Ausgabe 
26.11.1904 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

baß Caprivi resignieren wM. Verhindert b a# um jeden Preis. Es wäre gerade jetzt eine Kalamität": daß der Kaiser gerade auf der Jagd war und eine hochgestellte Dame Caprivi bat, im Amte zu verbleiben. Zwei Jahre später habe aber gerade die Kaiserin die Ernennung des Fürsten Hohen­lohe gewünscht, als eines Verwandten und guten und sanften Menschen, während Caprivi alsstreitsüchtiger und widerspenstiger Diener" angesehen wurde. Weiter, daß Onkel Chlodwig" die Entscheidung über An­nahme oder Nichtannahme des Amtes seiner Frau Marie überließ, die von Aussee aus ihre Zu­stimmung schickte: daß aber gleich nach Hohenlohes Er­nennung die 56 anderen Hohenlohes, unterstützt von etwa 160 Großmüttern, Müttern, Tanten, Frauen und Töchtern, den Hof mit Beschwerden überfluteten, daß das Gebalt des Reichskanzlers soviel geringer sei als, sein Gehalt, als Statthalter von Elsaß- Lothringen, und daß ein Mann mit so vielen Verwandten ein derartig ftnanzielles Opfer weder bringen, noch es ihm zugemutet werden sollte. Tatsache tft, baß das frühere Einkommen der Reichskanzlerstelle seit Hohenlohe auf 200 000 Mk. gebracht wor­den ist.

Berlin, 25. Nov. Eine aus allen Teilen des Reiches besuchte Versammlung von Aerzten trat heute im Ge- fnndheitsamte zusammen, um gegenseitige Erfahrungen auf dem Gebiete der Tuberkulose auszutauschen. OberstabsarztNietner berichtete über die Vorbereitungen zu dem im Oktober 1905 in Paris stattfindenden Kongreß, der zugleich auch eine Versamm­lung des Großen Rates des internationalen Zentralbureaus bilden werde. Hierauf hielt Stabsarzt Weber einen Vortrag über den gegenwärtigen Stand der Forschungen über die Beziehungen der menschlichen und Tiertuberkulose.

,L e i p z i g , J?4. Nov. Max Klingers großes Oelgemälde re blaue Stunde", das erste Freilicht^emälde, das der geschaffen, ist für 60 000 Mk. aus Privatbesitz für das städtrsche Museum erworben worden. Tas Bild wurde Ende der 80er Jahre konziviert und 1890 ausgeführt. Tamals verkaufte es Klinger für 3000 Mk. an einen Kunsthändler.

Aniversttäts-Machrichten.

-^Prof. Robert Koch 'beabsichtigt, in der nächsten oder übernächsten Woche eine neue Forschungsreise nach O st- a f r i k a anzutreten.

Kandel und HkerKeKr. Wolkswirlschast.

Märkte.

Gietzeu, 26. Nov. Marktbericht. 9(uf heutigem Wochenmarkt kosteten: Butter vr. Pid. 1.201.25 Mk., Hühnereier 1 St. 8-10 Big. 2 Stck. 1500 Pfg., Gänseeier 0000 Psg., Enteneier 70 Psg., Xt'äfe vr. Stck. 68 Pf., Kasematte 2Stck. 56 Pfg. Erbsen vr. Liter 21 Pfg., Linsen pr. Liter32 Pfg., Taubenvr.Paar0,80- 0,90Mk., Hühnerpr.St. 1,001,60 Mk., Hähne pr. Stiick 0,601,20 Mk., Enten pr. Stück 1,80-2,20 Mk., Ganse vr. Pfd. 55-63 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 7080 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 6268 Pfg., Schweim- fteisch pr. Pfund 6072 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 76 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 7074 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 5074 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kgr. 6,006,50 Mk., Weißkraut per Stück 810 Pfg., per Zentner 4.004.00 Mk., Zwiebeln pr. Zentner 8,0010,00 Mk., Milch per Liter 18 Psg., Aepfel per Zentner 4 dis 7 Mk., in Körben 0000 Pfg. Nüsse 100 St. 20-30 Pfg. Zwetschen ver Zentner 0.000.00 Alk. Bnmen per Zentner 6 bis 0.00 Mk. Marktzeit 82 Uhr.

ke. Frankfurt a. M., 26. Nov. Heu- itnb Stroh­markt. Heu kostete heilte Mk. 3.403.80, Stroh Mk. 2.10 bis Mk. 2.30. Alles per 50 Kilo. Tendenz: fest.

Kriefkasten der Redaktion.

(Auonpme Anfragen bleiben nnberückstchtigt.)

X. X. Das Wortpurenziscb" ist un§ unbekannt. Vielleicht meinen Siepurillent", waseitrig" bedeutet. Das Wort mutterseelenallein" ist popiilä'r durch das von Tenner Mitte der 40er Jahre des vorigen Jahrlmnderts gedichtete und von Braun, Esser it. a. komponierte LiedEs blickt so still der Mond mich an". Jedenfalls aber ist sein Ursprung viel älter. __________

Neueste Meldunnen.

Berlin, 26. Nov. Wie der sozialdemokratische Abge­ordnete Eduard Bernstein im Vorwärts mitteilt, hat das von ihm herausgegebene Montagsblatt sein Er sch ei nen e i n g e st e l l t.

Stockholm, 26. Nov. Wie verlautet, soll Hendrick Ibsen schwer erkrankt sein.

London, 26. Nov. Der Tokioer Korrespondent der Times schreibt: Die gegen Deutschland ausgestreuten Verdächtigungen, daß es mit Rußland gemein­schaftliche Sache mache, hätten eine Reaktion zu Gunsten Deutschlands in Japan hervorgerufen. Man nimmt an, daß jene Behauptungen von Petersburg aus lanziert wurden, um die Japaner zu einer feindseligen Stimmung gegen Deutschland zu veranlassen. Infolgedessen betonen die japanischen Blätter jetzt ausdrücklich, daß Deutsch­land seine Neutralität in befriedigender und gerechter Weise wahrt.

London, 25. Nov. In einer Rede erklärte der Unter­staatssekretär des Aeußeren: Tie Behauptung, daß man gegen Deutschland und Amerika keine Gegen- zölle einführen könne, weil die englische Ausfuhr dorthin größer sei, als der Export dieser Länder nach England, sei nach seiner Ansicht nicht überzeugend. Amerika und Deutschland hätten schon die englischen Waren mit dem Maximalzoll belegt, und sie würden durch eine weitere Erhöhung des Zolles die eigene Bevölkerung mehr schädigen, als England. Der englische Ex­port nach Deutschland betrage 34 Pro^ der ganzen deutschen Einfuhr, während die deutsche Ausfuhr nach England nur 9 Proz. der gesamten englischen Einfuhr ausmacht. Wenn also Deutschland Vergeltung gegen englische Waren üben wollte, so müßte es den bedeutend größeren Teil seines gesamten Importes belasten und würde damit den Konsumenten im eigenen Lande den größ­ten Schaden zufügen.

Paris, 26. Nov. Der Rennfahrer Brecy, der bei einem Record-Versuch auf der Prinzenpark-Bahn stürzte, ist seinen Verletzungen erlegen.

Paris, 26. Nov. DasJournal" berichtet aus Peters­burg: In Marinekreisen zirkuliert das Gerücht, der Kreuzer

D f ea* vom 2. baltischen Geschwader werde nach Libau zurückkehren, um sich einer großen Reparatur zu unterziehen. Es heißt, dieser Kreuzer sei im großen Belt

$r*en roor^en und habe Havarie erlitten. Eine Bestätigung dieses Gerüchtes fehlt.

Petersburg, 26. Nov. Aus der Provinz werden dauernd Unruhen von Rekruten gemeldet. In Sewasto­pol meuterten dieselben. Die Tumulte nahmen einen derart ernsten Charakter an, daß Militär einschreitm mußte, um bte Ordnung wieder herzustellen. Man spricht von Toten und Verwundeten.

Telephonischer Kursberichts

BV^/a Reicb«anleihe , , 3V9 do. . . .

Konsols , . . .

3<Vr( do.....

".'/»% Hessen . . . .

3 V, % Oberhesflon . . .

4% Oesterr. Goldronte

41 /6% Oestorr. Silberrente

4% Umrar. Uoldronte . , .

40/ Haben. Rente , . .

Portugieser , . .

°/ Portugiesen.....

1 % C. Türken . . . ,

Turkenlose .....

4°/o Orieoh. Monopol.-Anl.

4V»% äussere Argentiner

26. November.

B°/p Mexikaner 4,/e'*/ Chinesen . . Electric. MeV ackert . Nordd Lloyd . .

Kreditakti en . ,

Di skonto-Komm andit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . , Beriner Handesges. Oesterr. Staatybahn . Lombarden . 4 , Gottbardbahn . . .

102.00

100.20

100.20

104.20

6370

62.85

101 30

89.45

101.45

89.45

100.00

. 3.360 . 90.70 . 120.00 . 107.50

. 211 90 . 192.90 . 144.10 . 155.90 . 164 30 . 138.90 . 17.90 . 192.30

B? rrktnr* a

. Laural Qtte...... 258.00

129 80 Rochnm....... 230.50

48.10 Darponer

. 217.30

45.10 Schatzscheine . . .

Tendenz : rni-is'.

Man verlange ausdrücklich die Originalmarke Dr. Hommels Haematogen und lasse sich Nachahmungen nicht aufreden.

Königlich Preussische Staats-Medaille

schwarze weisse farbige in unvergleichlich reicher Auswahl.

Immer die neuesten und schönsten. - Solide und sehr billig.

4 Ausstellungs-Medaillen, 6 Hoflieseranten-Diplome.

Deutschlands grösstes Spezial- Seidengeschäft Meeh. Seidenstoff-Weberei Michels & ßfe Berlin SW. 19 43 Leipziger Straese 43 Ecke Markgrafen-Strasse.

Proben portofrei

S8

TNIiKtt KehMWMchirÄ Gicht«.

Gartenstratze 2, Zimmer Nr. 14.

(Geschäftsstunden von 81 und von 36 Uhr.)

Es find zu vermieten:

40 Wohnungen von 27 Zimmern, 2 möbl. Zimmer.

Zu mieten gesucht:

42 Wohnmrqen von 26 Zimmern.

Die Vermieter haben eine Einschreibgebühr zu entrichten und zwar für eine Wohnung mit einem jährlichen Mietwert bis 300 Mk. einschließlich 0,20 Mk., von mehr als 300 Mk. bis 500 Mk. ein- schließlich 0,50 Mk., und von mehr als 500 Mk. 1 00 Mk.: außer­dem ist für jede Wohnungsanmeldung 1,00 Mk. zu hinterlegen.

Für die Wohnungssuchenden erfolgt die Vermittelung un° entgeltlich.'B-G/u Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Gartenstratze 2 (Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14.

Der Arbeitsnachweis hat die Aufgabe, zwischen Arbetkgebern und Arbeitnehmern (Arbeitern jealicher Art, Dienstboten und Lehrlingen) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln.

An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 8 bis 6 Uhr geöffnet.

Es können eingestellt werden: B26/11

2 Spengler. 2 Schlosser, Eisendreher, Schreiner, 1 Hausschneider, 1 Glaser, 1 Friseur, 8 Dienstmädchen, 2 Lauffrauen.

Es suchen Arbeit:

1 Bau- u. Maschinenschlosser, 1 Tapezier u. Polsterer, 1 Lackierer, 1 Bäcker, 1 Friseur, 1 Schneiderin, Fabrikarbeiter, 1 Packer, Aus­läufer, 2 Fuhrknechte, 1 Kellner, 1 Kutscher, 2 Laufsrauen, 1 jüng. Dienstmädchen.

1 Kellner.

Lehrlinge:

Bekanntmachung.

Der Voranschlag der Gemeinde Danbringen für 1905 /egt vom 28. d. Mts. ab acht Tage lang zur Einsicht der In­teressenten auf dem Bürgermeistereibureau dahier offen. 8565 Danbringen, am 25. November 1904.

Großherzogliche Bürgermeisterei Danbringen.

Walter.

Mk.

B20/11

ii ii u

It u n v H it v

Erd- und Maurerarbeiten Zimmerarbeiten Spenglerarbeiten Schlosserarbeiten Glaserarbeiten Cchreinerarbeiten Weißbindemrbeiten Tapezierarbeiten Planierarbeiten Pflasterarbeiten Eisenlieferung Basaltgruslieferung

3"

ii ii

ii

ii

it it

V

II

604,59

216,00

44,00

665,00

778,28

2662,33

1784,05

65,00

70,00

576,00

200,85

192,50

Gießen, den 22. November 1904.

Der Gcoßh. Kreiöbaninspektor des Kreises Gießen. Die hm, Großh. Baurat.

schlossen und portofrei bis spätestens

Mittwoch, den 7. Dezember l. IS., nachmittags 4 Uhr auf Großh. Bürgermeisterei Birklar einzureichen, woselbst die Eröffnung in Gegenwart etwa erschienener Bewerber erfolgt.

Die Arbeiten und Lieferungen sind wie folgt veranschlagt:

Vergebung von Bauarbeitern

Die für den inneren Ausbau des Schulfiauses, Kertigsteltung des Abortgebäudes und der Hofanlage in Birklar erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen im Wege öffentl^n Angebots vergeben werden.

Die Angeb^unterlagen liegen auf dem Bureau des Unterzeichneten (Rimmer Nr. 18) während den Dienststunden zur Einsicht der Interessenten offen.

Angebote mit entsprechender Aufschrift versehen sind ver-

VergeluiU von AraßellbMrbeiltn.

Betreffend: Die Abzweigung der Kreisstraße Nieder- BessingenLangsdorf nach Nonnenroth.

Die bei rubr. Straßenneubau nötig werdenden Arbeiten und Lieferungen int Voranschlagsbetrage von 16 000 Mark sollen im Wege de§ schriftlichen Angebots vergeben werden.

Die Angebotsunterlagen liegen auf dem Amtszimmer des Unterzeichneten zur Einsichtnahme der Interessenten offen.

Ebendaselbst sind die Angebote verschlossen, portofrei und mit entsprechender Aufschrift' versehen bis spätestens Dienstag den 13. Dezember d. Js., vormittags 10 Uhr abzugeben. Die Eröffnung erfolgt an vorgenanntem Termin in Gegenwart etwa erschienener Bewerber.

Zuschlagsfrist 3 Wochen.

Gießen, den 22. November 1904. bm/h

Der Großh. Kreisbauinspektor des Kreises Gießen.

Die hm, Großh. Baurat.

AMPuMaMe des Johannes Hecker in Gießen, Privatklägers, gegen den Karl Muhl in Gießen, Angeklagten, wegen Beleidigung,

hat das Großh. Schöffengericht zu Gießen am 8. November 1904 für Recht erkannt:

Der Angeklagte, Barbier Karl Muhl, geboren am 22. März 1877 zu Gießen, wohnhaft daselbst, verheiratet, evangelisch, vorbestraft, wird wegen Beleidigung in eine Geldstrafe von zehn Mark, eventuell zwei Tage Gefängnis und die Kosten des Verfahrens einschließlich der dem Privat­kläger erwachsenen notwendigen Auslagen verurteilt. Gleich­zeitig wird dem Privatkläger die Befugnis Zugesprochen, die Verurteilung des Angeklagten auf dessen Kosten durch ein­malige Einrückung in den Gießener Anzeiger" innerhalb acht Tagen von Zustellung eines Urteilsauszugs an ge­rechnet öffentlich bekannt zu machen.

Die Nichtigkeit der Abschrift der Urtcilsformel wird be­glaubigt und die Vollstreckbar­keit des Urteils bescheinigt.

Gießen, den 16. Nov. 1904.

gez. Bühner, Gerichtsschreiber des Großherzoglichen Amtsgerichts.

Für die Abschrift!

der Vertreter des Privatklägers, für die Rechtsanwälte

H. Katz und C. Kaufmann Katz,

Rechtsanwalt. [8568

fron Elise Sarnes

sagen herzlichsten Dank

8561

Nilitn slMks-LchM

J. Hfl. Schulhof

Gießen, den 26. November 1904. Ostanlage 36,

Für alle Beweise der Teilnahme bei dem Heimgang und der Beerdigung unserer lieben

Versteigerung.

Montag, den 28. d. Mts., nachmittags 2V8 Uhr sollen dahier Marktplatz 20 im

Adler:

1. 1 größere Partie Zigarren,

2. mehrere Fahrräder, Nähma­schinen und Waagen,

3. eine Partie Schuhwaren,

4. Haus-- und Küchengeräte aller

Art it. v. A. gegen baar ver­steigert werden.

Gießen, den 26. Novbr. 1904. 85791 Seipel, Gerichtsvollzieher.

Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unseren guten, innigst- geliebten Gatten, Bruder, Schwager und Onkel

Herrn Hermann Seipp

Pfarrer in Treis a. d. L.

Donnerstag abend l1/2 Uhr infolge Herzschlages im 59. Lebensjahre zu sich zu rufen.

Um stille Teilnahme bittet:

Im Namen der Hinterbliebenen:

Minna Seipp, geb. Schmid.

Giessen (Goethestrasse 29, I), den 26. November 1904.

Die Beerdigung findet Sonntag den 27. d. Mts., nachmittags 33/< Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. 8582

Die Gemeinde Klein-Linden beabsichtigt einen sprungsähigen Bullen (Vogelsberger Rasse) zu kaufen. Angebote wolle man an den Unterzeichneten ergehen lassen.

Klein-Linden, 25.Nov. 1904.

Der Bürgermeister Schaum. 8583

,'r

Marktstrasse 4 Giessen Telephon 119

Gegründet 1S36 8573

Kolonialwaren, Delikatessen, Liköre

Obst- und Gemüse-Konserven

Kaffee, Kakaos, Schokolade, Theo.

Fluss- u. Seeflsclilininllung.