Ausgabe 
25.1.1904 Zweites Blatt
 
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General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen

Die herrtrge Kummer umfaßt 10 Seite».

IN bürg-

ALe Ausweisung des deutschen Aeichstagsabge- ordneteu AeLsor aus Nrank.etch.

Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Witiko; für den AnzeigeiUeil: H. Beck.

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Unwersttätsdruckerei (Pietsch Erben), Greben.

des Herero-Gebietes 1

Minen-Gesellschaft zu gühreu. .

Grohsontein macht sich eine starke Unruhe unter den Ern- wohnern bemerkbar

stens konnten wir am 5------n

die neue russische Antwort die Fordermigcn Japans voll bewilligt haben soll. Tic Wahrscheinlichkeit für diesen

kraste im fernen Osten dauernd heraLzummdern. Nach Lage der Tinge könnte solche Lösung freilich nicht von langer Tauer sein. Tie häufig von der rapanisä-en Re­gierung inspirierte ZeitungLokumin" bringt neuerdings einen kriegerischen Artikel und schreibt: Tie Ankunft oder Nicht-Ankunft der russischen Antwort berühre die Lage nicht. Alle Hoffnung Japans, durch diplomatische Mittel die Erfüllung seiner legitimen Forderungen zu erreichen, ser^ letzt aus- aeaeben. Tie Umstände zwängen zetzt ^apan, solche Schritte zu tun und sich solche Aktionssrmheit zu be­wahren, die dauernden Frieden in Ostasten sichern wurden. Eine neue kaiserliche Verordnung, die forte» m Tokio bekannt geworden ist, regelt die KUsten- verleidiauna und verbietet unter Androhung bestimmter «Strafen die Schiffahrt und Fischerei an bestimmten Zeilen I der Küste sowie andere Arbeiten zur L>ee, die den japani­schen Marin erntereifen feindlich _sem konnten. 1«ht oas piuuiuvt ou i w u4, lieber recht kriegerisch aus. Zunächst ilst es überflüssig, tsche» «l'° e it g e bersch ast die verschiedenen L^euxgeruchte u e >.

nationale Gesinnung ein Dein zu stellen. Combes hat tm

Telsor das selbstverständliche Recht der Staatsgewalt . vertreten, die es nicht zu dulden braucht, daß ein Aus­länder im eigenen Land die Regierung schlecht macht. Telsor hat kein Recht, in Luneville als Agitator gegen die französische Regierung auszutreten denn so m u ß t e eine ,^Luneviller Mission" aufgefaßt werden.

Bon unserem nationalen Standpunkt aus können wir uns freuen, daß der Anlauf der Nationalisten im Sande verlies. Dre FirmaElsässer" war diesmal nicht zug- kräftig genug, um einenationale" Entrüstungslomodre mit Erfolg aufzusühren. Wäre diese Firma nicht in kleri­kaler Verpackung erschienen, lag die Sache freilich anders. TerRömer"' Telsor, wie ihn Eombes nannte, wäre nie­mals' ausgewiesen worden, wenn er Herrn Eombes und seiner Politik nicht auf die Hühneraugen getreten hätte; Herrn Eombes lag diesmal sein anti-klerikales Herz der Staatsgewalt näher, als der sonst so wirksame nationale

Paris hatte api Freitag seinengroßen Tag"". In der Teputiertenkammer stand, wie wir am Samstag, wegen Platzmangels leider nur ganz kurz, berichteten, die Inter­pellation ob der Ausweisung des deutschen Abgeordneten Telsor zur Debatte. Telsor wollte bekannllich in Lunevelle eine Rede halten, in dec das Ministerium Eombes nach einem bereits bekannt gewesenen Vortrag Telsors nicht aut wegkommen sollte. Tie französische Regierung griff zu dem naheliegenden Mittel und ließ Telsor als,Lästigen Ausländer" ausweisen. Tarob in klerikalen und uatio- nalistischen Kreisen großes Halloh! Es war zu erwarten, daß bei der Besprechung der Interpellation die Gerster stark auseinanderplatzen würden. Das ist denn auch ge­schehen: der Kämpf war heftig; Eombes kam schließlich mit einem blauen Auge davon er rettete sich mit der | nicht großen Majorität von 48 Stimmen auf das diesmal

Fragen gründlich zu blamieren. Wie er stch lächerlich mackst, das kann er selbst in englischen Zeitungen nach­lesen, die, obwohl lebhaft an deutschem Kvlonialmiß- geschick in Afrika interessiert, sich beeilen, die Deutschen ihrer vollsten Sympathie bei Niederwerfung des gefähr­liche« Aufruhrs zu versichern. Bebel findet kein Wort für die Deutschen, der Herero hat es ihm angetan!

Aus Swakopmund telegraphiert neuerdings der Kom- mandaitt des KanonbootesHabicht", dort sei ein Bote aus Okahandja eingetroffen, welcher den Ort am 20. Ja­nuar verlassen hat, mit der Meldung, daß die Expedition des Oberleutnants Zülow in Okahandja angekorn- rnen sei, und daß dieser Ort vorläufig uneinnehm­bar befestigt sei. Bon Okasise ab sei die Bahn gänz­lich. zerstört. Es finden fortwährend starke Zuzüge der Hereros nachOkahandja statt. Tie Lagesei ernst, aber vorläufig befriediaeud.TerGouverneur für

>> Fn r, fror ft 9 pii to ei n wird der Deut-

tiruin, Richter,

Volitische Wochenschau.

Tem Ausgang der Aussperrung und des Streiks in Crimmitschau widmet das offiziöse Blatt der Reichsregierung, dieNorddeutsche", einen langen Rück­blick, in dem man wohl die sozialpolitischen Ansichten irgend­welcher für die Reicl)spolitik maßgebenden Stelle zu er­kennen hat. Ausgangsp-untt des Ausstandes war, so heißt es da, das an sich subjektiv erlaubte und objektiv bis zu einem gewissen Grade gerechtfertigte Stieben der Crimmit­schauer Fabrikarbeiter nach Verbesserung ihrer Arbeitsbe­dingungen und Lohnverhaltnisse. Aber sie haben unter dem unheilvollen Einfluß der Generalkommission der sozialdemo­kratischen Gewerkschaften den Arbeitgebern ihren Willen

^bWIafidT ÄW -«en auswärtig fachem und rie»b<rg.

Paraderock. ,

Zu dieser Kämmerdebatte schreibt derIntran» sigeant": Wir wissen zwar nicht, welche Summe die Sitzung den geheimen Fonds gekostet hat, aber Kaiser Wilhelm kann sich sagen, daß er keinen verlorenen Tag gehabt hat. Tie ,Libre Parole" sagt: Tie jekige Generation könne ihre Auftegung über die Er­eignisse nicht verbergen, die künftige Generation werde dieselbe noch* weniger verstehen.Itilaii" bemerkt, die traurige Debatte sei für Frankreich eine neue Schmach und werde in den von Deutschland annektierten Provinzen sckMerzlichen Widerhall ftnden. Elemenceau schreibt in derAurore": Er fteue sich darüber, daß die feit 30 Jahren am Ruder befindliche republikanische gierung siegreich aus der Debatte gegangen sei.__

A .fiüruvg der norwegische» Stadt Aaeesund ducch Jener.

Tie ganze Stadt Aalesund ist. am 23. d. M. nieder» gebrannt. 12000 Ei n w o h n er sind o b d a ch l o s. fehlt an allem, besonders Medikamente werden verlangt. Der Schaden wird auf mehrere Millionen geschätzt. Es stehen heute außer dem Zollwachthaus nur noch das Ex­peditionslager am Kai und 20 b is 30 kleine Hauser. Ein schweres Unwetter verschlimmert die Lage der Obdachlosen. Das F-euer machte es den Abgebrannten un­möglich, den Dampfer zu erreichen, der sie nach Molde bringen sollte.

Die Stadt Aalesund liegt im Amt Romsdal an der West­küste 'Norwegens, etwa 62 Grad 30' nördl. Br. ^auf kleinen Inseln ringsum der geräumige, durch einen -ramm ge­schützte Hafen. Die Stadt bildet den Stapelplatz für den Storfjord und hat bedeutenden Dorschfang sowie Handel mit Fischen und Bockhäuten. Aelesund hieß bis zum Za.,re 1823 Borgundsund und wurde 1848 zur Kaufstadt erhoben. Es befindet sich dort ein deutscher Vizekonsul. Etwas süd­lich von der Stadt liegen die Ruinen des Schlosses von Gangu tzrolf, des Grünoers der Dynastie der Herzoge der Normandie, im 9. Jahrhuiidert. .

Ter Brand entstand um 2i/2 Uhr nachts in der Fabrik der Aalesund Präservering Compagnie. Ein Ka­pitän und seine Mannschaft waren die ersten, die das Feuer entdeckten und sofort Lärm schlugen. Schon um 3 Uyr war alles in größter Verwirru ng. In nicht mehr als z w e i S t u n d e n war dergrößteTeilderStadt nieder gebrannt. Die Bevölkerung konnte nichts anderes machen, als vorm Feuer flüchten, das sie weiter und weiter aufs Land hinaustrieb. Das Ganze gestaltete sich beinahe vom ersten Augenblick an als Flucht,

SBiclsex® sei überhaupt kein Protestler, sondern einklerikaler Ger- 3S_- SS s ctst.

Namentlich in zu Delkor ist für uns in vieler Beziehung inter-

pine ttartc unrune unter oeu wui« --rer (jim »iw 1,1 vu * o j

M WÄÄÄ das «n. SÄX

Äung Brrlin-Lharlott-nburg der Kolonial- «rauch macht,^ wenn öS ihr^zwE-ulrch^schEt^uud gesellschaft unter dem Vorsitz des c ©eiten des Ministeriums stellte, während die Rechte

ää säS®-* a «L ssä fernen Osten sick) zu lichten begonnen Habmr. Es rs und unt, Nationalisten war es bei ihrem

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aufzwingen wollen und haben den Crimmitschauer Jndu- Deutschsüdwest-Aftika Oberst Leuwein wttd der Deut-

strrelleu einen Existenzkampf aufgedrungen, der die gesamte|fchen Tagesztg. zufolge den 'Oberbefehl über die Terrain 'bei" Käbinettssicherhe-it. Es war

Textilindustrie urrd schließliQ) die deutsüM Arbeitgeb^ichaft gesamte Truppenmacht erhalten, ^ese r l s alanze'nder Sieg der vielleicht nur dadurch ermöglicht

Überhaupt gegen die Herrschafts gelüste fozraldemokrattscb dem Eintreffen der Verstärkungen mehr als» M0 (D0 Mamr ^mMnzenoer^eg behauptete, Telsor

beeinflußter Ltibeiterverbände auf den Kampfplatz rref und betragen. In den nächsten Tagen wird dre Ankunft Leut- wurde,ein jtoifaler Ger-

ein zu großen Opfern bereites Gemein scha sts gefuhllwÄns in der Nähe von Windhoek erwartet.- ----- tttnnirn^rv/ des deutschen lln terne h m er tu m s zur Reife liner Blätter melden, beginnt es mitt) in dem ^nördlich wanftaloi^.

brachte, das ein mindestens vollwertiges Gegen­bild zu der geschlossenen gewerkschaftlichen Organisation der Arbeiter darstellt. Die Crimmit­schauer Ausständigen hatten sich unter sozialdemokra­tischer Verführung auch wenn wir chren Zielen unsere volle Sympathie zuwenden in den angewandten Mitteln total vergriffen. w Im Grunde bemühten sie sich eifrigst folbst, den Ast abzusägen, auf dem sie sitzen, und so erklärt es sich, daß so objektiv gestimmte Beurteiler, wie die Pfarrer von Crimmitschau, über diesen leichtfertig in-! szeuierten Streik nur eine mit Verwunderung gemischte scharfe Mißbilligung ausdrücken konnten. Daß aber der Streik so ungewöhnlich lange gedauert und beiden Teilen so außerordentliche Opfer auferlegt, ins­besondere aber eine fleißige Jndustriestad t der äußersten Gefahr wirtschaftlichen Ruins preis­gegeben hat, ist das eigenste Werk der Sozial­demokratie, deren -Organe nicht müde wurden, die Aus­ständigen zum hartnäckigsten Widerstande aufzustachelu, und zu biefetit Zwecke selbst die handgreiflichsten Lügen nicht scheuten. Tas wird durch Zttate aus demVorwärts" näher begründet und weiter gesagt, es dürfe nicht ver­schwiegen werden, daß sich auch bürgerliche Sozialpolitiker einer gewissen Mitschuld an der langen Dauer unb ben. ucuntUyt ---V1,cr;frfw>r

unheilvollen Folgen bes Ausstandes zu zeihen haben, indem Rückzug Rußlands ist in folge der Überzeugung russucher

taSmeäisÄO des politische- Kerns der Streitfrage Blätter gestiegen, Rußland h°b° ,eme Rüstungen noch aus dogumtischer Boreingcnomulcnheit und ohne praktische lange nicht beenset, es sei de-halb gewellt, Ko^a vor

der^rimmitsHruer Industrie und ihrer Lebens, läuffg sollen zu lallen ch wvmvglich seme Seestre».

^^chgimgcn mit einigen billigen Schlagworten in diesem - ' ~*

Streik eine Stellung einzunehmen sich vermaßen, die eine bedentliche Aehnlichkeit mit einer parteiischen Unter­stützung der sozialdemokratisch-gewerkschaftlichen Macht­probe zeige. Diese hauptsächlich in dem früheren natio­nalsozialen Lager zu suchenden Politiker aus Lieb­haberei, die gar oft ihre Stellungnahme in aktuellen! Parteiftagen mit einem christlichen oder wissenschaftlichen Mantel zu drapieren wissen, dürften sich drv:ch das jetzige, von ihnen so gar nicht erwartete Fiasw des Streiks in ihrer Eigenliebe besonders schmerzlich getroffen fühlen. Solche Kreise, die den Wirtschaftskämpfen praktisch ferne stehen und dabei weder etwas zu gewinnen noch zu ver­lieren haben, sollten sich immerhin besinnen, aus erner allgemein theoretischen Richtung heraus eine AutiritatiN eine der beiden Wagschalen zu werfen, dre sich m solchen Fällen, wie auch diesmal der Erfolg bekundete, oft recht wenig haltbar erweist. Die Sozialdernokra tre habe, so heißt es dann wetter, das praktische Solid arr-

.J. 1 Arbeitaeberbundes vom 17. Januar und Teilungsmodus von Korea zu Jinben, oem.Miser von schLßt dann mit einer Mahnung zur Mäßigung der zublaseu sich berufen.....-uhlcn.

preußischen «bgr-rd^-nhans-

sozraldemotiatischer Herrschaftsgeluste, sondern auch eme Samstag die Etatsberatung. Graf

1 positive Förderung sozialer Reformen er- Mn^ ^m den M. Richter, der ihn

warten dürfen. hntt- vorher scharf angLgrl>fen hatte. Er >bedauerte dre Arr und

Wie wenig sich die Cenossen auch zu ^?En tte i^ Weife, wie Wächter die Person des Kaisers bet Besprech- scher Ehre vor dem. Auslande eignen, dar, bewiesen ie un 1 Pferdezucht in die Diskusfton gezogen habe. -Reichstage bei der Besprechung des Her eroanlr uhrs ung > ^.± um Liebhaberei, sondern um die

in Deutsch-Südwestafriia. Wie ein des hohen Wertes dieses Zwerges der Landwrtt-

richt in Deutschland ein, daß b« Me »anaU

im Zentrum unserer Kolonie vor der ^ormichtungstehü sch ft. 1 Regierung zu sprechen. Die Regierung habe Zu groß wohl war der Optimismus des SmwerneurL> ,c ucnt gehandelt und stets betont, daß nur der wirt- Leutwein der, ebenso wie das H'otonialamt, archt unter- f , z ^^dvuntt c,n Frage komme. Tie Regierung tichttt war über die erbitterte Mißstimmung die des Ostens in erster Linie

den Hereros und den deutschenf Händlern bestand, und ' die Mehrheit die berechtigten Verkehrs-

di« Stärke der Schutztruppe falsch ernschatzte, tzie für Sud- b^ünsche Osten- anerlenueu werde. Wenn bte Regwrung meitafrifa nötig ist. 800 deutsche Soldaten sind aus oem ^orhermiaen der M e Y r y e i t. n a a) g e b e, so sei sie Wege 'dorlhüftund schwimmen bereits aus dem Szean ^8^ oielSIa,C3:atcr und konstitutioneller als Herr Rich, dem Aufruhrlandc entgegen; 180 wettere Kann Se^e« s (SejteT[tU ) Dic Regierung burje keine tmisrcmdung Ende Januar, 350 Anfang Februar ab Lj den Parteien kintrclrn lassen welche die staatserhalten-

nocki >u retten ist. Es war nicht das .Naß ö rI nren bilden hinsichtlich^ der Ban d els inler-

ungen für die Hilfsexpedition - sie ^urde von allen den Ä^sster, daß der Abschluß der Handels-

büraerlicken Parteien des Reichstages bmsnmmig bewilligt ss notweiidig sei. Darauf ging Redner emgehend

- SbCm b« KibeTfVtn®. ®eb = U im R«° gall^ v^trage notwend^ , rechtfertigte die Mag.

Nein in dem Kampfe zwischen Kannibalen un_ 1 I ^meu hxr großpolnischen Agftatlon, die emen immer

fühlte er oas Bedürfnis, o.sen zu bekennen, daßJn A^antipreußischcu und untideufta^n Charakter augenom-

nossen warm mit den De meri 1)01*6 Ausführlich betinchiete er noch die Verhält-

Nr. 20 ' Zweites, Blatt. 154. Jahrgang Montag. ^annar 1904

Erschein tSgN6 mi' Ausnahme des Sonntags. aa ▲▲

Di. n6Wnu Zamilienblätter" werden dem I kW /W

Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der jäs&ik ® E E JL, DM. H

^esfische Landwirt" erscheint monatlich einmal. y