Ausgabe 
26.4.1904 Zweites Blatt
 
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Will. 97

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen

JliJ heutige Kummer umfaßt 10 Seiten.

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Probe iii h anschließen mögen:

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I ft rnl täglich mtl Ausnahme des Sonntags.

- Lietzener LamUlendlätter- werden dem , Hl 7 get viermal wöchentlich beigelegt. Der r i che tanöwlrt** erscheint monatlich einmal.

Rotationsdruck und Verlag der Brüht'schen Unwersuätödruckerei. R. Lange, Stehen.

Redaktion, Expedition u.Druckerei: Schulstr.A. Del. 91c. 6L Deiegr.»3ldr« r Anzeiger Gießen»

vcrnkter, die gm eingesühn

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?nen gewandter liker

a'nguno. Cfi. Liv- d.Li. erb.

Immer hat die liebe Gute Tiei int Reisekorb versteckt Eine angenehme Ttlte

Deren Inhalt köstlich schmeckt.

Täglich wird dem braven Knaben DrauS ein hübsches Stück bescheert, Bis wir schließlich nichts mehr haben Und die Tante weiter fährt.

Mit der Post fuhr sie von hinnen. Fritzchens Trauer ist nur schwach.

Einer Tute, wo nichts drinnen, Weint man keine Thräne nach.

Geld gehört zum Ehestande, Häßlichkeit ist keine Schande, Liebe ist beinah' absurd.

Drum, Du nimmst den Junker Jochen Innerhalb der nächsten Wochen.

Also sprach der Ritter Kurt.

Vater, flehte Kunigunde, Schone meine Herzenswunde, Ganz umsonst ist Dein Bemüh'n. Ja, ich schwör'S bei Erd' und Himmel, Niemals nehm' ick diesen Lünunel, Ewig, ewig hass' ich ihn.

Nun, wenn Worte nicht mehr nützen Dann so bleibe ewig sitzen, Marsch mit Dir ins Burgverließ. Zornig sagte dies der Alte, Als er in die feuchte, kalte Kammer sie hinunterstieß.

^risckaft gesucht, iv.d. U [3815

Sri* $rev- ecteili -l biejr£. O

'-iicfji r: xni in Kleinoktav, aus dem Fülle sinniger Heiter­heiterer Sinnigkeit quillt.Zu guter Letzt", so Alheim Busch schwermütig seine jüngste und, wie scl letzte Gabe, seinen Abschied. Es will eine etwas bs :i Mode werden, daß unsere Autoren wie eine itier'nrx' Künstlergesellschaft ihr letztes Auftreten an» nbi t Ibsen nannte sein ,Menn wir Toten erwachen" ien : og, Mlhelm Jordan gab im Jahre 1892 als

73 jäkUzri einer Gedichtsammlung den TitelLetzte

rl ui ty B durch hoch. °g> Masses uüs. ^einr

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Halt Dein Rößlein nur im Zügel, Kommst ja doch nicht allzu wert. Hinter jedem neuen Hügel Dehnt sich die Unendlichkeit.

Nenne niemand dumm und säumig, Der das nächste recht bedenkt.

Ach, die Welt ist so geräumig Und der Kopf ist so beschrankt.

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Wie eS scheint, ist die Moral Nicht so bald beleidigt.

Wahrend Schlauheit allemal Wütend sich verteidigt.

Nenn' den Schlingel liederlich, Leicht wird er's verdauen;

Nenn' ihn dumm, so wird er Dich, Wenn er kann, verhauen.

w.

w' s da! Neun Jahre haben wir auf ein neues Leb en 8- ul.'- wartet, und als auch sein siebzigster Geburts- g i L uging, ohne uns eine Festgabe dieses modernen lass i vom Humor des Zeichenftifts und der Feder -i ; t, da meinten wir, auf seine Gaben fürder bei» djtc :-t? ':i_ müssen. Und nun liegt vor uns ein bei Fr.

" :rri a nn in München, erschienenes, appetitliches

dies erledigt, wird Ende dieses Monats der große Schlag gegen ©anniet selbst geführt werden.

Wie die Kerle frech sind, geht daraus hervor, daß gestern nachmittag, als wtr Garnisonsappell hatten, eine Bande von fünf berittenen und fünf unberittenen Hereros eine Herde Schafe und Ziegen gestohlen hat, eine halbe Stunde von Mndhuk entfernt. In Okahandja, das große Garnison Hot, wurde Oberleutnant Ritter beim <Sd)eiben­bauen dicht beim Ort aus den Bergen heftig beschossen. Der Gouverneur hat ja jetzt noch 800 Mann Schutztruppe und zwei reitende Batterien nachbestellt. Die vollstän­dige Niederwerfung dieses Aufstandes wird noch lange dauern, und dann kommt die noch weit schwierigere Aufgabe, das Land wieder hoch- zubringen.

Nun will ich aber schließen und werde wohl in der nächsten Zeit außer auf Karten nicht viel schreiben können. Es stehen und jetzt große Anstrengungen bevor. Na, ich werde vielleicht, taue bis jetzt immer, wieder glücklich herans- Fommen. Der Krie g ist für unS Deutsche jeden­falls der schwerste, den wir seit 18 7 0/71 gehabt haben, denn die Hereros fechten ausgezeichnet und sind ein gewandter, sehr beweglicher Gegner.

schaffen, das über die das Gebiet dieser Derwaltungen be­treffenden Fragen eingehende Auskunft erteilt und sich in der Praxis bewährt hat. Es ist neuerdings in Vu2 sicht genommen, den Text dieses Handbuchs, sobald die auf dem betreffenden Gebiete im Gang befindliche Reform­arbeit abgeschlossen sein wird, durch Neuauflage auf den heutigen Stand zu bringen, sowie demnächst an die Ausarbeitung ähnlicher Handbücher für das Steuerwesen, Zollwesen, Bauwesen, die Fi­nanzverwaltung und daS Eisenbahnwesen hev- anzutreten, wenn die hierzu erforderlichen Mittel bereinigt werden. Ebenso könnte in Erwägung gezogen werden, auch für die einzelnen Geschäftszweige des Großh. Mini­steriums des Innern, insbesondere für das Schulwesen und die öffentliche Gesundheitspflege solche Kom­pendien zu schaffen WaS im besonderen daS Gebiet der inneren Verwaltung betrifft, so dürfte, abzuwarten sein, bis die bereits im Change befindliche Revision der Ver- waltungs - und eines Teils der Verfassungsgesetze abgeschlossen ist.

Dem Antrag dagegen, ein Sammelwerk zu veranstal­ten, welches eine Zusammenstellung des gesamten im Groß- Herzogtum geltenden Rechtes darstellt, mithin alle Gesetze, Verordnungen, Ausschreibungen, Entscheidungen, Verfüg­ungen usf. insoweit sie noch giftig sind enthalt, ver­mag die Großh. Regierung nicht z u z u st i m m e n ; sie ist insbesondere der Ansicht, daß ein solches Werk, dessen Her­stellung durch besonders beauftragte Beamte erfolgen müßte und mit erheblichen Kosten verknüpft sein würde, nicht zweckentsprechend wäre. Selbst wenn der Geschäfts­bereich des Oiroßh. Ministeriums der Justiz schon wegen des großen Umfangs der in Frage kommenden Gesetze, die sich auf das Bürgerliche Recht beziehen, im wesentlichen außer Betracht bleiben müßte, würde das Sammelwerk einen Umfang onnebmen, der seine Brauchbarkeit und Handlichkeit sehr erheblich beeinträchtigen müßte. Zu beachten bleibt ferner, daß auch eine von der Regierung herausgegeben« Zusammenstellung die zahlreich sich ergebenden Fragen, ob eine Bestimmung alsnoch zuRechtbestehend an» zusehen ist o-. der nicht, endgiltig zu entscheiden nicht vermag. Es müßte bei Fragen dieser Art nach wie vor auf den Originaltext der fraglichen Bestimmung, mithin in der Regel auf da? Großh. Regierungsblatt zurückgegnngen werden und eS würde im Falle von Streitigkeiten die Entscheidung von den in letzter Instanz zur Auslegung be­rufenen Gerichten miSzugehen haben.

Im übrigen wies das Ministerium darauf hin, daß zurzeit eine von dem Abg. Notar Reh veranlaßte Sam­mel-Ausgabe hessischer Gesetze und Verord­nungen, für welche amtliche Förderung bereits in An­spruch genommen wurde, im Werke ist. Erst wenn diese Sammlung vorliegt oder in der Art ihrer Ausführung sich überblicken läßt, toirb man beurteilen können, ob und inwie­weit die Ausgabe von Handbüchern für einzelne Dienst- zweige, wie oben erwähnt, noch wünschenswert sein wird."*

Der 4 Ausschuß beantragt nun, die zweite Kam­mer wolle die Großh. Regierung ersuchen:

1. die KreiSämter anzuweisen, eine Zusammen­stellung der zurzeit für den Kreis maßgeben­den Ausschreiben, Verfügungen rc. zu fer­tigen und zu veröffentlichen und diese Zu­sammenstellung von zehn zuzehnJahren zu er» neuern;

2 in Erwägung zu ziehen, ob nicht ein besonderes Re­gister zum Regierungsblatt herauSgegeben werden könne, in welchem nur die derzeit noch giftige» Gesetze und Verordnungen ausgenommen sind,

und damit den Antrag der Abgg. Köhler und Ge- no ffen für erledigt erklären.

(Ein solches nach Schlagworten geordnetes Sachregister würde zweifellos die dauernde praktische Brauchbarkeit des Regierungsblattes in den Händen der Behörden und Pri­vaten wesentlich erhöhen.)

Aus Deutsch,Südwestafrika.

Ein Brief des f Oberleutnant« Reitz.

kh Kommerzienrat Reiß-KarlSruhe, der Vater des oetiHHatiimba am 13. April gefallenen Oberleutnants Reiß,

peTÜ:!! herSüdd. Reichskorresp." den folgenden Brief zur Lc i^pumg ES ist daS letzte Schreiben, daS den Eltern voim ihrem Sohne zugegangen ist:

Mndhuk, 12. März.

werdet Euch wundern, von Mndhuk einen Brief ooi-ironic, ju erhalten. Die Sache kam aber folgendermaßen: Al :i! nach Okahandja kamen, wurde der ganze Stab Li ungelöst und ich zur Ostabteilung, die von Gobabis ii usüWintfl versetzt. Ich kam nach Windhuk und mußte sofort am,M tri sten Tage nach den Otjosoniatibergen mit einer Va tlllicui ie von 10 Mann reiten, um zu sehen, ob dort noch ' : feien. Es war uns nämlich zu Ohren gekommen, riuel mit seinen ganzen Leuten bei Dfatumba säße, M'r DstHereros unter Tetjo auch langsam dorthin zurück» il "tut.-, rind daß die Omaruruleute und die Banjoleute, mit bevor rtorff so schweren Kampf hatte, auch nach Samuel Die Leute vor Barmen und Otjimbingue sitzen zr> cki^icl diesen zwei Orten in den Bergen, etwa 1000 bis ! 2f M Gewehre. Wenn der Hauptschlag gegen Samuel ge- l "ll- was noch sehr viel kosten wird, soll dann mit > : bgerechnet werden. Auf meiner Patrouille traf ich jjbü :gut berittenen Spionen der HereroS zusammen, reä -jüttnh wir nur müde, abgetriebene Gäule hatten.

hm kamen wir zurück, nachdem wir festgestellt, daß ~ ftiidongati alles von Hereros frei, dieselben sich mit i t r ,en Vieh in die Direktion von Dftofafw-Dfatumba flurriJir; igen hatten. Weiter Vordringen durften wir nicht. Ich^i'ii.'' nur den bestimmten Auftraa, mit meiner Pa- lro Tttilte ine vorausgegangene, unter Führung des Reser ve- 'it oihont GelShorn, aufzunehmen und zurückzukommen. li.irroüeres Vordringen war in dem dicht vom Feinde befdi'^n i'Sk*birg5lanbc mit unseren schwachen Kräften und IUÜ liiter. gerben unmöglich. Wir haben eine Regenzeit in es^r Fuhr, wie sie wohl selten war, alles ist im üppigsten i lossal viel Wasser und Weide im ganzen Lande. Es i inb ischon unglaubliche Regenmassen gefallen, und es egi-Ui! immer noch.

Eit die Herero s gehaust haben, ist gar n i crit: ; schildern. Die ganze Sache ist von den Oka- baniinl;ileit:teit ausgegangen. Am 10. Jwnuar auf den 11. hab «m Leute noch friedlich auf Hererowerften geschlafen, mb rocni 1. wurden Überall die Farmer und Händler, teil- cifr'r r ter den fürchterlichsten Qualen, erschlagen. ES aibio cuc i ganz wunderbare Rettungen vorgekommen, so c i "ermer, dem sie durch die Lunge geschossen und den SchiMs mit KirriS halb eingeschlagen und dann für tot y vs' Klassen hatten, nackt mit diesen Minden 2Va Tage nach hi Äilidhuk gelaufen, und ist jetzt wieder hergestellt. )m iiihijigen ist eigentlich alles zerstört, Farrn- I i'in,tr zerschlagen, teilweise verbrannt. Die Wir to :stehen noch überall verlassen in voller Blüte, "an-'c Zentner Mais und Korn fallen dem Verderben tu In tr-, sJch hätte eine derartige Zerstörung des Landes nichickü möglich gehalten. Die Fruchte zehn- und mehr- .iljr Kulturarbeit sind vollkommen vernichtet. Bei P. ;., etzt Etappenrommandant von Okahandja ist, ist iiicUir b:rig geblieben, wie die fahlen Wände der Gebäude. Doch^-in genug davon.

' :ein jetzt zur ersten Schutztruppenkompagnie zu-

,ctei ?i". Führer Oberleutnant Graf Stillfried), die gerade ius i im Süden her auf gekommen ist. Mr werden am i -r- ;lvon hier ausrücken, und zwar wahrscheinlich nach .larrrr und Schneeriver, um mit den dort sitzenden Otjiseva imd i ijnibinguer Hereros etwas abzurechnen.

tv ir.irb dorthin geben, wenn nichts mehr geändert .drbi.oi'f icrfte Feldbatterie und die Gebirgsbatterie. Wenn

Ob er gleich von hinnen schied, Ist er doch geblieben,

Ter so manches schöne Lied Einst für uns geschrieben.

Unser Mund wird ihn entzückt Lange noch erwähnen,

Und so lebt er hochbeglückt Zwischen hohlen Zähnen.

Ein Künstler auf dem hohen Sell, Der alt geworden mittleriveil', Stieg eines Tages vom Gerüst Und sprach: Nun will ich unten bleiben Und nur noch Hausgymnastik treiben, Was zur Verdauung nötig ist.

Da riefen alle: O, wie schad' 1' Der Meister scheint doch allnachg'rad Zu schwach und steif zum Seilbesteigen l Ha, denkt er, diese? wird sich zeigen! Und richtig, eh' der Markt geschlossen. Treibt er aus« neu' die alten Vossen Hoch in der Lust, und zwar mit Glück, Bi« auf ein kleines Mißgeschick.

Er siel herab in großer Eile Und knickte sich die Wirbelsäule.

Der alte Narr! Jetzt bleibt er krumm! So äußert sich das Publikum.

Wenn die Tante Adelheide

Als Logirbesuch erschien, Fühlte Fritzchen große Freude, Denn dann gab es was für ihn.

Streng reell! i al Stäube, die lOLiLangenehm. 5iülLroolL,jenb. er W ,02401 u.Htidalia'.1 d M. 3v.

uschc» Bureau xn angehenden bner

[ilärfrti, zu bau- iing, der Haupt- en anzuserNgen niatfae Bureau- mqitn Halle, igebote erbaten 6t 4 Comp, iT.miabril und esereu 3827

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Zweites Blatt. 154. Jahrgang Dienstag 26.April 1904

Giehener Anzeiger

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Zur» w emvna

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:i u nb auch Mlhelm Busch beutet durch den Titel

*3^^ feint: ? 1 gften Werkes an, daß eS fein poetisches Sehe» l r soll. Aber wie Jordan seinenLetzten Liedern" noch : .80 jähriger eine GedichtsammlungIn Talar

nb 5 z-i'ich" erscheinen ließ, so darf mau vielleicht auch von: erfreulicherweise noch als rüstigen Wlh. Busch oa i :f) Verlauf eines Zeitraums vielleicht doch noch e 1 Okibe erwarten. Me GedichteZu guter Letzt" werde '! nn Zeichnungen leider nicht begleitet. Es ist eine bunte ;' n.'(c heiterer und ernster Lieder, Epigramme, -brürti Tirabeftien, und alle zeigen die alten Vorzüge Mlhe l ^usch's: die Eigenart der Anschauung, die ab» l'onbr r Auffassung und Darftellung, die Leichtigkeit und lbst ' Uudlichkeit, mit der sich für die ungewöhnlichste usch I - der natürlichste Ausdruck aleichsam von selbst nnoet -c gewisse, von einem heitern Lächeln überstrahlte hwe *h~j! r und ein Zug von Selbstironie liegt über vielen ?ser ' -reu Dichtungen, deren einige hier als reizvolle

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Zcbloßemasier.

M bcitcr >hn sofort gesuchl-

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I^sn-s-E servieren flfl- . Qffianl^* Mr

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Volitische Tagesschau.

Der Besuch deS Präsidenten Loubet in Rom.

hat hier und da Nervosität hervorgerufen, die sich in düsteren Besorgnissen einerIsolierung" Deutsch­lands äußert. Wir zweifeln nicht daran, dah eine der­artige Auffassung in unseren leitenden Kreisen als ziemlich gegenstandslos betrachtet wird. Fragen, die den Dreibund angehen, kamen, dies dürfte mit Bestimmtheit anzunehmen sei, ttei der Begegnung nicht in Betracht. Schließt Italien mit Frankreich ein Abkommen, das die beiderseitigen Mittelmeerinteresseu regelt, so wird ein solches der Klärung dienendes Uebereinkommen vom Stanopunkt der Friedenspolitik, die naturgemäß möglichst wenig Differenzpunkte unter den Mächten wünscht, auch von Deutschland nur willkommen zu heißen sein.

Die italienische Regierung ist übrigens darauf bedacht, zu vermeiden, daß der Charakter der Festtage zu Ehren Loubets zu antifterikal ausfalle. Der Großmeister der römischen Freimaurer erklärte, daß er behördlich genötigt worden sei, einige allzu starken Phrasen im Manifest der Freimaurer zu mildem.

Loubets Besuch im Vatikan scheiterte an Oesterreich-Ungarn, das kategorisch erklärte, im Falle der Zulassung Loubets im Vatikan werde auch Kaiser Franz Josef sofort nach Rom kommen.

_ Gestern vormittag lief in Paris das Gerücht von einem mißglückten Attentatsversuch gegen Loubet in Rom um. An allen kompetenten Stetten wird indessen er­klärt, es liege keinerlei derartige Nachricht vor.

tzme hessische Keschsammlung.

Die Abgg. Köhler und Gen. hatten bekanntlich bean­tragt, daß eine Kommission mit der Ausgabe betraut werde, sämtliche zur Zeit giftigen Gesetze und Verordnungen jeder Art nach Sinn und Wortlaut aus den Gesetzessammlungen auszuscheiden und zu veröffentlichen. Ferner sollten die Behörden beauftragt werden, in Zeitabständen von zehn Jahren aus den vorliegenden Ausschreiben, Entscheid­ungen, Verfügungen usw. das noch giftige auszuscheiden und unter Ungiltigkeitserklärung des alten das noch rechtsbeständige als giftig neu herauszugeben.

Zu diesem Anträge hat die Großh. Regierung sich im wesentlichen folgendermaßen geäußert:

Die Großh. Regierung verkennt nicht den praktischen Wert, welchen Kompendien haben, die das gesamte, für einen Dienstzweig in Betracht kommende Material um­fassen. Die Forst- und Kameralverwaltung hat bereits im Jahre 1883 durch Herausgabe des Handbuchs für Forst- und Kameralverwaltung ein Werk ge»