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Lippen, und trotz seiner Willenskraft entrangen sich ihm die' verstand sich der -etztere zur Einberufung
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Mission, die die Frage prüfen und Vorschläge machen sollte.
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des weltumspannenden britischen Handels anheimgegeben ist. Nicht zuletzt wohl unter dem Druck deS Wettbewerbs Deutschlands und der Vereinigten Staaten auf dem Weltmarkt. Die Regierung des verstorbenen Lord Salisbury wie die seines Neffen Balfour setzten diesen Forde-
ministerium abhinge, dann wäre es um diese Zukunft chlecht bestellt. Die Geschichte der Reform des Handelsamtes zeigt, daß man im gepriesenen Lande des Fortschritts mitunter noch tief in Rückständigkeit steckt. Seit Jahr und Tag verlangen die englischen Kaufleute eine Reorganisation jener Reichsbebärde, der die Pflege der Jntereffen
Worte: „Nicht das!" Dann war der Manu wieder Herr seiner selbst, und es herrschte Schweigen. Dicht neben ihm lag ein dent'schfprechender Russe, der durch Schulter und Kopf geschossen war. Was hatte ihn aus seiner polnischen oder litau,- schen Heimat hierhergebracht? Sein Geist wanderte zurück und sah wohl den Rauch, der kräuselnd aus seiner kleinen Hütte aufstieg, und die Frau in der Hütte, die in der Nacht für ihn betete und auf seine Rückkehr wartete. „M eine Liebe!" stöhnte er. Seine Stimme erstarb zu einem gemurmelten Gebet. Dann schreckte er empor und suchte sich zu erheben. „Wasser, Wasser!" ächzte er heiser und kaum hörbar. Ein japanischer Soldat lief, um ein Zinnkäunchen zu füllen, ein Irländer neben mir hob dem Manne so sanft, als ob er eine Frau wäre, den Kopf, das Wasser kam, und sofort ließ der Schmerz nach . . ."
Eile mit Weile.
Aus London wird uns geschrieben:
Wenn die Zukunft des englischen Hand-el-s von Umwandlung eines Handelsamtes in ein Handels-
Mit dem Ergebnis dieser Arbeit ist garnichiS anzufangen, weil die Kommission die praktische Seite der Sache völlig unbeachtet ließ. Es bleibt nun dem Parlament, und hier wieder den Geschäftsleuten von Beruf, nichts übrig, als selbst einen Reorganisationsplan zu entwerfen und für diesen unter den Abgeordneten zu werben. Man hat hier ein Gegenstück zur Frage der englischen Armee-Reorganisation, deren Verwirklichung ebenfalls nicht abzusehen ist. Mit der Schaffung eines britischen Handelsministeriums hängt die Konsularreform zusammen. Die Geschäftswelt fordert reffortmäßige Unterstellung der Konsuln unter das Handelsministerium und beschleunigte Veröffentlichung der Konsularberichte in einem von diesem Ministerium herauszugebenden Organ. So verfährt nämlich die Regierung der Vereinigten Staaten. Sie läßt die Konsularberichte täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage erscheinen, was für die amerikanischen Exporteure von großer Wichtigkeit ist. Ob man in England je dahinkommen wird, erscheint bei dem Verhalten der Regierung ftaglich. Immerhin bleibt den Engländern der Trost, daß die Konsularreform auch in Deutschland nicht recht vom Fleck kommt. Dieser Konkurrent würde anderenfalls noch gefährlicher werden.
geprägt, aber jeder .halbbewußte Gedanke ging unter in dem einen Entschluß, vor den Feinden seines Volkes diesen Schmerz nicht zu zeigen. Ein Japaner, der, .seiner Uniform nach zu schließen, eine hohe Stelle im Generalstab einnahm, kam zu ihm intb sprach sanft und mitleidig mit ihm in seiner Muttersprache. Ter Chirurg berührte das zerschmetterte Glied, und der Marm wurde von heftigen Schmerzen gequält. „Mein
Politische Tagesschau.
Der König von England.
hat Donnerstag abend seine Reise nach Kiel und Hamburg angetreten, und es wartet seiner ein gläneznder Empfang. Die „Nordd. Allg. Ztg." enthält gestern abend noch nicht den üblichen Bemillkommnnngsqruß; er wird wohl heute erscheinen. Auf Inhalt und Ton der Regier- ungskundge-bung wird man diesmal besonders gespannt sein. Die leitenden englischen Blätter drücken ihre Befriedigung aus und heben hervor, daß trotz der privaten Form der Monarchen-Zusammenkimft ein günstiger Einfluß der Begegnung auf die Beziehungen der beiden Länder und auf die friedliche internattonale Entwicklung nicht ausbleiben dürfte. Der Artikel des „Standard" ist ausgesprochen deutschfreundlich. Eine ernste oder dauernde Erbitterung habe niemals zwischen beiden Böltern bestanden. Also man will über frühere Verstimmungen hinwegkommen. Wenn der „Standard" schreibt, nichts würde der britischen Nation mehr gefallen, als das Wachstum einer freundlicheren politischen Stimmungin den deutschen politischen Kreisen beobachten zu können, so ist schon die Aeußerung eines solchen Wunsches alles mögliche unter den gegenwärtigen Verhältnissen. Vor noch nicht langer Zeit, als Chamberlain der leitende Mann der englischen Politik war, hätte kein Londoner Blatt sich gestatten dürfen, derartigen Empfindungen Ausdruck zu geben. Balfours Einfluß hat doch wesentlich beruhigend gewirkt, die Nervosität und Verletzbarkeit der Briten vermindert. Tie Gelassenheit entspricht 'ja auch mehr dem Nationalcharakter. Weniger entgegenkommend als „Standard" äußert sich „Daily Telegraph". Die Kieler Begegnung könne an sich den Grund ch ar alter der anglodeutschen Beziehungen nicht ändern, wohl aber den Ton zwischen beiden Völkern bessern. Nun, der Ton macht die Musik, nach dem bekannten französischen Wort. Aendert sich erst der Ton, und zwar dahin, daß Engländer und Deutsche sich gegenseitig mehr Gerechtigkeit wider- ahren, Vorurteile fallen und Vergangenes ruhen lassen, dann kommen die politischen Beziehungen von selbst in ein besser vor Erschütterungen geschütztes Geleife. König Eduard soll einmal gesagt haben, er wäre schon glücklich, wenn das gegenseitige .Herausfordern aufhören möchte, wenn das unfruchtbare Zeitungsgezänk verstumme. Wir wissen nicht, ob diese uns berichtete Bemerkung authentisch ist, aber toir haben von vortrefflichen gelehrten deutschen Kennern Englands versichern gehört, daß König Eduard van Herzen den Wunsch einer größeren Intimität zwischen England und Deutschland hege und daß er die Freundschaft Deutschlands und Rußlands keineswegs als ein Hindernis dieser Annäherung betrachte. Die „Daily Mail", die überhaupt konsiattert: „die brittsche imb die deutsche Politik stehen abgesondert von einander", will die dem König erwiesene Aufmerksamkeit, obwohl willkommen, feiner anderen Ursache als der internationalen Höflichkeit zuschreiben. Diese Vor- mrskennzeichnung eines Empfanges, den man noch gar nickt kennt, ist mindestens merkwürdig. Es kommt doch wohl ein wenig darauf an, wie König Eduard die ihm zugedachten Ehrungen und andere Beweise deutscher 85astfreundschaft au fronst und wie er darüber sich ausspricht. An Trink- prüchen und anderen Kundgebungen, die einen ScUuß xulassen auf die „Temperatur" der Begegnung, wird es auch bei dieser Gelegenheit nicht fehlen. Die deutsche Presse nimmt fast ausnahmslos den Standpunkt ein, daß ie ein dcachlasseu der Spannung zwischen England uno Teutschland aufrichtig wünscht.
Der König von England wird, wie nunmehr feststeht, Hamburg am 28. Juni besuchen. Der Zusammenkunft mit dem deutschen Kaiser soll übrigens im August eine solche mit dem östreichischen Kaiser folgen. König Eduard trifft am 11. August in Marienbad ein. Kaiser Franz Josef langt am 29. oder 30. August dort zum Besuche des Königs an.
Aer Krieg zwischen Japan und Anßkand.
Tschifu, 23. Ium. (Reuter.) Hier verlautet gerücht- weise, die Japaner hätten am gestrigen Tage und in ber vergangenen Nacht einen energischen Angriff gegen Port Arthur auf der Land- und auf der See feite unternommen. — Die Kapitäne zweier heute hier eingetroffener Dampfer, die heute früh in einiger Entfernung von Port Arthur vorbeifuhren, sagen aus, sie hätten zu dieser Zeit fein Geschützfeuer gehört.
London, 23. Juni. Das Bureau Reuter meldet aus Lmuiang vom^23. Juni, daß Kuropatkin nunmehr persönlich die Führung der Armee übernommen habe.
Ein weiteres De'legramm Kuropattkins an ßen Kaiser vom 22. d. M. meldet: Die japanische Armee, die von Kints ch ou vorrückt, setzte ihren Vormarsch nach Norden allmählich fort Die Arme e Kurokis habe ihren Vormarsch von Ssiujon eingestellt, mrscheinend, um die Vorhutabteilimgen der beiden Armeen i ’t eine Linie zu bringen. Die vorrückenden Streitkräfte der feindlichen Vorhut betragen in der Umgegend Ssinjons ungefähr eine Division mit mehreren Eskaorons, die durch zahlreiche Infanteriekolonnen verstärkt werden. Oestlich Saimutsi errichten die Japaner auf dem W!ege nach Kuan- diansien Befestigungen. Sie haben daselbst gegen 18 Ge- ' chi'che ausgestellt. Ferner hält eine starke feindliche Feldwache das Dorf Sapeigai, 40 Werst nordöstlich von Sai- mutii, besetzt, das durch Schanzen befestigt worden ist.
Petersburg, 23. Juni. (W.-B.) Ein Telegramm des Generals Sacharow an den Generalstab von gestern besagt: Am 21. Juni griff die japanische Vorhut um acht Nhr morgens unsere Vorposten an, die sechs Werst südlich von Sseniutschen auf beiden Seiten der Eisenbahnlinie Kben. Unsere berittenen Feldwachen zogen sich unter
Andrange des Feindes langsam nach Sseniutschen und weiter nach Kaitschou zurück. Um die Mittagszeit rückten gegen neun Eskadrons mit einer Batterie und bedeutenden Jnfanterieabteilungen nach Sseniutscken vor. Hierauf wurden nach und nach andere feindliche Kolonnen bemerkt und gegen abend wurde Sseniutschen von einer japanif chen Truppenabteilung ein genommen, die aus mehr als einer Division Infanterie, einer Brigade Kavallerie und 32 Geschützen bestand.
Ein ergreifendes Bild ans dem Kriege
eaittoirft der englische Kriegskorresporwent F. A. Mac Keuzie in einem ans Antung vorn.Mai dattettcn Bttefe, in dem er die Schlacht v on Kinlicntscheng schildert. Nachdem er den Hergang der Schlacht ausführlich dargestellt hat, .fährt er fort: ,'Tie japanische Fahne wehte über Kiulientscheng, .die Russen yigcn sich gegen Harnatan zurück, das sechs Meilen davon ent- femt liegt; acht Kanonen und viele Gefangenen waren in den Händen der Sieger. Es war noch vor neun Uhr morgens. Die Soldaten ließen ein ttefes „Banzai" ertönen, Chinesen kamen kttechend aus Löchern im Boden hervor und beteiligten sich an dem Siegesgeschrei; sie stießen die Leichen der Russen mit dem Tt-iifc, um ihre Verachtung für sie zu zeigen, und schickten sich an, t>5e Hyänen des Schla chts eldes zu spielen, sobald sie '. .m wachsamen Auge der Soldaten entgangen waren. Die Milttär- irzte waren eifrig tätig. Feldlazarette wurden aufgeschlagen, >äe von den DeuHchen geschulten Mediziner öffneten flink und fij^I Ihre Jnstrumentenkasten, und ihre schnelle Arbeit begann. Es war keine Zeit, sich zu gieren und zu zögern. Der FeDarzt !lMß schnell im Denken und .Handeln sein. Ringsumher starben Lüe Menschen, jeder Augenblick mußte mit Menschenleben bezahlt v nden: was geschehen mußte, war schnell zu tun. Hier fpürte nr.nt nichts von der Freude des Kampfes. Wer von den Wonnen >cr Schlacht singt, hat nicht in dem Krankenzelt gestanden, wenn bü Wunden, die der Mensch im Kriege dem Menschen beigebracht rat, behandelt roerden. Ein Kosak in grauem Hemd lag ruhig neben seinem früheren Gegner in blauem Rock. Die Japaner imrben auf der Tragbahre neben dem sibirifchen Fußsoldaten mrn.'beigetragen; der eine war durch das Bein geschossen, der Edere in die Sette. Der erste stützte sich auf seine Schulter, lächelte hoffnungsvoll intb tapfer und starrte auf den anderen, den mrr den Kopf wenden konnte. Seine Blicke suchten feine ^danken dem Manne klar zu machen, dessen Sprache er nicht s chänd. Wem: das Gesicht die Wahrheit sprach, so waren es M-rt Gedanken des Triumphes, sondern er schien froh darüber,
jetzt, wo der Körper nur noch ein Wrack war, die Pflicht pullt war. Hier lag ein junger Infanterist; sein Gesicht trug im- Tode einen Blick kindlickzer Bewunderung, sein Gewehr lag ist neben ilM, wo cs die schmerzhaft gelähmte Hand hatte :iO!(cn lassen. Seine Beine waren halb heraufgczogen, die Mus- felliit hatten sich von sl'M in dem Augenblick, nachdem er ge- : riffelt war, und ehe der Tvd ihn ereilte, zusammcngezogen.
::rt lag ein russischer Offizier: der Rock mit Sil- ivst'pitze war ihm ausgczogen und von den Aerzten leicht ihn geworfen; auf seinem Gesicht war der Schmerz aus-
Petersburg. 23 Juni. fW.-D.) Ein Telearamm des Genemladfutanten Kuropatkin an den Kaiser bom 22. d. M. besagt: Die Vorpostenlinie des Gegners eistteckte sich vom 19. bis 20. Juni südlich von Sseniuttcheri von der Küste bis zu einer schwer passierbaren gebirgigen Gegend an der Eisenbahnlinie. Die Vorpostenlinie besteht arts dichten Kavallerieabteilungen und Jnfmrteriefeld- wachen Die Pässe im Osten der Eisenbalm werden vom Gegner ebenfalls sorgsam bewacht. Am 20. d. M wurde um 5 Uhr nachmittags bemerkt, daß eine starke feindliche stavallerie- und Jnfanteriepatrouille sowie Infanterie und Kavallerie vorrückten. Wir hatten ht den Scharmützeln keine Verluste. Auf japanischer Seite wurden mehrere Mann getötet und verwundet. Ferner ist eine Vermehrung der japanischen Streitkräfte im Süden von Wannianpudsa festgestellt worden. Bei .Hathabei auf bem Wege von Ssnrjon nach Tantfchi wurden Befesttguna- «ausgeführt. Auf den von Ssiujon nach Kaitschou sührenoen Sttaßen besetzte die Vorhut des Gegners am 20. Juni auf der nördlichen Sttaße den Paß Pandsischen und Pan- ^schan, 15 Werst östlich von Siahotsan und auf der südlichen Sttaße den Tschapanlrnpaß, 15 Werst südlich von Siahotsan.
Deutsches Reich.
Berlin, 23. Juni. Der Kaiser besichttgte heute vormittag in Kiel die kaiserliche Werft und hörte auf der Werft, sowie auf der „Braunschweig" den Vortrag des Staatssekretärs v. Tirpitz. Die Kaiserin wohnte m-it dem Prinzen Ettel Friedrich in einer Pin ässe dem Start $n* Wettfahrt der Kriegsschiffboote bei. Um zwölf Uhr erfolgte der Start der Sonoerklasse. An der Wettfahrt der Sonderklasse nahm der Kronprinz auf der ^rcht „Angela"' teil. Bei starkem Weststurm und hohem Seegang liefen bei Laboe sämtliche Jachten der Sonderriaffe aus. „Angela", die Jacht des Kronprinzen, hatte dre Segel klein gerefft und hielt sich gut in der Reihe der anderen Fahrzeuge. Ein Torpedoboot folgte den Seglern, von denen die Berliner Jacht „®eorg" als erste vor „Samoa II" das Ziel passierte. Zu der Regatta der Kriegsschiffboote hatten 172 Fahrzeuge gemeldet, die in neun Abteilungen starteten. Das Regattafeld bot infolge der großen Zcchl der Konkurrenten und der Begleitdampfer ein interessantes, herrliches Bild. Die Kriegsschiffsboote hatten unter dem West- sturm stark zu leiden; mehrere Kutter und Barkassen stießen aneinander, kenterten und wurden an das östliche Ufer getrieben, von wo sie Bergungsdampfer und Pinassen in den Hafen schleppten. Die meisten Leute der gefenterten Fahrzeuge hatten vorsichtshalber Schwimmwesten angelegt. Von der Besatzung der G-ig ,Lviser Karl der Große" sind zwei Mann ertrunken. — Zur Mittagstafel bei dem Kaiserpaar an Bord der ,Loherizollenr^ toarcii geloben Prinz Ettel Friedrich, Staatssekretär v. Tirpitz und die Admrrale v. Bendemann und Mchsel. Heute abend 7 Uhr wohnte der Kaiser der Preisverteilung für die .Kriegs- chiffsboote in der Marineakademie bei. Zur Abendtafel ber den Majestäten waren geladen der Kronprinz, Prinz Eitel Friedrich, ferner vom „Meteott" Vizeadmiral z. T. v. Eisendecher, von der „$buna" Kapitänleutnant Karpff, von der Jacht „Nahma" Mrs. Goelet, Mrs. Thomson, Mr. Francis Rigas, Mr. Goelet, von der Jacht „Golden Eagle" Earl und Countesse Lonsdale, Earl und Countesse Mar and Kille, Mr. I. H. S. Pasley, Mr. Percevay, von der Jacht „North Statt' Marchioneß os Ormond, Mr. und Mrs. Cornelius Vanderbilt, von der Jacht „Utoivana Mfon" Armour.
— Eine große K-unhgebung des Kaisers an )ie Mar ine wird in Kiel für den 24. Juni erwartet. An diesem Tage treffen in Kiel zur gemeinsamen Feier ihres vor 50 Jahren erfolgten Eintritts in die Marine die Admirale v. Knorr, Kühm und Zirzww, sowie Kapitän Jung zusammen. Sie gehörten vor 50 Jahren zu dem ersten Stamm von Kadetten, welche in die Marine eintraten. Admiral v. Knorr hack sich 1870 als Korvetten- 'apitän und Kommandant des Kanonenbootes „Mtteott' nn Kampfe mit dem französischen Kreuzer „Bouvett" vor Havanna hervorgetan.
— Die Kaualkommtts'sio-n des Abgeordnetenhauses $at sich heute bis Oktober vertagt. Im ganzen zeigte ich in der Kommission eine der Vorlage e t w a-s gün- ti g^er e Stimmung, als vor drei Jahren.
— Der neue deutsch-belgische Hamdelswer- trag ist in Brüssel von dem deutschen Gesandten Grafen Wallwitz und dem Minister Baron Favereau uncker- ^eichnet worden.
— Der ehemal-ige Reichstags ab geordirete Ja-eobs- töt ter, der konserttativ en Partei angehörig, hatte -ich in Erfurt, als Vorsitzender der i)artigen Handwerkskammer, abfällig über den B u n d d er Ha n j) Werker geäußert. Die Bundesleitung hat darauf eine schriftliche Anfrage an den konservativen Parteivorstand gerichtet: wie er sich zu dem Vorgehen des Herrn Jarobskötter verhalten will? Von der Antwort des letzteren wird die zu- fünftige Haltung des .Handwerkerbundes" der konservativen Partei gegenüber abhängig fein.


