Ausgabe 
26.7.1904 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Blatt.

154. Jahrgang

Dienstag 26. Juli 1904

MehenerAMi-er

w General-Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Gchulstraße 7.

Adreiie für Depeschen: Au-eiger (Vtetzeu.

Fernsprechan^chluhNr 51

brr. 173

Erscheint täglich au der Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werben im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Giehener Kamillen- blätter viennal in der Woche bergelegt.

RotattonSdruck u. Ver­lag der Brühl 'schen Umvers.-Buch-u.Stem» bruderei. R. Bongt.

veLugSprei», monatlrch7b Ps^ öiertd» jäbrlrch Mk. 2.20; durch A^hole- il Zweigstellen monatlich 6a Pf.; durch die Post Mk.2. viertel» jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen sür die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. ZetlenvreiS: lokal 12

oußroärtfl 20 Pfg. Verantwortlich» den voltt. und allgem. Dell: P. Witiko: für »Stadt und 2anb* und »Gerichtes aal*: August Goetz; für den An­zeigenteil: HanS Beck.

russischen wurden.

träge, Lichtbilder). Pastor Dietrich vom evangelischen Verein für kirchliche Zwecke in Berlin machte sehr interessante Mit­teilungen ans den Berliner Herbergen, wo politische und unpolitische Blätter ausliegen. Charakteristisch ist es aber, daß die Wanderburschen in der Regel von den unpolitischen am wenigsten wissen wollen. So wird zum Beispiel der Berliner Lokalanzeiger" nrit am wenigsten gelesen. Weitere Besprechungen bezogen sich auf ein Zusammenwirken der Herberten mit den gesunden Kräften des Handwerks und der christlichen Arbeiterbewegung. Noch mancherlei Wünsche und Anregungen wurden gegeben und endlich mit Gesang und Gebet die Versammlung geschlossen.

Die deutschen Kerbergen zur Keimat.

Die deutschen Herbergen zur Heimat feiern in diesem Jahre ihr 50jähriges Bestehen. Aus diesem Anlaß hatte der Herbergsverein in der Heimat der Herbergen zur Heimat, in Bonn, eine Festversammlung veran­staltet, die von zahlreichen Vertretern der Behörden, des Staates und der Kirche und von Freunden der Sache aus dem ganzen Reiche besucht war. Bekanntlich verdanken die Herbergen zur Heimat einem stillen Gelehrten, dem Bonner Universitätsprofessor Dr. Clemens Perthes, ihre Entstehung. Es wurde allerseits mit großer Freude be­grüßt, daß zwei Kinder des Gründeris im Kreise der Feiern­den erschienen: Professor Perthes und Fräulein Agnes Perthes, die im Geiste des Vaters dem schönen Werke ihre Kraft widmen. Natürlich durfte auch Pastor Bodelschwingh nicht fehlen, der Gegenstand herzlichster Freundschafts­bezeugungen wurde. Der Kultusminister hatte Ministerial- Direktor Dr. Schwarhkopff entsandt, der Evangelische Ober­kirchenrat den Oberhofprediger Dr. Dryander; für die Pro­vinz war Oberpräsident Nasse erschienen. Ferner sah man den Oberbürgermeister von Bonn, Prof. Dr. König als Vertreter der evang.-theologischen Fakultät der Universität Bonn, den Vertreter der rheinischen Provinziassynode Dr. Hackenberg usw. Außerdem waren noch vertreten das Landeskonsistorium von Hannover, von Wiesbaden, der Provinz Sachsen, der Rheinprovinz, das Oberkonsistorium von Bayern und viele Vereine der inneren Mission. 1854 hat Perthes in Bonn die erste Herberge zur Heimat eröffnet, die er im Schwange seines VaterlandsgefühlesZum König von Preußen" hatte nennen wollen.

In der Versammlung sollten hauptsächlich die Vete­ranen der aus ganz Deutschland erschienenen Haus­väter zu Worte kommen, um persönliche Erinner­ungen und Erfahrungen aus der Arbeit aus­zutauschen. In einer Einleitungsansprache wies Sup. Stursberg-Bonn darauf hin, daß es bis heute noch niemand möglich gewesen ist, an dem Werke von Perthes

und über, c Beschlag- Schiffe der Grörtenmp

Per Krieg zwischen Japan und Nußland.

Eine neue Schlacht.

den Eindruck eines großen Raketenfalls. Die Japaner dagegen schossen fast ohne Unterbrechung. Gegen 5 Uhr schien sich das Gefecht nach Norden zu ziehen. Man behauptet, die Russen hätten sich vor der japanischenUebermachtzurückziehen müssen; die Besetzung von Niutschwang stehe unmittel­bar bevor.

Ein neuer Sieg der Japaner ist also sicher, anzunehmen. Das Reutersche Bureau meldet, daß sie noch nicht in Niutschwang eingerückt seien. Die russische Zivilverwaltung hat die Stadt in der Nacht vom 124. auf 25. d. M. verlassen. Morgens wurde auf Verarr» lassung der Verwaltungsbehörde begoimen, die russische» Verwaltungsgebäude zu zerstören.

Die Japaner beginnen mit der Sich erung ihrer Kommunikationslinie und der Anlage großer Pro- viant-und Munitionslager auf der Linie Jalu- Pöngjang, was man dahin deutet, daß sie auf eine Uebertragung des Kriegsschauplatzes nach Korea bedacht sind. Alle russischen Kerntruppen werden Hur Front vorgeschoben, sodaß die russischen Korrespondenten m vierzehn Tagen eine Aenderung der Lage erwarten, falls nicht der Regen hindernd wirken sollte.

Auf der Süd front ist alles ruhig, da die Japaner ihre Offensive dort eingestellt haben; sie konzentrieren ihre Hauptkräfte gegen Port Arthur, wo die Entscheidung vielleicht nahe bevorsteht. Die Verluste der Japaner find bisher stark übertrieben worden. Die japanische Südarmee wird auf 4, die Ost­armee auf 6 Divisionen geschätzt; der Rest steht vor Port Arthur. Ein Vorstoß des Feindes nördlich von Liaojang ist nicht ausgeschlossen; er könnte sich gegen die Kohlengruben von Jentei oder gegen Mukden richten. Das Wetter gestattet eine flottere Kriegsführung. Der chinesische General Tulifan ist mit 12 000 Mann und 72 Karren voll Silber wesüich des Liaoflusses bei Tawan eingetroffen und wirbt wettere Truppen an. Er wird von der russischen Flußsette auS scharf bewacht.

Der Bericht Kuropatkins vom 22. Juli bestättgt in* direkt den Erfolg KellerS vom 19. Juli am Flusse Äan- Ho. Am 21. marschierten nach Kuropatkins Depesche die Russen östlich und südlich von Thawuan vor, was nicht möglich wäre, wenn die 2lrmee Kurokis nicht ostwärts von Lan-Ho zurückgeworfen wäre.

Die russische Regierung bestellte bei der Tor­pedofabrik in Fiume 80 Torpedos neuester Kon­struktion. Die Länge derselben soll 6 t/t Meter betragen nnd die Lieferung schnellstens nach Kronstadt erfolgen.

Ein Telegramm aus Tientsin desStandard" vom 26.

). M. meldet: Die Russen wurden am 24. Juli

hei Taschitschiao gänzlich geschlagen. Die Russen waren in dieser Schlacht 30 000 Mann stark und ver­teidigten sich hartnäckig: die.Japaner seien aber erfolgreich i leblieben. Der Kampf habe, so berichtetDaily Mail", 4 Stunden gedauert. Die japanische Feuerlinie war 24 Km. lang. Die Verluste a u f b e i d e n Seiten waren 'ehr groß. Die Russen wurden von den Höhen vertrieben

Nach einer anderen Depesche aus Niutschwang konnte man von den die Stadt umgebenden Hügeln am 24. d. M. von 5 Uhr morgens bis (Oonnenuntergaug bei

Da§ Wladiwostokgeschwader fing nun auch an, fremde Schiffe zu belästigen, und Rußland wird schließlich doch nicht umhin können, seine Zusagen wegen der Akttonen der Freiwilligen Flotte noch erheblich zu erweitern und den Mächten volle Genugtuung zu geben. DaS Wladiwostok- Geschwader bohrte am 24. ds. Mts. bei Jdzu den von Ncwyork über Manila und Schanghai nach Dokohama be­stimmten britischen DampferKnight Commander^ in den Grund. Der Dampfer hatte Ladung verschiedener Art an Bord. Die Mannschaft ist auf dem Dampfer »Tsinau* heute in Dokohama angekommen. Die europäischen Passagiere wurden von den Russen zurückgehalten.

Auch der D a mpfe rAr a b ia" ist von dem Wladttvo- stok-Geschwader aufgebracht worden. Er ist. von der Hamburg-Amerika-Linie kürzlich nach dem Westen Amerikas verchartert worden. Diese teilt mit, daß der Dampfer ,,Arabia", der von den Russen auf der Fuhrt nach Ostasien beschlagnahmt worden eines derjenigen Schiffe sei, die für mehrere Jahre an dieamerikanische Union" Pacific-Eisenbahn für ihren unter dem NamenPortland mrd Asiatio Steamship Company" unterhaltenen Dienst zwischen der Paeifischen Küste und Ost- asien verchartert worhen sind. DieArabia" ist somit zwar Eigentum der Hamburg-Amemka-Lim'e :md führt die deutsche Flagge, die Verantwortlichkeit für die Lad­ung trägt jedoch, wie aus obigem hervorgeht, die ameri­kanische Gesellschaft, die verpffickttet ist, weder für Japan noch für Rußland Kriegsmaterial zu befördern.

Nach einer letzten Meldmrg ist dieArdova" frei­gegeben. Die russischen Offiziere :md Mannschaften ver­ließen nt Suez das Schiff.

Die Angelegenheit des deutschen PostdaulpstrsPrin z Heinrich" ist nun auch definitiv erledigt. Die nifftidk Regiermrg hat sich bereit erklärt, die beschlagnahmten beiden Po st stücke. herauszugebeu und sowohl in diesem Falle, wie in dem des beschlagnahmten DampfersSka-n dia" billigen Schadenersatz zu leisten und erwartet die Kostenrechnung.

en stand einer

Zllünzfragen.

Die Reichsregierun? hat die Talerfrage zum Gegen­stände von Erhebungen gemacht. Es ist seitens des Reichskanz­lers ein Rundschreiben an die Bundesregierungen folgenden Inhalts ergangen:

Dem vom Reichstage bei den Verhandlungen über den Entwurf eines Gesetzes, bett. Aend?rung des Münzgesetzes vom 9. Juli 1873 angenommenen auf die Ausprägung von Drei­markstücken als Reichssilbermünzen gerichteten Anträge des Abgeordneten Dr. Erzberger ist fettens des Bundesrats keine Folge gegeben worden, weil die Angelegenheit bei ihrer großen Tragweite für das Münzwesen zum mindesten nicht als spruch­reif erachtet werden konnte. Abgesehen davon, daß

das Dreimarkstück in das der deutschen Münzgesetz­

gebung zugrunde liegende Dezimalsystem nicht passen würde, könnte die Einführung dieser Gcldsorte nur dann ins Auge gefaßt werden, wenn ein allgemeineres dringendes Ver­kehrsbedürfnis nach ihr als vorhanden anerkannt werden müßte. Gegen die Annahme eines solchen Bedürfnisses sprechen, wie auch seitens der Neichsverwalttmg bei den obigen Verhand­lungen hervorgehoben wurde, die Erfahrungen mit den Ta­lern, die, an sich Hauptmünze, tatsächlich 'wie Dreimarb- stücke umlaufen, jedoch trotz wiederholter Versuche der be­teiligten Verwaltungen, ihnen eine möglichst weite Verwend­ung im Geldverkehr zu geben, immer wieder in beträcht­lichen Mengen zu den Kassen der Reichsbank zu­rückgeflossen sind. Dagegen hat sich eine lebhaftere Nach­frage nach Reichssilbermünzen geltend gemacht, insbesondere nach Fünf- und Zweimarkstücken in Jndustriebezirken für Lohn­zahlungszwecke, wie die Bewegungen in den Beständen der Reichsbank an diesen Münzgattungen anzeigen. Bei der Beurteilung der Frage des Bedüffnisses nach einem Dreimark­stück wird nicht lediglich die in einem Teile DeutscUands an dem Taler haftende Gewohnhett zur Richtschmir dienen dürfen. Da der Taler nach den Vorschriften der Münzgesetze ungeachtet seiner Ausstatttmg mit unbeschräntter Zahlungskraft vmc vornherein gleich den anderen Landessilbermünzen zur Einziehung bestimmt war, indem seine Außerkurssetzung ohne die infolge des Fallens der Silberpreise am 18. Mai 1879 verfügte Einstellung der deutsck^en Silberverkäufe längst er­folgt wäre, so muß von der Frage auSgegangen werden, ob die Verkehrsverhältnisse als solche ohne Rücksicht auf den Talerumlauf unb die mit diesem verbundenen örtlichen Ge­wohnheiten neben dem Fünf-, Zwei- und Einmarkstück noch ein Dreimarkstück unbedingt erheischen. An sich hat diese Mün-gattung, die nicht einem wirklichen Bedürfnis entspricht, erhebliche Nachteile für das Münzwesen zur Folge. Es kommt daher auch in Betracht, ob nicht, wenn das Dreimarkstück zur Ausprägung .gelangt, das Zwei- oder das Fünfmark- stück zu bei ei tigen wäre, weil alsdann für eine dieser Münzgattungen das Bedürfnis nicht mehr anzucrkennen sein würde. Ferner tritt das Bedenken auf, ob nicht das Dreimark­stück, namentlich wenn es in der vom Reichstage beschlossenen Form ausgeprägt wird, zu Verwechslungen mit dem Zweimark­stück Anlaß bieten würde, welche vom Standpunkte des Münz- Wesens wie des allgemeinen Verkehrs als ein großer Uebelstand empfunden werden müßten. Errdlich bedarf der Erwäg­ung, ob nicht dem Verlangen nach einem Dreimarkstück da­durch wirksam begegnet werden tarnt, daß dem wegen Unhand­lichkeit anscheinend weniger beliebten F ü n f m a r k st ü ck durch Verkleinerung des Durchmessers in Verbindung mit der Riffelung des Randes eine für den Geldverkehr brauch» barere Gestaltung gegeben wird. Nach dieser Richtung sind seitens der Reichsfinanzverwaltung die einleitenden Schritte bereits Unternommen."

Es ist richtig, meint dazu dieDtsch. Tagesztg.", der wir uns anschließen können, daß die Einführung der Taler die Fünftnarkstücke oder die Zweimarkstücke überflüssig machen würde. Unseres Erachtens müßten die Zweimarkßücke beibehalten werden!. Sie sind ein Bedürfnis. Die Fünfmark st ü ck e könnten aber gut und gern verschwinden. Vielleicht könnte man die Fünf- markscheine beibehalten, ja noch etwas vermehren, .da, we­nigstens nach unseren Erfahrungen, diese kleinen Kassenscheine ehr beliebt sind und einem vielfach empftmdenen Verkehrs- bedürfnisse entsprechen. Die eventtiell ins Auge gefaßte Verkleinerlmg der Fünftnarkstücke würde den Klagen nicht ab­helfen. Das große Publikum, das in seiner Mehrheit nicht aus Kassiererit besteht, würde die Vermehrung der Fünfmark- 'cheine und das Verschwinden der Fünftnarkstücke freudig begrüßen.

Das Worgeyen Rußlands und das Knglischc Nnterüaus.

. Im englischen Unterhaus hat sich der Ministerpräsident Balfour sehr vorsichttg über die letzten Vorgänge aus­gesprochen.

Laurie stellt eine Anfrage an die Regierung bezüglich deS Vorgehens des Schiffes »Petersburg" von der russischen Freiwilligenflotte. Gibson BowleS befragt die Regierung über

etwas zu ändern. Direktor Dr, Engelbert-Duisburg ließ fiühere Zustände im Herbergswesen an dem geistigen Auge der Versammlung vorüberziehen. Heute nach fünfzig Jahren gibt es 4 62 christliche Herbergen, aber es müßten ihrer mindestens noch einmal so viele sein. Die Zahl der Uebernachtungen betrug 1902: 4 498 815, die Zahl der Herbergsgäste rund 2 000 000. Die Hauptver­sammlung in der Beethovenhalle unter dem Vorsitz des Geh. Kommerzienrats Conze-LauZenberg sah eine große Schar von Teilnehmern, darunttr die bereits erwähnten Ehrengäste, die Vertretet der Behörden, Vereine usw., die alle ihre Glückwünsche aussprachen. Als gewiß sehr be­scheidenes Zeichen ihrer Anerkennung tteuer Dienstt er­hielten dabei die beiden ältesten Hausväter Stumm und Webert das allgemeine Ehrenzeichen, welches Konsistorial- rat Siefert vom Konsistorium der Rheinprovirrz überreichte. Dann folgten einige Vorttäge, zuerst von Sup. Stursberg- Bonn über die Geschichte der Herbepge zur Heimat, dann von Ministerialdirektor Schwarhkopff über sozialen Wohlfahrtsdienst der Herbergen zur Heimat. Seine Aus­führungen waren von großem Interesse für alle der Sache nahestehenden Kreise. "Nach einer Pause erschien Dr, von Bodelschwingh, laut begrüßt. Er drohte darob mit dem Finger:Klatscht Ihr nur nicht zu früh!" meinte er. In seiner gewnmenden und warmherzigen Weise ttat er in fernem Vorttäge über:Die Mitwirkung der Herbergen zur Heimat bei der Heilung der Not der Wanderarmen" für seine Brüder von der Landstraße ein und wandte sich energisch an die Behörden, an das Abgeordnetenhaus, an den Finanzminister. Beide sirrd ihm viel zu langsam, wes­halb er auf beide nicht gut zu sprechen ist. Vom Abgeord- netenhause ein gutes Gesetz, vom Finanzminister natürlich Geld wünschte er. Was sollen denn unserearmen Brüder von der Landstraße" auch anfangen? Schließlich werfen sie auf bem Rathause ein Fenster ein, bloß um durch Ver­haftung ein Unterkommen zu erlangen.Es muß geholfen werden!" schloß Bodelschwingh unter lautesttr Zustimmung.

Der zweite Tag des Bonner Jubiläums war der ernsten Arbeit gewidmet. Im evangelischen Gemeindehause hatte der deutsche Herbergsverein eine Versammlung ver­anstaltet, an der nicht nur die in der praktischen Arbett stehenden Mitglieder teilnahmen, sondern auch viele Freunde und Förderer der Sache. Die Verhandlungen wurden über die Vorträge der .Hauptfestversammlung unter den leitenden Gesichtspunkten geführt: ,,Welche Anforderungen stellt die Gegenwart an die Herbergen zur Heimat" zur Erfiillung der von Perthes bezeichneten Aufgabe, eine geistige Macht sdes Guten zu werden. Zuerst behandelte Professor Perthes die Personalfrage im Herbergswesen, die freilich ebenso schwierig als wichtig ist Professor Lemmer'mann-Hannover- Linden besprach die wünschenswerte Bsschaffenheit urrdAus- stattung der Herbergsräume. Hier gibt es allerdings noch viele Wünsche; denn in manchen Herbergen fehlt es noch am nötigsten. Die Herbergen sollen, so führte Redner aus, ein wirklich behagliches Heim für die Wandernden werden. Dem Eintretenden soll das Gefühl erweckt werden, daß hier Friede nnd Liebe walten. WaS eine bescheidene Ausschmück­ung betrifft, so empfahl Rektor Barthold-Nen-Strelitz, doch einen Kreis von Frauen her an zuzieh cn, die mit Freuden an der Ausschmückung von Herbergen arbeiten würden. Diesen, GJebanfen stimmte Dr. Bodelschwingh zu. Je scl-öner und lieblicher eine Herberge sei, desto besser toerbc sie sich auch rentieren. Stadtpfarrer Mügling-Stuttgart be­leuchtete die andere Seite, die geistige Nahrung in1 den Herbergen, ohne die es keine rechte Heimat sei. Er empfahl unter anderem reichlichen Lesestoff: Tagesblätter, illu­strierte Zeitschriften, Fachzeitschriften, Bücher. Wenn irgend mögl.ch, besondere Lese- und Schreibezimmer. Mchtiger seien aber noch persönliche Darbietungen (Vorlesungen, !Vor-

völlig klarer Luft interessante Beobachtungen über ein (&'- sicht bei Taschitschiao mnchen, wo russischerseits eine Brigade Artillerie die Bewegung von z w a n z i g Ba- taillonen Infanterie und einer Division Ko­saken unterstützte. Die russische Artillerie sandte in mi­nutenlangen Pausen ein konzentriertes J^uer ab; man hatte

die Angelegenheit des DampfesMalacca^ verschiedene Punkte des Völkerrechtes, die durch na()me englischer Dampfer nnd das Vorgcl)en de: