Ausgabe 
26.1.1904 Zweites Blatt
 
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Den geehrten Nachbestellern auf

Mathilde Khryardts

Großes Illustriertes Kochbuch, 784 Seiten stark, Lexikonformat, mit über 1000 Illustrationen und 2000 erprobten und bewährten Rezepten, teilen wir ergebens! mit, daß das Kochbuch heute eingetroffen ist. Wir bitten Höst, um Abholung eo. um Nach­richt, ob wir das Buch zusenden sollen.

Verlag des Gießener Anzeigers.

** Fernsprechbereich von Gießen. Dem Anträge oer Großh. Handelskammer zufolge ist der Fernsprechbereich von Gießen auf die Orte Betzdorf, Duisburg, Oberhausen, Hamborn, Paderborn, Lippstadt, Soest, Trier, St. Johann, Saarbrücken, Göppingen, Kirchheim u. Tcck, Kitzingcn, Neu- sladt a. Aisch und Erlangen, sowie auf die Orte Battenberg, Bredenkopf, Hatzfeld, Gladenbach, Wilhelmshütte und Weiden- Hausen des Kreises Biedenkopf ausgedehnt worden.

** Das Eis fest gestern nachmittag und abend bot, besonders als es dunket wurde, einen prächtigen Anblick. Hunderte von bunten Lampions seyurückttu teils oas kleine Gebäude des Eisvereins, die zierlichen £ri.umpi)6ogen und den Standort der Militärkapelle, teils schwebten sie bunt durcheinander mit den Schlittschuh lau fern über b.e elektrisch hell erleuchtete Eisfläche. Auf der Moltkestraße standen fortwährend zahlreiche Zuschauer, um den schönen Anblick zu genießen und das ange)agte Feuerwerk abzuwartcn, das um halb 8 llhr abgebrannt wurde. Ta wurde es Dom auf der Eisbahn leer, denn alte Schlittschuhläufer begaben sich nach dem von der Moltkestraße abgelegenen Teil, wo das Wunderwerk vor sich ging. Raketen sau,en hoch in die Lust, Feuerräder schüttelten Feuersunken ab, sodaß es aussah, als ließen Bäume die herbstlichen Blätter fallen. Zürn Schluß ivurde bengalisches Feuer angczündet. Tie Eisbahn war nicht so dicht von Menschen angefüllt, als man er­wartet Halle, und das kam den Läufern, denen es an Raum für ihren Sport nicht fehlte, sehr zu stallen.

** Eine ministerielle Verfügung verbietet ausdrücklich die Benutzung von Schulsälen bei Lei­chenöffnungen. Tiefe Verfügung dürste wohl dadurch veranlaßt worden sein, daß bei der vor über einem Jahr erfolgten Ermordung eines Kroaten durch einen Mit­arbeiter bei Ilbeshausen der Schulsaal zur Oeffnung der Leiche benutzt wurde. Welle Kreise waren damals erregt über dieses Vorkommnis. Tie Verfügung veranlaßt die Gemeinden, besondere Räume für Leichenöffnungen her­zustellen.

** Eine Exkursion unternahmen dieser Tage nach den größten hiesigen Jnduslliewerkeu etwa 50 Hörer der Friedberger Gewerbe-Akademie. Sie besichtigten u. a. das Braunstembergwerk Feruie, die Werkstatt der Oberhessi­schen Bahnen und die Maschinensabrll des Kommerzienrats Heyligenstaedt.

** Der Gauturntag beS Gaues Hessen findet am 13. März im Neuen Saalbau statt. Auf der Tagesordnung stehen u. a. die Berichte des Gauoertteters Helm und des Gauturnwalls Will über den Stand des Turnwesens im Gau und die turnerischen Veranstaltungen im Jahre 1903, Festsetzung der Gausteuer für 1904 und Besprechung über das diesjährige Gauturnfest in Ufingen. Zu der Gauturn- fahll 1904 hat sich der Männerturnverein Rodheim an der Bieber gemeldet; um das Gauturnfest 1905 bewirbt sich die Turnerschaft Gießen.

** Konfirmandenkleider. Ueber diese Angelegenheit hat die Großh. Superintendentur Mainz ein An­schreiben an ihre Dekanate erlassen, das allgemeines Interesse und Befolgung erheischt. Es lautet: ^Es ist zu meiner Kennt­nis gekommen, daß sich bei der Konfirmation in vielen Land- gememden immer noch der Gebrauch findet, wonach die Konfirmandinnen in doppettem Festgewande, nämlich in einem Hellen bei der Vorstellung, in einem dunklen bei der Kon­firmation erscheinen. Dieser Gebrauch verursacht nicht nur den Eltern erhebliche Kosten, welche von recht vielen als drückend empfunden werden, er zieht auch die Aufmerksamkeit der Konfirmanden und vielleicht auch vieler anderer Leute zu sehr auf das Aeußerliche. Außerdem aber wirb durch die Entfaltung von Kleiderpracht, namenllich auch durch damit verbundenen oft überreichen Goldschmuck ein schädlicher Wetteifer zwischen den verschiedenen Familien- undBevölkerungsschichten erzeugt, wobei die Aermeren das drückende Gefühl haben, unter allen Umständen zurück- stehen zu müssen. Die Geistlichen und Kirchenvorsteher sind vor allem dazu berufen, hier aufklärend und bahnbrechend vorzugehen. Ich habe die Zuversicht, daß auch unsere Ge­meinden es freudig begrüßen werden, wenn ihnen aus all­gemein menschlichen und chrisllichen Gründen vorgeschlagen wird, daß die Konfirmandinnen von nun an nur in dunklem Anzug ohne Ueberlabung mit Schmuck sowohl bei der Vor­stellung als auch bei der Konfirmationshandlung erscheinen sollen, em Gebrauch, der längst in unseren größeren Städten durchgefühll ist und sich segensreich erwiefen hat. (gez.) D. Walz.«

X Wies eck, 25. Jan. Im Hofe der Witwe D ö r i n g e r brach ein Feuer aus, das durch das rasche Eingreifen eifriger Frauen schnell aus seinen Herd beschränkt wurde.

(-i-) S a a s e n, 24. Jan. Eine blutigeSchlägerei entstand zwischen zwei hiesigen Burschen, wobei ebner der Beteiligten bedeutende Verletzungen davorttrug.

(x-) Hörnsheim, 24. Jan. Unser Gememdevorsteher Jo h. Bvrck wurde für sechs Jahre zum Beigeordneten der Landbürgermeisterei Rechtenbach gewähll.

() Marburg, 25. Jan. Der Haushaltungsetat der Stadt Marburg schließt nach dem Voranschlag für 1904 im Ordinarium mit 839 000 Mk. gegen 790 000 Mk. in 1903 und im Extraordinarium mit 647 055 Mk. gegen 607 257 Mk. in 1903 ab. Die direkten Steuern stellen sich auf 306 000 Mk. gegen 279 000 Mk. in 1903, und die Zu­schläge zur Einkommensteuer find auf 115 Proz. gegen 112 Prozent in 1903 festgesetzt.

() Treysa, 25. Jan. Bei einer Wild sch wein sjagd oei Jesberg wurde ein Jäger von einem angeschossenen bel­ange griff en und schwer verletzt.

Kleine M i 11i u u g e fi aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Münster bei Dingen wurde ein 80jähriger Mann von der Eisenbahn ilberfahreu. Dem Aermsten wurden die Schultern und Arme vom Körper ge­trennt. Der Tod trat sofort ein. Ter Verunglückte war feil einiger Zeit geistesschwach und Hölle nicht gut.

Vermischtes.

" Berlin, 25. Jan. Im Zirkus Busch gab es gestern kurz vor Schluß der Vorstellung eine kleine lieber» schwemmung, wodurch im Publikum große Unruhe ent­stand. Durch ein Loch im Kessel drang das Wasser in den Zuschauerraum und die Garderobe ein. Das Pub­likum konnte 10 Minuten später den Zirkus verlassen, nachdem die Gefahr beseitigt war.

* Berlin, 25. Jan. Pockenverdäch tig erkrankt ist in Charlottenburg ein 19 Jahre alter Oberrealschüler aus Budapest.

* Berlin, 25. Jan. Im kgl. Schauspielhause wollte gestern abend während der Aufführung des Lustspiels Im stillen Gäßchen", der auch der Kaiser beiwohnte der eiserne Vorhang nicht herabfallen. Das er­zeugte eine kleine Aufregung, die sich indes rasch legte. Em zweiter Versuch, den Vorhang herabzulassen, gelang.

* Köln, 25. Jan. Heute nachmittag 4 Uhr 30 Min. brach im Dachstuhl der Stereotypie der Kölnischen Zeitung Feuer aus, welches das Dach einäscherte. Der Brand wurde in kurzer Zett gelöscht. Der Betrieb ist nicht geftört.

Bersenbrück, 25. Jan. Der Kreisausschub­sekretär Pünger sollte sich in Begleitung des Landrates Klauser wegen Unregelmäßigkeiten im Amte und Unter­schlagungen dem Gericht stellen. Unterwegs flüchtete Pünger und sprang in die Hanse. Der Landrat sprang hinterher, um ihn zu retten. Während Pünger ertrank, wurde der in Lebensgefahr schwebende Landrat durch hinzu- kommende Personen gerettet.

* Dresden, 25. Jan. Heute wurde im Ehestreit Schonburg-Waldenburg die Anfechtungsklage der Prin­zessin wegen Vermögensherausgabe verhandelt. Der Prinz war zugegen. Die Entscheidung wurde ausgesetzt.

* Madrid, 25. Jan. Gestern abend ereignete sich im Privatzirkus ein schwerer Unglückssall. Eine junge Ameri­kanerin namens Mina Alix stürzte bei der sogenannten Todesfahrt mit dem Automobil und wurde am Kopfe schwer verwundet. Mehrere Zuschauerinnen wurden ohn­mächtig.

* Eine ,NedaktionSwurst". Die Nakeler Ztg. schreibt: Ein willkommenes Redaktionsexemplar in Gestalt einer Wurst wurde heute von einem treuen Abonnenten unseres Blattes auf unserer Redaktion hinterlegt als Er­innerungszeichen eines häuslichen Schmeineschlachtens. Dieses Vorkommnis bildet eine ganz angenehme Abwechselung gegen­über demerften Maikäfer, längsten Getreidehalm, verspäteten Schmetterling" usw., und erklären mir uns zur Annahme weiterer solcherSeltenheiten" gern bereit.

* Defraudant und Verführer. Wieder ist ein junges und noch dazu verliebtes Bürschchen mit der Kasse auf und davon gegangen. Nach bedeutenden Unterschlagungen ist ein 19 Jahre alter Schreiber Max Schneider von der Allgemeinen Elekttizitätsgesellschaft in Berlin flüchtig geworden. Er hatte Vollmacht, für einen der Direktoren Kassengelder anzunehmen. Schneider war ein gewaltiger Aufschneider, sein Vater, behauptete er, sei Staatssekretär gewesen, in Wirklichkeit war er Bureaubeamter im Staats­dienst. Sem Vormund sollte ein Graf und sehr hoher Offizier sein. Mtt diesen und ähnlichen Auffchneidereien be­törte er ein junges Mädchen, eine 17jährige Margarete K., die Tochter eines Handwerksmeisters, die er für seine Stiefschwester auSgab, wenn sie ihn in seiner Wohnung be­suchte. Seit ungefähr sechs Wochen ist das Mädchen nicht mehr bei den Eltern, wahrscheinlich hat der junge Verführer es irgendwo in Berlin oder auswärts eingemietet. Als seine Wirtin am 4. Januar nicht zu Hause war, zog Schneider heimlich aus und schaffte mtt Hilfe eines Freundes feine Sachen fort. Am Tage später schrieb er der Wirtin einen Brief und teilte ihr mit, daß er krank sei und in eine Anstalt gehen müsse. Der Kassenschlüssel, den er zurückgelassen hatte, wurde am selben Tage von einem Beamten der Gesellschaft abgeholt. Schneider war feit dem 4. Januar auch nicht mehr in das Bureau gekommen, und als man nun nach­forschte, stellte sich heraus, daß mit ihm auch eine große Summe Geldes verschwunden war. Auch Margarethe K., eine große Blondine, ist noch nicht wieder ermittelt. Ob beide ins Ausland entkommen find, dafür hat man noch keinen Anhaltspunkt gefunden.

Der Liebesroman des Erzherzogs. Das Aufsehen in Wien ist groß. Es hat mit allem seine Richtigkett: Erzherzog Ferdinand Karl, der Bruder des Thronfolgers will ein bürgerliches Mädchen heiraten, die Tochter des Hofrats Professor Emanuel Czuber, Fräulein Bertha Maria Czuber. Die auserkorene junge Dame ist eine seltene Schönheit, eine der zierlichsten Blondinen, die man auf Wiener Bällen zu bewundern Gelegenheit hat. Sie be­sitzt auch sonst besondere Tugenden und Talente, seltene Bttdung, spricht mehrere fremde Sprachen ausgezeichnet und ist eine Virtuosin auf der Geige. Sie lernte den Erzherzog vor einigen Jahren kennen, es scheint aber, daß die Be­ziehungen des Paares erft im letzten Sommer sich inniger gestalteten. Da weilte das junge Mädchen bei Verwandten in Prag, und der Erzherzog, der dort Brigadier ist, suchte mit Vorliebe ihre Gesellschaft. Zu Weihnachten hielt er in aller Form um ihre Hand an. Das ist aber eine sehr Hettle Sache. Selbst Hofrat Czuber war nicht ge­neigt eine Zusage zu machen, bevor die Zustimmung der Verwandten des Freiers erwirkt war. Von Setten des Hofes wird zurzeit alles aufgeboten, um den Erzherzog von seinem Entschlüsse abzubringen. Er müßte, wenn er ihn ausfuhrt, Rang und Würden niederlegen, aus dem kaiserlichen Hause ärmlich ausscheiden. Verschiedene Blätter wußten beretts zu melden, es sei gelungen, den Erzherzog umzustimmen und zum Verzicht auf fein Mädchen zu bewegen. Nach einer anderen Mitteilung soll er dem Vorschlag einer zweijäh­rigen Bedenkzeit zugestimmt haben. Aber es scheinen in der Sache noch feine definitiven Beschlüße gefaßt worden zu sein. Ter Erzherzog hat auch noch nicht den Kaiser in dieser Angelegenheit gesprochen. Erzherzog Ferdinand Karl gehört zu den sympathischsten Prinzen des KafferhauseS. Vom Vater ererbte der Prinz eine besondere Kunstliebe, er über­nahm nicht bloß bei gelegenUichen dramatischen Aufführ­ungen bei Hofe verschiedene kleine Rollen, sondern soll einmal be« Eriyeizoa Friedrich m Preßdurg den Wallenstein ze-

spiett haben. Er ist freisinnig und ausgesprochen deutsch gesinnt. In Kreisen der Offiziere ist er besonders beliebt, da er mit ihnen überall rein kameradschaftlich verkehrte und seinen Rang möglichst unbeachtet zu sehen wünschte. Man rühmt auch seine Willenskraft, und Leute, die ihn kennen, meinen, er werde auf einen Vorsatz, den er einmal gefaßt, nicht verzichten. Er ist ein Mann von sechsunddreißig Jahren, der weiß, was er tut. Verschiedenen Heiratsplänen, mit denen man an ihn herantrat, wußte er stets auszuwelchen. Zuletzt soll die Reise der Königin-Mutter von Spanien mtt ihrer Tochter der Infantin Mana Theresia, die ihm zuge­dacht war, nach Wien vergeblich gewesen sein. Würde er auf Rang, Titel und Erbfolge im Kaiserhause verzichten, so erschien die Erbfolge des Großherzogs von Toskana wieder näher gerückt. Die zunächst erbberechtigten Prinzen sind der Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand, Erzherzog Otto mit seinen beiden Söhnen Karl und Max Erzherzog Ferdinand Karl. Zwischen ihm und der toskanischen Lime steht nm Erzherzog Ludwig Viktor, der jüngste Bruder des Kaisers, ein 62 jähriger Mann.

Warum sie heiratete. Eine in Hamburg wohnende Oesterreicherin verstand es vor einiger Zett, einen Wittwer derartig zu umgarnen, daß er sich mit der Frau verlobte und bald darauf verheiratete. Die Eheschließung er­folgte auf dem Standesamt. Als diese gesetzliche Formalität erledigt war, händigte die junge Ehefrau ihrem Manne ein blankes Fünfmarkstück und den beiden Trauzeugen je em funkelnagelneues Zweimarkstück em und ersuchte sie, auf ihre, das heißt der jungen Ehefrau, Gesundheit einen tüchtigen Schluck zu nehmen. In demselben Augenblick bestieg die junge Ehefrau eine Droschke und fuhr davon. Erst nach Verlauf von vier Wochen gelang es dem Ehemann, die Adresse seiner jungen Frau auszukund­schaften. Als er die Frau in ihrer Wohnung aufsuchte, ließ ihn diese durch ihre dort anwesenden Freunde hinauswerfen. Der Ehemann machte darauf gegen seine Frau die Ehescheidungsklage anhängig. Bei der Ver­handlung vor dem Gericht gab die junge Frau folgende Er­klärung für ihre Handlungsweise: Sie sei Oesterreicheriy, und ihr habe die Ausweisung aus Preußen gedroht. Um dieser zu entgehen, hätte es sich für sie darum gehandelt, die preußische Staatsangehörigkeit zu erlangen. Dieselbe hat sie durch ihre Verheiratung mit einem Preußen erhalten. Einzig das sei für sie der Zweck der Heirat gewesen, denn durch die von ihr erwartete und gewünschte Ehescheidung könne sie diese Staatsangehörigkeit nicht wieder verlieren.

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UnioerlMs Nachrichten.

Prag, 25. Jan. Die vom Zaren eingesetzte Konunission zur Fertigstellung des neuen russischen Gesetzbuches hat den Entwurf des Letzteren dem hiesigen Professor, Hofrat R a n d a, zur Begutachtung zugeschickt.

Breslau, 25. Jan. Nach derBrest. Zeitung" wurde an Stelle des Geheimrats P o n s i ch, über dessen Rücktritt demnächst eine offizielle Äusklärung erfolgen soll, Professor U h t h o f f - Bres­lau mit der Führung der Geschäfte des ersten Geschäftsführers der Versammlung deutscherNatursorscher und Aerzte betrat, t.

Stuttgart, 25. Jan. DemSchwab. Merkur* zufolge ist die Gründung einer Württemberg ischen geburtshltftich- gynäkologifchenGesellschaft geplant. Die knnstituierende Sitzung soll am 20. Februar in Stuttgart sein. Dabei werden Prof. Döderlein-Tübingen und der Vorstand der Landeshebammen- schule, Medizinalrat Dr. Walcher, Vorträge hatten.

Die Universitätsprosessoren Emil Fischer und Adolf Kirchhoff zri Berlin, das Mitglied oer Londoner Royal Society John William Strutt, Lord Rayl ei h und das Mit- glied der Wiener Akademie der Wissenschafteil Adolf Muttaiia würben zu Rittern des Ordens pour le mbrite für Wissenschaften und Künste ernannt.

Arbeiterbewegung.

In den Crimmitschauer Textilfabriken arbeiten nach einem Telegramm derB. T." au§ Crimmitschau 5390 Personen, darunter 193 Ausländer.

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gießen.

Januar 1904.

Barometer auf 0° reduziert

Temperatur der Luft

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

Windrichtung

Windstärke

Wetter

25. 2

752,3

4,8

3,0

95

SSW.

1

Bed. Himmel

25. 9

753,1

5,0

3,0

95

W.

1

Bed. Himmel

26. 7"

753,5

5,6

2,8

93

ESE.

2

Bed. Himmel

Höchste

Tem

peratur

am 2

4. bis

25. Jc

nuar -

- 4,1-6.

Niedrigste

*

, 24. ,

25.

n

- 9,0° 6.

Wetterbericht vom 25. Sauuar 1904.

Verlauf der Witterung von Samstag bis Montag.

Da§ nordwestliche Hock hat fich ostwärts nach Osteuropa ver­lagert. Gestern, Sonntag, klarte es, als das Hoch unser Gebiet überschritt, auf, so daß em stärkeres Sinken der Temperatur ein­treten konnte. Doch verursachten über Nacht flache Teiltiefs eines von Westen her oordringendcn Tiefs wiederum Bewölkung. Der­artige Teittiess scheinen uns auch in den nächsten Tagen zu be­einflußen, aber wegen ihrer schwachen ErUwicklung noch feine Niederschläge zu bringen.

Daher voraussichtliche Wttteriing für Dienstag und Mitt­woch: Trübes aber milderes Frostwetter.

______________________Wetterdienst in Gießen: A. Pcppler.