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26.5.1904 Zweites Blatt
 
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Nr. VAI Zweites Blrrtt. 154. Jahrgang Donnerstag 26. Mai 1904

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dhrWlhr Landwirt" erscheint monatlich einmal. v 'W' iljö w W Telegr.^ldr.. Anzeiger Gieß«,

General-Anzeiger, Amts- Md Anzeigeblatt für den Kreis Sichen.

Are Heutige Kummer umfaßt 8 Seiten.

dell LdchänZern dieser Richtungen ist, der vielleicht voll bester Absicht erfüllt ift; er befindet sich aber doch auf falschem Wege." Die ihm unangenehmen Lichtungen charak­terisierte der Kaiser des weiteren dahin, daß sie bestrebt seien, das Elend noch scheußlicher darZustelleu, wie es schon ist, und daß sie in den Rinnstein niederstiegen. Bekanntlich hat die deutsche Kunst, natürlich auch die sez-efsio- nistische, die eigentlich kein^wegs eine Lichtung, sondern nur eine mehr anfällig gebildete Bereinigung von ernsthaft strebenden, der Schablone abholden Künstlern umschließt, seit etwa einem Jahrzehnt die sog. Armeleut­malerei überwunden und verachtet heute nichts mehr als iebe Tendenzmalerei, sondern ist in erster Linie bestrebt, den Menschen und die Natur zu charakterisieren und zu individualisieren. Die Folgen der kaiserlichen Mißbilligung traten aber trotzdem insofern bald zutage, daß Bilder, deren Kunstwert äußrer Zweifel steht, die aber vonsezessro- nistischen" Meistern verrühren, bei den Museumskäufeu übergangen wurden. Bei anderen deutschen Hofen, namentlich denen in Darmstadt, Weimar und München, erfreuen sich die Meister der Sezession einer höheren Wert­schätzung, und die Museumsleiter jener Ginzelstaaten fragen {richt nach der Richtung, der ein Kunstwerk augehört, son­dern nach dessen innerem Werte. Sie halten es mit Wolf v Menzel, der einmal sagte: jeder Schale läßt

sich Gutes und Großes schaffen, und die Hauptsache bleibt.

Mit schlichtem Abschied entlassen.

Als im vorigen Jal-re die Schriften der drei B (Bils e, Baudissin und Beyerloiu) erschienen, als einzelne Vorkommnisse schlimmer Art unter den Offizieren bekannt wurden, gab sich ein Gefühl der Beunruhigung tunt), als wenn der deutsche Offizier Lange das nicht mehr sei, was -er früher gewesen. Geht man den Tatsachen auf den Grund, so stellt sich heraus, daß das Osfizierkorps unserer Armee noch immer aus der Höhe der Cha­rakter fest-i gebeut, der Solidität und Zucht sich be­findet. Die Z^l der mit schlechtem Abschied ent­lassenen Ossiziere ist im letzten Jahre so gering wie noch nie gewesen. In der gesamten Kavallerie mit den Maschttrengewehrobteilungen, in der Fußartillerie, den Eisenbahnregimenlern, den Telegraphen-Bataillonen war nicht ein Offizier, der unfreiwillig den bunten Rock aus- zicheu mußte. In der gesamten Infanterie befanden sich 11 Offiziere, 1 Assistenzarzt und 1 Zahlmeister, die mit schlichtem Abschied entlassen wurden. Die früher gemachte Erfahrung, daß die Vtehrzahl der Verfehlungen in den kleineren, und vornehmlich in den Grenzgaririsonen Vor­kommen, bestätigt sich und), diesmal wieder. Bei dem 45. Infanterie-Regiment in Insterburg mußte ein. Oberleut­nant, bei dem 6L In s anterre-Regiment irr Thorn ein Leut-

Aer Reichstag uud die Kurrft.

Dir Ausstellung in St. Louis sollte dem Be­schauer ein Bild des ttrlturellen Fortschritts bieten, den die beteiligten Nationen in letzter Zeit erziell haben. Auch, von Deutschland wünschte man, daß sich sein Können auf dem Gebiete der Industrie wie der Kunst möglichst voll­ständig darstellen sollte. In industrieller Hrnficht find wesentliche Wagen nicht laut geworden; aber der Kunst gegenüber hat man keine glückliche Hand gezeigt. Während cuq französischer Seite die beiden großen Küusllergesell- schaftell gemeinsam vorgingen, ist es in Deutschland nicht gelungen, eine Verständigung herbeizuführen. Die Künstler­gruppe, die sich den Namen die Sezession beizulegen pflegt, bleibt in St. Louis unvertreten, und so fielst die WÜt dort nicht die ganze deutsche Kunst, sondern nur erneu ihrer Teile.

Der teiufr und Anfang der Zwistigkeiten lag darin, -daß mau zuerst eine Kommission niedersetzte, welche die erAnderllchen ArranMments treffen sollte, und diese nach­her überging, ohne chr auch- nur zu sagen, daß man sich eines Anderen besonnen habe und sie nicht in Tätigkeit treten lassen wolle.. Die Vorbereitungen wurden der all- gemeinell deutschen Künstlergenossenschaft übertragen, die sich in einem neuerdings schr verschärften Gegensatz zu der' sezessionistischen Richtung befindet. Gegen Gude des vorigen Jahres entstand unter dem Eindruck dieser und anderer Vorgänge der deutsche Künstler-bund, der nun auch, seine Rechte forderte. So vertiefte sich die Kluft,^ und das Ende war, daß Namen von bestem Nang der' Ausstellung fernblielum.

Die ausführeudeu Verwaltungsorgane standen offen­bar unter dem Einfluß der kaiserlichen Kundgebungen, die gegen die Sezession gerichtet waren. Der Kaiser hatte geäußert: ,^Jch empfinde es als Landesherr oft recht bitter, daß die Kunst in ihren Meistern nicht energisch,

hinaus, daß bei der Vertelluug des fraglichen Fonds beide Zentralorganisationen der deutschen Künstlerschast berücksichtigt werden sollten. Vom Abg. Kirsch (Zentt.) wurde eine etwas allgemeinere Fassung gewünscht; er wollte die Worte ,cheide Zentralorganisationen der deut­schen Künstlerschast" durch die Worte ,chie verschiedenen Richtungen der' deutschen Kunst auf dem Gebiete der Malerei und' OTnlptur nach gerechten Grundsätzen" ersetzen Dr. Pachnicke erklärte sich mit der Abänderung, die zwar keine ideale FormuLierANg dar,stellt, aber doch dem Gedanken der Gleichberechtigung Ausdruck gibt, einverstanden, und so wurde die Resolution! vom Reichstag fast e-instimmig angenommen.

Die Reichsverwaltung kann diesen Beschluß nicht un­beachtet lassen. Sie wird bei künftigen Gelegenheiten immer von neuem befragt werden, wie sie den Fonds ver­wendet hat, und tmtni einer Antwort nicht ausweichen. Die verschiedensten Redner haben betont, daß sie ihn nur dann bewilligen, wenn er ohne jede Parteilichkeit verteill wird. Diese Voraussetzung muß also erfüllt sein, sobald man künftig eine Neubewilligung verlangt.

Auch ochve den durch, die parlamentarische Kontrolle gegebenen Zwang hat die Reichsregierung allen Anlaß, ohne Ztücksicht auf persönliche Urteile und Meinungen die Sache der Kunst nach allen Seiten hin gleichmäßig zu fördern. Denn nur dann kann eine gegenseitige Annäherung er­zielt und die Wiederkehr so unliebsamer Vorgänge ver­mieden werden, wie sie sich kürzlich abgespielt haben. Ein friedliches Zusammenwirken aller Gruppen und gcgebenen- alls ein gemeinschafllich.es Ausstellen muß dock) auch der Reichsregierung erwünscht erscheinen Das läßt sich aber nur erzielen, wenn nicht von oben her die eine Künstler­gruppe auf Koslxn der änderen bevorzugt wird. Die Freft- heit der Kunst muß der Gesetzgebung wie der Ver­waltung als unantastbar gelten In der Sonne dieser Freiheit wird die deutsche Kunst gedeihen. Alle Richt­ungen weisen hervorragende Namen auf, in allen Lagern regen sich, wie die Kunstausstellungen aller Orten, z. B. die kürzlich in Frankfurt ausgestellten Werke der Münchener Sezession, von neuem zeigen, Kräfte, die Tüchtiges leisten und noch Tüchtigeres versprechen. Kampf ist Leben, Wett­bewerb'verbürgt den Fortschritt. Sache der Staatsgewall darf es nicht sein, den Fortschritt künstlich zu hemmen.

Erne VoÜsvertretung hat nicht die Aufgabe, Parier für die eine oder die andere Richtung zu ergreifen. Sie ist keine Knnsttommission. Wie jeder schafft, was er kann, so darf auch jeder über das Geschaffene denken, was er mag. Die letzte Sichtung unter ben gewähren Ausdrucks­formen nimmt immer erst die Zukunft vor. Für bte Gegen­wart kommt es nur darauf an, daß man das Neue, das mqh Lichte strebt, nicht unterdrückt, daß man Men Trieben am Baume der deutschen Kunst die Entfaltung ermöglicht, das wirklich Lebensfähige fetzt sich dann schon von selbst durch. So wollte denn auch der Reichstag ber der er)ten -KUnstdebatte im Februar und bei der zweiten im Mai nichts anderes clls Gleichberechtigung. DreStaats- aewall sollte sich nicht dem Geschmack eines ernzelnen beugen- stehe dieser noch so hoch; alle Richtungen sollt«! vielmehr die gleiche Berücksichtigung erfahren. Diese Auf- fasfung konnte der Reichstag zur Geltung bringen, well' der Etat für das Reichsamt des Innern einen Tttel zur Unterstützung der deutschen Kunst bei internationalen Aus- stellunaen enthüll. Die hierfür ausgeworfene Summe ist niwgZng; sie beläuft sich aus nicht mehr als 20000 Mk. Doch die Art ihrer Verwendung bleibt deshalb wichttg, well sie als ein Zeichen amtlicher Wertschätzung angesehen zu werden pflegt. Bisher floß der Bettag der allge­meinen deutschen Kunstgenossenschaft zu. Nach­dem nun aber eine zweite Zenttalorganisation der Küuftler- schast in Gestalt des deutschen Künstlerbundes be­gründet worden ist, mußte die Frage entstehen, ob nicht auch der neuen Vereinigung ein Teil des Fonds zuzu­führen ist.

Die Reichsregierung kann sich, nachdem der Kager zu imederhollen Malen über dieSession" abfällig ge­sprochen hat, zu einer Zuwendung an sie nur schwer ent­schließen, obwohl ein prinzipieller Unterschied zwischen Lezessionisteu und Nichtsezessionisten kaum gemacht werden kann, wenn auch den Sezesfionisten im ganzen wohl ein regeres Streben und mehr Originalität und Jndividualltat zugefprochen werden kann, als anderen Künstlergruppen. Grch P os ad o ws k y erklärte ganz richtig, die Frage lasse sich nurvon Fall zu Fall" b-eaiitlu orten. Eben deshalb war es nötig, eine förmliche Wlllensertlärimg des Reichs­tages in dem Sinne herbeizuführen, daß bei der Ver­teilung des Fonds der Grundsatz der Parität durchaus ge­wahrt werdeli soll. Diesem Zweck biente die Resolution, welche der freis. Abg. Dr. Pach nicke in Verbindung mit anderen Frakttonen dem Reichstag vorlegte. Sie ging daraus

Komische Tagesschau.

Verschmähte Freibillets.

Unser Berliner parlamentarischer Mitarbeiter schreibt nnterm 25. Mai:

Wenig Dank erntet die Hamburg-Amerika- Linie für ihr dem Reichstag gemachtes Anerbieten von Freibillets zu einer Nordlandfahrt. Sozialdemokraten und Konservative verhalten sich ablehnend, und es ist kaum anzunehmen, daß die Mitglieder der anderen Fraktionen Geneigcheit zeigen werden. Denn die Herren müssen sich, agen, daß sie in eine vielleicht unliebsam werdende Aus­nahmestellung geraten. Wenn aber geltend gemacht wird, die Hamburg-Amerika-Linie beabsichtige, die Volksvertreter zu beeinflussen zu Gunsten späterer die See- chiffahrt bett re ff en d er gesetzgeberischer Maßregeln, so kann man- dieser Auffassung nicht ohne weiteres beitreten. Auch die englischen und ftanzösischen Parlamentarier find von Rhedereien ihres Landes zu See­fahrten eingeladen worden, und es ist nicht die Vermutung alsbald aufgetaucht, daß es auf eineFestlegung" der Ab­geordneten auf die Jnteressenllnie dieser privaten Erwerbs- gefillschaften abgesehen sei. In Deutschland ist man mit dem Argwohn zu schnell bei der Hand. Das mußte ja auch der Norddeutsche Lloyd erfahren, als er zu der Erstlings- reije des Schnelldampfers Kronprinz Wilhelm" nach Schottland Parlamentarier und Journalisten, ja sogar Mit­glieder der Regierung einlnd. Die gefürchteten ^Folgen" dieser Einladung sind au^Mreben. j .4..,< , , ,

Die Diäten.

Aus Berl'ün, 25. Mai, wird uns geschrieben: ,1

Im Gegsrsatz zu einer unlängst von derDtsch. Tages- .ztg." gebrachlmr Meldung verlautet von einer der Reichs­kanzlei ncchestehenden Seite, daß in der Frage der Reichs­tags diät en ein Fortschritt bisher nicht zu ver­zeichnen ist. Graf Bülow behäll die Angelegenheit gleich- wohl unausgesetzt im Auge und gibt die Hoffnung nicht auf, in absehbarer Zell dem Reichstag die Erfüllung dieses seines .dringllchsten Wiunsches in Aussicht stellen zu können. Viel­leicht trägen die für die nächste Session zu erwartenden bedeutungsvollen gesetzgebjerisck>en Akte: Handelsverttäge, Militär- und event. Marinevorlage dazu bei, den Horizont dieserabsehbaren Zeit" etwas näher zu rücken.

uant, bei dem 140. Regiment in Jnowrazlaw ein Leutnant entlassen werden, der Zahlmeister, der unfteiwillig und ohne alle Ehren ausschied, stand bei dem 146. Infanterie-Rest, in Sensburg-Bis chossburg. Bei dem 7. Regiment in Liea- nitz hat sich ein adeliger Hauptmann derartige Veihchuld- ungen zukommen lassen, daß er mit schlichtem Abschied ent­lassen wurde. Der Fall des Oberstleutnants beim ersten Brandenb. Leib-Grenadier-Regiment Nr. 8 in Frankfurt a. O. erregte allgemeines Aufsehen. Der vor der Besöv- derung zum Oberste stehende Stabsoffizier hatte falsche Wechsel gemacht und wurde zu mehrjähriger schwerer Grafet verurtellt. Der Assistenzarzt, welcher ohne Ehren ent­lassen wurde, stand bei dem 11. Infanterie-Regiment in Breslau; sonst wurde noch je ein Leutnant mit schlichtenr- Abschied entlassen in Halberstadt (bei den 27.), in Köln (bei den 65.), in Weimar-Eisenach-Jena (bei den 91.), in Metz (bei den 98.) und in Mülheim a .d. Rühr (bei den 159). Bei der Jeldartillerie waren 5 Leutnants vorhanden, die den bunten Rock unft-eitmllig ausziehen mußten, sie. tanden bei dem 15. Regiment (Saarburg), 36. (Danzig), xL (Sttaßburg), 53. (Bromberg-Jnowrazlaw) und 73.(Allen- kein). Die Pioniere, die früher fast nie einen Offizier zu bellagen hatten, den sie nicht mehr äls den ihrigenbezeichnen dursten, hatten diesmal zwei Offiziere aufzuweisen, die mit chlichtem Abschied entlassen wurden, 1 Leutnant stand in Konigs'berg bei dem 1. Bataillon, ein Hauptmann bei dem 4. in Magdeburg. Bei dem Train wurden 2 Leutnants mit schlichtem Abschied entlassen; die unangenehmen Vor­gänge, die un a. den schlichten Abschied der Leutnants, Bilse Usnd Schmidt in Forbach zur Folge hatten, sind ja noch in aller Gedächtnis. Alles in allem aber, wie gesagt, ist die Zahl der im letzten Berichtsjähre mit schlich­tem Abschied entlassenen -Offiziere so gering gewesen, wie wohl nie. Wenn heute über Verfehlungen unserer Offi­ziere mehr als früher bekannt wird, so darf man aber nicht daraus den Schluß ziehen, daß solche auch häufiger Vor­kommen; die deutsche Presse ist heute anders organisiert als früher, heute bleibt der Qeffenllichkell tvenig ver- borgen. __

Kirche uud Kchrtte.

Breslau, 25. Mai. Ter 15. evan g e l rs ch. - so­ziale Kongreß wurde gestern abend mit einer Begrüß­ungsversammlung eröffnet. Der Vorsitzende des Lokal­komitees, Professor Kaufmann, hieß die zahlreich besuchte Versauunlung willkommen. Wettere Ansprachen hiellerr Prof. Dr. Harnack-Berlin, Gvegori-Leipzig, Pfarrer Nau­mann, Pfarrer Kappus-Oberamtshausen (Württemberg), Dr. Wagrier-Berlln und Bergrat Gothein. Die Verhandlungen eröffnete heute vormittag der Vorsitzende Prof. H arnack- Berlin, der die Bedeutung des Wortesevangelisch-sozial" auseinanderfetzte. Einwttknng auf die Gedankenwelt, Er­weckung des sozialen Sinnes und Schutz der Schwächeren seien die Hauptaufgaben des Kongresses, schließlich noch die Bekampsung der Trunksucht, der llnzuchl und der ma­terialistischen LÄensanschauung. Oberpräsident Graf Zed- litz-Trutzschler begrüßte den Kongreß namens der Regierung. Ferner sprachen Konsistorialrat Kolepke als Vertteter beS- evangelischen Oberkirchenrates, Professor Eornill-Breslan für die evangelisch-theologische Fakultät der Universität, Pastor Hoffmann als Vertteter des Evangelischen Bundes und anbere. Dann hielt Pro fest or Tröllsch-Heidelberg einen Vortrag über das Thema:Ehristliche Ethik und heutige Gesellschaft". In der Nachwittagssitzung des Kongresses erstattete Pastor Br0ecker--Halle a S. Bericht über das Thema:Die religi-öfe Krise in der Arbeider- schäft" und schilderte die Gründe, die der moderne Ar- beiter gegen das Christentum an führt, sowie die Mittel, um die Arbeiterschaft dem Christentum wiederzugewinnen.

Keer uud Motte.

Rendsburg, 25. Mai. Generalmajor von Collani, Kommandeur der hiesigen 36. Infanterie-Brigade, ist zum Generalleutnant befördett und als Nachfolger des nach Südwestaftika kommandierten Generalleutnants von Trotha zum Kommandeur der 16. Division in Trier ernannt worden.__________

Aus Stadt und Mud.

Gießen, 26. Mai 1904.

" Personalien. S. K. H. der Großherzog haben dem evangelischen Pfarrer Kirchenrat Friedrich Kalbhenn zu Bnrggräfenrode den Charatter als Geheimer Kirchen­rat erteilt. Durch Beschluß des Großh. Ministeriums des Innern vom 17. Mai d. I. wurde mit Zustimmung des Ministeriums der Finanzen als Sekretär des Denkmalrats der ständige technische Hilfsarbeiter bei der Ministerialabteilung für Bauwesen, Baurat Heinrich Wagner bestM.

* Stadtverordneten - Versammlung. In der nächsten Woche, voraussichtlich am Donnerstag den 2. Juni, findet eine Sitzung der Stadtverordneten statt. Wir erfahren, daß u. a. auch über das in diesem Jahre wieder fällig werdende Jugendfest beschloffen werden soll.

* * Das Museum des Oberhesfischen Geschichtsvereins im alten Rathause ist das erste Mal am kommenden Sonn­tag nachmittag von 24 Uhr für jedermann unentgeltlich geöffnet.

* * Hessische Handwerkskammer. Die 8. Sitzung der Handwerkskammer findet am 6. Juni zu Darmstadt statt. Aus der umfangreichen Tagesordnung heben wir her­vor: Bericht über die Tätigkeit des Vorstandes, Prüfung und Abnahme der Jahresrechnung 1903/04, Feststellung des Haushaltsplans für 1995; danach betragen die von den Kreisen und dem Staate getragenen Kosten etwa 18 000 Mk., so daß auf den Kopf der Bevölkerung der geringe Betrag von etwa 1,5 Pfennig entfällt. Errichtung der Gesellen­prüfungsausschüsse für 1904/07 und Wahl der Mitglieder dieser Ausschüsse, Anstellung von Beauftragten, Gesellen- und Meisterprüfungen, Handwerker - Zentralgenofstnschaft.