Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schm UntoerfitälSbrudereL R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition u. Druckerei: Schulstr. A» Tel. 9h. 5L Telegr.-Adr., Anzeiger Gieß«.
Nr. 27V Zweites Matt. 154. Jahrgang Donnerstag 34. November 18V4
Die „Gletzener KamllienblStter^' werden dem M MM 0 MM gU^ rl || |ö>‘ W f @ !.,£^ M M M ßLr 11
»Amelger viermal wöchentlich beigelegt. Der UM F UH K | 0, XJ! F O U U UV N
^efstsche Landwirt' erscheint monatlich einmal. v'V' U V | W V
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
Hassan
^«TOsiswaöäEss
KariamtlNanschcs aus Ke^rn.
Ter sehr umfangreiche Entwurf eines Gesetzes die Gemeindeumlagen betreffend ist soeben der zweiten Kammer zugestellt worden.
Abg. Reh stellt folgende Anfrage:
Tie zweite Kammer hat einstunmig einem Ersuchen zuge- stimmt, welches auf meinen Antrag am IG. Tezember 1902 an die Großh. Regierung gerichtet lvurde und welches die Vorlage eineS Gesetzentiourfs zum Gegenstand halte, durch welä-en über das Unfallfürforgegesetz von 1902 hinausgehend auch für solche Unfälle Entschädigung gewährt werden soll, welche ein Beamter in einem Betriebe erleidet, welcher der reick^gesetz- lichen Unfallversicherung nicht unterließt. Ich frage ergebenst an, ob die Großh. Regierung gesonnen ist, diesem Ersuchen zu entsprechen.
Abg. W e i d n e r beantragt:
Tie Kammer wolle bescylcesten, die Großh. Regierung zu ersuchen, dem Landtag baldmügliM eine Gesetzesvorlaae zu^ unter» breiten, wonach: 1. das Gesetz vom 22. Dezember 1900, die A b - änderung des Dundesteuergesetzes vom 12. August 1899 betreffend, aufgehoben, 2. der Schlußsatz des Artikels 3 des Gesetzes vom 12. August 1899, die Hultdesteuer betreffend, gestrichen werde.
Tre Antwort der Großh. Negierung auf die Anfrage der Abgg. Köhler unb Genossen, betressend das Landwirtschaftliche Institut der L a n d e s u ni v e r s i t ä t lautet wörtlich fol-
jroh, als eine Depesche nuiDctc, Daß die Kaiserin Frwd- rich ohne Zwischenfall von Calais nach England abge- aereist sei. Sperr de Labruyöre aber faßte den kühnen Entschluß, den Kaiser selbst über die gescheiterte Ver- sühnung mit F-rankreich zu befragen. Der französische Bot- chajler Jules Sperbette sollte die Audienz vermitteln; er versprach es auch, hielt aber den sensationslüsternen Journalisten drei Wochen lang hin, und schließlich laut eö ans Licht, daß er das Interview nicht nur nicht vermittelt, sondern im Gegenteil vereitelt hatte, indem er feinen Landsmann als einen gefährlichen Revolutionär schilderte. Nachdem Herr de Labruyöre das alles durch den „Bruder des Romandichters Robert Linden" (gemeint ist offenbar Paul Lindau. D. Red. d. „Gieß. Anz.") erfahren hatte, wollte er betrübt seine Koffer packen und nach Paris zurüclreisen; ein glücklicher Zufall verhalf ihm aber doch noch zu der Unterredung mit dem Kaiser. Konrad Uhl (hier ist wohl der Maler Uhde gemeint) war der Retter in der Not: er machte den Franzosen, der als Landwehrosfizier sich in der besten Gesellschaft sehen lassen konnte, mit dem General von X . dem ersten Flügeladjutanten des Kaisers, bekannt, und der General, ein sehr jovialer Herr, nahm es auf sich, den Kaiser von dem Wunsche des Herrn de Labruyöre in Kenntnis zu setzen. Zwei Tage später wurde der französi che Zeitungsschreiber eingelaven, der Ablösung der Schloßwache und der Paroleausgave im Schlvghoj bei» zuwohnen. Mit Bewunderung scyttvcrt Herr de Labruyöre das glänzende militärische Schauspiel, das sich jeuicn Blicken darbot. Der Kaiser erschien mit dem General von L und mit seinem Schwager, dem .Herzog Günther. Als' die Parade zu Ende war, schritt der Monarch direkt auf Herrn de Labruyöre zu; der Journalist hatte ehr- inrchtvoll sein Haupt entblößt, und es wurde iljin etwas nebelhaft Vor den Augen. Der Kaiser blieb vor ihm stehen und redete ihn an: „Sie sind Offizier, mein
Hessischer Landtag.
R. B. Darmstadt, 23. Nov.
Ain Ministertisch: Staatsminister Rothe, Finanz- Minister G n a u t h, Ministerialräte Braun, B e ck e r u. a.
Präsident Haas eröffnet die Sitzung um 9i/4 Uhr und teilt mit, daß von Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog folgendes Telegramm aus Lich, 22. Nov., eingegangen ist:
„Wir danken der zweiten Kammer herzlichst für ihre Glück- und Segenswünsche. Ernst Ludwig. Eleonore." Tas Haus beginnt darauf die Beratung der Regier- Lmgsvorlage, betreffend die
stüatliche Schlachtviehverfichernng.
Ter zweite Ausschuß hat sich bekanntlich seit längerer Zeit mit der Vorberatung dieser Vorlage beschäftigt und beantragt unter Vorschlag einer Abänderung verschiedener Artikel des Eesetzenhwurss, der 30 Artikel enthält, mit allen gegen eine Stimme die Annahme der Vorlage.
In der Generaldebatte legt zunächst
Abg. Tr. Buff die Gründe für die im allgemeinen vom Ausschuß vorgenommenen Abänderungen dar. Er bemängelt, daß in der .Versicherung nicht nur Schlachtvieh, sondern auch notgeschlachtetes Vieh mit einbegriffen werben soll. Es sei auch nicht angängig, daß die Kosten für die Versicherung von den Metzgern getragen werden sollen, denn diese würden sie doch wieder aus das Publikum abschieben. Redner spricht sich im weiteren für die Annahme der Ausschußanträge aus.
Ministerialrat Braun entgegnet, die Annahme des Vorredners, daß das Publikum wohl im wesentlichen zur Tragung der Versicherungsprämien in Anspruch genommen werden würde, sei wohl nicht unzutreffend. Von dem Landwirt oder dem Metzger turnte man doch das nicht wohl Verlangen. Wenn das Publikum für die Deckung der Kosten mit herangezogen werde, so habe es dafür auch dte Garantie, nur mit gesundem Fleisch versorgt zu werden.
Abg. Wolf ist nicht damit einverstanden, daß auch im Falle von Nolschlachmngen die ganze EntschÜdigungs- sumnie gezahlt werden soll. Eine solche Bestimmung sei in keiner anderen Schlachtviehversicherung zu finden.
Ministerialrat Braun bemerkt, die volle Entschädig- ung für Nolschlachmngen sei notwendig; geschähe das nicht, so würden sehr bald auch die tzausschlachttmgen in die Kategorie der Nolschlachmngen einbezogen werden. Es werde für NotschlachMngen die volle Prämie gezahlt, schon deshalb müsse auch Die volle Entschädigung gegeben werden.
Abg. Schönberger wendet sich gegen die Ausführungen des Abg. Wolf und bespricht in längeren Ausführungen verschiedene Details der Vorlage, welche teilweise vom
Ministerialrat Braun widerlegt werden.
Abg. Weidner spricht sich da,ür aus, daß auch die Schweine mit in die Versicherung aufgenommen werden, was namentlich im Interesse des kleinen Landwirts liege, der die Schweinemast in seiner Wirtschaft nicht entbehren könne.
Ministerialrat Braun erwidert, die Schweine wären als Bundesgenossen hier sehr erwünscht gewesen, aber dann hätten sich große Schwierigkeiten hinsichtlich des Be- schanzwanges ergeben. Durch den Wegfall der Schweine- Versicherung werde eine erhebliche Entlastung des iBer- sicherungsgeschäfts und damit auch der VerwalMngskosten erreicht.
Nach einer kürzet: Pause erfolgt zunächst d:e Bildung des Sonder-Ausschusses zur Berichterstattung über die Regierungsvorlage, die Gemeinde st euerrefor in betreffend. Durch Stimmzettel iverben gewählt die Abgg. Tr. Gutsleisch, Häusel, Möllinger, Leun, Schönberger, Tr. Buff, Tr. Frenay, Ulrich, Hirschei und Motthan.
Bei Fortsetzung der Debatte über die Schlachtmeh-Ver- sicheruug bringen die Abgg. Wolf und Schönberger noch ver- schcedene Wünsche vor, ans welche Obermedtzmalrat Lorenz und Ministerialrat Braun näher eingehen. (Während der Rede des letzteren hat Abg. Köhler em B t l d der P r i n z e s s i n B r a u t auf den Tisch des Hauses ausgestellt, wo es von den einzelnen Abgeordneten mit Interesse betrachtet wird; die private Unterhaltung wird darnach so
Direktors entsprechend, in den seitherigen Räumen des botanischen Instituts untergebracht werden wird, ist dem Raumbedürsnis zunächst Genüge geleistet. Was die Erweiterung der landwirtschaftlichen Versuchsarbeiten durch die Einrichtung umfangreicherer Feldversuche angeht, so waren die Beteiligten darüber einig, daß mit einer solchen Einrichtung ein greifbarer Erfola nur dann zu erzielen sei, wenn für diesen Zweck namhafte Mittel aufgewcndet werden könnten. Teshalb war in den ersten Entwurf des Voranschlags der Landesuniversität für 1905 eine Anforderung von 6800 Mk. „Für Feldversuche des Landwirtschaftlichen Instituts eingestellt worden; die Vorsehung eines so beträchtlichen Ausgabepoireus mußte jedoch bei der der- maligen Etatsgestaltung mit Rücksicht auf andere unabweisbare Bedürfnisse unterlassen und von der Einstellung so namhafter Vttttel für Versuchszwecke des landwirtschaftlichen Instituts zurzeit leider abgesehen werden. Von der Errichtung einer zweiten Professur für Landwirtschaft glaubt die Regierung im Einverständnis mit dem Direktor des landwirtsckwftlichen Instituts mit Rücksicht auf die Möglichkeit der Heranziebnng eines tüchtigen P r i v a t d o z e n t e n als Lehrkraft vorerst Abstand nehmen zu sollen.
Tie Regierungsvorlage, betreffend den Gesetzentwurf, die Au f- hebung des Artikels 48 des Fifchereigesetzes vom 27. April 1881 (Freiheit des Angelns in schiffbaren Flüssen und Strömen), hat auf demselben keine Erledigung gefunden. Abg. Reinhart beantragt daher: Tie Kammer wolle beschließen, die Großh. Regierung zu ersuchen, noch diesem Landtage entsprechende Vorlage zugehen zu lassen.
Der Ortsvorstand von Freiensteinau wünscht die Er- richtung eines Amtsgerichts dott. ,
Komische Tagesschau.
Von der hessischen Landesverficherungsanstalt.
Tie „Deutsche Keauleutaf,euzig." schreibt: Das kleine Hessenland verfügt über eine Laudesversicherungsanstalt, die andere größere Anstalten weit in den Schatten stellt. In den drei Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen wird das Einzugsverfahren Dem § 134 des J>B.-G. entsprechend durch die 84 Ortskrankenkassen, 106 Bettiebs- kasfen, 390 Gerneindeverjichernngen, 318 Jnvalidenverjicher- ungsstellen ujw. besorgt. Wie sieht es dagegen im benachbarten Hessen-Nassau aus? Da muß die Post und die Polizei die Riesenarbeit leisten, damit ja neue Mtllionen in Kassel aufgehäust werden können! Nach dem Geschäftsbericht der Anstalt für das Großherzogtum Hessen pro 1903 wurden im Lause des Jahres allein „2873 Arbeitgeber veranzeigt", weil sie es „vergessen" hatten, Beitragsmarken zu verwenden, meistens seien es die „unständigen" Arbeiter gewesen, denen man keine Markes „gepappt" hatte!
Tie Zahl der Rentenanträge ist merkwürdigerweise gegen das Vorjahr zurückgegangen, während andere An- patten, die nicht genug an Heilverfahren sparen können, immer über die „steigenden Kosten" klagen! Im Jahre 1903 sind 2804 Jnvalideurentenanträge eiugegangen, gegen 32ö8 im Vorjahre. Hiervon wurden erledigt durch Renten- sestsetzung 2384, durch Ablehnung 226 Anträge. Am Schlüsse des Jahres waren 10 263 Invalidenrenten vorhanden. Dagegen hat erfreulicherweise die Zahl der Attersrenten- untiäge zugenommen! Es sind 300 Anträge, gegen 278 im Vorjahre, neu eingegangen, von denen 242 Anträge anerkannt wurden. Am Jahresschluß waren 2397 Altersrenten! noch vorhanden! Etwas zurückgegangen ist auch die Zahl der Anträge aus Erstattung der Beitrage bei Heirat. Während im Vorjahre noch 3505 derartige Anträge gestellt wurden, beträgt die Zahl im Berichtsjahre nur 3373. Tie „Flucht" aus der Versicherung ist also auch in Hessen nicht so groß, als tu den anderen „sparsamen" Anstalten! Es behalten in Hessen also auch die Frauen lieber ihre Mitgliedschaft, hauptsächlich des Heilverfahrens wegen! Tarin leistet diese kleine Anstalt wahrhaft Musterhaftes. Iw Berichtsjahre sind 2057 Anträge auf Uebernahme des Heilverfahrens gestellt, wovon 1555 Anttäge angenommen wurden. Erledigt wurden im Jahre 1903: 1382 Heilverfahren, welche 687 Lungenkrankheiten und 595 „andere Krankhetten" betrafen. Es betraf dies: 955 Männer und 427 Frauen. ~ie behandelten Personen gehörten an: 55 der Land- und Forstwirtschaft, 940 der Industrie und Gewerbe, 123 im Handel und Verkehr, 42 Lohnarbeiter verschiedener Art, 64 im Gemeindedienst, 158 im Gesindedienst. Tas Heil-
Herr ?" — „Majestät, ici) bin als Journalist hier". — „Nun ivohl, mein §err, General v. X. . . hat mir gesagt, was Sie von mir erhofften. Es ist unmöglich... Man hat mich beleidigt... Ich komme mir vor wie ein Unter«- leutuant; ich habe vor Frankreich den Hut gezogen, und Frankreich hat seinen Hut fester aufs Haupt gedrückt!..." Das kam ruckweise hervor, kurz, schneidend; das blaue Auge glänzte in unheimlichem Feuer, der Schnurrbart zitterte leicht, aber Der Körper, der Kopf, hatten ihre königliche Haltung bewahrt. Herr de Labruyöre war sehr blaß geworden und blieb stumm, aber in der militärischen Haltung, die er instinktiv angenommen hatte, lag tiefster Respekt, der Respekt eines jungen Offiziers, der von einem General heruntergekanzelt wird. Der Kaiser wandte sich zum Gehen, drehte |id) aber noch einmal um und sagte: „Sie kehren jetzt nach Paris zurück, mein Herr? Sagen Sie Ihren Malern, Daß sie unrecht haben, wenn sie nicht zu uns kommen. Wenn Sie sie bis zum 1. Mai doch noch dahin bringen, will ich Ihnen die von Ihnen gewünschte Unterredung gewähren. . . Am Abend desselben Tages versprach der Jranzvse dem General v. & . . über die Szene im Schlußhof das tiefste Schweigen zu bewahren. Tags daraus fuhr er nach Frankreich zurück, mit der festen Absicht, bei den französischen Malern im Sinne des Kaisers zu wirken. Aber sein Brotherr, der Herausgeber des „Matin", untersagte es ihm, und es war von der Sache nicht mehr Die Rede. Jetzt, nachdem zwölf Jahre verflossen sind, glaubte Herr de Labruhöre, sich selbst von seinem, dem General v. X. . . gegebenen Versprechen entbinden und einen wahrheitsgetreuen Bericht über seine Unterhaltung mit dem Kaiser ver».^ senil ich en z" dürsen. Ta er eine ,,Di- näherung zwischen Deutschland uuo Franko ich aufrichtig tvünscht, Ml spricht er sich nur Gutes von dieser Veröffentlichung."
gendermaßen: . ,
Tie diegierung gebt mit den Interpellanten bahm einig, daß ein weiterer Ausbau des Landwirtschastl. Instituts der Landes- uniüerjitat sowohl im Interesse der letzteren, als auch zum Nutzen der Landwirtschaft erroünschi ist. Sie hat diesem Gedanken auch bereits Ridurch Neck-nung getreten, daß sie am 12. August l. I. eine umfassende „Prüfungsordnung für die Abhaltung von Prüfungen in der Landwirtschaft an der Großh. Landesuniversität", an der es bisher gefehlt hatte, erlassen und damit den Studierenden der Lanowittichaft dic Niöglichkeit eines ordnungsmäßigen Abschlusses ihres landwirtschastl üben Studiums gcwährleiitet hat. Ferner sind bereits Vorkehrungen getroffen, um dem landwirtschaftlichen Institut größere und zweckmäßig e r e R ä u m e als bisher zur Verfügung zu stellen. Tn- durch, daß das landwirtschaNliM Institut, Dem Wunsch seines
lebhaft, daß Vizepräsident Tr. Schmitt wiederholt um Ruhe ersuchen muß.)
Ministerialrat Braun legt seine Bedenken dar über den Vorschlag des Abg. Schönberger, dem Gesetz nur einen provisorischen Charakter zu neben, etwa auf 3—5 Jahre.
Abg. Ulrich bedauert, daß die Schweineversicherung nicht in das Gesetz mit ausgenommen wurde und glaubt, daß die Landwirte selber bald auf eine Erweiterung des Gesetzes dringen würden. Eine provisorische Einführung des Gesetzes auf 3—5 Jahre müsse er entschieden avlehnen.
Abg. Müller ist gleichfalls für die Ausdehnung des Gesetzes auf die Schweine.
Abg. P i 11 h a n bemerkt, daß das Zuftundekommen des Gesetzes im Interesse der Landwirtschaft dringend notwendig sei.
Abg. Windecker meint, daß er die Bedenken gegen eine provisorische Einführung des Gesetzes nicht teilen könne. An eine Wiederaushebung desselven werde niemand denken können, es würden nach 5 Jahren höchstens Abänderungen in Betracht kommen; man habe dann auch genügend Zeit, die Ausdehnung auf die Schweineverficher- ung in Erwägung zu ziehen.
Abg. Dr. Buff ist gegen den provisorischen Charakter des Gesetzes. Nach einigen Bemerkungen schließt die Generaldebatte.
In der Spezialdebatte wird Art.1 der Vorlage an genommen, welcher lautet: „Für das Großherzogtum wird eine staabliche Schla.chtviehversicherungsanstalt auf Gegenseitigkeit mit Versicherungszwang errichtet."
Artikel 2 stellt Den Ilmsang der >Versicherul:gspslicht dahin fest, daß alles im Großherzogtum zur Schlachtung kommende Rindvieh im Alter von über drei Monaten der Versicherung unterliegt, sowohl für gewerbliche, wie für Haus- und Notfchlachlungen. Der Ausschuß beantragt hier einen Zusatz, nach welchem die N o t s ch l a ch t u n g e n vom Gesetz ausgeschaltet werden solleu. Da sich über diese Frage eine längere Teabtte entwickeln dürste, wird auf Antrag des Abg. Weidner die Weiterberatuug vertagt.
Nächste Sitzung: Donnerstag früh 9 Uhr.
Kleines Aeuilleton.
lieber eine angebliche U n t e r r c b it rt g mit dem Deutschen Kaiser, die vor zwölf fahren statt- geftmden haben sott, berichtet Jorges de Labruysre un „Gil Blas". Der wohl mit einer starken Portton Vorsicht aufzunehmende Bericht über Gefchrchte und Inhalt der Unterredung enthält im wesentttchen folgendes.. 1 war im März 1892, gelegentlich des sogenannten „mcident des peintres", der beinahe (?) einen neuen Krreg zwischen Frankreich und Deutschlands herbetge- führt hätte: J:L Berlin sollte am 1. Ma: eme rutir* nationale Kunstausstellung eröffnet werden, und D:e sran- zösifchcn Maler waren aus Befehl des Ka:scrs :n bcsouoers chlneichelhasten Briefen emgeladen worden, bie . au5» teilung zu beschicken. Ja, der Kaiser tat niZi)j mehr: er chick'te seine Mutter, die Kaiserin Friedrich, die Den Franzosen von jeher sympathisch war, nach Paris unD bat s:e, die offizielle Einladung durch persönliche Bemühungen zu unterstützen. Die Kaiserin-Witwe besuchte die Atetters der berühmtsten Akaler. Die luciften Maler nahmen d:e E:n- labung gern au, unb ber „Matin", ber Herrn de La- bruyöre als Berichterstatter nach Berlin geschickt hatte, ber- össentlichte, die Auuahmeschreiben Der Künstler. Plotzncy cdwbiu aber die „.professionellen Patrioten in Frankretch, die Leviten des Tempels Der Zwietracht, die das he:l:ge Lämpchen des Hauses nicht erloschen lassen dürfen", em aroßes Geschrei und veranstatteten Protestkundgebungen aeaen die berlinischen Gelüst ber französischen Maler, teincu Augenblick lang fürchtete man hüben und drüben irneub eine Demütigung ober Beschimpfung der. ka:ser- Hnu-u LDemiltterin, und das wäre der Kr:eg gewesen. (?) Mau n>ar daher in Benin, wo an dem kritischen Tage au, der Sttci e „Unter den Lmben" em Gewoge yerr,chte, wre tyn dem unvermittelten Ausbruch c:neS Krieges, reckt


