allg. Fleischer-Ztg." mitteilt, die königlicke Sanktion erhalten.
— In dem Wochenblatte „Sachsenstimme^ schreibt deßew Herausgeber, der ehemalige Sozialdemokrat, jetzige National^ soziale Rudolf Leb ius, in Berlin habe ihm der Reichstags- abg. Dr. Gradnauer erst vor Jahresfrist mitgeteilt, die' meisten Redakteure der bürgerlichen Zeitungen,^ natürlich mit Ausnahme der leitenden Männer, seien Sozial-, bem of raten. (Der neueste Anhänger Naumanns hat sich bereits wiederholt als ein Schwätzer von erstaunlicher geistiges Unreife und Unklarheit der Gedanken erwiesen. Eine solche Albernheit wie diese aus der Luft gegriffene Behauptung^ deren Dummheit noch verstärkt wird durch die taktlose Hinein-- ziehung eines anderen Mannes, hätte man ihm aber doch nicht zugetraut. Meint Herr Lebius wirklich, auch nur einen halbwegs veniünstigen Menscken zu finden, der seiner lächerlichen Behauptung Glauben schenkt? (D. Red. d. Gieß. Anz.>
Rheydt, 26. Sept. Die 5000 Mitglieder umfaßende Ortskrankenkasse der Fabrikarbeiter beschloß die freie Aerzteivahl wieder abzuschaffen.
Braunschweig, 26. Sept. Der 5. Braunschweigische Handwerkertag in Helmstedt beschloß die Gründung einer« Mittelstandspartei für das Großherzogtum.
Altenburg, 26. Sept. Eine bemerkenswerte Verordnung hat daß Herzogl. Gesamtministerium erlaßen. Danach sollen die Behörden in einfacher, knapper und klarer Form miteinander verkehren und sich der allgemein üblichen Sprache des Verkehrs anschließen. Die Sätze sollen möglichst kurz gehalten, Zwischensätze vermieden werden. Entbehrliche Fremdwörter sind zu vermeiden, Eingangsformeln! wegzulassen, sodaß gleich mit der Sachdarstellung be* gönnen werden soll. Höflichkeitswendungen sind inj den engsten Grenzen zu halten, Anreden wie Hochwohlgeboren, Hochgeboren und Exzellenz sollen nicht mehr in der bisher üblichen Weise gehäuft, sondern durch Fürwörter er* setzt werden. Postkarten und Druckformulare sind in weiteste» Ausdehnung anzuwenden.
Aschaffenburg, 26. Sept. Von den Beschlüßen deK Parteitages'der deutschenVolkspartei sind noch folgende erwähnenswert: gegen den ,verwerflichen und unwürdigen^ Zustand des heutigen Militär ft rafverfahrenS wurde- eine Resolution angenommen. Zur Schulfrage nahm man in) nachstehender einstimmig angenommener Erklärung Stellung?
„Die Deutsche Volkspartei erstrebt die vollständige' Trennung der Schule von derKirche als unabweisbare Konsequenz der vom modernen Staat garantierten Denkfreiheit und als wesentliche Voraussetzung der Bewegungsfteiheit, die dem weltlichen Unterricht zur Erfüllung der ihm bestimmungsgemäß zukommenden Aufgaben notwendig ist. So lange nicht jene unablässig anznstrebende, einzig konsequente und gerechte Trennung zr: erreichen ist, sind als vorläufige Mindestforderungen auf» znstellen : Unbedingte Aufrechterhaltung der S i m u l t a n s ch u l e, wo sie besteht, Schaffung, wo sie noch fehlt. Dem Profanunterricht dürfen aus konfessionellen dogmatischen Rücksichten keinerlei Feffeln auferlegt werden. An die Stelle der geistlichen Schulaufsicht hat die Fach sch ul aufsicht zu treten. Die Deutsche Volkspartei erklärt es für ernste Psticht aller freiheitlich denkenden Voltselemente, sich im Kampfe um und für die Volksschule zu einer gemeinsamen Aktion zusammenzusinden."
Der Aufstand in Acuisch-Südwcstafrika.
General v. Trotha meldet aus Oparakane unter dem 19. September: Die 7. Kompagnie Feldregiments 2 erreicht voraussichtlich am 20. d. M. Gobabis. Eine dorthin entsandte Patrouille fand nirgends Spuren von Hereros, dbugenblicklichj beseßt T'eimling Eputiro mit 2 Kompagnien und 4 Geschützen, Postierungen in Ganas. Sturmfeld 1 Kompagnie, 2 Geschütze Abteilung Hevdebreck, verstärkt durch die holl'e 1. Batterie (von der Kolonne T'eimling), Ombakaha und Kl. Okahandja. Kleine Postierungen Wasserstelle Otoloaronrende, Katjekori - Eware. ö E,torff ging mit Voltmann bis Owinaua-Naua. Reitzenstein 1 wob am 18. d. M. eine Kompagirie, 2 Maschinengewehre unter Dürr nach Otjosondiou. Volkmann über Otjinene, Estorff über Ombu-Atoao. T>as Fiedler-Kommando geht nach Owinaua-Naua.^
Unter dem 21. Sept, meldet General v. Trotha ferner: Tie nach Ganas bestimmten Vosiierrmgen Teimlings müßen Waßer-^ mangels wegen nach Kalkfontein zurückkehren. Eine stärkere mit Wasserwagen versehene AuMärungsabtellung ist dorthin unter- vegs, da nach Aussage Gefangener bei Otjimangombe und Ganasi starke Hererobanden sich befinden. Offiziers-Patrouillen beobachteten 40 Kilometer nordlvesllich von Owinaua-Naua am Eßeb- Fluß ft a r k e H erer o m a ss e n , angeblich Sanniel Maharero- Tjetzo. Aufklärung erfolgt von Kl. Ökahandja, Omurambefluß abwärts. Tie 8. Kompagnie und die halbe Batterie Wintereid (von Mteilnng Fiedler) wird cnn Omuramba-UMnatako auf Okaundja vorgeschoben. Tie Ausdehnung der Landetappellnien vwie starker Ausfall an Zugtieren bei an sich sehr geringem Fuhrpark erschwert ungemein den Nachschub. Mehrfach nrden in kleineren Gefechten Hererobanden un t e r st a r k e n B e r l u st e n z e r s p r en gt. diesseits sind k e i n e V e r l u ft e zu bellten. Tas Hauptquartier twr am 22. September in Owinaua-Naua.
Gefreiter Sertl ist am 11. August bei Hamakari, Unteroffizier Maximilian M a t t, früher Infanterie-Regiment Nr. 113, ist am 11. August bei Woterberg gefallen: Reiter Czava ist trm 18. September, Reiter Neu m a n n am 4. Sept, im Lazarett von Otjosondu am Typhus gestorben: Gefteiter Bo ost ist cnn 23. Sept, im Lazarett von Okofongt'ho am T v p h u s g e- "torben: Unteroffizier Scholz am 24. Sept, im Lazarett von Waterberg an Hern'.bu">'iche g e ft o r b e n.
j&i’cr unb Statte.
Lübeck. 26. Sept. Tie Amtlichen „Lüv. Anz." schreiben: Bei her Verleibuua neuen Fabne au das Regiment Lübeck ging dem Regiment eine allerMbfte KabinettSordre zu, nach welcher der Kaiser bei bei Erneuerung des Fahnentuchs der alten Fahne dn> Vertrauen auSsprictÄ. thift das Regiment für die verjüngte Fahne einst neue R»hmes?ränze zu erkümpffnr


