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24.6.1904 Erstes Blatt
 
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Sekannlmachung

In das Genossenschastsre- Mer wurde heute bezüglich ses Konsumvereins für Dau- oringen und Umgegend e. G. in. u. H. eingetragen: An Stelle des aus dem Vorstande > ausgeschiedenen Kontrolleurs, des Schlossers Philipp Hart­mann von Daubringen, wurde der Hüttenarbeiter Wilhelm Wagenbach von da in den ' Vorstand gewählt. 5482

Gießen, am 22. Juni 1904. Großherzogliches Amtsgericht, i fGino Lrau tüchtig im. Wetß- 'Ltiik yruil, nähen uni) Aus-. i bessern, nimmt noch < inige Kun- i »en an. Mcnrsburg 16, III.

Arbeitsvergebung

Die Weißbinder- und Glaserarbeit für die laufende Unterhaltung der Stadtknaben­schule soll

Mittwoch, 29. Juni d. I., vormittags 11 Uhr, öffentlich vergeben werden.

Arbeitsbeschreibung und Be­dingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhält­lich, find bis zum genannten Zeitpunkt an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage.

Gießen, am 23. Juni 1904.

Städtisches Hochbauamt.

J.A.: Altvater. 517fl

Tas Einbauen des Kleinschlags und Ausbauen des alten Kieses zwischen den Stationen Sinn und Ehringshausen auf eine Länge von 6 km soll öffentlich vergeben werden Angebote sind bis zum Eröffnungsterinin, am 7. Juli, nachmittags 4 Uhr, verschlossen und portofrei an die unterzeich­nete Inspektion einzukenden. Ver­dingungsunterlagen sind kostenfrei von der Unterzeichneten zu be­ziehen. Zuschlagsfrist 8 Tage. Königs. Eisen bahn-Betriebs-Jn- _______spektion Wetzlar. [5491

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Hessen Oberhessen

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Tendenz: fest.

herrschte, trieb die Flammen über den ganzen Zug weg. Tie Lotomotivc arbeitete unterdeß weiter, brach dabei durch die Brustwehr der Brücke und blieb in dieser bangen, mit den Rädern in der Luft arbeitend. Einige Stützen der Brücke gerieten ebenfalls in Brand und gaben dann irach, sodaß mehrere Magen in den Fluß fielen. Andere Wagen wurden von der Strömung ergriffen und weggeführt. Das Wasser war blutig gefärbt und mit verstümmelten Körper­teilen bedeckt. Tie Schreckcnsszeuen erreichten ihren Höhe­punkt, als der Dampf aus den Lokomotivkesseln in den Feuerraum drang und die glühende Asche aus die um ihr Heben Kämpfenden trieb. Infolge der weiten Sntfentiing; Ins zur nächsten Stadt konnte die nach Bekcmntwerden des' Unglücks eingeleitetc Hilfsaktion nur langsam vor sich geheu. Unter den Trümmern des verbrannten Zuges liegen nod) immer Leichen, die man bis jetzt nicht heran konnte.

Krakau, 24. Juni. Der kürzlich verstorbene Pro- fcssor und Sekretär der Universität, Dr. Cyfrowicz unterschlug, wie sich nachträglich herausstellte, der Universität 7 0 000 Kronen. Die Kollegen beschloßen solidarisch die Deckung der unterschlagenen Summe. Der Profeffor, der ein Jahreseinkommen von 20 000 Kronen hatte, hinterließ überdies große Schulden.

Okahandja, 24. Juni. Witboi sandte abermaltz 25 seiner Orlog-Mäuner, alles alte, erfahrene Kriegsleute, die gestern hier eintrafen und heute zu Major von Estorfs weiter gehen. Man erblickt darin das Bestreben Witbois, die über ihn umlaufenden Gerüchte von Un­treue und Abfall aufs unzweideutigste zu wider­legen. Gouverneur Leu twein reiste heute früh nach Windhut ab, wo Generalleutnant von Trotha ihn in den nächsten Wochen besuchen wird. Die Mteiluug des Maiors Hahde rückte von Owikokorero nach Okesondusn vor, wo bisher Estorfs stand, der mit seiner Abteilung in die Gegend von Osondema vorgeht. Tie Abteilung Glasenapp soll von Owikokorero in der Richtung über Otjire mehr gegen Omaramba vorrücken. Die Abteilung Volkmann bleibt in" Otawiet, Hauptmann Franke im Bezirk Ornarnru. Sämtliche Abteilungen haben bis zum vollendeten Aus­marsch den Befehl, jeden Kvmpf zu vermeiden und nur zuzusassen, wenn die Herero versuchen sollten, von ihren jetzigen Lagerplätzen abzuziehen, sonst aber feste Stütz­punkte anzuleg'en und Vorbereitungen für die kommenden Aktionen zu treffen. Tie Etappenstraßen sind bisher besetzt von den Kompagnien Häring, Schering und den Restmann­schaften des Seebataillons. Tie neu herankommenden Regi­menter sollen über Karibib und Outjo vorrücken und von Norden her eingreifen.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

4. Sonntag nach Trinitatis, d«n 26. Juni. Äottesdienff.

In der Stadtkirche.

Vormittag? 8 Uhr: Pfarrafsistent Schulz.

Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Matthäus- gemeinde.

Vormittags 9>/r Uhr: Pfarrer Schwa b e.

Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst.

Pfarrer Euler.

Nachmittags 2 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde.

Pfarrer Schwabe.

Zu der FohanucSkirche.

Vormittags 8 Uhr: Siehe Stadtkirche.

Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Möller von der deutschen Seemannsmission in Loitdon.

Temperatttr der Lahn nnd der Luft

am 24. Juni 1904.

Nach Neaumur gemessen mittags zwischen 12 und 1 Uhr.

Wasser 15°, Luft 18°.

Albert Rübs amen.

Es kommt eine besondere Kollekte für die Seemannsmission Erhebung.

Nachmittags 2 Uhr: Kindergottesdienst für die Ltlkasgemeinde.

Pfarrer Euler.

Sonntag^abend 8 Uhr: Vortrag des Pfarrers Möller voit deutschen Seemaunsmissiott in London im Konsirmandensaale Johanneskirche.

Katholische Gemeinde.

100.90

100.00

99.70

103.10

60.90

60.30

Sport.

(m.) Gießen, 24. Juni. Die bei den großen Rad- und M 0 t 0 r s a h r e n am kommenden Sonntag zur Verteilung kom­menden Preise sind seit heute bei der Finna Fleischmann, Kreuz- play, ausgestellt. Die wundervollen Preise erregen das Auf­sehen aller Passanten und es haben daraufhin noch verschiedene Herren aus Gießen ihre Meldung zum Motorfahren abgegeben. Außer den bereits gestern angemeldeten verschiedenen Meister­fahrern haben noch gemeldet das beste deuffche Amateur Tairdem- paar die Gebr. Hansen in Kopenhagen. Ter Besuch der Rennen wird sehr interessant. ,

Mainz, 23. Ium. .Der Kaiser stiftete für den Mainzer Rudervcrein einen Wanderpreis, der bei der R'gatla vom akademischen Vierer ansgefahren werden soll.

^ffießener landwirtfchaftlichcr Wetterdienst.

Boraussichtliche Witterung in Hessen für Samstag, den 25. Jrmi 1904: Zunächst noch heiter, später wolkig und vielenorts Regenfälle mit Gewitter, schwül und wärmer, dann etwas kühler. Aussicht auf Gewitterregen.

Näheres durch die Gießener Wetterkarte.

5349

Anerkennungsschreiben vorzüglicher Lie­ferungen aus allen Kreisen wurden an dieser Stelle von der Möbelfabrik und Lager Th. Brück, Giessen, Ecke SchlossgasseKanzleiberg zur Veröffentlichung gebracht. Diese sowohl wie eine weitere Serie noch nicht verbreiteter Beferenzen stehen Jedermann gratis und franko nebst einigen photographischen Aufnahmen der besteingerichteten Fabrik- und Verkaufsräume zur Disposition und dürfte es sich em­pfehlen, vor Ankauf von Möbeln, Betten, T ep pichen, Vorhängen etc. sich zu wenden an das 1&58 ge­gründete Möbelfabrikations- und Ausstattungs-Geschäft Th. J3rüch, Giessen, Ecke Schlossgasse KanzleibergBrandplatz. 10 Schaufenster. 100 Zimmer­einrichtungen. Lieferung franko jeder Bahnstation. Telefon 373. Höchste Auszeichnung: Oberhessische Gewerbe-Ausstellung.

Samstag, den 25. Juni 1 904.

Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht.

Sonntag, den 2 6. Juni 1904.

5. Sonntag nach Pfingsten.

Vormittags von 6 x/2 Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.

v um 7 Uhr: Die erste heil. Meße, vor unb in derselben Austeilung der heil. Kommunion.

um 8 Uhr: Die zweite heilige Messe.

um 9 V, Uhr: Hochamt mit Predigt.

Nachmittags um 2% Uhr: Christenlehre; darauf Andacht.

JsraeMische Neliqionsgemeindc.

Hottesdienst in der.Synagogr (Südankage).

Samstag, den 25. Juni 1904.

Vorabend 7.45 Uhr.

Morgens 8.30 Uhr.

Nachmittags 4 Uhr.

Schristerklärnug.

Sabbathansgang 9.40 Uhr.

Neueste Weisungen.

Darmstadt, 24. Juni. Zum heutigen 80. Geburts­tage verlieh der Großherzog, derDarmst. Ztg." zufolge, dem Professor Gottlieb Planck-Göttingen das Komturkreuz 1. Klasse mit der Krone des Philippsordens.

Berlin, 24. Juni. Zur Feier der hundertsten Wiederkehr des Geburtstages August Borsig wurde gestern auf dem Gelände der Borsigschen Werke in Tegel ein Denkmal Borsigs in Anwesenheit der Beamtenschaft und der Veteranen der Firma enthüllt.

Hamburg, 24. Juni. Gestern fand hier die Kon­stituierung der Palästina-Gesellschaft m. b. H. statt. Die Gesellschaft ist mit einem Kapital von zunächst Mk. 100000 mit ihrem Hauptsitz in Hamburg errichtet und bezweckt, den Jrnport und Exporthandel zwischen Deutschland und Palästina sowie den Nebenländern zu fördern.

München, 23. Juni. Das Schöffengericht verurteilte den Redakteur Gruber von der sozialdemokratischen Münchener Post wegen Beleidigung der Barfuß­tänzerin Miß Dunkan zu 400 Mk. Geldstrafe oder 80 Tagen Haft.

Würzburg, 24. Juni. Oberbauinspektor Horn, der eine Frau mit einem Automobil überfahren und getötet hat, wurde zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt.

Paris, 24. Juni. Die Japaner, die bereits G e n- san zu räumen begannen, kehrten wieder in die Stadt zurück, nachdem 600 Mann Verstärkungen sowie eine Feldbatterie mit vier Geschützen angelan'gt waren. Die dortigen Einwohner stehen teils auf russischer, teils auf japanischer Seite. Der Verkehr der Handelsschiffe ist unter­brochen. Die Koreaner erzählen, in Samsung legen die Russen Steuern auf. Die Eingeborenen bemächtigten sich der Vorräte der Truppen und mißhandelten Frauen in schändlichster Weise. Am 12. Juni erreichten die Japaner Pinyang unb stießen dort auf 200 Russen. Trotzdem es zu einem starken E^wchrfeuer kam, gab cs nur leichte Verluste. Man erwartet gegen 800 Mann Re­serve. Es heißt, in 14 Tagen soll der Marsch nach Norden angetreten werden, um die Russen über den Taman zu jagen.

L. Madrid, 24. Juni. Bei dem Eisenbahn-Un­glück^ aus der Brücke über ben Fluß Gilesa bei Entram- basaguas in ber Provinz Teruel in ber Nacht zum Donners­tag kamen, soweit bis jetzt ermittelt, 50 Personen ums Leben. 30 verbrannten in ben brermenben Wagen, 20 ertranken im Fluß. Das Unglück entstaub daburch, daß bie Lokomotive mit drei Wagen ans dem Geleise sprang. Die drei Wagen schoben sich übereinander und wurden durch fliegenbe Funken von ber Lokomotive in Brand gesteckt. Der furchtbare Sturm, der in der Nacht

lassen. Die Herzogin ist eine geborene Helen Morton, ein Tochter des Newyorker Millionärs Levi Parsons Morton. Die Mutter des Herzogs soll bereits nm die Genehmigung des Papstes zur Anf- lbsimg des Ehebnndes nackgesucht haben, angeblich, weil die Ehe kinderlos geblieben ist. Die Entftemdung zwischen dem El)epaare datiert nicht von heute. Der Herzog und seine Gemahlin haben fast nie zusammen gelebt. Während der Herzog auf seinem prächtigen Schlöffe an der Loire weilte, wohnte die Herzogin immer in Paris und blieb nur mit ihrer Familie in Verbindung. Der Herzog ist der zweitälteste Sohn des Herzogs de Talleyrand- Pörigord, Herzogs zu Sagan. Der Vater seiner Gattin war ame­rikanischer Gesandter in Paris und Vizepräsident der Vereinigten Staaten.

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Zlniversttäts-Aachrichten.

Heute, am 24. Juni, begeht der Wirkt. Geh. Rat und ordentliche Honorarprofessor Dr. Gottlieb Planck in Göt­tingen seinen 80. Geburtstag, ein Freund und Lands­mann Bennigsens. Wie dieser einst in die zweite hannoversche Kammer gewählt, stand auch er in Opposition zur Regierung. Ter nachmalige Zentrumsführer Windthorß erkannte jedoch als hannoverscher Justizminister die hohe Befähigung Plancks und forderte ihn auf, als Vertreter Hannovers an den Dresdener Konferenzen zur Beratung eines deuffchen Obligationenrechtcs teilzunchmen. .Windtborst knüpfte an diese Berufung die Be­dingung: Planck müsse ans dem deutschen Nationalverein aus­treten. Selbstverständlich wies er diese Zumutung zurück. Die Neuordnung der politischen Gestaltung Preußens und Deutschlands führte Planck mit Bennigsen in den Reichstag und das preußische Abgeordnetenhaus zur nationalliberalen Partei, aber seck)s Jahre später mußte er seines Augenleidens wegen, das bald zu völli­ger Erblindung ftihrte, der politischen öffentlichen Tätig­keit entfagen. Nachdem er schon im Jahre 1871 in die Kom­mission für die Zivilprozeßordnung gewählt war, gehörte nun fein ganzes Leben' der Ausgestaltung des Bürgerlichen Ge­setzbuchs: dieses ist mit seinem Namen unlöslich verknüpft. Seine gewaltige Arbeitskraft erlitt durch feine Blindheit keine Einbuße. Noch lebt in uns die Erinnerung, wie er vor wenigen Jahren im Reichstag als Generalreferent zur Verabschiedung des bürgerlichen Gesetzbuchs auftrat jeder Gedanke, jedes Wort in llassischer Form gemeißelt? ______

Kertchtsjaat.

Berlin, 23. Jimi. (Pommernbankprozeß.) Justiz­rat Wronker plaibiert für Freisprechung der Angeklagten. Nachdem Rechtsanwalt Werthauer einen Teil seines Plaidoyers gehalten hat, wird die Verhandlung auf Samstag vertagt.

Straßburg i. E., 23. Juni. Wie wir schon kurz be­richteten, hatte Rechtsanwalt Weiß aus Hagenau, der sich als prinzipieller Gegner des Duells bekannte, den Amts­gerichtsrat Baland'aus Hagenau zum Duell mit tödlichen Waffen gefordert, wegen eines Berichts Ba- lands an die Strafkammer, .in dem bemerkt war. Weiß habe unwahre Behauptungen in Aktenstücken aufgestellt. Weiter habe sich Baland Weiß gegenüber in einer Schöffengerichtssitzung geäußert, er halte es unter seiner Würde, mit ihm zu diskutieren. Ein Offiziersehrenrat, an den sich Baland als Reserveoffizier wendete, hatte die Aeußerungen Balands nicht als persönliche Beleidigungen, sondern als berufliche Aeußer- imgen aufgefaßt und entschieden, daß Baland Weiß für diese Aeußerungen keine Genugtuung mit der Waffe zu geben habe. Ter Staatsanwalt beantragte gegen Weiß zehn Tage Fest­ung. Ter Verteidiger von Weiß, Rechtsanwalt Dr. Lenning führte aus: Richter und Rechtsanwälte haben dieselbe wissenschaftliche Vorbildung und das gleiche Recht vor Gericht. Daraus sollte sich gegenseitige Achtung zwischen Richter und An- w al t ergeben. Werde anders verfahren, so könne das zum H 0 l z k 0 m m e n t" fuhren. Der Verteidiger kritisierte scharf das Verhalten des Ehrenrats, ber ohne Weiß zu hören, die Aeußcr- ungen für nicht beleidigend erklärt habe. Baland habe in einer Bio'chwerde über Weiß beim Oberlandesgericht auch mitgeteilt, daß Weiß ihn gefordert habe. Auf diesem Wege fei der Tat­bestand zur Kennttlis der Gerichte gekommen. Das Urteil gegen Weiß lautete auf drei Tage Festung. In der Begründung wurde ausgeführt, die Aeußerungen des Amisgerichtsrats Baland könn­ten berfetneben gedeutet werden, die erste dahin, daß Baland erflärte, er halte es nicht für angebracht, .daß ber Richter sich in einen Disput mit dem Verteidiger einlaffe. Die zweite Aeußcr- ung lasse sich .dahin auffassen, daß vor Gericht die Behaupt­ungen des Anwalts nicht o^ne weiteres als prozessual glaub­würdig gelten. .Immerhin hätte Weiß in beiden Bemerkungen eine Kränkung erblicken können.

S z e g e b i n, 23. Juni. Im Prozeß gegen die Brüder Sabul, welche den Abgeordneten Erenrits getötet haben, wurden die Angeklagten von den Geschworenen freigesprochen, weil sie die Tat in unzurechnungsfähigem Z^istande be- qangen batten. Sie wurden sofort auf freien Fuß gesetzt.

Otto Rathschlag

Schluss des Ausverkaufs Samstag den 25. Juni

71 Seltersweg 71