Ausgabe 
27.8.1904 Erstes Blatt
 
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154. Jahrgang

Grfted Blatt

Samstag 27. August 1904

Nr. 201

r|*<int tflßit* außer Sonntag».

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kelfischen Landwirt die Gietzener Familien. Halter viermal in der

Rotationsdruck n. Ver­lag der B r ü h l'scheu Univers.-Buch-u. Stein­druckerei. 8t Lang«. Redaktion. Expedition und Druckerei:

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GlchenerAnzelgrr» General-Anzeiger SS

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen WW

_________ _____ zergenteil: Hans Beck.

Die heutige Kummer umfaßt 14 Seiten.

Aer Krieg zwischen Japan und Kußland.

Ein Bericht Kuropatkins über neue Kämpfe.

Petersburg, 26. Aug. Wie General Kuropatkin dem Kaiser am 25. August meldet, rückte am 24. August ein japanisches Bataillon int Tale des Sidahya von Aiziaputsi über Pahudsai auf Laodintan vor, in dessen Umgebung eine kleine russische Abteilung stand. Der Vor­marsch der Japaner wurde um brei Uhr nachmittags bei Laodintan durch eine russische Kompagnie aufgehalten, die fünf Mann an Verwundeten verlor. An demselben Tage leisteten zwei Kompagnien bei Tunsinpu, sieben Werst südwestlich von Liandransan, überlegenen, vorrückenden feindlichen Streitkräften erfolgreichen Widerstand. Als die Russen Verstärkungen erhielten, stellte der Feind seinen Vormarsch ein. Auf russischer Seite sind in diesem Gefecht ein Offizier verwundet, 5 3 Mann getötet oder verwundet. Am Abend des 24. August besetzten die Japaner, nachdem sie die russischen Wachtposten zurück- gedrängt hatten, die Höhen im Südosten von Lian- diansan und schritten zur Aufwerfung von Schanzen auf ihnen. Am 25. August eröffnete eine feindliche Batterie um 5% Uhr früh das Feuer in der Richtung auf das Dorf Kofinzi, 6 Werst westlich von Liandiansan. Die russische Batterie erwiderte das Feuer. Trotz der bedeutenden Ent­fernung war ihr Feuer wirksam^ sodaß die japanischen Geschütze verstummten. Man bemerkte, daß ihre Bedienungs­mannschaften sich verbargen. Am Morgen des 24. Auaust rückte der Feind in Stärke von etwa einer Brigade M- fanterie mit vier Batterien im Tale des Sidahya tal­abwärts auf Tunsinpu und Tasintun vor und be­drängte zwei russische Kompagnien, die sich zurückzogen. Eine der Kompagnien der japanischen Vorhut, die im Tale des Sidahya vorrückte, war dem Feuer der russi­schen Batterie ausgesetzt. Sie erlitt anscheinend große Verluste und zog sich eilig zurück. Bei Liandiansan stellte der Feind am Morgen zwei Batterien auf und beschoß die russischen Stellungen sowie die russischen Abteilung, welche sich in ein lebhaftes Gefecht mit der feind­lichen Infanterie eingelassen hatte, die aus Erdahe hervor­brach und nach Kiminsi marschierte. Die russischen Bat­terien begannen den Artillerie kämpf mit diesen Batterien und brachten eine von ihnen rasch zum Schweigen. 9lls gegen 11 Uhr vormittags die russische Abteilung die vor­derste Stellung innehatte, wurde befohlen, sich auf die Hauptstellung zurückzuziehen. Die japanische Infan­terie besetzte die bewaldeten Höhen westlich von Ki­minsi Um die Mittagszeit wurde bemerkt, daß der Feind 36 Geschütze bei Erdahe aufgestellt hatte und daß etwa eine Division Infanterie mit vier Batterien zwischen Ki­minsi und Katasi vereinigt worden waren. Gegen 2 Uhr nachmittags wurde eine japanische Gebirgsbat­terie, die in einem Hohlweg nach Tasintun vorrückte, durch das Feuer einer russischen Batterie aufgebalten und konnte nicht in Stellung kommen. Die andere Gebirgs- batterie erlitt anscheinend bedeutende Verluste und verstummte. Das Feuer der russischen Batterie trieb ferner die japanische Infanterie in die Flucht, die auf den Höhen östlich von Katasi begonnen hatte, Schanzen aufzuwerfen. Gegen drei Uhr nachmittags wurde sestgestellt, daß bedeutende Jnfanteriemassen vorgeschoben worden waren und daß sie auf den Höhen im Süden von San- putale Schanzen aufwarfen. Um 4i/2 Ubr war die japanische Gebirgsbatterie, die auf einer Höhe nordwestlich von Kiminsi e^chien, durch das Feuer der russischen Batterie genötigt, sich zurückzuziehen. Insgesamt ruckten, wie bis fünf Uhr nachmittags sestgestellt war, mindestens zwei Divisionen Infanterie mit zehn Batterien gegen die Stellung bei Lian­diansan vor. Weitere Berichte über den Verlauf des Kampfes sind nicht eingegangen.

Port Arthur.

Petersburg, 26. Aug. Der Sturm der Japaner auf Port Arthur am 22. August ist abermals blutig zu- r ungeschlagen. In Jnkau sind 20 schwere japanische Ge­schütze eingetrofsen, und nach Taschitsao befördert. Um Liau- jang wird es wieder rege. Tie Aufnahme der Aktionen steht be­vor, da die Wege getrocknet und die Flüsse gefallen sind. Die japanische Stärke wird folgendermaßen gesckMt: Die Armee Ku­rokis beträgt über 100 000 Mann, bve Nodzus gegen 70 000 und die Okus gegen 40 000 Mann, außerdem marschieren am rechten Ufer des Liaoho zwei Divisionen herauf.

London, 26. Aug. Nach einer Meldung aus Tschifu ist an der O st f r o n t v o n P o r t A r t h u r alles Land zwischen der Takuschan-Position und den Wolfsbergen, in der Gewalt der Japaner, die dreihundert sckwere Geschütze dort posiert haben. Von Westen her können sie über das eroberte Jtschan- Fort hinaus mit Infanterie nicht weiter Vordringen, weil der Boden zu stark unterminiert ist, doch können sie von hier aus die Ostsorts im Rücken unter Feuer nehmen. Die Taubenbucht wird von den Angreifern beherrscht, Liaotischan ist. noch im Besitz d"r Russen. An der Nordfront sind alle japani­schen Versuche über Palientscheng vorzudringen, z u rück­st e s ch l a g e n worden, ^as nächste Ziel des japanischen Angriffs ist die Erstürmung der östlichen Forts. ,

Petersburg, 26. Aug. Aus Lianiang wird beruhtet, Marschall O y a m a habe sein Hauptquartier vor Port Arthur. Mit Sicki-erbeit wird angenommen, daß das weitere Vorrücken in ber Mauds' itrei lediglich von dem Schicksal Port Arthurs ab­hängt.

Ein französisches Schiff von Japanern gekapert.

London, 26. Aug. Ein fr a n z ö s t s ch e r D a m p fer wurde von Port Arthur kommend, von einem ja pa­ri t s ch e n Kriegsschiff gekapert und mit seiner Lad ung nach Ssasebo gebracht.

Ein Arlilleriegefecht.

Petersburg, 26. Ang. Meldungen aus Lianjang zusolg verursachten in dem Ar til l er lege se ch,t am

25. August die russischen Geschütze dem Feinde kolossalen Schaden. Die Japaner begannen gestern den Vormarlch auf der ganzen Front, indem sie be­sonders heftig oas OsDetachement bedrängten. Anscheinend verfügen die Japaner über 105 Feld- und Berggeschütze und über 40 Revolverkanonen.

Chinas Rüstungen.

Wien, 26. Aug. DerÄllg. Korr." zufolge wandte sich die Regierung von China durch Vermittlung eines Hamburger Geschäftshauses an das östreichische Kriegs­ministerium um Uebettlassimg von 200 000 verfügbar ge­wordenen Gewehren. Das Ansuchen wurde abschlägig beschieden.

Englisches.

London, 26. Aug. ,,Daily Chttmicle" erkennt an, daß für die Behauptung, englische und deutsche Schiffe würden durch die Russen verschieden Gehandelt, keinerlei Beweis vorliege. Die Times" jedoch hält an dieser Unterstellung nachdrücklich fest und stützt sich durch die fernere, Deutschland habe sich beim Ver­kauf seiner Schnelldampfer an Rußland ausbedungen, daß sie nickst gegen deutsche Schiffe verwendet werden dürfen. Der britische Admiral in Simonstown hat Anweisung erhalten, die ganze Ostküste von Afrika abzusuchen, um den englischen Seehandel gegen die Uebergriffe russischer Schiffe zu schützen. ES soll aber vorläufig nur der KreuzerTerpsichore" hierfür zur Hand sein.

Kohlen.

Petersburg, 26. Aug. Der Veschl der englischen Be­hörden, russischen KriegSsckstsfen keine Kohlen zu liefern, macht hier böses Blut. DieNowoje Wremja" tröstet sich damit, .daß bereits Vorkehrungen getroffen worden seien, damit die russi­schen Kriegsschiffe von englischer Kohle unabhängig seien. Schließ­lich macht das Blatt darauf aufmerksam, daß durch die Hinder­nisse, die man RuAand bereite, die Wiederherstellung normaler Verhältnisse für den Handel der Neutralen unbedingt verzögert werden würde.

Die baltische Flotte.

Paris, 26. Aug. Dor Spezialkorrespondent desMättn" telegraphiert aus Petersburg, daß der Zustand des baltischen Ge- schoaders kaum die Annahme zuläßt, daß diese Flotte weit kom­men werde. Die Schiffe sind nicht nur nicht gefechtsfähig, sondern kaum seetüchtig. Admiral Noschdestiwensri trifft bei seinen Untergebenen auf nur geringen Eifer. Man ent­deckt Dinge, die nur auf Absicht zurückgeführt werden können. So 'fand sich im Lager der Hauptwelle des Kreuzers O r e l" S a n d, wodurch jedeBewegunggelähmt wurde. Trotz schärfster Aufsickst in der Kronstädter Flottenwerst war dieser Dtreich auSgesührt worden. DerOrel" muß auch von der zehntägigen Probefahrt, welche daS Geschwader in der Ostsee uMernehmen will, zurückbleiben.

Französische Bereitwilligkeit.

Paris, 26. Aug.Petit Parisien" will wissen, daß die französische Regierung berest sei, Rußland ihre guten Dienste zur Beilegung (?) deS ostasiatischen Krieges anzu- bieten. .Frankreich werde auch England auffordern, Japan einen ähnlichen Vorschlag zu machen.

Komische Tagesschau.

Die kommenden Militärdebatteu.

R. Berlin, 26. August.

Wenn es auch keinem Zweifel unterliegt, daß bei der par­lamentarischen Beratung über die Neufestsetzung der Heeresstärke langwierige Verhandlungen unvermeidlich sein werden, so kommt doch ein die Sache förderndes Moment in Betracht: die end- giltige Festlegung der zweijährigen Dienstzeit. Der preußische Kriegsminister v. Einem stellte bei der Beratung des letzten MilitäretatS in der Budgetkommission diese Festlegung in sichere Aussicht, zum Mißvergnügen der Konservativen, die in der zweijährigen Dienstzeit die Ursache für alles mögliche Un­heil sehen. Scheidet also die Erörterung über die Dienstzeit aus der Militärdebatte aus, so wird sie um so auSgiebiger werden bei der Frage der zeitlichen Bewilligung der neuen Präsenz. Es ist der Heeresverwaltung von den reckxtsstehenden Parteien verargt worden, daß sie den Weg des Provisoriums, der Weiterbewillig­ung der im letzten Quinquennat festgesetzten Heeresstärke auf ein Jahr, überhaupt beschritten hat. Man meint, die Regierung habe dadurch den Gegnern der Präscnzbewilligung auf längere Fristen eine Waffe in die Hand gegeben, von der bei der nächsten Militär­vorlage Gebrauch gemacht werden würde. Das mag zutreffen, aber andererseits sind die Mehrheitspartejen ohne Frage geneigt, die neue Präsenz wieder auf eine Reihe von Jahren zu bewilligen. Strittig ist nur, ob auf fünf oder sieben Jahre, und hierüber kann es zu heftigen Kämpfen kommen, weil im Hinblick auf die ernste internationale Lage die M e hr f o r d e r u n g der Militär­verwaltung wohl sehr erheblich sein wird. Zu berücksichtigen ist auch, daß dem stehenden Heer durch die Uebersee-Expedittonen Tausende an Mannschaften für Südweft-Afrika an­nähernd 10 000 entzogen werden.

Ausland.

Prag, 26. Aug. Der Kaiser hat an den Statthalter Grafen Coudenhove" folgende? Handschreiben gerichtet:

Andauernde Trockenheit und infolgedessen viel­fach herrschender Mangel an gutem Trinkwasser' haben mich veranlaßt, die Abhaltung der in der Gegend von Strakonitz geplanten großen Manöver abzu- fagen. Hierzu hat mich ebenso sehr die Mcksicht auf die Truppen bestimmt, als auch der Wunsch, der Be- völkenmg jener Gegend, welche auch schwer unter der Ungunst der Witterung leidet, nicht noch Opfer auszu- erlegen, welche unter den gegenwärtigen Berhältnisien mit der Zusammenziehung großer Truppenmassen ver­bunden wäre. Die Bewohner der für jene Truppenübungen in Aussicht genommenen Bezirke haben aber schon bisher durch ihr den Anforderungen der Militär- und Zivil- behördeu bei den Vorbereitungen der Manöver bewiesenes bereitwilliges Entgegenkommen ihre patriotische Olesiuu- ung und Opferwilligkeit dargetau. Ich beauftrage Sie, hierfür meinen Dank kundzugebeu und mein Bedauern darüber, daß ich sonach letzt mit der Bevölkerung jener (Wegenb nicht, wie meine Absicht war, in Berührung kom­men werde.

Belgrad, 26. Aug. Ungarische Finanzwäch- ter erschossen heute früh einen serbischen Fischer und verwundeten einen anderen. Die Fischer hatten der Ausiorderung der Wache, stehen zu bleiben, nicht Folge geleistet.

Vergangene Nacht wurde der Gendarmerie- Hauptmann Trrfunah von einem Gendarmen, welchen er wegen einer Insubordination geohrfeigt und zu fünf Tagen Arrest verurteilt hatte, durch Re­volverschüsse schwer verletzt.

Sofia, 26. Aug. Neuerdings zirDrlieren Gerüchte, daß in Marienbad zwischen dem Fürsten Ferdinand und Yen dort anwesenden serbischen Minisbern definittve Ab­machungen betreffend ein serbisch-bulgarisches Ab­kommen getroffen worden seien.

Wie verlautet, beschloß der Mrnisterrat als Ga­rantie für die 100 M i lli o n e n an leih e den fran­zösischen Banken die Einkünfte aus den für Spi­ritus, Salz, Petroleum zu schaffenden Mo­nopolen anzubieten.

Konstantinopel, 25. Aug. Me Berichte der Kon­suln aus Musch melden, hat am 13. August bei einem Dorfe in der Nähe von Bitlis zwischen einer 40 Marrn starken armenischen Bande und einem aus Truppen der Gendarmerie zusammengesetzten Detachement ein Kampf stattgeufnden, in welchem letzteres einen Verlust von einem Toten und sechs Verwundeten hatte. Die Bande zog sich zurück. Am 17. August drang eine Bande in Bitlis ein, wo sie einen Zusammenstoß mit Truppen hatte. Dies rief unter den Mohammedanern und Armeniern eine Panik hervor und schließlich kam es zu Ausschreit­ungen gegen die Armenier. In letzter Zeit sollen neue armenische Banden aus dem Kaukasus die Grenze paffiert haben. Konsularmeldungen airs Erzerum und Bitlis melden große militärische Vorbereitungen. Die hie­sigen Botschaften von England, Frankreich und Rußland stehen der amrwnischen Bewegung sehr kühl gegenüber, da ersichtlich ist, daß diese Bewegung revolutionären Ur­sprungs ist und man daher der Pforte die militärische Unterorückung derselben überlassen muß.

Petersburg, 26. Aug. Prinz Heinrich von Preußen und Prinz Ludwig von Battenberg, die heute das Frühstück bei dem Großfürsten Wladimir in Zarskoje Sselo eingenommen hatten, traten heute abend von Veterhof aus die Rückreise an. Der Kaiser, die Großfürsten, der deutsche und der englische Botschafter waren zur Verabschiedung anwesend.

Kkyeimerat Ziiegel f.

Gießen, 27. August.

Aus Bad Ems erhielten wir heute früh die Draht­nachricht, daß dort gestern nachmittag Geheimerat Riegel gestorben ist. Unsere Universität nicht nur, sondern Stadt und Land, Gießen und das ganze Großherzogtum haben einen außerordentlich schweren Verlust erlitten. Gehörte doch der erst im Alter von 61 Jahren Stehende seit Jahren zu den hervorragendsten Leuchten der hessischen LandeSuniverfität. Sein Name war weit über Heffentz Grenze bei der leidenden Menschheit bekannt und er war als Arzt hoch verehrt, und die medizinische Wisienschaft der Welt schätzte den Gießener Pro- fesior R. als einen ihrer namhaftesten Vertreter. Der medi­zinischen Fakultät unserer Universität wird eS nicht leicht sein, den nun verwaisten Lehrstuhl für innere Medizin und die Direktton der Klinik für innere Krankheiten würdig zu besetzen.

Geheimerat Riegel war seit längerer Zeit leidend. Im vorigen Jahre war er an einer Rippenfellentzündung er­krankt, die die Kräfte seines starken, stattlichen Körpers brach. Zur Rekonvaleszenz begab er sich nach Italien; doch auch dort im sonnigen Süden wollte die volle Gesundheit nicht wiederkehren. Am 13. Juli dS. IS. begab er sich nach Bad Ems, und dort ist er nun feinen langen schweren Leiden erlegen.

Geh. Med.-Rat Prof. Dr. Franz Riegel war am 9. Februar 1843 zu Würzburg geboren. Vom Herbst 1861 biß Herbst 1866 studierte er Medizin an der Universität Würzburg. DaS praktische Jahr absolvierte er als Assistent an der medizinischen Klinik in Würzburg. Im Jahre 1867 bestand er daß Staatsexamen und promovierte in dem­selben Jahre bei der medizinischen Fakultät der Universität Würzburg.

9tach dem Staatsexamen war er 6 Jahre klinischer Assistent in Würzburg.

Im Sommer 1871 habilitierte sich Riegel in Würzburg für innere Medizin. Dort wurde ihm im Wintersemester 1873/74 die Direktion des experin^entell-pathologischen In­stituts und das Kolleg über allgemeine Pathologie ver­tretungsweise übertragen. Er erhielt im Frühjahr 1874 einen Ruf nach Köln als dirigierender Arzt der inneren Abteilung deL Kölner Bürgerhospitals, hatte diese Stelle inne bis zum Frühjahre 1879. Danach wurde er an die hessische Lande?- Universität berufen als ordentlicher Professor für innere Medizin durch^Dekret vom 10. April 1879 mit Wirkung vom '»5. Mai 1879.

Riegel erhielt am 10. August 1880 daß Ritterkreuz I. Klasse des PhilippS-OrdenS und wurde unter dem 28. Juli 1890 zum Geb. Med.-Rat ernannt. Unter dem 11. Mai 1892 wurde ihm ba? ' -nturkreuz II. Klasse des Herzoglich- glich der K. Leopoldmischerr Akademie, korrespondierendes