einige andere Kapitel bewilligt.
Nächste Sitzung morgen früh 9 Uhr.
I
Quaker Oats
Für auf den
Rheinisches Technikum Bingen
für Maschinenbau und Elektrotechnik. 89
die Kleinen eignet sich speziell das, jedem Packet stehende, Rezept “ Für Frühstückstisch.0
Heranwachsende Kinder essen mit Vorliebe Quaker Oats, und bleiben durch täglichen Genuss derselben gesund und kräftig.
verlangte Abhaltung einer Nachmittagssitzung abge lehnt, schließt die Sitzung um 1 x/4 Uhr.
Schw arze Meer gestürzt habe.
Die Weiterberatung wird auf morgen vertagt.
Uermijcfyto«
• Köln, 23. Febr. Wie die „Köln. Volksztg." aus Castrop meldet, wurden gestern auf der Zeche „(Sein* zwei Bergleute durch einen zu früh losgegangenen Sprcngschuß getötet. — Nach einer Meldung aus Witten ist die Ruhr in der dortigen Gegend derart über die Ufer getreten, daß die an den Ruhrwiesen gelegenen Häuser vom Wasserwerk Sünder aus nur noch durch Nachen zu erreichen sind und auf den ersteren Plätzen die Häuser geräumt werden mußten.
* Trier, 23. Febr. In den Ortschaften Dimingcn und Berschweiler bei Ottweiler ist eine Typhusepidemie ausgcbrochen. Tie Untersuchung nach dem Ursprung der Krankheit ergab, daß das Wasser des Berschweiler Baches verseucht war. Die Regierung in Trier hat den Bau von Baraken in den von Typhus betroffenen Dörfern angeordnet.
* Barcelonette (Dep. Basses-Alpes), 23. Febr. Eine Kompagnie des 67. Regiments in Jausiers wurde gestern Abend auf Coldeparre, fünf Stunden von Barcelonette, von einer Schneelawine überrascht. Neunzehn Mann wurden dadurch fortgerissen, von denen sechs umkamen. Bisher sind drei Leichen geborgen.
* Wien, 23. Febr. Infolge der Verhaftung dek Landwehr-Majors WienkowSki in Stanislau, die in Aushebungs-Betrügereien ihren Grund hatte, ist man einer ganzen Bestechung.ne auf die Spur gekommen. Außer WienkowSki wurde m Lemberg ein Landwehr- Hauptmann, in Przcmyil ein Lan dw e hro d e r st und m Radautz em weiterer Land wehr-Major verhaftet.
Aayertjche Zöayuejolm.
M ü n ch e n, 23. Februar.
Kammer der Abgeordneten. Die Debatte betr. bas Landtagswahlgesetz dauert fort.
Abg. Heim (Zrr.) führt aus, dus Zentrum sei jetzt in Bayern viel liberaler als die Liberalen. Der Emsln^ der katholischen Geiirltchteir beruhe nicht aus dem latjchlich behaupteten Mißbrauch von der Kanzel und von dem BeichL- stuhl aus, sondern darauf, daß die Geistlichen prattischie, soziale Arbeit leisten. Redner ,chloß seine Ausführungen mit wiederholten heftigen Angriffen aus die Liberalen, ine aus kleinlichen, persönlichen Rüasichten dieses Gesetz zu Falle brächten.
Minister Frhr. v. Feilitzsch weist sowohl die Berechn nungen, wie das Wahlresultat bei dieser oder jener Einteilung sein werde, als auch die Angriffe der Liberalen als unzutreffend und ungerecht zuruck. Alle Parteien mögen die tzande zu einem Kompromiß bieten, um noch in letzter Stunoe das Gesetz zu retten.
Abg. Easselmann (dl).) eaiurte, seine Partei lasse sich in ihrer Stellung zum Wahlgesetz weder durch Drohungen noch durch Liebenswürdigreaen abbringen; sie verlange Beseitigung der relativen Mehrheit und Konzessionen in der Wahltreiseinteüung. Bei den früheren Versuchen der Wahlgesetzresorm habe das Zentrum auch die Entwürfe abgelehnt, weil es für seine Mandate gefürchtet habe. Gerade dieselben Zcntrumsabgeordneten, die den Liberalen jetzt Vorwürfe machen, hätten damals dieselbe Haltung eingenommen wie ine heutige Stellung der Liberalen sei. Der Antrag Moy sei ein Beweis dafür, daß weite gut katholische Kreise die jetzige politische Agitation der katholischen GeistlickM verurteile. Redner polrmifiert im übrigen gegen die sozialdemotratischen und Zenlrumsredner oüser Tage und hob zum Schlu.se hervor, oatz die Regierung 23 Fahre hindurch die alte 'Wahlkreiseinteilung für gerecht erklärt habe, jetzt aber, da das Zentrum dränge, ihre bis-
Aus §tui>t uni Kani.
Gießen, den 24. Februar 1904.
** Die Generalversammlung des Gießener Lesehallen-Vereins, welche gestern abend im Cafe Ebel stattfand, war bedauerlicherweise von Mitgliedern recht schlecht besucht, trotzdem wohl keine in den letzten Jahren in unserer Stadt neu begründete Einrichtung sich größerer Beliebtheit in allen Kreisen der Bevölkerung erfreut als unsere Lesehalle am Selterstor. Aus dem vom Vorsitzenden des Vereins, Prof. Dr. Haupt erstatteten eingehenden Jahresbericht wollen wir nur das Interessanteste wiedergeben, da ein ausführlicher Bericht über die Ver- einstätigkett demnächst im Drucl erscheint. Prof. Tr. Haupt konstatierte eine stetige fortschreitende Entwicklung des Instituts; beide Gebiete der volkstümlichen Anstalt, Bibliothek und Lesefaal, sind weiter ausgebaut worden und konnten ihre Wirksamkeit reicher entfalten. Ausgeliehen wurden 1903 23 264 Bande, 638 Bände mehr als im Vorjahr. Während die erzählende Literatur «.Romane, Novellen usw.) ungefähr sich aus der alten Höhe hielt, ist die Benutzung von Werken belehrenden Inhalts erfreulicherweise gestiegen. Es ist dies ein Beweis dafür, daß unsere Be- völterung, soweit diese die Bibliothek der Lesehalle benutzt, von dem einfachen Bedürfnis nach Unterhaltung zu höheren Ansprüchen an Selbstunterricht gelangt. Auch innerhalb der schönen Literatur vollzieht sich allmählich ein sicherer Fortschritt zur Auswahl gehaltreicheren Lesestoffs. Man könne seststellen, daß das sogenannte „Lese futter" weniger verlangt werde. Auf den noch zur Vorlage kommenden Katalog verweisend, der demnächst fertig gestellt sein und für 20 Pfg. käuflich sein wird, erhofft man einen verstärkten Anreiz zur Benutzung der Bibliothek. Allgemein interessieren wird die Mitteilung, daß im Lesefaal des Vereins die Adreßbücher von Frankfurt a. M. und Berlin ausliegen und Interessenten sie dort bequem einsehen können. Prof. Dr. Haupt bedauert, daß der Raum im Lesefaal zu knapp wird, um die Anzahl der Leser, welche sich täglich darin einfindet, bequem auszunehmen. In der Zeit von 10 Uyr früh bis 10 Uhr abends ist der Saal niemals leer, und ziemlich ost müssen Besucher stehen, weil alle Stühle besetzt sind. Kreis und Stadt, und auch die Spar- und Leihkasse Gießen unterstützen das gemeinnützige Streben des Vereins mit Zuschüssen und erkennen damit an, daß die Lesehalle danach strebt, eine Kulturausgabe zu erfüllen. In oer Hauptsache stützt sich der Verein aber auf die Beiträge seiner Mitglieder (Mindestbeitrag 2 Marl pro Jahr), und es muß, so führte der Vorsitzende aus, eine Hauptaufgabe des Vereins im neuen Bereinsjahre jein, neue Mitglieder zu werben, damit für eine erweiterte Tätigkeit mehr Mittel zur Verfügung stehen. Bisher hätten die bereit gestandenen Summen ja gereicht, aber man dürfe nicht stillstehen, da dies einem Rückschritt gleich käme. Der Verein zählt rund 450 Mitglieder, welche einen Gesamtbetrag von ca. 1450 Mark zahlen. An Zuschüssen hat der Verein zu verfügen: von der Stadt Gießen jährlich 400 Mk., vom Kreis Gießen 150 Mk., von der Spar- und Leihkasse 300 Mark. Ferner werden pro Jahr ca. 300 Mark für den Verkauf von Lesekarten vereinnahmt. An Ausgaben sind zu leisten 1000 Mk. für Besoldungen, ca. 850 Mark für Zeitungsabonnement und Bücheranschiaffungen und ca. 550 Mark für Buchbinderarbeit. — Dr. Ebel legte hieraus den Andruck für den Katalog vor, in welchem 5550 Bände der Bibliothek systematisch und übersichtlich ge- ordnet, sür den Leser leicht zu finden, registriert sind. Die Ausstellung des llataloges ist von der Bibliothekarin des Vereins, Frl. Dingekdeyn, in ihrer privaten Zeit bewirkt worden; sie hat sich dec mühevollen Arbeit int Interesse der Sache unterzogen und es grundsätzlich abgelehnt, dafür ein Honorar anzunehmen. Die Generalversammlung beauftragte den Vorsitzenden der Dame sür das im Jnterefse der Sache gebrachte Opfer an Zeit den Dank des Vereins auszusprechen. Die Vorstandswahl ergab die Wiederwahl der seitherigen Mitglieder. Aus der Mitte der Versammlung wurde den Herren der Dank für ihre Tätigkeit im Interesse der Förderung der Volksbildung ausgesprochen.
§ Ober-Seemen, 22. Febr. Drei hiesige Bürschchen im Alter von etwa 17 Jahren erstanden ein Jagdgewehr und durchstreiften damit die Wälder. Tas „frohe Jagen" war aber nicht von langer Dauer, denn bald war ein Forst- beamter dem Treiben der jugendlichen Wildschützen auf der Spur, welche nun einer gerichtlichen Bestrafung entgegensehen.
? Wingershausen, 22. Febr. Mutter undTochter einer hiesigen Familie gerieten dieser Tage in Streit, welcher in einen regelrechten Faust kampf ausartete, wobei die Mutter zu Fall kam und ein Bein brach.
FF.;? z&
unübertroffene Schönheits- und Gesundheits-Seife, viel tausendfach bewähr«. Aerztlich empfohlene Kinder-Seife, einzig in ihrer Art. Stück 50 PL Erhältlich in Apotheken, Drogerien und Parfümerien wie auch das nicht fettende Myrrholin-Giycerin. Erfo'g« Weisse, zarte Hände, reiner, schöner Teint.
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Komische Tagesschau.
Die Abänderung des BocsengesetzeS.
Man schreibt uns aus Berlin, 23. Februar:
Mit einem heiteren, einem nassen Auge wird von den Interessentenkreisen die nach langem Harren erschienene Börsengesetznovelle betrachtet. Die Abänderungen nach den Wünschen der Börse sind nicht zahlreich; eine Enttäuschung bereitet, obwohl man nach der Haltung der Regierung darauf vorbereitet sein konnte, die Beibehaltung des sog. „Spielregisters" (Börsen- regrster) uni) die Beibehaltung des Verbots des Termin Handels in Jndustriepapieren. In letz terer Hinsicht wird sogar eine VerschÜrsung vorgeschlagen. Bekanntlich hat die Börse speziell sür eine Reihe von lebhaft gehandelten Montanattien für das verbotene Termingeschäft die Form des „Kassageschäfts" gesunden und mit Erfolg etabliert. Gegen diese Einrichtung wird in der Börsengesetznovelle insofern ein Schlag gesührt, daß ein Zusatz zum 8 51 folgendes bestimmt: „Die Erfüllung der Verbindlichkeit aus einem Börsentermingeschäft in Waren oder Wertpapieren, in denen der Börsenterminhandel untersagt ist, kann verweigert werden." Durch diese Bestimmung wird ein Einwand neu eingeführt, der unzweifelhaft eine mindestens ebenso große Tragweite hat, wie der Disferenzeinwand, der Einwand des Spielgcschäfts, von dessen nur zu häufige Anwendung durch verunglückte Spekulanten die Begründung zur Novelle selbst sagt, er sei ein Verstoß gegen Treu und Glauben. Also hier liegt eine neue gefährliche Fußangel für die Börse, denn die Verbindlichkeiten in den erwähnten Werten sind außerordentlich große. Frhr. v. Zedlitz, der sreikonservative Parlamentarier, hat den anerkennenswerten Mut gehabt, im Gegensatz zu seinen Parteigenossen kürzlich sür die völlige Aufhebung des Terminhaudclsverbots in Jnbustrie- papieren einzutreten. Ein Verbot, dessen Umgehung in legalen, oder wenigstens schwer anfechtbaren Formen, mög- lich ist, erfüllt in der Tat wenig den Zweck. Nutzen hat es nicht gestiftet- wohl aber viel Nachteile für die Volkswirtschaft dadurch,, daß das Kassa geschäft kolossale Summen dem Verkehr entzieht und so zur Ve r- steisung des Geldstandes beiträgt. Was nun den Disferenzeinwand betrifft, so will der Gesetzgeber wenigstens die ärgsten Mißstände beseitigen, die sich in der Praxis ergeben haben. Dazu gehört erstens, daß die Eintragung ins Handelsregister von der Erhebung des Tifserenzeinwandes ausschließt, auch wenn keine Eintragung ins Börsenregister stattgefunden hat; zweitens, daß nach Ablauf einer Frist von sechs Monaten der Schuldner dem Gläubiger gegenüber den Tifferenz- einwand nicht mehr erheben kann, ebensowenig dann, wenn der Schuldner nach Mitteilung über die Abwicklung des Geschäftes seine Verbindlichkeit ausdrücklich schriftlich anerkannt hat; endlich, daß die zur Sicherheit bestellten Summen nicht zurückzusordern sind, „sofern der Besteller dem Gläubiger gegenüber schriftlich erklärt hat, daß die Sicherheit zur Teamig von Verlusten aus Börsentermin- geschästen dienen soll". Wie gesagt, durch diese Neubestimm- ungen wird immerhin eine Einschränkung des an Betrug grenzenden Unfugs erzielt, der bisher mit dem Disferenzeinwand getrieben wurde. Der .Hauptpunkt scheint uns die Einführung der k u r z e n V e r j ä h r u n g s - frist zu sein. Hierzu bemerkt die „Nat.-Ztg." mit Recht, daß kein Kaufmann uno kein Bankier mehr den Stand seines Geschäftes übersel)en konnte, lveil Geschäfte, welche jahrelang zurüülagen und seit Jahren abgewickelt waren, bis zum Ablauf der dreißigjährigen Verjährungsfrist der Anfechtung unterlagen. Im übrigen aber sinder der Ent- wurs nicht den Beifall des naiionallcheralen Blattes, die Regierung habe den agrarischen W i d e r st ä n d e n in denkbar weitestem Maße Rechnung getragen. Tie Mehrzahl der heutigen Berliner Aoenoblätter beyält sich ein näheres Eingehen aus die Novelle vor. Die „Voss. Ztg." tadelt aber nut Entschiedenheit, daß auch in diesem Falle die „Köln. Ztg." in den Stand gesetzt worden ist, den Entwurs vor oer Berliner Presse zu veröffentlichen. Vom „Bert. Tagebl." wiro das nnbefrieoigenoe Ergebnis der Vorschläge aus die „Verquickung von Regierung und Agrarierrum" zurückgesuhrt. Tie agrarische „Teutsche Tagesztg." bemerkt, der Wortlaut bieie sv gut wie reine Uebenn)djungen. Im wesentlichen scheint man also auf agrarischer Seite nut dieser „kleinen" Börseuresorm" nicht unzufrieden zu sein.
Weiter wurde das Kapitel Provinzialstechenanstalten und herige Haltung umstoße. Redner wandte sich noch gegen - - - ..... die gestrige Erklärung des Mini)ierprasidenten ^rhr. von
Nachdem"das Haus alsdann die vom PrLsidentenHaa» d°. das Staatsichiss vollends .ns
• Der Matrose Kohler hingerichtet. Der Mord auf dem Stationsschiff „Loreley" hat seine Sühne gefunden. In Aurich wurde der Matrose Kohler enthauptet. Kohler hatte, wie noch erinnerlich sein dürste, in der Nacht vom 15. zum 16. November 1902 an Bord des damals im Piräus liegenden Stationsschiffcs ,Loreley" den ihm vorgesetzten Oberfeuerwerksmaaten, Unteroffizier Biedritzki, ermordet und die Schiffskasse beraubt. Die „Loreley" war seinerzeit wegen der Unruhen in Saloniki zum Schutze der dortigen deutschen Neichsangehörigen entsandt worden und vorher zur Reparatur im Piräus vor Anker gegangen. In der erwähnten Nacht hatte Biedritzki mit einigen Matrosen die Wache auf dem Schiffe, Kohler selbst war Deckposten, während die gesamte übrige Mannschaft sich auf dem Lande befand. Gegen Mitter- nacht hatte sich Biedritzki zum Schlafen niedergelegt. Als er in tiefem Schiummer lag, stürzte Kohler auf den Wehrlosen zu und durchschnitt ihm mit einem Küchenmesser die Kehle. Hierauf brachte er den schon längere Zeck gehegten Plan einer Beraubung der Kasse zur Ausführung. Es gelang ihm, die schwere, eiserne Kiste auf ein vorher klargeniachteä Beiboot zu schaffen. In diesem trieb Kohler dem offenen Meere zu; kurz vor der Hafenausfahrt wurde er aber von einem Fischerboot verfolgt, so daß er sich entschloß, an Land zu gehen und die Schiffskasse im Stich zu lassen. Wenige Tage später erfolgte dann seine Verhaftung. Nach mehrtägiger Verhandlung wurde Kohler später vom Kriegsgericht in Wilhelmshaven am 23. Januar v. I. zum Tode verurteilt. Das Reichsmilitärgericht bestätigte das Urteil und wies die beantragte Wiederaufnahme des Verfahrens zurück; jetzt ist, wie oben erwähnt, das Urteil vollstreckt worden.__
Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Der Krieg uno die Börsensperulatiou. Den meqten materiellen Schaden, den der Krieg bis jehl angerichtet hat, hat erden Börsenspekulanten und damit zum Teil auch dem Kapitalisten- Publikum gebracht. Nahezu alle Wertpapiere, Obligationen und Aktien sind an den deutschen, österreichischen, der londoner, der Pariser, der Petersburger, -Mailander und -Madrider Börse zurückgegangen. Neben Berlin und Franksurl hat Paris am 20. Februar Kursstürze gehabt, wie sie dort seit dem Krach der Union genörale im Jahre 1882 nicht vorgekommen sind. Kein Papier blieb von der Baisse verschont. Die 3'/,proz. Staatsrenle ging um 3'/« Proz. zurück. Die Aktien der Banque de Paris verloren 78 Frs., Lyonnais 42 Frs., Suez'Aklien wichen von 4035 Frs. bis 3820 Frs. Die 4proz. Türken verloren 9 Proz., Spanier 9', Proz. usw.
Nutzlauds Finanzlage. In der „Now.-Wr." ivird Rußlands Finanzlage m entern wahrhaft glanzenden Licht dargestellr. Niemals soll Rußland so kriegsbereit gewesen sein wie jetzt. Bei den ungeheuren Goldvorräten, über die Rußland verfügt, liegt nicht die geringste Notwendigkeit vor, auswärts das Geld zum Kriege zu suchen. Rußland ist gerüstet und hat ungeheure -Mittel zur Erhöhung der Kriegsbereitschast verausgabt. Es gereicht dein ehemaligen Jinanzminlster Witte zur Ehre, daß er mitten im Frieden der Versuchung nicht erlag, die Gefahren eines Krieges zu vergessen. Ter freie Barbestand, der zu Kriegszwecken zur Verfügung steht, durste sich auf ungefähr 250 Mill. Rubel belaufen. Am Schlüsse dieses Jahres wurde diese Summe durch die Mehrerträg-- nisse noch um 50—106 Mill. Rubel — je nach dem Ausfall der Ernte — wachsen. Finanzminister Witte hat nach allem reichlich vorgesorgt und die vielen Anleihen, die er angeblich für produktive Zwecke aufnahm, zu gutem Teil zu KriegsvorbereUungen verwendet. Deutschland und Frankreich haben das Geld hergegeben, und an den Börsen beider Staaten verspürt man nun den Krieg am meisten.
Vereinigte chemische Fabriken Mannheim. Bei einem Reingewinn von 1426 007 Alk. (im Vorjahr 1300 571 Alk.) soll eine Tividende von 16 gegen 15 Proz. vorgeschlagen werden.
Faber & Schleicher, Aktien-Gefellfchast, Offenbach a. M. Ter Aufsichtsrat dieser Gesellschau Hal die Verteilung einer Tivl- dende von 10 Proz. gegen 9 Proz. im Vorjahr beschlossen.
MUtöMMIfaKlFC, w


