Ausgabe 
24.3.1904 Zweites Blatt
 
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Aolilische Tagesschau.

Die Beschlagnahme derErstklassigen Menschen".

Der vielgenannte, bei Otto Janke in Berlin erschienene, bereits im 9. Tausend vorliegende Noman des Grafen Bau- dissin: yErstklassige Menschen" ist, wie wir gestern berichteten, in verschiedenen Berliner Buchhandlungen von der Polizei beschlagnahmt worden. Wir wissen nicht, weshalb, auf welchen Antrag und zu welchem Zwecke die Beschlagnahme erfolgt ei. Einen unmittelbaren Erfolg wird sie jetzt nach so langer Zeit kaum haben. Deshalb würde man sie für unzweckmäßig halten müssen, wenn nicht besondere bestimmende Gründe ob­walteten. Ehe man diese Gründe kennt, wird man sich füg­lich des endgültigen Urteils enthalten müssen. Um den No­man als das zu kennzeichnen, was er ist, ein gefährliches antisemitisches Pamphlet, dazu bedurfte es der Beschlagnahme icher nicht. Mit wenigen Ausnahmen hat die gesamte deutsche Presse dieses Werk kühl oder schroff abgelehnt.

aus der vornehmen Gesellschaft im Jahrhundert Ludwigs XIV., da man graziös im Menuettschritt tänzelte, aber nicht mit wuchtigem hieb sich auf die Beine schlug, daß es knallt. Das ganze Stück ist m. E. mit äußerster Diskretion, mit auserlesener Eleganz und leicht dahin gleitender Grazie zu spielen und zu sprechen. Die Dienerrollen sind ja zweifellos derbkomisch gemeint, hier war die beherzte Drastik des Herrn Gronert und namentlich der Frau Jenny keineswegs verfehlt, obwohl auch sie um ein paar Nuancen weniger tölpelhaft hätten gestaltet werden können.

Als Vorkost gab's eine Wiederholung von Goethes ^Geschwistern", dieser bescheidenen, aber anmutigen Blüte an dem herrlichen Baume, als der das Lebenswerk des großen Meisters im Garten unserer deutschen Dichtung prangt. Hier traf Frl. Taliansky vortrefflich den Ton der kindlich unbewußten Lieblichkeit, ohne auch nur ein einziges Mal ins läppisch Kindliche zu verfallen. Es war eine reizende Mädchen­gestalt von bestrickender Naivetät und reiner Herzensheiterkeit. Unser leider schiver erkranktes Frl. Hellberg, das wir im nächsten Winter all in ihrer Blütenfrische wiederzusehen hoffen, hatte in der Marianne etwas Melancholisches, etwas Ver­sonnenes aus dem seelischen Zwiespalt zwischen Verlangen und Dürfen heraus gefunden, hatte die ganze Nolle ernster, schwerer, seelisch vertiefter angelegt, aus schwüler Atmosphäre heraus. Frl. Taliansky dagegen war eitel Sonnenschein und Frühlingsduft und Jugendlust, nur vorübergehend gestört durch Fabricens Eingriff. Und mimisch gab sie im Ver- hältnis zu Frl. Hellberg eine erdrückende Fülle allerliebster kleiner Einzelheiten. Frl. T. hat vor Frl. Hellberg das weitaus lebhaftere Temperament, das kapriziös Neckische und die größere Bühnenerfahrung voraus. P. W.

Der Ausstand in Kamerun.

Aus englischer Quelle kommt löiebcr einmal über den Ausstand in Kamerun eine Unglücksnachricht, die zunächst nur mit dem Vorbehalt wiedergegeben werden kann, der gegenüber Meldungen von dieser Seite sich stets als not­wendig erwiesen hat. Nach den letzten in London aus Kamerun eingetrofsenen Nachrichten soll eine deutsche Garnison von 40 Mann unter einem weißen Offizier v ernichtet worden sein. Eine gegen Batschima ent­sandte A b t e i l u n g, wo ein Häuptling sich geweigert hatte, eine Geldstrafe zu zahlen, und eine freche Botschaft geschickt hatte, wurde von den Rebellen umringt und nieder­gemacht. Bewaffnet mit den eroberten Gewehren, mar­schierten tausend Eingeborene gegen die Stadt Nscmakang. Tie weißen Händler steckten nach Abschießung ihrer letzten Patronen die Fabrik in Brand und gelangten auf Kanus nach Alt-Kalabar und damit auf englisches Gebiet.

Wir stellen demgegenüber fest, Daß nach einer amt­lichen Meldung des Gouverneurs v. Puttkamer vom 29. Februar Leutnant Nitschmann schon damals mit seiner Ko­lonne ohne Gefecht auf der Zollstation ddsanakang einge- trosfen war, von wo die Aufständischen nach Zerstörung der Niederlassung geflohen waren. Im schlimmsten Falle dürfte es sich danach um einen älteren Vorgang handeln, der noch dazu mit den üblichen llebertreibungen geschildert zu sein scheint. Seit den letzten amtlick)en Nachrichten ist nur an die iltordwest-Kamerun-Gesellschaft eine Meldung vom Eroßfluß eingelaufen, daß der Aufstand aus eng­lisches Gebiet hinübergegriffen habe. Wir haben zwei Kompagnien, zusammen 160 Mann, die Engländer 300 Mann an Ort und Stelle. Diese Privatmeldung wird jetzt auch offiziell bestätigt.

Nach einer Meldung des Gouverneurs v. Puttkamer breitet sich der Auf stand am Croßfluß aus eng­lisches Gebiet aus. Tie englische Zollstation Obokum wurde am 10. März angegriffen. Oberst Müller mit zwei Mmpa.gni.eu beherrscht vom Croß-Fluß aus die Lage.

Das neue Floltengeseh.

Taß wir im nächsten Jahre ein neues Flotten­gesetz zu erwarten haben, darf als feststehend betrachtet werden. Wenn aber ein Dresdener Blatt kürzlich nähere Mitteilungen über den Inhalt der zu erwartenden Vorlage brachte, so ist das lediglich Vermutung oder Kombination. Es bedarf, so schreibt dieDeutsche Tagesztg", keiner be- onderen Hervorhebung, daß bindende Beschlüsse über die Einzelheiten des neuen Flottengesetzes noch in keiner Weise und an keiner Stelle gefaßt worden sind. Selbst über die Frage des Zeitpunktes, zu dem die Vorlage eingebracht werden soll, ist man noch nicht klar. Ter nächste Reichstag wird sich bekanntlich mit einer neuen Heeresvorlage befassen müssen. Tie Hauptftage wird also die sein, ob die Heeresvorlage der Flottenvorlage vorangehen solle oder umgekehrt, oder ob sie gleichzeitig eingebracht werden sollen. Tas letztere würde gewiß ein sehr offenes, aber auch ein sehr kühnes Vorgehen sein. Ob man sich dazu entschließen werde, bleibt also fraglich Beurteilt man die Angelegenheit lediglich nach sachlichen Gesichtspunkten, so liegt es auf der Hand, daß die Heeresvorlage, die ungleich wichtiger ist, eher er­ledigt werden muß, als die Flottenvorlage. Freilich wird dann die bevorstehende Flottenvorlage einigermaßen un­günstig auf die Stimmung für die Heeresverstärkung wirken. Ta aber in Aussicht gestellt worden ist, daß die Heeres­vorlage nur geringe Mehrforderungen enthalten werde, dürste dieser Gesichtspunkt kaum ausschlaggebend sein. Einen Konflikt fürchten wir anläßlich der Heeresvorlage nicht. Wohl aber kann die Flottenvorlage zu einem solchen den Anlaß bieten.

So weit das Organ des Bundes der Landwirte. Heißt das, daß die Agrarier gegen die Flottenver­stärkung Stellung zu nehmen beabsichtigen, nach dem berühmten Ausspruch, des Tr. Dietrich Hahn von der gräßlichen Flotts?

für die drei Provinzen, 51 900 Mk., bewilligt das Haus die von der 2. Kammer abgelehnte Regierungsvorlage.

Bei Kapitel: Dom zu Worms, bei welchem als letzte Rate 40000 Mk. Staalszuschuß eingestellt sind, erkannte Frhr. H e y l zu Herrnsheim die vorzügliche Tätigkeit des Kunstrates und des Geh. Oberbaurates Hofmann hin­sichtlich der Renovierung dieses herrlichen Baulverkes dank­bar an, rügte aber scharf, daß man jetzt, nachdem die Bürgerschaft so große Opfer hinsichtlich Der Freilegung ge­bracht habe, wieder eine katholische Töchterschule und Psarr- Haus im gotischen Stil am Westchor anbauen wolle. Die Erregung daruver in der Bevölkerung sei groß. Das herr­liche historische Bild würde dadurch vollständig zerstört werden.

Staatsminister Dr. Rothe erklärt, die Regierung habe zu der Sache noch keine Stellung genommen, der Dcz.'rnent, Der nähere Auskunft geben tonne, sei leider nicht zugegen.

Bei Kap. 130: Anlegung neuer Grundbücher, wird der Beschluß der 2. Kammer auf Herabsetzung des Stempels bei Auslassung von Grundstücken (von 2 Mk. auf 20 Psg.) abgelehnt, dagegen die Regierungsvorlage auf Be- willigung von 36 600 Mk. füv den Umbau des Steuer» ommissariats in Wörrstadt und die drei Forderungen ür kleine Neubauten in Langen, Wimpfen und Giiisheim ivieder hergestellt.

Tie Reppositionen des Etats wurden ohne Debatte be­willigt.

Tas Haus vertagt sich darauf auf morgen vormittag 10 Uhr.

ä. «Ltaaisoomanen, 4. Lotterie, 5. direkte Steuern, Regalien, indirekte Auslagen und Einnahmen aus verschiedenen Quellen, 6. Landstände, 7. Staatsministerium. Hier bean­tragt Berichterstatter Frhr. Riedesel zu Eisenbach, dem Beschluß der zweiten Kammer,Großh. Regierung zu er­suchen, im Bundesrat einen Antrag aus Gewährung von Antvesenheitsgeldern für die Reichstagsabgeordneten und freie Fahrt derselben durch das ganze Reich während bei gesamten Legislaturperiode einzubringen", nicht beizu­treten.

Staatsminister Tr. Rothe bemerkt, baß bie Großh. Regierung ihre Stellung zu bie]er Frage bereits im vorigen Jahre zum Ausdruck gebracht habe und von dieser Er­klärung auch jetzt nicht zurückgchen könne.

Ter Ausschußantrag auf Nichtgenehniigung wird daraus mit allen gegen sechs stimmen angenommen.

Bei Kap. Saline und Badean]latt Bad-Nauheim stellte der Finanzausschuß der Großh. Regieruiig anheim, in Erlvägung zu ziehen, ob es nicht möglich sei, eine An­lage für Winter kur zu schaffen; für viele Leidende wäre eine solche höchst erwünscht.

Bei Abteilung Ministerium des Innern werden die Kapitel 2330 ohne Debatte genehmigt. Bei Kap. 31, Gend ar merie, hatte die zweite Stummer nach dem An­trag des Abg. Ulrich beschlosien, bie Gehälter für die brei obersten Gendarmeriebeamten nur auf Den Inhaber zu be­willigen. Ter Finanzausschuß beantragt Nichtbeitritt zu diesem Beschluß, und Die Kammer stimmt dem zu, nachdem Staatsminister Tr. Rothe die bereits in der zweiten Kammer dagegen geltend gemachten Gründe näher dar- !gelegt hat.

Tie Kap. 3147 werdest daraus ohne weitere Tebatte genehmigt. Bei Kap. 48, Denkmalspflege, bespricht Geheimrat Tr. Schmidt-Gießen eingehend den Ur­kundenschutz bei der Denkmalspflege und wünscht, daß der­selbe in bestimmter Fassung mit in das Gesetz ausgenommen werde.

Ministerialrat v. Biegeleben sagt zu, daß die Re­gierung die Anregung in Erwägung ziehen und soweit als möglich den Wünschen des Borreoners entgegenkommen werde.

Frhr. Hehl zu Herrnsheim bemerkt, daß das Kreis­amt Worms bereits Schritte in dieser Hinsicht getan habe. Auch werde in Rheinhessen auf Anregung der Kreisämter in den Archiven bereits eingehende Ausmertsaniieit Der Sicherung der Urkunden zngewendet. Tagegen glaube er, es fei wenig Aussicht dafür vorhanden, daß Die rhein- hessischen Gmeinden ihre historischen Schätze einfach nach Mainz geben würden. Es unterliege auch keinem Zweifel, daß folche alte Fundstücke gerade für die Gemeinden von Wert seien und deshalb ein Weggeben derselben in die Provinzialhauptstadt nickst gern ge,ehen werde. Er spreche die Bitte aus, daß von weiteren Maßnahmen zur Ver­bringung der Urkunden in diese Ab stand genommen werden -noge.

Tie Kap. 4859 werden darauf genehmigt.

Bei Kapitel 59 a werden zur Forderung der Wohn- ungssürsorge für Minderbemittelte 7600 Mk. gefordert.

Frhr. Hehl zu Herrnsheim beklagt, daß die Frage der Wohnungssürsorge, die auf seine Anregung im Jahre 1899 die hessische Gesetzgebung beschäftigte, sich nickst in wün­schenswerter Weise weiter entwickelte, nachdem auch im Reichstag Hessen als in dieser Frage an der Spitze mar­schierend anerkannt worden war. Vor allem hätten die Gemeinden viel zu wenig zur Förderung der wichtigen Frage getan, und auch diejenigen, die sich sonst fast ge- schäftsmäßig zur Lösung Der sozialen Frage befähigt und berufen fühlten, hätten hier vollsiandig versagt. Die Wolm- Ungsfürsorge sei aber gerade Der springende Punkt der ganzen sozialen Frage. Er gebe der Regierung anheim, ob sie nickst durch die Kreisämter auf die Gemeindevorstände einwirken wolle, daß bie Letzteren sich mehr ber Wohnungs­fürsorge widmeten, namentlich für die gemeinnützigen Ban- Vereine die Baugelder beantragen re. Zur Regierung hege er das feste Vertrauen, daß sie alles tun werde, um stie Wohnungsfürsorge auch in Zukunst nach Knasten zu fördern.

Ministerialrat Braun bemerkt, die Erfahrungen, die man mit Dem erst feit U/s Jahren in Kraft besinnlichen Wohnungsfürsorgegesetz gemacht, seien noch zu kurz, man müsse erst weitere Erfahrungen sammeln und die Wirkung des Gesetzes abwarten.

Die Kap. 6075 werden darauf bewilligt.

Bei Kap. Rindviehzucht verteidigt Frhr. v. Hehl seine ftüheren Ausführungen in der Kammer gegenüber einem Beschluß des Landwirtschaftsrats, und weist die volle Berechtigung seiner Anschauungen auf Grund seiner eigenen praktischen Erfahrungen nach. Es sei ein großer Vorteil, wenn man dep einheimischen Rindviehrasse be­sondere Aufmerksamkeit schenke.

Beim Kapitel: Erbauung von Gendarmenwohnungen

Der Kericht des Oouverncmenrs über Die Entstehung und den bisherigen Ferlauf des Kerelo-Ausstunves.

Berlin, 23. März.

Ter imKolonialblatt" veröffentlichte Bericht des Gou­vernements in Windhuk vom 20. Januar lautet:

Ter Stellvertreter des Gouverneurs neigt der Ansicht zu, daß der Aufstand aus die seit langem unter Den feeter» herrschende Gärung zurückzuführen ist, Die größnnlcü-» durch das vielfach gewalttätige Auftreten be- Wa nderhändler bei Eintreiben Der Forderungen hx» vorgerufen wurde, lieber im Distrikt Okahandja bevor­stehende Unruhen lief bei dem Gouverneur-Stellverttcl.-r ein Bericht des Distriktschefs ein. Ter Gouverneur-Llch Vertreter Richter hielt den Ausbruche der Femdseliglei^ nicht für nahe bevorstehend. Weitere Mitteilungen ergaben Die Gewißheit des Lorrückens der Herero und das .Berschviu- den des Oberhäuptlings Maharero aus Olahandja. um 12. Januar wurde Der Telegraph zwischen Windhuk unj Okahandja unterbrochen. Der Au, stc.no verbreitete sich m.: überraschender Schnelligkeit. Die Herero plundetlcii amtliche Farmen, raubten in großen Mengen Bic^ und ermordeten sämtliche Weißen, Die nicht recht­zeitig flüchten tonnten. Die Ermordungen geschaht zum Teil mit viehischer Grausamkeit unter Aer­st Ü m m e l u n g Der Leichname. So wurde Der Leich­nam eines 14jährigen Sohnes Des Zivustolizisten Tausend reunD tastriert au,gesunDen. Ein Augenzeuge ist der Än- ,icht. Daß nach Den Blutlachen neben Der Leiche Die Kastrier­ung am lebendigen Leibe vollzogen mürbe. Soweit bisher wkannt ist, wurden zwölf Weiße ermordet, sieben, ind gefallen. Ter Bericht zählt ausführlich bie Naineir auf. Zweifellos ist noch eine größere Anzahl er­mordet worden, worüber genauere Nachrichten fehlen. Windhuk ift gegen den lieber,all Der Herero in Vertei­digungszustand gesetzt und reicyllch mit Proviant versehen. Ter größte Teil Der Frauen und KinDer ist untergebradji Tie Haltung Der diesigen Bevölkerung war bisher ruhig. Ten höchsten Grad erreichte Die Beunruhigung, als am 17. Januar der Bur Steenkarnp von Aris mit der Nachricht ein traf, daß Dort 1500 Mann versammelt feien, und bay nach Mitteilung Der Herero ein Angriff von 5000 Heren auf Windhuk bevorstände. Steenkalnps Haltung wie bie Der übrigen Buren erschien verdächtig. Tie Buren, an bie 26 Gewehre gesandt wurden, unterhandelten aber mit her bei Aris erschienenen Herero, Die ihnen gegen NeutraliO Die Erhaltung Des BiehbestanDes zusicherten.

Im Bericht Des Gouvernements vom 8. Februar meldet Richter:, Tie Herero fingen am 25. Januar einen Fußbvten Des Gouvernements mit einem Telegramm an bie Kolo-

nialabteilung über Die Damalige Lage ab. Tie Hauptmach: der östlichen Herero hat sich in die Gegend von Otjosongal zurückgezogen, indessen machen kleinere bewaffnete Vieh, liebesbanden die UmaegenD von Windhuk unsicher. Tie Bergdamaras und Die Zwartbooi-Hottentotten verhielten sich ruhig, namentlich Die BergDamaras waren unbedingt zu­verlässig. Zweifellos planten Die Herero ernstlich einen Angriff auf WinDhuk und versuchten einen solchen wi­sche inenD in Der Nacht zum 15. Januar, unterließen ihn aber, als sie schon bei Klein-Windhuk auf einen Außen- posten stießen. In Otjimbingwe brach Der "AufstanD erst nach Dem 20. Januar aus. Die Station mußte aufgegeben werDen, Da Die vorhanDenen Kräfte zur Verteidigung un­genügend waren. Gobabis hielt sich ebenfalls. &in $£b* losungstransport unter Winkler ging Dorthin am i". Fe­bruar ab. Die Angelegenheit Der Buren in Aris klärt sich wie folgt auf: llnterhandelt haben Die Buren in Aris mit den Herero nicht. Die Herero sprachen nur mit den Bastards und nahmen Das Den letzteren gehörige Vieh weg. Tie Buren beschränkten sich auf Die Verteidigung üjrer Waggons, zum Angriff waren sie zu wenig zahlreich. 2er größte Teil Der Ariser Buren nahm am 26. Januar freiwillig an einem zweistündigen Gefecht teil, wodurch mehrere hundert Herero nach dem Nosobfluß zurückgedrängt wurden. Tas Verhalten der Buren hierbei ließ nichts zu wiinfchen übrig. Jetzt besteht kaum mehr Die Hoffnung, daß Der Legationsrat Hopner und der larrdwirtsck)aftliche Bciral Watermeyer gerettet sind. Frau Pilet und fjrau- lein Doemski sind gerettet und befinden sich ui WinDhuk.

Ter Bericht enthält sodann ein Verzeichnis von 37 Personen, Deren Durch Die Herero herbeigefuhller ToD sicher sestgestellt ist. Einer Leiche war der Kopl abgeschnitten, eine anbere anscheinend verstum- me.it Ungewiß ist noch Das Schicksal einer Anzahl Hano­ier unD Farmer Des Distrikts OkayanDja, sowie Der von OkahanDja abgegangenen Patrouille unter Dem tfelDroeD- Kuennel. Ter angerichtete Schaben ift außerordeni' lich hoch Die Entschädigungsfrage ist >chon jo zu erwägen. Fast Das gesamte Vieh wurde gerau v , Die Kaufgeschäfte sind ausgeplünDert und i Farmen verwüstet. Manche Farmer rettet e n n Das nackte Leben. Den Schaden an MobiU allein in Der Umgegend von Windhuk und Okahandja |Q) Das Gouvernement wenigstens auf eine 3J411 Mark. Die Bevölkerung rechnet auf eine Cntschaoig u nicht nur in Vieh unD LanD, sonDern in weitem umi g auch in barem Gelbe, anDemfalls wäre ein aUgeim - geschäftlicher und wirtschaftlicher Zusammenbruch

' Ein beigegebener Bericht Des Windhuker manns Duft vom 8. Februar führt Den Aufstand aul rücksichtslose Vorgehen Der WanDery^. bei Der Schuldeintreibung zurück, was (ruigeDoren Weiße bestätigten. Der Bericht Des Beztrksamtm StvakoPmunD, Fuchs, vorn 29. Januar, befagt, Dt u Des Aufstandes Dürfte Der allgemein etz o e * rero gegen Weiße sein. Der Anlaß hrerzuM Entblößung Des Hererolandes ^nsolge Des Bon Zuges sein. Als Seele Der Kriegsstarker gilt W rm ein reicher Herero.

Zahlreiche Unteroffiziere unD Mannschaften aus all^ Berliner Garde-Regimentern, Die sich zum ftarnp ö ° Hereros freiwillig meldeten, werden letzt aus i) j n dienstliche Fähigst untersucht, jeden Sag 30 untJOM», Tie ersten 400 Mann, Die heute (ronnerstag) au meist Infanteristen. _________

Friseh eiugeirofleu:

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