Ausgabe 
26.10.1904 Erstes Blatt
 
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sonstige Schriftstücke zu seinem Ausweis vorzulegen. 'M)er hätten die Beamten nicht in rechtmäßiger Ausübung ihres Amtes ge­handelt und sei daher wegen be$ entsprechenden Anklagepunktes gegen Hackenberg auf Freisprechung zu erkennen. Er sei also nur, wie geschehen, zu der oben bemerkten Strafe zu verurteilen. T«ie anderen drei Angeklagten seien freizusprechen, weil bei der Raschheit, mit. der sich der Vorgang abfpielte, sie wohl kaum zum Bewußtsein gekommen wären, daß der Hackenberg als Ge­fangener zu betrachten sei. Gegen dieses' Erkenntnis hatte dre Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Tas Gericht erkannte tote folgt: Hackenberg wurde wegen Körperverletzung und Wider­stands' zu einer Geldstrafe von 100 Mark verurteilt, die anderen drei Angeklagten wurden freigesprochen. . Aus den Gründen ist bemerkenswert: Tie Beamten hätten mit Recht den Hackenberg aufgefordert, mit zur Wache zu kommen, weil er kein Erkennungs­zeichen bei sich geführt hätte. Daß die Beamten ihre Befugnisse Überschritten hätten, sei nickt anzunehmen. Tie Studenten seien nicht berechtigt gewesen, die Beamten zu hänseln. Ueberhaupt müßten die Studenten von der unter ihnen herrschenden Ansicht, Beamte hänseln zu können, endlich einmal zurückkommen.

Köln, 25. Ott. Ter hiesige Händler Stammel, der wegen Hehlerei unschuldig 15 Monate Gefängnis abgebüßt hat und im Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen worden war, erhielt wegen desselben Deliktes drei Jahre Zuchthaus. Ter Antrag, die unschuldig verbüßte 15 monatige auf die drei- sährige Strafe in Anrechnung zu bringen, wurde von dem Staats­anwalt, sowie von dem Justizministerium abgelehnt.

* Glogau, 25. Okt. Bei dem Steuersekretär Pätzold war, wie wir seinerzeit berichteten, die vierzehnjäh- rigeAnnaBierol als Kindermädchen in Stellung. Sie hatte einen IV2 Jahre alten Knaben abzu­warten und hat diesen mehrfach nti ß h an d e lt. Eines Tages hat sie sich zu einer das Leben gefährdenden Miß­handlung des Kindes hinreißen lassen. Sie schlug es erst mit den Händen ins Gesicht, faßte es dann bei den Haaren und schlug es mit dem Kopfe an einen Zaun. Als das Kind das Bewußtsein verlor, bekam die Bierol Angst und holte Hilfe, worauf das Kind in die elterliche Wohnung geschafft wurde. Der Arzt konstatierte eine schwere Ge­hirnerschütterung; die Aussichten auf Erhaltung des Lebens des Kindes waren anfänglich überaus trüb; es' traten Lähinungserscheinungen der Arme und Beine ein, die aber wieder zurückgingen und jetzt beseitigt sind. Durch die «Verletzungen war das Leben des Kindes in hohem Grade gefährdet und die Möglichkeit ist nicht ausgeschlossen, daß die Gehirnverletzung in späteren Jahren noch Folgen nach sich ziehen dürfte. Die Dierol wurde vor Gericht gestellt und die Strafkammer verhandelte über den Fall. Der Staatsanwalt beantragte gegen die Ange­klagte, die übrigens den «Vorfall energisch ä'bleugnete un«d die Verletzungen des Kindes auf einen Unfall zurückführte, eine Gefängnisstrafe von Zjwei Jahren. Das Urteil lautete auf zwei Jahre Gefängnis. In der Urteilsbegründ­ung wurde ausgeführt, daß das Gericht nahe daran war, auf die Höchststrafe von fünf Jahren zu erkennen. Die Jugend der Angeklagten sowie der Umstands daß das verletzte Kind wieder vollständig gesundet ist, wurden aber strafmildernd in Betracht gezogen.

Paris', 25. Okt. .Heute begann die Kriegsgerichts- tverhandlung gegen Hauptmann d'Autriche, Oberst­leutnant Nollin und die Hauptleute Francois und Marechal, die beschuldigt werden, Fälschungen in den Akten über die Verwendung bes Geheimfonds begangen zu haben, »nt mit 25 000 Frcs. gewisse Zeugen in dem Prozesse in Rennes' zu erkaufen. Ten Vorsitz führt General Vertin. Es' wurde ein Schreiben des Hauptmanns Marechal »-erlesen, in welchem dieser sich bei dem Kriegswinister über die ^egen ihn von dem früheren deutschen Leutnant Wessel' erhobenen verleumderischen Beschuldigungen beklagt und verlangt, daß der mitd er Angelegenheit der Revision des' Trevfus-Prozesses befaßte Gener^lstaatsanwalt ihn vernehme. Ter Präsident hält d Autriche verschiedene Unregelmäßigkeiten in dessen Buchführung bor und erinnert, daß das' zweite Bureau beschuldigt worden kt, sich die Zeugenaussage Czernuskis im Prozeß in Rennes er­kauft zu haben. DAutriche erwidert, er habe die Kasse geführt irmb nicht die Bücher. Er versichert, er handelte stets' korrekt itnb den Befehlen seiner Vorgesetzten gemäß. Tie Verhandlung wird auf morgen vertagt.

Landwirtschaft.

Aus der Provinz Starkenburg, 24. Okt. Nach einem Ausschreiben des landw. Provinzialvereins der Provinz Starkenburg beabsichtigt der Verein, gemäß den Bestimmungen über die Anwendung der Förderung der Vieh­zucht usw. bewilligten Staatsmittel, an solche Landwirt­schaftsbetriebe. die eine teilweise Aenderung ihres Betriebssystems uach der Richtung vornehmen, daß ein Teil des' bisherigen Acker­landes in Futter- oder Weideland, verwandelt wird, entsprechende Beihilfe zu den Kosten der dadurch bedingten Betriebs'änderungen zu leisten.

Berlin, 25. Okt. TerReichs'anz." berichtet: Der Saaten st and im T'eutschen Reich war um die Mitte Oktober: Winterweizen 2,4, Winterspelz 2,1, Winterroggen 2,5, wobei 2 gut, 3 mittel bedeutet. In den Bemerkungen heißt es: Tie Klagen über stärkerem Auftreten von Mäusen wur­den wieder häufiger, auch über Schnecken- und Engerlingschäden werde geklagt. Tie Aussaat sei zur Zeit der Berichterstattung großenteils beschafft gewesen. Am weitesten zurück war die Be­füllung des Weizens. Frühe Roggensaaten liefen.viel­fach unregelmäßig und dünn auf, doch wurden diese Unebenheiten durch die in letzter Zeit reichlicher gefallenen Niederschläge wohl bald ausgeglichen werden. Spätere Saaten keimten schnell und gleichmäßig. Wenn die Witterung noch einige Zeit günstig bleibe, und die bereits erwähnten Mäuse- und Schneckenschäden nicht größeren Umfang annähmen, dürften die meisten Staaten kräftig entwickelt und gut bestockt in den Winter übergehen.

Märkte.

th. Gießen, 25. Okt. Der heutige V i e h m a r k t hatte einen Auftrieb von 600 Stück Großvieh, darunter sehr hübsche Milchware Oberhessischer Landrassen, und etwa 100 Kälber. Das Geschäft in Milchkühen in mittlerer Ware mar nicht schlecht, sondern im Gegen­satz 311111 letzten Markt belebt, da bei dem milden Wetter in der Provinz doch Bedarf sich dafür eingestellt bat. Die wenigen besseren Kühe, welche am Markt waren, sanden nur sehr schlecht bei geringem Preis Abnahme. Der Handel in Fettvieh war überaus stau, es lag dies erstens an der für ben Fleischmarkt ungünstigen Witterung unb weiter waren fremde Käufer wenig am Markt, die in das

Geschäft hätten eingreifen können. Trotzdem hielten sich die Preise, die für fette Rinder und Kühe bezahlt wurden, auf der Höhe des letzten Marktes, da die Verkäufer lieber auf ein Geschäft verzichteten als daß sie daraus losschlugen. Unter diesen Verhältnissen litt auch der Handel in Kälbern. Gute Ware war nicht am Markt, und vereinzelte Käufer für die Mainstädte könnten ihren Bedarf hierin nicht decken. Mittelware war am Markt gut vertreten, ging aber, da <mch die Gießener Metzger keinen Bedarf hatten, nur mäßig ab. Es fehlt für die letzten Kälbermärkte die alte Einkaufs­kundschaft, die das Geschäft belebt und für Käufer und Verkäufer erst einen vorteilhaften Handel zu Wege bringt. Es wurden ge­handelt pro Stück Kühe, frischmelkend und tragend, 1. Qualität 380440 Mark, 2. Qual. 330360 Mk., 3. Qual. 270300 Mk. Verkauft wurden pro Zentner Schlachtgewicht, fette Rinder 1. Sorte 6769 Mk., 2. Sorte 6406 Mk, Fette Kühe 1. Sorte 6264 Mark, 2. Sorte 5860 Mk, Kälber 2. Qual. 6670 Mk, 3. Qual. 5762 Mk. Der Markt in Großvieh blieb nicht er­heblich überständig, Kälber gingen etwa zu 1/3 des Vorrats nicht ab.

kc. Frankfurt a. M., 25. Okt. Heu- und Stroh­markt. Heu kostete heute Mk. 3.403.90, Stroh Mk. 2.40 dis Mk. 2.50. Alles per 50 Kilo. Tendenz: Fest.

fc. Frankfurt a. M., 26. Okt. 'Orig.-Telegr. desGieß. Anz.") S ch w e i n e m a r k t. Zum Verkauf standen 1434 Schweine. Schweine: 1. Qualität 6061 Pfg., Lebendgewicht 4800 Pfg., 2. Qual. 5859 Pfg., Lebendgewicht 47-00 Pfg., 3. Qualität 5356 Pfg., Lebendgewicht 0000. Geschäft gedrückt. Ueberstand unbedeutend.

fc. Frankfurta. M., 25. Okt. Kartoffelmarkt. Man notierte: Mk. 3 bis Mk 3,20 pro Zentner. Tie Kartoffel- prerse werden heuer als ungemein hohe bezeichnet. Tas ist nicht der Fall. Ein Vergleich mit Notierungen aus früheren Jahren beweist dies. In den Jahren 1892, 93, 97 und 99, in denen die Kartoffeln sehr gut gediehen, kostete der Zentner Mk 1,80 bis Mk 2. Mittlere Preise wiesen die Jahre 1894, 95, 96, 1901 und 1902 mit Mk 2 bi* Mk. 2,50 pro Zentner auf, in den Jahren 1900 und 1903 waren die Kartoffeln teuer, der Zentner galt Mk 2,75 bis Mk 3 und mehr.

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.

Borauösichtliche Witterung in Hessen für Donnerstag den 27. Oktober 1904: Zeitweise heiter, windig, noch etwas kühler, nur vereinzelt (besonders im nördlichen Hessen) geringe Regenschauer.

Näheres durch die Gießener Wetterkarte.

Kneskasten der Redaktion.

l. d. Wir bedauern, den Artikel über Locke nicht verwenden zu können. _______

FümMen-Uachnchten.

Gestorben. Adolf von Harnier, Ehrenritter des Johanniter­ordens zu Echzell.

Ucneste Meldungen.

Berlin, 26. Okt. Der Reichstag wird, da er vor Weihnachten länger als bis 15. Dezember zu arbeiten pflegt, im alten Jahre kaum mehr als 14 Arbeitstage, eher weniger, zu seiner Verfügung haben. Diese dürften, wie die Natio- nallib. Korresp. schreibt, durch die erste Lesung des Etats und durch die erste Beratung der Heeresvorlage (das Quin- quenat) so gut wie vollständig in Anspruch genommen werden. Höchstens könnte noch die eine oder andere Inter­pellation in Frage kommen.

Berlin, 26. Okt. Die Zahntechnikerin Fräulein Kawalkarska wurde wegen Erkrankung an echten Pocken nach dem Krankenhause Westend gebracht, wo sie sich in einer Isolierbaracke befindet. Es wurden umfang­reiche Vorkehrungen zur Verhütung einer Verbreitung der Krankheit getroffen.

Frankfurt a. M., 26. Okt. In vergangener Nacht wurde am Bahnhof Idstein ein Einbruch verübt, der Kassenschrank erbrochen und mehrere 100 Mk. ent­wendet. Infolge sofort aufgegebener Depeschen gelang es heute morgen in Niedernhausen zwei verdächtige Personen zu beobachten, welche Fahrkarten nach Frankfurt lösten. Die beiden Verdächtigen namens Heinrich Schneider und Ferdinand Schmäler wurden von der benachrichtigten Höchster Polizei festgenommen.

Trier, 26. Okt. Ein Albertus Magnus-Verein zur Unterstützung bedürftiger katholischer Stu­denten mit dem Sitze in Trier und Zweigverbänden in ganz Deutschland ist begründet worden. An der Spitze des Vereins und des Verbaudes stehen Reichsgerichtsrat a. D. Jserer und Notar Reuscher.

Vigo, 26. Okt. Ein eingetroffener Dampfer berichtet, daß er aus der Höhe vonLagos 14 englischeKriegs­schiff e traf.

Der Zwischenfall in der Nordsee.

Paris, 26. Okt. DerMatin" veröffentlicht eine Unter­redung seines Petersburger Korrespondenten mit dem bri­tischen Botschafter in St. Petersbürg. In dieser Besprechung soll der Botschafter unter anderem gesagt haben: Gegen­wärtig ist nicht von irgendwelchen Ansprüchen der englischen Negierung die Rede; diese werden später kommen, sobcrld man die erforderlichen Aufklärungen erhalten haben wird. Die britische Negierung verlangt des­halb zunächst, daß die russische Negierung Aufklärungen gebe und dies möglichst rasch. Minister Graf Lamsdorff hat dem britischen Botschafter sein Bedauern ausgesprochen, daß er vollständig in Unkenntnis über die Gegend sei, in der sich das Geschwader des Mmirals Roschdjestwenski befindet. Man hat nicht einmal irgend e i n e V e r - bin düng mit der Flotte. Der britische Botschafter hat erwidert, daß er diesbezüglich sein Erstaunen nicht verhehlen könne; ein E5eschwader dürfe, besonders in Kriegs­zeiten, nicht ohne «Verbindung mit seiner Regierung bleiben. Es 'sei sehr bedauerlich 'und durchaus unerklär­lich, daß Roschdjestwenski an allen Signalpunkten der französischen Küste vorübergefahren sei, ohne irgend ein Lebenszeichen von sich zu geben. Graf Lamsdorff hat

darauf gesagt, ihm sei der Vorfalkabsokutun begreif li ch. Hierauf hat der englische Botschafter entgegnet, wenn man sich daran erinnert, daß Roschdjestwenski in Libau auf einen zu spät eintreffenden Offizier einieni Revolverschuß abgefeuert hat, dann begreife man! den Geisteszustand R 0 s ch d je st we n s ki s. .Ein solcher Admiral ist auch fähig, auf eine plötzlich rruftauchende englische Fischerflotte zu bombardieren. Das Schweigen und die Flucht R 0 s ch d j e st w e n s ki s sind ein Beweis dafür, daß er sich der Furchtbarkeit seiner Hand­lungsweise bewußt gewesen ist. Der Botschafter er­klärte schließlich, er habe dem Grafen Lamsdorff und der rufftfcf)en Admiralität die Note übergeben, in der unter Hinweis darauf, daß sich noch andere Fischerflottillen in den französischen, spanischen und portugiesischen Gewässern befinden, die Hoffnung ausgesprochen wird, Rußland werde Maßnahmen treffen, damit der Vorfall von Hüll sich 'nicht mehr wiederhole. Hierauf wurde erwidert, daß man mit Roschdjestwenski nicht in Verbindung stehe. Unter solchen Umständen, erklärte der Botschafter dem Berichterstatter^ würde er nicht erstaunt sein, wenn die britische Ad­miralität die Initiative zum Schutze ihrer Lands­leute ergreife.

London, 26. Okt. Kaiser Nikolaus sandte an König Eduard ein Telegramm, worin er sein t i e f st e & Bedauern über den Vdrfalt und seine Teilnahme für die Familien der getöteten Fischer ausspricht.

N e w y 0 r k, 26. Okt. DieWorld" meldet aus Washing» ton: Die englische Negierung habe das Staatsdepartement über seine Ansicht wegen des Zwischenfalles sondiert, eine gemeinschaftliche Aktion vorgeschlagen und die Frage angeregt, ob es nicht ratsam sei, die Ostseeflotttz wegen schlechter Führung anzuhalten. Das Staats­departement wünscht jedoch'keinen Schritt zu unter­nehmen, den Rußland als einen unsrenn blichen Akt auslegen könnte, möchte indes einen Weg finden, seines Billigung der britischen Ansicht auszudrücken. Staatssekre­tär Hay befürchtet, daß das Bemühen, den Krieg wirklich auf die Mandschurei zu beschränken, fehlschlagen werde, falls die russische Befürchtrmg eines Angriffes in den euro^ päischen Gewässern begründet sei.

Paris, 26. Okt. Ter Petersburger Korrespondent desEcho de Paris möchte gern Deutschland in die Hull-Angelegenheit hineinziehen. Er telegraphiert seinem Blatte, es sei un­richtig, daß, wie er behauptet habe, die englische Regierung es gewesen sei, welche Rußland informiert habe, daß ein 'japani­scher Angriff aus das baltische Geschwader in der Nordsee möglich wäre. Er habe nunmehr <me> sicherster Quelle in Erfahrung ge­bracht, daß die in Frage stehende Großmacht Deutschland gewesen sei. Tie deutsche Regierung habe ntit ihrer Jnformatton bezwecken wollen, Englaiw und Rußland einander zu verfeinden.Petit Journal" berichtet aus Petersburg, die Lldmiralität habe nun­mehr den Bericht des Admirals Noschdjestwensky erhalten. T»asselbe Blatt meldet weiter aus Petersburg: Ein Dampfer, dessen Nationalität unbekannt sei, habe vergangene^Woche einen deutschen Hafen mit dem Bestimmungsort Senegal ver­lassen. An M>rd befanden sich 20japanische Marine- Offiziere. Ter Dampfer traf am Freitag in Hüll ein, tob die japanischen Offiziere an Land gingen und das Schiff ohne sie die Reise fortsetzte. Tie japanischen Offiziere sollen den eng­lischen Fischern Geld geboten haben, um von ihnen einige Fischerboote zu erhalten mit der ^Absicht, unterwegs das baltische Geschwader zu beschädigen. Admiral Roschdiestwensky sei hiervon benackrichtigt worden und hieraus er­kläre sich die ganze Angelegenheit.

Bom Kriege.

London, 26. Okt. Wie aus Tokio gemeldet wird, verloren die Japaner in der Schlacht am Schaho 31 Geschütze, 36 weitere Geschütze wurden durch die Russen zerstört. Die japanischen Verstärkungen, welche vor Port Arthur eingetroffen sind, ersetzen die Truppen, die dem Marschall Oyama zur Verfügung gestellt sind.

Krakau, 26. Okt. Zwischen den Grenzstationen Zelkow und Giebultow wurden 2 0 Russen, welche zu desertieren beabsichtigten und über die österreichische Grenze Mchten wollten, von der russischen Grenzwache erschossen.

Telephonischer Kursbericht.

3Va°/o Reichsanleihe . . 101.30 30/n do. ... 89.15 RV,% Konsole .... 101.60 3% do......89.10

R^/n Hessen .... 99.60 31/, % Oberhessen . . .. 496 Oesterr. Goldrente . . 101.75 4/s 96 Oesterr. Silberrente 100.30 496 Ungar. Goldrente, . . 100.05 40/p Italien. Rente . . . 103.60 4l/,96 Portugieser » . . 63.10 30/. Portugiesen. .... 62.40 196 0. Türken ..... Türkenlose......127.40

4% Grieeh. Monopol.-Anl. 48.00 4^,96 äussere Argentiner.

3O/o Mexikaner .... 30.10 41/t% Chinesen . . . . 89.80 Electric. Sch ackert . . . 119.00 Nordd. Lloyd . . . . 107.60

Kreditaktien . . . . , 21150 Diskonto-Kommandit. . . 191.30 Darmstädter Bank . ( , 140.55 Dresdener Bank .... 153.75 Berliner Handelsges. . . 160.70 Oesterr. Staatsbahn . . . 141.80 Lombarden . . . . , 17.70 Gotthardbahn ..... 188.50 Laurahütte . , . . . , 251.75 Bochum ....... 214.00 R arpener......215.40

Schatzscheine.....

z: fest.

Schon wiederNenanschaffung heut^ ---------------------------------------------------" zutage manche Hausmutter), früher hat unser Leinenzeug doch viel länger gehalten? Ja, früher haben auch noch viele Hausfrauen das Gute, nicht das Billigste gekauft und das Verlassen dieses Grimdsatzes rächt sich am meisten bei denen, die anstatt der garantiert guten Gioth's gemahlenen Kernseife mit Salmiak und Terpentin irgend ein billiges, schlechtes Waschnüttel, welches in sich scharfe Stoffe, Chlor it. f. w. aber dem Preis nach kaum eine Spur Seife ent­halten kann, $tt ihrer Wäsche nehmen und sie dadurch frühzeitig ruinieren. Gwth's gemahlene Kernseife, per Paket 15 Pfg. Fa­brikant: I. Gioth, Hanau a. M. irv4^

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Gestern abend 6 Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden unser lieber Bruder, Schwager und Onkel

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im 24. Lebensjahre.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:

Bernh. Vaupel.

Gießen (Steinstraße 76), Wieseck, den 26. Oktober 1904. 8124

Die Beerdigung findet Freitag den 28. d. Mts., vormittags 11 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt.

31. Wem Stemm« iinü Mg-M.

Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mit- glicder von dem am 25. d. Mts. erfolgten Ableben un- ffl seres Zeugwarts

I öckku Lümz Hktriih

8 geziemend in Kenntnis zu setzen.

Die Beerdigung findet Freitag den 28. d. Mts., vor- I mittags 11 Uhr, vom Portale des neuen Friedhofs und W statt und bitten nur um zahlreiche Beteiligung.

Zusammenkunft 10 Uhr im Vereins!,4al.

$ 06411 Der Vorstand.

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