Ausgabe 
25.8.1904 Erstes Blatt
 
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trfbCT nicht gesagt.) Auffallend Verschieden zeigte sich die Wirkung -eS Bienengiftes bei den Familienmitgliedern. Während die Frau iirnt) der ältere Knabe gegen das Gift fast immun schienen, bildeten sich bei dem jüngsten dicke Geschwülste, und der Familienvater jtocr durch zehn Mche so mitgenommen, daß er sich niederlegen mußte. Er klagte über Herzschwäche irr6> schweres Unbehagen.

Der gelynchte Chauffeur. Eine Art Lynchgericht an einem gewissenlosen Antonwbilisten, deren es in Paris be- kanrrtlich sehr viele gibt, wurde dieser Tage auf offener ©trafec in Paris von einer empörten VolAmenge abgehalten. Der Me­chaniker einer Automobilfabrik silhr mit seinem Selbstfahrer in rasend schnellem Tempo durch die Rue Montagne-Saint-Gene- ' triebe. Eine alte 60 jährige Frau vermochte dem Kraftwagen nicht schnell genug ausznweichen, geriet unter die Räder und wurde tödlich Verletzt. Als der Chauffeur sah, was er für ein Unheil angerichtet, wollte er sich durch eilige Flucht der Feststell­ung .entziehen. Sofort warfen sich mehrere Passanten vor den Motor und Verhinderten auf^ diese Weise das Entkommen des Nebeltäters. Bald hatte sich, üne größere Menschenmenge an der Unfallstelle angesammett, die den Mechaniker vom Wagen her­unterholte, und so unbarmherzig durchprügelte, daß er besinnungs- los neben dem Fahrzeug liegen blieb. Andere nahmen ihre Taschenmesser und zerschnitten die Gummireifen des Automobils, und schließlich wurde der ganze Wagen zertrümmert.

Die Bevölkerung bc§ Deutschen Reichs wird im neuestenStatistischen Jahrbuche* nach dem Stande um Dritte d. IS. auf 59 494 000 Personen geschätzt, während sie für Mitte 1903 auf 58 614 000 und für Mai 1902 auf 57 730 000 Personen angenommen wird. Es hätte hiernach seit einem Jahre eine Bevölkerungszunahme um 881000 oder 1,53 v. H. stattgefunden, während von 1902 zu 1903 eine Zunahme um 884 000 und von 1901 zu 1902 eine solche um 868 000 angenommen wird. Die Bevötkerungs- ziffern für 1904 und 1903 beruhen auf einer vorläufigen Schätzung auf Grund der bisherigen Bevölkerungszunahme, die für 1902 und 1901 auf einer Berechnung unter Berück- fichtigung des Geburtenüberschusses und der überseeischen Aus­wanderung. Bei der letzten Volkszählung, die am 1. Dezem­ber 1900 stattgefunden hat, ist eine Einwohnerzahl von 36 367 178 Köpfen festgestellt, so daß in den seitdem ver­flossenen 3*/2 Jahren eine Bevölkerungszunahme um etwa 5,31 Millionen oder 5,5 v. H. stattgefunden hat. Von 1895 bis 1900 hatte sich die Bevölkerung um 4,09 Millionen ver­mehrt. Seit Errichtung des Deutschen Reichs bis Mitte d. I. hat die Bevölkerung um rund 18,5 Millionen oder 45 v. H. zugenommen.

*Erstklassige Menschen*. Wie eine Dresdener Korrespondenz meldet, hat das Offizierkorps des Gardefüsilier- Regiments in Berlin gegen den Grasen Baudissin (Frhrn. v. Schlicht) wegen seines RomansErstklassige Menschen* Klage erhoben. In dem Werke beschäftigt sich der Verfasser mit einem Regiment, das im Volksmunde den NamenZitronenfalter* trägt. Das Ofsizierkorps des Re­giments, das im VolksmundeMaikäfer* genannt wird, soll nun aus verschiedenen Andeutungen des Romans zu der Ueberzeugung gelangt sein, daß es für letzteren als Modell benutzt worden ist. Gras Baudissin bestreitet das. Der Prozeß kommt vor einem Kriegsgericht in Berlin zur Verhandlung.

* Ehemann und Zensor. Ohne Erlaubnis des Zensors dürfen die in Liaojang weilenden Kriegsberichterstatter nicht einmal geschäftliche Briefe oder Privatkorrespondenzen abschicken. Als ein Korrespondent seiner Frau nach Peters­burg telegraphierte:Liebe Mama, ich küsse Dich innig*, schrieb der Zensor darunter:Ich erlaube. Oberst­leutnant N.*

* Auch eine Anknüpfung. DerKreuzztg.* wird folgendes Geschichtchen mitqeteilt: Ort der Handlung: ein großes Abendessen in einem Gelehrtenhause. Neuer Schulamtskandidat, der beklommenen Herzens neben einem rosigen Professortöchterlein sitzt, sucht lange ver­geblich nach einem geeigneten Anknüpfimgspunkte. Endlich, als die Kartoffelschüssel herumgeht, beginnt er feierlichen Tones:Mein gnädiges Fräulein, 330 Jahre sind es nun her, seit Francis Drake die Kartoffel nach Europa gebracht hat.* Professortöchterlein antwortet bewegt:Gott, wie die Zeit vergeht!"

Das vernewerte Alt-Heidelberg. Jetzt hat sich auch Thomas Theodor Heime imSim plic issimu s* über die Restaurierungsvandalen von Heidelberg hergemacht. Er zeigt im Bilde das hochelegant erneuerte Schloß. Nichts fehlt daran, auch nicht das Schilderhaus, wie es vor Schlössern zu paradieren pflegt. Alles ist aufs säuberlichste hergerichtet. Aber im Schloßhof erblickt man eine große Tintenflasche, vor der Perkeo, höflich sich verneigend, zum Publikum ge­wendet spricht:

Stellt auf im neuen Schlosse Ein neues Riesenfaß, Gefüllt mit schwarzer Tinte, Mit Schretberseelennaß!

Mit Tinte in den Adern Habt Ihr es auserbaut, Dem glüht fein Wein im Blute, Der Deutschland so versaut!

Bilse s letztes Opfer.

(Aus derMünchener Jugend".) Ein Meineid so will es das Recht und die Sitte Bringt in das Zuchthaus den Leutnant Witte. Er schwor ihn, den Ruf einer Frau zu retten, Da mag mit der Strenge sich Mitleid verketten Doch weil er wehrlose Soldaten geschlagen, Verdient er die Strafe und mag sie ertragen! Auch dieses Opfer von Bilse's Roman Sei nun vergessen und abgetan, Er, rote die Andern! Im deutschen Heer Brauchts reiner Sitten und blanker Wehr! Herr Bilse, der Alles an'S Licht gebracht, Hat sich ein nettes Vermögest gemacht, Piffein, in Lackschuh'n und Zylinder Stand er vor Witte, dem armen Sünder, Doch dachte sich Mancher hinterdrein

Macht' lieber noch Witte, als Bilse sein!"

Aröeittröewkffung.

Frankfurt, 24. Aug. Die MehgeracYikfcn bielten mfern abend eine Versammlung ab, in der die von der Löhn- tkontmiffion ausgearbeiteten Forderungen an die Meister bekannt Mgeben wurden. ,öte verlangen: elfstündige Arbeitszeit, von IHjr morgens bis 6 Nhr abends, ?lbschaffnng des KosL und 2'ngisN'esens im Hanse der Meister, .einen Minimallolm Von Ml. 13 für Gestirn MS 18 Jahren, Mk. 15 bis 20 Jahren, Mk. 17 bis 24 Jahren und Mk. 20 für Gesellen Über 24 Jahren, itcn paritätischen Arbeitsnachweis und Kündigung nach gegen- ss'itigcr Vereinbarimg. Diese Bedingungen nnirbeit nach kurzer " 'ckussjon gutgeheißen. Sie sollen im Lause der nächsten Woche ben Meistern unterbreitet werden. Hierführ wurde eine fünsgliedrige irohnKommission gewählt. Die Stellungnalpne zu den beabsichtig' Lai Großschlächtereien in Frankfurt und Umgebung soll einer

weiteren Versammlung Vorbehalten bleiben. In einer von etwa 1000 Personen besuchten Maurerversammlung re­ferierte Herr Hüttmcrnn über den Ausgang der Aussperrung. In der Diskussion wurde über die Maßnahmen des Vorstandes, den ledigen Arbeitern, die während der Aussperrung cchgereist snch, für die letzte Woche keine Unterstützung zu zahlen, Klage geführt. . Ein Vorschlag, zu diesem Zwecke eine Extrasteuer zu erheben, sand keine Unterstützung. Schließlich wurde eine Schlicht- ungskommission gewählt.

Tendenz: behauptet.

201.20

220.25

141.50

210.30

218.90

Oest. Kredit . Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Guss . Harpen er Bergbau

. 220.60

. 141.00

. 209.40

. 218.90

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Berliner Börse vom 24. Angust 1904.

(Mitgeteilt von der Bank für Handel und' Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 2% Prozent.

Anfangs- u. Schlußkurse.

201.00

Märkte.

mk. Groß-Umstadt, 24. Aug. Der große Erfolg, welchen die mit der glänzend verlaufenen landwirtschaitlichen Ausstellung im vorigen Jahre verbundene Ausstelltmg von Pferden und Fohleit hier zu verzeichnen hatte, gab Veranlassung zur Einrichtung eines ständigen Pferde - und Fohlen Marktes. Dieser Markt findet zum er st en Mal am 15. September hier statt. Der Herb st- Fasel- und Zuchtvieh markt wird auf denselben Tag verlegt. Eine große Verlosung von 10 000 Losen unb 300 Gewinnen gewährt reiche Mittel zum Ankauf von leben­den Gewinnen. Zur Prämiierung der Pferde stehen außer­dem 1450 Mk. zur Verfügung. Man rechnet auf einen starken Besuch des Marktes aus der näheren und weiteren Umgebung.

Limburg a. d. L., 24. Aug. Frachtmarkt. Durch­schnittspreise pro Malter. Roter Weizen, neuer, 15.00 Mk., weißer Weizen 00.00 Mk., Koni, altes, Mk. 0.00, neues 10.60 Mk., Gerste 0.00 Mk., Haier 7.00 Mk., Erbsen 0.00 Alk., Kartoffeln 0.00 Mk.

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gießen.

August 1904.

Barometer auf 0° reduziert

Temperatur der Luit

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

Windrichtung

Windstärke

Wetter

24.

2*

744,5

17,0

8,1

56

N.

2

Bed. Himmel

24.

96

744,9

13,4

8,8

77

Still.

25.

7-b

747,2

IM

8,5

85

N.

2

v u

Höchste Temperatur am 23.-24. August 4- 17,4ü C.

Niedrigste , 23.-24. = 4- 8,6 °C._______

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung in Hoffen für Freitag, den 26. August: Zunächst noch zeitweise heiter und trocken, später zu- itehmende Bewölkung und tteuerdings Regenfälle, besonders im Süden Hessens, tagsüber etwas wärmer bei kalter Nacht.

Näheres durch die Gießener Wetterkarte.

Familien Nachrichten.

Gestorben. Herr Emil Böhr in Worms. Heinrich Liebegott, Büdingen. Toni Balser, Darmstadt. Ober-Post- direktor i. P. Gottlieb Deininger, Darmstadt.

Kirchliche Nachrichten.

Israelitische Religionsgesellschaft.

Gottesdienst.

Sabbathieier am 2 7. August 1904.

Freitag abend: 6.55 Uhr.

Samstag vormittags: 8.00 Uhr.

Nachmittags 4 Uhr.

Sabbathausganq 8.10 Uhr.

Wochengottesdienst: morgens 6.30 Uhr,

abends 7.00 Uhr.

Schisssnachrichteil.

R ed Star Linie, Vertreter Carl Retter, Gi eßen, Bleichstr. 8.

Der PostdampferVaderland" der Red Star Linie in Ant­werpen, ist laut Telegramm am 22. Aug. wohlbehalten in New- Port angekommen. ___________________

Neueste Meldungen.

Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.

Berlin, 25. Aug. Es bestätigt sich, daß im Reichs- schatzamt ein Gesetzentwurf betreffend Aenderung des Brausteuergesetzes vorbereitet wird. Die Vorlage be­zweckt eine Entlastung der kleinen und mittleren Brauereien auf Kosten der großen, ohne Mehr­er träge in Aussicht zu nehmen. Jedoch wird es in Re­gierungskreisen nicht als ausgeschlossen betrachtet, daß der Reichstag die neue Grundlage benutzen wird, um der Reichs­kasse vermehrte Einnahmen zuzuführen. Staatssekretär Frhr. v. Stengel wird am 1. September aus seinem Urlaub zurückkehren.

Berlin, 24. Aug. Das Königl. Polizeipräsidium teilt mit: In neuerer Zeit entfalten die ausländischen (besonders Amsterdamer und Kopenhagener) Serien- und Pramien-- Los-Banken wieder in Deutschland eine rege Tätigkeit und machen, trotz wiederholter amtlicher und außerordentlicher Warnungen in der Presie, scheinbar recht gute Geschäfte. Es sei deshalb erneut darauf hin gewiesen, daß die Teil­nahme an den von jenen Bankinstituten gebildeten Serien­losgesellschaften nicht allein äußerst geringe Gewinnchancen bietet, sondern amch die Veranftalsirngen selbst die Straft bestimmungen des § 7 des Reichisgesetzes vom 16. Mai 1894 betr. die Abzahlungsgeschäfte verletzen. Es ist außer­dem schon vorgekommen, daß solche Bankinstitute die Serien lose, auf welche sie Anteilscheine ausgaben, gar nicht in ihrem Besitze hatten und sich weigerten, die Gewinnanteile auszuKahlen. Aus diesen Gründen kamt nicht dringend genug vor der Teilnahme an solchen Seriettlosgesellschaften ge­warnt t werden. Für ein gegen den Berliner Vertreter Dom- nick Kommercebank in Kopenhagen beim Berliner Polizei­präsidium anhängiges Ermittelungsverfahren wegen Bei- Hilst: zum verbotenen abzahlungsmäsiigeu Verlaust von Pninnenlostn ist es ferner von Wichtigkeit, daß diejenigen Personen, welche dem bon der genannten Bmrk gebildeten Pränrienlvsverein beigetreten sind, sich bei der Berliner Kriminalpolizei zu den Mten 6082 (4) 3. 04. als Zeugen melden.

Eleve, 25. Aug. Wegen zahlreicher Mißhandlungen int Dienst wurde der Kapellmeister des 56. Infanterie- Regiments in Untersuchung Sha ft genommen.

London, 25. Aug. Wie die hiesigen Blätter aus Rewyork vom 24. d. M. meiden, beschlossen säuttliche Baugrnr-et'kveremr, deut Ausstande der Banhandloerker beizutreteu. 30000 Ar beiter sind bereits ausständig, ivtüere 21 000 bereiten sich dazu

J*9, Ausstandes ruhen die Bauten von 65 Sch-ch. »ÄtÄ? 100000 Ki-Wer am Schulbesuche WowfrJ?011' DnTimes" geht aus Rewyork

Astern die Arbeiter Meier großer Stahlgesell- den Ausstand getreten sind. Man A^Eand sich auch auf andere Stahlwerke aus- dehnen werde.

Paris 25. Aug. Wie demStatin' aus Marseille qemelbei rcnrb, sollen die Zuckerraffinerien und andere größere Fabriken beschlossen haben,' wegen der der Industrie durch den Ausstand erwachsenen Schwierigkeiten die Arbeiter zu entlassen und chre Werkstätten von Montag ab zu schließen.

Wien, 25. Aug. Von informierter Seite wird ge­meldet, der Botschafter von Szögyeny habe gelegentlrch seiner jüngsten Anwesenheit in Berlin das Reichskanzleramt ver­ständigt, daß die Wiederaufnahme der Handels­vertrag s verh an d l un g en mit Deutschland infolge einer Verzögerung der Verständigung mit Italien kaum vor Ende September möglich sein werde. Der Botschafter hatte auch Gelegenheit, mit Kaiser Wilhelm hierüber zu sprechen, der den Wunsch äußerte, daß der Handelsvertrag zwischen Deutschland und Oesterreich bald zum Abschluß gelange.

Wien, 25. Aug. Wegen der in Teschen und Um- gebung herrschenden Typhus-Epidemie und wegen des dortigen Wassermangels wurden die Divisionsmanöver in Oesterreich-Schlesien abgesagt.

Baku, 25. Aug. Wie hierher gemeldet wird, nimmt die Cholera in Rescht zu. Aus Enseli werden Todesfälle berichtet. In Merv sind am 23. August 61 Personen erkrankt und 13 gestorben.

Sewastopol, 25. Aug. Gestern wehte hier ein has­tiger Sturm, der viele Beschädigungen anrichtete. Zahl» reiche Schiffe sind auf dem Meere verunglückt.

Bom Kriege.

Shanghai, 24. August. Trotz der MversichMchen Sprache des Generals Stössel wird hier die Lage betreffend PortArthur für sehrernst gehalten. Die permanenten Forts der Ostfront sind seit dem 11. August unter ständigem Feuer. Die japanischen Batterien sind feit' diesem Drge auf den Ta^ischan-Hügeln, die am 10. August als letzte vorgeschobene Position verloren gingen. Man erwartet bett japanischen Sturmangriff auf die Ostfront schon für frfe nächsten Tage. Der russische Verlust seit Beginn des August beträgt 6000 Mann, also über ein Fünftel der Garnison.

Petersbur g, 25. Aug. lieber die Rüäkckehr de- ,,Gromoboi" und derRossija" nach Wladiwo- st o k wird telegraphiert: Tie Trauerkunde über den Unter­gang des ,Fturjik" hatte sich längst vor hem! Wiedereintreffen der beiden übrig gebliebenen Schiffe des Mlcckiiwostok-Ge- schwaders in der Stadt verbreitet. Namentlich die Ver- z-weiflung der Fran und der Tochjter deS Kapitäns der Rurjik", Trussow, kannte keine GretiFen. Die ganze Be­völkerung stand am 19. August am Ufer, als die Kreuzer Gromoboi" undRoffijctt^ wieder in den Hafen einliestn.« Alles war bereit, um die Verwundeten sofort ans Ufer- zu bringen. Admiral Skrydlow besichtigte die Kreuzer sofort nach ihrem Einlaufen nnh sprach den Mannschaften feinen Dank für ihre ausgezeichnete Haltung aus. Auf dem Dech desGromoboi" saß dessen Kommandant, Kapitän' Dabitsch, schwer verwundet in einem Sessel Furchtb ar waren die Verwüstun gen, welche die japw-^ nischen Geschosse auf dem ungeschützten Oberdeck der Rossija" anrichteten. Ein Geschoß schlug in die Messe des. Gromoboi" ein rurd zerstörte ote gesamte Einrichtung/ Auf derRossija" errtstand durch Einschlagen eines Ge­schosses ein Brand, bei dem acht Matrosen lecben'dlg? verbrannten. Ms dem WmmanÄanten derRursik'. gemeldet wurde, daß von 20 großen Kanonen nur noch drei brauchbar seien, befahl er Sprengpatronen zu legem und alles zur Versenkung des Schiffes vorUrberetten, damit die Japaner es nicht erbeuten sollten.

Petersburg, 25. Aug. Durch» einen Tagesbesthl vom 24. d. M. ftuTbe Kontreadmiral Jefsen vom Wladiwostok-Geschwader ä la suite des Kai­sers gestellt, der Kapitän des KreuzersGro-^ moboi", Dabitsch, zum Flügeladjutanteu de? Kaisers emmtnt.

London, 25. Aug.Daily Telegraph" berichtet, der Kommandant der Port Arthur-Flotte habe Befehl, falls er mit seinen Schiffen nicht ssüchten könne, otefe tn die Luft zu sprengen. Die 6000 Mmm betragende Besatzung dieser Schiffe soll alsdann rn die FestungStruppeu ein gereiht werden.

Paris, 25. Aug. Die GerülWe über eine Bar mitt* lung zw ischen Rußland und Japan treten Iner immer ernsthafter auf. Die Blätter zeigen sich dem Plane günstig. Aus guter Quelle wird berichtet, Italien werde Frankreich auffordern, dte Initiative zu einem-solchen Schritte zu ergreifen.

Tschifu, 25. Aug. Der japaussche Kreuzer ,Mschi Kasuga" habe die Forts östlich vom Goldenen Hügel bmn- bardiert und die dortigen Geschütze z^mr^veigen ge­bracht. Aus ^>ort Arthur tvird berichtet, baS vergangene Nacht ausgebrvchene Unwetter habe die schwimmen­den Minen zum größten Teile z e r st ö r t. Er herrsche große ^fahr für die Schiffahrt Flüchtlinge aus Port Arthur berichten, daß sich im Hafen kein einziges Schiff mehr befindet, welches den Kampf aufnehrnen körrnte. Sie seien sämtlich beschä d"igt.

London, 25. Aug. Nach einem Telegramm ans Lian- jang vom 23. d. M. sollen mmmehr sämtliche russi­schen Schiffe nrit Ausnahme d<S von Torpedos schwer beschädigten ^Zesarewitsch" Port Arthur verlassen haben.

Telephonischer Kursbericht.

. . 61.95

60

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behauptet

. 101 80

100 40 . 100.25 . 104.60 . 61.75

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. 135.10

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. 254.60

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. 102 70 . 89.80

102 30

89.90 . 100.80

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