Ausgabe 
23.12.1904 Erstes Blatt
 
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>*>rud fiberqebcn werden kennen. Die Hauptarbeit des Finanzausschusses ist damit gethan.

Kleine M i t t e \ v r q e n a u k H essen und de n Nachbarstaaten. Der Aerzteverband für freie Aerzte- ivabl in Frankfurt a. M. bat in seiner letzten General- versammlunq beschlossen, dem Leipziger wirtschaftlichen Per- band eine jährliche außerordentliche Spende von 1000 Mk. zu überweisen. Der Bahnbofswächter Hambach in Frank- furt wurde, als er auS dem Wartesaal 4. Klasse die Ob­dachlosen auSwieS, von einem derselben hinterrücks über- fallen und mit einem Dolche schwer verletzt.__________

Irr Serband der öcsstsch-n landwirtschaftlichen

Aepolfrnschaflen

dielt, itrie man uns aus Darmstadt berichtet, dort am Donners rag seinen 42. Verbandstag ab. Von der Regierung wohnten der Sitzung Oberregioningsrat .Höltzinger und Ministcrwlstkretär Mathias bt?i. Der Verbandsdirektor Geb. Nat Haas, bieß be­sonders die Negierungsvertreler willkommen, auch den Vertreter der Rbeinprovinz, Dr. Ziegenhein und einen russischen Gast aus Charkow, Vroß Ansiegervw, und gab den Jahresbericht. Der Verband habe im Vorfahre seinen 30. Geburtstag gefriert. Mau befinde sich jetzt in der Zeit ruhiger Arbeit und sie gelte der Hcfestrgung und Sicherung des inneren Bestandes. Auch die Arbeit im abgelaufcnen Jahr ;oar abgeschlossen und abgerundet, und man dürfe die Ucber.zeugung hegen, daß die Organisation sich kräftig entwickele. Es wurden jetzt bereits fast 2'i- aller Landgemeinden von den E-enossenschaften umfaßt. Der Verband zählt zurzeit 382 Spar- und Darlebnskcrssen, 160 landlmrtschnft liche Äerufsgenossensckmften. 32 Molkerei- und 15 Winzrrgenossen- schäften, 5 Kornhansgenossenscbaften usw. im Okiu^-cu 517 Ge- rwisenschaften mit über oO 000 Mitgliedern. Sehr erfreulich haben die Bezugs- und Msakaenossenschaften zugenommen, und besonders sei das Genossenschaftswesen, auch in Oberhessen er­wacht; im allgemeinen fei der genossenschaftliche Getreidcabsatz Ttotf) ungenügend, man müsse aber bei der Begründung von Korn hau sgenopensckmften mit Vorsicht, vielleicht sogar mit einem gewissen Zwang zu Werke gehen. Auch in Oberhessen schreite das Genossenschaftswesen kräftig vorwärts, er, der Redner, hoffe, daß sich auch Oberhessen ebenbürtig den anderen Provinzen zur Seite stellen werde. Leider seien aber noch, immer Viele Tausende von Landnnrten der Meimmg, daß sie besser weghrmeu, lvemr sie mit den Händlern arbeiteten. Die weitere Befestigung der Orgarnsation sei eine sehr bringeube Aufgabe. Eine ganz besondere Art habe sich im Verband durch die Winzergenoffen- schaften in Rheinhessen herausgebildet.

Der Gesamtumsatz der Spar- und Darlebnsgenossenschasteu betrug 133 Millionen, der Gewinn 526 000 Mark, der V?rlust 13 000 Mk., die Reserven 3 Millionen, die Gefchäftsguthabcn 2 300 000 Mk., die Verwaltungskosren 318 456 Mk. Zum Schluß kvmtatierte er, daß der Gcsaintabschluß ein durchaus befriedi­gender sei und forderte zu weiterer, energischer Organisation aus eingedenk des Satzes: Einigkeit macht stark.

Generalsekretär Germes referierte über die Nechmmg und Bilanz des Jahres 1903 und besprach die Forderung der Spartätigkeit in der ländlichen Bevölkerung durch die Spar- und Darlehns kaffen. Ter Redner verurteilte dabei besonders schars das Schcrl'sche Svarsbstrm und empfalst folgende, von der Versammlung auch einstimmig akzeptierte Resolution: Der 42. BerbandStag erblickt in allen Maßnahmen, welche ge­eignet )inb, die Spartätigkeit seiner Spar- und T^arlehnslassen zu erschweren oder anr unmöglich zu machen, eine schwere Schädigung der ländlichen Volkswohlsabrt imb erklärt sich deshalb mit aller Energie insbesondere gegen die Einführung des Sckerl- schen oder eines ähnlichen Prämiensvstems. Andererseits rickstet der Verbandstag an alle dem Verbände ange hören den Spar­und Darlehnskassen die dringliche Aufforderung, das Sparwesen mit allen Mitteln, namentlich durch Einführung und weitere Ausdehnung der Sparkarteneinrichtung, zu fördern."

lieber ,chie Versorgung der Städte mit hygienisch ern-

lvandfreier Milch aus genossenschaftlichem Wege" referierten Ver- suchsstationsvorsteher Dr. Krüger und Molkerei-Instruktor Henkel. Die Versammlung nahm darnach folgende Resolution an: Der Verbandstag erklärt: Tie planmäßige Organisation der städtischen Milckm-rsm'gung auf genossenschaftlichem Wege unter Berücksichtigung der Forderungen der Hygiene ist im allgemeinen Interesse dringend ennnnscht. Die im hessischen Milchversorg- nngögebiet auf Verwirklichung dieser Aufgabe gerichteten Maß­regeln sind alsbald zu ergreifen und zur Durchführung zu bringen". Den Schluß der Verhandlungen bildete ein Referat des LandeSnwhnungsinspektors ffstetzschel über das Thema: .Die Erbauung von Landarbeiterwohnnngen mit genossenschaftlicher

Annll unO Wilsenschaft

Kaiser Wilhelm und Leoneavallo. Ein Kurio- htm leistet sich ein Pariser BlattLe Journal", anläßlich "der Berliner Anfführnng drsRoland von Berlin". Wie viele aus­wärtige Blätter, geht auch dieses von der Voraussetzung aus, der Kaiser habe Leoneavallo den Text zu seiner Oper- eigen händig geschrieben. Um dieses Ereignis nun auch künstlerisch zu feiern, bringt die Pariser Zeitung über einem auS;übrlichen Bericht d" Premiere das Bild des Kaisers und LeoneavalloS in einem Doppelmedaillon. Links der Monarch, rechts der italienische Komponist B«ffde Bilder sind unten durch eine Palme mit Lyra verbunden, oben vereint sie eine Schleife, an der die Kaiserkrone prangt. Der Kaiser ist, wie derBörs Kur." feststellt, in der Tat vorzüglich getroffen: an <Äelle von Leoneovallos Bild scheint aber der Photograph demJournal" dadjen'ge eines dem Komponisten entfernt ältlich sehenden '"crlincr WeEbierwirtes un^ergeschob.n zu habm. (Leou- cavallo sicht allerdings auch in Wirklichkeit nicht gerade be­deutend, sondern infolge seines riesigen Bierbauches Vielntelw tatsächlich reckt nngeniat aus.) lieber dem Doppelmedaillon liest man von oben nach unten:Kaiserliche Mitarbeit".Eine Oper von Wilhelm dem Zweiten und Leoneavallo."Eine sen­sationelle Premiere."Der Kaiser sckr^ht ein Odern-Libretto nach einem Roman von M. Willibald (den Alcris hatLe Journal" unter den Tisch fallen lassen) und bestelll die Musik bei dem italienischen Maöstro."

München, 22. Dez. In Kreisen, welche dem Hofe nab" stehen, verlautet, daß Intendant von P o s s a r t Reujahr zurücktreten werde. Ausschlaggebe'ch für die Demission ist der Mißerfolg der Testspiele im Prinzregenten- Theater, ferner der Niedergang der. Oper und W neuen Schauspiels. Nach Rücktritt Pvssarts werden die beiden Hoftheater rfOTTrnh'iert werden und zwa-' so. daß eine In­tendantur als Hofcharge einoerick tet und bm Iben je ein Direktor derOperund desScha ns viels untergeordnet wird. Als Overn-Direktor sei General-Musik Direktor Mottl, als Direktor des Schauspiels Ludwig Gang Hofer ausersehen, lieber die Besetzung der General-Intendanz ist iwch nichts ent­schieden.

Meister d e r Farbe. Europäische Kunst d-r Gegen­wart. Fass-wi'enacbbild^mgen farbiger Kunstwerke. Heft 912. Preis des Heftes (6 Kunstblätter mit begleitendem Text) im Alwnne- ment 2 Mk Leip-ig, E. A. Seemann. Die Farbenreprvduktiou feiert auch in diesen, noch rechtzeitig vor Weihnachten erschienenen Heften glänzende Triumphe. Man beschaue nur die Wiedergabe von Mtmeister Menzels Erinnerung an das TtMtre gymnafe in Paris, Deak-Ebuers Markt in Szolnok, Serras Ponlinisckw Sümpfe, Darnauts Landschaft, Hitchrocks Tulvenfeld, Pa4ls Herbst- ftimnrung mtb das seine Adagio von Lftesch-Brunningen. Ganz Europa hoi zu dieser Sammlung beigesteuert: mißer deutscher und östreichischer Kunst haben Sehweden, Rnßland, Dänemark, Holland, Belgien, Frankreich, Slwnien, Italien, Ungani ihre besten Meister zu diesem Kongreß entsandt. Die Fülle der Schönheit des Gebotenen ist erstaunlich Tie Kunstblätter sind auf schwarzen Karton montiert, wodurch der Eindruck des Farbenspiels noch gehoben wirb. Tic Auswahl der Meistertverke, die farbige Wiedergabe und die Ausstattung des Unternchmcns zeigen, daß die herausgebende Verlagsbuchhandlung ihrer Ausgabe gewachsen ist. Tie Hefte bilden ein treffliches'

Erziehungsmittel zur Kunst, und die ein seinen Kunstblätter wuroen gerahmt einen Wandschmuck abgeben, wie man ihn sich nicht beffer ivünscben könnte.

KeriiLtsiaal

Wien, 22. Dez. Der Bankdiener Jener, welcher bei der hiesigen Zentralbank deutscher Sparkasien eine viertel Million Kronen d e s r a n d i e r t e , wurde vom Schwur- gerirbt zu drei Jahren schweren Kerker verurteilt, sein Komplize Wenzel Gottstein, der geistige Urheber der Defraudation, zu zwei Jabren. Franz Schöbt, der Jenner einen Unterschlupf verschaffte nnd einen Teil des Geldes verbarg, erhielt ein Jahr, sein Bruder Leopold Cchödl drei Monate. Der Photograph Beichbucher, der Jenner bei sich beherbergte bekam acht Monate, dessen Frau wurde freigesprochen. Ludwig Flick, der einen Teil des Geldes auswärts verbergen sollte, wurde zu 5 Monaten Ker­ker verurteilt. Seine Geliebte, Viktoria Aner, wurde freiqesvrochen, ebenso Owttstems Bruder Josef, in dessen Stall ein Teil des Geldes vergraben wurde. Die Geschworenen verneinten bei Jenner ein­stimmig die Schuldirage wegen Diebstahls und sprachen ihn nur der Vernntrenuna schuldig.

toicficncr landwirtschaftlicher Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung in Hessen für Samstag, den 24. Dezember 1904: Trüb und nebelig, Seimv'^htr roenig verändert, Fros. Rheinhessen trocken, sonst im Lande verei >zelt etwas Schnee.

Näheres durch die Giebener Welierkarte.

Neueste iilellniinien.

Dresden, 23. Dez. Der König ließ sich gestern abend noch über die Anwesenheit seiner früheren Ge­mahlin in Dresden einen Vortrag halten. Abends fand im Taschenberg-Palais Tafel statt, an der sämtliche Mitglieder des königlichen Hauses, auch die Königin-Witwe Karola teilnahmen. Vor dem Hotel Bellevue sammelte sich abends wieder eine große Menschenmenge an, da man nicht glaubte, daß die Gräsin bereits abgereist sei.

London, 24. Dez. Dem .Standard" zufolge leidet Premierminister Ba lfour an einer leichten Erkältung, die ihn mehrere Tage aus Zimmer feffeln dürfte.

London, 23. Dez.Daily Telegraph" meldet aus Tschisu von gestern: Nach dort einlaufenden Berichten ent­kamen acht Torpedobootzerstörer aus Port Arthur. Während der letzten 24 Stunden herrschte heftiger

Schneesturm.

Sidney, 22. Dez. (Neuter.) Hier verlautet, die eng­lische Regierung beabsichtige, die Tonga-Inseln zu annektieren. Die dorthin abgefahrenen englischen Kriegs- schiffe hätten den Auftrag, die englische Flagge zu hiffen.

Telephonischer Kursbericht*

3Vte/o Rei<*fc«nk)lbo . . 101.70 3Ve <lo. . . . 89.90 MW Kor^olß 4 - . . 101.60 3% do......89.95

ä'/f6/-- .... 100.10

37t % ObprhosRAn . . . 98.80 4% Oe«terf. Goldränte . . 101.50

4 9 % Oesterr. Silberrento 100.60 4% Un^ftr. Goldrento . . 99.80 40/ Italien. Tiente . , . 104.30 412 % Porhicrieaer , . . 63.90 °l Porhn*i<*een. .... 63.00

1% C. Türken .... TQrkcnloee .....127.80

4°/q Griooh. Monopol.-Anl. 48.00 47,56 äussere Argentiner 45.20

8*/n Mexikaner .... 32 40 4VtVh Chinesen .... 92.10 Electric. Bebuckert . . .* 124.40 Nordd Lloyd . . . .103 00

Kreditvktien .... 21260 Diskonto-Komniandit. . . 192.10 Darmstädter Bank . . . 142.00 Dresdener Bank .... 167.80 Berliner Handelsges. . . 163 50 Ocsterr. Staatsbahn . . . 138.60

Lombarden . . 17.6*0

Gotthard bahn . . . . 193.00

Laurahfltte . . 6 . 258.00

Bochum ...... 232.75 Harpenor......214.20

Schatzscheine.....

: still.

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Nachdem am vorigen Somstag die CHristbescherung für die Kinder unserer Anstalt durch Gottesdienst in der voll besetzten Iohanneskirche und durch Gabenausteilnng ht der Klejnkinderlchule stattgesunden hat, ist es tm5 Herzenssache, mtftrett innigsten Dank allen denen auszufvrechen, die uns zur Ausfühnnw der Ehristbo scherung für die 244 Kinder der Anstalt, irenndlichst uisterstützk haben. Hauptsächlich danken wir den vielen Wohltätern, die durch ihre reichen Gaben an Geld, Bekleidungsgeqenständen, Kleider­stoffen, Konfekt usw. sowie durch Handarbeit es uns ermöglicht haben, unfern Anstaltskindern und auch deren Allgehörigen eine große Freude zu bereiten.

Wir teilen nachstehend besonders mit, welche Geldbeträge für unsere Ehrlstbescherung qesvendet wllrden: durch Frail Rechts­anwalt Grünewald 183 Mk.. Frau .Kommerzienrat Heyligenstaedt 32 Mk., Frau HaaS 22 Mk., Frau Rechnungsrat Kalbfleisch 134 Mk., Frau Professor Leist 73 Mk., Frau Kirchenrat Naumallil 140 Mk.: hierunter befinden sich 40 Mk., die bei der Eröffnungsfeier des Nowack'schen Warenhauses gesammelt wurden, wahreild iveitere bei derselben Feier gesammelte 35 Mk. also iirSgesamt 75 Mk. |MT Armenbescheruilg verwendet wurden; sür diese Gabe sprechen wir unseren besonderen Tank au5. Durch Frau Llllse Ottens 44 Mk., gänlein Luise Wortmann 61 Mk., durch die Dchlvestern der Au­lt 156 Mk. Ferner durch H.errn Richard Buch acker, als Neber- »on der Opposition gegen den 8 Uhr-Ladenschlllß 8 Mk. und pan der Abendstammtisch-Gefelllchaft imPrinz Karl" 50 Mk- arrch für diese Gaben sprechen wir imfrreu besonderen Dallk «u5. Außer­dem wurden durch d,e Lchrermncn Frl. Anna Slnqer uub Elisa­beth Weiß 118 Mk. gespendet, die ihnen van ihren Sckmlerinneu fa btr höheren und erwelterten Mädchenschule überaeban iBardeu waren; ben genannten Lehrerinnen, sowie den Mädchen, die so treu und eifrig die Gaben zusannuengetraqen haben, und auch bereu Eltern, sei ein besonders herzlicher Dank ausgesprochen.

Möge die nuferer Anstalt und deren .ft in beim wiederum rGichlich bewiesene Liebe und Opierwilliakeit glich fernerhin, Gebern Mio Empfängern zu Freude und Segen, uirS erhalten bleiben

Glesten, den 22. Dezember 1904./*

Ter Vorstand der Kleinkinder-Bewahranstalt.

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