Ausgabe 
26.1.1904 Zweites Blatt
 
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1S4. Jahrgang

Nr. 21

Geueral-A^lzeiger, Amts- rmd AHeigedlaLL für den Kreis Gießen

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* Aus Anlaß des Geburtstages deS Kaisers

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geleistet werde». Der Kaiser nahm auch heuk den Bor-I trag deS Grafen Bülwv über die Vorgänge entgegen.

Nach einer Meldung der ,K. ß/ bestätigt sich, daß die MSglichkeit bestanden hatte, aus den in der englischen Äop-I kolonie lebenden Deutschen ein Freiwil ligenkorpS für Südwestafrika zu bilden, das nach der ersten Schatzung eine Stärke von 150 bis 200 Mann hätte erreichen können. Die Sache ist eingehend erwogen worden, aber schließlich ist man zu dem Schlüsse gekommen, auf die Hilfe deutscher Frel- wrlliger zu verzichten, weil auch bei größter Beschleunigung ihrer Einstellung und Ausrüstung doch zuviel Zeit vergehen würde, ehe sie auf den Schauplatz der Unruhen eintreffen

'»Ä Ä Un Lassen große Abgaben ans. Es fehle nicht an dem guten Willen, den Aerzten entgegenzukommen, aber die Aerzte stellen Forderungen, die nicht zu erfüllen feie». Die Mittel der Kasse sind arößtenteils knapp, und tut- zelne Kassen haben schon Verbindlichkeiten den Aerzten

Erschein tägück mV Ausnahme des Sonntags.

Di.Skehem. Kmntlienblätter" werden dem ySlngeigei viermal wöchentlich bei gelegt. Der «HMcht Laudwirf erscheint monatllch einmal.

Polttische Tagesschau.

Die Lnalucksbotschast aus Südwestafrika.

J. R. Berlin, 25. Jan.

Dienstag Ä6. Januar 1904

Verantwortlich Mr den allgememen Teld P. Wittko; Mr den Anzetgenleü: H. Beck.

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sehen Unwersitätsdruckeret (Pietsch Erden), Gießen.

Parlamentarisches.

Berkin, 25. Jan. Der frettonservative Antrag über die Aenderung deS preußischen LaudtagS- »ahlrechtS ist eingebracht worden und geht dahin, bte Staatsregierung zu ersuchen: 1. baldmöglichst euren Gesetz­entwurf vorzulegen, bürd) welchen ä) unter Anerkennung deS Rechtes der übrigen Wahlbezirke cuf di- ihnen nad) bemj-------- ,

Gesetz vom 27. Zchni 1860 und dem zur Ergänzung desselben berechtigter ärztlicher erlassen« Gesetze zustchenden Mandate zum Hause der Ab-'--" m

geordneten eine Teilung übermäßig großer ^n>*hr

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>ä-cheüHHiElZ : L Februar Stell«. >ro, tzahnhofstr. 30.

KekMntmachMg.

Mittwoch den 27. Januar 1904 bleibt aus Anlaß der Geburtstagsfeier Sr. Majestät des Kaisers das Orts­gericht Gieß« geschlossen.

Gießen, den 26. Januar 1904.

Großherzogliches Ortsgrrrcht Großen.

GroS.

ständig ist.

Soweit das Mrrean informiert ist, find seitens der geladenen Behörden erschienen Vertreter der kgl. Kreis- hauptmannschaft und der lgl. Amtshauptmannsck)ast Leip­zig, ein Leipziger Stadtcat, von der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion Molkenbuhr.

Fraßdorf begrüßt seitens des Vororts des deut­schen Ortskrankenkasjenverbandes. Er Halle es für seine Pf tickst, im Interesse der Sache zu bitten, nur sachlich zu diskutieren. Es wird ja mancher eine gehörige Portton Gift und Galle mit nach Leipzig gebracht haben, aber er darf nicht glauben, daß er diese hier ausschütten darf; die Kritik muß ruhig und sachlich bleiben, denn das toirb unserer Sache nur dienen können. Es ist nicht unsere Aust gäbe, den Aerzten den Krieg zu erklären, dazu ist der I Kongreß nicht berufen, sondern zur Wahrung der ^n=

°^aumeGer^Ro^der^m Aulttage und Vorstandes der Ortskrankenkasse M Leipzig mrd Umgegend, herzlichen Willkommengruß entbot. owj-rnf? für

Srrnanowski begrüßte im Namen der 3cidxale ptt fcaS deutsche ätonieniaffcntoefen. PulabuNgen M brejM

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:en-Anzüge < ^Dominos V- z« verleihen. T Größte Auswahl, billige greife, tze-

öffnet bis 10 Uhr, . auch Lomrlags, M * W.Kapnbach

Savzleiberg 9 «dem allen schloß le mich geehrten Herr- r Fellllch/eits-Seleg«- mer's uMoutwt». mabdi&ötyÄ, ^^21,11. 841 WM Fraa empj. asten. Krofborierskr.17. hie mich in 928 -I.ÄW«

Anna Tichy. lUememMgenMame W Btitniiii IriäangabepwBtaie an die^ed^A.

verhindert ist. Ein Schreiben vom Reichsversicherungsamt bestätigt den Empfang der Einladung; dies ist jedoch nicht in der Lage, sich auf diesem Kongreß vertreten zu lassen, da es für das Gebiet der Krankenversicherung nicht zu-

Dir schlimmen Meldungen aus dem deutschen Schutzgebiet bildeten heute allenthalben in unserem parla­mentarischen Kreisen den Gegenstand besorgter Erörterungen. Man ist, wie eS scheint, an unseren amtlichen Stellen darauf vorbereitet, daß noch weitere Unglücksposten ** $®*. aw,uBM.p ------ « , . - , < .

sicht stehen. Man muß leider mit der traurigen Möglich- ^eressen des Krankenkassenwesens, und wo wir sehen, daß cs sx. w äv xäsäsä verein soeben semen Ausruf erläßt, von Rerchswegenl die Parole dieses Kongresses sein!

Beihilfen für die Ansiedler oder deren Hinterbliebenen vVorsitzenden wurde Fräßdorf-Dresden gewahll.

" " ' ' W liegt folgende Resolution vor:

Als Wahrer der Interessen von Mlllionen Versicherter weilsen die auf dem dritten deutschen Krankenkassen kongreß anwesenden Vertreter deutscher Orts-, Betriebs-, Knappschafts-, Freien Hilss-'und Innungs-Kran^nkai,eu die Anschauung zurück, daß die durch das Krantenver- sicherunasgesetz geschaffenen Institutionen einen ärztlichen Notstand verscks-uweten, da sie im schreierrden Wtderspruch steht mit den Tatsachen der nationalen und inlernattonalen Statistik Tie hier versammelten Krantenkassenvertreter I erheben Einspruch gegen die Versuche bestimmter Aerzte- kämpfe, auch die Desttebungen der Krankenkassen gegen unberechtigte ärztliche Forderungen als ausgesprochene so­zialdemokratische Maßnahmen ut Mißkredit zu bringen, denn in der Tat sind die Kassen in allen Orgamsations- fragen, gleichgillig, ob sie unter der Leitung von Staats­beamten, Unternehmern oder organisterten Arbeitern stehen, einig in der Zurückweisung dttetter Forderungen. Die Lranlenlassenvertreter erblicken in dem übereifrigen Be-

mtt, ob ohne freie Arztwahl, das Aerztesystem hat uns |eit Jahren nicht gehindert, zum Wohle der Versicherten zusammen zu arbeiten, und es kann uns auch heute nicht entzweien: gilt es doch nicht Front zu machen gegen irgend ein Arztsystem, sondern überall da einzuspmngen, wo Ansprüche an die Krankenkassen gestelll worden srnd, die ohne Schädigung der Mitglieder der Kassen sich nicht befriedigen lassen. Vor allem hat man uns den wirt­schaftlichen Rückgang des ärztlichen Stan- des in die Schuhe schieben wollen: dieser Rückgang ch nicht unsere Schuld. Uns ist allen bekannt, daß die Heb­ung der ökonomischen Lage erst Fortschrttte auf dem ethi­schen Gebiete bedingt. Wäre der Vorwurf der deutsck>eu Aerzte berechtigt, dann müßte der Notstand, der tatsächlich existiert, und den wir auch zugeben, sich auf Deutschland und Oesterreich-Ungarn beschranken. Die Doktordisiertatwn d eines Herrn Anrepp in Rußland enthielt unter anbernt - folgende These:die Portiers und Hoteldiener stnd besser r gestelll, als eine große Anzahl von Aerzten". 1b Prozent alter Aerzte hätten weniger als 600 Rubel jährliches Ein­kommen, 62 Prozent weniger als 1200 Rubel bezogen. Ta sollte man sich doch hüten, zu behaupten, daß das Kranken-Versicherungsgesetz der Ausgangspunkt der arzt- lieben Misere geworden ist. Ta sollte man doch die Ueberproduktion zugeben, nicht in dem Smne, daß es zu viele Aerzte gibt, sondern in dem Smne, daß der Teil der Bevölkerung, der nicht in Ärantentassen ver- sichert ist, sich einen Arzt einfach nicht leisten kann. Man hätte erwarten können, daß nur mit Mitteln des An­standes und der Wahrhaftigkeit gekämpft würde;, wer aber mitten im Streite steht, der weiß es, daß die Herren nicht nur mit aller Leidenschaftlichkeit austreten, sondern « vielen von ihnen kein Atlltel zu gering ift, das Publikum für sich einzunehmen. Man solle bedenken, baß die Kassen keine kapitalistischen Ausbeulungsmstttute sind, sondern dem Wohle der Mitglieder tnenen sollen. Tie Aerzte sollen ein Honorar erhalten, das chrem Stande entspricht. Es soll nicht geknausert werden. Man könne aber zu allen Forderungen nicht Ja und Amen sagen Tie Aerzte bekämpfen die Gewerkschaften als solche uiü> besonders die Kassen, wo die Arbeiter die führerwe Rolle spielen. Es gebe auch einsichtsvolle Aerzte, btt biefe Bestrebungen streng verurteilten. Eine Anzahl Aerzle nehme es mit den Einzelleistungen nicht so

sehr genau und macye noch Besuche, wo drese nutzt mehr nötig sind, zum Nachteil chrer Kollegen. Es soll deshalb tunlichst mit dem System der freien Aerztewahl und der Einzelleistung gebrochen

satz zwischen den Unternehmern und Arbellern mtt dem lautere Momente frei oa: unter

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«otonctm «« »et.»« übermäßig großer Wahl, dre Aerzte keme | moitii tSie den Kassen aroße Ausgabe

b °--r-° be. eräsprecheno« Vermch^mg L,Ms°Lrsüg«ä Wer

Abgeordneten herbergefützrt wwd, ch tz 4 deS Gesetz^ v^n ^uss^mtttel besitzen. Tie Lraukentassenvertreter haben suh LS, Jmn 1893 aufgehoben und bie gememberoeife Bckdvng aeaen die Halllosigkett der in der Aerztepresse

Lungen wieder hergc stellt wird. 2. Die §§ 18 unblgj Ltelluu^ die Krankenkassen seiZtpeine I zelne Kassen haben schon w

folgende des Watzlreglemsnts vom 14. März 1903 so ab- ^lÄnstitute, zu verwahren, da schon der größte Silber Wenub^ut^nomu^ ^eistung^an^ mnüMnde Aahlung

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Erhöbung des früheren ZensuS und für zwnjährigeniAuf- r m emer Reihe von Lassen diefreie Aerzte- geschwächt urtd ^s^r^ da^ mußtt die R-

^[t des^ in Sachsen als Erfordernis des Wahl- burchzusüchren, ist an der enormen Steigerung mcht grerung e^schrettem Man wolle «rchch ww das cuny SL-r-L. ^.,r - ««..»EsSsä-bäis. äst - « £ sSZ Z W Keer nnö Alotte. ^rt ®en Ausbau d-r i°zial-n Fürs-rge, L aud wrr tsch-s£ bie

Mai»,. W.J-M. Der Ltadtkomm-mdmü o. Z°!ir»w swtzurig. aelekEn L^Äuuaeu mnEgeheu, sollen fte erst die Aerzte

«ichte sein Abschted-gesnch em. . ^"rsUchungLgefttzes, I Ansichten' seien ^ilnh nur schr ver-

kEigkn« Bericht des .Gieß. ® Ä«Ä WwS* « müs^ge^bert »eeben. W Jollen » a

Leipzig, Januar. gE? nach Einzelleistun gen auch bei den einzelnen Bezrrken mit den Aertten

Nicht Krieg den Aerzten, smrdem: Schrch den Krankn- ermäßigten Sätzen als eine den Ruin der Kassenl h^ den Fo^ngen r^r ^te steht die ft

Krankenkassenmitgli^er energisch zu wahren. ! lassen nicht für gangbar. Die Kastenvertreter bezeichnen 1eine Stunde Eine große Reihe von

bnrsandt. Auch die Behörden bringen der Bewegung Z^sse lähmend, ^ie Kranienra,s^wertt:eter pachten«ttne - g ^r qröft^rc Städte ganz fallen soll, in

teresse entgegen. Tie Mittellung des dwich^mts des Änderung der sich, auf den a^,tttchssn^.Berus erstreckenden - Städte nschrll ttm'ise beibehalten und an kleineren

SL es törme keinen Vertreter entsenden wurde ber GewerbEdnung für ^oten, ba tue roeri>en füllen.

Aeußerungen der Verwunderung entgegengencmunen. Krankenkassen gesetzlich zur Gewährung arztlrcher Hilfeleist- ^rt -L - ttc^ftoen cül .ur ft c H u n g von Aerzten

N^^Z-öffnung der Verhandlungen durch Srma- gezwungen und formt den Aerzten in die Ha^ege- Ma« schemt Egemem zur n 1- ^9 roollen.

nowski-Berlin, nahm das Wort liefert sL Ta einzelne Kranke srck) vielfach als obnmachttg I ° l Z Be am t e n^> e r K ^n^e g^- aJgenommCH

Laumeisi-r Soft, bet im «ujtrage unb g-geEor miberechMt dert^t« bet mntentaffeu erklärte- zmn Schluß baß

^^<7 "'n» erweifen, empnehll der Kongreß |ur aue von ieder prinzipiellen Feindschaft gegen bte Aerzte

die Zentralisation aller KasferttrrLetten bezw. den Zu- 11 -strebt sind, die soziale Ausgabe der

sammenschluß zu Verbanden schleunigst zu bewirken. Kranienkassen mit den Berufsinteressen der Aerzte in Ein- Referent Cohn-Berlin: Nicht um auf Verdächtig- zu bringen. Ter nächste Kongreß findet ux unaen zu antworten sind wir hier, nicht um Anttagen München statt, vermutlich im September dieses Wahres. aegen einzelne Personen zu erheben, sondern als miste -- * . =

Leute, die zu dem einzigen Zwecke da fmd, ernstluh Sst Ätüdt UNÜ KüUÄ.

b^rnfetT wie die ärztlicbLN B-erufsinteressen mit den Aus- C* <27 a

aZ^ der KrMllenkassen in Vereinigung 5u bringen sind. Gießen, den 26. Januar 1904.

Seit Jahr und Tag müssen es sich alll Kassenoett^ll-1 p .........------ - -

ungen, die nicht auf dte freie Arztwahl bleiÄ das Bureau der Reichs bank am Mittwoch von

stich, gefallen 1CSb ueuirbinq^ mittags 12 Uhr ab geschlossen. Die Postschalter sind

bie ofine da/Prinzip der nur wie an Sonntagen geöffnet, auch finbet nur eine em-

ÄM Ä ÄÄ w Ob i malige Bestellung statt.